iTTpTil M4M Jem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verbotet. (Fortsetzung.) Sylvia beteiligt sich lässig bei dem Aufräumeakt, sie weiß aus Erfahrung, daß es bei der Mutter Gewohnheiten so ziemlich Danaidenarbeit ist, und sie antwortet auch wenig auf F-ilvmenas Geplauder, obgleich sie das Mädchen sonst gerne hat. Der Mutter wiederholte Reden über ihre Geldmittel liegen ihr doch im Sinn. Sie hoben allerdings seit längerer Zeit schon ein Sparsystem eingeführt, was früher nie in der Mutter Wünschen lag. Als die Kleine endlich Ordnung geschafft hat und gegangen ist, fängt Sylvia noch einmal von der Sache an. „Ich möchte doch Klarheit darüber haben, Mama, sind unsere Finanzen verringert? Wir müssen doch dieselben Jahreseinkünste behalten." Tie Mutter sieht sie einen Augenblick beinahe spöttisch an, und schlägt dann ein lautes Gelachter auf. „Du kleine Unschuld! Na, es wird ja, gottlob, an dich nie herantreten, aber du bist wirklich naiver, als ich dachte. Was meinst du denn wohl, was unser Berliner Aufenthalt in den ersten Jahren, was deine Ausbildung, alles, was wir für dein« Zukunft tun mußten, gekostet hat? Summen über Summen, da reichten doch die Zinsen lange nicht aus. Und dann später unsere Reisen; wer konnte denken, daß alles so kommen würde?" Sylvia steht mit ängstlichem, gespanntem Gesicht vor der Mutter, sie ist aus ihrer Apathie aufgerüttelt. „So willst du sagen, daß das Kapital aufgezehrt ist?" fragt sie bebend. „Närrchen, mache doch kein solch entsetztes Gesicht, was ficht es dich an! Mich könnte es höchstens treffen. Aber der Conte ist ein so liebenswürdiger, durchaus nobler Kavalier, der mich nie darben lassen wird." Sylvia springt auf, die gleichgültige Ruhe ist verschwunden, sie ist leichenblaß und ihre Augen sprühen. „Der Conte! was willst du dauttt sagen?" rüst sie und ihr Atem stockt fast. „Still! still! Kind, wie du dich nun wieder geberdest. Als ob du es' nicht lange wüßtest, wie treu und ausdauernd er um dich wirbt. Wie zart müht er sich, dich ganz zu sich herüber zu ziehen, dich auch zu seiner Kirche zu führen. Sieh, der Abbate Lucci, er ist doch auch feilt Abgesandter, wie würden sich sonst diese höheren Prälaten um uns unscheinbare Fremde kümmern. Sylvia! Sylvia! mein Goldkind!" Ohne das wachsende Entsetzen auf den Zügen der Tochter zu bemerken, schließt Frau Cölestin: ihr Kind in die Arme und erstickt durch ihren Wortschwall jede Erwiderung. , . L . , „ „Ah! wir haben ja Unglück gehabt, mein Kleinod, viel Unglück. Es sollte ja anders sein. In welchem Glanz, auf welchen Höhen sah dich schon mein liebendes Auge, aber das Leben ist rauh, und Gott führt uns ost andere Wege, als wir menten. Sie läßt Sylvia, die sich etwas unsanft zu befreien strebt, fahren und streckt mit pathetischer Geberde die Arme gen Himmel. „Gott wollte uns in den Schoß seiner allein seltgmachenden Kirche führen, damit unsere Seelen Frieden finden sollten. Ach. auch du mein Kind erfährst schon den Zauber dieses Kultes!, den segnenden Hauch in diesen Kirchen, den Trost, den ihr« Priester spenden." Sylvia steht da und faßt mit beiden Händen an ihre Schläfen. Ist die Mutter wahnsinnig geworden? Dieses hohle Pathos ist ihr freilich recht vertrant und seine Wirkung auf sie abgestumpft^ aber der Sinn, der in deut ganzen Gerede liegt. Ihr schwindelt, ihr ist als ob die Stube sich drehe und der Mutter Antlitz eine grinsende Maske sei. Der Conte! Die Mutter denkt, sie soll ihn heiraten und katholisch werden. Als ob plötzlich ein Schleier fortgezogen würde, so kommt ihr in dieser Stunde erst ihre Lage zum Bewußtsein, die ganz! Wucht der verwirrten Verhältnisse, in denen sie steckt. Der Conte, dieser galante Italiener, ist ihr zu Anfang widerwärtig erschienen, sie hat sich abgestoßen gefühlt durch seine feurigen Huldigungen. Dann, als ob er diese Abneigung bemerkt hätte, ist seine Art zurückhaltender' geworden, er hat sich durch unzählige kleine Aufmerksamkeiten nützlich, ja unentbehrlich gemacht: sie stehen hier ja so sehr allein im fremden