1807 M ! Mi LE K'J kx iMmhbH g jm WsWMUL MDWWWWMNU Dem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Roderich — sie hvb unch-am seinen Brief irom Boden auf und überlas ihn noch einmal. Ihre kleinen weihen Zähne preßten sich fest in ihre Unterlippe. Roderich behandelte sie wie ein Kind — er dachte sehr gering von ihr. , Er eilte seinem Vergnügen entgegen und lachte vielleicht M stillen über ihre stürmische Hingabe. Ein flammendes Not stieg in ihre blassen Wangen; nein, lachen sollte er nicht über sie, er brauchte sie nicht so wiederholt auf ihr geschwisterliches Verhältnis zurüüzuweisen. Er lolltc erfahren, daß er sie falsch verstanden habe. Tie Jungfer trat ins Zimmer. . „Ach, sind das gnädige Fräulein schon ausgestanden," rief sie überrascht, „und den Brief von dem jungen Herrn haben Sie schwu gefunden! Ich sollte viele Grüße bestellen, und Frau Kommerzienrat läßt fragen, wie das Befinden sei." „Ist Mama schon zu sprechen?" fragte Sylvia rasch „Frau Kvmmcrzienrütin sind bei der Morgentoilette, werden sich ja aber sehr freuen, Fräulein Sylvia wieder wohlauf zu sehen." , , . , So ging denn Sylvia hinunter, und unten rm Schla§- zimmer der lieben, weichmütigen Mama, wo die Sonnenstrahlen abgesperrt und es sehr dämmerig war, da brachen die Tränen aus dem übervollen Herzeir. Nur ganz, in allen seinen Falten, öffnete sie dieses Herz nicht mehr — es gab jetzt Dinge, welche auch die liebe, immer teilnahmsvolle Mama nicht mehr erfahren durste. , , ,, Als Erna jetzt bei Sylvia emtrat, fand sie sie gefaßt und rilhig, so ruhig, daß ihr die Schwester einen ganz fremden Eindruck machte. Sie saß vor ihrem zierlichen Schreibtisch und hatte eineil rvsafarbcneii Briefbogen vor sich liegen, auf dem sie aber noch nicht weiter als bis zur Anrede gekommen war. Erna war blaß rind ihre Stimme zitterte leicht, als sie fragte: , „ , „ , „Wie geht es dir, Sylvia? Besser, wie ich sehe, und was bist du denn jetzt im Begriff zu tun?" Sylvia errötete und wich dem forschenden Blick der Schwester aus. Es blitzte durch ihren Kops: „Hat sie Roderich gesprochen? Weiß sie, was zwischen uns vvrgefallen ist?" Dec Stolz bäumte sich in ihr als Trotz aiif. „Duhast doch gewißerfahren, daß Doktor Billatte um meine Hand angehalten hat — wir sprachen uns noch gar nicht seit- deni — sie quälten mich ja gestern von allen Seiten halbtot ich will ihm jetzt antworten." Erna sank in den Stuhl neben, dem Schreibtisch, es ivar wie ein Nebel vor ihren Augen, Sylvia war ja luie ausgetauscht. „Was — was willst du ihm antworten?" fragte sie tonlos. „Nun — das, was dein Vater von mir erwartet, mein Jawort." „Sylvia, wie kannst int so sprechen! In diesem Falle bist du allein diejenige, welche die Entscheidung zu treffen hat" „Nun ja, ich treffe sie ja anch. Willst du mich.etwa heute morgen auch noch quälen? Ich habe eine Zeit lang geglaubt, daß Doktor Villattes häufige Besuche dir gälten, ihr paßtet auch eigentlich besser zusammen, aber er wählt ja nun doch mich — und —" „Sylvia, liebst du ihn denn?" „Lieben? Ach Gott, Erna, die Eindrücke des gestrigen Tages, meiner Mutier Schicksal, deines Vaters Reden haben mir die Einsicht gegeben, daß das, was wir Mädchen uns so von Liebe vvrschwärmen, wohl ein recht phantastisches Ding ist. Ich mag übrigens Doktor Billatte gern leiden, er ist ein netter Mensch, ich werde tun, was ich vermag, um ihm zu genügen. Er hat mir heute morgen noch geschrieben, ich fand den Brief hier oben, als ich von Manra yeraufkam. Willst du ihn lesen? Er schreibt, er könne nie glücklich werden ohne mich." Sylvia hielt Erna das geöffnete Schreiben hin. Das waren Villattes feste, klare Schriftzüge, diese Worte, welche er aus dem heiligsten Winkel seines Herzens heraus, einzig für das Mädchen, das er liebte, geschrieben, die bot sie,, ohne em Gefühl für die Prvfanativn ihras Tuns, einer andern zum ttt Mit" einer heftigen Bewegung wies Erna das Blatt zurück. „Sylvia, um keinen Preis möchte ich lesen, was er nur für dein Auge bestimmte." „Wie du willst," entgegnete Sylvia ruhig. „Er will nur eine Heimat geben, mir alles Schwere ans dem Wege räumen, und für mich würde in der Zukunft manches schwer. Ich bin ja äu dumm und kindis .resen bisher, um es mir richtig vorzustellen, was es heißt, oaß ich nicht eure Schwester, nicht das Kind dieses Hauses bin. Du bist ein reiches Mädchen, Erna, ich bin arm wie eine Kirchenmaus. Meine arme Mutter hat, wie sie mir gestern sagte, auch blitzwmig, hat schon hie und da Pretiosen versetzt, und sieh, das finde ich schrecklich, in ein Leihhaus zu gehen. Ermuerst du dich noch, wenn wir in Romanen von solchen Szenen lasen? oder zu hungern, zu frieren ?