1907 L * /- M ■ i. 7 Steuerwann Worrmger. Novelle von Luise Schulze-Brück. (Nachdruck verboten.) " (Fortsetzung.) Endlich, endlich war er zu Hause- — Mit zitternden Hunden schloß er die Haustür auf- — Achs, die hatte er versperrt heute morgen beim Fortgehen! Wie lange das Her war, wie lange! Er warf sich anss Bett, er biß in die Kissen- „Ein Ehrenmann," hotte d r Bürgermeister gesagt- Ja, er war einer gewesen, jahrelang- Und er war stolz darauf gewesen, einer zu feilt- Stolz, so stolz auf seinen guten Namen, — sein Renommee als der beste Steuerinann — seine Familienehre ! Und nun war alles vorbei! Er hatte eine gemeine, hinterlistige, ehrlose Tat begangen, viel ehrloser noch als die, die er hatte rächen wollen- Ein Meib zu verführen — pah, es ist freilich nichts Schönes — aber wenn einer heißes Blut hat und einen leichten Sinn, dann — Er dachte an die eigene Jugend- Freilich, eines anderen Weib hatte er nicht genommen, aber eines andern Schah! — Hatte es ihn nicht ordentlich gekitzelt, die Mädchen ihren Schützen abwendig zu machen? — Er warf sich hin und wieder, daß die Bettstelle ächzte- Nicht in einer Blutwallung hatte er gehandelt, mit vollem Besinnen, in wilder, ungebändigter Wut freilich, aber doch mit vollem Bewußtsein. — Eine ganze Nacht hatte zwischen dem Anbohren des Kahnes und dem Unglück gelegen, mit klarent Kopf hatte er am Morgen das Schiff gesteuert, immer nur mit dem einen Wunsch, daß jetzt, jetzt das geschehen möge, was er vorbereitet hatte- — Er sprang auf, er formte nicht liegen. — Er konnte auch nicht allein sein in dem öden, stillen Hause- Da — pochte es nicht äm die Haustür? Ach, da kamen sie schon, ihn zu holen, war schon — Er öffnete die Tür- Seine Schwiegermutter stand da, scheu, tzedrückt- „Jch wollt nvr ä paar Sache vum Greta hole und vum Kind! — Un dann, w-ääste, Worringen 's is doch besser, wann'sl Greta emvl ä paar Tag bei mir is! Mit 'm Kind! L>e is doch vxg schwach, un da kann ich's besser pflege-" „Warum will sie dann net herkomme?" fragte Worrmger finster. „Weil — weil — no jo, wisse mußte 's doch!. — 's Greta hot so ä Aengscht vor dir! Es schreit und sägt, es ging net hääm, das wär ihr Tot! Und de Doktor sägt, mer mißt em de Wille losse- Des wäre Jet Nerve, die wäre aagegriffe. Un toege dem, was ich heit morgen in mei'm Schrecke erausgebruddelt hawwe — Worrmger, des vergeß un trag mer's net nach- — Ich hawwe es in der Aengscht gedahn und dann aach, weil des Greta grad dervor eso gejammert Hot, du wärscht eso schroo gege es gewese, wo es doch nix gedohn Hot- — Ae bißche uff der Kerb gewese, des is doch auch kää Staatsverbreche! T-adervor is es jung un dumm-" m Der Mann schwieg. — Die Frau kramte em Bündel zu- samMen- — Tann ging sie, ihm gute. Nacht wünschend. Er wollte hinaus. Aber wohin? Ans Rbeinufer, wo jetzt das Geschehnis das allgemeine Gespräch war? Ins Wirtshaus, wo er auch würde erzählen müssen, wo man ihn peinigen imirbe bis aufs Blut? Nein, er konnte nicht- Et verschloß sorgfältig die Fenster-, laden- Tann holte er sich aus dem Keller einen Krug Wein. Trr erwärmte ihn wenigstens- Aber er erheiterte ihn nicht. Er machte nur das Blut in seinen Mern noch toller jagen- Als es dunkel geworden war, schlich er nach dem Rhein- Es zog ihn dahin wie mit Stricken- Am Kran stand er, wo der Nachen gelegen hatte- Und wenn er aufs Wasser hinaussah, dann sah er immer das gleiche, das gleiche- Und zuletzt mußte er doch wieder nach Haus, in das leere Haus, wo es so still war, so öd- Am andern Tage war es noch schlimmer- — Auf dem Schiff wußte es natürlich sowohl der Kapitän wie-alle Passagiere- — Ein Flüstern ging durch die Leute, als er kam- Hundert Augen richteteM sich auf ihn, ein ein enthusiastischer Mainzer verfolte ihn mit begeisterter Lobrede, der Kapitän fragte ihn aus- Und' als er zurückkam, war's auf dem Weg vom Bahnhof nach Haus das gleiche- Und kaum war er zu Haus, da kam der Pfarrer- Ten mußte er einlassen. Er war bei Greta gewesen. — Und während er ihn lobte und seine mutige Aufopferung