Mittwoch den 2. Dezember Kr 1908 — Nr. 189 UW -sM MW LA- yÄÄ» i juM ' vUIi. nnimHisi Herr Lecoq. Kriminal-Roman von E. Gaboriau. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) 43. 5kapitel. Hundertmal hatte während der letzten Wochen Lecoq bei sich geseufzt: Wenn ich doch wusste, iver dieser Mai ist! Und jetzt, da cr's wußte oder wenigstens mit größter Wahrscheinlichkeit vermuten konnte, mußte er sich sagen, daß diese Kenntnis für ihn so gut wie wertlos war. Eine neue viel dunklere Frage tauchte vor ihm auf: Warum ivar der Herzog von Sairmeuse in der Verkleidung eines Proletariers in die verrufene Spelunke gekommen? Und wer war die ebenfalls verkleidete Frau mit den Diamantohrringen ? Seeon fühlte, daß er diese Frage bcanttvorten mußte, um snr Lösung des Rätsels zu gelangen. Wer würde ihm das jemals glücken? Er verhehlte sich nicht, daß durch die Verwicklung des Untersuchungsrichters d'Csoorval in die verworrene Angelegenheit fast jede Hoffnung für ihn schwand. Er fürchtete sich, Herrn Segmüller überhaupt etwas davon mitzuteilen, denn er konnte Nicht wissen, wie weit dieser die Rücksicht auf den Kollegen treiben würde. Damit ivar zugleich L-coqs ganze Laufbahn bei der Polizei in Frage gestellt. Den ganzen Nachmittag ging er herum, ohne einen festen Entschluß fassen zu können. Endlich legte er sich mißmutig und abgespannt zu Bett: vielleicht käme guter Rat über Nacht! Und seine körperliche Ermüdung war so groß, daß er wirklich in Schlumnrer verfiel, in einen unruhigen Schlummer freilich, der Von wirren Träumen geängstigt wurde. Er mochte eine Stunde geschlafen haben, als er von einem starken Pochen an der Tür aufgeweckt wurde. Wer ist da? Was giöt's? rief er. Ein Brief von Herrn Tabaret. Sofort sprang er aus dein Bett und öffnete. Ein Dienst- titoun übergab ihm den Brief und erklärte, er solle auf Antwort warten. Bor Aufvegung zitternd, riß Lecoq das Schreiben auf,' es war kurz genug, nur drei Zeilen: Mein lieber Junge! Wenn Du morgen früh um acht bei mir frühstücken willst, kannst Du vielleicht einiges zur Vorgeschichte des „Fall Mai" erfahren. Tirauclair. Ein viertel vor acht Uhr war Lecoq nach einer schlaflos verbrachten Nacht in der Nue Saint-Lazare. Papa Tabaret strahlte; tue Gicht war gänzlich vergefsem Du siehst, sagte er mit einer Handbewegung nach dem sehr einladend mit kalten Speisen und einer Anzahl Flaschen besetzten Frühstückstisch, ich habe dafür gesorgt, daß der Mann, den ich erwarte, etwas Gutes für den Magen vorfinde. Es ist zwar ein wenig früh, aber er ist ein alter Soldat und fürchtet sich zu keiner Tageszeit vor ein paar Flaschen Wein. Ich glaube, ich habe in dem Korporal Bavois gerade den rechten Mann zur Hand, um uns Auskunft zu gebet!. Er stammt aus Mouiaiguac „ich muß also die ganzen Verhältnisse jener Gegend kennen. Außerdem aber hat er, wie ich bestimmt glaube, die Unruhen vom Jahre 16, in die der Baron d'Esvorval lind der alte Herzog von Sairmeuse verwickelt Umreu, selber mitgeniacht. Daß er uns alles sagt, was er weiß, daran zweifle ich nicht. Ich habe vor ein paar Jahren einen jungen Neffen von ihm, der in einen: hatzlichen Verdacht geraten Ivar, davon befreit, indem ich bett wahren Schuldigen entdeckte. Er hat mir Dankbarkeit dafür geschworen. Die Hmiptsache ist, daß er meinen Brief erhalten hat; das weiß ich nämlich nicht, weil das Jnvalidenhaus gestern abend schon geschlossen war. Aber wir werden es bald erfahren: es muß in wenigen Minuten acht Uhr sein, und wenn Bavois nicht mit dem. Glockenschlage erscheint, so ist das einfach ein Briveis, daß er meine Befehle nicht bekommen hat. In der Tat, als Tabaret die letzten Worte aussprach, schlug! es auf dem Bahnhof Saint-Lazare acht, und im selben Augenblick wurde die Wohnungsglocke gezogen. Eine Minute späte« öffnete sich die Tür, und ein alter Soldat, in der Uniform der Invaliden, betrat das Zimmer. Man sah der braunen, beinahe lederartigen Haut des Gesichtes an, daß es den Brand der ägyptischen Sonne