Samstag dm 27, Kprik 8 L - Ks läl M MU Dem Irrlicht Aach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „Tu wärest ohnehin nicht zum Reiten gekommen bei diesem schauderhaften Wetter," warf Erna ihr ein und zitterte in dem Gedanken, daß Sylvia ihre murmelnden Bemerkungen auch Vil- latte gegenüber nicht zurttckhalte und wie schmerzlich sie diesen berühren würden. So verging der Muter. Der Februar brachte endlich sonnige Tage, Villatte überreichte seiner Braut die ersten Schneeglöckchen. Er war sehr glücklich, er sah strahlend aus heute morgen, seine seinen, geistvollen Züge warm vom sonnigsten Lächeln erhellt. Er hatte eine Ueberraschung für Sylt' die Ernennung zum Professor war da. Er hatte es vermiede,..'mit ihr über seine Aussichten und Hoffnungen zu sprechen, bis er Gewißheit hatte. Er wollte einer Beeinflussung von Frau Zernials Seite vorbeugen, denn diese war sicher mit einer Trennung von der Tochter nicht einverstanden. Jetzt, wenn er Sylvia allein die Nachricht mitteilte, kam ihr Empfinden dabei rein aus ihrem Innern heraus, und er hatte sich vorgenommen, bei dieser Gelegenheit eindringlich mit ihr über die Zukunft zu sprechen und bei ihr selbst beit Wunsch zu wecken, daß sie allein ihren Ehestand in fremdem Ort anfingen. Gr hoffte, daß ihre Liebe zu ihm ihr Eltern und Heimat ersetze. Sylvia lächelte ihm freundlich zu, als er ihr die Schneeglöckchen reichte, und befestigte sie an ihrem Gürtel. „Du bist so gut und aufmerksam, Armand," sagte sie. Armand Villatte, der so genau in den Geschichten der Völker aller Zeiten Bescheid wußte, verstand sich wenig auf Menschen-, vorzüglich Frauenherzen. Er nahm diese kühle, lieblick)e Freundlichkeit für Liebe und wähnte, die Jungfrau karge in spröder Scheu mit dem Ausdruck ihrer Gefühle. „Ich bringe dir heute mehr als diese Frühlingskinder," fuhr er fort, „mein Herz ist voll Freude; sieh her — kennst du solch ein Dokument mit gewichtigem Siegel?" Er hielt ihr das Diplom von der Universität entgegen und erwartete, sie würde in Jubel ausbrechen. Sie blickte anfangs gleichgültig auf das Pergament, dann machte der Ausdruck seines Gesichts sie ängstlich. „Was bedeutet das?" fragte sie zagend. „Es bedeutet, daß man deinem einfachen Armand den Lehrstuhl der Geschichte an der Universität Leipzig anvertraut, und daß unsere Einnahnie sich damit beträchtlich vergrößert." Aber anstatt zu jubeln, ward sie bleich und trat einen Schritt zurück. „In Leipzig?" wiederholte sie. „Wir werden also nicht hier bleiben?" Es tat ihm lveh, daß die Erwägung der Trennung von ihren Lieben ihre erste Regung war, aber er verlangte wohl zu viel — es war im Grunde das Natürlichste. „Ja, Geliebte!" sagte er ernster; „und glaube mir, es ist uns gut nach allen Serien, wenn wir von vornherein an fremdem Ort uns einrichten. Mir sind da ganz auf uns allein angewiesen, das ist für ein junges Liebesglück das Schönste." Sie schlug blitzschnell einen Moment die gesenkten Augen auf, er fuhr zusammen, es zuckte wie ein feindlicher Strahh darin. „Sylvia, fürchtest du dich, mit mir allein zu sein?" Sie schüttelte den Kopf und wendete ihn ab, sie drängte offenbar Tränen zurück. „Ich habe nie daran gedacht, daß wiv anderswo leben könnte», als in Dresden," sagte sie gepreßt. „Leipzig liegt nur drei Stunden mit der Bahn cntfernh du kannst da deine Pflegeeltern und Mama hier häufiger be- suchen." „Mama? O, die wird sicher mit uns gehen!" „Das wünsche ich nicht, Sylvia, und ich hoffe sehnlich, daß du mich recht verstehst. Du wirst gewiß das Verlangen haben, selbständig zu werden und frei. Wir wären beide nicht frei, wenn eine dritte stets als intime Vertraute neben, ja zwischen uns stände." „Also du willst mich von all den Meinen losreißeu!" Den Ton aus ihrem Munde kannte er noch nicht. „Sylvia, liebst du mich denn nicht?" Sie warf sich in die Sofaecke und verhüllte das Gesicht. „Laß mich — ich muß mich doch erst besinnen." Zum erstenmal wehrte sie ihn rauh ab, als er ihr die Hände vom Gesicht nehmen wollte. „Ich — es kommt doch zu plötzlich — und Mama liebt tnich so sehr — sie wird rasen, wenn sie es erfährt." Rasen — ja, das war das richtige Wort, obgleich es