/z „Sylvia, was für absurde Reden führst du da! Du weißt es recht gut, wie Papa seine Rede zu dir gemeint hat,, und wenn du aus solchen Gründen einen edlen Mann — nun, wie soll ich sagen — belügen und betragen willst, so—" Erna, die sich selten von Heftigkeit fortrerßen ließ, war so erregt, daß ihr die Stimme versagte. Sie harte den Eindruck, als sei Sylvia schon bei ihrer unseligen Mutter in die Lehre gegangen und führe auch eine Komödienszene auf.. Was sollten diese albernen Tiraden vom Hungern und Frieren und deut Leihhaus. , „ , , . . „ , Sylvia aber hatte sich erhoben und stand rn einer stolzen, kalten Haltung da, welche sie völlig verwandelt erscheinen ließ. Wie schön, !vie überraschend Achtln war sie. Der Eindruck überwältigte Erna völlig — ja, das war es, was die Männer berückte. | ' „Du. wählst harte Worte," sagte Sylvia stolz, „ich denk« — 234 Nicht zu lügen und zu betrügen. Doktor Villatte kennt mich und weiß, wie ich geartet Lin. Er schreibt mir, daß er von mir nichts verlangt, als daß ich ihm ein wenig gut sei, und ich sagte dir schon, ich mag ihn sehr gern leiden. Laß uns doch Abwarten, ob er zufrieden ist." Ernas Hände sanken schlaff hernieder, was konnte jte tun f Eine Abwehr gab es da nicht. Er verlangte ja nichts, als daß sie ihm ein wenig gut sei — wie heiß quoll es ihr herauf — ein wenig gut! — Dieses winzige Teil, das Sylvia ihm bot und geben konnte, das sollte ihm genügen, dem Mann mit dem großen, weiten Herzen. Eine Binde lag vor seinen Augen, und er ging, glücklich vertrauend wie ein Kind, am Rand eines Abgrunds. War das Eifersucht, häßlicher Neid, der in ihr wogte? Sie wußte es nicht, sic hatte ihren festen Halt in sich verloren und suhlte nur den brennenden Schmerz, der sie fast betäubte. Sylvia schien ihre Aufregung nicht zu gewahren oder ,ie wollte es nicht. Sie hatte so ungewöhnlich viel mit sich selber zu tun, es war nicht von ihr zu verlangen, daß sie sich noch um andere kümmern solle. Sie hatte die Feder beiseite gelegt und den Bogen einstweilen zurückgeschoben und plauderte nun in einer gewissen müden, aber doch ihrem früheren Wesen ähnlichen Weise weiter. „Was meinst du, weich ein Kleid soll ich anziehen heute mittag? Denn ich will ihm schreiben, er soll vor Tisch kommen, damit wir eine heitere Tischsitzung haben. Ich dachte an mein mattblaues Kaschmirkleid, oder ist das wohl zu hell? Vielleicht ist es passender, das dunkelgrüne Sammetkostüm zu wählen. !£n sagtest mir neulich, es stünde mir am besten." Erna fuhr, wie aus einem Traum erwachend, aus. Sie hatte nicht recht gehört, was Sylvia gesagt. Sprach sic von Kleidern? „Vorerst mußt du wohl deinen Bries schreiben," meinte ne und ihre Stimme klang heiser, „ihm wird wohl weniger an deinem Kleid als an deiner Gesinnung gelegen sein. Ich bin der Meinung, daß du in diesem Augenblick mehr denn je vor Gottes Augen stehst und die lauterste Wahrheit zu geben ver- pflichtet bist." Sylvia sah überrascht und ein wenig scheu und verwirrt zu Erna hinüber. „Ach so — ja :. du nimmst alles so schloer, und wenn du es wärst, schriebst du gewiß ein Aktenstück, das wie ein Glaubensartikel oder ein Rechtsdokument abgcfaßt wäre, aber ich weiß, Villatte erwartet das nicht öon mir, er _ ist selig, wenn ich ihm schreibe: Kvmmen Sie — ich bin die Ihre!" „Gott gebe, daß du treu die Seine wirft und bleibst." Es wurde eine heitere Tischsitzung im Walldorfschen Hause. Der oberchlüchliche Beobachter wenigstens würde gemeint haben, ein reizendes Brautpaar, einen' gutmütig jovialen, mit_ der