Lande. Allmählich hat sie ihn als unvermeidliche Zugabe betrachtet — aber daß die Mutter gedacht, sie könne ihn heiraten — entsetzlich! Sie schaudert. „Mutter! das hieße ja, mich verkaufen!" schreit sie auf. „Sylvia, was für ein Wort! Du bist immer so gewaltsam und rücksichtslos, denken hast du noch nicht gÄernt. Gerade wie damals, als ich so unüberlegt rasch mit dir aus Dresden! und von Walldorfs fort mußte. Gott weiß, was ich nur damit ausbürdete." Sylvia starrte die Mutter an, als spreche sie hebräisch. Ihr armer Kopf ist so verwirrt. Aber richtig, den Vorwurf hat sie auch schon öfter gehört, daß sie damals durchaus fortgewollt und die Mutter aus ihrem Rnhasyl getrieben habe. War es so? sie weiß es selbst nicht mehr. Sie hat sich treiben und schleppen lassen in den letzten Jahren und sich wirllich gemüht, so wenig Ivie möglich zu denken. Wie lange schon ist sie hoffnungst- und ziellos, ein treibend Wrack auf hoher See. Dies rüttelt und packt sie. Der Lebenstrieb erwacht in ihr, der Trieb zur Not-; wehr gegen solche. furchtbare Zumutung. Und nun weiß sie es auch, daß das Leben mit der Mutter, so wie sie es jetzt fiHM. auf die Dauer unerträglich wird. Ihre Lippen sind fest geschlossen, ihre Augen glühen, ratlos irrt ihr Geist umher, nirgends eine Heimat, nirgends ein Ausweg. Ja, die Kirchen sind ihr mitunter wie ein Friedensasyl erschienen und die ernste, feierliche Pracht darin erhebt ihre Sinn« aus dein dumpfen Elend, in dem j e versunken ist, der Weihrauchduft, die Musik, der Gesang lullen sie ein. Sie hat die eifrigen Büßerinnen und Beterinnen zuweilen beneidet, wenn sie au den Beicht- stühlen knieten. Sie hatten eine Stätte, wo sie ihr Herz ent-, lasten konnten. c Die Mutter redet weiter, — von dem glänzenden Leben, das sie führen werde an des Conte Seite, — ein Palazzo in der Stadt, eine terra im Gebirge, eine Loge im Theater, Eqnipage, Toiletten, und einen gefügigen, sie anbetenden Gemahl. „O! diese Italiener sind anders, als unsere deutschen Bären!" ruft mir kürzlich viel davon und gar eine contessa, ihr wird nichts verlangt, sie ihn lebhaft. Durch die Seinen weiß mit Professor Villatte, von ihrer Flucht Hause, wo sie so sicher geborgen war. er von ihrer Verlobung ans dem Walldorfschest Sie war ja ein blut-- sie; „die Signora Liugia Ambrogi hat gesprochen, — eine italienische Dame, braucht sich um nichts zu kümmern, von als Schönheit und Grazie." Sylvia, die zuletzt abgewandt mit Won der Großmutter des Gießener Anzeigers. (Fortsetzung.) Die letzte Nummer des Jahrganges 1802 vom Gießener Anzeigungs-Blättchen brachte eine höchst seltsanie vierseitige Beilage. Sie gewährt Einblick in die Bitternisse der Schicksale eines betrogenen Eh ein a nnes und sei hier wortgetreu, doch unter Abkürzung des Namens, niitgeteilt: ~ Stzlvia stürmt in die Kammer, sie sieht den Abbate Lucci die Straße entlang kommen, — ha! nun sind ihr ja dessen Besuche auch klar. Sie kann ihn nicht sehen, seine salbungsvollen Worte und süßlichen Reden nicht ertragen. „Laß mich!" ruft sic mit ausbrechender Heftigkeit und reißt sich ungestüm von der Mutter umschlingenden Armen los; „ich muh Luft haben, Ruhe, Besinnung. Ich will hinausgehen." „Wohin, wohin, Sylvia, es schickt sich nicht, daß du allein gehst." junges Ding, gründlich unerfahren; ob die Mutter sie dazu verleitet hat? Und wie mag sie mit Roderich stehen — damals glaubte er, Roderich sei in sie verliebt. Hier scheint er sich gar nicht um sie zu kümmern, was ja recht auffallend ist. „Wenn Sie den Wunsch haben, die Kaiserpaläste zu besuchen, biete ich mich Ihnen gern als Führer an," sagt er jetzt; „und vielleicht siudeu Sie au mir einen besseren Erklärer, als an der Donna Luigia." Um seinen Mund zuckt es seltsam, beinahe verächtlich, als er den Namen der Dame ausspricht. Sylvia sieht lebhaft, sehr überrascht und dankbar zu ihm auf. „Haben Sie Zeit? O, wie freundlich wäre das von Ihnen." Er erscheint ihr wie ein Erlöser. „Gut," sagt er, „aber der Weg ist weit, wir müssen einen! Wagen nehmen." Er winkte