sonderbar! genug klang aus dem Munde ihres Kindes. Villatte stand mit finster gerunzelter Stirn und gekreuztes Armen an den Pfeilerschrank gelehnt und sagte in fremdartigem Ton: „Gut, so besinne dich!" Sie sah scheu auf. Er war böse und tief verletzt. Sie hatte eigentlich gemeint, daß er nie böse werden könne, wie furchtbar strenge sah er jetzt aus. Es war ein schrecklicher Gedanke, allein in Leipzig zu sitzen, mit ihm allein — o Gott, das Leben wäre ja gar nicht zu ertragen. Und wenn sie Nein sagte, die Verlobung aufhöbe, alles hinwürfe — die Gedanken schossen wie Blitze durch ihren Kopf — das würde ein Hallo geben. Der Pflegevater sagte ihr in seinem Zorn gewiß, daß sie zur Mutter gehen solle, und bei Mama war es gräßlich — noch schrecklicher als in Leipzig, wo sic schließlich doch Herrin in ihrem Hause war. „Sei nicht böse, Armand," begann sie kleinlaut, „ich konnte mich nicht gleich fassen." „Tn hast mich heute irre an dir gemacht, Sylvia," entgegnete er traurig. „Ich wiederhole es dir noch einmal, besinne dich darüber und — gib mir volle Wahrheit. Ich kann alles verzeihen, aber keine Lüge." Er war blaß geworden, der sonnige Ausdruck war völlig aus seinen Zügen gewichen, die wie aus Erz gegossen aussahen. Sylvias kleine Seele erzitterte. Roderich hatte sie früher öfter augesahren, sie hatten sich nmnch liebesmal gezankt uüd er — 242 Tvar nicht allemal zart und rücksichtsvoll, aber sie hatte sich nie vor ihm gefürchtet. Hier trat ihr ein ihrer innersten Natur fremdes Element entgegen und machte sie erbeben. Armand Billatte nahm langsam seinen Hut, in ihm zuckte ein wilder Schmerz auf, er hatte in anderer Stimmung von hier zu scheiden geglaubt. Sylvia ließ ihn fortgehen. Sie hatte nicht den Mut, ihn Noch einmal anznreden — er aber legte es ihr als Trotz aus, sie erschien ihin heute i n einem neuen Licht, aber richtig verstand er ihre Natur auch jetzt nicht. Als er durch den Salon schritt, kam ihnr Erna entgegen. Sie kannte jede Falte seines Gesichts und wußte sofort, daß ihm etwas geschehen war. „Billatte," sagte sie fragend, „was ist Ihnen?", Er sah ihr in die treuen Äugen, welche Sorge wiederspiegrlten. ,,O, es ist nichts," erwiderte et; es widerstrebte ihm, von diesem ersten Zerwürfnis mit Sylvia etwas zu verraten. „Ich habe die Professur erhalten, gestern kam die Ernennung.," Ernas Gesicht leuchtete auf. „Ich gratuliere!" rief sie warm. „Mir sind alle sehr stolz auf Sie," setzte sie hinzu. Er schwieg, die Falten auf seiner Stirn glätteten sich nicht. „Aber da ist doch einzig Grund zur Freude," mehlte sie befremdet. Er atmete tief und lächelte. „Freilich, ich bin iln Grunde auch der Meinung. Sylvia liegt aber die damit verbundene Trennung von hier schwer im Sinn. Gute Erna, Ihnen kann man ja nichts verhehlen, wir hatten den ersten kleinen Zank miteinander." Er versuchte es, sich zu einer leichten Tonart zu zwingen. Er in seinem Herzen Wußte, daß es kein „kleiner Zank" geivesen war. Erna erschrak. Sylvia hatte sich nicht über seine Beförderung gefreut, sie hatte ihm zuerst ihren Mangel an Liebe verraten. Nahm er es wirklich noch leicht? Ließ er sich noch täuschen? „Sylvia ist mitunter albern," sagte sie kurz. „Sie wird sich besinnen," entgegnete er lakonisch. „Bitte, wollen Sie ihr sagen, daß sie mich heute nicht mehr erwarten solle, ich habe vieles zu erledigen." „Ich werde es ausrichten. Biel Glück auf den neuen Weg, Billatte!" Sie drückten einander die Hände und er ging. Ja, sie verstand ihn immer, begriff sein Streben und erfaßte das Wichtigste. Ihr wurden die anderen Erwägungen iwst in zweiter Reihe gekommen sein. Sie war eine völlig andere Natur als Sylvia. Die Begegnung mit Erna hatte Billatte aufgcrichtet, in ihrem Wesen lag etwas Sänfrigendes, Ausgleichendes. An diesem Abmd saß Sylvia mit ihrer Mutter in eifriger Beratung auf ihrem Zimmer. Sylvia hatte ihre Seele erleichtern Müssen und niemand sonst dafür gehabt als ihre Mutter. Frau Zernial war in großer Erregung. Das war ja ein ganz perfides, hinterlistiges Benehmen. Natürlich hatte er das lange voraus gewußt, vom Himmel ganz unerwartet fiel solche Ernennung nicht, und seiner Brant und ihr hatte