ZW W M WUMM V',? »-WiMchO tim1 >z./4XI« Ä Mni 1 SC3l|i|yRjk.4^--i-;W/5 Samstag deu 29- Juni M° 94 GE - vollem Glanz Wollen doch Himmel, daß Md Sollen da miteinander! ausgefochteu hatten. Sollen endlich gesiegt hatte, bfl murmelte das rwch leise: r , „Ich habe Mich ja beschieden, aber gebe der er nicht die rote Freda nimMt . . ." 3. Kapitel. Junken unter der ZsHe. Roman von M. Proßnitz (M. Nörenberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt. lFortsetzung.f . , . „ Genau in dem Msaße, in dem sich Dagmars Erregung allmählich zu legen begann, ebbte auch alles das ab, was sieaus dem Blick Uchdvrfs heraus gelesen zu haben glaubte. war das alles doch nur ein Spiel ihrer Phantasie gewesen. Denn was berechtigte sie ernstlich zu der gegenteiligen Aunahme? Er war zu ihr gestau fo gleichmäßig höflich gleichgültig freundlich gewesen wie zu allcir anderen Tanten, ausgenommeir zu der Tas herzogliche Theater erstrahlte laugst tit seiner vielen elektrischen Flammen, gls Dagmar an Veltlingens Arm kurz vor Beginn des ersten Aktes die kleine Loge betrat, die unmittelbar neben der Hosloge liegend, schon seit Jahren tut BM des K«lxrm wchr. Boll ruhiger Anmut erwiderte Tagmar die viele» Grüße, welche ihr besonders vonder ihr ge- geuüber liegenden Seite zuflogen, wo die Ulanen ihre ständigen I „Wundervoll," gab der einsilbig zurück, während feine Blicke . gleichgültig die Hofloge streiften. Er ärgerte sich, überhaupt ms I Theater gegangen zu feilt. Als wenn er Mcht tawcndinal b I lmalicker und ungestörter in seiner gemutücyen Bude gesefse» I hätte ! Hier sah er, ob er wollte oder nicht, beständig Beltlmgens -tä | gelbliches Gesicht, der fortwährend Mit zärtlicher Verliebtheit » |ie au§i I auf Tagmar einsprach, die ihm kühl höflich zuhörte. Unablässig Vielleicht I bewegte sie dabei, wie von innerer Unruhe getrieben, den großen Vielleicht dtraußenfächer auf und nieder. Von Ze t zu Znt nberfMÄ ein mattes, scheinbar interessiertes Lackeln ihr auffallend blass' Antlitz. Tann durchzuckte es Uchdorf ledesmal wie ein eleh». sein. _ Ein Schauer überrjan Dagmar. 'v „ _ LL. „ „Heute in acht Wochen bin ich schon Veltlingens Gattin. Aufschluchzend sank sie auf die Chaiselongue, ihr Gesicht iN den weickM Kissen vergrabend. Wie lange sie so gelegen, wußte sie nicht. Und was ihr Herz dort an heißen Bitten nach oben gesandt, an ernsten Gelübden getan, das hörte außer ihr nur noch der Lenker aller Schicksale. Als sie sich endlich bleich und gefaßt erhob, da hatte sie ihn ausgerungen, den zweiten heiße» Kampf ihres Lebens. Tta lvar das Herz besiegt durch den eisernen Willen, der da gebieterisch sprach: „Du mußt es sein „m Treuen fest" — denn Veltlingen traut deinem Wort! — Es war ein bitterer, heißer Strauß gewesen, den Wollen ■ ' " " Und als das Ihr Herz krampfte sich zusammen. Nem, und wenn sie tausendmal Veltlingen geschworen hätte „tit Treuen fest , der gönnte sie ihn nicht. Davor zitterte ihr Herz, der gönnte sw ihn nun und nimmer! ' , ~ , r. Schwindelnd griff Tag Mar sich an die etint. Sie glaubte plötzlich die Mattblauen Augen Fredines auf sich gerichtet zu selten, ihre helle, etwas scharfe Stimme zu Horen, wie fee Mit unverhohlenem Spott sagte: , „Was wollen Sie, meine Teure? Es gibt feilten Glücklicheren kts meinen Achatz! W-eM ich meine weißen, weichen Arme um ihn schlinge, dann schwärt er, der seligste Mensch auf Erden zu Plätze hatten. „ , „ m „Süperbe Erscheinung," murmelte Sprenger tit Heller Begeisterung, „finden Sie nicht, Uchdorf?" M A«techM«MMM MßtmrAnMrOeM-AitMtr). »W Unwillig richtete er endlich den Kopf empor. Ah bah, was nutzte es -darüber noch ferner nachzusinnen? Ihre heißen Gefühle waren offenbar längst verglüht! Nun, er wurde mit seinen Empfindungen auch bald fertig werden. Aber sonderbar war eS eigentlich doch, daß die alte Leidenschaft bei rchn noch einmal so hell aufflackerte. Er hatte sie längst für erloschen gehalten. Aüfmertsam, immer mit dem gleichen ruhigen Lächeln schien Tagmar den Vorgängen auf der Bührw zu folgen. Keine lNiene ibres blassen Gesichtes verriet, daß sie das aufdringliche Spiele» L Lafftnger nach Veltlingens Loge die Metteii Blicke, welche sie dem Kämmerherrn zuwarf, überhaupt bemerkte. „Ter Meine ist alt und sehr reich, Aber dennoch spricht er von Ehe . . . ktona es