Partie sehr zufriedenen Pflegevater und zwei gerührte, glückliche Mütter an der Tafelrunde zu sehen. Sylvia trag ihr dunkelgrünes Sammetkostüm, in bem sie so schlank und reizend aussah, und war die Verkörperung einer verschämten, sinnigen Braut. Aus des Bräutigams leuchtenden Augen strahlte das Glück. Er war um ein Uhr gekommen und vom Kommerzienrat schon vorher feierlich zu Tisch geladen worden. Er hatte Sylvia nur ein paar Augenblicke allein gesehen, und war überwältigt gewesen von ihrem Liebreiz. Der ernste, schüchterne Ausdruck erhöhte ihre Schönheit, sie lächel-e nur und duldete seinen heißen Kuß, dann trat der Kommerzienrat ein und bald darauf die beiden Mütter. Die Szene wurde bewegt und stürmisch. In Sylvias süßen Augen blinkte mitunter eine Träne, und als die erste, verschämte Erregung gewichen war, erschienen ihre Wangen recht blaß. Die Erlebnisse des vergangenen Tages wirkten noch nach, es war unerhört, daß man sie so gequält hatte. Aber Villatte, obgleich er mit gemischten Gefühlen und einem stlllen Ingrimm gegen seinen Vermittler gekommen war, der jedenfals seine Sache sehr rauh und pngeschickt gemacht hatte, vermochte doch heute unter dem Eindruck seines jungen Glückes dem alten Herrn nicht zu zürnen. Er schalt sich nur selbst einen Feigling und Dummkopf, weil er einen~ dritten vorgeschoben und Nicht selbst mit Sylvia geredet hatte. Er sehnte sich sehr nach einem traulichen Austausch mit ihr, es war nur einstwellen gar keine Aussicht dazu vorhanden. Die neugesundene Mutter, Frau Zernial, allein machte denselben unmöglich, wie sie überhaupt dem jungen Bräutigam den ersten und einzigen Schatten in seine herrliche Sonne warf. Gestern, als der- Kvmmerzienrat ihn in umständlicher, gewissenhafter Erörterung über Sylvias Herkunft aufklärte, hatte ihn ein Schreck erfaßt. Die dunkle Ahnung, die er immer gerne Wieder von sich gewiesen, war also Wahrheit. Aber sein verliebtes, sehnsüchtiges, ungeduldiges Herz überwand den Schrecken und hing nur an der Kunde über Sylvias Gefühle. Und so hatte er auch gestern in seiner Unruhe und Spannung wenig an den fatalen Umstand gedacht, daß gerade die Frau, welche ihm sy unsympathisch war und deren Einfluß aus Sylvia er schon ge-> fürchtet, ihre Mutter war. Auch heute mittag, in diesem ersten seligen Rausch, trübte ihre Gegenwart nur ans Momente sein Glück. Sie war übrigens zurückhaltender und formeller gegen ihn als "er es bei ihrem Wesen erwartet hatte, ihm würbe seine Stellung ihr gegenüber recht schwer. Erna hatte ihm herzlich gratuliert. Es war gewiß Ein- bilduug von seiner Seite, die vielleicht von früheren flüchtigen, . grenzenlos lächerlichen Nebengedanken herrührte, wenn er meinte, sie sei ein wenig steif und gezwungen und selbst Sylvia gegenüber nicht so warm wie sonst. Sic war erst im letzten Augenblick, ehe man zu Tisch ging, eingetreten, sie trag ein schwarzes Seidenkleid mit reichem Spitzenbesatz. Villatte hatte sonst kein Auge für solche Dinge, aber die Kostbarkeit der Garnitur fiel ihm unwillkürlich auf. Sie sah sehr vornehm aus, so fein, einfach und distinguiert, wie sie ihm noch nie erschienen war. Tie Champagnerpfropfen knallten, der Kommerzienrat hielt in übermütiger Laune allerlei Tischreden, man gedachte auch des abwesenden Roderich, der es unendlich bedauern wurde» gerade heute nicht zugegen zu sein. Frau Zernial, mit buntem Schmuck überladen, in ihrem anständigen modernen Kostüm — Erna behauptete, sie besitze nur dies eine, was bei allen vorkommenden Gelegenheiten als Parade dienen mußte — war schweigsam bis zur Uebellaunigkeit. Sylvia sei noch viel zii jung zum Heiraten, äußerte sic mehrmals, und es sei schwer für eine Mutter, die ihr Kind so lauge entbehrt habe, es nun sofort wieder hergeben zu sollen — eine Redensart, welche ibier Kommerzienrat sofort mit einem lauten, ominösen Räuspern begleitete. Alles in allem war Villatte heilsfvsh, als die lang ausgedehnte Tischsitzung endlich aufgehoben ward: er führte sein holdes Bräutchen in die Fensternische und hoffte da auf einen . stillen, vertraulichen Moment. Aber Sylvia sah