pries, deutete er vorsichtig an, daß die junge Frau doch sehr erschöpft sei — ja sehr — und so aufgeregt, daß sie Ruhe haben müsse. — Daß er vielleicht doch — hm — ein wenig — nun ja, ein wenig zu streng gegen sie gewesen sei- Gewiß sei sie ein Welt- kind, die Margareta — aber im Grunde doch eine brave Fran — und es sei wohl das beste, wenn sie einige Zeit — hm' — bei ihrer Mutter bleibe- Gewiß, dann würde alles wieder gut werden, und er, der Pfarrer, werde seinen ganzen Einfluß nach dieser Richtung aufbieten, damit alles wieder ins rechte Gleis komme und — hm — keine Trübung der Ehe — Worringer ließ ihn nicht ausreden- Ihm toar_ alles recht. Sie möge nur dort bleiben, sie und das Kind- So lange sie wolle- — Und natürlich, seine Schwiegermutter habe ja selbst nicht viel zu beißen und zu brechen, ob der Pfarrer nicht von ihm —■ Aber der wehrte ab- „Nein, nein, lieber Worringer, das machen Sie mit Ihrer Schwiegermutter ab- — Und verzagen Sie nicht- Kranke Frauen haben seltsame Launen. Es wird schon alles gut werden- Alles gut. Ich hoffe es zuversichtlich." Er ging- — Steuermann Worrntger sah ihm durchs Fenster nach. — Alles gut werden! Nein, es würde nie mehr gut werden- Er hatte seine Frau verloren für immer. Wenn sie wirklich wieder zu ihm kam, zurückgezwungen, zu ihm) was war das für ein Leben- Sollte er wieder mit den Brocken vorlieb nehmen, die abfielen für ihn, bis jetzt abgefallen waren von ihrer Gleichgültigkeit? — Jetzt fürchtete sie ihn, haßte ihn- — Und er! Er stöhnte und riß sich in Verzweiflung das Haar- Er wollte mehr! Hatte immer mehr gewollt! Ihre Liebe hatte er gewollt, jetzt wußte er's! — Jetzt wußte er, was in ihm gebohrt hatte und gewühlt und ihn verrückt gemacht- Nun war kaum ein Tag vorüber seit dem Geschehnis- Ihnt — 510 erschienen es Iahte zu fein, endlose, qualvolle Jahre- Wie lange tmrrde er das aushalten, die Not, die Pein! Daß er kein Mörder war, war ihm kein Trost- Der Georg Hesserner war außer Gefahr- Er hatte ihn bitten lassen, morgen zu ihm zu kommen- Auch das noch- Und er mußte gehen! Was hätte man gesagt, wenn er nicht hingegangen wäre? Er fürchtete sich — er, der Worringer, hatte.blasse Furcht- Er hätte die Minuten dehnen mögen, die hinflogen und doch so lang warm, so lang- — Tie Nacht erschien ihm endlos- Und als er am Morgen anfstand, fühlte er, daß seine Knie unter ihm zitterten- — Aus dem Spiegel sah ihm ein ganz verwüstetes Gesicht entgegen — hohlwangig mit eingesunkenen, fieberglühenden Augen- Tie Fahrt nach Cauü erfrischte ihn nicht- Der Anblick des Wassers regte ihn auf, machte ihn krank- Gegen Mittag war er im Wartezimmer des Hospitals- Und wie im Traum ging er über die langen Gänge, bis er vor der Tür des Zimmers stand, in dem Georg 'Hessemer lag- Da raffte er sich mit Gewalt zusammen Es mußte fein. Vom Bett her streckte sich ihm eine Hand entgegen- Georg Hessemers Gesicht leuchtete ihn förmlich an- „Worringer! Des iS schem, deß de kimmst-. Ich hawwe eher kä Ruh, bis ich mit dir geredd haww! — 11 n mich bedankt hawwe! Deß grad du mich erausgeholt hoscht! —■ Grad du! — Des wär ich dir ewig gedenke, itn wann ich hunnert Johr alt werd! Mer lebt doch gern, wann mer noch jung iS- — Se hawwe nter ver- zehlt, wie du mit Stiwweln un Spore ins Wasser mein bis! — Tes vergeß ich dir net, fiehschte! Un des du mich enausgeholt hoscht, wo ich aach noch des Greta hawwe ennüwergeschafft — guck, wann de mich hättst elendig versaufe lasse, da hätt ich der's net emol arig iwwel uemme kenne" — ein Schalk fuhr einen Augenblick lang über sein Gesicht — „haßt des, wann ich's gewahr worde war- — Un fiehschte" — der junge Manu richtete sich im Bett auf, das blasse Gesicht färbte sich rot — „fiehschte deswege hawwe ich aach kä Ruh gehott, bis ich mit der hatvwe redde könne! Ich muß der's sage, daß de nix Unrechts denkst bunt Greta- — Un aach vun mir net. — Wo ich der utci Lewe schollig bin worde, will ich net aach noch sunschi in deiner Schuld bleiwe- 's Greta is bei mich komme in seiner Angst un Verzweiflung