Nr. 144 Samstag den 28. Skplemöer R Hl d ■ W I o Auf bet cigenen Spur. Kriminalroman von Otto H o c ck e r- (Nachdruck verboten.) j ' (Fortsetzung.) „Könnte man ihnen nicht ein Betäubungsmittel beigebracht haben?" warf Hansemann ein. Der Fuhrherr platzte lachend heraus: „Lieber Herr Rat, Sie mögen ein sehr scharfsinniger Kriminalist sein, aber Hundeverstand haben Sie keinen. Ich sagte Ihnen schon, die Biester bekommen ihr Futter nur von mir: sie rühren nichts anderes an, das habe ich hundertfach erprobt — und daß ich dem Futter nichts beimische . . . Meine Frau kocht's nach besonderem Rezept, cs ist eigens so beschaffen, die Hunde wach zu halten." . . . Er lachte wieder dröhnend. „Ne, den Zahn lassen Sie sich ziehen!" Hansemann saß kopfschüttelnd, ein verlorenes Lächeln um die eben verkniffenen Lippen. „Das ist in der Tat die kurioseste Geschichte, die mir je vorgekommen ist", bemerkte er mit einem mißglückenden Versuch, den vorigen scherzhaften Ton bcizube- halten. „Da aber bei uns in Berlin alles mit natürlichen Dingen zugeht, jo muß jeniand Wagen und Pferd auf gewohntem Wege aus dem Hofe entfernt haben. . . und zwar kann cs sich nur nur jemanden Handeln, den' die Hunde nicht nur kennen, sondern als Herrn respektieren — und da Sie es nickt waren. Herr Eilenburg, so--" — „muß es wohl cüt anderer gewesen feilt!" ergänzte der Fuhrherr gereizt. „Nur nichts Übelnehmen!" ersuchte Hanfemann mit abwehrend erhobener Hand. „Bedenken Sie, wir haben es mit einem Kapitalverbrechen zn tun, dessen Urheber schleunigst nuf- gespürt werden muß, soll er uns nicht durch die Lappen gehen. Wie Sie selbst sagten, parrieren die Hunde nur Ihnen und allenfalls auch Ihrem Sohne —" „Bitte, von dem Jungen hat nur Meinecke gesprochen," verwahrte sich der Fuhrherr. „Ich glaube nicht, daß ihn die Hunde genügend kennen, um ihn nachtsüber in den Hof zu lassen." „Bedenken Sie doch nur, was Sie sagen!" brauste der ärgerlich werdende Rat auf. „Nach Ihrer eigenen Auffassung können nur Sie in Betracht kommen, zumal Ihr Sohn — nun ja, hm" —. Räuspernd brach er unter einem Blicke auf die reglos sitzende junge Frau ab. Marie schüttelte entschieden mit dem Kopse. „Nicht doch, Herr Rat, ich fühle mich garnicht angegriffen," meinte sie, ohne seinem Blicke zu begegnen. „Was meinen Mann betrifft, interessiert mich ungemein,-das können Sie sich doch denken." „Mein Frauchen fühlt sich schon die ganze Zeit her nicht pecht wohl", erklärte Eilenburg, der an sie herangetreten war und sich nun zärtlich über sie beugte, ohne daß sie anscheinend von seiner Annäherung Notiz'nahm. Der Rat wendete sich wieder Rokohl zu. Also der Kiitschcr wart blond, bartlos, ganz jung?" erkundigte er sich. „Aehnlich sieht mein Sohn auch aus!" schaltete der Fuhri Herr trocken ein. Seine Frau zuckte zusammen; sie warf ihm einen bösen Blick zu. „Aber Richard, nie kannst du so etwas nur aussprechen!'^ rief sie mit zuckender Lippe. Eilenburg schaute sie verblüfft au. „Aber was dem?, Schatz?" fragte er; er begriff ihre Erregung offenbar garnicht. „Der Bursche ist doch blond und bartlos." Seine Frau antwortete nicht; sie sah nur bleich vor sich nieder. Hansemann blickte nnmcrklich mit dem Kopf dazu schüttelnd auf das Ehepaar. „Gestatten Sie mir 'mal eine Feststellung"', äußerte er dann unter der Einwirkung eines schnellen Entschlusses. , :i'„ Er wendete sich zum Fernsprecher und rief die Nummer des Zentralgefänguisses Blötzensee auf. Gleich darauf meldete auch schon ein Klingelzeich n, daß die Verbindung bewirkt worden war. „Hier Rat Hansemann von d.ir Kriminalzentrale. Ich wünsche zu wissen, in welcher Abteilung der Strafgefangene Max Eilenburg untergebracht ist." Er gab die nötigen näheren Erläuterungen und wartete dann geduldig, bis der Apparat wieder meldete. „Guten Morgen, Herr Oberinspektor. Ja, ich bins selbst. Stimm;. Der Mann sitzt seit 27. Februar. Er wird unter Nummer C64C geführt? Wird in der Buchbinderei beschäftigt? Er befindet sich doch gegenwärtig in der Anstalt? So, Sie ließen sich ihn erst vor einer Stunde vorführen, weil er sich über das gestrige