einen Fiaker herbei. Während sie den Corso entlang fahren, beobachtet er sie heimlich. Sie sieht zart aus', ängstlich zart, als müsse sie sehr geschont und gehütet werden. Und in dem Leben, welches sie führt, ist davon nicht die Rede. Sie hat noch das süße Kinder-, gesicht; was sie an Frische eiugebüßt, Ivird ersetzt durch den! rührenden leidenden Ausdruck — er sieht sie wieder als Kind^ als kleine Elfengestalt in den Tanzstunden in seinem Arni! schweben, wie ihre Elfenfüßchen den Boden kaum' berührten.. Tie kleine Sylvia von damals, die sein Knabcuherz so heiß entzündete, mit der er in den Himmel zu fliegen vermeinte^ Das war lange Her. (Fortsetzung folgt.) - - „ ............. gerungenen Händen da- gestanden, dreht sich herum, und sieht der Mutter ins Angesicht. „Nie! nie!" ruft sie wild. Es liegt ein veränderter, ein verzweifelter Ausdruck auf ihren Zügen. „Sylvia! Sylvia!" _ Berichtigun g. Schon wähnte ich mich den Stürmen des Schicksals, dessen Wechsel ich so oft erfuhr, entronnen; — schon freute ich mich in dein Zirkel meiner kleinen Familie einer frohen Zukunft, träumte mir Seligkeiten, und glaubte durch Rechtschaffenheit, Fleis, saure Mühe, und rastloses Bestreben, den Meinigen ein Glück zu bauen: als plötzlich all' meine schönen Ideale wie Träume verschwanden, alle meine Gebäude von Glückseligkeit einstürzten, und ich ohne Freund einsam wie ein dürrer Baum da stand, dessen Blätter welkten, und dessen Aeste abfielen. Ein hämisches Geschick, ins heuchelnde Gewand erlogener Teilnahme gehüllt, untergrub durch den Zauber schmeichlerischer Täuschungen Jahre lang meine Ruhe, — zertrümmerte meine Hofmmgen, zertrat mit dem Hohngelächter der Hölle meinen häuslichen Frieden, zerriß die zärtlichsten Bande einer glücklichen Ehe, — und raubte mir sogar noch ein Herz, das die heiligste Sympathie des Bluts an mich knüpfte. Der rechtfchafene Mann hat für den Summet’ keine Thränen, sondern er handelt; — er weicht der Kabale aus, aber er fürchtet sie nicht. Der Mann aber, welcher sich selbst bewußt ist, und beide Seiten seines Schiksals, die gute und die böse kennt, bietet ihm inuthig die Stirn, und schont nichts, besonders wenn er wie ich, gerechte Sache hat, wenn blos lächerliche Schikanen und albernes Interesse kleinlicher Menschen gegen ihn die Zähne blekken, und man sich um seiner Ehre Flekken 'anzuhängen, solcher Erdichtungen bedient, die schon bei der ersten Ansicht das volle Gepräge offenkundiger Unwahrheiten an sich tragen. Ich bin es meiner Ehre schuldig, in meiner Sache, die gegenwärtig von vielen Seiten betrachtet und beurtheilt wird, die Meinungen des Publikums zu berichtigen. Ich habe um so weniger Ursache Publicität' und Licht zn scheuen, da ich hier in Giesen beinahe drei Jahre unter den Augen des Publikums handelte, und mein Betragen in moralischer, als jeder anderen Hinsicht, hinlänglich bekannt, auch Jedermann bis zur Ueberzeugung davon unterrichtet ist, was ich für meine Fran und Kind that, ivie ich als redlicher Gatte und Baler durch Ueberw'.ndung ungeheurer Schwierigkeiten, für ihr Glück und Zufriedenheit sorgte, und auf nichts anders als ihr Bestes bedacht war. Ausfallend mußte es daher Jedem seyn, als meine Frau mich au? Eingebungen Dritter Personen, plözlich, wider mein Wissen und Willen verlies. Aber empören mußte es Jeden, daß auf em« mal Namens der Verirrten, gegen ihren schuldlosen Gatten, der ihr soviel Gutes erzeigte, die er zärtlich lebte, ihr die sprechendsten I „ e,ueiie feiner Rechtschaffenheit und Sorge für ihr Wohl gab, der tr x I Ile dem Tode entriß, dein sie aus vielerlei Hinsicht hohen 1 Dank schuldig war, eine Klage eingereicht wurde, in welcher man cfKin': .er eiu gutes, freundliches Gesicht, zöaernd ?r1,ha^u[t iue^ von ihm zu ihr. Sie antwortet Palatin iS 1 "’l rcni, ,md) den Kaiserpalästen des Palann habe eine italienische Dame abholen wolleii, diese sei i ? b« M""er habe Besuch. Es überkömmt derm-g ch. ^hr anffasien muß, sie allein auf der Wan- b uud darum ist ihre Rede etwas konfus, dem «Ä Verwirrung