uu Hot sich an mich gehängt un is ganz vun Sinne gewese- — Du" — er stockte einen Augenblick, dann fuhr er entschlossen fort — „du, du wäricht so schroo mit em gewese un hättst's ingesperrt, un sei Mutter hät's eweggeschickt, un es wollt ins Wasser gehe, weil's net wißt, wohin- Un do, wie ich ent zugeredd hawwe, do is es 'm iugefalle, deß es wollt uff Schierstein frei sei Schwester! Un weil's geziddert un g^^ bewwert Hot vor Aengscht, daß du hämkäämst, do hawwe ich gesagt, ich wollt's miwwerfahre! — Awwer ich kann der's schweere — mit ’me heilige Eid — deß nter nix Unrechts gebohlt Hatowe — un ttir Unrechts vorgehott- — Ich hawwe nix tveibei gedenkt, als daß ich dcs arm Ding nor fortbring, dir ans da Aage — nix weider-" Er legte sich zurück in die Kissen und atmete schwer- —Dann fing er zögernd mit leiser Stimme wieder an- „Guck, ich will der alles sage! — Wie's Greta komme is — eso außer sich un v ersteer t — do is nter alles Widder eigefalle, was ich finf Jahr vergesse hawwe- To hawwe ich gedenkt, daß, tvann btt net komme wärscht un hättst die Alte verblend un beredd, do wär's Greta jetzt mei Fraa! — Un ich däht's uff de Hämt trage und däht em ä schee Lewe mache! Un wann du dogewefe wärscht — ich glaab, ich wär dir an die GorgelUrsprünge in tnei’in Zorn- Des mußt du nter uet iwwel uemme! Un guck, wann du — wann du ä bißche gut gege's Greta wärscht — nor ä bißche — do däht ich for dich bord) dick und dimt gehe — un dir wär aach geholse un'nt Greta aach!" Er mußte still sein — er War sehr erschöpft- — Mit einer Art von Scheu sah er nach deut Manu hin, der da so blaß und finster an feinem' Bett saß- — Aber es war ihm leichter, feit er alles heraus hatte, was seine Seele bedrückte- Aber als Steuermamt Worringer ganz stumm blieb, wurde er unruhig. „Wie des nur komüte is," sagte er erregt, „wie des nor komme is? Ich kann iner fei Vers 'druff mache, gar Kinne- Dei Rache, de is doch ganz fest un stark- Freilich, am Pingschsamstag, wie ich in Rüdesem die Kiste ingelaade hawwe, da is ään orntlich usfgestumpt uff de Boddem vum Rache- — 'Es is mer aach gewese, als tvann was gekracht hätt- Awwer ich hawwe kä Zeit gehott, for nachzugucke, un wie ich eniwwer komme bin, dv Hot ich's vergesse- Sicher is do K Planke losgange. Un wie ich's Greta eniwwergefahre hawwe, do Hot mei Sack mit'm Greta sei Sache grab ■ vor mer uff’m Bodde gelege, do haivwe ich nix setze keünel Uff Amol is bä Sack naß worde, des Bubche Hot gerufe: „Mamma naß," un do is aach schun's Wasser enoi komme tote au| ’me Brunne!" Er schauerte zusammen- Steuermann Worringer- atmete tief und laug auf. Tann sagte er hastig: „Wer kann's wisse- 's is jo noch gut ausgange! Dorum mach dir kä Kvppzerbreche! — Wenn was kassiert wär, jo do — do kennt mer sich drum besinne- Awwer so! — ’S! is jo ganz egal, ganz egal- 9tor —" Er hielt inne- „Nor," sagte der Georg Hessemer fast ängstlich- „Nir, nix! Mer kimrnt uff allerlää Gedanke- — Wann ich untic bliwwe wär, im Wasser! — Tes hot mer oft, daß äner, dä ä annere rett, bann umtergeht un selwer vertrinkt- Ta wär's in Ordnung gewese, alles-" „Jesses Marjejosepp," rief Georg Hesserner erschrocken- „Worringer, rebb uet eso was! 's ganze Lewe hätt ich jo kä guhde Sttmn rneh gehott- Un's Greta aach net. To hätte mer jo bei Lewe nff'm Gewisse gehott- — Na — tote kannschte nor so Zeig redde!" Worringer lächelte finster- — „Käh guhde Stunn meh! Och/ so was is geschwiird vergesse! — Un wer tväß, ob's Greta un du," er betonte die drei Worte schwer, „net noch Ville guhde Stuuue mitenanner gehott hätt." Georg Hesserner wurde rot wie ein Mädchen- Aber bann sah erben andern ehrlich an- „Unser Herrgott soll uns vor Versuchung behühde," sagte e r, „un ich dank em, daß es so komme is- Un wann — wann du dähtst prowiere, ä bißche besser mit'm Greta zu Hause —" „Abjüs-" Steuermann Worringer stand jäh auf. — „Ich muß gehe," sagte er heiser, „ich — mir is's schlecht, ich hawwe kä richtige Gedanke, in mei'm Kvpp is alles dorch- enanncr, ich muß schlafe, mich