mitten in ihr Singen. Es wär ein wunderlicher Blick/ Mt dem Tagmar ihren Verlobten, streifte. Fester zog sie Umhang um ihre Schultem, Ms fröstele sie. -sofort blickte Belt-! lingen auf. , , ei? schüttelt?'fchweigend Mn Kopf und hätte doch ani liebstm aufgefchrieen: „Ja, mich friert, friert bis ans Herz. UnwilM kürlich zog sie von neuem den Federkragen zusammen, und wstder tmf sie Veltlingens besorgter Blick. Da faltete sie uw- i geduldig die Augenbrauen ... i Und auf eimstal hatte sie das Empfinde», daß sw von drüben scharf beobachtet würde. Sie sah empor und stewahrte voll Erstaunen, dsaß Sprenger sie -ernsthaft ansah. Unter peinlichem! Erröten schlug sie die Augen nieder. Hatte er den Borgäng zwischen 'M,und ^ckMugen ^merkt? Mochte er doch! Was ging ihn, wsas glng mideve das nbeihaupt an? Mit einer stolzen Bewegung richtete sw das .paupt empor, das alte, ruhige Lächeln auf denk schone» Antlitz. ' -ihm Rückkehr aus dem Jo her die hohen Herrschaften ifKt«ÄÄ S,» bic er lebhaft während der Zeit vor Beginn des vierten Altes unterhielt seM zur Befriedigung des Kammerherrn, Mr mit sckwckit verluhltem Stolz der Utiterredung folgte. Er stmÄ hinter dem Sessel seiner Brant utid spr-ach halblaut mit Fra» von Borgwardt, wäs die LindströM seM mißfällig auszuueMnM schien Uebellauing saß sw neben deM schweigsamen Achutantc»^ zur heimliche» Belustigung des Grafe» Rehnc», Mr es M als das Stück zu Ende war, nicht versagen konnte, der schöne« — 374 — Fredine sein Befremden über ihre zurückhaltende Miene puszu- sprechen. „Was jaegrierte Sie denn vorhin so sehr, Gräfin?" Tie Angeredete schlug ihre mattblauen Augen studiert langsam zu ihm empor: „Ich wußte gar nicht, daß Sie ein so scharfer Beobachter sind," meinte sie mit dem unschuldigsten Gesicht. „Ich ärgerte mich allerdings in dem Augenblick über einige —" sie zögerte leicht — „Antworten, welche Baroneß Rolfsen Seiner Hoheit gab, die nach meiner Ansicht weit über das sonst iibliche Maß hinausgingen. Das war gelinde gesagt — kokett." Ei, ei, teure Fred«, dir scheint das Sprichwort nicht unbekannt zu sein: „Der Ton macht die Musik." Schade, daß der Graf grade heute wieder mit seiner Schwerhörigkeit äit kämpfen hat! Tenn warum legte er sonst die Hand an das Ohr und trompetete mit unheimlicher Deutlichkeit höchst Ungeniert: „Pardon, Gräfin, ich verstehe nicht. Sie sind kokett?" und das just in dem Augenblick, wo Dagmar neben ihr steht, um sich von den hohen Herrschaften zu verabschieden. — Fredine Wurde vor Zorn und Schreck so rot, wie es trotz der reichlich angewandten Toilettenmittelchen irgend ging. „Aber Graf, das glauben Sie doch hoffentlich selber nicht!" „Nein," beteuerte der voll ehrlicher Ueberzeugung, aber er sah dabei zu Tjagmar hin, auf welche Ina lebhaft einsprach. Fragend blickte die Baroneß ihren Verlobten an. „Soll ich, Magnus?" ' „Warum nicht, liebes Herz? Mer natürlich nur, wenn es dir nicht zu viel wird/" „Was soll Ihrem' Fräulein Braut zu viel werden?"" mischte sich Freda in die Unterhaltung, froh, von dem Grafen fort zu kommen. „Tas Reiten, Gräfin. Komtesse Rehnen bat sie, das nächstemal doch etwas früher in die Bjahn zu kommen, um vorher noch einige Touren durchzuüben."" „Eine reizende Idee von der Kvmtesse," erklärte die Hofdame begeistert. „Hoffentlich kommen di« Herrschaften aber nicht allzu früh, Herr von Uchdorf wollte meine Maud auch vorher reiten,"" behauptete sie kecklich: ihr lauernder Blick fuhr dabei zu Dagmar hin, deren Gesicht das ruhige freundliche Lächeln beibehielt. Hätte Fredine gewußt, welche Anstrengung das die Verhaßte kostete ! So sah sie nur, wie Tjagmar leicht die Hand auf den Arm ihres Verlobten legte: „Wollen wir jetzt fahren, Magnus?"" „Wie du wünschest, mein Herz,"" beeilte sich der Kammerherr zu versichern. Ms er mit seiner Brant die Treppe hinabschritt, bildeten die Ulanen scherzend Spalier. Grüßend ging Dagmar am Arm ihres Verlobten hindurch. Als sie an der Stelle vorbeikam', wo Uchdorf stand, lachte sie grade leise auf. Sie sah Beltliugen freundlich an. „Liebster Magnus . . ."" Weiter konnte der Rittmeister nichts verstehen. Ihm genügte auch völlig. Still, ohne sich von den Kameraden zu ver- abschieden, schlug er den Mantelkragen hoch und eilte nach Hause O, wie ihm das in den Ohren gellte: „Liebster Magnus . . ."" 