Samstag ?§N 23. März a - Dem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „Ja, wollte Gott, er wäre mehr auf der Erde", meinte sie trocken und arbeitete emsig weiter. Dann, als drinnen die ermüdenden Wiederholungen immer aufs neue begannen, verriet ein Achselzucken, ein unmutiges Stirnrunzeln, daß sie mit anderen Empfindungen zuhöre als drc Mutter. „Nun, Sylvia beugt sich mit unvergleichlicher Geduld ihrem Tyrannen", meinte sie endlich lachend, „aber es ist eine alte Erfahrung, bte kleinen, launenhaften Despoten finden «allemal einen, der sie übertrifft und dem sie sich dann willig fügen." „Was für sonderbare Bemerkungen du oft machst, Erna, ich kann sie im Grunde gar nicht leiden. Aber das hast du von deinem Vater geerbt, der hat auch diesen fatalen Sarkasmus. Ihr habt keine Spur von Verständnis für Genialität und Künstlernaturen." Die Kommerzienrätin schlang ihre Hände in rascher Bewegung ineinander, was sie stets tat, wenn sie nervös erregt war. „Nun, Bruder Roderich — und ihn meinst du doch mit diesen letzteren — sollte uns wohl endlich ein Verständnis für seine Natur aufgezwungen haben, Mama", erwiderte Erna in unerschütterlichem Gleichmut. „Ick versichere dich auch gern, daß ich ihn für einen begabten Menschen halte, wenn er nur nicht so unersättlich wäre und die Genialität mit Hausen vom Himmel holen wollte. Oder richtiger, er meint, daß er sie gar nicht erst zu holen braucht, er besitzt sie fcion in unerschöpflicher Fülle. Komponist, Dickster, Dramatiker — was braucht er da noch Mensch — und gar ein tüchtiger zu sein. Ich denke oft, es ist schade." „So schweig doch, ich bitte dich!" rief die Mutter ungeduldig. „Laß mich doch hören — diese Stelle eben war sehr schön, sie enthielt die entzückendsten Harmonien." , „Hm — sie kommt mir recht bekannt vor, sie ähnelt einem Satz aus dem Parsifal wie ein Ei dem andern." „Du bist schrecklich mit deinem platten Dreinfahren — Sylvia hat eine reizende Stimme; wenn sie ausgebildet ist, wird sie Großes leisten." Erna schwieg, sie hatte ihre Arbeit in den Schoß sinken lassen und blickte sinnend vor sich hinaus. . , , „Ach, ich bin dankbar, daß in meinem Sohn und in Syltna ein Funke von dem steckt, was meine Jugend verschönte", begann die Mutter wieder. „Das Leben ist so nüchtern, so hausbacken. Meine Schwester Cölestine war ein geniales Geschöpf. Ohne schön ju _ Hix Welt behauptete ja damals, ich sei die schönere der Schwestern — vereinigte sie eine Fülle von Talenten in sich. Sie tanzte wie eine Sylphide, spielte, sang — ohne Schule, einfach nach dem Gehör, war unübertrefflich in komischen mimischen Darstellungen, sie kopierte jede Person aufs Haar und brachte die drastischsten Wirkungen hervor. Wo fte auftrat, unterhielt sie die Gesellschaft und ward sofort der Mittelpunkt derselben." Erna hatte sich voll der Mutter zugewendet, während diese sprach. „Wie neidlos du das erzählst, du gute Mama", sagte sie jetzt warm, mit verändertem Gesichtsausdruck,' „ich meine einmal gehört zu haben, daß diese Tante Cölestine dir viel Leid zugefügt hat." „Ah, du weißt es — ja, ich glaube, ich habe dir davort gesprochen während meiner Krankheit im vorigen Winter, als du die langen Nächte an meinem Bette wachtest. Freilich, viel Leid brachte sie über mich, als sie Gerhard Zernial, meinen Verlobten, an dem ich mehr hing, als sie ahnen mochte, für sich gewann. Aber — sie ist nicht glücklich geworden." „Das konnte wohl nicht der Fall sein." Ernas Ton war wieder herb. „Solche Naturen, wie du sie schilderst, werden überhaupt nie glücklich, auch wenn keine Schuld ihr Glück trübte. Ich aber hätte das nie vergessen und darum auch wohl nie ganz verzeihen können; ich fühle wieder, wie verschieden wir geartet sind, Mama, und ich bin doch dein leiblich Kind. Ich« hätte urich auch nie so blenden lassen wie du, von diesen Ange und Ohr vielleicht bestechenden Eigenschaften, die du vorhin an ihr rühmtest, das ist doch alles nur eitel Oberflächlichkeit gewesen, nichts Ernsthaftes, darum hat es ihr auch für ihr Leben nichts genützt. Weißt du eigentlich, wo