und den Frost der russischen Schneefelder kennen gelernt hatte. Eine scharfe schmale Hakennase sprang unter den funkelnden schwarzen Augen hervor, ein buschiger, weißer Schnurrbart fiel ihm über die Lippen. ' Ei sieh da, mein alter Bavois! rief Vater Tirauclair, Freut mich, daß Sie gekommen sind, und pünktlich wie immer? Aber natürlich doch! antwortete der alte Krieger im schönsten militärischen Baß. Sie wissen ja, daß Sie dem Korporal BavoiS nur zu befehlen brauchen. Schön, schon! Nun, zunächst, bitte, nehmen Sie Platz. Dieser junge Herr ist ein Freund von mir, Herr Lecoq. Nachdem der Korporal mit einem, in Anbetracht der frühen Stunde sehr achtungswerten Appetit unter de» Speisen aufgeräumt und einige Gläser Wein hinuntergegossen hatte, hielt Papa Tirauclair cs an der Zeit, zur Hauptsache zu kommen und begann: Nun, mein alter Korporal, wir möchten von Ihnen gern einiges aus Ihrem Leben erfahren. Sie sind doch aus Montaignac, nicht wahr? Ganz recht. Da wissen Sie also, ohne Zweifel, mit den Unruhen Bescheid, die zu Anfang des Jahres 1816 gegen die Bourbonen in der dortigen Gegend stattfanden. Das will ich meinen. Ich war ja selbst daran beteiligt, erst auf der einen, und dann auf der anderen Seite. Herrlich! rief Tabaret. Nun, dann erzählen Sie uns doch 'mal, wie war's damit, daß der Herzog von Sairmeuse dem Herrn Baron d'Escorval wollte den Kopf abschlagen lassen? Der Invalide toarf einen mißtrauischen Seitenblick auf Lecoq und sagte nach einigem Besinnen: Hm, hm! . . . Das heißt — Sie wissen wohl, daß ich denk Herrn Baron, und jetzt seinem Sohir, sozusagen alles verdanke. Ich möchte nicht gerne etwas sagen, was meinen Wohltätern! vielleicht nachteilig sein könnte. 754 _ Oh, das denke idjl nicht, bemerkte Papa Tirauclair mit der Unschuldigsten Miene, deren er fähig war. Es kommt nns hauptsächlich auf das an, was den Herzog von Saivmeuse betrifft, und (ruf den brauchen Sie. ja wohl keine Rücksichten zu nehmen. Uebrigens können Sie sich auf unsere Verschwiegenheit verlassen, soweit sie notwendig sein sollte. In der Tat! rief Bavois, sich besinnend. Warum sollte ich auch nicht davon sprechen? Es ist ja nicht das Geringste vorgefallen, was den Herren d'Escorval zur Unehre gereichen könnte. Also hören Sie: '■sie wissen wohl, daß es sich um die Rebellion handelte, die von dein früheren Besitzer des Schlosses Sairmcuse angestistet Ivar, einem gewissen Lachenenr. . . Bei diesem Rainen Lachenenr überzog eine dunkle Röte Lecoqs Gesicht; er wollte etwas sagen, aber Tabaret gebot ihm mit einem Blick Schweigen und fragte ruhig: Lachenenr? Was war denn das für ein Mann? Eiil sehr braver, das kann ich Ihnen versichern. Denkeir Sie, er hatte, als die Güter der Emigranten im Namen der Nation versteigert wurden, die Besitzungen der Familie Sairmense erworben. Tas Geld dazu hatte ein altes Fräulein der herzoglichen Familie ihm gegeben; aber kein Mensch wußte davon. Trotzdem gab er sofort die ganze Besitzung freiwillig heraus, als Mit den Bourbonen auch der Herzog von Sairmeuse zurückkam. Das war ein Junker, sage ich Ihnen, solche gibt's schon lange Nicht mehr. Durch Lacheneürs zwanzigjährige Arbeit waren die Güter dreimal so viel wert geworden; der Herzog nahm das Alles ruhig an und sagte nicht mal „schönen Dank". Im Gegenteil, er gab dem Lachenenr zu verstehen, er würde Wohl sein Schäfchen ins Trockene gebracht haben, und das wäre eigentlich -Nicht viel besser als Unterschlagung; denn alles was er hätte, Wäre mit den Erträgnissen von Sairmeuse erworben. Tatsächlich, hatte nun Lachenenr außer der prachtvollen Besitzung Sairmeuse gär nichts, er mußte also wie ein Bettler aus seinem schönen Schloß herausziehen, und mit ihm seine Tochter Marianne, die schönste und beste junge Dame weit und breit. Sein Sohn Jean mußte aus Paris, wo er Student war, zurück- kommen. An dem war eigentlich nicht viel dran; er hatte in der letzten Zeit gar nicht mehr studiert, sondern sich an eine Schauspielerin gehängt und