4. Kapitel. Seit geraumer Zeit erstrahlten bereits im hellen Schein der elektrische:: K'erzen die Räume, welche die Herzogin-Mutter be- I wohnte, die ganz gegen ihre Gewohnheit zu dem heutigen Tee- I abend eine verblüffend hohe Zahl von Einladungen gewünscht hatte. Während sonst zu diesen intimen Zirkeln höchstens vier bis sechs Personen besohlen wurden, waren diesmal mehr als die doppelte Anzahl von Gästen in den rühmlichst bekannten Gemächern versammelt. Dagmar, welche heute Dienst tat, hatte anfänglich genug zu wrgen, die einzelnen Gruppen so zu plazieren, daß ein wenig Leben in die Gesellschaft kam. Umsomehr, als sich die Gräfin Lmdström auch nicht, die leiseste Mühe gab, die Gäste zu unterhalten, eine Arbeit, in der sich die Hofdamen sonst in stillschweigendem Einvernehmen gegenseitig unterstützten. , ^Us ging sie die ganze Sache nichts an, so saß sie bequem' in Msterstnhl zurückgelehnt, und ließ ihre Mattblauen Augen unauNallig^m das Spielzimmer schweifen, wo sich die Herzogin m:t tfyrem sohn, dem Kammerherren und dem neuen Kommandeur k etl. ®utt.1 WM niedergelassen hatte. Ter K'ammerherr hie Starten e™er ehrfurchtsvollen Verbeugung Ihrer Hoheit ing über das Gjesicht dep Beobachtenden, u Dagmar hin. Ein sonderbares Paar i ! Veltlingeu, der allezeit geschniegelte I fünf grade sein ließ, galt es, damit | Ein spöttisches Lächelst g TMn glitten ihre Augen z würdet: die beiden abgeben Hofmann, der seelenruhig Seiner Hoheit einen Gefallen zu tun, und Täg'mär, die per- somflzierte, ruhigstolze Zurückhaltung, die sich trotz des jahrelangen Hoflebens einen erstaunlichen Idealismus! bewahrt hatte' Unwillkürlich lachte Fredine leise auf. Nun, allzu lange tvürde der nicht mehr vorhalten, soviel glaubte sie Beltliugen auch zu kennen. Ein böser Zug glitt über ihr Gesicht. Pah ihr wars recht. Sie gönnte Dagmar die Enttänschung von ganzem Herzen. Die Enttänschung und den Aerger, den sie der lieben Kollegin noch zu bereiten gedachte. Ob Beltliugen dadurch noch andern Sinnes wurde? Ueber- legend blickte sie zu ihm hin, der grade mit verstohlener Zärtlichkeit zu Dagmar herübernickte. Aergerlich klappte die Gräfin den Fächer zusammen. Nun, wenn der Kammerherr durchaus nicht von seiner geliebten Tagistar lassen wollte, so sollte diese es wenigstens lernen, was es hieß, sich den Zorn ihrer Kollegin zuzuziehen. Fredine lächelte höhnisch. Noch war nicht aller Tage Abend und auf jeden Fall würde sie die Karten so zu mischen versuche::, wie, es für sie selber am Vorteilhastesten war. Wer nichts zu verlieren hat, kann beim Hazard nur gewinnen! Energisch richtete sie ihre zierliche Gestalt im Sessel empor und wandte sich an Frau von Fink. O, sie unterschätzte keineswegs den Vorzug neuer Freunde, obendrein war die Tpme die Gattin „seines"" Kommandeurs ! Frau von Fink wär von der liebenswürdigen, entgegenkommenden Art der Gräfin, die allerdings in kräftigstem Gegensatz zu Dagmars zurückhaltendem Wesen stand, bald völlig bezaubert. Geschickt veranlaßte Fredine die Kvmnrandeuse, den Rittmeister von Uchdorf herauzuwinken, der zu Fredas heimlichem Aerger bisher stets in Tagmlars Nähe gesessen hatte, freilich ohne mit ihr zu sprechen. Ungeduldig glitt fein Blick jetzt in das Spielzimmer. Erhoben sich die hohen Herrschaften denn noch immer nicht zu dem üblichen Imbiß, der dann zugleich das Zeichen für ein baldiges Aufbrechen war? Herr des Himmels! Dieser Mend gehörte so ziemlich zu den verlorensten seines Lebens. Seit die Hoheiten sich im Spielzimmer niedergelassen hatten, saßen hier alle so fest und unverrückbar auf ihren Plätzen, welche Dagmar ihnen mit ihrer! kühlhöflichen Freundlichkeit angewiesen hatte, als ob sie angeleimt wären. Natürlich mußte er auch da bleiben, wo er einmal saß, nämlich zwischen dem Grafen und der Gräfin Rehnen. Ah, es war höchst erbaulich gewesen, mit welcher Ausdauer die Gräfin Dagmsars landwirtschaftliche Kenntnisse zn erweitern suchte! Eigentlich hatte er die Baronesse bewundert, wie ruhig und aufmerksam sie anscheinend den Bemerkungen der Gräfin folgte. Daß sie trotzdem noch Zeit fand, ein verstohlenes Nicken des Kammerherrn ebenso heimlich zurückzugeben! Was die Liebe nicht alles fertig bringt! Ein spöttisches Lächeln war über fein Gesicht gegangen, und doch fühlte