wirklich sehr abgespannt aus und Frau Zernial rauschte heran, um zu erklären, daß das Kind notwendig ein Stündchen ruhen müsse. Sylvia, deren Hand in der ihres Verlobten ruhte, sah diesen! mit einem ihrer süßesten Blicke an und flüsterte: „Ich will mich da im Nebenzimmer auf die Chaiselongue legen, du glaubst nicht, wie müde ich bin. Du darfst die Tür offeu lassen, ich bin dann doch bei euch." Er beugte sich tief über die kleine Hand und küßte sie inbrünstig. Wie entzückend war sie heut, ohne die übermütige Laune, welche sie sonst kennzeichnete. Er durste mit in das Nebenzimmer gehen, ihr die Kissen rücken. Sie meinte, er habe eine weiche, zärtliche Hand, die beruhige und den Schmerz lindere. Ihr weicher Kops sei heut gar zu wüst. _ Sylvia log nicht gerade in diesem Augenblick. ^-ic emppin» wirklich, seit er da mar, seine Nähe als eine Linderung und Beruhigung ihres schmerzvollen SeelenzustandeÄ Vorher — es war gräßlich gewesen — Erna hatte von Lügen und $e trügen! gesprochen — Worte, welche doch ihr Innerstes getroffen — W j wie sic Roderich liebte, würbe sie nie einen anderen Manu heben | können Seit gestern wußte sie bw§, aber Roderich hatte sie ver- lasseu und verschmäht, und auf ihn zu warten, ob er sich etwaj noch besann, wie es die Mutter verlangte — dagegen empörte sich ihr Stolz. Gerade als Frau Cölestine dies wiederholt au- | gebeutet, ’ war sie in ihrem Entschluß bestärkt worden. Eine alte Jungfer wollte sie nicht iverben, das war ein haarsträubender ! Gedanke, und wenn sie doch nach Vernunft heiraten mußte, dann lieber gleich jetzt. Roderich ersah daraus am besten, daß sie ihm I nicht nachgetrauert hatte. So war ihr jetzt der Verlobte nut seinem zarten, distreten Benehmen, seinem warmen, guten Gesicht und der innigen Fürsorge für sie ein wirklicher Schutz und Halt — die anderen waren ihr ja alle fremd geworden. . Erna stand am Kredenztisch und bereitete, wie gewöhnlich- I Pen Kaffee. Die Tassen von feinem Sovveporzettan mit den | kleinen goldenen Löffeln standm zierlich georbtet auf dem silbernen! | Brett, der glänzende Schwungkefsel summte über der Spiritus^ I flamme. Es wurde schon früh dunkel in diesen Oftobertagen, Erna klingelte, damit der Diener das Gas anzünde. Der Kommerzienrat hatte sich zur Siesta zurückgezogen, die Lchwestern, Front | Walldorf und Frau Zernial, saßen auf denk Sofa und untev- | hielten sich halblaut. I (Fortsetzung folgt.) I Eine Kesindeordnung vom Jahre 1680. (Original-Artikel der Gießener Familienblätter.) Am 11. Januar 1680 wurde sie vvm Grasen Ludwig Christian sür seine Grafschaft Gedern erlassen. Sie beweist, welche Mühe sich fürsorgliche Landesherren gaben, die Schäden, die der 30jährige Krieg und seine Nachwirkungen verursacht,hatten, zu heilen. In unserer Zeit der „sozialen Gesetzgebung" ist sie interessant als ein Beispiel, wie man vor 200 Jahren und früher auf diesem Felde tätig war. Bauern, die das Nachstehende lesen, werden seufzend die gute alte Zeit preisen, da man für solch geringe Löhne Gesinde dingen fonute, und da das Gesetz mit so einfacher Gründlichkeit der Leutenot abhalf. Die „Motive" zu der Gesindeordnung geben als deren Zweck an, erstlich die Bauern, die auf das Gesinde angewiesen sind, Arbeitskräfte zu angemessenen Löhnen zu verschaffen, und zum andern die Untertanen anzuhalten, das seit dem 30 jährigen Kriege vielfach unbestellt gelassene Land wieder in Bewirtschaftung zu nehmen. Wir lassen die Verordnung im Wortlaut folgen: Kürzer Begriff der Gräsl. Gesindeordnung, de dato Gedern den 11. Januar 1680. Brticul 1. Alle unverheiratheten Knechte und mägde, so noch keine eigene Haushaltung führen, und derer die Eltern bet) ihrer eigenen Haushaltung entrathen können, sollen zu dienen ange- halten werden. 2. Diejenige, so bishero über Land ihr Gewerb mit aufge- kaufsten Sachen getrieben haben, sollen solch Gewerb hinfüro ohn absonderliche Herrschaftliche Berwilligung nicht treiben, son- dern dienen oder sich mit Ackerbau und Viehzucht gleich anderen mit-nachbaren ernehren, damit die wüsten Güter wieder in Anbmt kommen. (Anmerkung: Eine der schlimmsten Folgen des großen Krieges war, daß sich die Menschen der regelmäßigen Arbeit ent» wöhnt hatten. Hausierend, bettelnd und stehlend trieben sich ganze Scharen im Laude umher. Die Klagen über diese Landplage kehren in den Niederschriften der Zeit überall wieder.) 