Ivar selber als Schauspieler aufgetreten. Lachenenr wollte sich natürlich rächen: er machte die große Rebellion von Montaignac. Er dachte, wenn „der Andere" zurückkäme — Sie wissen, so nannten wir unseren Kaiser Napoleon — so würden die Emigranten wieder zum Lande hinaus müssen, und tiaiui würde er dem Herzog von Sairmeuse sein früheres Eigentum wieder abnehmen. Die große Rebellion mißlang kläglich. Der Plan wurde rin paar Stunden vor der Ausführung bereits verraten; Lachenenr Mit seinem aufrührerischen Landvolk kam zu spät. Die Tore von Mvntaignae waren geschlossen, und unser Bataillon war «usgerückt und hatte sich in einen Hinterhalt gelegt. Natürlich trieben wir die armen Bauern wie eine Schafherde auseinander. Uebrigeus wurde zwar eine Menge Pulver verbrannt, aber es trafen nur wenig Kugeln. Tenn Sie können sich denken, die meisten von unserem Bataillon hätten's lieber gehabt, wenn „der Andere" zurückgekehrt wäre. Es wurden eine Menge Leute gefangen genommen, aber der Haupträdelsführer Lachenenr entkam in die Berge, und wir dachten alle, er wäre über die Grenze ins nahe Piemont hinüber -geflohen. Der Kommandant von Montaignac, Generalleutnant Herzog von Sairmeuse, war außer sich vor Wut und setzte sofort einen Preis von zivanzigtcmsend Franken auf Lacheneürs Kopf. Das wurde des armen Teufels Verderben. Er hatte ■rin Versteck bei einem Schenkwirt, dicht an der Grenze, namens Balstain, gefunden. Sobald der Mensch von der hohen Belohnung hörte, wollte er sich das Sündengeld verdienen. Lache- 1teuv konnte zwar noch aus dem Hause entfliehen, weil er gewarnt wurde, aber er lief dem schlimmsten Kerl in der ganzen Gegend, der von seinem Versteck Kenntnis erhalten hatte und ihn mit einer Dragonerpatrouille verfolgte, gerade in die Arme hinein. Das war ein gewisser Chupin. Chnpin! rief Lewa, von seinem Stuhl aufspringend. So, so — Chupin? sagte Papa Tabaret, sich die Hände reibend. Aber, mein guter Leeog, es kann dich doch nicht wundern, daß du diesen Namen hörst! Ich wenigstens hatte ihn bestimmt erwartet. Nun, und wie wurde es mit diesenr Chupin? Wandte er sich wieder an den alten Soldaten. Hm, antwortete dieser. Er bekam sein Geld, die 20 000 Franken, und sogar in Gold. Aber er hatte nicht viel Freude daran. Schon früher war er ein schlimmer Geselle gewesen, Rin berüchtigter Wilddieb, dem man lieber aus dem Wege ging. J Nach seinem Verrat aber wollte kein Mensch mehr etwas von ihm wissen oder mit ihm trinken. Außerdem lebte er in beständiger Unruhe; der Wirt Balstain hatte nämlich einen grimmigen! Haß auf ihn, weil Chupin ihm bei Lacheneürs Fang um eine Viertelstunde zuvorgekommen war. Er hatte wenigstens einen Teil von der Belohnung verlangt — Chupin gab ihm nichts, und da schwor er bei der heiligen Jungfrau, er wolle nicht eher wieder mit seinem Messer essen, als bis er cs dem Chupin im Leib herumgedreht hätte. Und Lachenenr? fragte Leeog. Er wurde zwei Tage darauf guillotiuiert. Aber das weiß ich nur vom Hörensagen. Da war ich nämlich schon von Mon- taignae fort, und mein eigener Hals war in ebenso großer Gefahr. Und das ging so zu: Unter den Verhafteten war auch der alte Baron d'Escorvak. Er war zwar nicht schuldig, sondern hatte die Bauern nur zur Vernunft bringen wollen. Aber er war gefangen genommen und wurde mit den anderen vor ein Kriegsgericht gestellt, das ihn! ohne lange Formalitäten zum Tode verurteilte. Er hatte dieses Schicksal vor allem zwei mächtigen Feinden zu verdaukeii, dem! Herzog von Sairmeuse und dem Marquis von Courtomieux. Dies waren die beiden größten Herren in der ganzen Gegend; sie hatten Von Paris aus unumschränkte Vollmachten erhalten, die Rebellion nicderzuwerfen und die Empörer zu bestrafen; sie waren also den ganzen Tag. beisammen. Außerdem standen sie noch in engen vertvandtschaftlichen Beziehungen zueinander, indem die einzigs Tochter des Marquis von Courtomieux mit dem einzigen Sohn des Herzogs, dem jungen Marquis Martial von Sairmeuse, verlobt war. Der