er zu seiner Verwunderung nicht mehr jene leidenschaftliche Empörung, die ihn sonst gepackt hatte, wenn er an Tagmars Vereinigung mit Veltlingen dachte. Hatte er endlich sein unruhiges Herz bezwungen? Gönnte er ihr nunmehr neidlos alles Glück der Erde an der Seite eines — anderen? Er hob mit befreitem Aufatmen den Kopf. Sicherlich! Wenn sie es nur da fand, wo sie es suchte! . . . Tas totxr der Wunsch, den seine Freundschaft für sie hegte. —■ Da hatte Frau von Fink ihn gerufen und bald darauf traten die Herrschaften wieder zu den Gästen. Unauffällig hatte sich Fredine in die Nähe her; Tür, neben Uchdorf, zu stellen gewußt. Redete Seine Hoheit sie nicht au, so konute sie sich doch wenigstens! mit dem Rittmeister unterhalten. Mit raschen Schritten ging der Herzog jetzt auf Tagmär zu. „Ich höre eben, Baroneß, daß Sie, den ungeduldigen Bitten Beltlingens nachgebend, schon in kurzer Zeit heiraten wollen?" „Allerdings, Eure Hoheit"", gab die Gefragte ruhig zurück,; aber sie konnte es nicht hindern, daß eine tiefe Röte sich dabei über ihr Gesicht breitete. Verlegen neigte sie ein wenig das Haupt. Ter Herzog sah sie mit unverhohlener Bewunderung an. Wie gut diese holde Verwirrung sie kleidete. Der Beltliugen war wirklich ein unglaublicher Glückspilz! „Ich freue mich recht über die Nachricht,"" fuhr der hohp Herr heiter fort, während seine klugen Augen über die gespannten! Gesichter der andern glitten, „und zwar aus einem ganz besonders eigennützigen Grunde. Ich hoffe nun feine Fehlbitte zn tun, wenn ich im Mai Anfragen werde, ob ich in Veltlingen den mir schon so oft angebotenen Rehbock schießen kann. Sonst hätte ich das nämlich nicht gewagt, aus Furcht, die Flitterwochen zu stören,"" vollendete er mit leichtern Lächeln. 375 — durch den internationalen Gebrauch festgelegt: von 5 Pfennigen in (grün, 10 Pfennigen in in rot, 20 Pfennigen in blau ufto. Wir bitten aber, den Farbenton auf jedem Entwurf erhöhen. , . 2. Das Format der Briefmarken dürfte am bestei: dem der jetzigen deutschen Reichsmarken gleichen. .Da diese aus technischen Gründen mittels Linicn-Küpferstichs hergcstellt werden, so bitten wir, die Entwürfe einzurcichen entweder als lineare Zetchnungen oder als ausgeführte Linienkupferstiche, womöglich in fünffacher linearer Vergrößerung und unter Beigabe einer Photographie in Originalgröße der Marken. Der Entlrmrf kann entweder eine Umarbeitung der eingeführten Marke oder eine neue Erfindung sein. Die Druckfarben der verschiedenen Werte sind im allgemeinen ........ Marken im Werte Die Gräfin Lindstrom' kicherte leise auf. Dägmäv streifte sie mit einem verwunderten Blick, ehe sie liebenswürdig entgegnete: , „Hoheit werden selbst wissen, daß ein solcher Besuch uns nie stören, wohl aber stets beglücken würde!" Tie matten Augen des Kammerherrn leuchteten befriedigt auf, als er die Antwort seiner Braut vernahm. Ilh, er hatte sich nicht in ihrer Gewandtheit getäuscht! „Wir dürfen also ernstlich auf den Vorzug rechnen, Eure Hoheit während der Rehpürsche bei uns zu sehen?" bat Dagmar jetzt. _ „Da Sie dann schon über ein Vierteljahr verheiratet sein werden, Baroneß, ja. Tie Flitterwochen hätte ich allerdings wirklich nicht zu stören gewagt!" I Er lachte und sah Vcltlingen an. Ter verbeugte sich geschmeichelt. : । i Ta traten die 'Diener mit den Erfrischungen herein, und die Unterhaltung wurde allgemein. Doch wahrend Dagmar geduldig die Artigkeiten des Majors von Fink über sich ergehen ließ, sah sie immer wieder zu der Gräfin Lindstrüm hin, die sich Mit blitzenden Augen auf das Lebhafteste mit Uchdorf unterhielt. (Fortsetzung folgt.) Sportwahttsirm und Mordsport. .Unter dieser Spitzmarke schreibt W. v. Heidenberg in der „Allgemeinen Rundschau": . Die Turniere waren ein ritterliches Vergnügen und die Pferderennen sind es auch heute noch. Was nns aber die Technik der Neuzeit an Sportwesen gebracht hat,'muß jedem Menschen von Gefühl und Geschmack den Ekel zum Halse treiben. Die widerwärtigsten Augenblicke meines Lebens verbrachte ich bei einem 72 Stunden-Renncn. Ich war allerdings nur eine Stunde dabei, hatte aber genug davon, übergenug! Ich sah sie da strampeln und zappeln, die katzenbuckligen Radfexe, Schaum auf den blaugeschwollenen Lippen, den Idiotismus in den stieren Augen. Und ringsherum auf