hinlege." „Worringer!" Georg Hessemer rief ihm bittend nach, „dei Hand kenntst de mer gewwe un mer sage, daß de mer nix noch- drägst — un — un — daß de mer glaabst, was ich der gesagd hawwe-" Zögernd kam der Mann an das Bett zurück- Seine Augen schauten tief in die ehrlichen Augen des andern- „Ae Leichtfuß bist de — ä Weiweruarr —" „Na, na! Des määnst du nor so, weil ich alleweil luschtig bin- — Glaab mer's nor! — Uu des Greta, des hawwe ich viel zu gern, als daß ich em was Unehrliches hätt zugernnt- —• Un, Worringer, — wann mer fo ebbes dorchgernacht hot — da lugt mer net — un do is cs äm, als wär mer uff ärnol zetze Johp älder worde-" Steuermann Worringer sah ihn durchdringend an- Tann reichte er ihm wortlos die Hand- — Georg Hessemer schüttelte sie heftig- Worringer ging zur Tür- Plötzlich drehte er sich um und stand wieder vor dem Bett- „Hesseiner," sagte er mit heiserer Stimme- „Hessemer, ich will dich was froge- Antwort, als wann du vor unferm Herrgott stäubst." Verwundert sah der Kranke auf den Mann- „Wann — wann mir was bassier'n däht, was Menschliches! bassieru — un des Greta, des hat könne, dä em hilft un beisteht —■ dann sei Mudder, die weiß jo net, was fe will —- dähtst du do for es sorge — dähtst du es net verlasse, dähtst du für dä Bub sorge — sorge tote ä Vadder?" Georg Hessemer sah ihn wortlos an- Tann brachte er mühfam heraus: „Ich! — Ja, awwer —" „Kä awwer," Worringer sprach rauh und' heftig- „Kää awwer! Ja odder nä!" „Awwer Worringer!" „Ja odder nä!" Worringers Gesicht färbte sich dunkel, seine Augen blitzten wie blanker Stahl- „Um ä Fraa . erumscharmuzieren, des kann jebberääner- Awwer hernocher, wann's nehdig is, for se instehe, in alle Sticke, berste Hst e mich, in alle Sticke — des is was annereS- -—■: Un ich will kä Wort sunscht vun'der Hern, ja odder nä?" „Ja-" Georg Hessemer sagte es mit lauter Stimme. „Tu hoscht's verspMche! — Denk brau, was du versproche hoscht! — Abjüs — adjüs, Hessemer." Er war hinaus'. — Georg Hessembr starrte bie Tür an. Was War das? Ter Worringer war krank ober irre- — Aber er hatte so klar gesprochen, mit einer unheimlichen Bestimmtheit. Er versuchte nachzudenken. — Aber er war doch noch zu schwach. Seine Gedanken verwirrten, sich — er schlief ein. (Schluß folgt.) 511 — Won Gießen nach Marokko?) Mus b ent Reisetagebuch« eines GießenerA Nachdruck verboten. Marseille, 6. Febr. 1907. Nach 22stündiger Fahrt bin ich heute morgen kurz vor 6 Uhr im1 hiesigen Zentralbahnhof eingetroffen. Mein Hotelier empfängt mich etwas ungnädig; ich hatte ihm meine Ankunft schon mit dem um 4i/2 Uhr vorm. ankommenden Zug angekündigt, erfuhr jedoch in Lyon, daß ich in diesem Falle dort umsteigen müsse, was ich aber nicht wollte, um nicht in einen der bedeutend weniger bequemen französischen Wagen zu geraten. Meine drei Reisegefährten, von denen der eine, ein Fabrikant aus Schlesien, nach Mentone fährt, der zweite, ein Mannheimer, nach Barcelona will und der dritte, ein Uhrenfabrikant aus Chaux-de-Fonds, gleich mir bis Marseille reiste, zogen ebenfalls vor, unseren schönen deutschen Durchgangs-Wagen auch weiterhin zu benutzeu und den damit verbundenen kleinen Zeitverlust (einige wenige Stationen zwischen Lyon und Marseille) mit in den Kauf zu nehmen. Endlich heißt's: Marseille! Ein riesiger Verkehr herrscht hier; vor den schönen, reich ausgestatteten Läden, den die Straße einsäumenden Hotels und Cafes treiben sich Unmassen von Menschen herum, zum großen Teil Tagdiebe, entweder mit den Händen in den Taschen oder an irgend einer Ecke stehend und Zeitung lesend, dann auch Soldaten und Matrosen. Turkos sind gleichfalls stark vertreten. Die Trottoirs sind fast in allen Straßen teilweise bis zur Hälfte ihrer Breite^ mit Buden angesüllt, in denen von Frauen alle möglichen Sachen mit einer Aufdringlichkeit und einer Mundfertigkeit angepriesen werden, die jedem Jahrmarkts- Ausrufer zur Ehre gereichen würde. Ich besuchte die Kirche Notre-Dame de la Garde, eine vor etwa 50 Jahren erbaute Wallfahrtskirche, deren 45 