sie jetzt lebt?" Der Kommerzienrätin wasserblaue Augen hatten sich mit Tränen gestillt, sie schüttelte den Kopf. „Seit Jahren fehlt mir jede Kunde von ihr", sagte sie. „Es hieß einmal, sie habe sich von Gerhard, von ihrem Mann, getrennt — vielleicht ist sie tot." Erna erwiderte nichts mehr, sie warf einen mitleidigen Blick zur Mutter hinüber und arbeitete tvieder emsig weiter an ihrer Stickerei. Der Gesang drinnen war verstummt, man hörte jetzt eifriges Reden der beiden, hin und wieder ein heiteres, melodisches Auslachen Sylvias. Ein leiser, knarrender Ton, von unten heraufklingend, das Knirschen der Eingangspsorte in ihren Angeln, machte Erna jetzt aufblicken. Sie zuckte unmerklich zusammen und ihre Augen leuchteten aus einmal seltsam auf. Sie erblickte unten in dem Laubengang, der ton der Einfassungsmauer entlang lief, eine wohlbekannte, schlanke und zierliche Männergestalt, die e.ben durch das nur den Intimen des Hauses zugängliche Pförtchcn eingetreten war. Die Mutter war mit ihren Erinnerungen und Träumereien beschäftigt und bemerkte die fliegende Röte nicht, welche sich plötzlich über der Tochter Züge gebreitet hatte; sie erbleichte auch rasch. Erna nahm sich mit der gewohnten Beherrschung zirsammen. Der Ankömmling erstieg jetzt bereits die Terrassenstusen, welche den Garten herauf führten, da stockte sein Fuß, er wandte den Kopf in die Höhe, aber nicht dem im Schatten der Veranda sitzenden, mit Herzklopfen seiner harrenden Mädchen zu, sondern er lauschte offenbar dem Gesang, der eben jetzt wieder aus dem offenen Fenster des Musikzimmers erscholl. Sylvia sang eine Arie aus Roderichs Oper: „Kouradin, der letzte Hoheustaufe": „Du schöner, blondlockiger Jüngling du, mein schöner Kouradin." Die vielen Schnörkel und Koloraturen wollten noch nicht gelingen, es haperte, stockte — dazwischen erklangen Sylvias 178 Lachen, Roderichs unmutige Zurechtweisungen. Er intonierte selbst mit seinen unzulänglichen Stimmitteln die Melodie. Erna saß über ihre Arbeit gebeugt und blickte nicht mehr auf. Ihre Seele lag in ihrem Ohr, aber sie lauschte nur noch dem Klang des Trittes auf dem knirschenden Kiessand unten, der sich noch immer nicht wieder in Bewegung setzte, bis die letzte Strophe der Arie verhallt war. Dann klang der feste Männertritt näher, er mußte die Biegung bei den Rosenbeeten erreicht haben, sie fühlte mehr als sie sah den dunklen Schatten, den seine Gestalt jetzt auf den Rasen warf, und sie erhob erst den Kopf, als seine wohlbekannte Stimme das: „Guten Abend, Frau Kommerzienrätin! Guten Abend, Fräulein Erna!" rief. Er küßte der Mutter die Hand und reichte ihr seine Rechte, sie blickte in fein offenes, hübsches, ihr so liebes Gesicht. „Guten Abend, Herr Doktor!" Es kam sehr ruhig von ihren Lippen, sie rückte ihm den Sessel, der schon sein gewohnter Platz war, wo die Strahlen der untergehenden Sonne ihn nicht belästigten, und man redete vom heißen Tag und ob es wohl Noch ein Gewitter geben werde. Die Fenster des Mufikzimmers waren geschlossen worden, die liebenden schienen dasselbe verlassen zu haben. Nach einer Weile trat Roderich heraus, Hut und Stock in der Hand, eine Mappe von Juchtenleder unter dem Arm. Er war in eleganter Abendtoilette, trug das volle, wellige Haar hoch über der Stirn emporgekümmt, einen wohlgepflegten Schnurrbart über der schön geschwungenen Oberlippe, wahrend das Kinn glatt rasiert wir. Seine dunklen Augen blickten hochmütig und selbstbewußt, man sah es bent ganzen Menschen an, daß er viel Sorgfalt auf seine Person verwandte und mit sich selber voll zufrieden war. „Fährst du noch in die Stadt, Roderich? Ich dachte, du bliebest heute abend bei uns", sagte die Mutter, während Roderich den Gast, den Doktor Villatte, äußerst gemessen und kühl begrüßte. Dann wandte er sich nachlässig zur Mutter. „Ich werde bei der Frau Klopp-Wengstern erwartet, wo ich den ersten Akt meines Dramas: ,Die Nihilisten' zu lesen versprach — du weißt, unsere ersten literarischen Größen und Kritiker finden sich in dem Salon dieser Dame zusammen — ich bedaure also, Herr Doktor —" Die höfliche Neigung zu dem Fremden war gemessen und kühl. „Bitte, genieren Sie sich meinetwegen nicht." Auch die Ant- wort des Philologen klang steif und formell. „Wo hast du denn Sylvia gelassen?" fragte die Kommerzienrätin, „du hast sie wohl etwas über Gebühr ermüdet." „Welch ein Ausdruck, Mama! Ich denke, es ist ihr die größte Freude, wenn ich sie zu diesen Proben heranziehe. Sie hat einiges Interesse und eine kleine Dosis Verständnis, wenn ihr Können auch nicht ausreicht." „Na, freue dich, Roderich, wenn du jemals eine Sängerin findest, die deine absonderlichen Passagen und Tonsprüngc leistet oder ihre Stimmittel daran verschwendet", bemerkte Erna lächelnd in ihrem sarkastischen Ton. „Sylvias Ausdauer in der Richt- tung ist bewundernswert." Ueber des jungen Doktors Stirn flog eine Röte, in seinen lebhaften Augen blitzten Zornfunken auf. Roderich hielt es nicht der Mühe wert, der Schwester zu antworten, er zuckte nur die Achseln und feine Miene sagte: „Was nützt es, mit den Minden von der Farbe zu sprechen." Er verabschiedete sich mit flüchtigem Gruß und schritt langsam, in stolzer Haltung die Terrassenstusen hinab an das Flußuser, wo er das nächste Dampfschiff benützen wollte. Doktor Villatte sah ihm mit einem schwer zu beschreibenden Gesichtsausdrnck nach, ihm war'der Sohn dieses Hauses, in dem er sonst so gern einkehrte, gründlich unsympathisch. Jetzt aber wandte er sich mit erleich- teitern Atemzug zu den Damen, die Wolken wichen von seiner Stirn. Er nahm ein Blatt aus feiner Tasche, eine neue Broschüre über die Arbeiterfrage, welche er Erna einhändigte. Sie unterhielten sich gern über diese zeitbewegenden Strömungen, der junge, lebhafte Gelehrte fand in ihr eine stets interessierte Zuhörerin, wenn er sich über Tagesfragen aussprach. Sie hatte ein klares und gesundes Urteil, war immer maßvoll und gerecht — Eigenschaften, die nach seiner Meinung bei ihrem Geschlecht selten zu finden waren. Ihr Antlitz hatte sich, seit er zu ihr redete, auffallend belebt, sie sah warm, hübsch, klug und bedeutend aus, während sie ihre Ansichten entwickelte. Sie gewahrten es beide nicht, daß sich über ihnen ein Fenster geöffnet hatte, und Sylvia von dort aus dem scheidenden Roderich, der sich unten an der Pforte noch einmal nmzuwenden geruhte, Winke und Kußhände nachwarf. Jetzt aber stockte Doktor Villatte plötzlich in seiner Rede, und ein glühendes Rot färbte sein Antlitz. Eine Blume war ihm in den Schoß gefallen, er blickte auf. Da neigte es sich über ihm, dieses süße, lachende, sinnbestrickende Gesicht, und machte possierliche Geberden. „Hu! Diese beiden Ernsthaften!" rief Sylvia von oben; „habt ihr die Welt noch immer nicht eingerichtet?" Der junge Doktor hatte sich erhoben und grüßte hinauf, mit lachender, verklärter Miene. „Guten Abend, Fräulein Sylvia, kommen Sie und helfen Sie einrichten. Ich habe eine Ahnung, als verständen Sie es besser als wir." Sylvia schlug das Fenster zu und nickte, und es währte leine Sekunde, da stand sie unten in ihrer ganzen sieghaften, berückenden Schönheit. Ein leichtes Kleid von zarter Elfenbeinfarbe umschloß ihre zierliche Gestalt, eine dunkelrote Rose steckte int Goldgürtel, der die Taille umspannte. In losen Locken ringelte sich goldbraunes Haar um die schneeweiße Stirn, die großen, lachenden Augen von unbestimmbarer Farbe blitzten in übermütiger Laune. Sie reichte dem Doktor die Hand, aber flüchtig, mit schon wieder sich abwendender Miene und schlang dann stürmisch ihren Arm um den Hals der alten Dame. „Mein süßes Mütterchen, wir können dock, heute hier auf der Veranda zu Abend speisen, es ist ja so himmlisch draußen. Ich habe Auguste angewiesen, daß sie hier decken soll." Die Kommerzienätin strich liebkosend über das Lockenhaupt der Schmeichelnden, ein viel weicherer und zärtlicherer Ton, als vorhin war in ihrer Stimme, als sie einwarf: „Aber Kind» es wird hier zu eng sein, und du weißt, der Vater —" „Roderich ist ja abwesend", rief sie dazwischen. „Nun ja, aber Papa, der Herr Doktor, Erna, du und ich —" „Wir sind unser fünf, da ist Platz