3. Die Landeskinder, so auswärts dienen, sollen alsobald ihren Herren den Dienst aufsagen, zivischen hier (jetzt) und Lichtmeße (2. Februar) sich allhier einfinden und im Lande Dienste. thun, Kein Ländeskind soll hinfüro vor Lichtmeße sich auswärts verdingen; nach Lichtmeße aber, wann er ümb bestimmten Lohn im Lande feine gelegenheit finden kann, mag Er solches mit Bor- belvußt des Schnitzen thun, doch daß er sich das andere Jahr wieder ins Land begebe. (Das ist „Heimatpolitik" nach dem Grundsatz, jeder ist sich selbst der nächste. „Das Land" übrigens umfaßte 5 ganze rind eine halbe Ortschaft.) 4. Keiner soll des anderen gesinde, so noch nicht aufgesageti hat, mieten. (Eine gesetzgeberische Uebersetzung der Erklärung Luthers zum 9. Gebot „dem nächsten sein . . Gesinde . . . nicht abtrünnig, abspenstig oder abwendig machen".) Wann ein Gesinde sich zwcyen Herren zugleich vermietet, soll es dem ersten dienen, dem anderen einen Dienstboten an seiner Stelle schaffen. Hingegen soll der Herr das gemietete Gesinde nicht wieder abweisen. 5. Herr und gesinde, so das nachfolgende Jahr bey einander nicht bleiben wollen, sollen 6 Wochen vor endjgung des Jahrs die auffündigung thun, nachhero ist keinem Theile die Verende- rung zugelaßen. 6. Ein Dienstbote, so ohne Ursach vor der .Jahreszeit aus dem Dienst läuffet, soll gezwungen lverden, das Jahr auszuhalten. Hingegen, wenn ein Herr den Dienstboten ohne Ursach vor eudigung des Jahres verstößet, niuß er ihm mchts desto Weniger den völligen Jahrlohn geben. 7. Neben der Kost soll hinführo zum miethpfennig und Jahrlohn haben: Ein großer Küecht zum miethpfennig einen halbe» gülden, znm Jahrlohn 14 fl. (Gulden) und 12 ehlen (Ellen) Leinentuch. Ein großer Jung zum mietpfenmg ein Kopfstück, zum Jahrlohn 8 sl. (Gulden) und 12 ehlen Leinentuch. Ein Mitteljung zum miethpfennig ein halb Kvpfstiick, zum Jahrlohn 5 Gulden und 10 ehlen Leinentuch. Ein Kleinerjung zum miethpfennig ein halb Kopfstück, zum Jahrivhn 3 Gulden und 10 ehlen Leinentuch. (Auffällig ist, daß zwischen 4 Arten von Küechten unterschieden wird, während man heute deren nur drei kennt, nämlich Großknechte, Kleinknechte und sogenannte Hofjungen, d. i. eben aus der Schule entlassene Bürschchen.) Eine große Magd zum miethpfennig ein Kopfstück, zum Jahr- lvhn sechs Gulden und 12 ehlen Tuch. Eine Mittelmagd zum miethpfennig ein Köpfstück, zum Jahr- lvhn 4 Gulden und 12 ehlen Tuch. Ein Klein-Kindermädchen zum miethpfennig ein halb Kopfstück, zum Fährlohn 2 gülden unb 10 ehlen Tuch. Der gülden tvird zu 30 albus gerechnet. (Die Geldverhältnisse der Zeit sind: 30 MbuS = ein Gulden. 45 albus — ein Reichsthaler. 10 albus = ein Köpfstück. 1 albus — 2 Kreuzer.) Die Leinwand soll halb flächsen, davon die Elle zu i/2 Kopfstück, und halb werrken (würfen) sein, davon die Elle 4 albns angeschlagen werden kann. Heber gesetzten Lohn soll nichts, weder schuch (Schuhe), schleier, Christ-, Neujahr- und Jahrmarktgcschenk gegeben, noch Lein ge- ?äct, noch Vieh auferzogen werden. Ein Hauswirth mag seinem' Dienstboten, so vor anderen wohl dienet, gutes thun; doch daß solches kein genanntes seh, viel weniger als «in Theil des Lohnes versprochen werde. 8. Weniger Lohn als abgesetzet, mag man geben nnb nehmen, aber nicht mehr, bei Strafe dessen, was ein Jährlohn austrüget, die sowohl derjenige, welcher mehr fordert, als derjenige, welcher mehr giebet, erlegen soll. » Um sich über die niedrigen Lohnsätze nicht zu sehr zu ver- wimdern, mag man bedenken, daß es die auch soustwärts üblichen waren, und daß sie sich aus dem viel höheren Geldwert der Zeit erkläreii, verglichcu mit heute. Man konnte mit derselben Geldsumme damals wohl zehnfach soviel anfangen, als heute. Bei den Abrechnungen über Einquartierung z. B. wird ein Pfund Rindfleisch mit 3—4 Kreuzer i n Anschlag