er nichts davon verraten. _ Ihrer also wollte man sich entledigen, das !var ja recht hübsch —, .und rund heraus hatte er das gesagt, zu ihr, der Tochter? Wirklich unerhört, unglaublich! Sylvia stand am Fenster und blickte in den grauen Februar- abeud hinaus. Die Sonnenblicke des Morgens hatten nicht lange gedauert, jetzt mar der Himmel trübe, die halb geschmolzene Schneedecke sah schmutzig aus und die kahlen Sträucher im Garten hoben sich schwarz ab von dem lichten Horizont. Die ganze Welt war grau in Grau. Sylvia suhlte sich sehr unglücklich. Sie hörte nur halb der Mutter Gerede, das sich wie gewöhnlich kraus durcheinander fkicht. Die Vorwürfe über ihre Uebereilung, als sie sich damals nach Roderichs Abreise sogleich Mit Billatte Verlobte, hatte sie schon genug gehört — es wäre vielleicht besser gewesen, fte hätte gewartet, aber was blieb ihr denn für eine Wahl? , „Tu könntest dir mit deinem Talent, mit deiner Stimme allein eine Zukunft erobern," sagte die Mutter. „Ja, wenn wir nur etwas Geld hätten, da wüßte ich, was wir täten. Wir gingen sofort nach Berlin, ich ließe deine Stimme ausbilden und dir wäre eine glänzende Laufbahn gewiß. Das würde Roderich elektrisieren, du berühmt, gefeiert, umworben, du die vollendetste Interpretin seines Werkes, du mit der Macht ausgerüstet, seine Oper zu lancieren — ha, er würde sich ärgern — ärgern zum Bersten, dich nicht besser erkannt-, nicht für sich gesichert zu haben!" Nodsrichs Name goß Feuer durch Sylvias Adern. Das Bild, was die Mutter heraufbeschwvr, ließ alles in ihr erbeben. Sie auf der Höhe, sie Künstlerin, 'begehrt, gefeiert, er vor ihr als Bittender! Aber das waren ja Seifenblasen. Erstens hatten sie kein Geld, und dann — den weiten Weg vom ersten Versuch, ihre Stimme anszubilden bis zu dieser Staffel höchster Triumphe, erwog auch Sylvia nicht, es wogte nur ein heftiges Begehren und der Truck der Fesseln, die sie sich selbst geschmiedet, in ihr. „Geld, ja hatten wir Geld!" Die Mutter war schon wieder bei anderen Gegenständen, Sie malte jetzt die künftigen ehelichen Szenen, sie kannte die Männer; v, ob sie sie kannte! Selbst ihr Zernial — was nun folgte, stimmte durchaus nicht mit den Erzählungen von dem süßen Turteltaubenverhältnis zwischen ihr und dem Gatten. Sylvia überlies es eiskalt bei den Schilderungen rauher Zerwürfnisse, roher Härte; die Mutter mußte ja furchtbar gelitten haben. Waren das die Freuden der Ehe, selbst da, wo ein Paar in heißer Liebe sich vereint hatte? O, mein Gott, wie mochte ihr Los werden! Sie preßte die Stirn gegen dis kalten Scheiben und rang die Hände in stummer Qual. Verzweifelte Gedanken flogen durch ihren Kopf — wenn sie sort- laufeu könnte, weit fort, allein hinaus in die weite Welt, wo sie Billottes Augen nie wieder begegnete. Sie konnte nicht länger so weiter lügen und heucheln und die Sanfte spielen, während es in ihr lud;te. „Ich könnte alles verzeihen, nur keine Lüge!" Die Worte tönten ihr noch in den Ohren und brachten das Gefühl der Furcht in ihr zurück. Auch Ernr hatte ihr damals gesagt, ehe sie ihm ihr Jawort gab: „Du darfst nicht lügen und betrügen!" Das hatte sie damals nicht gewollt, nicht gemeint zu tim, aber jetzt — ach, es kam über sie, welch ein Betrug, welch eine tägliche Lüge dieser ganze Brautstand gewesen war. Die Mutter gab ihr eine Menge Verhaltungsmaßregeln sür den komnienden Tag, was sie zu ihrem Verlobten sagen, wie sie sich benehmen solle. Es schwirrte ihr alles durcheinander, sie hatte kein Vertrauen zu der Mutter Ratschlägen, sie hatte ihre eigene Seele, ihre eigenen Gedanken, nur einzelne Funken aus deren Reden zündeten bei ihr. 9. Kupitel. Am anderen Morgen war es ungewöhnlich still im Hause. Der Kommerzienrat war früher als sonst in die Stadt gefahren, Fran Friederike hatte ihre Migräne und Erna schrieb Briese auf ihrem Zimmer. Frau Zernial ließ sich nicht sehen. Sie hatte es sich überlegt, daß es geratener sei, Sylvia erst allein operieren zu lassen. Billatte war noch bis über die Ohren verliebt, Sylvia würde es schon verstehen, chn zahm zu machen. Natürlich mußte sie, wenn die Heirat nicht zu umgehen war, mit nach Leipzig übersiedeln und bei