genug, wenn wir uns auch ein wenig zusammen drängen, nicht wahr, Herr Doktor?" Der Herr Doktor war es durchaus zufrieden, er sah lächelnd auf die anmutige Bittstellerin, und ein enger Platz neben derselben schreckte ihn nicht. Ihr fröhlicher Ton, in dem sie aus-- gerufen: „Roderich ist abwesend", hatte ihm ein behagliches Gefühl verursacht. Erna stand auf und nahm den Schlüsselkorb. „Es ist eilte Torheit, Sylvia", sagte sie kalt und herb, „der Tisch ist viel zu klein, der Raum im Ganzen zu knapp, abgesehen von der Erkältung, welche sich Mama unfehlbar durch das Sitzen in später Abendluft zuziehen würde". Sylvias hübscher Mund verzog sich zu übellaunigem Schmollen. „Natürlich, ich vergaß Erna mit ihren unvermeidlichen Bedenken. Doch da kommt der Papa. Rede einmal ein gutes Wort mir zu Gefallen", rief sie dem aus dem Salon heraus- tretenden Kommerzienrat entgegen. „Erna ist wieder schwerfällig, und will es uns nicht gönnen, hier draußen den Tee zu nehmen." „Was ist los, kleine Hexe?" Der stattliche, wohlrnsierte Herr mit der goldenen Brille, dem man seine fünfundsechzig Jahre kaum ansah, strich der ihm entgegen Stürmenden die Locken aus der Stirn, küßte sie und begrüßte mit warmem Händedruck den Doktor. „Ah bah! dummes Zeug", sagte er dann, als er begriffen, um was es sich handle. „Pfusche meiner Erna nicht in ihre Haushaltungsangelegenheiten hinein. Sie kennt mich und weiß, daß ich mein behagliches Abendbrot haben will, du Kobold bringst nur Wirrwarr und Unruhe. Wir wollen ein gutes Glas trinken, vom besten, Doktor, beim hellen Lampenlicht, unbelästigt von Mücken und Zugluft. Höre, Erna", er hielt seiner Tochter Hand und beugte sein volles, joviales Gesicht zu ihr nieder, ihr besondere Order zurauuenü. „Du verstehst, mein Mädchen, der gelb gelackte, — na, ich weiß, daß ich mich auf dich verlassen kann." Erna nickte mit heiterer Miene und ging, des Vaters Befehle auszuführen. „Uff! war das ein heißer Tag!" rief der Hausherr, und ließ sich in den Sessel fallen, daß die Federn desselben krachten. „Hab' mir die Ruhe und das Wohlsein hier redlich verdient; hübsch, Doktor, daß Sie gekommen sind, und nun, was gibt es Neues?" „Roderich ist in die Stadt gefahren, er liest bei der Frau Klopp-Wengstern den ersten Akt seiner »Nihilisten'", sagte Frau Friederike. (Fortsetzung folgt.) — 179 Klekven in Z-rpan. Von Dr. Phil. Ichikawa, Lektor am Orientalischen Seminar zu Berlin. Keinem Europäer wird es gelingen, Verständnis für die japanischen Verhältnisse zu gewinnen, der sich nicht zunächst darüber klar wird, daß in Japan die Idee der Verleugnung des „Ich" gegenüber der Gesamtheit, der kritiklosen Verehrung, des blinden Gehorsams eines Individuums gegen ein anderes Wesen eine Rolle spielt, die mit der westlichen Auffassung von der Freiheit und Gleichheit der Menschen in starkem Widerspruch steht. Nach der japanischen Sittenanfchauung schuldet der Diener dem Herrn, das Kind den Eltern, die Frau dem Manne, der Untertan dem Herrscher unbedingte Unterwerfung. Vom frühesten Kindesalter an gilt deshalb als die Hauptaufgabe der .zjehung, der Jugend das Prinzip des Gehorchens beizubringen, tinxntlich gilt dies für die Mädchen, die nach der späteren . rmählung nicht nur dem Manne, sondern auch der Schwieger- .:iter aufs Wort parieren müssen. Ohne dies würde es gar .acht gehen, da nach japanischer Sitte alle Kinder, solange sie unvermählt sind, im Elternhause verbleiben, die Söhne sogar, nachdem sie sich verheiratet haben. Da nun die Schwiegermütter in Japan manchmal gewisse Eigenschaften besitzen, die man ihnen auch in anderen Ländern nachzusagen pflegt, so kommt es dort wohl vor, daß sie mit ihren Schwiegertöchtern ohne deren Verschulden nicht in der erwünschten Harmonie leben. Aber nach den landesüblichen Anschauungen bekommt die Schwiegertochter in solchem Falle fast immer Unrecht. Ihr Ungehorsam gegen die ältere gilt als Ehescheidungsgrund und als eine Schande für die Ahnen, so daß eine aus solchem Anlaß verstoßene Frau häufig im elterlichen Hause nicht wieder ausgenommen wird. Deshalb ist es