Meter hoher Glocken- türm von einem 9 Meter hohen Standbild der Mutter Gottes gekrönt wird. Die sich von dem Fuß der Kirche auf die Stadt, das blaue Meer (mit den vorgelagerten Inseln) und die im Hintergründe liegenden Kalkgebirge bietende Fernsicht ist großartig schön. An Bord der „Prinzessin", 7. Februar 1907. Ich erfuhr, daß mein Dampfer, R. P. D. „Prinzessin" der Deutschen Ost-Asrika-Linie, nicht erst Donnerstag nachmittag, wie erst behauptet wurde, sondern schon in aller Frühe dieses Tages abgehen werde. Ich mußte daher schon Mittwoch abend an Bord gehen. Kurz nach 7 Uhr setzte sich unser Dampfer unter den Klängen einer munteren Weise, die unsere Schiffskapelle anstimmte, langsam in Bewegung; doch noch länger wie eine Stunde dauerte es, bis wir die verschiedenen Docks passiert hatten und an wohl mehr als 50 Schiffen fuhren wir vorbei, bis das offene Meer vor uns lag. Gegen 10 Uhr war nur noch Himmel und Wassek sichtbar. Nach dem Frühstück zogen sich die meisten Passagiere in ihre Kabine zurück, während ich im Speisesaal blieb. Bald erschienen zwei deutsche Damen, in tiefer Trauer. Die jüngere setzte sich an's Klavier und spielte „Zwei dunkle .Augen" (was aus sie selbst übrigens zutraf), „Werlor'nes Glück" u. a. m. Noch andere Passagiere fanden sich dazu und eine junge Frau aus Transvaal, die seither stets von Johannesburg und Durban geschwärmt hatte, zeigte nun ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache und begleitete die Musizierende mit ihrer gar nicht übel klingen-; beit Altstimme. Bald aber machten sich bei uns allen die Wirkungen der See bemerkbar. . . 8. Februar 1907. Ich fühle mi chheute bedeutend Wohler. Auch meiner schönen Nachbarin, Frl. D., geht es besser. Als ich sie nach dem Diner dazu animieren will, wieder einen Klaviervortrag zum Besten zu geben, sagt sie zwar zu, knüpft daran jedoch die Bedingung, daß ich dann auch auf meiner Violine etwas spielen müsse. Ich chatte nämlich am Vormittag mein Instrument geprüft, ob ihm nicht etwa unterwegs ein Unheil zugestoßen sei, was glücklicherweise nicht der Fall war. Natürlich hatte ich die .Violine wieder eingepackt. Man ruht nicht eher, bis ich verspreche, etwas *) Da Marokko zurzeit wieder einmal in Atter Munde ist, dürste diese Skizze eines Gießeners jetzt besonderes Interesse erwecken , zumal dieses bevormundete Land den europäischen Mächten noch manches Kopszerbrechen machen wirden. D. Red. zu ftngen. Hterbek begleitete mich Frl. D. auf dem Klavier und es war schon beinahe neun Uhr abends, als wir uns trennten... Tanger, 10. Februar 1907. Der gestrige Vormittag an Bord der „Prinzessin" verlief abwechselungsreicher wie sonst, da gegen 10 Uhr Gibraltar und etwa eine gute' Stunde später auch A l g e c i r a s vor unseren Blicken auf- tanchte. Etwas später war dann auch die afrikanische Küste sichtbar, doch wurde es nahezu y23 Uhr, bis wir endlich vor Tanger ankerten. Außer unserer „Prinzessin" lagen noch mehrere größere Dampfer vor'm Hafen und es dauerte eine Zeitlang, bis auch wir endlich einige Boote bekamen, die unsere Passagiere aws Land brachten; soviel ich weiß, war ich der einzige, der an Land blieb, während die übrigen Passagiere nur vorübergehend an Land den etwa! zweistündigen Aufenthalt verbringen wollten. Mit Frl. T. und Mme. S., der schon genannten jungen Buren-Frau, bestieg ich ein Boot, ließ mein Gepäck hineinschaffen und nach etwa 10 Minuten waren wir glücklich am Ufer. Am! Ende der Schiffbrücke hatten wir das „Zollamt" zu passieren. Zwei riesige Marokkaner hielten uns an und . ließen mich die Koffer öffnen, in denen, da die ganze Revision intL des Oeffnens meines Gepäcks, kaurst 3 Minuten in Anspruch nahm, kein zollpflichtiger Gegenstand vorgefunden wurde, obwohl sich davon doch manches, speziell Zigarren, darin befand. Wenn alle Zollrevisionen auf marokkanischem Boden so gehandhabt werden, wie es hier geschah, dann dürften die Zolleinkünfte keine besonders reichlichen sein. Es war übrigens kein sehr großer Andrang von zu revidierenden