keineswegs. Wer weiß, was Paul stellt (lEr lJtz 6ct ber butter ist allerlei möglich. Leit Ä via allüi £ Ä” »ichts; * ist die Gelegen- E' o - m -Ischen, sehr willkommen. Serr er ne I bedenklichen Verhältnissen gefunden, interessiert Frau Cölestine packt eine unbekannte Angst, so widerspenstig war Sylvia nie. Mein Gott! und da kommt schon der Abbate, sie kann das Mädchen nicht zwingen in diesem Augenblick. Wenn der Abbate erführe, lute sehr Sylvia dieser Heirat widerstrebt — uud sie ist in ^diesem Augenblick im stände, ihm das zn sagen. ,^Sylvia! Sylvia!" flüstert sie in ängstlicher Erregung, „geh zlir Signora -rniigin, sie wollte mit dir auf den palatinischen Hügel gehen — erinnerst du dich — du hattest den Wmisch, die Kaiserpaläste zn sehen; mich langweilen die Ruinen. Ich sage dem Abbate, du seiest dahin gegangen. Addio, carissima! Signora Luigia imrd dich beruhigen, erheitern, zerstreuen." Sie küßt Sylvia, rückt ihr den Hut zurecht, nestelt die fuoche ihres Jäckchens zu. Sylvia hört den Schritt des Abbate schon im salvne und fein charakteristisches Räuspern; sie eilt durch die Seitentür von der Schlafkämmcr aus auf den Flur und die Treppe hinab. Frau Zernial pustet, ihr hat der Atem ^agt bei dieser Katastrophe, dann glättet sie ihre Frisur, legt ihr Gesicht m die demütigen, verbindlichen Falten und tritt m den salone den Abbate zu begrüßen. ^ Sylvia lehnt unten noch an der Mauer des Hauses. Ihre Fuße zittern, sie fühlt sich todesmatt. Was soll werden, wohin JiTx&e fliehen? Ihr bietet sich nirgends ein Ausweg. Sie 'chKlcht langsam auf dem schmalen Trottoir entlang, hinunter nach der Piazza di Spagua. Die Luft ist frisch und schön, der Himmel über ihr wolkenlos blau. Zu der Signora Luigia ivill sie nicht gehen; diese redselige Freundin der Mutter, eine noch lugendliche, sehr korpulente Italienerin, ist ihr unsympathisch Ueberdles siegt die Dame gewiß noch in den Federn und sie tonnte sich auf ein stundenlanges Warten gefaßt machen, sollte die sie zum Palatin geleiten. Auch graut ihr vor dem Wort- schwE m der fremden Sprache, die sie nur halb versteht Da geht sie lieber allein, warum nicht — am hellen Tage, L wevkenm sie denn hier. Es ist Alltag, bei den Ruinen oben wird es leer sein. Sie geht zögernd weiter — dort im Palazzo Ruspoli wohnt die Russin — Roderichs Geliebte. Warum E Jfi5tratet ~ l'ie 'Nuß eine sehr bedenkliche Dame S folcl). eurem Verhältnis verharrt. Hier herrschen rechts freie Sitten, niemand nimmt Anstoß daran. . .'st f° furchtbar elend zn Mut. In jenem Hanse in ! but Roderich seine Wohnung, sie hat ihn dort ans I b°Ä,,Se"- .£r bat einmal bei ihnen vorgesprochen, ! öurnr^lrncöi. U'cht zu Hause getroffen, und seine Karte »umckgelasseu. Sie leben m einer Stadt und sind weit getrennt. ^^ E tetzt nut hastigen schritten an dieser Stelle vorüber. Da laa? fte' ba6 fie begegnen könne, i PO.« sagt eine Stimme hinter ihr; „Guten Morgen." K-f zusammen und wendet sich um. auf Monte^av^.7^feit « sie an jenem Abend ‘ 'm?11/6 v ^begrüßt, häufiger getroffen hat. allein? sägt e? eie ’ W h-ute morgen, ganz 303 — bei hiesigen: Fürstl. Hochverordneten Konsistorium aus Ehescheidung antrug. Kaum konnie ich im entferntesten so etwas ahnden, da sie als katholische Glanbensverwandiin auf völlige Ehescheidung ihren Religionsgrundsätzen nach nicht klagen durfte, indem die Triden- tinische Kirchenversammlung den schon mit dem Anathema belegt, der nur glaubt, daß daS hl. Sakrament der Ehe völlig gelößt werden könne, — und in meinem ganzen Betragen nicht die mindeste Veranlassung zu solch einem ungereimten und unbesonnenen Schritt auffinden. Doch nein! nicht sie klagte, ich müste mich sehr in ihrem Herzen und Verstand irren; nicht sie erdichtete Umstände, erfand Abgeschmaktheiten : nein, dazu halte ich sie nicht fähig, und bin gar zu sehr überzeugt, daß die ganze Sache ein (Seroebe verworrener Phantasien und der a l l b e k a u n t en Inko n s e g ue uz Dritter Personen ist, welche ihre Einwirkungen und hirnlosen Trennnngsplane auch noch in die