sehr wichtig, daß die junge Frau schon frühzeitig daraufhin erzogen wird, sich vor der späteren Schwiegermutter aus Ueberzeugung zu ducken. Wenn sie das einwandfrei zu tun vermag, fo wird der außerdem von ihr geforderte Gehorsam gegen ihren Mann ihr als eine leichte und ange- nehme Pflicht erscheinen. Tie allgemeinen Verhältnisse in Japan liegen außerordentlich günstig. Unter den Gründen hierfür steht vornan, daß dem Japaner die Würde des Ehemanns als eins der höchsten Güter erscheint. Er verheiratet sich vornehmlich, weil ihn von Jugend an gelehrt wurde, daß es seine Pflicht ist, für die Fortsetzung der Ähnenverehrung in der nächsten Generation zu sorgen. Auf den Reichtum und die Vornehmheit oder nun gar die religiösen Ueberzeugungen seiner Frau kommt es ihm dabei nicht so sehr an, als darauf, daß, sie aus einer gesunden Familie stammt, und selber gesund ist. Die Mitgift braucht schon deswegen keine ausschlaggebende Rolle zu spielen, weil bis jetzt wenigstens die Ansprüche der Männer wie der Frauen in Japan inbezug auf Kleidung und Ernährung noch recht bescheiden sind. Die Wohnungsfrage erledigt sich durch das Prinzip des Zusammenlebens im Hause der Eltern des Mannes. Unter diesen günstigen Umständen kam es früher öfters vor, daß die um die künftige Ahnenverehrung besorgten Eltern ihre. Sühne schon im 15. Lebensjahre sich 'verheiraten ließen. Heute setzt das Gesetz 17 Jahre für den Mann und 15 Jahre für die Frau als das jüngste Heiratsalter an, wobei die Verlängerung der Ausbildung auf den Schulen und die Veränderung der Lebens- und Erwerbsbedingungen wesentlich mitsprechen. Die Erziehung des Mädchens ist ganz darauf gerichtet, sie zu einer tüchtigen Hausfrau, einer freundlichen, gehorsamen, treuen Gattin und zu einer liebevollen Mutter zu machen, ein Standpunkt, der gewiß in jedem Lande den Männern willkommen sein würde, wenn er sich anderwärts ebenso durchführen ließe, wie in Japan. Die Keuschheit gilt entgegen den vielfach im Auslande verbreiteten irrigen Anschauungen als das wertvollste jungfräuliche Gut. Ilm sie zu schützen, verlangt die Sitte, daß Knaben nnd Mädchen nicht in demselben Raume beisammen sein sollen, wenn sie älter als sieben Jahre sind, wobei allerdings die Idee mitspricht, daß sonst leicht Knaben ihre schönste männliche Tugend, die Tapferkeit, einbüßen könnten! Dem freien Verkehr zwischen beiden Geschlechtern werden vielerlei Schranken auferlegt; „Gelegenheit macht Liebe", sagt man sich. Ein junges Mädchen soll so viel wie möglich im Hause bleiben nnd nicht ohne Begleitung ausgehen. Das Zusammenleben der Familien erschwert Heimlichkeiten jeder Art; der europäische Tanz gilt nicht für anständig. Begeht trotz aller Vorsichtsmaßregeln ein junges Mädchen einen Fehltritt, so gilt dies als das größte Unglück für sie und als ein schwerer Schimpf für die Ahnen. Meistens bleibt ihr nur ein Leben der Schande offen. So viel steht fest, daß der *) Der nachfolgende Artikel, der uns einen interessanten Einblick in die vvN den unsrigen vielfach weit abweichenden! japanischen Familienverhältnisse gewährt, gründet sich auf einen Teil der Ausführungen eines Vortrages über die japanische Ehe- fchließung, den Herr Ichikawa vor der Deutsch^-Ostasiatlschen Gesellschaft zu Berlin gehalten bat. Japaner bei der Wahl seiner Braut die Tugend über die Schönheit stellt, und das will etwas ganz Besonderes sagen bei einem Volke, das die Schönheit der Natur über alles liebt und in einer schonen Frau die Blume der Menschheit sieht. Die Wahl der Frau wird meistens nicht durch den Bräutigam besorgt, sondern durch die Eltern. Der Bräutigam hat bis zum Hochzeitstage eigentlich gar keine Gelegenheit, seine Braut näher kennen zu lernen. Die Liebe des Brautpaares nach europäischen Begriffen spielt somit bei der japanischen Eheschließung keine Rolle. Wer nun aber glaubt, daß die Ehen in Japan deswegen weniger glücklich sind, der irrt sich. Dem Manne als dem stärkeren Teil ist die Pflicht vorgefchrieben, seine Gattin zu beschützen, sie stets freundlich und faust zu behandeln. Er bringt ihr als der Mutter seiner Kinder die größte Hochachtung entgegen und läßt ihr in der Kindererziehung sowie in der Führung des Haushalts die weitestgehende Freiheit. Schelten, Schimpfen ober Mißhandlungen von Ehefrauen kommen in Japan fast niemals vor. Tie Frau ihrerseits geht ganz und gar in ihren ehelichen, mütterlichen und häuslichen Pflichten auf, unter denen, wie gefugt, die Treue und der Gehorsam gegen den Gatten obenan stehen. Sie fühlt sich aber keineswegs als Sklavin, sondern versteht es recht gut, ihren Willen auf vielen Gebieten ihrem Herrn und Gebieter gegenüber durchzusetzen. Und meist weiß die japanische Frau sehr gut, was sie will, trotz ihrer äußeren Demut, trotz ihres Lächelns und der Zierlichkeit, die die Europäer so leicht dazu veranlaßt, sie für oberflächliche Wesen und für eine Art von bunten Schmetterlingen zu halten. Die Europäer meinen öfters auch, daß die Ehen in Japan nicht so glücklich sein können wie in Europa, weil man nie sieht, daß ein Ehepaar Arm in Arm geht oder daß es sich öffentlich küßt und liebkost. In Japan gilt solch ein Zärtlichkeitsbeweis nicht für schicklich, während man andererseits in dem Darreichen der Mutterbrust an die Kinder, auch vor den Augen von Fremden nichts Anstößiges sieht. Die Sitten sind eben verschieden in den verschiedenen Ländern in dieser Beziehung, das hat aber mit dem wahren Glück der Ehe nichts zu tun. Dieses ist aber in Japan unstreitig im allgemeinen sehr groß, wie sich schon daraus ergibt, daß Ehebrüche feitens der Frau überhaupt kaum jemals vorkomuien. Die Treue gegen den Mann geht sogar so weit, daß wenigstens in früheren Jahren das Wiederheiraten einer Witwe zu den größten Seltenheiten gehörte. Ein Schatten fällt nur in die Ehe, wenn diese unfruchtbar ist ober wenn die männliche Nachkommenschaft ausbleibt. In diesem Falle ist es dem Manne erlaubt, sich noch eine Nebenfrau zu nehmen, um die Fortsetzung der Ähnenverehrung zu sichern. Indessen pflegt er nicht häufig Gebrauch von diesem Vorrecht zu machen, weil durch das Zusammenleben der beiden Frauen unter einem Dach der häusliche Frieden leicht gefährdet wird. Er zieht es meistens vor, den Pflichten für die Zukunft durch.Kinderadoption zu genügen. Das Bild, das ich itou dem ehelichen Leben in meinem Vaterlande gegeben hübe, ist somit sehr erfreulich, und es fragt sich nur, inwieweit die geschilderten Verhältnisse auch in. der Zukunst noch weiter bestehen bleiben werden. Da muß ich allerdings sagen, daß mit be.nr Einzug der westlichen individualistischen Auffassung mit dem Anwachsen der Industrie, der größeren Wertschätzung des Reichtums und der Steigerung des Komforts sich allmählich eine Aenderung anbahnt. Das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dache wird mit der Zeit aufhören. Die häusliche Existenz der Frau toirb bedroht durch die Nachfrage der Fabriken nach! Arbeiterinnen; und mit der steigenden Bildung der Frauen, die sie in den Schulen genießen, entwickelt sich in ihnen auch ein starker Drang nach größerer, äußerer und innerer Freiheit. Immerhin ist in Japan von einer Frauenbewegung noch nicht die Rede. Vorläufig kann man sagen, daß die konservativen Anschauungen in bezug auf - die Ehe heute noch ziemlich uneingeschränkt! herrschen. Und mir Japaner find davon überzeugt, daß sie eine der wichtigsten Quellen unserer nationalen Kraft nusmachen, und daß die westlichen Ideen, so gern wir sie auf anderen Gebieten uns zu eigen gemacht haben, in bezug aus die Ehe keinen Fortschritt für nufer Vaterland darst-ellen. Reber der Hirsche Not im Prättigäu (Graubünden) schreibt der „Freie Rätier": Wildhüter T-avatz und Landjäger Hartmann tragen jetzt im Auftrage der Regierung den notleidenden Hirschen Nahrung zu. Kürzlich begaben sie sich mit Heu ins Salginertobel. Bald entdeckten sie eine frische Hirschspur hinunter gegen den Bach, sanden aber nichts, auch keine Spur vom Bache weg. Nun wurde der Flußlauf bergwärts verfolgt und richtig, mitten im Wasser lag ein Spießer, der zwar noch lebte, aber nicht mehr die Kraft besaß, das User zu erklimmen. Tas arme Tier wurde nun aus seiner mißlichen Lag« befreit, nach Bussereien verbracht und dort einem Bauer in Verpflegung gegeben, wo es die gereichte Nahrung gern annimmt und sich wohl erholen toirb. Am 180 tz-eichen Wend brachte der Holzsuhrmann die Nachricht, im Salginertobel habe er einen halbverhungerten Elfender gesehen und ihm vorläufig den Inhalt seines Heusackes serviert. Am folgenden Tag begab sich Wildhüter Davatz abermals in diese (Segenb und entdeckte bald das Tier oberhalb des Weges auf einem kleinen Vorsprung. Mit Mühe erreichte er die Stelle; das ermüdete Wild machte keine Miene, sich zu entfernen. Erst als D. es bei den Hörnern nehmen wollte, setzte es sich mit Ausbietung seiner letzten Kräfte zur Wehr. Nun wurde es mit einer in einem nahen Gebüsch geschnittenen Gabel über den Vorsprung hinuntergestoßen, von wo es durch die eben getretene Spur des Wildhüters in den Weg gelangte und dann, diesem folgend, sich talwärts wandte. Beim sog. „Crestabrückli" wurde das ab- gemattete Tier eingefangen, an einen Strick gebunden und wie ein Haustier weiter transportiert, als ginge es aus den Markt. Schließlich versagten aber seine Kräfte, und es mußte auf einen Schljtten geladen werden. So hielt der arme „Hürni" abends 5 Uhr seinen Einzug, in Schiers. Hinter diesem Schlitten folgte gleich ein zweiter, beladen mit einer erschöpften Hirschkuh. Ein Holzer war in 'Fadiel unterhalb Schubers auf dem Wege cm seine Arbeit auf eineiH toten Hirsch gestoßen, der rücklings in ein Gebüsch eingeklemmt dalag. Bald darauf bemerkte er in der Nähe drer weitere noch lebende Tiere, von denen sich zwei entfernten, das dritte jedoch liegen blieb. Er schaffte nun dieses halbtote Tier, einen Spießer, an den Weg hinunter und wollte weiter draußen einen Schlitten holen, um es aufzuladen. Auf dem Wege dahin bemerkte er jedoch im Bache eine junge ebenfalls noch lebende Hirschkuh, die aber nicht mehr weiter konnte. Schnell wurde ein in der Nähe befindlicher Schlitten geholt, das arme Tier aufgeladen und ins Dorf geschafft, während der zuerst aufgefundene Spießer seinem Schicksal überlassen wurde. Sobald jedoch der Sal- ginerhürni und die unter Fadiel gefundene Hindu: in Gewahrsam gebracht waren, wurde auch der arme Spießer per Extrapost abgeholt. Abends y29 Uhr traf die letzte Expedition unter Leitung von Wildhüter Davatz mit großem Gefolge in Schiers ein. Die drei Tiere sind von Landjäger Hartmann in Pension genommen worden. Zuerst wurde ihnen ein Trunk frischer Milch verabfolgt und dann Heu vorgelegt. Der Holzer Tisch, der die Tiere in Fadiel ge- fuuoen hat, sagt, daß er an diesem Tag (Dienstag) im Schraubachgebiet nicht weniger als 33 Stuck gesehen habe. Dazu kämen noch tue Tiere im Salginertobel unü 15 bis 20 Stück oberhalb Busserein. Von verschiedener Seite sind Beiträge geleistet worden zum Ankauf von Nahrung für die armen Tiere. Von den drei Hirschen, die Landjäger Hartmann in Verpflegung hatte und die sich zuerst anscheinlich prächtig erholten, sind zwei plötzlich verendet. Versetzung nicht erfolgt. Das Schuljahr hat sein Ende erreicht. Der Klassenlehrer händigt den Schülern das Schlußzeugnis ein, in dem als Vermerk die inhaltsschweren Worte: „Versetzung erfolgt", oder „Versetzung nicht erwlgt" diesmal beigefügt sind. Wer versetzt ist, der trägt freudestrahlend das Zeugnis nach Hause und wird dort ob des Erfolges mit sichtlichem Wohlgefallen empfangen. Wer aber sitzen geblieben ist, dem wird der Heinuveg schwer in banger Ahnung des unfreundlichen Empfanges, der ihm bevorsteht. Wie oft aber wird in letzterem Falle von den Eltern oder Pflege befohlenen gegen ein solches Kind gesündigt! So bedauerlich : auch die Tatflache für den betreffenden Schüler und deren Eltern auf den ersten Blick sein mag, so wenig recht ist es «aber auch, in der Nichtversetzung unter allen Umständen ein Unglück oder gar ein Verschulden der Schule zu erblicken. Die Lehrer sind sich wohl bewußt, daß jede Nichtverfetzung für den Schüler den Verlust eines Berufsjahres und für die Eltern ein weiteres Opfer für den Geldbeutel bedeutet. Hält aber das Lehrerkollegium die Wiederholung des Jahreskursus für notwendig, so geschieht dies in wohlwollender Absicht. Dies sollten doch die Eltern recht bedenken und den Fall nicht gleich als eine Ehvenkränkung ansehen. Wie manche unangenehme Stunde könnte bei ruhiger Ueberlegung vermieden werden, wie manche harte und lieblose Behandlung dem armen Kinde über seine Nichwersetzung erspart bleiben! Ja, wo bei einem begabten, körperlich, gut entwickeltem Kmde Faulheit und Unaufmerksamkeit die Nichtversetzung her- bergemhrt haben, ist Strenge und nachhaltige Strafe angebracht. Ha Üdem anderen Falle — und das sind bei weitem die meisten — so e® dsmst der Eckern, die Ursache von dem geringen Fortschritte ihres Krudes, zu erforschen. Ist die geringe Leistungsfähigkeit des Kindes :n körperlicher Schwäche begründet .so helfe man unter Hinzuziehung eines erfahrenen Arztes zuerst dem armen gequälten Körper auf und beachte doch die alte Erfahrung, daß nur in einem gesunden Körper eine gesunde Seele wohnen kann. Gar oft ist auch der negative Erfolg in den häuslichen Verhältnissen begründet. Man prüfe, ob nicht durch allerlei Zerstreuungen, die das gesellschaftliche Leben mit sich bringt, durch Gesellschaften, Besuche, Ausflüge, Heranziehung zu geschäftlichen Arbeiten, durch häusliche Störungen in Krankheits- und Todesfällen das weiche Kindesgemüt nicht gar zu sehr in Anspruch genommen worden ist. Am schlimmsten ist es jedoch mit solchen Kindern bestellt, die so schwach begabt sind, daß ihnen das Lernen zur schweren Bürde wird. Gar oft seufzt ein solches von dem Ehrgeiz der Eltern angetricbenes Kind unter dem schweren Joche der geistigen Arbeit, und niemand will es verstehen, wie unrecht ihm eigentlich geschieht.. In solchem Falle sollten die Eltern doch so einsichtsvoll sein und ihren Stolz darin suchen, das Kind einem der Befähigung entsprechendem Berufe zuzuführen, als es zu diesem oder jenem Examen durchzuquälen. Ein Sitzenbleiben in der Klasse kann unter Umständen ftir ein körperlich schwächliches Kind von Segen sein. Wenn es bisher als Nachzügler mühselig in der Klasse nachgeschleppt wurde, nun aber durch vollknnmenere Reife des Körpers und Geistes dem Unterrichte folgen kann, atmet es jetzt erleichtert auf, da seine Arbeiten besser ausfallen, und wo früher Tadel und Schelt- worte fielen, hört es jetzt ein freundliches Wort der Anerkennung. * Der Schnepfenstrich ist da. Da lacht uns die Erinnerung aus alter Zeit -an, als hier ein munterer Jäger- Kegelklub seine Einladungen zu den Kegelabenden, bei Gelegenheit unter Bezugnahme auf die entsprechenden Jagddaten, in Verien ergehen ließ. Eine solche S chn epfe ne Pi st l aus 188 6 möge hier miedergegcben sein, zum Gruß an die wenigen alten „lieber- st ander", auch zur Belehrung für angehende Nimrode: Wenn in Dämmrung übergeht Frühlingstag mit warmem Regen, Dann im Holze allerwegen Jäger auf dem Anstand steht Nach dem langen Schnabel. Wenn das Abendrot verglüht. Wenn der erste Stern uns leuchtet, Wenn der Tau die Gräser feuchtet. Wenn verhallt der Drossel Lied: Streicht der Göttervogel. Vogel du geheimnisvoll Wie das Mädchen aus der Fremde, Unser Herz pocht durch- das Hemde, Wenn tm rufst in Cis und Moll, Wenn du uns erscheinest. Abendglocke tönt im Tal, Schuß auf Schuß erdröhnt im Walde, Aus den Rauschern, von der Halde Leuchtet auf der rote Strahl: Glück! es stürzt die Schnepfe! Kehren heute wir zur Stadt Geh'n wir noch zum Kegelschieben, Aber sagt wer dann, ihr Lieben! Wohl den größten Schnabel hat? Sicher doch Herr L. . . . W. Bilderrätsel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs aus voriger Nummerr Es ist auf Erden keine Nacht, Tie nicht noch ihren Schimmer hätte, So groß ist keines Unglücks Macht, Ein Blümlein hängt in seiner Kette. Ist nur das Herz vom rechten Schlage, So baut es sich ein Sternenhaus, Und schafft die Nacht zum hellen Tage, Wo sonst nur Asche, Schutt und Graus. Keller. Ernst Heß. Rolanonsdruck und Verlag der Brüh!'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerri, R» Lange, Gießen«