den Tribünen eine johlende, gröhlende Menge, die auf die halbverrückten Tretmenschen wettet und die in ein Wutgeheul ausbricht, wenn ihr Favorit an einer scharfen Kurve aus dem Sattel fliegt und mit dem Schädel auf die Zementbahn knatscht. Und unmittelbar hinter mir eine Schar junger Damen, die in Momenten der Entscheidnng paroxistisch gestikuliert, vor Aufregung kreischt, und sich die Schenkel schlägt, daß es knallt. Den Anblick hielt ich nicht aus, ich ging davon und schämte mich dieser Menschheit, die, wie einst im Weltsumpf Rom, ihr höchstes Vergnügen in bestialischer Roheit findet. Eine ganze Anzahl der Radfahrer wurden nach diesem Rennen todkrank aus der Bahn getragen und mehrere wanderten ins Irrenhaus. Der Mordsport des Automobilismus ist aber noch empörender, weil er das Leben anderer gefährdet. Wenn sich die Stinkwagen- matadorcn bloß ihre eigenen Hälse brächen, schadete es vielleicht nichts. Sie wirken aber auch insofern gemeingefährlich, als sie durch den Anblick ihrer Sportexzefse das Volk an eine .Roheit gewöhnen, die schließlich in brutalen Verbrechen gegen Leib und Leben explodiert. Sie tragen die Sitten des Amerikanismus in weite Kreise und die Anschauung, daß animalischer Mut der Beweis vou Tapferkeit sei. Nicht eine einzige geistige Kraft wird durch den Automobilsport gehoben. Es handelt sich nur um die durch einen Handdruck bewirkte Lenkung einer toten, willenlosen Maschine und nicht, wie beim Pferde, um die Beherrschung ciite» lebenden Wesens, dessen Bändigung schärfste Beobachtungsgabe unb große geistige Energie erfordert, wenn man ein wirklicher Reiter sein will. Nichts sicht solch ein vom Schnelligkeitswahnsinn Besessener von den ihn umgebenden Schönheiten der Natur, alles ist ihm gleichgültig außer dem Rekord, und die ihm durch die Technik gegebenen unbcgrenztett Möglichkeiten versetzen ihn schließlich in einen Zustand, der ihn jede Rücksicht auf die übrige Menschheit außer acht zu lassen und der Wollust des die Schranken von Raum und Zeit durchbrechenden Nebermenschen alles zu opfern verleitet. „ Nur so ist es psychologisch zu erklären, daß auch die letzte Herkomerfahrt über Blut und Leichen ging. Wir wollen die Verletzten und Toten nicht aufzählen, sondern nur ertvähnen, daß nach der Autonwbilstatistik,. die die Regierung kürzlich ausgenommen hat? bei 673 Unfällen Personenverletzungen eintraten, bei.630 Personettverletzungen und zugleich Sachbeschädigungen; 51 Personen wurden getötet und 1519 mehr oder minder schwer letzt. Der Sachschaden belief sich auf ungefähr 317 320 .Mk., doch war in 99 Fällen die Feststellung unmöglich. Da kann man wirklich von einem Schlachtfelde des Auto sprechen. Unsere medizinische Wissenschaft ist seit Jahren eifrig bemüht, Krankheiten zu bekämpfen und die Sterblichkeit der Menschen zu verringern, im gewerblichen Leben wird mit dankenswertester Sorgfalt daran gearbeitet, daß die Zahl der Unfälle herabgemindert werde. Man hat eben das Menschenleben höher zu schätzen gelernt als früher. So sollte man wenigstens meinen. „Aber daß ein Automobil", sagt das „Berliner Tageblatt", „diea S,ar,^.a6e unsicherer macht als je ein Strauchritter, das wird als Fügung des Schicksals hingenommcn. Da heißt es: Ja, Bauer, das ist etwas anderes! Dieser neueste Sport der oberen Zehntausend hat eben mächtige, sehr mächtige Gönner. Er ist hoffähig. Da wandelt sich denn die schnurrigbärtige Miene des Gendarmen zu vollendeter Liebenswürdigkeit." Drastischer kann matt unsere Zustände nicht schildern. Es wird so weit kommen, daß das Volk zur Selbsthilfe greift, wie dies in Belgien geschehen tst. Da wurde die Brutalität mit Stacheldraht, Nägeln und Flintenschüssen bekämpft, und mancher Automobilist blieb auf der Strecke liegen. Schließlich sah sich die Regierung itt diesem „Lande der Freiheit" zu strengen Abwehrmaßregeln genötigt: hohe Geldstrafen, Kerkerhaft, das Verbot, je wieder ein Automobil zu benützen, höchster Schadenersatz und evetttuelle Landesverweisung haben dem Mord- fport in Belgien ein Eitde gemacht. Aber in dem frommen Lande, in dem es sonst Strafmandate für jeden Quark regnet, kömten die Automobilstrauchritter ihr Unwesen weiter treiben. Es darf aber nicht mehr so weiter gehen, sonst müßte nächstens die Browningpistole den Sicherheitsdienst