Ferne durch einen ivahn- sinnigen Briefwechsel, von Schwachköpsen vermittelt, fortsetzen. In dieser Hinsicht übersah ich alle tausende Parentationen, alles romanhafte Gewinsel und ohnbärtige RaisouneinentZ, der chimärischen Klage, wie sie es verdiente, noch zur Zeit mit völliger Verachtung, und trug daher bei Fürstlichem Konsistorium den» Buchstaben des Gesetzes angen>essen, daraus an, daß ein gütlicher Verein zivischen meiner Frau und mir) »uöchte versucht werden. Hochverordnetes Fürstl. Konsistorium, welches ohnehiir den Vers»>ch der Güte, auch ohne meine Bitten, vermöge feiner höchstrühmlichstbekannten Gerechtigkeitsliebe von Anrtsivegen »vürde erkannt haben, verkündete daher den 17 teil dieses folgenden, der Sache völlig angemessenen Bescheid: I n Ehestrittigkeits-Sachen Sabina, des Fürstlichen Hauptmanns P. Ehekonsortin, einer gebohrenen H., dermals zu Neidengn, im Churfürstlich Mainzischen Klägerin gegen erwähnten ihren Ehemann, dahier zu Giesen, Beklagten. Bescheid. Bcwandten Umständen nach ist unter beyden Eheleuten, die Güthe, vor allen Dingen angelegentlichst zu tentiren, und ihnen mit zweckmäßigen Vorstellungen' und liebreichen Ermahnungen dringend zuznreden, ihre zu vielen grosen Unannehmlichkeiten, allem Anschein nach, führende Streitigkeiten beyzulegen, und sich wieder zu vereinigen, zu welchem Ende, weil Klägerin dahier nicht anwesend ist, nach reqnisitoriales an das Churfürstl. Vicariat zu Aschaffenburg erlassen werden sollen, und diesem vorgängig hiernächst in der Sache weiter ergehen soll, was Rechtens. Von Rechts Wegen. Ich bin vollkommen überzeugt, daß kein Vernünftiger es wagen wird, diesen Bescheid unrichtig zu interpretiren, oder gar dessen Vollstreckung entgegen zu arbeiten und eine Wiedervereinigung zu hindern, welche in Folge derselben statt haben dürfte. — Sollte iedoch wider Vermuthen die Güte nicht stattfinden, sondern iene Klage inr Wege Rechtens weiter verfolgt werden müssen, so werde ich zu Vermeidung weiterer besoralichen unrichtigen Urteile, sämtliche Aktenstücke nicht nur dem Publicum im Drucke nach und nach mitteilen, sondern auch die dabei handelnden einzelnen Personen, in ihrem verschiedenen Interesse und Benehmen, gehörig, und der Wahrheit gemäs schildern, und immer meinem Wahlspruch getreu bleiben: Thu' recht, scheu' Niemand! Giesen den 17 teil April 1802. , F. P.... Wie dieser so ergreifend als bombastisch dargestellte Eheroman zu Ende ging, das verschweigt des „Gießner Anzeigungs - Blättchens" auf Anzeigen beschränkte Höflichkeit. Jedenfalls ist das Eine klar daraus ersichtlich, daß unser liebes . Gießen damals ein ganz erbärmliches Klatschnest gewesen ist. Ob freilich die Flucht der mutigen Haupt- und Ehemanns P. in die Oeffentlichkeit die bösen Lästerzungen zum Schweigen gebracht hat, ist, wenigstens nach den Erfahrungen eines Gegenwartsmenschen, zum mindestens recht zweifelhaft. Aus dem Jahrgange 1806 des „G,-A.-Bl." erfährt man, daß in jenem Jahre die Schleifung des städtischen Walles stattfand. Wie sich im übrigen vor 100 Jahren das bürgerliche Leben in Gießen im allgemeinen abspielte, wie es in und rings um Gießen damals aussah, davon erfährt man aus dem papierenen Munde der Großmutter des Gieß. Anz. so gut wie nichts. Damals erhob noch kein Bürger bängliche „Eingesandt"-Klagen in gebundener oder ungebundener Rede im Wochenblättchen. Doch man darf wohl mis Reisc- schilderungen der damaligen Zeit Schlüsse ziehen auf das Aussehen von Stadt und Land. Darum sei daran erinnert, daß z. B. selbst das damals ca. 200 000 Einwohner zählende' Berlin all seinen Unrat nahe vor den Toren ablud „und sich jeder also vorstellen kann, welch ein liebliches Gemisch von Gestank die Exkremente von Berlin und das Aas der krepierten Haustiere" dem Reisenden dort, wie wohl auch hier, entgegen dufteten. Sah man doch damals in allen deutschen Städten wenig darauf, tote Hunde oder Katzen selbst von den Straßen zu entfernen und ließ man doch selbst halbe Tage lang tote Pferde in den Straßen liegen. Am Tage tat man im