1907 — Mr. 74 ® rrall® DU ÄML^^MNK sl ISi i s. I k N Dem Irrlicht nach. Jtonmu von Alexander Römer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Nach Tische stand man in einzelnen Gruppen plaudernd Herum, mährend der Kaffee in kleinen, goldenen Tassen gereicht wurde. Man bewunderte den neuen Anbau, die Spiegel strahlten das glänzende Bild zurück. Die Palmen schienen an allen Enden zu winken, man wähnte in einem Blumengarten zu wandeln. Erna ging unter den Gästen hin und her, mischte sich bald unter diese, bald unter jene Gruppe. Viilatte fragte sich mittlerweile, ob es eine Einbildung von ihm sei, die wieder aus feinem in Täuschungen befangenen Innern quoll, aber er glaubte frit bemerken, daß Erna dem Freiherrn, der sich ihr wiederholt zu nähern versuchte, auswiche. Deut armen, so sehr an Einsamkeit gewöhnten Billatte wurde dieser Trubel auf die Dauer unendlich quälend. Er schlenderte langsam durch einige Räume, welche leerer waren, und gelangte so Lis an das Wanzenhaus, aus dem es feucht und frisch ihm entgegenwehte. Da schimmerte eine Wand von blühenden Kamelien in köstlicher Farbenpracht, dazwischen die hohen Palmen mit den breiten Fächern, ein bunter Hyazinthen- flor und süß duftende Maililien. Er trat hnrein, und schritt auf dem schmälet!, mit weichem Smtd gefüllten Wege weiter bis zu einer hinter einem dichten Lorbeerbaum stehenden kleinen Bank. Hier war er allein und unbeobachtet, und atmete tief auf. Wie hatte er sich auf dieses Wiedersehen der teuren Menschen gefreut, hatte sich stark genug geglaubt dafür, und — nun war alles so ganz anders, als er es sich vorgestellt. Sylvias Bild verfolgte ihn hier nicht — das war , das einzige, was er fürchten zu müssen gemeint — aber auf diese gewaltigen Veränderungen war er nicht gefaßt gewesen. Ein paar Jahre gestalten so viel um, man sollte sich nie einbilden, das Alte unverändert zu finden. Erna geleitete unterdes ein Mar alte Damen zu einem bequemen Sofa abseits von dem großen Schwarm, wo sie ein wenig nicken konnten, und gewahrte dabei, wie der Oberst sie nicht aus den Augen ließ- und jedenfalls auf den Augenblick wartete, wo sie sich umwenden und ihren Weg zu den übrigen Gästen zurück nehnten werde. Eine jähe Angst packte sie, wenit sie nur heut noch ausweichen, noch Zeit gewinnen konnte. Es war das Wohnzimmer, in dem sie die beideit alten Damen installiert, das kleine Kabinett nur trennte sie vom Wintergarten, der Freiherr, so rücksichtsvoll und ritterlich wie er war, würde die inüben Schläferinnen nicht zu stören wagen und ihr hierher nicht folgen wollen. Daher lenkte sie ihre Schritte nach dem Pflanzenbaus, sie ahnte nicht, daß Billotte "'ihr dahin Vvrangegangen war. Rasch, als ob sie etwas holen oder suchen wolle, ging sie vorwärts, und stand plötzlich Billatte gegenüber, der beim Ton herannaheitder Schritte von seinem Ruhesitze emporge- fahreu war. „Billatte!" stieß sie unwillkürlich hervor und ward dunkelrot. Er war keines Wortes mächtig, denn er sah, was sic in ihrer Aufregung twch nicht gewahrte, die hohe Gestalt des Freiherrn mn Eingang des Pflanzenhauses. Er war ihr doch gefolgt. Blitzarttg schossen die Gedanken durch Billottes KVpf. So wie sie beide da beisammen standen, sah es aus wie ein Stelldichein. Der Oberst trat auch offenbar stutzend und schwer vevi stimmt zurück. „Ich bitte um Verzeihung, wenn ich störe," sagte er, Erna faßte sich zuerst. „Stören? In wie fern?" fragte sie ruhig, und bei aller Freundlichkeit klang in ihrer Stimme ein Anflug von Stolz, der dem Frciherrn nicht entging. „Was wir beiden alten Freunde uns zu sagen haben, dazu haben wir Gelegenheit genug, nicht wahr, lieber Professor? Aber wollen Sie nicht Platz nehmen, Herr Oberst, dort ist noch ein Stuhl, die Luft ist hier frischer, als in den Räumen drinnen." Sie setzte sich neben Billatte, und sprach dann über die neue Anlage, die Wärmevorrichtungen, und Ivelche Freude die Mama an den hier so trefflich gedeihenden Blumen habe. So sehr sie sich aber auch mühte, es gelang ihr nicht, eine behagliche Stimmung hervorzurufen. Billatte wünschte sehnlich, sich zu entfernen, er fühlte, wie sehr er hier überlästiger Dritter war, aber er fand keinen geeigneten Borwand. Erna richtete geflissentlich das Wort an ihn, und der Oberst stand finster und schweigsam zur Seite. Da hörte Erna des' BatcrS Stimme, die ihren Namen rief, sie sprang wie erlöst auf und eilte mit einem flüchtigen: „Die Herren entschuldigen", dem Ausgang des Wintergartens zu. Der Kommerzienrat war sehr ärgerlich über sich selbst, als er gewahrte, wie die beiden Herren hinter seiner Tochter aus dem Pflanzenhause traten, daß ei' sie zu so ungelegener Zeit abgerusen hatte. Dieser gute Professor war übrigens ein wenig unbequem, was brauchte der sich da zu beit beiden zu gesellen, aber diese Gelehrten haben für solche Dinge gar kein Einsehen. Er erteilte Erna den kleinen Auftrag, der ihn veranlaßte, sie zu suchen, und entfernte sich dann rasch wieder. Es fand sich vielleicht noch ein günstiger Augenblick für den armen Oberst: Billatte nahm er jetzt selbst in Beschlag. Es war leerer geworden in den Gesellschaftssälen, einige Familien hatten sich bereits empfohlen. Der Oberst war jetzt neben Erna, an ein Ausweichen war nicht mehr zu denken. „Fräulein Erna, Sie sind heute verändert gegen ntich," sagte seine leise, in starker Erregung vibrierende Sttmme, dicht an ihrem Ohr. „Darf ich um die Ursache wissen? Ich bitt mir keiner Schuld bewußt." Erna wandte sich voll zu ihm. In dein entscheidenden Augen- blick kehrte ihr der Mut tvieder; sie mußte sich demütigen, offen ihr Unrecht bekettnen, nur nicht größeres begehen. „Ich zürne nicht Ihnen, Herr Oberst, nur mir," sagte sie- uttd es traf ihn ein so guter, ehrlicher, demütiger Blick aus — 294 ihrem Auge, das; seine Verstimmung nachließ, er sah nur äußerst verwundert drein. Sie senkte den Blick und schwieg, es1 entstand eine peinliche Panse. Sie standen in einer der tiesen Fensternischen und Erna lehnte den Kbps an den Vorhang von dunkclrvtem Velours, ihr LlcicheS, von Gemütsbewegungen verheertes Gesicht hob sich scharf ab von dem dunklen.Hintergrund. „Erna!" sagte der Oberst in leidenschaftlich bewegtem Ton, „ich glaubte Ihnen sehr nahe zu stehen, ich hoffe —" Sie unterbrach ihn durch eine abwehrende Bewegung. Sie schüttelte mit Ausbietung aller ihrer Kraft die Schwäche ab, die sie noch einmal zu überwältigen drohte. „Sie sind ein edler Mann., dem noch ein schönes Glück erblühen sollte," sagte sie und griff krampfhaft in die Falten des Vorhangs, als sollten sie ihr eine Stütze geben. „Ich — ich träumte einmal einen vermessenen Traum — ich — ich hatte die Liebe meiner ersten Jugend begraben, und bildete mir ein, mail könne auf den Trümmern des Zusammengestürzten noch wieder ein Glück aufbauen." Sie machte eine Pause und atmete schivcr, während er in peinlicher Spannung ihrer seltsamen Rede lauschte. „Ein Zufall," fuhr sie fort, „oder nennen wir cs lieber Gottes Fügung — zeigte mir zu rechter Zeit, wie sehr ich mich in mir selbst getäuscht. Ich kann keinem Manne mehr Gefährtin feilt, denn ich kann ihm nicht das Herz geben, das znnr ehelichen Bunde gehört." „Erna! Noch gestern warm Sie eine andere — wer — wer trat zwischen uns?" „Keiner, Herr Oberst — klagen Sie niemand an, als mich allein. Ich war nie anders, als ich heute bin, ich kannte Mich nur nicht bis auf den Grund, und darum gab ich mich, wie ich nicht sollte. Ich weiß, das ist schwere Schuld. Ich lud sie auf mich, unter dem Einfluß einer Täuschung, nicht wissentlich. Jetzt aber muß ich innehalten, und darf nicht das Geschick eines andern mit in mein Verhängnis ziehen." Der Oberst starrte sie eine Weile sprachlos an. Das war ja unerklärlich, und mit ihrem sonstigen klaren und zielbewußten Wesen gar nicht in Einklang zu bringen. „Sie sehen krank aus, Erna — irgend etwas hat Sic verstört," sagte er weich und milde; „wenn eine, so tvaren Sie solchen verblendenden Täuschungen unzugänglich. Gerade dieses Kare, Denkende, Bewußte in Ihrer ganzen Art hat mich ja zu Ihnen gezogen, ich werde Ihnen Ruhe lassen, bis Sie sich erholt haben." „Nein — nein," Erna rief cs beinahe heftig — „lassen Sie uns zum Ende kommen. O! Könnten Sie mein Freund bleiben — wie sehr ich eines solchen bedarf, können Sie nicht ermessen — aber ich weiß, es geht nicht — Sie werden mir zürnen, mit vollem Recht — die Welt wird reden — v, mein Gott! Und doch — Gott allein weiß es — es ist gut, daß ich zu rechter Zeit hellsehcnd ward, und heute so spreche und Nicht anders." Ihre Wangen hatten sich gerötet, ihre Augen glanzten in fieberischem Licht, man sah cs ihr an, daß sie am Ende ihrer Kräfte war. In solcher Erregung hatte der Oberst sie nie gesehen, er hatte solche Leidenschaft in ihr nie vermutet. Ihn war sehr weh und verstört zu Mut, tausend fatale Gedanken kreuzten sich auch in seinem Kopf. Daß er sich hier einen Körb holen könne, war ihm wahrhaftig nicht eingefallen. Wen liebte sie denn? Wer war ihm ins Gehege gekommen, dieser Professor etwa, der mit ihrer Pflegeschwester verlobt gewesen dachte sie etwa bett ab gesetzten Bräutigam noch zu erhören? Aber die verkleinernden Gedanken verflogen rasch, sic stand da vor ihm so ehrlich, so rein, so erschüttert — begehrensl, werter als je. Das Herz ward ihm weit in Schmerz und Sehnen. War sie um keinen Preis zu erringen? Er beugte sich tief über ihre Hand und küßte sie ehrfurchtsvoll. „Ich weiß, daß Sie lauter und wahr sind, Erna — und ich liebe Sic mehr, als ich je meinte noch ein Weib lieben zu können. Sollte ich Ihnen nicht ersetzen können, was Sie verloren ?" Sie schüttelte das Haupt. , --"^in -- Sie verdienen Besseres. Es wäre ein Unglück für ' 2111^ wich, wenn ich jetzt nicht fest bliebe." Er sah ihr traurig ins Gesicht, verneigte sich stumm! imb; ging. wstk wie Vernichtet in einen Stuhl. Wie aus weiter Ferne schwrrrte das Stimmengewirr der noch anwesenden Gäste Ms ihr hr, sie fühlte sich einer Ohnmacht nahe. „Grüßen Sie mir den Walter," hatte sie ihm noch Nachrufen wollen, die Stimme hatte ihr versagt, und Nun !var er gegangen, sie sah ihn wohl nie ivieder, und auch nicht den süßen Knaben, an den sie ihr Herz gehängt. Wie lange sie so dagesessen, wußte sie nicht. Des' Vaters Anrede weckte sie. „Erna! Was bedeutet das?" sagte der Kommerzienrat sehr aufgeregt. „Der Freiherr bricht plötzlich auf, verabschiedet sich von mir in auffallender Kühle, und sagt mir, daß er in der nächsten Zeit verreisen wolle. Hast dn etwas mit ihm gehabt? Hat er —?" Ter alte Herr stockte in höchstem Schrecken, als er in seiner Tochter Antlitz blickte. „Ich fürchte, ich trage die Schuld daran, lieber Papa," sagte sie, „ich — ich — ach! Es ist so furchtbar traurig, daß ich auch dir diesen Schmerz machen muß, aber — ich kann den Freiherrn nicht heiraten, ich — ich mußte es ihm sagen." „Erna! Bist du von Sinnen? Uebersiehst du, was du getan hast?" Der Kommerzienrat war ganz bleich und starr. „Vollkommen, Papa," entgegnete Erna etwas gefaßter. „Ich konnte nicht anders." „Du konntest nicht anders? Warum nicht? Seit Monaten mußtest du wissen, daß er um dich warb — und — solch ein Freier sindet sich für dich nicht wieder — du bist rein toll, Mädchen!" Sie schwieg, sie war nicht imstande, noch etwas zu sagen. Ihr Leben war bisher eben, ohne schwere Versuchungen verlaufen, sie hatte immer das Bewußtsein haben dürfen, korrekt gehandelt, ihre Wichten erfüllt zu haben. Nun hatte sie schweres Unrecht begangen, es eingestehen, sich demütigen müssen, und das tmr ihr eine ungewohnte Last. Dazu des Vaters KNmmer; sie lehnte ihre Wange an seine Schulter und streichelte leise seinen Arm. Der Kommerzienrat war in einer Bestürzung ohne Grenzen, sein aufbrausender Zorn ward gedämpst durch Ernas Aussehen und Gebaren. War das Mädchen krank? Um Gottes willen — sein Liebling, sein Alles, deren Zukunft er so goldig gesehen', der liebe Herrgott konnte ihm das nicht auch zertrümmern. Aber Erna richtete sich jetzt straff auf. „Wir müssen uns zusammennehmen, Vater, da sind so viele Augen heut. Ich gebe dir später Aufklärung, habe ein wenig Geduld." Ihre Stimme zitterte schon Ivieder, man sah es, welche Anstrengung es sie kostete, sich aufrecht zu erhalten. Aber sie ging mit festen Schritten voran und zur Gesellschaft zurück. Verstört, vollständig verwirrt folgte ihr der Vater. Hatte seine vernünftige Erna in einem Anfall von Geistesstörung einest nie wieder gut zu machenden Streich gemacht? (Fortsetzung folgt.) Die Akustik von Gebäude«. Nachdruck verbotest. Erzeugen wir irgendwo im Raume Töne oder Ge-- rausche, so breiten sich bekanntlich von der Schallquelle Wellen kugelförmig nach allen Seiten aus. Treffen sie nirgends auf ein Hindernis, verlieren sie sich schließlich im Weltall, klingen im Unendlichen ab. Stoßen sie in ihrem Zuge auf irgend einen festen Gegenstand, den sie nicht zu durchdringen vermögen, werden sie zurückgeworfcn und laufen nun in der Richtung, die ihnen die reflektierende Fläche gab, so lange fort, bis sie auf ein neues Hindernis stoßen. Bekanntlich ist dies ja auch die Entstehungsweise des Echos. Spricht man au einer Stelle, wo sich ein Echo befindet, Worte aus, werden sich die ihnen entsprechenden Schallwellen bis zu einer Wand fortpflanzen, dort zurückgeworfen werden und endlich wieder in unser Ohr gelangen. Dies wird so viel Zeit dauern, als der Schall zur Fortpflanzung von uns bis zur Wand und wieder zurück braucht. Ist die Wand also weit genug von uns entfernt, werden wir in der Zwischenzeit mehrere Silben aussprechen können und also ein mehrftlbiges Echo haben. Ganz anders werden aber nun die Verhältnisse, wenn uns die reflektierende Wand so nahe ist und also der zurückgeworfene Schall sobald wiederkommt, daß man in der Zwischenzeit auch nicht eine Silbe mehr amssprecheu kann. Das ist nun aber sehr häufig der Fall, so natürlich in jedem geschlossenen Raum. In den doch immerhin kleinen Dimensionen unserer Wohnräume macht sich noch nichts besonderes bemerkbar. So wie wir aber in große Hallen, etwa Kirchen, Konzertsäle usw. kommen, treten Plötzlich allerlei Störungen der normalen Schallbewegung auf. In einer großen Kirche z. B. einer mit ganz kahlen Wandmigen wird der Schall von der Kanzel zu einem Zuhörer auf mehreren ganz verschieden langen Wegen kommen können. Außer in der graden Lime kann er auch erst nach ein- oder mehrmaliger Reslektion an unser Ohr gelangen. Auf dem zweiten Wege kommt er etwas später an, vermischt sich mit dem direkten Schall und es entsteht — 295 — Sprechende Vasen. Nachdruck verboten. Bei einer Untersuchung über die Eigenschaften der Schallbewegung in Gebäuden mit ebenen Wänden, findet man, daß in großen Räumen der Nachhall von der Reflexion an den seitlichen Wänden und an der Decke her so stört, daß man ihn durch alle möglichen Mittel wie Teppiche, Vorhänge, Ornamente, und nicht zum weiiigsten durch die Zuhörer selbst zu besertigeii sucht. Dann wird nämlich der Jnteusitätsverlnst des Schalles beim Zu- rückpralleii au den Wänden so groß, daß man fast nur noch den direkten, ti. h. den mitten durch den Raum dringenden Ton vernimmt. In kleinen Räunien ist aber das Gegenteil der Fall, daß nämlich der Nachhall nicht mehr stört, sonderii gerade günstig wirkt, indem er die Fülle und L-tärkc der Worte und Töne vergrößert. In kleinen Zimmern wird maii daher alles störende Beiwerk der Ausstattung cntserneu und sie so einfach -vie möglich ciuzurichten haben, wenn man die Klangwirkungen nicht beeinträchtigen will. Sind nun die Wände nicht einfache Ebenen, so trete» alle möglichen Komplikationen auf. Große Borsprünge ebenso wie ein oftmals sehr störender Nachhall, der bisweilen die vollkommene Unmöglichkeit bewirkt, etwas zu verstehen. Die eben erwähnte Reflexion wird aber nur dann ganz regelmäßig vor sich gehen, wenn die Wände vollkommen kahl sind. Häufig kann man nun den Nachklang einfach dadurch beseitigen, daß man Mittel auwendet, die die regelmäßige Reflexion stören. Derartige Klangverbesserer sind z. B. Teppiche, Vorhänge, Ornamente aller Art, in Kirchen im besonderen Altäre, kleine Vorbauten, Grabmäler nstv., in Sälen etwa Säulen, Brüstungen, Möbel. Ohne weiteres ergibt sich daraus, daß katholische Kirchen ihrer reicheren inneren Ausschmückung wegen in der Regel eine bessere Akustik haben müssen als protestantische. Eins der praktisch wichtigsten Mittel, die Reflexion des Schalles in einem geschlossenen Raume zu verändern, sind nun aber Menschen, die Zuhörer selbst. Musik in einem von dichten Menscheir- massen angefüllten Saale hört sich ganz anders an als in einem leeren Hause. In den meisten Fällen, nämlich in allen größeren Räumen, wirkt der Nachklang störend, recht viel Zuhörer also sind der Klangwirkung günstiger als eine geringe Anzahl von ihnen. Anders aber ist die Sache in kleinen Räumen. Hier wirkt ein Nachklang nicht störend, sondern im Gegenteil nur vorteilhaft. Die Zeitdifferenz zwischen der Anknust des direkten Schalles und des reflektierten ist hier so gering, daß der Nachklang nicht mehr zu stören vermag, sondern die Tonfülle vergrößert. Die obigen Abhilfsmittel sind in kleinen Räumen also gerade von Nachteil. In dem Musikzimmer einer Privatwohnung sollen möglichst wenig Vorhänge und Teppiche sich befinden, sollen die Wände möglichst kahl und die ganze Ausstattung überhaupt so einfach wie möglich sein. Was die Wandform anbelangt, so wollen wir für heute von gewölbten Wänden absehen und unsere Betrachtung nur auf ebene Flächen beschränken. Dann darf vor allenr die Wand nirgends große Borbuchtungen haben, etwa große, fast freistehende Oefen oder Kamine. Diese würden selbst in Schwingung geraten und alle Klangwirkung stören. Auch kiese Nischen hätten die gleiche Wirkung. Die in ihnen befindliche Luft würde durch Resonanz in Mitschwingung versetzt werden und die regelmäßige Reflexion aufs empfindlichste verändern. Ein gutes Musikzimmer darf daher keinen Ofen, keine Nischen, keine Teppiche, keine Gardinen, keine Polstermöbel und möglichst wenig Menschen enthalten. Bei Zutresfen aller dieser Voraussetzung wird man leicht auch in einem noch so kleinen Raum eine Tonfülle und Klnngschönheit erreichen können, die selbst den verwöhntesten musikalischen Feinschmecker in Entzücken versetzen muß. Felix Jentzsch, Berlin. Hinterländer Steinindustrie. Seitdem der, als Hinterland bezeichnete Teil der Provinz Hessen-Nassau, der früher vom Verkehr fast vollständig abgeschlossen war, durch Eisenbahnen erschlossen worden ist, hat sich dort ein Industriezweig entwickelt, an welchen vor 20 Zähren kein Mensch gedacht hätte, nämlich die Ausbeutung der überall in der Erde lagernden Grün- peine. Auf den höchsten Höhen der Berge zu beiden Seiten der Lahn finden wir mächtige Blöcke dieses Gesteins. Vor der Eröffnung der Eisenbahn war allerdings nicht an die Gewinnnng und Verarbeitung dieses festen Gesteins zu denken, iveil die daraus hergestellten Produkte infolge der hohen Transportkosten zu teuer gekommen wären und iu- folgedessen keinen Absatz gefunden hätten. Heute finden wir Grünsteinbrüche in der Nähe von Breidenbach bei Ober- bieten und Klein-Gladenbach, bei Biedenkopf, Friedensdorf, Mornshausen, Buchenau, Steinperff und univeit Gladenbach bei Rachelshausen. Einer der ältesten Grünsteinbrüche im Hinterlande ist der dem Bahnhof Friedensdorf gegenüberliegende am Böt- tich, der heute durch Herrn I. Rech ans Dillenburg von der Gemeinde Friedensdorf gepachtet ist. Dort wurde am 24. Novbr. 1888 mit der Arbeit begonnen. Zurzeit finden da, wo die Steine guten Absatz haben, 30—40 Arbeiter aus benachbarten Orten lohnende Beschäftigung. Das Gestein rft sehr fest, aber nur etwa zur Hälfte brauchbar, der andere Teil muß als Schutt abgesetzt und verfüllt werden. Durch die Steinbrecher werden die schweren Bölcke unter Verwendung von Schießpulver gelöst und zerkleinert und dann durch Rollwagen herausbefördert. Die Steinrichter oder „Kipper" bearbeiten die rohen Meine und bereiten daraus Pflaster- und Mauersteine. Was sich hirzu nicht eignet, wird durch die Maschine, den Steinbrecher zermalmt ztr Kleinschlag, Grus und Sand. Obwohl dieser Steinbruch sehr nahe am Bahnhof Friedensdorf liegt, müssen die Steine nach der entfernteren Station Buchenau befördert iuerbeit. Bei Friedensdorf führt nämlich keine Fahrbrücke über die Lahn und die bei der nähergelegeneii Station Karlshütte errichtete ist polizeilich gesperrt. Die Pflastersteine sind gutes Material zur Straßenpflasterung und sanden seither Absatz nach Kassel, Ems und a uderen Städten. Ans der anderen Seite der Lahn in der Gemarkung Friedensdorf am Eckeberg befindet sich ein zweiter Grünsteinbruch. Derselbe wurde im Jahre 1897 begonnen und es arbeiten dort etwa 20 Personen aus den umliegenden Orten. Dieses Gestein ist vorzüglich, von dunkelgrüner Farbe, lagert aber meist in einer Menge von unbrauchbarem Schutt und Sand. Das Brechen und Verarbeiten der Steine geschieht wie in den anderen Steinbrüchen. Die Steine finden Verlvendung als Pflastersteine, zu Treppenstufen, Türgestellen und Denkmälern, der Wfall als Kleinschlag. Alljährlich werden aus diesem Bruch von Station Friedensdorf aus 120—130 Doppelwaggon Steine geliefert nach Frankfurt, Kassel, Düsseldorf, Mannheim und anderen Orten. Bereits zwei Jahre früher 1895 wurde mt der andern Seite dieses Berges in der Gemeinde Mornshausen a. d. D. begonnen und dieser Bruch hat sich, da hier die Verhältnisse insofern günstiger liegen, iveil die Steine sehr gut sind und weniger unbrauchbarer Schutt vorhanden ist, überaus günstig entwickelt. Das Gestein liegt terrassenförmig übereinander und es arbeiten auf drei verschiedenen Terrassen 120—140 Arbeiter aus den anliegenden Dörfern. Die Steine finden Verwendung wie aus den andern Brüchen. Auch hier ist eine Maschine mit Steinbrecher in Tätigkeit zur Herstellung von Gröbschlag, Kleinschlag, Grus und Sand. Wöchentlich iverden 30—40 Waggon nach Station Friedensdorf geliefert, die nach Frankfurt, Oberhausen, Düsseldorf, Mannheim, Siegen, Marburg, Kassel und anderen Orten versandt werden. Der Transport per Achse nach der Station ist etwas schwierig und kostspielig und stellt sich auf etwa 10 Mk. für den Waggon. Dazu kommen dann noch die Wegabgaben von ungefähr 500 Mk. jährlich. Die beiden Brüche in Erke- b'erg gehören der Firma: Hessische Hartsteinwerke, Aktiengesellschaft in Eiserfeld. Diese Gesellschaft besitzt außerdem noch mehrere Brüche in der Gemarkung Buchenau am Burg-, berg und Stössel. Die Steine in diesen Brüchen sind gut, aber es befindet sich dazwischen zu viel Schutt. Das Gebirgtz fällt von Westen nach Osten und das Gestein liegt in drei Terrassen, von welchen die erste etwa 11 Meter, die zweite 10 Meter und die dritte 13 Meter hoch ist. Die Abdecksohlej ist stellenweise 8 Meter hoch und liefert sehr viel Schutt und unbrauchbares Gestein. Zwischen den Söhlen festen Gesteins liegen Schichten und Nester von Gebröckel und! Sand. Die Steine finden weniger Verwendung als Pflastersteine, sondern zumeist als Werksteine. Derselben Gesellschaft gehören auch die Steinbrüche zu Rachelshausen, wo nur Werksteine gewonnen werden, und! der Steinbruch nm Gschenberg bei Medenkopf. Erwähnens- wert sind außerdem die Steinbrüche in der Nähe von Steinperfs. Wenn auch die Arbeit in allen diesen Steinbrüchen nicht wenig gefahrlos ist, so sind doch bi£ heute llnglückss- fälle selten vorgekommen Beschäftigt werden zurzeit fast nur einheimische Arbeiter, die hier Erwerb und Brot für sich nnd ihre Familie finden. Leider haben diese Steinbrüche in ausländischen Betrieben, wie in Belgien und Schlveden, starke Kvukurreriteu, die die Preise in jeder Weise drücken und'ihnen die Existenz erschweren. Und doch wäre zu hoffen und zu wünschen, daß die Hinterländer Stein« iudustrte von Segen und Gedeihen begleitet sein möge zum Wohl der fleißigen und strebsamen Bevölkerung. Stoll in Herborn. 296 Säugliugshülfe. SÄ T de». Reichstag gewählte Amtsrichter Dr. Bare». Nor>t m ^.vstedt sagt darüber ht den „Ländlichen Rechtsfragen^ Vertiefungen in der Wand stören ganz außerordentlich, da sie selbständig mitschwingen, d. h. in Resonanz gerate». Ganz anders werden nun die Berhältnisse, wenn die Wände überhaupt keine ebenen Stellen mehr aufweisen, sondern Gewölbe sind, ivie das ja in Kirchen und Festsälen oft genug der Fall ist. Dann passiert es ziemlich häufig, daß sich ganz merkwürdige akustische Ueberraschungen einstellen. Jede gekrümmte Fläche reflektiert rmmlich die Schallwellen — aber so wie die Lichtstrahlen — nicht nach allen Richtungen gleichmäßig, sondern nach gewissen Vorzugsrichtuugeu, so daß die Wellen zum größten Teile alle miteinander an ziemlich die gleidjen Stellen kommen. Das sind die sogenannten Brenn flächen, ein aus der Optik entlehnter Name. Bei manchen Flächen, praktisch kommen vor allen die elliptischen in Frage, vereinigen sich die von einem bestinnnten Punkte ausgehenden Wellen wieder in einem andern genau entsprechenden Punkte am andern Ende der Fläche. Das sind die beiden sog. Brennpunkte. Spricht man an einem solchen Brennpunkte einige Worte so leise aus, daß sie auf dem direkten Wege unmöglich in dem am andern Ende des Saales gelegenen Brennpunkte gehört werden könnten, wird man sie dort doch ganz deutlich vernehmen. Dies ist eben die erwähnte Eigenschaft der Ellipse, alle Wellen in einem Punkte zu vereinigen. Man nennt derartige oft ganz seltsam an» mutende Sale, Sprachgewölbe oder Echogewölbe. Ein bekanntes Beispiel ist der bekannte Karyatidensaal im Pariser Louvre. In dieser großen Halle mit zylindrischer Decke stehen zwei Basen in den beiden Brennpunkten. Spricht man in die Base leise hinein, hört man es deutlich aus der andern Vase heraus. Die Schallwellen dringen zunächst aus der Base nach oben, werden an der Decke entlang reflektiert und kommen über der zweiten Base wieder nach unten, so daß sie dann scheinbar aus der Base erklingen. Ein anderes Sprachgewölbe, das allerdings weniger oft erwähnt worden ist, befindet sich int Park des bekannten Kaiserlichen Gutes Cadinen, an den Ufern des Frischen Haffs in Westpreußen. Felix Jentzsch. Die Milch als Nahrungsmittel und Getränk. _ I» der „Landwirtschaftlichen Wochenschrift für die Provinz macht unter der oben gegebenen Ueberschrift der Konsulettt für Milchwirtschaft Dr. Herz in München u. a. die nachfolgenden Mrttetlungen, die weiteste Belichtung verdienen: - - - Durch täglichen Gebrauch von einem halben Liter Mckch erspart man alle fünf Tage ein Pfund gewöhtüiches oder alle sechs Tage em Pfund knochenfreies Fleisch; das ist aber gerade dte gleiche Menge ftährlich 36 bis 40 Kgr.), welche im Jahresdurchschnitt überhaupt auf den Kopf der deutschen Bevölkerung trifft, von der ein großer Teil (Kinder, Land-, Alp- und Wald- arbeiter) gar kein oder nur an Feiertagen Fleisch genießt. Kraft und Gesundheit verdanken sie der einfachen Kost (Mehl- und Milch- kpeiien, Käse, Schmalz, Schwarzbrot) und der — Mäßigkeit. Der Etweißgehalr der tu Bayern allein erzeugten Käse entspricht einer Fleischmenge von mehr als jährlich zwei Pfund attf den Kopf der deutschen Bevölkerung. Wo in bett Arbeitsstätten versuchsweise Milch eiugeführt wurde, machte matt die Wahrnehmung, daß sie rasch Freunde fand, wett ste gar nicht so übel schmeckt, wie mancher glaubte, der seit seiner Kindheit keine Milch mehr getrunken hatte, und weil sie zn- gleich Durst und Hunger stillt; diese Wahrnehmungen wurden bann faon selbst auf bett Haushalt übertragen, wo Frauen unb Kinder ohnehin süße Milch und Mehlspeisen dem Fleisch und Biergenusse gerne vorziehen. Wegen seiner Armut an stickstoffhaltigen Bestandteilen könnte Bter dte metschnahrung niemals ersehen, unb bie Biertrinker suchen ihren Eiweißbebarf mit Vorliebe in Käse und Wurstwaren Zudecken. Bier enthält in einem Liter die Nährstoffe von 1»/, Milch von 2) Semmeln unb gcrabe soviel Alkohol, als in bet Milch Butterfett vorhanden ist, bas wegen seines Wohlgeschmacks und semer Bekömmlichkeit am teuersten bezahlte und durch die täuscheu- den Nachahmungen Niemals zu ersehende Speisefett, dem bie mit Milch ernährten Kmber „bas weiche Polster ber runbett, vollen Backen unb Glieder verdanken . . . ." - '?• • ■ ?aß selbst in München der Bierverbrauch zuruckgeht und dafür mehr Milch und Obst genossen wird, ist ber Einsicht ber» jentgen zu verdanken, welche bie Gesundheitslehre in bie Tat umgeseht unb den Mut gehabt haben, der früheren „Unter» Nahrung" mit Brer und „Leberkäs" durch eine Vernünftigere Le- N^K5sse zu begegnen. Dies will in München bet „Ausschuß für Warmestuben und Kaffebuden" mit dem „Verein für Volks- wStene noch weiter förbern, iitbem er Kindern unb Erwachsenen k^tge Milch leichter zugänglich macht. . Milch ist zugleich Speise und Trank, Fleisch und Brot, Er- auickung und Labsal für Jung unb Alt, Gesunde unb Kranke." der Arbeiten der LaNdwirtschaftskamstter für die Provinz Hannover folgendes': Die Säuglingssterblichkeit ist auch sonst tu Deutschland erschreckend groß. Im Jahre 1903 starben bei rund 2 Millionen Geburten 405 000 Kinder im 1. Lebens rohre, also ein Fünftel aller Lebendgeboreneu. Nur in Rußland und Oesterreich herrscht eine größere Säuglingssterblichkeit. Noch erschreckender wirken diese Zahlen, wenn man efiuägt, wie viele Kinder, bie das 1. Lebensjahr überstanden haben, den Keim! dauernder Schwäche in sich aufttehmen. Bolle Anerkemtuug verdienen daher die Bestrebungen des Vereins zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit auf Errichtung einer Mustewnstalt Mr Bekämpfung dieser Säuglingssterblichkeit. Sie kann im Interesse unserer nationalen Selbsterhaltung, unseres" interiiatioualen Wettbewerbs' und unserer Wehrkraft viel beitragen zur Erziehung eines kräftigen Nachwuchses. । „Gerade das Land zeichnet sich seit jeher durch eine besonders große Anzahl wehrMstiger Männer aus' und liefert prozentual die meisten Soldaten. Jedoch beginnt nach den militärisches Beobachtungen bei den Aushebungen das Rekrutenmaterial in manchen ländlichen Gegenden, so auch leider bei uns int Lüne- burgischen, sich ausfallettd zu verschlechtern. Die Burschen sind' 8-11111 Teil schwächlicher geworden, wie mir von berufener ärztlicher Seite versichert ist. Bei beit Erörterungen dieser sehr be» denklichen Erscheinung wird bar auf hinzuweisen sein, daß neben anderem, z. B. dem erhöhten Wirtshansbesuch, der ver initt- berte Milch verbrauch in ben länblichen Haushaltungen schuld ist an ber körperlichen Schwächung nuferer ländlichen Jugend. Seitdem sich nämlich in den lehten Jahrzehnten auf bent Lande überall Molkereigenossenschaften gebildet haben, auch ber Absatz nach den Nachbarstäbten durch günstige Bahnverbindungen erleichtert ist, ist naturgemäß die Milch bequemer in bareI Geld umzufttzeu. Dies veranlaßt viele allzu sparsame Bauersfrauen, die ganze Vollmilch dem Haushalte zu entziehen und dagegen für die Haiis'genvssen Magermilch zu verwendeu. Diese Sparfamskeit ist "aber sehr nuangebracht, namentlich gegenüber den Kindern und rächt sich bitter. Daher müssen die Hofesq Wirte darauf sehen, daß ein ausreichender Bestand an Vollmilch ihrem Haushalte erhalten bleibe. Die kleinen Besitzer auf dem Lande —. das gleiche gilt von einem großen Teile ber Beamten — müssen aber durch Haltung einer Ziege sich selbst die nötige Milch verschaffen. Die Ziegenmilch ist besonders geeignet für die Ernährung der Kinder, denn die Ziege ist, zumal int luftigen, reinen Stall und bei ausd reichendem Weidegang, der Tuberkulose bedeutend weniger ausgesetzt, als die Kuh, auch ist 'das Eiweiß der Ziegenmilch leichter verdaulich als das Kithkasein. Zudem übertrifft sie die Kuhmilch an Fettreichtum, der bei der Ziegenmilch 3,5 biS 7,3 Proz< erreicht, während er in der Kuhmilch nur 3,4 bis 3,9 Proz, betragt. Magere Kost, das möge jede Hausfrau beherzigen, erzieht nicht allein ein schwaches Geschlecht, sondern treibt die männlichen Familienmitglieder dem SchnaMeufel rettungslos in die Arme. LsLeVarsyches. — Hermann Hesse, Diesseits. Erzählungen, (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Inhalt: Ans Kinderzeiten —t Die Marmorsäge — Heumond — Der Lateinschüler — Eine Fußreise int Herbst. Geh. 3.50 Mk. „Diesseits" bedeutet: diesseits der einen großen, erfüllenden, das Leben wendenden und vollendenden Liebe. Es sind Geschichten von Liebeserlebnissen, die irgendwie itt der Luft zergehen. Hesses überaus reine, in schönstem Fluß lebendig und beruhigt sich ergehende Sprache, seine Vertrautheit mit der Natur, mit den Formen und dem Leben der Landschaft, mit dem Sturm und der Ruhe, seine ewig wanderlustigen jungen Männer und seine prächtigen Mädchen, — alles das macht das Wandern durch sein Buch zu einem wahren Sonntagsvergnügen. Logogriph. Mit e bin ich am Wagen tief verborgen, Doch ich allein muß alle Lasten tragen; Tn hättest keine Nacht 'und keinen Morgen, Wollt' ich einmal ber Welt ben Dienst verjagen. Mit t bin ich ein Ding ans Holz unb Esten, Vernichtet ist, tvas ich einmal erfasse. Mit en siehst du mich auf Schweizerreisen An einem See als Berg mit hohler Gasse. W» Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer r Gestrenge Herren regieren nicht lange. Redak- on: Ernst Heß. — Notalionsdruck unb Verlag der Brühl'scheit Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.