übernehmen, der der deutschen Polizei obliegt. Die öffentlichen Wege sind für den allgemeinen Verkehr da, für Fußgänger ebensogut !vie für allerlei Fuhrwerk. Kraftwagen, die die Sicherheit, auf welche die Bevölkerung wohlbegründcten Anspruch hat, gefährden, gehören deshalb eben nicht aus die Landstraße. Mögen sich doch die reichen Automobilbcsitzer samt il-ren mächtigen Gönnern besondere Renn- straßen bauen! Tie Behörden haben übrigens das Recht nicht, die öffentlichett Straßen bei Automobilrenncn zu sperren! Die Straßen sind nicht für Sportaffen da, sondern für das Volk, das auf ihnen seinem Tagwerk nachgeht. Hoffentlich aber begreifen die hohen Herren, die es angeht, daß sich diese Frage mit kühl-vornehmer Gelassenheit nicht erledigen läßt. Die Automobilstatistik wie die Unfälle bei der tzerkomer- fahrt bieten eine völlig genügende Grundlage zu einem gesetzgeberischen Vergehen gegen den Mißbrauch der heute den Autom- bilen gewährten Verkehrsfreiheit. Preisausschreihen für reichsdeukfche Münze« und Briefmarke«. Der „Dürerbund" macht int „Kunstwort" das folgende Preisausschreiben bekannt: Es gibt keinen Gcgeitstand öffentlicher Kunst, der auch nur annähernd in gleichem Mäße milliardenfach hergestelltes All- gemcingtit wäre, wie die Briefmarken und die Münzen. Sie kommen täglich, fast darf man sagen: in jede Hand. Und während die Münze ihren Umlauf im wesentlichen immerhin mtf das Reich beschränkt, wandert die Briefmarke außerdem noch zu Millionen in alle Welt. Die Augen des ganzen eigenen Volkes üben ihren Geschmack, ohne sich dessen bewußt zu werben, tagtäglich an Münzen und Marken, für- das Ausland aber bildet den ersten und nächst- liegenden Anhalt zur Beurteilung der künstlerischen Kultur eines fremden Landes seine Briefmarke. Wie viele Länder haben trotzdem schönere Briefmarken als unser Vaterland! Und wie viel schöner sind z. B. die französischen Münzen als die unscrtt! Aber trotzdent ist noch nie der Versuch gemacht worden, unsere Künstler zu dem Wettbewerb attfzurufen: zeigt, wie unsere Münzen und Markett sein könnten! Der Dürerbund macht jetzt diesett Versuch. Da er nicht zu den gesetzgebenden Mächten gehört, kamt sich's natürlich nur darum handeln, Entwürfe zu gewinnen, die Vorschläge bedeuten. Sollen diese Vorschläge recht viele Möglichkeit zeigen, so müssen die Künstler so viel Freiheit haben, tote sich mit der Aufgabe nur vereiniget: läßt. Sollen die Entwürfe wirklich branchbar fein, so müssen anderseits die gesetzlichen Bestimmungert und die praktischen Herstellungsbedingungen der Marken und Münzen int Auge behalten werden, die nicht ohne große Schwierigkeiten zu ändern sind. .Aus diesett Erwägungen heraus haben wir nns auf die folgenden Bestimmungen geeinigt: , • 1. Der Dürerbund stellt für Preise dreitausend und fünfhundert Mark zur Verfügung. Itt tote viel und tote hohe einzelne Preise diese Summe geteilt werden soll, das zu entscheiden steht je nach den Eingängen den Preisrichtertt zu. Die Summe von 3500 Mark muß verteilt »erben, das Zurückbehaltett eines Teils davon ist unter keinen Umständen zulässig. Im Gegenteil: der Dürerbuttd behält sich vor, bei besonders günstigem Ausfall des Wettbewerbes auf Antrag der Preisrichter jette Summe ttoch zu — 876 — änzugebert, falls nicht schon der ganze Entwurf im Farbenton gezeichnet oder gedruckt ist. Auch Vorschläge zu andern Farben und zu mehrfarbigem Drucke sind indessen nicht ausgeschlossen. 3 Für die Münzen erbitten wir plastische Entwürfe (Vorder- und Rückseite) nicht über 10 Zentimeter Durchmesser und womöglich unter Beifügung von Photographien in der Größe der Originale. Es können nach Wahl des Künstlers Vorschläge für jede Münzart tzingereicht werden. Besonders geeignet erscheint uns das Mark-, -Kas 5 Mark- und als Scheidemünze das 10 Pfennig-Stück. 4. Das Preisrichteramt wird von vier bis fünf Vertreter» der Künstlerschaft, vier Vertretern der Kunstwissenschaft und zwei Vertretern des Dürerbundes ausgeübt werden. Als Vertreter der Künstlerschaft haben wir ersucht die Herren: Geheimrat Prof. Robert Diez, Dresden, Prof. Dr. Max Klinger, Leipzig, Prof. Bruno Paul, Berlin, Prof. Schultze-Naumburg, Saaleck und Prof. Georg Wrba, Berlin. Die Vertretung der Kunstwissenschaft haben bereits übernommen: Direktor Prof. Dr. Jessen, Berlin, Direktor Bros. Dr. Lehrs, Berlin, Direktor Prof. Dr. Lichtwark, Ham- mirg, Direktor Prof. Dr. Seliger, Leipzig. Den Dürerbund vertreten im Preisgericht: Ferdinand Avenarius und Prof. Dr. Paul Schumann.