Bacon d'Escorval schien verloren zu sein, denn Urteils eines Kriegsgerichtes werden binnen vierundzwanzig Stundet» vollstreckt. Aber es war zum Glück ein Haken bei der Sache: der junge Marquis Martial hatte sich in eine Falle locken lassen, und das Schriftstück, wodurch die Verschworenen von Tag und Stunde benachrichtigt wurden, eigenhändig aufgesetzt; er dachte, es wäre eine Hochzeitseinladuug für einen Bekanntei» Lacheneürs. In dessen Hause strich er nämlich fortwährend herum; er hatte, trotz seiner Berlovnng mit Blanche de Courtomieux, ein Auge auf die schöne Marianne Lachenenr geworfen. Biele Aussichten hatte er da freilich nicht, denn Marianne war mit dem jungen Maurice d'Escorval heimlich verlobt. Sie liebtet» sich schon lange. Aha I rief Lecoq, indem er ein sehr befriedigtes Gesicht machte. Der Korporal sah sich erstaunt im Kreise um; Herr Tabaret, der sich während seiner Erzählung mindestens schon zivanzignml die Hände gerieben hatte, nickte ihm zu und sagte: Mein Freund denkt nur an den alten Satz: „Suche das Weib!" Aber bitte, fahren Sie fort. Nun also, begann der alte Bavois wieder, nachdem er eilt Glas Wein getrunken hatte, dies für den Herzog und seinen Sohn sehr unangenehme Schriftstück spielte einer der Gefangenen in Mariannens Hände. Sie ging zum Herzog und erklärte rund heraus: „Entweder ist der Baron d'Escorval morgen früh in Sicherheit, oder das Papier wird nach Paris gebracht und dort gewissen Personen übergeben — die man natürlich nicht gerade unter Ihren Freunden aussuchen wird." Mas wollte der .Herzog machen? Er mußte auf die Bedingung eingehet», umsomehr, da sein Sohn sofort erklärte, er würde selber alle Vorbereitungen zu einer Flucht treffen. Jedenfalls dachte et dabei hauptsächlich daran, dem von ihm begehrten Mädchen einen Gefallen zu tun. (Fortsetzung folgt.) Lin VM aus den Aämpsen mit der Loire-Armee.') Fleury bei Orleans, 6. Dezember. Wenn diese Zeilen zu Dir kommen, wirst Du laugst durch die Zeitungen erfahren haben, daß die Loire-Armee in den Kämpfen vom 2. bis 4. Dezember gänzlich geworfen und Orleans seit der Nacht vom 4./5. Dezember wieder in unseren Händen ist. Obgleich immer nur einige Stunden votr dem Schauplätze der Entscheidung entfernt, haben wir doch nur deu Kanonendonner gehört, dann einzelne kurze Gerüchte gehört, und miisseu von den endlosen Zügen von Gefangenen, denen lvir begegnen, abnehmen, daß die Arme« wahrscheinlich in einem Zustande ist, der ihr ferneres Auftreten im Felde ziemlich zweifelhaft machen möchte — obgleich das Gesindel mit dem Mute der Verzweiflung kämpft (so lange, bis die Panik über den Einzelnen kommt). Ich! *) Diese Schilderungen entnehmen wir den „Feldbriefest von Heinrich Rindfleisch 1870/71". Bei Banderhoeck u. Ruprecht, Göttingen 755 habe Dir aus den eigenen Erlebnissen seit dein 28. v. M. nur bruchstückweise geschrieben. Die näheren Beschreibungen mögen auch überhaupt mündlicher Mittheilung- Vorbehalte!: bleiben. Im Allgemeinen aber waren es trübe Tage von: 28 November bis 1. Dezember. Wir waren ohne rechte Uebersicht von den:, was der Feind vor uns zu bedeute:: hatte, an: 24. November ans ihn losgegangen, er hatte keine besondere Widerstandslnst gezeigt, und wem war ziemlich unbesorgt. Am 28. November Morgens aber wurden ton; — in: militärischen Sinne — überrumpelt, d. h. unsere Vor- postei: ivurden ganz unerwartet heftig angefallen, und als wir in unseren: Dorfe — Jnranville — auf die ersten Schüsse aus den: Walde her aus die Straße sprangen, fttsch- te:: die Kugeln schoi: ganz handfest auf die Gasse, und einer meinet Leute wurde schon durch den Fuß geschossen, ehe ton noch unsere Compagnie rangirt hatten. Die 4. Compagnie, über deren Verlust Du Dich einst so gegrämt, war auf Repli und hielt den ersten Anlauf muthig aus — aber der Com- pagnieführer wurde durch die Brust geschossen, und von den beiden anderen Offneren der eine sehr schwer, der andere leichter verwundet. Das ganze Bataillon, und was von Infanterie