Gütern, so daß diesem Umstande die Flüchtigkeit nicht zugeschrieben werden kann. — In Begleitung eines deutschen Herrn B. mietete ich mir hier ein Zimmer und besuchte dann mit ihm das Restaurant „Deutsche Bierhalle", ein hier seit etwa zehn Monaten bestehendes Etablissement (Besitzer: Kallis), das sich eines sehr guten Zuspruchs von Europäern, und der besseren Kreise der Mohammedaner erfreut. Für die Zeit meines hiesigen Aufenthalts werde ich in diesem Lokal auch speisen und schon das gestrige Diner, das ich um etwa 7i/2 Uhr einnahm, hat mir bewiesen, daß ich in dieser Beziehung scheint's, sehr gut aufgehoben bin. Als ich gegen 9i/2 Uhr mein einige Häuser weiter liegendes Quartier aufsuchte, gab mir mein Wirt zur Führung, — hauptsächlich aber wohl zum Schutz — einen Soldaten mit auf den Weg. Auf den Straßen, besonders dem Soco chico, herrschte trotz der späten Stunde noch reges Leben und großer Lärm und Gedränge. Man wird es begreiflich finden, daß ich, obwohl mein „Schutzengel" neben mir herging, nrich dennoch nicht enthalten konnte, meinen bis dahin ruhig in seinem Etui steckenden Revolver zu entsichern und ihn, fertig zum Schuß, in die rechte Tasche meines Paletots zu plazieren. Glücklicherweise brauchte ich mich seiner nicht zu bedienen, und wohlbehalten erreichte ich mein Quartier, dem mein Begleiter erst den Rücken kehrte, als er, vor der Tür meines Zimmers stehend, dieses verschließen hörte. 10. Februar 1907. Heute vormittag gegen 11 Uhr unternahm ich einen kleinen Gang durch die Stadt. Tanger sfeiert schon heute seinen Karneval; er ist aber nicht besonders verlockend, denn es ist ziemlich regnerisches Wetter und die paar Masken, die sich ans dem Soco chico und dem Soco grande umhertreiben, sind das Anschauen nicht wert. Zudem werfen sie mit allem Möglichen um sich, u. a. mit den auch bei uns in Deutschland bekannten sogenannten „Fröschen", und daß die Europäer die Zielscheibe für solche „Aufmerksamkeiten" sind, ist selbstverständlich. Mich hat der Rummel nicht lange gefesselt. Ich besuchte einen Deutschen, Herrn M. Dieser hält die Unruhen, die zurzeit zwischen hier und Fez herrschen sollen, für nicht sehr bedeutend und glaubt auch nicht, daß es aus diesem Grunde nötig sei, die mir bevorstehende Reise via Larache (bis dahin per Dampfer und von da aus erst per Karawane) auszuführen, welche Route mir von Fez aus als die sicherere empfohlen wurde. Später schlenderte ich durch einige vorn! Karneval weniger in Mitleidenschaft gezogene Straßen, auf deren „Trottoirs" Marokkaner und auch eine große Anzahl Neger herumlagen, zum Teil schlafend, zum Teil auch bettelnd, und zwar letzteres, scheinbs, in verschiedenen Sprachen, denn ich hörte z. B. einen von solchen Menschen, in dessen Nähe ich (besonderes Interesse an den Auslagen eitles Ladens heuchelnd) horchend stehen blieb, in seiner — 512 — einförmigen Litanei anch das Wort „pauvrc" ansstoßen. Großenteils bedienen sich diese Leute, und auch solche, die lausch einend besseren Ständen angehören, als Ueberkleid eines Sackes, dessen einen Zipfel sie sich über den Kopf ziehen, während sie den anderen entweder abschneiden oder sonst die eine Läugsnaht auftrennen, um ihr Gesicht frei Ast bekommen; den übrigen Teil raffen sie dann, damit er nicht lose um sie herumhängt, mit der Hand zusamlnSM Gestern, als ich Gelegenheit hatte, zu bewundern, wie etwa 6-—8 Leute in einer Reihe in der eben geschilderten „Uum form" auf Lern „Trottoir" einer Straße lagen, alle den Rücken nach der Seite hin, von der ich gerade kam, hätte ich beinahe glauben können, es lägen da einige gefüllte Säcke, f)ätten mich nicht die daraus hervorschauenden söhwarzbraunen Beine, die nur mit Sandalen versehen, also unbestrnmpft waren, belehrt, daß Menschen darunter steckten. (Fortsetzung folgt.) * Wer hat das ^deutsche lenkbare Luftschiff gebaut? Die Auffahrt des deutschen Militär-Lustschiffes hat bekanntlich allgemein überrascht. Man ahnte von der Existenz eines derartigen Apparates gar nichts, lieber seinen