*) . , 5. Die Entwürfe sind bis zum 1. November emzusenden an beit Sächsischen Kunstverein, Dresden-A., Brühlsche Terrasse, mit der Bezeichnung „Zum Wettbewerbe des Dürerbundes". Es bleibt den Künstlern freigestellt, ihren Namen zu nennen, oder dem Entwurf in der sonst üblichen Weise ein Kennwort beizugeben Und den Namen in gleichbezeichnetem verschlossenen Briefum- Maa mitzuteilen. 6. Die Entwürfe bleiben Eigentum der Künstler. Sie stehen Uber auf Wunsch dem Dürerbunde von der Preisverteilung ab ein Jahr lang zum Ausstellen zur Verfügung. Auch ist der Dürerbund berechtigt, die Entwürfe ftir agitatorische Zwecke usw. abzubilden. Dresden-Blasewitz, Ende Mai 1907. Der Arbeitsausschuß des Dürerbundes Ferdinand Avenarius, Vorsitzender Professor Dr. Paul Schumann, 1. Schriftführer. *) Das Preisgericht setzt sich natürlich nur deshalb ausschließlich aus Männern zusammen, die in Norddeutschland wohnen, weil es an einem bestimmten Tage in Norddmtschland zusammentreten muß. __ VsPsMch-LeK. * Ein Hellseher. Ein Berliner Jurist erzählt dem „B. T." von einer Zusammenkunft mit einem Professor Bert Reese aus Manhattan. Reese weilte für kurze Zeit auf der Durchreise in Berlin und hatte in einem der ersten Berliner Hotels Wohnung genommen. Was der Gewährsmann des genannten Blattes schreibt, steht in offenbarem Widerspruch zu unserer wissenschaftlichen Erkenntnis, darf aber wohl trotzdem, da man es hier augenscheinlich mit einem ehrlich gemeinten und daher ernst zu nehmenden Berichte zu tun hat, auf das allgemeine Interesse Anspruch erheben. Der Einsender schreibt: „Ich befand mich gestern abend mit Professor Reese allem in einem Zimnier. Er sagte mir, ich sollte auf einen Zettel den Namen meiner Mutter, auf einen den meines ersten Lehrers schreiben, und auf vier anderen Fragen stellen, auf die ich eine Antwort wünsche. Dann ging Professor Reese aus der Stube und ließ mich allein. Ich verschloß die Stube und schrieb, wie mir geheißen. Dann faltete ich den Zettel mehrmals zusammen und steckte jeden in eine andere Tasche meines Gewandes. Dann rief ich Professor Reese herein, der sich inzwischen in einer weit entlegenen Stube des Hotels aufgehalten hatte. ^Professor Reese schrieb dann mit hebräischen Buchstaben auf einen Zettel zwei Sätze, hieß mich aufs Geratewohl drei von den Buchstaben ausstreichen, ließ sich von mir die Hand auf seine Stirn legen und sagte dann: Ihr erster Lehrer hieß Milan Kobali. Das stimmte. Dieser Lehrer lehrte mich vor achtzehn Jahren in einer südungarischen Provinzstadt das Alphabet und ist nun schon seit fünfzehn Jahren tot. Professor Reese sagte mir auch, in welcher meiner Taschen der Zettel mit dem Namen des Lehrers steckte. Und auch das stimmte. Er nannte mir den Namen meiner Mutter richtig. Ja, er nannte mir den Kosenamen, den ich einer Dame zu geben pflegte, einen Kosenamen, der in einem Drlama Gerhart Hauptmanns vorkommt, und den ich überdies noch in einer Verstümmelung anwendete, so daß er den bizarrsten Klang hatte, den ein menschliches Ohr je vernommen. Und Professor Reese nannte den Namen ■ in dieser sonderbaren Form. Jedesmal nachdem er erraten hatte, sagte er auch, in welcher meiner Taschen sich der betreffende Zettel befinde, und es stimmte- Professor Reese erzählte mir Ereignisse aus meiner Vergangenheit, deren Kenntnis ihm normalerweise so verschlossen sein mußte, wie mir etwa die Vergangenheit eines vor tausend Jahren verstorbenen Eskimos. Er prophezeite mir künftige Ereignisse, deren Eintritt wlsbald meiner Kontrolle unterliegen wird. Aber seine Prophezeiungen wären wicht etwa pythischer Natur, von dunkler Zweideutigkeit. Er nannte mir völlig imbekannte Namen, die in die nächste Zukunft meines Lebens treten sollen. Ich werde, sobald die Ereignisse den Propheten legitimieren werden, darüber Bericht geben. Der Seher in die Vergangenheit ist in meinen Augen ganz und gar legitimiert. Ich habe die Zettel aufbewahrt, zugleich mit der geheimnisvollen hebräischen Schrift des Professors, und trete vollständig dafür ein, daß ich zur Zeit weder betrunken, noch