noch sonst zur Hand >var, zog sich nun schnell aus dem rings vom Walde umgebenen und von den: feindlichen Feuer erreichten Dorfe zurück und sammelte sich Mr Aufnahme der Borpostencompagnieen ein Viertelstündchen rückwärts hinter einer flachen Höhe, die, wie hier vielfach, mit Nußbäumei: durch das ganze Feld hin besetzt und von Weinbeeten durchzogen war. Als daS Feuer unserer ume näher kam, gingen wir vor, und ich mit meinem Zuge an der Spitze über die Höhe hinweg in die Weinberge. Dort lagen wir dann wohl eine Stunde lang im stehenden Feuergefechte mit bei: herandrängenden Massen, bis sich eine Lockerung drüben zeigte, dann ging es mit Hurrah auf ihn los, uno unsere rechten Flügeleompagnieen nahmen eine Zeck lang wieder Besitz von dem Dorfe und machten chinige Hundert Gefangene. Aber zu einem nachhaltigen Erfolge waren ton zu schwach und mußten uns schließlich nach zwei- oder ztvec- undeinhalbstündiger Arbeit auf unsere ursprüngliche Srel- lnng zurückziehen, lvo die Artillerie dem Nachfolgen, deo Gegners leicht ein Ziel setzte. - So würde das einfache m i l i t ä r i s ch e R e s n l t a t lauten, m e n s ch l: ch aber umfassen solche Stunden doch eine ganz eigen thumlich reiche Stufenleiter von Empfindungen, und wer daheim viel zu verlieren hat, muß sich seines Zweckes und seiner Pflrche recht ernst bewußt sei,:, o unbeirrt nur das Rechte zu thun. Vorstellen kaim sich eine solche Feuerprobe Niemand, der nickt darinnen gewesen ist; die Kugeln pfeifen, heulen, zischen und quatschen so un: Einen herum, daß man sich selber gar nicht denken kann, man könnte mit Heuer Haut aus d e r Schule heranskommen, und ivemt dann die Verwundeten aufschreien und die Tobten zusammenschnappen, so pocht bas Männerherz gewiß an die Rippen, zuletzt aber wirb Einem der ganze Schwindel geradezu egal und man laßt pfeifen und fitschen, was pfeifen und fitschen will. ^ch schrieb Dir schon neulich, daß mir damals auch mein guter Löwenstein erschossen worben ist. Er bekam erst erneu Schuß durch den Mund, schiei: aber noch Bewußtsein zu Imbeit, denn er streckte die Hand wie flehend nach nur aus. Ich gab ihm die Hand und legte ihn eben still auf die Erde, weil ich sah, daß er zu Tode getroffen war — da traf :hu ein zweiter Schuß gerade zwischen die Augen, und nun rntjchte er lautlos in sich zusammen. Meine liebe Tüla, da» sind ernste und schwere Bilder! Der arme Kerl hatte seine Pflicht so gern nut Dienstleistungen aller Art getham nur- bas eigentliche Fechten war gelviß ferne schwächste Seice; dennoch legte er sich so still und rescgnirt neben tinch nteber und schoß, tote ich ihn antotes, ruhig und pflichttreu, bis ihn der Tod ereilte. Als wir am anderen Tage mis der Chaussee mt der Kampfstätte vorüberzogen und die Nußbaumkronen Mis dem Abendnebel so umhin iithrg herubersahen, hatte es mir fast das Herz abdrücken mögen, so weh that mn der arme Mensch, der dort die fremde Erde uttt fernen: Blute färbte. Vorbei! vorbei! das ist das Motto des Krieges, wenn die Dinge erst in Fluß gekommen sind! — M der Nacht nach den: Gefechte bivouakirten wir mit wenig Stroh, bei einem mageren Feiler und fast ohne alles Eßbare; doch ging die Nacht schnell vorüber, da ab und zu kleine Unterbrechungei aus der Borposteiikette herüberkamen, unb bte Kugeln einmal bis mitten in unser Mvouac schlugen. Gegen Morgen aber zogen die Franzosen lvieder rückwärts, mir ^dlne Zurückgebliebene ließen sich iir den: Dorfe fangen, und em Tureo mußte abgeschlachtet werden, weil er sich in einem Hause' verkrochen hatte und hinter Matratzen hervor aus einer dunklen Ecke — aus Angst oder aus Muth? — immerfort !choß. Abends übernachteten wir wieder in dem Uuglücks- dorfe. Es sah schön darin aus! Die Franzosen und unsere Granaten hatten darin gewirthsckaftet, und es gab tonnber- liche Seeiien bet Zerstörung und des Elends. Ja dem Häuschen, wohinein ich mich legte, mußten ton uns erst mit Gewalt die Thür öffnen; drinnen aber saß, ohne Nahrung und 1)1)116 Luft, ein