Werdegang war nichts verlautbart worden. Und doch ist es keineswegs so geheimnisvoll entstanden, wie man wohl annimmt. In ziemlicher Oeffentlichkeit hat man an ihm in unmittelbarer Nähe von Berlin gebaut. In den neuen großen Werkstätten der Siemens- Schuckert-Werke in Nonnendamm ist es entstanden, dort sind die Versuche gemacht, und Ingenieure der genannten Gesellschaft, die Herren Basenach und Eberhardt, sind auch in hervorragender Weise an der Konstruktion beteiligt. Wir können natürlich auf Einzelheiten hier nicht näher eingehen, aber ein interessantes Detail darf verraten werden, daß der dem' Antrieb dienende Benzinmowr ursprünglich in einer französischen Fabrik bestellt war, dann aber, weil unzuverlässig, durch einen deutschen aus Gaggenau ersetzt wurde. * Liebesroman einer Komtesse- In der ung. Gemeinde Revfalu hat sich vor kurzem- ein Fall ereignet, der dem Liebesroman des Zigeuners! Riga Jancsis und der Prinzessin Chimäy in nichts nachstM. Eine Komtesse, der Sproß eines der ältesten ungarischen Adelsgeschlechter, hat sich in einen Bauernburschen verliebt und ist mit ihm aus dem Elternhause durchgebrannt. Das Kastell zu Revfalu wird seit einer Reihe von Jahren vom Grafen Julius Pongracz und seiner stmgsten Tochter, einem setzt 17 jährigen reizenden Mädchen, bewohnt- (Die ältere Tochter ist eine talentvolle Schrifh- stellerin- D. Red.) Bor kurzem kam der Sohu eines in der Nachbarschaft wohnenden Bauers in das Küflcll, wo er gerade vor den Fenstern der-Komtesse zu tun hatte- Tas Mädchen fand an dem schmucken, kräftigen Bauernburschen Gefallen, und trotz der strengen Aufsicht ihrer englischen Erzieherin gelang es der Kvmtesse, mit dem jungen Mann zusammenzutreffen. Eines Tages war dann das Schloßfräulein mit ihrem Liebhaber verschwunden- Einige-Wochen später erschienen jedoch die Liebenden wieder in Revsalu und quartierten sich im Hause des Bauern ein- Der Graf unternahm bereits mehrere Versuche, um seine Tochter zur Rückkehr zu bewegen, die Komtesse fühlt sich jedoch im Hause ihres Geliebten überglücklich und will vom Elternhause nichts im t wissen- Tie Familie beabsichtigt jetzt, die Komtesse gewaltsam von ihrem Geliebten zu entfernen und hofft, daß die junge Dame auf einer Reise im Auslände oder durch einen längeren Aufenthalt in einem — Sanatorium ihren Geliebten veraessen werde- t x Papietverbrauch der Zeitungen- Die 80000 Tageszeitungen der Welt, die in Millionen von 9hmrmern gedruckt werden, verbrauchen nach den Berechnungen eines französischen Statistikers alltäglich etiva 1000 Tonnen Holzteig, und da außerdem im Durchschnitt 200 Bücher täglich erscheinen, so beträgt der Jahresverbrauch für Druckpapier etwa 375000 Tonnen Papierbrei- Dabei ist aber das Schreibpapier, das Packpapier Usw. nicht berechnet- Um nun diese ungeheuere Menge Holzteig zu produzieren, müssen ganze Wälder niedergeschlagen werden- In jedem Jahre verschwinden so 1250 Millionen Kubikmeter Holz, die der geistigen Nahrung des Menschen dienen- Amerika hat dabei einen noch stärkeren Bedarf als Europa; cs braucht für sich 'allein 900 Millionen Kubikmeter Holz, wahrend Europa nur die übrig bleibenden 350^-Millionen verwendet- So verschwinden unter der unerbittlichen Axt ganze Wälder, unt sich in Papier zu verwandeln- ! * O, diese Fremdwörter! Die „Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins" schreibt: Es gibt keinen Platz unter der Sonne, der nicht von dem. Wirbel allgemeiner Umwandlungen ersaßt würde. Selbst die Stadt-- taglöhner in Pfullingen spüren das und empfinden das Bedürfnis, ihre äußere Lage den veränderten Zeitverhält-, nissen anzupassen. Sie stecken daher die Köpfe zusammen und der Gescheiteste von ihnen entwirft das Schriftstück an den hohen Stadtrat, in dem dieser — an eine solche Behörde muß man sich! gebildet ausdrücken — mit wohl-, gesetzten Worten um angemessene Reduzierung der Löhne gebeten wird. Und der Stadtrat von Pfullingen Ack ein Einsehen mit den guten Leuten und sagt ihnen: „Reduzierung eurer Löhne verlangt ihr, Regulierung