gebracht.) Die Verordnung schließt: Und damit deise unsere Ordnung gebührend beobachtet werde, befehlen wir hiermit ernstlich Uiiferen Beampten und Schul- theißen bei Vernreidmig unserer Ungnade darüber treulich und mit rechtem Nachdruck zu halten, die Verbrecher, ohne ansehung der Person anzuzeigen oder nach Befindung dieser unserer Ordnung gemäß zu bestrafen. Hieran tvird unsere wohlgefällige und ernste Mehnung vollbracht und haben wir zu Uhrkünd diese Gesindeordnung eigenhändig unterfdj rieben und mit unserem Gräflichen Siegel be- rvästigen lassen Signatum Gedern, den 11. Januar Anno 1680. Der beabsichtigte Erfolg der Verordnung trat nur zum Teil ein. Denn noch im selben Jahr, im November, wird sie durch weitere Bestimmungen ergänzt, deren ivichtigste die ist, daß jeder, der hinreichend Feld sein eigen nennt, es mit eigenem Gespann und Fuhrwerk bewirtschaften soll. Es heißt dort: Mir fügen zu wissen, daß wir zwar »erhoffet, es würden zu Folge unserer Gesindeordnung, so wir mit dem Anfang dieses Jahres haben publizieren laßen, eine und anderer von unseren Untcrthanen ihre Feldgüter zu völligem Bau gebracht und zu solchen Behufs halber, zu ihrem selbsteigenen Nutzen, Geschirr (Fuhrwerk zugeleget haben, Nachdem wir aber vernehmen, daß nniwch unterschiedene Hausleut sich finden, welche, ob sie gleich ziemlich begütert, dennoch kein eigen Geschirr halten, sondern zu ihrem eigenen Verderb nur das wenige Theil ihrer Ländereien durch andere bestellen, das meist Theil aber wüst und ungebauet liegen lassen, iudeßen im Müßiggang oder anderen angemaßten gewerben, dadurch die Feldarbeit mehr gehindert als befördert wird, sich finden laßen, — als wiederholen wir hierdurch nochmals unsere vorige Verordnung und befehlen bei willkürlicher und unausbleiblicher Strafe, daß ein jedweder von Unseren Unter» thanen, der soviel Land hat, daß er ein paar Ochsen oder ein Pferd darauf halten kann zwischen hier (jetzt) und Peterstag künftigen Jahres ein geschirr Ihm zulege, auch solcher Gestalt fein gut zur völligen Anbaunng bringe, auch der Feldarbeit gebührend abwarte. Verdummende Gerichte. Eine gastronomische Predigt von Alice Berndt. (Nachdruck verboten.) In unserer raffinierten Zeit, da. ivir mühelos die Erzeugnisse aller Länder auf unseren Tisch fetzen können, gibt es wohl wenige Gesellschaftsmenschen, die, wenn sie von der Tafel aufstehen, nicht ganz genau wissen, was sie gegessen haben. Für den echten Lebenskünstler ist das Essen nicht ein Mittel, den Magen zu sättigen, sondern eine Kunst, die verstanden sein will. Das sagt sich seufzend mancher Hausherr, wenn er mit dem Traiteur oder mit dem eigenen Kvch das Menu für seine Gäste zusammen stellt. Für gewöhnlich geht man ja von dem Standpunkt aus, daß der kostbarste Leckerbissen immer der beste ist. Ein schlauer Wirt sollte mehr bedenken. Er muß sich sagen, daß von dem genossenen Mahle die Stimmnng des ganzen Abends abhängt. Nicht nur Träume kommen aus dem Magen. Mte Weisheit ist es, daß Wein heiter und Bier schwerfällig macht, aber es ist .nicht allen bewußt, daß auch jede Speise ihre „Stimmung" hat. Stcndahl, oder besser Henry Behle, wie cher geistreichste aller Franzosen eigentlich heißt, nennt einmal beit deutschen Sauerkohl ein „verdummendes Gericht". Gastgeber, es gibt viele „verdummende Gerichte", bedenke dies, wenn du die Speisenfolge festsetzest! Der Sauerkohl ist ja nun an sich zu plebejisch, um auf Festtafeln erscheinen zu dürfen, aber als Begleiter des vornehmen Rebhuhns versieht er doch, sich „in die feinsten Kreise" zu drängen. Sonst sind von Gemüsen zufällig — oder wohlweislich — gerade die leichtesten, wie Spargel, Artischocken, grüne Erbsen und Schoten repräsentations- fähig. Wie aber ist es mit den Amphibien, die als erster Gang oder als Vorgericht geschwommen kommen? 