ihrem Kinde bleiben. Der Schwiegersohn nahm da dann in den Gelehrtenkreisen jedenfalls eine hübsche Stellung ein, das junge Paar würde viel Verkehr haben — sie fand da wohl Abwechslung und Behaglichkeit — das Heben bot ihr nun einmal nicht mehr. Sylvia stand unterdes vor dem Spiegel und probierte einige Kostüme, sie wählte zuletzt das kleidsamste für den heutigen Tag, wenn es auch für den häuslichen Zirkel reichlich elegant Ivar. Aber sie mußte Armand ja besonders bezaubern und für die Zukunft ihre Bedingungen stellen. Sie horchte auf jeden Tritt, sie hatte nicht geglaubt, da'ß er nach ihrem ersten Zerwürfnis so lauge fortzubleiben vermöchte. Er kam wirklich den ganzen Vormittag nicht. Ta kam Papa Walldorf angefahren. Er kehrte früher als sonst aus der Stadt zurück, sie war hinuntergegangeii, um nach ihrem Verlobten auszuschanen, und lief ihm gerade in den Weg. „Ei, ei, erwartetest wohl einen andern?" sagte der Kommerzienrat und klopfte ihr die Wangen. „Bist ein bißchen schmal geworden in der letzten Zeit, ja — ja — Liebe zehrt. Ist deins Mutcer auch du?" „9?ein, sie kam heute morgen gar nicht, und ich habe auch nicht Zeit gehabt, zu ihr hinüberzugehen." „So — so — na, ist ja auch nicht nMg, daß ihr immer zusammenhockt. Komme du übrigens gleich einmal mit in mein Zimmer, es hat sich allerlei für dich recht Wichtiges begeben." Sylvia zitterte. Die Erinnerung an die Stunde vor einigen Monaten, als der Vater sie ebenfalls zitierte, damit sie Billottes Bewerbung erfahre, überkam sie mit greifet Deutlichkeit. Was war es denn heute? Daß Armand ihr seine (Ernennung $unt Professor mitgeteilt hatte, wußte der Vater. „Hast du Armand gespwchcn?" ftngte sie. „Nein, heute nicht; ich habe ihm auch noch nichts mitgeletlt von dem, was ich bereits feit gestern wußte. Ich Wolfes erst allerlei informierende Schritte tun, ehe ich sprach, und dmn hist du die Nächste, es zu erfahren." — 243 — Er wies ihr einen Sessel in einer förmlichen Manier, als fei sie eine fremde Dame. Dann schritt er ein paarmal unruhig im Zimmer auf und ab, als suche er nach den richtigen Worten. ,,Ja, das hilft nicht," begann er endlich, „Umschweife und weitläufige Einleitungen zu machen verstehe ich nicht, und da du ihn gar nicht gekannt hast, wird es dich auch nicht umwerfen. Dein Vater, Herr Zernial, ist tot!" , Sylvia sprang vo ihrem Si.-> empor. „Mein — mein Vater? Wußte nmtt denn, wo er war?" „Nein, das wußte man nicht. Deine Mutter, die eS ja allein hätte wissen sollen, hatte keine Kunde von seinem Aufenthalt, wir also erst recht nicht. Jetzt ist die Nachricht vom deutschen Konsulat aus Mexiko gekommen, wo dein Vater in eineni kleinem Ort im Staate Sinaloah, in Rosario, gelebt hat. Er ist dort einsam gestorben. Ein Fremder, ein dort angesessener Kaufmann, der zugleich die Konsulatsgeschäfte im Städtchen besorgt, hat ihm in seinen letzten Strrnden beigestanden und seinen Nachlaß geordnet." iForlsetzung folgt.) Die falsche Braut. Man schreibt aus Schanghai: Das arme chinesische Schneiderlein! Er schwelgte in allen Wonnen und war so überglücklich über den Besitz seiner reizenden, kleinen Braut! Endlich war der Tag gekommen, an dem das entzückende Wesen als Herrin und Gebieterin in das Heim des liebetrunkenen Schneiders cinzichen sollte. Man Ah-Wo hatte (eine gesamte Verwandtschaft, alle seine Freunde und Bekannte zu- ammengetrommelt. Jeder sollte Zeuge seines grenzenlosen Glückes ein, und die Hochzeitstafel brach fast zusammen unter der Last der chönen Haifischflossen, Taubenclcr, Vogelnester, Taschenkrebse und 'ei anderen unzähligen, chinesischen Delikatessen, die der Bräutigam seinen Gälten a-uftischte. Man Ah-Wo schwelgte also in allen Wonnen. Aber heute ist Man Ah-Wo aus allen Himmeln gestürzt und hat den Glauben au sämtliche zehntausend chinesische Götter verloren, denn die liebreizende Braut hat sich plötzlich als ein — Mannesbild entpuppt, als ein veritabler, echter männlicher Mann. Auf welche Weise das arme, bezopfte Schneiderlein die Metamorphose während des Hochzeitsschmauses entdeckte, ist nicht aufgeklärt worden. Aber kurz und gut. Man Ah-Wo sprang auf einmal wie besessen von der Tafel auf, stürtzte aus dem Zimmer kund eilte zem Stadtrichter. Diesen ersuchte er, sofort die Braut zu verhaften. Der Richter glaubte zuerst, dem aufgeregten Zopfträger sei der „Samshu" (Reisbranntwein) in ben Kopf gestiegen, oder er sei vor Glück übergeschnappt. Als Man- Ah-Wo jedoch der gestrengen chinesischen Obrigkert etwas ins Ohr flüsterte, ging ein verständnisvolles Lächeln über die richterlichen Züge, und gleich darauf schlugen die Häscher die Holde in Bande. Und richtig, das Bräutlein erwies sich als — Mann. Die Geschichte mag etwas unglaubhaft klingen, aber sie ist buchstäblich wahr und bildet zurzeit das Tagesgespräch in Schanghai. Sie kann als Pendant zu der Affäre des Breslauer Lehrers betrachtet werden, über die in diesem Blatte s. Z. berichtet worden ift. Während aber die Breslauer Affäre mit dem Selbstmord der „Braut" endete, fand die hiesige einen echt chinesischen Abschluß. Bei einem solchen geht es natürlich nicht ohne behördliche Prügel ab, und so erhielt die „junge Braut" kurz nach der Verhaftung eine Abschlagszahlung von zweihundert wohlgezählten und wohlapplizierten Bambushieben, der nach der gestrigen Verhandlung ein weiteres Konto von — fünfhundert Schlügen folgte. Dann sollte die „Braut" als warnendes Beispiel durch die Straßen geführt werden. Aber von diesem Vorhaben mußte abgesehen werden, da das Ereignis die gesamte chinesische Bevölkerung auf die Beine gebracht hatte und ein geradezu lebensgefährliches Gedränge entstand. Man begnügte sich daher, die falsche Braut an den eirlzelnen Stadttoren nur öffentlich auszusteilen. Ich nahm sie am nörd- lichen Tor in Augenschein. Aber, wie sah „der, die, das Aermste" aus! Die siebenhundert „aus der Armenkasse" spiegelten sich auf den schmerzverzerrten Zügen der entlarvten Braut wieder. Rühren konnte sich der arme Kerl nicht. Denn der Kopf steckte in dem sogenannten „Strafbrett", auf dem das Vergehen des Delinquenten vermerkt ist und das eine Bewegung unmöglich macht. Auch befand sich „die Braut" immer noch im hochzeitlichen, wenn auch stark derangierten Kleide, Das Gewand war zerrißen, die Schminke im Gesicht in alle Richtungen zerflossen und die kunstvolle Frisur arg zerzaust. Aber trotzdem konnte man den Reinfall des chinesischeit Schneiderleins verstehen, denn die falsche Braut wies tatsächlich in jeder Beziehung weibische Züge auf. Besonders fielen die zierlichen Hände und kleinen Füße in die Augen. Die „Kleine" sah akkurat so aus, wie eins der angemalten Gesangsdämchen aus der Foochow Road. Aus dem Geständnis der so arg verprügelten „Braut" ging hervor, daß sie den Betrüg ans Anraten eines Freundes aus-, geführt Hut. Der richtige Name des chinesischen Doppelweseus ist Hsu-Ah-Mei. Der jetzt im 23. Lebensjahre stehende Jüngling ist früher Schncidergeselle gewesen. Diese Beschäftigung wurde ihm aber bald zu eintönig, und er sattelte daher zum öffentlichen Geschichtenerzähler und Balladensänger um. Auf der Wanderschaft machte er die Bekanntschaft eines Barbiers, der ihn überredete, Frauenkleider anzuziehen. Bald hatte sich Hsu-M)-Mei vollkommeii in ein Mädchen verwandelt. Da das Gewerbe aber nur wenig Verdienst wbwarf, so wurde verabredet, daß Hsu-Ah-Mei — heiraten und ihren Mann nach der Hochzeit sofort berauben sollte. Nach chinesischer Sitte wurde nun schnell «in Wann gesucht und in dem Schneider Man- Ah-Wo gefunden. Das Schicksal hat es jedoch gewollt, daß dieser den Betrug noch in der letzten Minute merkte und auf diese Weise wenigstens sein Eigentum retten konnte. Tie Dumme in der Angelegenheit ist natürlich die falsche Braut geblieben; denn da sich ihre Spießgesellen rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten — die Provision für die Vermittlung der Ehe hatten sie bereits in der Tasche — so mußte der arme Hsu-Ah-Mei die Prügel allein auskosten. Der Vorfall beweist aber, daß man auch im Reich der Mitte in allen Gaunerkniffen gut zu Hause ist, und daß in mancher Hinsicht die „Zivilisation" der Chinesen also überraschende Fortschritte gemacht hat. Felix 93 a n m a n n. Die Jrreiipflege von heute. Mit unendlicher Mühe hat sich die Psychiatrie aus einem! ungeheuren Wust 'von Aberglauben und Vorurteil herausarbciten müssen, um — wie die anderen Spezialfächer der Medizin —, zu einem Zweige der exakten Wissenschaft zu werden. Wenn sie nun auch bis zur Vollendung dieser Entwickelung noch Jahrzehnte brauchen lvird, so zeigen sich in der Jrreupcaxis doch heute schon die Erfolge der neuzeitlichen, von Grund ans ge- wandelteu Anschauungen. Wir sperren unsere Geisteskranken heute nicht mehr hinter vergitterte Fenster, die den Häusern das Aussehen von Käfigen geben, wir verschmähen die Zwangsjacke, wie überhaupt jede Anwendung brutaler Gewalt, und kommen sogar immer mehr davon ab, durch Verabreichung großer Schlafmitteldosen eine vorübergehende Beruhigung zu erzielen, die den Kranken ost stärker erschöpst, als selbst das wildeste Toben. Arzneilose Behandlung wird allseitig angestrebt, und wenn wir einen unruhigen, wild lärmenden Kranken ein paar Stunden ins warme Bad setzen, so pflegt die gewünschte Beruhigung in einer ganz natürlichen und ungezwungenen Weise einzutreten. Auch der Jfolierraum, die „Zelle", das Schreckgespenst früherer Zeit, verliert ihre Schrecken mehr und mehr. Nur im äußersten Notfälle nimmt sie auch jetzt noch den einen oder anderen Kranken vorübergehend auf, vielfach nur auf Stunden; denn die Wirkung der Isolierung ist frappant. In vielen Anstalten läßt man daher nur wenige „Zellen" weiter bestehen und wandelt die Mehrzahl zn Räumen anderer Bestimmung, zu Badezimmern, Kleiderkammern oder Arbeitsstätten um. Denn gearbeitet, das muß gesagt werden, wird in den modernen Anstaltsbetrieben ganz gewaltig! Man hat «Mich eingesehen, daß wir in der Arbeit eines der wirksamsten Heilmittel besitzen. Ja, für Zustände von Neurasthenie, Hypochondrie und bergt, ist s e überhaupt das emsige. Wie viele Existenzen gehen zugrunde, weil fle nicht geregelte Lebensarbeit fanden! Wie viele mittelmäßig Begabte quälen sich aus falschem Ehrgeiz mit Dingen ab, die ihr Fassungsvermögen übersteigen. Hier liegt eine starke Quelle geistiger Erkrankungen auslöseuder Momente. Dem Einfachen eine einfache, dem Komplizierten eine kompliziertere Arbeit zu geben, ist daher eine der wichtigsten tzeil- maßnahmen geworden; und auch ganz Arbeitsunfähige sucht man irgendwie zu beschäftigen, sei «s durch Spiele, sei es durch festliche Veranstaltungen, tvelche oft genug auch in die düsterste Seele noch einen Abglanz von Freude werfen. Nicht alles zwar können Rücksichtnahme und strenge Individualisierung wieder gut machen, was ein unzweckmäßiges oder rücksichtswses Leben verdorben hat, aber sie können doch viele Gefallene ausrichten und stützen und das Gefühl des Menschlichen oft auch in solchen Elementen wieder wecken, welche der Lebensi- kamps antisozial, gemeinschädlich gemacht hatte. Es ist eine christliche Charitas der Tat, die in den großen Anstalten geübt wird. Eine Clmr-tas, die zweifellos über der des Wortes steht. Besondere Triumphe hat in den letzten Jahren die sogenannte „Familienpflege" gefeiert. Ruhige, geordnete Kranke werden gegen einen geringen Pflegesatz zu einfacheren Familien in Pflege gegeben. Ein Verfahren, das zwei große Vorzüge hat. Erstens erwachsen der Kommune durch diese Unter« bringungsart nicht so bedeutende Kosten wie durch den Anstalts- aufenthalt, und zweitens gewinnen die Kranken wieder Frühling mit dem Leben inmitten der VolMemeinschast. Besond-rs auf dem Lande, >vo sich der Pflegling durch Teilnahme an allen möglichen kleinen wirtschaftlichen Arbeiten dankbar erlvcifen kann, ist oft eine so große Nachfr>.ge nach geeigneten Kranken — denn — 244 VerM?seGKss<» der Zeitschrift „Der ferne Osten". ium-Selbstmord in China das, be- franen. Magisches Dreieck. tend 3. 4. Auflösung in nächster Nunimer. Auflösung der Vexir-Chamde in voriger Nummer! Polarsten! (Pol, Ar, Stern) — polstern. Ein Fürwort. 5. Einen Buchstaben. Redaktion- Ernst Heß. - Ro-atwnsdru-k und Vertag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und St-indru-kerei. R. Lange, Gießen. es wird eine strenge Auswahl getroffen — M gär nicht alle I Gesuche berücksichtigt werden können, 1 Literatur. — Aus dem bekannten Kalenderverlag von Morih Schauenburg in Lahr i. B. sind auch wieder die Kalender für Schüler und Schülerinnen höherer Lehranstalten eingetroffen. Der Inhalt der soeben erschienenen Osterausgabe dieser Kalender reiht sich dem der frühere» Jahrgänge würdig an und die Ausstattung zeigt das bisherige flotte und elegante Gewand. Diese Ausgaben zahlen daher mit Recht zu den besten; sicher aber sind dieselben der dem außerordentlich billigen Preise, zu dem diese in allen Buchhandlungen zu erhalten sind, die billigsten aller ähnlichen Erscheinungen. Wir empfehlen diese daher redem Schuler oder den Schülerinnen einer höheren Lehranstalt bestens. — Madame R6ea,mier. Bon Josess Ettlmger. Mit zehn Abbildungen. (Aus der Sammlung „Die Frau , Band XIIi.) Leipzig, Friedrich Rothbarth, 1906. — Als d r e s chö n J e Frau Europas galt Juliette Recaimer langer als em Menschenalter. Daß sie mehr war, daß fie.bte von ovtcen großen Männerit ihrer Zeit Verehrte und Geliebte, auch eure charaktervolle Frau von Seelengröße und Vornehmheit; war, zeigt die vorliegende feinsinnige und anregende kleine Monographie Josef Ettlingers, des bekannten, Herausgebers des Literar. Echos, in der besonders die eigenartige Verlobiings- affäre Madame Rscamiers mit dem ritterlichen Prinzen Augu r von Preußen, ihr Freundschaftsverhältnis zu Frau von Staol, sowie ihre Beziehungen zu Chateaubriand beleuchtet werden. Eine große Anzahl schöner Abbildungen schmückt den zierlichen Band. ___________ * Den Kampf gegen das Opium behandelt Mifsious- arzt Dr. Olpp in Tungkun in der Leitschrift „Der ferne Osten . Nach diesem Artikel ist der Ovium-Selbstmord in China das beliebteste und angenehmste, weil schmerzloseste und sicherste Mittel, um der Schwiegermutter oder dem erzürnten Gatten einen Streich zu spielen. Dieser muß dann nämlich mindestens 100 Dollar (200 Mk ) ausgeben, um sich wieder eine neue Frau kaufen zu können. Auf Grund dieser Erfahrungen berechnet Dr. Olpp die Zahl solcher Opium-Vergiftungen in der Provinz Canton pro Jahr auf 18 000! Daß die Männerwelt zu emem großen Teil dem Laster des Opiumgenusses frönt und dadurch entnervt wird, ist bekannt. Es ist deshalb mit großer Freude zu begrüßen, daß in den Reformbestrebungen Chinas nun auch der Kampf gegen das Opium eine Stelle gefunden zu haben scheint, ^n der Zeitschrift Chinas Millionen wird nämlich gemeldet: Aus Peking erfahren wir, daß bald alle Vizekönrge amd Gouverneure Anweisung erhalten sollen, den Vorschlag des Vizekonigs Äuan Schik-Kai zur Unterdrückung deS Opiumrauchens unter den Beamten und Literaten zur Ausführung zu bringen. In den, betreffenden Bestimmungen heißt es: „Wenn nach Ablauf einer gewissen Zeit noch jemand von denen, auf welche das Gesetz Anwendung findet, dem Laster frönen sollte, so ist er anzuzeigen und schwer zu bestrafen. Als Altersgrenze ist 40 Jahre festgesetzt. Alle, die jünger sind, haben die Verpflichtung, sich so schwell wie möglich von der bösen Gewöhnung zu lösen. Wer 40 Jahre überschritten hat, darf in Bezug auf die Frage nach fernem Gutdünken handeln; doch werden alle diese Manner von der Regierung kontrolliert. Nach dem Aussterben der älteren Generation wird es dann unter den Beamten nnd Literaten keine Oplumraucher mehr geben. Bei der Bekanntmachung des Gesetzes ist darauf hinznweifen, wie die enthaltsamen Japaner viel kräftiger und blühender sind, als die meisten Chinesen, welche Opium rauchen; auch soll man sich bemühen, den Patriotismus und das Schamgefühl zu wecken." Ferner verbietet ein bei der Neuorganisation des Heeres durchgesührtes Gesetz allen Truppen das Opiumrauchen. Hoffentlich folgt dem energischen Befehl eine ebenso energische Aus- — Der Kunstgenuß des Kindes. Im Laufe der letzten Jahre ist viel geschehen, um dem Kinde die Welt der Schönheit zu erschließen und durch die Schönheit auf das Kind erziehlich einzuwirken. Inwieweit man bei Kindern überhaupt von Kunstverständnis reden kann, ist eine Frage, die eigentlich an erster Stelle hätte beantwortet werden müssen, aber vorläufig noch der Entscheidung harrt. Allerdings ist der Versuch ihrer Lösung näher zu kommen, öfters unternommen worden. Man legte zum Beispiel Kiiidern Bilder vor und forderte sie auf, sich darüber auszusprochen, doch kam man auf diese Weise nicht zum Ziele, denn entweder waren die Kinder in der Art chrer Beurteilung durch den SaMlunterricht beeinflußt, oder sie waren befangen. Neuerdings hat Rudolf Schultze in Leipzig, wie die Zeitschrift für Kinderforschung niitteilt, einen neuen Weg ernge- schlagen. Er studierte die Ausdrucksbewegungen der Kinder m dem Augenblick, wenn ihnen ein künstlerisches Bild zum ersten Male vorgelegt wurde. Er fixierte dre Ausdrucksbewegungen mittels der photographischen Platte und unterzog sie später einer genauen Analyse, lieber die Methode ferner Untersuchung macht Schultze folgende genauere Angaben. Er legte die Photographien verschiedenen Versuchspersonen vor und forderte sie zunächst auf, anzugeben, ob der Ausdruck der auf der Photographie befindlichen Kinder auf eine einheitliche Stimmung hin- weist. Bei fast allen Kindern ließ sich eine solche Ueberem- stimmung beobachten, so daß es wahrscheinlich war, daß die in den Kindergesichtern wiedergegebene Stimmung Derjenigen ent» _ pracye. Wenn vies gqiycvcii ivui, Schultze den Versuchspersonen die zwölf den Kindern vorgelegten Bilder und ersuchte sie, jedes Bild der Photographie zuzuteilen, die am meisten der Stimmung des Bildes wieder- gäbe Es erwies sich nun, daß die meisten Bilder sehr schnell eingeordnet wurden, also eilte eindeutige Beziehung zu der auf der Photographie ausgedrtickten Stimmung hatten. , Falsch war die Einordnung bei allen vier Versuchspersonen fern einziges Mal. Alle Photographien stimmten dann überem, daß sie eine gleichmäßige intensive Aufmerhamkeit zum Ausdruck brachten, also bringen die Kinder den Bildern em gewisses Interesse entgegen, das die Vorbedingung jeden asthetsschen Genusses ist, aber außerdem macht sich in den verschiedenen Photographien der Ausdruck sehr mannigfaltiger Gemütsbewegungen geltend. Für den Ausdruck der Lust und Unlust kommt besonders die Mundmuskulatur in Betracht, diese aber wird von äugend auf in Zusammenhang mit den Gcschmacksreizen geübt. Daß bei der Betrachtung der Bilder derselbe Ausdruck von suß, sauer und bitter zur Geltung kam, wie bei der Anwendung entsprechender Geschmacksreize, ergab die photographische Fixierung der Ausdrucksbewegungen der Kinder nach dem Gmuß von Zucker, Zitrone und Aloe. Es kann nicht bezweifelt werden, daß den Ausdrucksbewegmigen der Kinder beim Betrachten der Bilder lebhafte Gefühle entsprachen. Wieweit es sich um ein rem ästhetisches Verhalten der Kinder handelte, muß fteilrch dahingestellt bleiben. Hier werden weitere Untersuchungen Licht schassen müssen. * Seltsame Unterkleidung. Dre Frauen der Eskimos tragen die seltsamste Art von Unterkleidern. Ihre Elgmart besteht darin, daß sie aus Vogelhäuten an gefertigt sind. Diese Häute werden vor dem Zusammennähen gründlich von den Frauen durchgekaut, um sie weich nnd geschmeidig zu machen. Zu emem Frauenhemd siüd ungefähr 100 Haute erforberhci). Die Arbeit des Kauens der Häute, die ihre Kleidung bilden, ist eme genügende Erklärung für die derben, gut entwickelte» Kiimbacken der Eskimo- Nachdruck verboten. , In die Felder nebenstehellder Figur sind die 1 Buchstaben a a a eeeillllrrr r derar J eiuzuiragen, daß die einander entsprechenden wagereckten und senkrechten Reihen gieicluau Folgendes bedeuten: i. Nebenfluß der Donau. 2. Person aus einemShakespeareschenDraina. ' Stadt in Niederösterreich. sprach, die dem Mitstler vorgeschwebt hatte, als er das Bild , x , schuf. Um dieser Beobachtung ein größeres Gewicht zu verleihen, itfe berücksichtigt werden wnnen .„. ff ? f nnen Ul Schultze die Versuchspersonen, die Stimmung der Kruder zu Ueberhaupt ist das Versta dnis fir geistige Crranrimgen ^d sich ein Bild auszumalen, das der betreffenden Le« ÄÄTS — ^s. getzhehen war,^so zeigte glücklichen andererseits läßt langsam nach nnd wandelt sich m | Schultze. >n V. das warme, menschliche Niitleid. . . ,, ,,, < ,r. Die Wandlung der öffentlichen Meinung drückt sich auch in eiltet Bewegung aus, welche neuerdings darauf abzielt, die in der Psychiatrie noch vielfach gebrä^lichen häßlichen Aus^ drücke wie „Irrenanstalt", „Lobhof", „Zelle", welche unstreiiig et