Essen beschwerte? Was gab's dann? Rumfutsch? Guten Appetit! Nein, danke, ich will nicht mithalten! Der Mann ist blond? Ganz richtig, auch bartlos, freilich, das sind ja alle in der Anstalt. Ob gegen ihn etwas Besonderes vorliegt? Nicht, daß ich wußte. Es handelt sich nur um Feststellung seines gegenwärtigen Aufenthaltes. Er zählt zu den folgsamen Gefangenen und führt sich sonst gut? Freut mich zu hören. Nein, sonst wüßte ich nichts. Danke für die Auskunft! Schluß!" Er klingelte ab und wandte sich an den Fuhrherrn. „Ganz wie ich voraussetzte. Ihr Sohn dachte nicht daran, heute nacht eine Droschke aus dem- väterlichen Hof zu holen." Er lachte trocken auf. „Da wird uns nichts übrig bleiben, als Ihr ganzes Personal Mann für Mann vorzunehmen. Das könnten Sie besorgen, Nix", beauftragte er den Detektiv. „Viel wird dabei wohl nicht herauskommen." „Es wird auch umständlich sein, denn die wenigsten meiner Leute sind gegenwärtig anwesend. Ist überhaupt eine unangenehme, peinliche Geschichte" seufzte der Fuhrherr. „So was geht vorüber. Es ist mir leid genug. Ihnen Unruhe ins Haus bringen zu müssen", tröstete der Rat. „Die Leute werden ihr Alibi nachweisen müssen. Man wird ihnen auch persönlich auf den Zahn fühlen. Ihr Vertrauen zu ihrem Personal in Ehren, Herr Eilenburg, doch einer von ihnen muß von der Geschichte etwas wissen — muß, sage ich . . . und nun wären tvir bis auf Nix, dessen Gegenwart Sie sich noch einige Zeit gefallen lassen müssen, hier tiberflüssig geworden." - ,Auf Wiedersehen, Frau Marie", wendete er sich an die junge Frau. „Lassen Sie sich bald einmal sehen, nicht wahr ; 674 lieber Sott, wie kalt Ihre Hand sich anfühlt. Sie müssen sich fleissig bewegen, mehr in bfe frische Luft gehen. Das liebe Gesichtchen ist ja schrecklich bleich. Früher glanzten Sie wie so'n Borsdorse. Tüpfelchen. Na, die roten Backen kommen' schon wieder also schön Wort halten!" Auch mit dem Fnhrherrn tauschte er einen Händedruck. „Sie wollen mich also nicht als verdächtig einlochen?" erkundigte sich Eilenburg, ihm durch den Hausgang das Geleite bis auf die Straße hinaus gebend. „Wenigstens vorläufig noch nicht", ging Hansemann auf den scherzenden Ton ein. „Man weis, freilich nicht, was noch werden mag. Jedenfalls dürfte die Auffindung des Kutschers uns eine harte Knacknuss zum Raten aufgeben. Ein Gutes hat mein Besuch immer doch gezeigt. Meine Tochter wird sich herzlich freuen, bringe ich ihr unvermutet Kunde von der schmerzlich entbehrten Jugendfreundin." Er winkte den Detektiv h-ran. „Ueberzcugen Sie sich gleich einmal von dem Befinden des alten Grajsnick. Herr Eilenburg 'wird Ihnen.die Wohnung zeigen lassen. Ich habe andere Geschäfte — Nokohl geht mit mir. Die Droschke im Schuppen hinten darf nicht außer Acht gelassen werden. Lassen Sie sich einen Schuhmann vom nächsten Revier komiuen." Damit schritt er nach dem harrenden WageN. „Nach dem Leichenschauhause!" befahl er während des Einsijeigens dem Kutscher. Schon an der nächsten Strassenecke änderte Hanscmann das Fahrziel indessen wieder und ließ sich nach der nächsten Reviev- wache fahren, nm von dem dortigen Polizeileutnant nähere Auskunft über Eilenburg einzuziehen. Sein bisher so jovial anmutendes Mienenspiel hatte dabei einem nachdenklichen Ernst Raum gegeben. Es mochten unerquickliche Gedanken gewesen sein, die sich eben hinter seiner hohen Stirn kreuzten. Fast blickte er besorgt, wie einer, der, wider Willen tief in ein sorglich gehütetes Geheimnis geblickt hat, das zum Licht zu bringen ihm nun unerfreuliche Pflicht geworden ist. „Ich wollte, ich hätte die junge Frau lieber gar nicht wieder getroffen — wenigstens so nicht!" brummte er endlich halblaut vor sich hin, indem er sich tiefer in die Wagenecke zurücklehnte „Sie gefällt mir nicht, die kleine Marie. . . sie ist nicht mehr, was sie war. . .was mag die Schuld daran tragen? . . ." 