meint ihr, und weil ihr das so hübsch ausgedrückt habt und auch sonst brave Leute seid, so wollen wir euch eine Ausbesserung gern gewähren." * Das Rhinozeros im Flieg en Papier. Ans Newhork schreibt man uns: Den Besuchern des Zoologischen Gartens in Newhork bot sich dieser Tage ein eigenartiger Anblick. ^Sie sahen das neu angekommene große Rhino-- zeros „Mogul" mit einer Lage Fliegenpapier bäeckt, was dem Tiere ein sehr sonderbares Aussehen verlieh. Da es den Wärtern bekannt war, daß sich Tiere dieser Gattung nur sehr schwer klimatisieren, wagten sie es nicht, „Mogul" die nötigen Bäder zu geben, um die kostbare Eriverbung vor Erkältungen zu schützen. Da das Tier aber furchtbar von Fliegen geplagt wurde, ergriffen sie den Ausweg, ihm eine Lage Fliegenpapier aufzulegen. Das half, und „Mogul" scheint über seinen neuen Schutzpanzer sehr erfreut zu sein. — Eine Broschüre, die gewiß viel Aussehen und viel- leieht noch mehr böses Blut machen wird und die sich „Moderne Sklaven" betitelt, schildert in „Sechs Kapiteln Schauspieler- elend von einem Clown" (Oesterheld u. Co., Berlin) die Miseren des Schauspielerstandes. Sie greift insbesondere den Vertrag Paragraph für Paragraph an, um in jedem Worte seine Ungerechtigkeit zu zeigen und darzutnn, in welcher Leibeigenschaft der moderne Schauspieler eigentlich noch lebt, und daß er nichts anderes sei, als der versklavte Ruit, welcher der Willkür des Direktor? unbarmherzig ansgelieiert sei. Intendanten und Direktoren werden mit ernsten Waffen angegriffen; die Wirkung der Deutschen Bühnen- genossenschast und das Bampyrtum der Theaterngenten wird bloß- gelegt; die Folgen der künstlerischen und wirtschaftlichen Konkurrenz der Bühnenkünstler iverden hervorgehoben und gegeißelt; die Kritik wird verdannnt, überflüssig und schädlich genannt; der Regisseur, welcher dem Darsteller gegenüber stets ein Autokrat sei, wird stark angegriffen; der Beiiall und Hervorruf wird verurteilt und abgeschafft, —kurz, in dieser Broschüre gibt es wohl kaum eine Institution oder Angelegenheit des Theaters, die nicht angegriffeit, verurteilt und verworfen würde. Man möchte jedem Menschen, den Talent und Neigung zur Bühne getrieben haben, Kondolenzbesuche machen, wenn man die Broschüre gelesen hat. Unsere Bergarbeiter und Kanalreiniger haben es ja gewiß nicht schön, ober' der deutsche Schauspieler ist noch um einige Grade jchlinnner brau. Das Leben wird ihm nach allen Regeln der Kunst verekelt. Seine tägliche künstlerische Arbeit ist der Nachwelt gänzlich verloren und die Gegenwart brutalisiert ihn und beschneidet ihm die selbstverständlichsten Menschenrechte. Ein angefügtes Kapitel „Abhülfe" gibt einige Anhaltspunkte, wie der Verfasser sich die Befreiung des Schauspielers aus dem Sklavenjoch denkt. Der anonyme Autor, welcher selbst vom Fach ist, glaubt, daß die Misere sich abwenden ließe, wenn erstens der Staat besondere schützende Gesetze erlassen würde, so wie es zum Schutze der Dienstboten und Tagelöhner Gesetze und Gewerbegerichte gibt, und wenn zweitens eine gründliche Organisation sämtlicher Schauspieler so eine Art Künstler- gerichtskäminer ins Leben rufen würde, die sich aller Angelegenheiten des Schauspielervöikchens amtähme. Schlimme Erfahrungen und Bitterkeit haben diese heftige Broschüre diktiert, aber man kann nicht leugnen, daß sie auch manches enthält, was wirklich eine scharfe Kritik verdient und daß sie an Krebsschäden greift, deren Heilung für den ganzen Schauspielerstand ein Glück bedeuten tvürde. Stamrulmchverse imd Sprüche. Man nennt das Leben einen Traum, Dieweil's vergeht wie eitel Schaum; Doch Keiner glaub', daß er gelebt, Ter nur geträumt und nicht gestrebt. L a n g. Trotz aller unserer Wanderungen ist das Glück stets nur in einem engen Kreise und mitten unter Gegenständen zu finden, welche in unserem uninittelbaren Bereiche liegen. Bulwer. $ Die Erinnerung reinen Glückes bleibt so schön wie Gegenwart. ______________ ____________________________________________________ Sch esse l. Metzens