236 Gastgeber, hast du das Geld dazu — und hast du es nicht, so solltest du eigentlich gar kein Festmahl geben —, so wähle aus der Schar der Wassertiere die Auster oder den Hummer — oder alle beide. Bringe den Hummer int ganzen, frischgekocht. . Raube ihm nicht die erheiternde Schale in der Farbe der Freude, laß ihn nicht zu einer Mayonnaise zerquetschen, von der niemand außer dem lieben Gott und dement Koch zu sagen vermöchte, was alles darin ist, und deren Druck wir noch spüren, toemt längst die ersten Maiglöckchen alle übrigen. Winterfrettden vergessen machten. ' Von den Fischen fang die muntere Forelle für deinen Tisch, — die wird niemanden verstimmen. Der Lachs aus den Fluten des Vaters Rhein erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Mit Unrecht. Laß deine Gäste ihn bei sich zu Hause essen. Denn, beträufelt mit der schweren Remouladen- fauce, die sich dem Rheinländer wahrscheinlich voll der französischen Grenze her ausgedrängt hat, verankert er sich wie Blei auf dem Grunds unseres Magens und macht uns mißmutig, ohne daß wir es merken. Jetzt zum Geflügel. Ein leichtes Essen, das den: Geiste die Schwingen nicht hemmt. Aber man verineide die Gans. Schon auf Erden ein dummes Tier, verdutnmt sie uns mit, wenn sie unbeweglich in den Gründen unseres Magens ruht. Selbstverständlich: auf ihre edelste Seite, die'Leberpastete, soll man eingehen, doch nur vorsichtig, will man den ganzen Abend tiiit Munterkeit glänzen. Man bedenke, daß nun der Braten kommt. Roastbeef, Filet, Reh, Wildschwein sind das Uebliche, tvas tvir vorsetzen und vorgesetzt bekommen. Gastgeber, achte ängstlich darauf, daß das Fleisch mürbe ist! Der Nachbar verlangt vom Nachbar Geplauder und Scherz beim Speisen. Memand hat Feit, dem Gebot des englischen Gelehrten zu folgen, jeden Bissen 66 mal zu kauen. Zähe Bissen werden deinen Gästen ztt verschluckten Steinen, und die Stimmung des Abends ist futsch! Tie süße Speise wird aufgetragen. Weißes, rotes, grünes, gelbes Eis in den Formen des Schweines-, des Amors, des Giraffenbabys, des Schafes, kurz tu allen Formen, die einer Konditorphantasie nur entspringen können. Es verrinnt bald, und sein Begleiter, der Sekt, sprüht Lachen und gute Laune über den Tisch. Er, der so kalt ist und allen sö warm macht. Gastgeber, spare nicht am Sekt! Und versuche nicht etwa, apart zu fein, indem du statt des „ewigen Eises" mit dem soliden, kostbaren, aber nicht köstlichen Plumpndding aufwartest. Bttnte Flammen umzingeln ihn malerisch, doch sie verlöschen bald, der „Spiritus" ist entflohen, ihn selbst aber empfinden wir als „verdummendes Gericht". Ter Käse duftet in dem Saal. Tas heißt, man nimmt natürlich nur duftlose Sorten. Aber Käse bleibt Käse. Man halte sich hier an die anmutigen Franzosen, den leichten Camembert, den flüssigen Brie, und gehe detn schweren englischen Geschütz, dem Chester, ebenso wie den mts ihm fabrizierten Käsestangert vorsichtig aus dem Wege. Das Obst. Man nascht nur flüchtig von den Datteln, Mandeln und Rosinen. Einen Slp-fel zu schüleit, ist man schon nicht mehr imstaitde, und gerade das frische Obst belebt doch wieder unsere Zunge, gibt unseren Reden frischen Saft! Gastgeber, laß geschälte Aep-sel, geöffnete, mundgerechte Früchte herumgeben, nachdem du dein ganzen Menu ängstlich alle „verdummenden Gerichte" ferngehalten hast! Dann werdctt deine Gäste nicht schweigend, trüge verdauend umhersitzen, während die Langeweile auf bleiernen Flügeln langsam von Zimmer zu Zimmer schwingt, sondern ihn fröhlichen Geplauder nicht einmal merken, wie draußen längst der rosige Morgetr emporstieg. Wan wird fragen: „Schon fünf Uhr?" und nicht stöhnen: „Wirklich, erst zwölf!" schrsibt int „Washington Star" darüber: „Die Eröffltilng dieser Schule ist ein bedeutsames Ereignis für Nanking, es bedeutet in Wirklichkeit die Geburt weiblicher Erziehung in dieser alten Stadt." Zwar gab es schott früher MissivnAmädchenschulen in China, aber man kamt immer erst sagen, daß eine Einrichtung in China Wurzel gefaßt hat, iveitit die Chmesen selber ihre Notwendigkeit emzusehen beginnen und die Verantwortung dafür übernehmen. Es ist dies die erste Mädchenschule, die unter der Patronage, des VizeWnigs begründet wird, und das Interesse, das die hochgestellten Manner daran nehmeit, zeigt, das; auch für die chinesischen Frauen und Mädchen der Morgen der Freiheit tagt. Auch in China erwacht das Bewußtsein, daß die Kraft und das Aufblühen enter Nation in der Erziehung seiner Töchter liegt. Auch auf ärztlichem Gebiet versuchen sich die Chinesinnen. Sv bestand am 8. Juni Dr. Ah Mae Wong, eine junge Chinesin, die medizinische Prüfung an der Toronto-Universität in Cauada. Ihre Vorbereitung empfing die junge chinesische Aerztin ton der amerikanischen Aerztin Dr. Marie Haslep, die seit zwanzig Jahren an der amerikanischen Mission in Schanghai tätig tst. Wong, die aus sehr guter Familie flammt, hat sehr gute Verbindungen in Schanghai. Eine ihr befreundete reiche Dame will nun eine Pflegerinnenschule gründen, in der junge Chinesinnen zu Pflegerinnen ausgebildet werden svllett. Dr. Wong wird neben ihrer Praxis auch diese Schule leiten. — Das neue China. Missionar DieW schreibt aus Tungkun: „Jetzt wäre es ein Leichtes, eine höhere Schule für westliche Wissenschaften zu eröffnen, und ich glaube, man kömtte die Schule noch so groß anlegen, sie würde auf jeden Fall voll besetzt. Schade, daß mts der so lang erbetene Lehrer noch immer fehlt nnb wrr auch noch keine Aussicht auf einen solchen haben. Das hiesige chinesische Lehrerseminar sucht z. B. einen Lehrer für Physik, Chemie und Gesang und war bereit, dem! Missionar Maus, falls er täglich eilte Stunde Unterricht in diesen Fächern erteile, 1000 Dollar (2000 Mark) zu geben. Missionar Maus mußte dieses so verlockende Angebot ausschlagen, weil er feilte Zeit fand, und ich komtte mich nicht aubieteu, weil sonst meine eigene Arbeit hätte vernachlässigt werden müssen." Die rheiitifchen Berichte fügen hinzu: „Auch wir unterstreichen: Wie schade, wie schade, daß wir noch feinen Lehrer haben." Als t vettere Zeichen der Zeit merken wir an, daß der Bizekönig Tschusu sich jüngst mit einer Eingabe an den Kaiser gewandt hat, in der er die Ab- schaffung der lebenslänglichen Sklaverei empfiehlt und vor- schlägt, daß die Dienstbarkeit mit dem 25, Jahr zu Ende gehen soll, ein Vorschlag, der bereits die kaiserliche Bestätigung gefunden hat, und daß die chinesische Sttchienkommissivn in Europa telegraphisch angewiesen ist, ihre Aufmerksamkeit besonders auf die Erziehung des weiblichen Geschlechts zu richten. * Ein alkoholischer Druckfehler. Das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel teilt folgenden komischen Drucksehler aus einem italienischen Antiquariatskatalog mit: „1540, Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Säufer. Gotha, Perthes 1878 — 1885 vol. 2 in 12, tela con ritratti." Es ist doch kaum anzunehmen, daß alle int Gothaifchen Kalender verzeichneten Mitglieder der „Freiherrlichen Häuser" so ausgepichte Trunkenbolde waren. Rechtsfprichwörtev, „Nach Borumudschaftsgerichts Belieben Gilt dreimal sechs als dreimal sieben". Obiges Rechtssprichwort hat auf den § 3 des Bürgerlichen. Gesetzbuches Bezug. Derselbe erklärt im Gegensatz zu d 2, laut dem der Beginn der Volljährigkeit und ihrer rechtlichen Wirkungen mit der Vollendung des einundzwanzigsten Lebensjahres cinzutreten hat, folgendes: „Ein Minderjähriger, der das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat, kann durch Beschluß des Vormundschaftsgerichtes" lauf seinen oder seines Vertreters Antrag) für volljährig erklärt werden. ,. . ell, Berlin, Ergättzrmgsrittfel. Nachdruck verboter F.a.e n.ch., w.. d.s ..sch.ck . or., n .. U .. sch . i. ß . n; U..e. i.. .e. An .. n . l. ck; L. ß . u.. .. n g. n .. ß . n l Rückert. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummerr Totentanz. VerMZs^tes. >— Höhere Frauenbildung in China. Vizekönig Chou-fu, einer der vorgeschrittensten chinesischen Regierungs- beamten, hat eine Mädchenschule in Nanking begründet. Der Fonds, dafür ist durch Subskriptionen einer Anzahl leitender Taotais aufgebracht, die Restsumme übernahm der Bizekönig. Weitläufige Baulichkeiten sind dazu an einem ruhigen Platz errichtet. An der Schule sind sechs Lehrerinnen angestellt, drei um Englisch, drei um Chinesisch zu lehren. Konsul Haynes Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersttäts-Buch- und Eretndrnckereh R, Lange-