aufgeregt war, daß eine verdächtige Manipulation weder vorgenommen wurde, noch Vorgenommeck werden konnte, daß der Mann auf keine Weise die Kenntnis dec erratenen Tatsachen aus drittem Munde, und daß er niemals im Leben eine Ahnung von meiner Existenz hat erlangen können. Meine Bekanntschaft mit Professor Reese währte eine Stunde lang, und einige Stunden nach dem Erscheinen dieser Zeilen wird Professor Reese auf dem Heimiwege nach Amerika sein. . . ." * Vererbung des Schielen s. lieber eine Art epidemischen Schielens in einer Familie, das sich durch vier aus- einandersolgendeGenerationen veriolgen ließ, berichtetDr. v. Sicherer in der letzten Nummer der Münchener Medizinischen Wochenschrift, Es ist ja eine in ärztlichen Kreisen bekannte Tatsache, daß das Schielen sich in hohem Maße vererbt, allein eine derartige Hausung des UebelS, wie sie Dr. v. Sicherer mitteilt, dürfte doch noch nicht beobachtet worden sein. Und was das merkwürdigste an der Mii- teilung ist — nur die männlichen Mitglieder waren mit dem Hebel behaftet, während die weiblichen Sprossen so gut wie ganz verschont blieben. Nach einer der Mitteilung beigefügten Tabelle schielen Vater und Sohn, soivie von den aus erster und zweiter Ehe des letzteren stammenden neun Kindern sämtliche männlichen Geschlechts. Von den letztgenannten hat einer inzwischen geheiratet; der Ehe entsprossen drei Kinder, zwei Mädchen und ein Knabe, dieser wieder schielend. Auch in den Nebenlinien der Familie ließ sich wiederholt Schielen nachweisen. An einer Erklärung für diese eigenartigen Vererbungssprünge fehlt es vollkommen. * Heber das interessante Thema, wie man sich jugendlich erhält, plaudert die berühmte Künstlerin Adelina Patti, die sich bis in ihr 64. Jahr eine körperliche und geistige Frische erhalten hat, die geradezu staunenswert ist. Heber ihre Lebeiisweise, die infolge ihrer umfassenden Weltreisen viellach sehr strapaziös war, schreibt die Diva in ihren Gedenkblättern: „Man hat mich ost gefragt, wie ich mich so gut konservierte. Eigentlich tat ich dazu nichts besonderes. Ich lebte wie alle andern auch; bis zu meinem 40. Lebensjahre versagte ich mir absolut nichts, sondern aß nnb trank, was und so viel mir schmeckte. Von dieser Zeck aber machte ich nur eine streng hygienische Lebensweise zum Prinzw. Ich esse keine blutigen Beessteaks mehr und trinke für gewöhnlich nur Weißwein mit Sodawasser gemischt. Nur wenn ich mich schwach siihle, greise ich zu einem Glas Champagner, der mich erfrischt und meine Lebensgeister hebt. Liköre nnb sonstige Alkohols berühre ich nicht. Mit Vorliebe genieße ich Kalbfleisch, Hühner, überhaupt jebe Art weißes Fleisch und Gemüse. In meiner Jugend schlief ich mt Sommer stets bei ganz, im Winter bei halbgeöffneten Fenstern, wobei ich allerdings dafür Sorge trage, baß kein Zug entsteht. Ich gehe ziemlich spät schlafen, selten vor Mitternacht ober 1 Uhr. Eine strenge Nahrungshygiene, eine bequeme Kleibung — bas finb bis notwenbigsten Lebensbebingungen für jede Frau, besonbers aber für eine Sängerin, die nicht stark werben will. Eine einfache Speise, eine einfache, der Körperentwicklung keinen Zwang antuende Toilette, bas ist das ganze Geheimnis meines „Wohlerhaltens", bas ich gern meinen jungen Kolleginnen zum Geschenk machen will." * 240 00 Mk. für zwei Schnupftabaksdosen. Aus Loudon wird berichtet: Von der berühmte:: Hawkms-Samm- lung von Schnupftabaksdosen wurde soeben ein weiterer Teck versteinert. Bon den 58 Nummern brachten zwei, die beide aus der Zeit Louis XVI. stammten, je 12 000 Mk.; eine eng- lische Dose aus dem 18. Jahrhundert in Gestalt eines Webe- schiffchens brachte es auf 11000 Mk/, und zwei anders Louis XVI.-Dosen erzielteil 7600 und 7000 Mk. Arithnwgriph. Mit urgewatt'ger Kraft crtlingt mein Ruf, Wenn inan als „1 bis 4" aus Blech >nich schuf. Wer meine Donnerstimme nicht vernimmt, Der ist 1 4 2 3 wohl ganz bestimmt. Aiis Zeichen Nr. 12 4 erschiene Sofort die kleine Fee der Violine, Wär' sie nicht dem Konzertsaal längst verloren, Weil — wie's in Bayern heißt — sie „3 2 4" erkoren. Auflösung in nächster Nunimer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer. Palnreii, Alnien. Redaktion: Ernst Heß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätZ-Bnch. und Steindruckerei, R, Lange, Gießen.