übrigen in Haus und Garten, Stall und Scheune seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Von einem Spazierengehen innerhalb der Stadt war keine Rede, denn es gab erstens überhaupt noch kein Pflaster und keinen Bürgersteig, sondern noch viel, viel mehr Staub und Morast in Frühling, Sommer, Herbst und Winter als heute, und zweitens keine Auslageuerker, sondern höchstens bei Handwerkern ein paar Schuhe oder Scheren, Messer, Pferdegeschirr und dergleichen. Am Abend aber machte man's gewöhnlich in der Art, wie 's Wilhelm Busch so hübsch und idyllisch in „Plisch und Plum" erzählt: Papa Fittig, treu und friedlich, Mama Fittig, sehr gemütlich, Sitzen, Arm in Arm geschmiegt, Sorgenlos und stillvergnügt Kurz vor ihrem Abendschmaufe Noch ein wenig vor dem Hause, Denn der Tag war ein gelinder, Und erwarten ihre Kinder. Geistige Anregungen wurden damals den Bürgern trotz der Universität äußerst spärlich geboten. Im Mai 1808 gab es ganz ausnahmsweise einmal im Saal des Buschischen Gartens eine musikalisch-deklamatorische Akademie, in der mehrere Gedichte von Schiller, Bürger und Matthisson die Schauspielerin Emilie Harrer vortrug. Wer sich am Theater erfreuen wollte, mußte nach Frankfurt reisen, das bekanntlich von 1806—13 unter napoleonischer Herrschaft stand und schon verhältnismäßig glänzende Opernvorstellungen zu Wege brachte, auch Maskenbälle und Konzerte, in Ermangelung eines entsprechenden Saales, im Schauspielhause gab. Oder nach Darmstadt, wo der Großherzog 1809 sein Theater für damalige Begriffe prächtig ausstattete und, sich gleichfalls namentlich der großen Oper zuneigend, persönlich intimen Anteil an dessen Leitung nahm. In Kassel war unter „König Lustik" das deutsche Schauspiel aufgehoben worden und dafür eine musterhafte französische Oper und ein ebensolches Schauspiel nebst einem verschwenderischen Ballett eingerichtet worden. (Fortsetzung folgt.) „Dekoration" tntb kein Ende. Der Begriff „Dekorationsdivan" besagt so ziemlich alles. Ihm schließt sich eine lange Reihe von Objekten würdig an, deren! wesentliche Bestimmung darin liegt, zu „dekorieren'. .Wir nnifcn Dekorationsteller, die niemals Speise fassen lonnen, Dekorationsvasen und ebensolche Krüge, die weder Blumen, noch Wasser oder. Wein aufzunehmen geeignet sind, „Dekorationssaulen an den Schranktüren, die nichts tragen, sondern nur angekiebt sind und mit den Türen auf- und zngchcn, Zigarrenabschneider. die mit dem Kvpf Bismarcks oder Moltkes „dekoriert" sind, Glaser oder Krüge, die den Leib eines Pfäffleins oder eines Gnomen vorstellen, Glasmalereien, die keine sind, sondern klägliche Imitationen, an die Fensterscheiben zu hängen, um das ohnehin spärliche Tageslicht aus unseren Wohnungen gönzsisch zu bannen, Blumen.und Pflanzen, den lebenden, echten, getreulich nachgebildet, künstliche Palmen mit verzweifelt ausgestreckten starren Blätterfingern, Blattwerk und Girlanden an allen Formen und Gefasten, und in harmonischem Wetteifer mit all diesem Unrat schlechte Bilder, japanische Schirnie, Fächer nsw., mit denen die Wände „geschmückt" sind. _ , , „ . „ , ... . Der kategorische Imperativ „«chmückc Dem Heun ist der Urheber dieses erborgten fälschlichen Luxus, aber wir finden es auf den Straßen nicht besser. Gerade hält der Postwagen vor dein Hause, der Blick fallt auf das kleine Jaloiisienfenster, das unbegreislicherweise an dein Wagen angebracht ist. pbcr_ es■ tjt gar kein wirkliches Fenster, cs ist nur — Darauf gibt es ebensowenig eine befriedigende Anüvort wie auf die Frage, welchen Sinn die winzigen Balkons und Erwr an den Häusern haben, die so klein sind, daß sie keines Menschen Fuß betreten kann. Sie dienen augenscheinlich bloß als „Dekoration,, wie jene lächerlichen, maulaufreißenden Masten, mit denen die Hausfassaden bis ins oberste Stockwerk „verziert sind Wie das Fnnere und Aeustere der Läden ist, so sind natürlich auch, btt Menen Straßen und Plätze, die Parkanlagen und Monumente haben, die nichts weiter vvrstellen, als sogenannte „Dekorationen". Die