6. Kapitel. Eilfertigen Schrittes war Detektiv Walden Nach Verlassen des Leichenschauhauses der düsteren Mauer entlang gefolgt, welche bis zum Neuen Tor führte. Dort kreuzte die Siraßeubahir- linie, deren Wagen ihn.direkt bis zum Hause 128 in der Turmstraße brachten. Walden hatte sich indessen in der Zwischenzeit augenscheinlich anders besonnen; er warf einen flüchtigen Orientierungsblick rückwärts, wie um sich davon zu überzeugen, daß feine Bewegungen auch nicht beobachtet würden. Dann, erleichtert aufatmend, schritt er behende auf den vordersten der in der Reihe harrenden Taxameterwagen zu und rannte dem eilfertig sich zur Abfahrt rüstenden Kutscher den Namen eines bekannten hiesigen Bankgeschäfts zu. Als sich dann das Fuhrwerk rasselnd in Bewegung setzte, lehnte sich Walden bequem in die Wagenkissen zurück, entzündete sich eine Zigarre, und blickte gleichgültig um sich auf das vielgestaltig/ Getriebe in. den Straßen. Wer ihn näher beobachtet hätte, wäre wohl auf die Vermutung gekommen, daß die zur Schau getragene Blasiertheit nur äußerlich war, während das Hirn des Detektivs über irgend einem schwierigen Problem, dessen Lösung ihm nicht gelingen wollte, brütete. Der. Aufenthalt im Banllokal loar Dort keiner langen Dau-w und beschränkte sich aus die Erhebung von 1000 Mark durch Walden. „Damit ist Ihr Kvnto so ziemlich erschöpft," meinte der Bankkassier lächelnd, als er ihm den braunen Schein behändigte. >,Es stehen rund noch 200 Mark. Sie haben in letzter Zeit viel .abgehoben, Herr Walden." Dieser nickte nur mit anscheinendem Gleichmut; draußen wies ser den Kutscher an. Nach einem nahegelegenen Passagier- und Fahrkartengeschäst zu fahren. Dort angelangt, hieß er den Kutscher wieder warten, während er sich in das Innere des geräumigen Ladens begab. Denk sich nach seinen Wünschen erkundigenden Angestellten eröffnete er die Absicht, Kajütenfahrkarten nach Newhork für eine Dame und deren beiden Kinder zu erstehen. „Wann geht der nächste Dampfer?" erfnnbigte er sich. „Sag kommt au, die Linie an. Bremen expediert morgen, da sticht der große Kaiser in See." „Und Hamburg?" Der Verkäufer sah die Liste nach. „Nicht vor Donnerstag. Gestern abend 6 Uhr fuhr die „Columbia" ab." „Dann also Bremen," entschied Walden. „Die Kinder sinh beide unter zehn Jahren." „Also zwei Fahrkarten im Ganzen?" „Die Dame hat natürlich ihre Papiere in Ordnung?" erkundigte er sich. „Ausweise werden in allen deutschen Häfen verlangt." Der Detektiv hatte schon mit dem Ausfällen des Fragebogens begonnen. Nun schaute er unangenehm überrascht auf. „Nein/ die Dame hat faunt Papiere zur Hand," meinte er gedehnt. „Sie muß Hals über Kopf reijen, da sie durch Kabel von der schweren Erkrankung ihres drüben weilenden Ehemannes benachrichtigt worden ist." „Dann soll sie doch lieber über Rotterdam fahren. Die Holländer nehmen cs nicht so genau . . . und drüben braucht sie ohnehin keinen Ausweis. Sie muß nur etwa 60 bis 80 Dollars Bargeld mit sich sichren." „Also Holland-Linie," entschied Walden. „Wann geht der Dampfer?" „Auch morgen," antwortete der Gehilfe, nachdem er die Fahrpläne besehen hatte. „Da müßte sich die Dame freilich beeilen. Benützt sie den Mittagsschnellzug über Köln, so ist sie morgen gegen mittag in Rotterdam und hat bequem Anschluß an den Dampfer." „Sie müßte also in drei Stunden abfahren," meinte Walden mit einem Blick auf die Taschenuhr. „Gut, wird gemacht." (Fortset-ung folgt.) Ans der Geschichte der Ludov'tciarra. Nachdruck verboten. IT. Tie medizinische Fakultät. (Schluß.) Einen weiteren wesentlichen Fortschritt bedeutete es, als 1811 der Fakultät jährlich 750 Gulden behufs Anlegung von Sammlungen überwiesen wurden. Zuerst wurden nach einem Umbau der Anatomie 1813 die Sammlungen für pathologische und vergleichende Anatomie vermehrt und neu geordnet. 1114 gelang es, die Lobsteinsche Sammlung chirurgischer und geburtshilflicher Instrumente und Bandageri zu erwerben, 1836 wurde das reichhaltige anatomische Mn- seum des, Geheimrates v. Sommerung in Frankfurt (bes. pathologische Präparate) airgekauft, 1847 kam die Troriepsche Sammlung, für Anatomie dazu. 1833 wurde an die Aerzte und Wundärzte des Landxs die st ittc um Ueberlassung geeigneter Objekte für die pathowg'che Sammlung gedichtet, die einen recht guten Erfolg hatte und deshalb im September 1811 wiederholt wurde. Ganz modern mutet es uns an, daß bereits am 9. September 1815 Frau Regina Josepha v. Siebold zum Doktor der Geburtshilfe promoviert wurde. Ihr folgte unter Verteidigung vor: Thesen am 26. Mürz 1817 Frl. Charlotte Heiland und am 25. Mai 1847 Frau Therese Frei. Am 14. Oktober 1831 wurde Caroline Zimmermann aus Darmstadt für Arzneirunde und Geburtshilfe immatrikuliert. Ter modernen Frauenbewegung hat sich die Fakultät erst spät erschlossen. Ain 1. März 1900 wurden Hospitantinnen zuge- lassen, nnb erst vor wenig Wochen hat wieder als erste eine Taine hier promoviert. Im Winter 1818 kündigte Nebel an: Grunbzüge der Psychologie mit Hinsicht auf Entstehung und Heilung von Krankheiten. Tas ist der Anfang der Psychiatrie an unserer Hochschule, die dann an Ritgen einen Pfleger fand, der seit 1841 über „Persönlichkeitskrankheiten" las. Schon im November 1838 fanden leider ergebnislose Verhau Zungen im Landtag über Errichtung eines psychiatrischen Hospitals ist Gießen statt, immer und immer kam man auf diese Forderung zurück, bis endlich 1895 eine Professur für Psychiatrie begründet wurde, und am 25. Februar 1896 die psychiatrische Klinik (seit 21. August 1905 umgetauft in Klinik für psychische und nervöse Krankheiten) eröffnet werden konnte. Am 3. Februar 1835 erfolgte die erste Anstellung eines Assistenzarztes und zwar bei der chirurgischen Klinik. Anr 21. Februar 1837 wurden die bisher vereinigten Professuren der Chirurgie und Geburtshilfe getrennt, ebenso — allerdings erst am 1. April 1891 — Anatomie und Physiologie. 1843 wurde ein physiologisches, 1844 das pharmakologische Institut gegründet. 1872 wurde der erste selbständige Professor für pathologische Anatomie, 1877 der erste Ophthalmolog als Ordinarius berufen. Ter Bau einer neuen Anatomie war 1845 begönnert worden, im Oktober 1849 erfolgte der Einzug in das neue Gebäude, in dem sie jetzt noch untergebracht ist. Tas war der erste Neubau. Seit Ende der 80er Jahre folgten die meisten anderen. Am 28. Juli 1890 wurden die medizinische und die Frauenklinik, sowie das pathologische Institut geweiht, die psychiatrische Klinik ist schon erwähnt, am 21. November 1896 folgte das hygienische Institut, das bei seiner Begründung am 1. Oktober 1888 im alten chemischen Laboratorium eine Zuflucht gefunden hatte, 1899 zog das pharmakologische Institut in das ehemalige Schwesternhaus um. Und in wenigen Tagen wird der Umzug der chirurgischen und Augenklinik in ihre neuen 1904 im Bau begonnenen Räume statt- sinden. Am 15. Juni 1907 ist auch ein mediko-mechanisches Institut in Betrieb genommen worden. Am 24. Juni 1885 wurde eine Poliklinik für Ohrenkranke eröffnet, 1891 eine staatliche Ohrenklinik, mit der 1901 eine solche für Hals- und Nasenkrankheiten verbunden wurde. Seit Oktober 1892 befindet sich dieselbe im Nebengebäude der alten Klinik. Seit dem 1. April 1906 besitzt die Universität auch eine Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Dagegen fehlt es noch an einer zahnärztlichen Klinik, obwohl schon 1801 zahnärztliche Prüfungen abgehalten wurden. Näher darauf einzugehen, wie sich allmählich der Kreis der Vorlesungen und Uebungen erweitert hat, verbietet der Raum. Nur kurz sei angeführt, tu mut einige Themata zuerst auftreten: Ohrenheilkunde 1828, Kuhpockenimpfung 1838—39 (die allerdings schon 1773 in Gießen eingeführt wurde), Perkussion und Auskultation 1838—39, Hautkrankheiten 1857—58, Elektrotherapie 1877. Zu bedauern ist, daß ein 1836 von Nebel gelesenes Kvlleg über die medizinischen Systeme von Hippokrates bis Hahnemann keine Nachahmung gefunden hat. Im November 1815 mußte der Besuch medizinischer Vorlesungen durch Rasiergesellcn und Apothekergehilfen verboten werden, wobei der Rektor sogar mit militärischer Gewalt drohte. Erwähnt sei endlich noch, daß seit Frühjahr 1879 Kurse für Militärärzte, seit 1901 Ferienkurse für Aerzte abgehalten werden, und daß feit November 1822 die Fakultät für eine Reihe von Jahren zugleich das Medizinalkolleg für Oberhessen war. Tie an die Fakultät angegliedertc veterinärmedizinische Fakultät verdankt ihren Ursprung eigentlich der ökonomischen Fakultät, die 1777—85 bestand, in deren Plan die Tierheilkunde einbegriffen war und wo sie 1778 zum ersten Male gelehrt wurde. Darauf stand das Fach zum Teil nur in loser Verbindung mit der Universität, 1826 wurde das Tierarzneiinstitut in die alte Gendarmeriekaserne gelegt, und seit 1828 wird das Fach ununterbrochen gelesen. 1829 wird die Anstalt Staatsinstitut. Seit 1832 wird der Titel eines Tr. med. vet. verliehen, ein Recht, das Gießen bis vor wenig Wochen bekanntlich allein im deutschen Reiche besaß. 1871 siedelte die Anstalt an die Frankfurter Straße über, und 1906 find alle die schönen neuen Institute bezogen, die 1903—05 für das mächtig aufblühende Fach errichtet worben sind. Berühmte Namen lassen sich aus den ersten beiden Jahrhunderten nur wenige anführen. Wirklich bedeutend war Gregor Horst (1608—22), der deutsche Aeskv.lap genannt, und Ferdinand Georg Tanz (1790—93), der leider zu früh starb. Sonst seien genannt Michael Heiland (1663—93), Michael Bernhard Valentini (1682—1729), Johann Melchior Verdries (1714—35), Christoph Ludwig Nebel (1766—82), Gerhard Andreas Müller (1751—62), Johann Wilhelm Baumer (1765—88) und Friedrich August Cartheufer 1766—79, die beiden letzteren mehr als Naturwissenschaftler bedeutend. Nur dem Namen nach gehört auch hierher Ludwig Junger- mann, der bedeutendste Botaniker seiner Zeit (1609—25). Dagegen hat die Fakultät das Glück, im 19. Jahrh. eine ganze Reihe der bedeutendsten Vertreter des Faches die ihren nennen zu können: Ernst Ludwig Wilhelm Nebel (1794 bis 1854), der treue Pfleger der Universitätsgeschichte, Georg Wilhelm Balser (1804—46), ohne den unsere Kliniken nicht zu denken sind, Johann Bernhard Milbrand (1808—46), der mit Goethe in Beziehungen stand, bef. Naturwissenschaftler, Ferdinand v. Ritgen (1814—67), Gynäkolog und Chirurg, F. CH. G. Wernekink (1820—35), tüchtiger Anatom und Mineralog, Adolf Wernher (1835—78), bedeutender Chirurg, Adolf Bardeleben (1843—49), später bekanntlich in Berlin, Theodor Ludwig Bischofs (1843—54), dann in München, ein Bahnbrecher auf dem Gebiete der Entwicklungsgeschichte, Konrad Eckhard (1849—1905), Anatom und bcs. Physiolog, Eugen Seitz (1856—79), innerer Kliniker, Adolf Kehrer (1863—81), berühmter Gynäkolog, Heinrich Braun 575 — (1871—74), Chirurg, Heinrich Bose (1878—1900), dvsgl., Arthur v. Hippel (1879—90), Augenarzt, Franz Riegel (1879 bis 1904), Spezialist für Herzkrankheiten, Felix Marchand (1881 bis 1884), Patholog, Max Hofmeier (1887—88), Gynäkolog, Hermann Löhlein (1888—1901), desgl., Georg Gaffky (1888 bis 1904), berühmter Hygieniker, jetzt Direktor des Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin, Robert Bonnet (1891 bis 1895), Anatom, Friedrich Moritz (1905—07), innerer Kliniker. Neber die Krisis der Zigarre plauderte unlängst der dieser Tage in Paris verstorbene Schriftsteller Ernest Blum in geistvoller Weise im „Gaulois": „Diö Raucher" — so schrieb er — , beklagen sich Wer die Havannazigarre. Ihr Preis ist gestiegen, während ihre Qualität gesunken! ist, und das, seitdem die Amerikaner Cuba seine Unabhängigkeit gegeben und sich des Zigarren Handels bemächtigt haben. Man beklagt sich nicht nur in Frankreich, sondern überall, und im Auslande, sogar noch mehr als in Frankreich, denn bei nns sind die Kenner selten. Am besten kennt man die guten Zigarren in Spanien, in den Vereinigten Staaten, in Mexiko und in England. Die Deutschen sind zu sehr an die Hamburger Falsifikate gewöhnt, um sich auszukennen (I?) und die Belgier und die Spanier verkaufen auch lieber Hamburger Zigarren, die ihnen einen höheren Gewinn bringen, als die echten und guten Havannazigarren. Trotzdem findet man in Belgien und in der Schweiz etwelche bei einigen Lieferanten, die man kennen und von denen man als Kenner gekannt sein muß. Wo ist 'die schöne Zeit, in welcher die Havannazigarren zollfrei nach San Sebastian kamen und erst jenseits der baskischen Provinzen Zoll zahlten! Man bekam damals in Spanien vortreffliche „Pures", die heute 1 Mark 20 Pfennig kosten, für 40 Pfennig. ' Aber daN ist schon lange her! Ueber die französische Regie kann man sich nicht beklagen, ob? wohl sie mit ihrem Monopol einen Reingewinn von mehr als 300 Millionen erzielt. Sie ist anständig und kalkuliert ihren Gewinn anständig, ohne jemand zu betrügen. Wenn man die hohen französischen Zölle in Betracht zieht, muß man fugen, daß sie sehr gute Zigarren zu mäßigen Preisen liefert. Sie hat sogar noch ein übriges getan: sie hat in Mexiko Terrains got kauft, die denen der berühmten „Vnelta Abajo" bei Havanna gleichkomwen. Sie hat dort Tabakpflanzungen angelegt, die sehr gut gedeihen und kann uns ausgezeichnete Zigarren liefern, ohne sie erst von den kubanischen Fabrikanten kaufen zu müssen. Ist es nun durchaus notwendig Zigarren zu rauchen? In Frankreich ist es ein klein wenig aus der Mode gekommen; die Zigarette hat die Zigarre ebenso verdrängt, wie sie die Pseife verdrängt hat. Sie triumphiert auf der ganzen Linie, obwohl die Regie! sie herzlich schlecht macht und sie sehr teuer verkauft. Die Zigarette verhält sich zur Zigarre wie ein gebratener Krammets- vogel zu einem Fasan, wie Jasminduft zu Rosenduft, wie ein Madrigal zu einem Sonett. Sie ist delikat und fein, besonders die russische und die türkische. Sie ist rasch geraucht, ist eine liebenswürdige Phrase, ein geistreiches Wort, das eine sonnige Heiterkeit zurückläßt. In ihrer kleinen blauen Wolke, die man sanft in die Luft bläst, schwebt ein kurzer Traum, eine Caprice, eine Silhouette, ein flüchtiger Gedanke, und die Lippe kräuselt sich zu einem Lächeln. Der Rauch voltigiert, dreht sich schneckeü- förmig hin und her, dehnt sich aus und verflüchtigt sich. Die Zigarre bringt einen dicken Rauch, in welchem der Dust erhalten bleibt; sie giebt ein gewisses Wohlbefinden in der Verdauung/ ein wohliges Empfinden von Ruhe unb. Zufriedenheit, sw tn das Postskriptum eines Diners, das Postskriptum, das manchmal wichtiger ist, als der Brief. Ihr Parfum wirkt auf uns nnxjt viel anders als Opium oder Morphium. Sie deckt das verborgene Feuer, das sie langsam verzehrt, mit sesthaltender Alche zu, und der Raucher geht mit fast fraiienhafter Zartheit zu Werk/ um diese Asche zu erhalten. Er amüsiert und ergötzt sich daran, und wenn die Unterhaltung stockt, findet er einen eigenen Zauber in diesem Schweigen, das ihm den Wohlgeschmack ferner Regaua voll auskosten läßt. Die Zigarette ist unser Sklave emes Augenblicks; die Zigarre erfordert einen Kultus. Die Zigareste paßt für geschäftige Leute, für Frauen, die sie zu halten und mit Eleganz zu rauchen verstehen. Die Zigarre ift em Gcichaft für sich allein; sie erfordert Ruhe und eilt vollständiges Erfassen ihres Wertes .... Man hat über die Zigarreitfabrikatwn rnl Havanna viel Legenden erzählt und allerlei zusammengefabelt. Zunächst muß man wissen, daß es in Havanna nie Zigarren der „Vnelta Abajo" für weniger als 40. Psg. per stuck gegeben hat. Alles, was im Auslande unter diesem Preise oder selbst zu diesem Preise verkauft wurde, war einfach eine Mischung von Kohlblättern mit einem Havanna-Deckblatt. Das Einsammeln der Blätter geschieht mit äußerster Sorgfalt. Wenn ße getrocknet sind, werden sie sortiert; die unteren Blatter der Pflanze sind die arößten und die am wenigsten guten. Was man die „tlor nennt, kommt von den mittleren Blättern, und die „flor.sine besteht aus den ganz kleinen, überaus zarten und duftigen Blättern der obern Pflanze. Von diesen werden dann noch die allerbesten für Qualitätsraucher ausgesucht. Pius IX. rauchte Zigarren. Wer hatte das geahnt! Er rauchte nach xeder Mahl-, 576 gelt. Als die Königin Isabella das erfuhr, schickte sie ihm um 1862 herum mehrere Kisten Zigarren, die die „flor" der „flor fina", also das Feinste vom Feinsten, waren. Man schätzte diese Zigarren auf 20 Mark per Stuck! Sie kamen leider an, als Pius IX. nicht mehr rauchte. Sein Arzt hatte ihm das Rauchen verboten. In dieser traurigen Lage verschenkte der Papst die kostbaren Zigarren an den Gencralstab seiner Armee, und ich bekam indirekt auch zwei. Ich habe also einmal' zwei Zigarren zu 20 Mark geraucht! Und ich muß vor aller Welt bekennen', — daß sie miserabel waren..." Verm??chLe»4 * Toilettenluxus im Theater. In unserem neuen schönen Stadttheater geben sich die Theaterbesucher erfreulicherweise Mühe, durch eine festliche Kleidung das Gesamtbild des Theaterraumes noch verschönernd zu gestalten. So hat man sich auch in dieser Hinsicht den guten Gewohnheiten der deutschen Großstädte wie namentlich des Auslandes ein wenig genähert. Daß aber übertriebener Toilettenluxus im Theater Nachteile für das Gedeihen der Theater mit sich führen kann, geht aus einem Aufsatze des englischen Theaterkritikers William Archer hervor. Archer weist darin auf den eigenartigen Einfluß hin, den die englischen Kleidersitten auf die Entwicklung des Theaters haben oder vielmehr er führt den Nachweich daß sie der höheren Entwicklung der englischeu Bühne geradezu int Wege stehen. Dies ist nach zwei Richtungen hin der Fall. Erstens handelt es sich um das Publikum. Gewiß verleiht die Sitte, daß man nur in voller Abendtoilette, die Damen dekolletiert, die Herren in Smoking oder im Frack, ein besseres Theater besttchen kann, dem Hause einen festlichen Anstrich. Aber diese Weihe wird teuer erkauft. Tausende vermögen es nicht, bei den Entfernungen der Großstadt und der knappen Zeit, die meistens zu Gebote steht, sich diesem Toilettenwechsel zu unterziehen. Wollen sie nach ihrer Arbeit ohne den oft sehr zeitraubenden Weg nach ihrer Wohnstätte zurückzulegen, einen künstlerischen Genuß oder eine Zerstreuung haben, so ist ihnen das Theater versagt. Tie Etikette ertötet die Anteilnahme weiter Kreise am Theaterleben. Noch einschneidender aber ist vielleicht der Toilettenluxus auf der Bühne. Archer findet, daß er die dramatische Produktion unterbindet und einseitig macht. Tie dramatischen Autoren .Englands lassen ihre Szenen immer nur in feinen Salons spielen, wo Männer und Frauen tadellose Kleidung zur Schau bringen können. Höchstens ein Gartenfest wird noch 'eingeflochten, weil dies wieder gestattet, dem Geschmacke des Publikums entsprechend, Luxus auf die Bühne zu bringen. Ertötend langweilig findet der genannte Kritiker diese endlosen Vorführungen von „Millionärs milieu", das bestenfalls zwischen dem Westen Londons, Paris oder Monte Carlo wechselt. * Ein nachahmenswertes Beispiel in der Betätigung des Heimatsinns bietet die Stadt Göttingen. Sie läßt jetzt die alten bezeichnenden Flurnamen, die durch die Verkoppelung verwischt worden und in der lebenden Generation schon saft ausgestorben sind, wieder auflcben, indem sie an den geeignetsten Stellen ihrer weit ausgedehnten Anlagen, in Forst und Feldmark einfache, in die Landschaft passende Steine, die in einsacher Blockschrift den alten Flurnamen tragen, einsetzen läßt. So beginnen jene Wald-, Anlagen- und Flurstücke als „Poppenbarg", „Silberhagen", „Silberkuhle", „Lichtes Meer", „Ziegenberg" u. a. wieder lebendig zu werden. Anklänge hieran finden sich auch in Mecklenburg. So ist z. B. die Stätte der alten „Burg Werle" und die in ihrer Bedeutung immer noch nicht aufgeklärte, vermutlich mittelalterliche Befestigung „Königshorst" bei Güstrow durch einen Stein mit Namen gekennzeichnet, und es mögen derartiger Fälle wohl noch mehr geben. Immerhin sind sie nur vereinzelt. Eine schöne Förderung unserer Bestrebungen würde es sein, wenn diese Beispiele Nachahmung fänden. Ganz besonders aber möchten wir die Forst Verwaltungen darauf aufmerksam machen. Durch die Bezeichnung der Jagen nach Nummern drohen die charakteristischen Forstortsnamen mehr und mehr zu verschwinden, die oft für das ehemalige Landschaftsbild, für Fauna und Flora, für Sagen und geschichtliche Erinnerungen so wichtig sind. „In meiner Jugendzeit suchte man," schreibt der Rektor Tecklenburg in Göttingen a. a. O., „im Solling das Holz noch „int Bärenhohl", „in der Wolfsgrube", „int Hülsebruch", „in der Vogtei" usw., heute wird es im Distrikt 84 oder 256 oder in einem Distrikt mit irgend einer anderen nichtssagenden Zahl angewiesen." Sorgen wir dafür, daß es nicht so weiter gehen werde. Zwar wissen die Forsteinrichtungskarten letzt noch eine reiche Fülle von Forstortsnamen aufzuweisen, aber in der Praxis beginnt ihr Gebrauch zu schwinden; sind sie Redaktion: P. W i t t k o. — aber erst aus der Uebung des täglichen Lebens gewichen, so liegt die Gefahr sehr itahe, daß sie auch bald aus den Karten weggelassen werden. Neuere Feldmarkskarten sind uns schon mehrfach zu Gesicht gekommen, auf denen jeder Flurname fehlt. * Ein Fra u en st aat. Die Newyorker Volkszeitung erzählt von Norway, einem kleinen Orte im Staate Maine: Tort liegt Handel und Gewerbe fast ausschließlich in den Händen der Frauen. Wer in Norway Kleider braucht, der geht in das große Detailgeschüft der Schwestern Prince„ die ihr Geschäft allein gegründet haben und nur Frauen als Angestellte beschäftigen. Seine Schuhe kauft man in' einem Schuhgeschäft, das ebenfalls einer Frau gehört, und der Hut, den man trägt, kommt aus der Hutfabrik von Frau Allen und Fräulein Cooley. Das Fleisch für den täglichen Nahrungsbedarf kauft man bei der Metzgermeisterin Frau Gilbert, die selbst hinter dem Hacktisch steht und das Fleisch schneidet. Sollte aber ihre Ware nicht gut oder zu teuer sein, so versucht man es bei ihrer Konkurrentin, Frau Brookes. Tie Tageszeitung der Ortschaft „The Norway Advertiser" wird von einer Frau herausgegeben, die Bank des Städtchens beschäftigt einen weiblichen Kassierer und eine Frau ist Inhaberin und Leiterin des einzigen photographischen Ateliers. Wenn man krank ist, so schickt man nach der Aerztin Tr. Annette Bennet, die obendrein Gesundheitskommissärin des Städtchens ist. Wenn man fromm ist, so kann man Sonntags in der Kirche einer Gemeinde, die sich „Universalist Church" nennt, einen weiblichen Pfarrer predigen hören. Wenn man sich trauen lassen will, so geht man zur Friedensrichterin Fräuleiw Margaret Baker; und wenn man endlich sich begraben lassen will, so wird auch dieser letzte Dienst von einem weiblichen Leichenbesorger versehen. Es ist anzunehmen, dast die Frauen indirekt auch ihren Einfluß auf die Verwaltung des Gemeinwesens geltend zu machen verstehen, aber sie müssen sich dazu der Männer als Mittel bedienen. Offiziell haben sie nichts zu sagen, obgleich sie die Stützen des Gemeinwesens sind und auch die große Majorität bilden. Der Staat Maine erkennt wie andere Staaten die politische Gleichberechtigung der Frauen nicht an. * Sie hatten sich durch die Zeitung kennen gelernt, auf der kurzen Hochzeitsreise aber gleich lieb gewonnen. Ihm war übrigens alles recht — nur nicht das Essen in den Gasthöfen. Als sie in ihrem Heim landeten, war sein erster Wunsch, ein von den Händen seiner Frau bereitetes Mittagsmahl zu genießen. Und das Mahl kam — aber es war kein Genuß! Er konnte das auch nicht überwinden und machte mit nm- wölkter Stirn die Bemerkung: „Ja, liebes Weibchen, in der Annonce, die uns zusammengeführt, las ich "doch, du hättest die Kochschule absolviert!" Zitternd und bangend erwidert die junge Frau: „Tas war ein Druckfehler. Ich habe die Hochschule absolviert!" * Böse Kur! Tie „Straßb. Post" erzählt folgendes Gc- schichtchen: Zu einem Imker kommt eine Bauersfrau und erzählt, sie habe vernommen, daß er durch seine Bienen die Gicht aus dem Körper vertreiben könne. Der Imker, kein Freund vom vielen Reden und Fragen, geht zu seinem Bienenstände, fängt einige Bienen ein und setzt sie der Frau ohne weiteres in den Nacken, indem er dafür sorgt, daß sie kräftig stechen. Ta wendet sich die Frau wütend herum und versetzt dem hilfreichen Manne zwei schallende Ohrfeigen. „Du dummer Schmder- hannes," schreit sie giftig, „ich hob jo gar ken Gicht, die Helt jo min Mann!" Damit verließ sie schimpfend und stöhnend vor Schmerzen den verblüfft dastehenden Heilkünstler. Bilderrätsel. ,M W Auflösung in nächster Nummer. Auflösung deZ Scherzrätsels in voriger Nummer: Jsaura (*/, Ei — i; 74 „saure Gurke",= sau; ein Stück „Radieschen" = ra). . _____...... . ,. . . T-r—jn---j,j .... ’ .......... " " "E, Rotationsdruck und B erlag der B rü h l 'schen Universitäts-Buch- rmL Stemdruckerei. R. Lange, Gr'eßen^