halb stumpfsinniges altes Weib unter den Trümmern ihrer Habe und zog leise fluchend in die Nacht ab, als wir sie aufscheuchteu. Im Nebenhause wollten sie unsere Soldaten nicht einlassen, weil „un Messe“ darinnen! lag, bei: sie als sauve-garde gegen Einquartierung eingenommen hatten. Der blessß, ein armer Teufel von Mobil- garbisten, lag beim auch mit einem zerschmetterten Obcr- chenkel in der dämmrig erleuchteten Stube o» der Erde, daneben auf dem breiten Bette aber lag ein alter Bauer, der Schwiegervater des Hausbesitzers, der am Morgen durch! eine verirrte französische Kugel dicht vor seiner Hausthttre zusaminengeschossen und gleich tobt geblieben war, nub seine alle Frau tanzte um ihn herum, imb verwünschte die sc6- lerats Francais, bie ihn gelobtet hätten. Natürlich würben unsere Leute mitten zwischen den Tobten imb Schtoerverwujt- beten hineingelegt und begannen ihr Kochhandwerk, von den: sie Nichts abhalten kann, ohne nach dem Trödel um sich herum zu fragen. — Der nächste Morgen schien uns sehr glücklich. Wir marschierten nach vorwärts, und da sich fchetn- bar größere Massen auf der Chaussee zusammenfanden, s» vermutheten wir eine Schlacht in Aussicht. Leider kam e?, nicht so. Es wurde nur eine größere Recognosenung beabsichtigt und zu deut Ende ein Dorf angegriffen, das der Schlüssel der höchst unübersichtlichen französischen Stellung zu fein sckien. Zwei Compagnien 79er drangen unter dem Schutze des Granalseuers bis an und stellenweise bis in das Dorf, zwei schwache Compagnien von uns, meine (4.) unb bie des Lis. v. Plettenberg, sollten bet: Angriff unterstützen. Wir kamen aber, weil sehr spät abgeschickt, erst in bem Augenblicke in die Höhe geklettert, als der Commanbeur jener beiben Compagnien bas Dorf vor der darin angetrofseneu Uebermacht wieder verlassen mußte, und vor dein Anblick seiner zurücklausenden Leute und dein furchtbaren Feuer, das ihnen nach- und uns eutgegentäm, wachte unser Com- mandeur und die Leute mit ihm fast mechanisch Kehrc. Ich wollte nicht so weit zurück, und lief zu meinen: Schutzew zuge vor, der den Anprall aufhalten sollte. Aber bte lieber- macht war zu groß, und bie Kerle wichen im Handumdrehen in einen Wald aus, wo ich sie bald in gleicher Höhe mit der zurückgehenden Kolonne rückwärtslaufen sah. Mit den wenigen muthigen Burschen, bie bei mir blieben, lpelteui wir noch eine kurze Zeit Stand, bis sich an der owecke Cavallerie zeigte. Dann gab ich sellßt das Zeichen gum! Laufen, denn wenn uns die Cavallerie nur fünf Minu.en verfolgte, waren wir verloren. So bin ich lange nicht gesprungen, wie damals, zuletzt konnte Keiner mehV um wir mußten ganz langsam gehen, obgleich sie au mw paar Leute jetzt ein Feuer machten, daß bie Kugeln nur so rechts unb links von uns spritzten — man m u ß zuletzt an eine göttliche Fürsehung glauben, denn das bloße llngefähr tonnte nicht so rechts und links spielen, ohne den N'nalen Weg zu treffen, auf dem inan geht. Ain unteren Waldraude schloß ich mich mit meinem kleinen Häuschen einer Compagnie an, bie bort zur Bertheidigung eines Gehofts stand D orck gab es einen zweiten Kugelfegen, und bie Ziegelsteine klapperten nur so von den ausschlagendeii Kugeln. Endlich, "ls wir auch dort von mehreren Seiten umgangen wurden, zog N) b Abtheilung, bie zii dem 79. Regimente gehörte, nack; einer flnberen Seite ab, und ich ging, fast «och allem, zu meiner früheren (2.) Compagnie, bie in ben ersten Gehöften des -Domes Juranville lag unb leitete bort, weil kein älterer Offizier da war, bie Vertheibigung, bis uns da^ Ilankenseuer und die Sorge um bte Rückkehr ->u u tsereu Reserven, zu denen wir nur noch hier und da einzelne Grüppchen aus den Wäldern hinlaufen sahen, zwang, auch den letzten Posten zu räumen, und auf bte Hauptstellung rin'ückznaeben wohin uns aber bie Franzosen gar nicht folgten 8 Als 'ich fast eine Stunde nachher unser Bataillon Ä ich mit großer Freude empsanmn^ich war einmal im Weinberge hin geschlagen, undmeine -ent hatten in Folge dessen erzählt, daß ich gefallen >oaie. Ooir R Dank, daß es nicht fo war. Es ist eine zu elende Bagage, — 756 diese Loire-Armer. Wo man ihnen auch mit mit der halben Stärke zn Leibe geht, reißen sie ans; aber in waldreichen Gegenden, wo sie unsere schnell gezählten schwachen Mihei'ungen mit vielfach überlegenen Plünk.erketlen nm- J pinnen können, schießen sie Einen schon auf 2000 Schritt wer den Haufen, rind so sind diese Gefechte immer sehr verlustreich für uns, ohne ein rechtes Resultat zu haben. Das eine Resultat haben sie freilich gehabt, daß die Franzosen den Versuch, den Aufmarsch unserer Armee zu stören, nicht durchgesetzt haben. Vom 1. Dezember ab begannen wir unsere Concentrationsbewegungen nach Arteuay zu, und heute sind wir schon seit mehr als einem Tage Herren von Orleans, und die Loire-Armee, die den Ersatz von Paris bewirken sollte, läuft jenseits der Loire, bis sie in eins der verschanzten Lager kommt, die man bei Bourges oder Tours vermuthet. — Run, meine liebe gute Alte, hast Du einen recht ausführlichen Brief. Hebe nur diese Wische auf, ich knüpfe dann wohl später manche mündliche Mittheilung an den Faden. Wie sehne ich mich danach, diese Hoffnung endlich zn einer Wahrheit werden zu sehen. Seit ich dem Tode mehrfach so nahe gestanden, habe ich auch eine ganz besondere Sehnsucht nach dem Leben, d. h. nach Mr und meinen Kindern! Küsse sie tausendmal! und grüße alle Bekannten und Freunde! * Friedrich Althoff zu Hause. Ein guter Bekannter des Verstorbenen teilt der Straßburger Post mancherlei Interessantes aus Althoffs Privatleben"mit. Ein- mal hatte Althoff für seinen kleinen Neffen einen bunten, stacheligen Jndianerkopfschmuck gekauft; er war nun gerade dabei, dies Ding mit dem höchsten Vergnügen selbst auszuprobieren, als zwei junge Privatdozenten ihm ihren Antrittsbesuch machten. Althoff empfing sie todernst und fragte: „Nun, meine Herren, wie finden Sie denn meinen neuen Kopfschmuck?" Die beiden wagten es nicht, die Sache von der humoristischen Seite zu nehmen, und murmelten allerlei in ihrer verzweifelten Hilflosigkeit. Aber ihre. Verlegenheit stieg noch, als Althoff, der "während der ganzen Unterredung seinen kriegerischen Federputz ausbehielt, ihnen zum Schluü erklärte:, Ja, meine lieben Herren, Sie brauchen sich »ich zu wun ent, das trage ich jetzt imm r csts Z i 'en meiner Wurde und Herrschaft im Hause." Altho, f war immer ein großer Freund der Behaglichkeit und haßte allen förmlichen Zwang. Zwei Professoren, die einmal bei ihm ium Mittagessen eiugeladeu waren, erschienen ihm zu Ehren im feierlichen Frack. Nach der Suppe verschwand der Hausherr und kehrte in einer weiten Joppe zurück, über dem Arm noch zwei andere Lodenröcke. , Ja, meine Herren, wir wollen es uns doch gemütlich machen", bemerkte er schmunzelnd, und nötigte sie, ihre Fracks abzulegen. Die beiden fühlten sich nicht so besonders wohl in ihren neuen, ungeheuer weiten Kleidungsstücken, die sie doppelt über der Brust zusammenschlagen konnten. Zufällig waren es zwei sehr magere Herren und Althoff war in seiner guten Zeit von ziemlichem Umfang. Nach Beendigung der Mahlzeit verschenkte er wohl — in großmütiger Weise — vorher mitgebrachte Theaterbillette an seine Gäste, und während sich diese dankend verabschiedeten, zog er sich schmunzelnd ob seiner gelungenen List und mit seinem pfiffigsten Gesicht ins Arbeitszimmer zurück. Denn daraus ging doch stets fein ganzes Streben, Zeit und Ruhe für seine Arbeit zu gewinnen. So konnte er auch seine Familienmitglieder fteundlichst zu einem Ausflug auffordern, um an Ort und Stelle sofort und unwiderruflich in irgendein wissenschaftliches Laboratorium, eine Bibliothek oder dergleichen zu verschwinden. Nach getaner Arbeit schlenderte er durch die Straßen, hielt bald hier, bald dort an und ließ sich in den verschiedensten Geschäften die Taschen mit Tüten und Tütchen anfüllen. Dabei baumelte seine Zigarre so nachlässig aus einem Mundwinkel heraus, daß