Vorgeschrittenen wehren sich und erklären: Bitte, der Dekorationsdivan ist überwunden, wir haben ein englisches Zimmer! Das englische Zimmer hat einen mächtigen Kamin, — 304 -- Von einem riesigen Feuermautel überwölbt, tzarv nter ein offenes KvUenfeuer, oder nicht? Ach nein, es ist Gasheizung, auf künst- liche Weise Kohleuheizung vortäuscheud, und statt des Dekoratious- divans findet sich ein sogenannter Zierschrank vor, mit getriebenen Kupferbändern, die aber nichts zu halten haben, sondern an den Türen, die in Scharnieren laufen, angenagelt sind! Wozu der Feuermantes, wozu das' künstliche Kohlenfeuer, wozu der Zierschrank, wozu die angenagelten Knpferbttnder? — Darauf hört man die stehende Antwort: Weils halt so schön ist — wissen Sie — der Dekoration wegen! Man sieht, diese dltodernisierung gibt dem Dekorationsdivan nnd deut ganzen alten Gschnas nichts nach. Stellen sie ein wirkliches Kunstwerk hinein, so sieht es in solcher Umgebung doch nichts gleich! Der Unfug hat keine Grenzen; er wird in seinem ganzen Umfang offenbar werden, wenn es wirklich einmal gelingen sollte, die Kultur wieder auf sachliche Grundlagen zu stellen. Zu diesem Zweck ist noch alles neu zu machen vom Kleinsten bis zum Grössten: die ganze Welt ist neu zu bauen. Dann wird ein Staunen sein über die Macht, die das echte Kunstwerk in einer solchen sachlichen Umgebung ausströmt. VsSgMfMGA» Der Hauptmann von Köpenick erfreut sich in Holland auf dem platten Lande einer gewissen Popularität, die der einer rundreisenden Schaufpielertruppe, welche ihn verherrlichte, zu verdanken hat. Die unangenehmen Folgen dieser Popularität erlebte vorige Woche Leutnant H. aus Herzogenbufch, der mit einem nordbrabantischen Dorfbürgermeister wegen der Einquartierung während der Herbstmanöver dienstlich unterhandeln sollte. Der Bürgermeister lieh den Leutnant ruhig ausreden und fragte ihn dann mit malitiösem Lächeln, ob er vielleicht auch die Gemeindekaffe mitnehmen wolle. Anfänglich begriff der verdutzte Offizier den Torshäuptling nicht. Als dieser jedoch innner deutlicher wurde und schließlich die ganze Köpenikiade in Versen vor- trug, ging dem Leutnant ein Licht auf und er verließ ärgerlich die Bürgermeisterei, auf Schritt und Tritt gefolgt vom Gemeinde- polizisten, der vom Bürgermeister den Auftrag erhalten, dem „Kopemcker" gut auf die Finger zu sehen. ' Glücklicherweise begegnete der Offizier einem Herzogenbuscher Bürger, der den Leutnant kannte; aber auch dieser sand erst Glauben beim Dorshauptlutg, nachdem er ihm mit Handschlag die Versicherung gegeben, daß der Leutnant „echt" sei. — ~ ", Tine „Hexe" erschlagen. Im Dorie Fedjukina des Smolensker Kreises war eine 80jährige Frau, Protassowa, wegen „Hexerei' erschlagen worden. Es kam zu einem Prozeß, in dem wieder einmal die „Macht der Fiiffternis", die noch immer im „dunkelsten Rußland" herrscht, zu Tage trat. Ueber den Prozeß bericytet die „Nov. Wr." folgendes: Einige bekrunkene Bauern zogen vor das Hans und verlangten von der dort ivohnenden Bäuerm Nikitina, daß sie die „Hexe" Protassoiva ihnen ausliefern solle. Tie alte Frau war nicht zu Hause. Als sie heiinkehrte, drang der Bauer Koljadin in die Hütte, riß sie von der Ofenbank herunter und schleppte sie auf die Straße. Hier prügelte er die Greisin vor den Augen der kaltblütig zuschanenden Bauern. Es wurden sogar dem brutalen Kerl Aufmunterungen aus dem Bauernhau en zugerusen, er solle die „alte Hexe" nur ordentlich schlagen. Schließlich ergriff der Unmensch ein langes Brett rind schlug die alte Frau tot. Die Zeugen vor Gericht, unter ihnen ein Sohn der Verstorbenen, konnten nur aussagen, daß die Erschlagene einen „bösen Rus im Dorfe und darüber hinaus genossen habe, und daß man m der ganzen Gegend schon lange vorher davon gesprochen habe, daß die alte Protassoiva erschlagen werden würde. Auf die Fragen, ob sie denn wirklich an Hexen glaubten, gaben die Zeugen ausweichende Antworten. Der Zeuge Nikitin, in' dessen Hanse die alte Frau gewohnt hatte, konnte nur sagen, daß er und viele andere sich gefreut hätten, daß man die „Hexe" erschlagen habe. Der angeklagte Mörder Koliadin wurde nach drei Minuten langer Beratung der Geschworenen f r e i g e s p r o ch e n (1) Literarischer. — Geschichten aus deutscher Vorzeit. „Hcms- kucherer" Band 14 — Novellenbuch Band 3. 