WitiwoH bett 26. Juni ISO? m W r M. WM IM die schöne--Fischerin! Denn gegen Beltlingens fürstlichen! Reichtnm ist mein ansehnlicher Besitz gering!" — — Verstohlen blinzelte Fred ine unterdessen zu ihrem Partner hin. Was für Gedanken mochten ihn beschäftigen? Nach den nnmutig zusanrmengezogenen Brauen zu urteilen, war cs nichts Angenehmes. Schweigend ritt sie ein Weilchen neben ihm yev. „Gute Nacht," sagte sie endlich neckisch. Uchdorf fnlw aus. . „Pardon für meine Unaufmerksamkeit, Gräfm, aber cch dachte eficn an — an meine Finanzen," vollendete er aufs Gradewohl. „Unr Himmelswillen," machte Fvedine mit komischem Pathos. „Verschonen Sie mich mit so ettvas, bester Herr von Uchdorf! Wer wird jetzt an das langweilige Geld denken. Es ist schon schliimn genug, daß man nicht ohne den schnöden Mammon leben kann, durchgehends davon seine Gedanken beherrschen zu lassen, finde ich — gelinde gesagt — fürchterlich!" sah sie mit sichtlichem Wohlgefallen an. Gott ser Dank! Die schien nicht ums goldene Kalb zu tanzen! Mit leichten'. Scherz bog er sich zu ihr herüber. Tie Gräfin lächelte befriedigt, während sie blitzschnell die Lidep senkte, damit er nicht das triumphierende Aufleuchten der Augen t h Ein wenig aufgeregt, begann Uchdorf auf sie einzureden. Still und freundlich, immer mit demselben beschwichtigenden Lächeln hörte sie ihm anscheinend sehr interessiert zu, und doch entgmg ihren scharfen Augen nicht die leise Unruhe, ivelche Dagmars plötzlich zu empfinden schien. Anl liebsten hätte sie darüber hell aufgelacht. Ha, sollte endlich, endlich der Zeitpunkt gekommen sein, wo sie der Verhassten manche Kränkung heiinzahlen konnte? Womöglich teilnahmsvoller als zuvor schien sie Uchdorfs Bemerkungen zu lauschen. Wohltuend empfand der ihre schweigende Achtsamkeit. ~ Unwillkürlich faßte er sie schärfer ins Auge. Sonderbar, daß diese zierliche und graziöse Gräfin iwch immer unvermahlt war. Geist und Schönheit mangelten ihr doch offenbar nicht, auch schien sie ebenso sanft ivie anmutig zu sein. „Im Trab durch die ganze Bahn changiert! Vorwärts —. marsch!" riß ihn jäh die Helle, etwas nervöse Kommando-! stimme von Tuckwitz aus seinen Gedanken. Unwillkürlich richtete er sich straffer empor. Schnaubend hob sein Rappe den ^^„Welch ein wundervolles Tier!" meinte Fredine mit einem! bewundernden Blick. Er klopfte lächelnd deir Hals des Gelobten. „Werde nur nicht zu stolz, Roland, wenn du sogar vor so schönen Augen Gnade findest!" und dann mit einem plötzlichen Seitenblick: „Hat denn der Marstall gar kenr anderes Pferd für Sie, Gräfin?" Sie zuckte unmutig die vollen schultern. . „Wenigstens kein sicheres. Und ehrlich gestanden, brn ich auch ein wenig ängstlich beim Reiten." Unwillkürlich sah Uchdorf vergleiche,id zu Dagmar h,n. Wre ruhig und geschickt sie den übermütigen Fuchs zu zügeln verstand. Mit welcher vollendeten Sicherheit sic ihn scheinbar spielend Amcken unter der AfHe° Roman von M. Proßnitz (M. Nörcnberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt. ? Sv'n alter Knickstiebel wie der, und krmgr so ne bildschöne Frau!" Anscheinend in lebhafter Unterhaltung folgten Uchdorf und seine Partnerin mit dem vorgeschriebenen Abstand. Und doch waren des Rittmeisters Gedanken durchaus nicht bei dem, !vas die schöne Freda mit dem herrlichsten, ihr zu Gebot stehenden Augen- aufschlag sagte: .. „Bei der Freude am Quadrillerecten." So fest und sicher wie er sein Pferd zu zügeln verstand, so wenig vermochte er seine Gedanken zu regieren, die in wildem Tanz immer wieder um den einen Punkt kreisten: „Wie war cs möglich, daß Taginar, dieses vornehme, heitere Geschöpf sich mit dem Mann verlobte?" Hatte sie wirklich im Laufe der Jahre so meisterlich gelernt, ihr Temperanrent zu beherrschen, daß ans dein warmherzigen Mädchen eine vollendete Weltdame wurde, die da seelenruhig ihre Hand demjenigen reichte, der den höchsten Preis dafür zahlte? Oder war unter der anscheinenden Ruhe noch die gleiche leidenschaftliche Glut verborgen, die ihm stets als ein besonderer Reiz an ihr erschienen war? Und sollte Beltlingen es wirklich verstehen, die zu einem Hellen Feuer zu entfachen? Wie sehr mußte sich dann Dagmars Geschmack verändert haben! Er hob mit einem plötzlichen Entschluß den Kopf. Das durch vorsichtiges Beobachten zu ergründen, schien ihm wohl der Mühe wert zu sein. Und wenn er dann bestätigt sah, daß sie sich tatsächlich bis in den Kern ihres Wesens geändert hatte, dann endlich würde er auch sein Herz zum Schweigen bringen können. Dieses heiße, ungeduldige Herz, das ihm Tag und Nacht vorhielt: >,Eiit Tor wer nicht zugreift, ehe es zu spät ist. Damals, am Hofball, war es vielleicht noch nicht zu spät — und — wer wagt, gewinnt. . ." „Dummes Zeug," verwies er vergeblich hie Stimme zur Ruhe. „Sie hätte mich doch nicht genommen, zu in’eiffrr'n wußte. Das war doch etwas anderes wie die graziöse Hilflosigkeit seiner pikanten Partnerin! Als fiihlc sie den Blick, so hob Dagmar in demselben Mo- Ment die Lider. Ihre Augen trafen sich in stummer, rätselhafter Frage, kaum einen Herzschlag lang, daun wandte Dagmar mit einer hoheitsvollen Bewegung das Haupt. Sonderbar dunkel sahen Uchdorfs sonst so Helle Augen plötzlich äus. Unbewußt zog er mit heftigem Ruck die Zügel an. Ungewohnt solcher Behandlung stieg Roland kerzengerade in die Höhe, wild mit den Vorderhusen um sich schlagend. Mit lautem Aufschrei riß Fredine ihr Pferd zur Seite, rilcksichtslos Dagmar anrcitend, die sich bei dem Satz, den ihr erschrockener Fuchs machte, kaum int Sattel behauptete, da sie unter .angstvollem Herzklopfen nach dem schnaubenden Rappen hinsah. Ms sie ihr Pferd endlich wieder in der Gewalt hatte, war auch Uchdorf seines Rolands Herr geworden, aber wahrend .die meisten Reiter und Reiterinnen ihn: einige lobende oder anerkennende Worte sagten, ritt Dagmar still aus der Bahn. Ihr Herz klopfte zum Zerspringen. Gottlob, das; die Probe ohnehin 'beendet war. Aufatmeud sank sie neben ihrem Bräutigam in die Weichen Polster seines Wagens, Ihm! fiel ihre erschreckende Blässe auf. Besorgt beugte er sich zu ihr hin. „Was fehlt dir, Dagmar?" Sie hob matt die Hand, während ein unbehagliches Gefühl des Beobachtetwerdens sie sekundenlang beschlich. Dann antwortete sie scheinbar gelassen: „Es ist nichts von Bedeutung, mein Freund, nur ein ivenig Kopfweh von der ungewohnten Anstrengung." Einen Augenblick überlegte er, ob er sie nicht bitten sollte, das Quadrillcreiten aufzugeben, aber das ging doch schlecht an, wo es der besonders ausgesprochene Wunsch des Herzogs war. Seine Hoheit hatte sich dabei so sehr schmeichelhaft über die kühne Amazone, die zukünftige Frau von Beltlingen, geäußert! Zärtlich rückte der Kammerherr ein wenig näher. Stolz sah er seine Braut an. Klug und gewandt wie sie Ivar, würde sie schon seine ehrgeizigen Pläne' begreifen! Er streichelte Dagmars Hand, die sie ihm schweigend, ohne Gegendruck, überließ. Eine feine Falte bildete sich zwischen ihren schmälen Brauen.. O, daß sie endlich allein wäre! Hastig verabschiedete sie an der Tür ihrer Wohnung den Kammerherrn, der sie voll höflicher Besorgnis die Treppe hinauf geleitet hatte. „Verzeih, Magnus, aber ich muß jetzt unbedingt einige Stunden ruhen. Auf Wiedersehen heute abend, ich freue mich die Laffinger als Carmen zu sehen." „Aber wird dir das nicht zu anstrengend sein, mein Herz?" Sie überlegte rasch. „Keineswegs, Herr Baron," gab sie mühsam scherzend zurück. „Werden Euer Gnaden mich abholen?" Das versprach er bereitwilligst. — Unter den angenehmsten Zukunftsträumen begab Beltlingen sich nach Hause. Prüfend ging er dort durch die mit fürstlicher Pracht eingerichteten Gemächer. Und während seine Augen unwillig an der mageren Gestalt vorüberglitten, welche die deckenhohen Spiegel zurückwarfen, hob sich stolz seine eingesunkene! Brust. Hier würde binnen kurzem sein junges und schönes Weib neben ihm herschreiten, und ihre Klugheit und Anmut sollte dev Magnet sein, welcher den Herzog zu einem häufigen Gast dieser Raume machte. Ehrgeizige Plaue fluteten durch das Hirn des gewiegten Höflings, während er sich langsam in sein Ankleidezimmer begab, wo Franz ihn bereits mit einer gewissen Bangigkeit erwartete. Kaum sah Beltlingen ihn, so erinnerte er sich auch seines Vorhabens und in nichts weniger als gewählten Ausdrücken empfahl er ihm für die Zukunft eine etwas genauere Befolgung erhaltener Weisungen. Vergebens suchte der Gescholtene sich zu entschuldigen, er habe den Herrn Baron falsch verstanden. Mit einer außerordentlich geschickten Bewegung, die auf gelegentliche Vorübungen schließen ließ, packte Beltlingen den Redenden am Ohr und drehte ihn zum Spiegel hin. „Groß genug sind die Söffet ja wohl, mein Sohn. Also sperr sie gefälligst das nächstemal besser auf!" Ter^ Gemaßregelte fuhr sich mit dem Taschentuch über das Ohr. Schweigend warf Beltlingen ihm ein Goldstück hin, was er wortlos auffing und in die Taschen gleiten ließ. Ein wahres Glück, daß er heute auf der andern Seite vom! Herrn stand. Nja überhaupt — wenn das Gehalt nicht so hoch und dre Schmerzensgelder gut 'bemessen wären, dann hätte der Baron rhn längst nicht mehr. Aber so? Wein und Zigarren waren auch nicht schlecht... Jü einem weichen, flauschigen Morgenrock lag Dagmar zur selben Zeit auf ihrer, mit einer köstlichen Felldecke belegten Chaiselongue. Vorsorglich hatte Anna einen dicken, seidenen Schal über ihre Herrin gebreitet, der das Reiten offenbar so schlecht bekommen war. Regungslos mit fest gefalteten Händen lag Dagmar da. Mechanisch glitten ihre Augen durch das Zimmer. Wie wann und traulich ihr das sonst erschienen war. Fröstelnd zog sie die Decke höher hinauf. >O Gott, wie elend sie sich fühlte, wie alt und lebensmüde! Und was war die Ursache? Eine dunkle Röte bedeckte ihr plötzlich Stirn nnd Wangen — der Blick, der eine kurze Blick, als sie und Uchdorf einander ins Antlitz sahen. Da eins dem andern das verriet, was zwischen ihnen tot und begraben bleiben mußte. Ja, mußte! Wie hilfesuchend huschte Dagmars Blick zu der Truhe. „In Treuen fest." Ach, da war kein Sonnenstrahl, der den Wahrspruch so vieler edler Herren und Frauen von Rolfsen in diesem Augenblick vergoldet hätte. Die Sonne war längst zur Rüste gegangen. Grau und trübe brach der frühe Tezembembend herein, mit seinen harten, kalten Schatten allmählich das Gemach erfüllend. Erregt sprang Dagmar auf. Angstvoll die Hände auf ihr heftig klopfendes Herz pressend, ging sie mit hastigen Schritten im Zimmer umher. O wie die Gedanken auf sie einstürmten! Diese wilden, unruhigen Gedanken, die sich doch immer nur nm das Eine drehten! Gab ich Beltlingen zu früh mein Jawort? Ware Uchdorf vielleicht doch noch gekommen, wenn ich — frei war? Frei? Unwillkürlich wiederholt« sie halblaut das Wort. Frei? — Nun, nach den Begriffen der toleranten Welt war sie ja noch nicht gebunden. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Berlobungszeit — Prüsungszeit. Wer wollte sie hindern, der Stimme ihres Herzens zu folgen? . . . Sie stockte plötzlich bei dem ruhelosen Umherwandern. Ja, war sie denn überhaupt sicher, sich nicht getäuscht zu haben? Hatte sie nicht doch vielleicht mehr jaus dem rätselhaften Blick Uchdorfs herausgelesen — Dinge, die ihr Herz wünschte, die ihm aber vielleicht weltenfern lagen? Konnte es ""richt auch ein harmloser Tribut sein, den er unbewußt ihrer Schönheit, ihrem geschickten Reiten zollte? Denn was, in aller Welt, gab ihr eigentlich Veranlassung, etwas anderes von ihm zu denken? Etwa sein Benehmen zu der Gräfin Liudström? Mit der schien er doch bereits im schönsten Einvernehmen zu stehen. Mit diesem koketten Geschöpf, dessen höchstens — freilich äußerst geschickt verhülltes Streben ein« reiche Heirat war! Leichenblaß stützte sich Dagmar plötzlich auf ihren Schreibtisch, denn wie mit Posaunenstößen gellt« die innere Stimme ihr in die Ohren. „Und weshalb nimmst du Beltlingen? Etwa aus Liebe? — Nein, lediglich um deiner abhängigen Hofdameir- stellung enthoben zu sein, wirst du dich ihm hingeben, hin- geben mit der Liebe zu einem andern im Herzen!" Ein leises Stöhnen entrang sich ihrer Brust. Barmherziger Himmel nein, so sollt« es nicht sein! Sie wollte es halten das Wort, welches sie Beltlingen verpfändet hatte. Wenn sie für ihn auch niemals jene beseligende, heiße Leidenschaft empfinden kormte — in Treuen fest — das sollte fortan doppelt ihres Lebens! Richtschnur sein . . . (Fortset-ung folgt.) Königin Luise mrd Napoleon in Tilsit. Eine Hundertjahrerinnerung. Von Dr. H. Warnaw. Tie Jahrhundertfeier, die wir diesen ganzen Sommer hindurch begehen können, vermag in dem Baterlandsfreunde keine freudigen Erinnerungen zu wecken, denn jeder Tag des Jahres 1807 brachte Preußen neue Demütigungen. Mit der unglücklichen Schlacht bei Jena begann das blutige Schauspiel, das die beiden tzaupthelden schließlich an der äußersten Grenze des Reiches, in dem kleinen Tilsit, zusammenführt«. Hier standen sie sich nun zum erstenmal gegenüber: der Sieger Napoleon und die besiegte Königin Luise, die immer die Seele des Kampfes gegen den Mann des „Schicksals" gewesen war. Unaufhaltsam tiietten die französischen Heersäulen unter ihren! siegreichen Kaiser vor, und ms die Schlacht von Friedland geschlagen war, schien der Staat des großen Friedrich verloren. Ter wankelmütige Zar Alexander I., auf dessen Freundschaft und Beistand mau so lange gebaut hatte, war anderen Sinnes geworden und hatte mit Napoleon Waffenstillstand geschlossen. So stand Preußen allein und war dem unbezwinglichen Eroberer auf Gnade und Ungnade ergeben. König Friedrich Wilhelm HI. mußte viel über sich ergehen lassen und die unwürdigste Behandlung erdulden. Ms die beiden Mise« auf einem Floß 371 der Memel am 25. Ami die erste Zusammenkunft hatten, stand der König von Preußen im strömenden Regen am Ufer und mußte den Zuschauer spielen. Am folgenden Tage wohnte er zwar der Begegnung der Kaiser bei, aber er war mehr zugelassen als ein geladen; der Pavillon, in dem die Zusammenkunft stattfand, war nur mit den Anfangsbuchstaben der Namen Napoleon und Alexander geschmückt; der französische Herrscher unterließ es, seine Umgebung dem König twt Preußen vorzustellen, und Friedrich Wilhelm wurde von der Tafel ausgeschlossen. Auf welche Fricdens- dediugungcn mußte man sich nach diesen Beweisen von Nichtachtung und Härte gefaßt machen! Gab cs kein Mittel, den unbeschränkten Herrn -er Welt zur Milde zu stimmen, das Herz des Allmächtigen zu rühren? Am 30. Juni kanc ein Brief an die Königin Luise nach Memel, der die Reise nach Tilsit empfahl, wo Napoleon seich Hauptquartier aufgeschlagen hatte, und wenig« Tage später, am 3. Juli, folgte bereits der Befehl des Königs. Luisens Entschluß war gefaßt: aber wie schwer ward er ihr! Sie sollte als Bittstellerin vor den Mann hintreten, der ihr, ihrem Gatten, ihren Kindern, ihrenr ganzen Hause io unendlich viel Leid zugefügt, der sie aus ihrem Lande getrieben und an die russische Grenze gejagt hatte! Sie mußte sich demittigen vor diesem Manne, der ihr als der „Feind alles Guten", als das „Prinzip des Bösen", als die „Geisel der Welt" erschien! Aber ums half ihre persönliche Empfindung, ihr innerer Widerstand? Mau verlangte dieses Opfer von ihr, und sie gehorchte. „Wenn irgend Jemand glauben kann," sägte sie vor ihrem Gang nach Tilsit, „daß ich durch diesen Schritt den- Vaterland auch nur ein Dorf mehr erhalten könnte, so bin ich schon allein durch diese Meinung unwiderruflich verpflichtet." So nahm sie denn in der Frühe des folgenden Tages Abschied von Memel, „als ginge sie in den Tod" intb bestieg den Reifcwagen. Nach zehnstündiger Fahrt kam sie in dem kleinen Flecken Piktupöhnen an, der! am rechten Ufer der Memel gelegen, keine Meile von Tilsit entfernt ist, und nahm in deni PsarrhauA Wohnung. Noch am selben Abend hatte sie eine Unterredung mit dem Minister Hardenberg, dessen Entlassung Napoleon unweigerlich verlangte, und nm 11 Uhr kam ihr Genrahl, der König, der in einem anderen .Hänschen des Orts wohnte, von Tilsit zurück. Am Vormittag des solgcnden Tages sprach der Zar Alexander I. vor, und nachdem der Oberstallmeister Caulaincvurt die Königin Luise iin Namen seines Herrn begrüßt hatte, wurde die Fahrt nach Tilsit beschlossen. So brach der denkwürdige Tag an, der den Mann des Glückes und die Königin des Unglücks zusammenführen sollte. Bon einem Zug der Gardes du Corps geleitet, langte Luise mit ihrem kleinen Gefolge um 5 Uhr nachmittags in Tilsit an und stieg im Quartier des Königs ab. Schon eine Viertelstunde später kam Napoleon. „Ist die Königin oben?" rief er und trat ins Haus, trm Fuße der Treppe von der Oberhofmeisterin Gräfin Boß und der Gräfin Tauenzien empfangen. Einen Augenblick später standen sich die beiden Menschen von Angesicht zu Angesicht gegenüber, die sich bisher totfeind gewesen waren. Nach ihrem unglücklichen Schicksal konnte die Königin von Preußen nur ein Gefühl des Abscheues gegen den französischen Kaiser hegen, der ihr außerdem von allen Seiten in den abschreckendsten Farben geschildert war: selbst der König hatte ihr gesagt, daß er etwas Gemeines an sich habe. Nun sah sie den gewaltigen (gröberer mit eigenen Augen und sah ihn mit anderen Augen. Sie fand einen Kopf von schöner Form, das Antlitz eines denkenden Herrschers; an der ganzen Erscheinung erkannte sie den Typus der Casaren. Und sie selbst strahlte in ihrer ganzen bezwingenden! und herzgewinnenden Schönheit. Alle, die sie an diesein verhängnisvollen Tage gesehen, sind einstimmig darin, daß sie selten so bezaubernd ausgesehen habe, und der König selbst sagte später, daß sie nie so schön gewesen sei. Frei und unbefangen trat sie Napoleon gegenüber, der zuerst überrascht, ja verwirrt von ihrem Anblick gewesen sein soll. Die Königin aber zauderte nicht, sondern brachte nach bett' ersten höflichen Worten ihr Anliegen vor: sie bat um milde Friedensbedingungen, für die lmkselbischcn Lande, namentlich um Magdeburg. Wer kennt nicht die berühmte Geschichte von der Rose? Napoleon soll der Königin eine Rose angeboten haben: „Aber nur mit Magdeburg!" Das ist eines jener vielen geschichtlichen Märchen, die sehr hübsch, aber nicht wahr sind, denn die Worte sinden sich nirgends glaubhaft verbürgt. Napoleon versuchte mehr als einmal abzulenken, aber Königin Luise vergaß nicht, wjas sie zu diesem schweren Gange 'bewogen hatte; immer wieder kam sie auf ihr Anliegen zurück. Und es schien fast, gls ob dieser harte Mann, der sich rühmte, „ein ehernes Herz" zu haben, dem Zauber weiblicher Anmut erliegen sollte, denn er wurde tränkend und versprach, zu überlegen: er wolle sehen, was er tun könne. TU trat unversehens der König ein — die Unterredung hatte schon eine Stunde gedauert — und sofort änderte sich bas Benehmen des Musers. Er wurde kühl und gemessen und brach b,ald das Gespräch ab. Allein Luise war doch zufrieden mit ihrem Erfolg, und zuversichtlich kehrte sie in ihr Quartier zurück. Aber tote bald sollten ihre Hoffnungen zu schänden werden! Wohl herrschte bei dem folgenden Mahl, das der Sieger den Besiegtet: gab, eine lebhafte Unterhaltung, und nach der Tafel sprach die Königin twch 'einmal mit Napoleon^ Aber schott out Vormittag des folgenden Tages ließ der französische! Kdtser den Nachfolger Hardenbergs, Gras Goltz', rufen ttnd ihm' dte harten Frtedensbedingungen, tute Tallchrand sie ausgearbeitel hatte, ohne Aufschub und Verhandlung zur Annahme unterbreiten. ©o gingen Luise und Napoleon auseinander, und sie habest sich nicht wiedergeseheu. Den einen sührte das Schicksal über Höhen und Tiefen nach dem einsamen Felsen im Atlantic, wo. er langsam verblutete, und die andere nach wenigen Leiden s- tahren in die mecklenburgische Heimat zurück, wo sie in den Armen ihres geliebten Gatten ihre Seele aushauchte. Sie sollte die Befreiung des Vaterlandes nicht mehr sehen; ' aber ihr Geist lebte fort, und als die Verbündeten vor Paris standen, da stieß der alte Blücher seinen Degen in die Erde und rici: „Nun iw Luise gerächt!" ' ™ Theaterkritik in der guten alten Zeit. Es ist ein schwerer Irrtum, anzunehmen, daß die Theatern kritik in neuerer Zeit in „Verrohung" gefallen ist. Wir findest im Gegenteil im 18. Jahrhundert Proben von einer so scharfen Ausdrncksweise, daß die heutigen Theaterdirektoren und dra-, malischen Schriftsteller Heulen und ZäOieksappcn verspüren toiix*, den, wenn der Ton sich nicht sehr wesentlich verfeinert hätte. In einem sehr seltenen Buch „D a s P a r t e r r" vo u C h r i st i a n Heinrich Schmid in Gießen (Erfurt 1771) finden wir ein charakteristisches Sendschreiben über die Döbbelinsche Gesell-, schäft, die aus Leipzig an den Herausgeber gerichtet ist. Carl Thcophilus Többelin hat in der Theatergeschichte eine bedeutsame Rolle gespielt. Er kam nach mannigfachen Irrfahrten, die ihn vielleicht auch Nach Gießen führten (ans alten Gießener Privat-! papieren erführt miau, daß zu Anfang der 70 er Jahre des 18. Jahr-, Hunderts ein Herr „T ö b l e v" hier in Gießen Theatervorstellungen; gegeben haben soll. Ter Name aber mag falsch geschrieben worben fein) nach Berlin und hat dort Lessings „Minna von Banitzelm" zum erstenmale zur Darstellung gebracht. 1775 finden wir ihn in Berlin als Direktor des Schauspielhauses. Seine Direktion dauerte von 1775—1787, wo die Leitung des Theaters an die Professoren Engel und Ramler überging und Többelin noch eine Zeitlang als Regisseur fungierte. Unsere Kritik stammt aus dem Jahre 1770 und trägt das Motto: „Man geht vergnügt in sein Theater und höchst mißvergnügt wieder heraus." Damals tvar Többelin durch die Mitglieder seiner Familie in den Stand gesetzt, ein Stück vollständig mit seinen Angehörigen, seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter zu besetzen. Herr Többelin war ein Original, das durch sein Temperament oft in lebhafte Kvn-i (litte mit feinem Publikum geriet. Er spürte in sich eine dichterische Ader und verfertigte selbst Prologe, Epiloge und Vorspiele. Von seiner besseren Hälfte heißt es: „Madame Többelin be- hielt alle Hauptrollen in Trauer- und Lustspielen, ja sogar! in Operetten für sich. Andere Knustrichier haben schon angemerkt, daß Madame ein sehr reizendes Frauenzimmer an der Toilette (sie), aber für das Theater zu lang und ihre Gesichtsbildung zn fein fei. . . .. So unrichtig ihre Deklamation ist, ebenso falsch ist ihre Pantomime, die lebhaft genug, aber meistens recht un- angebracht isst . . . Sic ist 'stets bewegt und scheint daher nnf- geübteren Augen eine Schauspielerin voll Feuer, da sie doch kälter als der Mond ist." Matt muß zugebctt, daß unser Rezensent kein Muster von Höflichkeit ist. Und gegen Többelin Vater wütet er noch ärger. Er bilde sich ein, in feiner Art einzig zu sein und er sei es wirklich in Ansehung des Schwulstes! und Bombastes. „Seine tragischen Helden — der Kvthurn paßt ihn: noch am besten — sind Karikaturen und verhalten sich zu den echten tvie Dunkel zu Klopstock." Im Lustspiel fehlte cs ihm durchaus am Kvnvcrsationston. Tie Truppe verfüge weder überein en geeigneten Charakterspieler, noch 'sei das Fach der Väter und Mütter ausreichend besetzt. Trotzdem mürbe man Nachsicht staben gegen ein Theater, das erst feit drei Jahren besteht, tvenn „Herrn Többclins Aufgeblasenheit Nicht auch den Gelassensten anfbringen müßte." VsVMZschßss. * Wie der Zar bewacht wirb. Jin wesentlichen zerfällt die jetzige Bewachung des Zaren in zwei Teile: der eine trägt militärischen, der andere zivilen Chiarakter. Was die militärische Bewachung des Zaren betrifft, so fontint da zunächst die Hauptz- tvache in Betracht, die unter direkter Leitung des Palastkom- mandanten General Tedjulin steht; ferner selbständige Benach- richtiguitgswaHen, die der Einfachheit und schnelleren Orientierung! halber mit Nummern versehen sind, und von welchen jebe, so- wohl mit dem Palastkomntandanicn, als auch mit dem jeweiligen Führer der Hanptwuche jederzeit in Verbindung treten kann. Um jedoch diesen Benachrichtigungswachen eine lebende Vcr-, bindung herzustellen, und in jedem gewünschten Moment eine diesbezügliche Verständigung oder Verbittdung aller Benachrich- tignngswachen zu erzielen, verkehren zwischeit diesett berittene Patrottillen. Außerdem sind zahlreiche Stveifwachen eingeführt worden, die stets' in unmittelbarer Verbindung' mit der H'auptwache stehen, Tag und Nacht deren Anordnungen »eiter geben und Kou- trolldienst ausführen. Mias beit zivilen Bewachungsdienst betrifft, so besteht hievfür ein sehr starkes Zivilkorps, das sich' aus ‘einer großen Anzahl besonders zuverlässiger Geheintagenten rekrutiert, von Verlest eine bestimmte Ksitegorie jtnr den Innen-, 372 kkenst, also tnnerMb des betveffcnden Zarenschlosses, ttttb die andere den Außendienst versieht, der sich auf die Bezirke außer-- halb des militärisch bewachten RahonS erstreckt. Da man mit den Passierschemen trübe Erfahrungen gemacht hat, und auch sonst die Zuverlässigkeit der Beamten selbst im engeren Hofhalt des! Zaren Mark angezweifelt wird, so hat General Tedjulin besondere Bvrschriften erlassen, die den Zugang in der Whe der Zarenschlösser und den Verkehr mit den Hofbeamten sehr erschweren. Alles in allem: den Zaren umgibt die denkbar bestd Bewachung, sodaß nach'menschlichem Ermessen ein enrsckr Zwischenfall so gut wie ausgeschlossen ist, vorausgesetzt natürlich, daß pre gefaulte Umgebung des Zaren zuverlässig bleibt. * D as Tnrnierder Hennen. Man schreibt aus Loudon: Alle.englischen Geflügelzüchter harren gespannt des 10. Februar; tot diesem denkwürdigen Tage wird das große Turnier der Hennen feilt, Ende erreichen und in Stocks Farm, Rahne, in der Grafschaft Essex werdeit die Preisrichter verkünden, welche von den kichen Tieren des Siegerlorbeers würdig ist. Seit dem 22. Oktober bemühte sich das brave Federvieh, ihren Züchtern Ehre zu mache-:. Ein Teil ber Tiere ist in geschlossenen Raunten interniert, die andern verbringen ihren Tag im Freien. Für die Ge- Mgelzüchter ist es natürlich von größtem Interesse zu erfahren, ttt welcher Weise die Temperatudverhältnisse auf die Eierproduktion einwirken und ob der Aufeitthalt in geschlosseneit Ställen die Leistungsfähigkeit steigert. Bis jetzt freilich haben die Ergebnisse sich für bett Aufenthalt im Freien ausgesprochen; das einfache Leben scheint bett Hühnern mehr zuzusagen, als das Dasein in ihren Salons, die künstlich erwärmt werden, aber sie nur weichlich und faul machen ttttb ihren Ehrgeiz erlahmen lassen. Jedenfalls haben bis jetzt die int Freien lebenden Tiere fast durchweg bessere Resultate gebracht. Groß scheint der Eifer der befiederten Rivalen Ku sein; über 5000 Eier haben das Licht der Welt erblickt. Die internierten Kennen hatten nach Ablaus der ersten drei Monate 1654 Eier produziert; aber ihr Kampf gegen die im Freien wir- kenben scheint hoffnungSlos, denn diese legten in derselben Zeit 2405 Eier. Ein solcher Vorsprung ist schwer einzuholen. Als Favoriten unter den internierten gelten vier prächtige, goldgelbe Wyandvttes. Stolz blicken sie zurück auf eine Leistmtg. von 150 Eiern. Gleich neben ihrer Behausung picken die vier schwarzen Mitwrcas, die ihren Besitzer rücksichtslos im Stich gelassen haben und als die faulsten der ganzen Kämpfer gelten. Nur zehn Eier stehen auf ihrem Kvnto. Interessant war es übrigens, den Einfluß des Schneewetters zu beobachten. Während der letzten so- ungewöhnlich schneereichen Woche gingen die Leistungen in bett geschlossenen Ställen fast durchweg um 60 Proz. zurück; ausfällig dagegen ist, baß die int Freien gackernden Hühnerdamen sich um den Schnee, der bis zu zehn Zoll Höhe sich häufte, herzlich wenig zu kümmern schienen, sie blieben in der Mehrzahl in bester Form und taten ihr Möglichstes, ihren Züchtern Freude und Ehre zu macheit. Nur eine Gruppe französischer Favvrelles streikte. Vier Wyandottes, die bis dahin sich tapfer gehalten hatten und an der Spitze marschiert waren, bekamen plötzlich die Sache satt. „Mit einem Mal wurden die vier von Nr. 135 wütend," so erzählt der Inspektor, „und lärmten eine Weile heftig. Seitdem haben sie nicht ein Ei mehr gegeben." Niemand weiß, L mm diese vier plötzlich ihre Taktik änderten und in passive Resistenz verfielen. Uber so sind diese Hennen..... * Andrew Carnegie, der amerikanische Stahlkönig und Millionenspender. Schon als ganz armer Junge — sein Vater war damals Webermeister in Dunfermline in Schottland und mußte, durch die neu auskotnmende Maschinen- ■ arbeit zugrunde gerichtet, nach den Vereinigtett Staaten auswandertt - — setzte sich Carnegie das Ziel, Millivnett zu erwerben. Und : dieses Ziel hat er erreicht; er hat durch Beharrlichkeit, Um- ‘ sicht und kluge Ausnutzung der Verhältnisse Reichtümer auf Reichtümer gehäuft und so das Glück mit einer Folgerichtigkeit gezwungen, die etwas Verblüffendes hat. Als er sich aber 1901 zur Ruhe setzte und seine Werke dem Stahltrust überließ, setzte der Manu, der die allerMhnsten Hoffnungen seiner Jugend verwirklicht sah, sich abermals ein Ziel: er wollte nun seine Millionen wieder loswerden, fortgeben für andere und bei seinem Tode wieder fo arm sein als bei seiner Geburt, ©eine Stiftungen für philantropische Zwecke, für Universitäts- und Bibliotheksgründungen haben im letzten Jahrzehnt bereits die ungeheure Summe von 260 Millionen erreicht; es gab Jahre, in denen er bis zu 60 Millionen fortgab. Und doch ist es nicht immer leicht, derartige Riesensummen so nnterzubringen, daß sie wirklich Gutes stiften; denn Carnegie geht vor allem von dem Grundsatz aus, nur denjenigen zu helfen, die sich selbst Wetterhelfen können und wollen. Legt man aber den Maßstab seines Erfolges und seines ganzen Lebens an diesen Vorsatz, arm zu sterben, so ist 'e8 gewiß nicht ausgeschlossen, daß au.ch Cav- negtes Millionen einmal jctile werden".. — ,Welt und Hans' bringt int Heft Nr. 36 einen Artikel über Carnegie, der in Verbindung iittt einer Reihe seltener Originalaufttahmen von Carnegie und seinem fürstlichen Besitztum Skibo Castle in Schottland ein anziehendes Bild von dem Charakter und der Lebensweise des' ameriGnischen Multimillionärs entwirft. ' Mode. F= „Wie Hei den wir uns für die Reise, für die See, fürs Gebirge, was nehmen wir mit in Koffern und Schachteln, was ist elegant und zweckmäßig für den Svimneraufent-i halt außerhalb des eigenen Heims?" — Das sind die Fragen, die jetzt viele unserer Leserinnen beschäftigen. Die Antwort bringt ihnen das zweite Juniheft der in Frankfurt a. M. er- scheinenden „Mode von Heute", welche übrigens bei den gegenwärtig tu S8ten stattfindenden Ersten internationalen Mkode-Ausstellmtg die höchste Auszeichnung, den Grand Prix, erhielt. Das Heft zeichnet sich durch größte Reichhaltigkeit auch Dutzende neuer Toiletten werden in ausdrucksvollen Illustrationen vor Angen geführt und in flotter Schilderung behandelt, jeder Geschmack kommt auf seine Rechnung, auch jedes Alter und Portemonnaie. Dann finden wir neben Blusen und Badeanzügen noch Hüte, Handschuhe, Schirme, Morgeuröcke, Gürtel berücksichtigt, wie auch der Wäsche und den Handarbeiten ein breiter Raum gewidmet ist, stets unter Beifügung einer Fülle guter Abbildungen, die wirksam den Text unterstützen. Jeder Nummer liegt zudem ein Schnittmusterbvgen und ein Schnittmuster bei, sodaß die Abonnentinnen jährlich 24 neue GMiis-Schnitte in Seidenpapier erhalten für Röcke, Jacketts, Kinderkleider, Blusen, Mäntel und Wäsche re. rc. — AN den Modenteil schließt sich der literarische Teil. Der Berfchvnerrmgsverem vor» SieSenlehn. In der Schuhstadt Siebeulchu Stellt sich 'raus, es wär' doch schön, „Wenn die Berger aller Stände In neue Häuser wohne könnte." Krumm und bucklig ist die Stadt, Und das Stolpern kriegt uter satt. In den Häuschen eng und duster War's ungemütlich für die Schuster, Denn das bischen Kugellicht Manch' Schusteraug' zu Grunde richt i „'s muß annerscht iver'n auf alle Fälle", Denn in Sachsen ist man helle. Bis jum Rathaus drang der Schrei Nach Abhüls — da§ Columbusei Hat inan dort sehr rasch gesunden, Mit Streichhölzern und mit Cunlen Manch alt' Knallhütt', die geniert, So rasch wie möglich — renoviert Und die wackre Feuerwehr Getreu dem Wahlspmch „Gott zur Ehrt" Mit dem Hauptmann an der Spitze War bemüht, daß ihre Spritze Nach der angestrengten Fahrt Blieb vor Nässe hübsch bewahrt. Wo ’ne starke Giebelwand Bot dem Feuer Widerstand „Hott mer, ohne lang zu frage „E paar Gefächer dorchgehage" Weil der Befehl erfolgte mündlich; „Brenne falls nett oft — doch gründlich." Der Feuerwehr gebührt der Tank Daß manch Barrack' in Asche sank, Daß durch Siebenlehner Schläue Platz geschasst für neue Säue. Tas Gericht macht sieh verhaßt Das solch' edles Tun verknaßt. Viel zu hart find ich die Straf' Die die Stadtverschönrer traf. „Lebt Schiller noch, so müßt der hocke, Weil er hat in seiner „Glocke" Deutlich zum Ausdruck gebracht „Wohltätig ist des Feuers Macht." Frau Hannewacket. Rätsel. Kennst du die schlanken und prächtigen Pflanzen des sonnigen Südens? Brich ihre Kronen: du siehst lachende Fluren der Schweiz. ■ Auslösung in nächster Nunimer. Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Numinerr H H S e e a 1 1 i Helsingör H eliotrop SaintJust g r u ö o 8 r p t Redaktionr Ernst Hsß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steindruckerei, R. Sange, Gießen,