man ihr Fallen jeden Augenblick befürchten konnte. Sein ganzes Gesicht war tu ein behagliches Schmunzeln verzogen und aus seinen sprühenden, blitzblauen Augen zwinkerte er aller Welt halb filmisch, halb, kampflustig zu. Welcher Unbefangene hätte gedacht, , daß dieser Mann eine „Exzellenz" sei, machte es ihm doch selbst den größten Spaß, für einen Bierbrauer gehalten zu tverden. Zu Hause packte er all die verschie- ! denen PäckckM znm Entsetzen seiner Gattin aus. Da lagen frische Erdbeeren und Käse friedlich nebeneinander, ein Bis- marckheriug schlängelte sich um Honigwaben, und Bonbons verklebten das ganze. Auf einem Nähkissen in seinem Zimmer staken Stopfnadeln mit vielfarbigen Wollendchen. Diese bunten Fädchen benützte er, um den verschiedene« Reinlichkeitsgrad der Strümpfe zu bezeichnen, mit denen er zu wechseln pflegte. So fand man ihn oft über graus Socken gebückt, die er mühsam mit einer groben Nadel durchzog. Ferner veranstaltete „Seine Exzellenz" jeden Samstag große Wäsche unter seinen Federhaltern Und Spazierstöcken, die er eigenhändig seifte und durch eilt Wasserbad zog. * Der größte Deutsche des 20. Jahrhunderts. „Nun, mein lieber Graf, warum so ernst?" — „Majestät, ich muß immer an die Möglichkeit denken, daß in den Jahren Vv» 1909 bis 2000 ein noch größerer Deutscher kommt!" „Jugend". * 3 m m e r b e r f e I b e. A. (zum Archäologen, der sich mit einem ziemlich bejahrte» Fräulein verlobt hat): „Wie alt ist den» eigentlich deine ®rout?'/ — Archäologe: „Nach den neuesten Forschungen zweinnddreißig!" Literarisches. Ullsteins Weltgeschichte. Die jetzt erschienenen Lieferungen 28—31 enthalten den Beitrag des Professors A. Brückner „Die slavischen Völker". Mit Polens Zerfall beginnt Brückners lichtvolle Darstellung, mit „Rußlands Aufstieg zur Weltmacht" endet sie. Reich ist sie au seinen und mit Liebe geschaffenen Bildern, so der meisterhaften Charakteristik der vier berühmten russischen Kaiserinnen: der beiden Katharinen, Elisabeths I. und Annas. Diese Geschichte der Unterwerfung eines Sechstels der bewohnten Welt unter ein Zepter ist, wie Brückner sagt, kein anziehendes, aber ein außergewöhnlich bedeutungsvolles Stück Geschichte. Brückners Darstellung liefert den Beweis, daß es auf die Dauer eine Entwicklung politischer Individualität für die slavischen Stämme nicht gibt, das nur eine Fähigkeit zu politischer Ausdehnung besitzt, daß Panslavismus im letzten Hinblick gleichbedeutend ist mit Altrussentum. Aufs beste unterstützt werden die textlichen Ausführungen durch die Illustrationen, die in der Nachbildung zeitgenössischer Gemälde, Kupferstiche, Münzen und anderer Dokumente wahrhaft Vollendetes bietet. — Dem unlängst verstorbenen Walter L e i st i k o w, dem klassischen Schilderer märkischer Schönheit ist in der soeben erschienenen Nummer 3412 der auch als Kunstzeitschrist ziel- bewußt den höchsten Aufgaben dienenden Illustrierten Zeitung ein vornehmes Denkmal gesetzt worden in Gestalt einer Aufsatzes, der prächtige Reproduktionen der schönsten Bilder des Meisters bringt und dessen Text aus der Feder von Oskar Bie herrührt. Ebenfalls der Kunst, wenn auch in erster Linie der praktischen, dient ein äußerst interessanter Artikel, betitelt: „Die Wohnung der Neuzeit", der einen Einblick in eine soeben im Verlag von I I. Weber, Leipzig erschienenes Prachtwerk von Hänel uno Tscharmann vermittelt, und nicht minder reich mit I lustrationen geschmückt ist, eine lebend.g gehaltene Darstellung: „Das rheinische Nizza", in der Meyer- Elbing die Schönheiten Wiesbadens schildert. Einen breiten Raum nehmen neben dem rein unterhaltenden Teil die Bilder ein, die der Tagesgeschichte entnommen sind. Bilderrätsel. Aul-m-ng t« nuwiiet Nummer. FF | /. * II N Auflösung des AritbmogrivbS in voriger Nummer: Barren, Ulanen, Lingen, Geier, Algier, Raub, Igel, Erle, Nil. Bulgarien. Redaktion: E. Anderlon. — Rotationsdruck und Bering bei Brühlscheu UnwersuätS - Buch- und Slemdruckerei, iR. Lange. G irtze«.