246 Seiten Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hmn- burg-Grvßborstel. 6. bis 10. Tausend. Preis geb. 1 Mk. — Das Buch bietet uns in drei höchst fesselnden Erzählungen treffliche Schilderungen deutschen Lebens früherer Zeiten. Der Band beginnt mit des jüngst verstorbenen Adolf Schmitthenner „Tilly in Nöten", einer formvollendeten Novelle, in welcher der Dichter um die Person des großen Generals aus dem 30jährigen Kriege als Mittelpunkt eine lebens frische Episode gestaltet hat, vor deren Humor und Farbenpracht die Schrecken jener blutigen Zeit fast in den Hintergrund treten. — Die zweite Novelle „Frühschein" aus der Feder des österreichischen Dichters I. I. David, der gleichfalls erst kürzlich verstorben ist, hat einen Hexenprozeß zum Gegenstände und zeichnet sich durch sprachlich meisterhafte Behandlung sowie durch die stimmungsvolle Schilderung innerer Kämpfe aus, die allen Dichtungen Davidsj besonderen Gehalt verleiht. — Wilhelm Hauffs bekannte Erzählung „Jud Süß" schließt den Band. Eine in Württemberg noch heute volkstümliche historische Episode aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts hat Hauff in voller Anschaulichkeit mit der ihm eigenen frischen Erfindungsgabe und in flotter Sprache wiedererzählt und zugleich ein gut getroffenes Bild der inuerpolitischen Zustände eines deutschen Mittelstaates jener Zeit entivorfen. — Die Ausstattung des beispiellos billigen Bandes ist wie bei allen Büchern der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Dtiftung mustergültig. — Wilhelm Jensen: lleber d er Heide. Volksbücher Heft 12.) Verlag der Deutschen Dichter-Gedächtnis-, Stiftung in Hambnrg-Großborstel. 127 Seiten. Mit einem Bilde des Dichters. Preis geh. 25 Pf. — Wenige andere! Erzählungen der deutschen Literatur geben wohl die schreckliche Zeit des 30 jähr. Krieges so erschütternd, in so scharfer und farbenreicher Zeichnung wieder, tote diese Novelle. Denn der Dichter hat hier dem Wüten der Kriegsfurie bewußt den großen Frieden, die einsame Pracht der Lüneburger Heide gegeuübergestellt. Mitten in dieser mit allem Zauber der Stimmung geschilderten Landschaft, in den ergreifenden Bildern des Kriegslebens hat Jensen mit echter Gemütstiesp und üppiger Phantasie ein liebliches Idyll, ein farbenprächtiges Märchen geschaffen: ein sich innig liebendes Paar,^ das trotz aller Prüfungen der schrecklichen Zeit einem neuen Leben erhalten bleibt, und die dämonenhaft unbegreifliche Figur des phantastischen Zigeunermädchens Biri. Das überaus billige, vortrefflich ausgestattete Heft ist zudem mit einem vortrefflichen Bild und dem Namenszug des Dichters geschmückt. Vermächtnis. Die Lieder geb' ich dein Winde, Fragt nicht: wer hört ihren Schall- Baid weht der Wind nur gelinde, Bald wogt er wie Glockenhall. Hier flüstert er leis' im Laube, Kühlt fächelnd der Wangen Glut, Dort wirbelt er toll int Staube, Als Sturmwind peitscht er die Flut. Heut' läßt er grollend erdröhnen Den Donner im Wolkenflor, Und morgen lockt feint Versöhnen Den blauen Himmel hervor. Labt oft mit frischerem Wehen Beim Morgen- und Abendrot, Hebt aus zum Himmel das Flehen, Die Seufzer der tiefen Not. Und schwingt von fröhlichen Stunden Den Jubel durch Gottes Welt, Hält Erd' und Himmel verbunden, Küßt Blumen und Sternenzelt. Dem Winde geb' ich die Lieder, Weiß nicht, wohin sie all' weh'n. Wollt' Gott, ich fände sie wieder In Herzen, die mich versteh'«. Dr. Fr. K, Rösselsprung. Auflösung in nächster Nummer. und nur wenn auf gen gelt bracht inner der sie stet nacht voll er auch gleich daß lauf gen des nen der un ist sei- tag es fahre ist lebens ster in Auflösung des Homonyms in voriger-Nummerr Wenzel. Redaktion: P. W ittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießern