tn lil il n iH Menschenleben, die lügen. . Rontmt von H. Ehrhardt, Verfasserin von „Wiittellose Mädchen" Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Der Freiherr, den die letzten Wochen zum alten Mann gemacht hatten, strich sich nervös den weißen, buschigen Schnurrbart und würgte den Zorn auf den jüngsten Sohn widerwillig herunter. Er brummte überhaupt lange nicht mehr so viel als früher. Marga hatte so eine Art, ihn mit den übergroßen, dunkel umrandeten Augen anzusehen, daß er sein Gewissen mahnend an die harte Wand seines verknöcherten Herzens klopfen hörte. Alles Unglück, jeder Aerger, der ihm und den Seinen geworden, war nur das Fazit seines eigenen Handelns. Und die blasse, sieche Tochter wirkte auf ihn wie eine Rachegöttin, die jeden Moment in flammendem Zorn vor ihn hintreten und rufen konnte: „Hier an dieser Stelle fordere ich Rechenschaft von dir ftir den Sohn, dem du die Freiheit der Selbstbestimmung versagt und für die Konsequenzen, die daraus entstanden sind, für meine verdorbene Jugend, meinen toten Geliebten." Hatte sie nicht Recht damit? Mußte er sein graues Haupt nicht schuldbewußt neigen? Aber Marga klagte ihn nicht an. Sie hielt sich nur schell von ihm zurück. Sonst lief langsam alles in Loßwitz wieder ins alte Geleise. Das junge Mädchen gesundete allmählich Ihre Wangen rnndeteil sich wieder, ifrr Haar wuchs in neuer üppiger Fülle. Sie erfüllte aufnlerksam ihre alten Pflichten im Haushalt und nahm Teil an beit täglichen Vorkommnissen des Lebens. Sie gab sich keiner krankhaften Melancholie hin, doch ihre frühere ruhige Heiterkeit hatte sie verloren. Sie lächelte nur selten und lachte nie mehr. vni. Frühling und Sommer tvaren vergangen. Nun fegte bereits wieder der erste rauhe Herbststnrm durch die Straßen von St. Er fuhr stöhnend U,m das vornehme weißliche Viereck des Ständehauses, suchte vergebens nach einem etwas losen Dachziegel, den er in seinem Uebermut hätte in die Lust schleudern können und prallte wirkungslos an den dicken Steinmauern, den fest geschlossenen und dicht verhängten Fenstern ab. Für dies sein unnützes Bemühen rächte er sich nun, indem er wütend an dem grauen Mantel des Husarenoffiziers zerrte, der soeben am Portal die Glocke gerührt hatte. Im Westen flammten glutrot die letzten Lichter der untergehenden Sonne und färbten das blasse, vornehme Gesicht des Offiziers rosig. Franz, der im Moment die schwere Tür öffnete, prallte unwillkürlich einen Schritt zurück, nicht imstande, seine innere Bewegung hinter einer nichtssagenden Lakaienmiene zu verbergen. „Herr Baron!" stammelte er. Der Freiherr von Tressenberg trat rasch über die Schwelle. >,Nun ja, Franz, da sind wir wieder!" sagte er möglichst leichtherzig, obgleich ihnr miserabel zumute war, „wie ist dir'S ergangen?" Der also Gefragte errötete vor Freude. „Oh, immer gut, Herr Baron! Es ist ja nicht anders möglich Der Herr Landrat sind sehr wohlwollend zu mir und gnädige Frau ist ein Engel." Die etwas respektlose aber von ehrlicher Begeisterung diktierte Aeußerung entlockte dem jungen Offizier ein mattes Lächeln. Dann befahl er, ihn den Herrschaften zu melden. Franz zögerte leicht. „Ich habe den Befehl, jeden Besuch ohne Anmeldung herauf zu führen. Die Herrschaften haben, wie immer, zur Tecstunde Besuch und besinden sich im Musikzimmer." Tressenbergs tiefdunkle Brauen zogen sich zusammen. Dann warf er den Kopf in den Nacken. „Es ist gut, Franz, ich finde schon allein den Weg." Und er stieg die Treppe hinan. Was hatte er denn verbrochen, daß er sich davor scheute, zum erstenmal in den wohl- bekanüten Kreis zu treten? Daß er einen anderen, zufällig den besten Freund dieses Hauses, der ihn schwer beleidigt hatte, im Duell tötete? Der gesellschaftlichen Satzung nach, ivar das ein Mißgeschick, aber kein Verbrechen. Auch von dem schmählichen Verdacht, der die Ursache des Duells gewesen, war er seit langem gereinigt. Das ihn verdächtigende Schriftstück hatte sich als geschickte Fälschung des racWchtigen Weibes erwiesen, die den Mann, der sie voll Ekel von sich gestoßen, an seinem wundesten Punkte, an seiner Ehre hatte treffen wollen. Sie war trotz all ihrer Vorsicht eines Tages doch erwischt worden und hatte bald eilt umfassendes Geständnis abgelegt, bei dem sie aber in betreff ihres Mannes bei ihren früheren Angaben blieb. Man hatte sich anscheinend aber doch gründlich düpieren lassen, denn die Hausnntersuchung bei dem alten Kreß hatte nichts Belastendes zutage gefördert und er wurde auf Grund mangelnder Beweise entlassen. Tressenberg hatte über all das teils amtlich, teils von bekannter Seite Berichte erhalten. Graf SHerrenkin war wohl der einzige gewesen, der ihm manchmal ein wenig ausführlich schrieb und dantit eine Verbindung zwischen ihm und St. aufrecht erhalten hatte. Von Hanna hörte er nie etwas, sie war viel zu klug, sich durch irgend etwas Schriftliches zu kompromittieren. Er dachte viel an sie in seiner einsamen Festungshaft. Dort, wo der Zauber ihrer Persönlichkeit nicht direkt auf ihn einwirkte, begann er von neuem gegen diese unselige betörende Leidenschaft zu kämpfen. Und dies Mal wollte er siegen. Er war fest entschlossen, sein Leben fern von ihr in andere Bahnen zu leiten. Vor der Tür des Musikzimmers tönte ihm Hannas wundersüße, weiche Stimme entgegen in den Schlußworten von Schuberts „Wanderer": „Dort, wo Du nicht bist, dort ist das Glück." Er wartete, bis ihre Stimme verhallt war, dann trat et ein, so vorsichtig, daß im ersten Moment niemand sein Erscheinen bemertte. Vielleicht, weil er daran dachte, daß er zum letzten Mal hier sein könnte, prägte das Bild der im Zimmer Versammelten sich so scharf und unauslöschlich in seine Seele, 110 Herr von Eppen streute seine faulen Witze dazwischen urtbi wunderte sich im stillen, daß der junge Osfizier so ernste Augen behielt, trotzdem er zuweilen lächelte. War das nun hochmütige Ueberlegeuheit oder hatte er sich wirklich das unglückliche Duell so zu Herzen genommen? Mau kramte nun die Vorkommnisse des gesellschaftlichen Lebens vor ihm aus. r , x (Fortsetzung folgt.) Blutstropfen herabhingen. . r, . In einer Ecke des Zimmers hatte etite größere Gesellschaft > sich nm den dorthin geschobenen, nur noch mit Früchten und Gebäck besetzten Teppisch gruppiert, zwei junge Damen, tote Joachim vermutete, die Töchter des Artillerieobersten, und mehrere Herren, teils in Zivil, teils in Offiziersuniform, von denen dem Freiherrn einige fremd erschienen. Sie unterhielten sich in gedämpfter- Lustigkeit, weil sie wohl annehmen mochten, daß die Hausfrau noch etwas singen würde. Hanna stand am Finget, so daß sie dem Eingetretenen den Rücken zuwandte. Sie war ganz weiß gekleidet und weil das grelle ungedämpfte Lrcht der Flügellampen sie überschüttete, hatte ihre Erscheinung tm Gegensatz zn den düsteren in rot getauchten Farben des übrigen Zimmers etwas geradezu Blendendes. . Ans ihrem Kopf, den sie über ein Notenblatt geneigt hielt, schimmerte das rote in losen Puffen anfgesteckte Haar wie eine Krone aus purem Gold. An dem Klavierstuhl vor ihr lehnte ein schlanker, brünetter Husarenoffizier, der sie wohl zum Gesang begleitet haben mochte. Er hatte ein bildschönes leichtsinniges Zigeunergesicht, indem die dunklen Augen förmlich lohten vor leidenschaftlicher, unverhohlener Bewunderung. Der frivole Zug um seine hellroten Lippen verriet, daß er fkrnppellos unter der Devise „Ich kam, sah und siegte" genossen hatte, was sich ihm aus seinem Wege geboten. Joachim wußte von ihm vorläufig nur, daß er Graf Delow hieß und wegen einer Menge toller Streiche aus einem Potsdamer Garderegiment zu den 10. Husaren versetzt worden war. Die erste Regung, die Tressenberg bei seinem Anblick empfand, war merkwürdigerweise keine Eifersucht, sondern em ungeheurer Schinerz, mit dem die Erinnerung an Walter von Poseck über ihn hereiubrach. Er sah ihn dort drüben am Flügel, seinen hübschen Kops mit dem blonden krausen Haar, ferne ehrlichen Augen, das ganze sympathische von innerer Herzenswärme und Lebensfreudigkeit durchleuchtete Männergesicht, und er horte Hanna sagen, daß sie nie mehr würde singen können, wenn Poseck sie nicht begleitete. Nun schien er bereits vergessen I In seiner zerrütteten Stimmung wäre Joachim am liebsten wieder fortgegangen, aber da trat schon der Landrat auf ihn zu und begrüßte ihn, wenn auch nicht mit Wärme, so doch mit vollendeter Höflichkeit. Dann hielt er Hannas schmale Rechte in ber seinen, sie tauschten stumm einen Händedruck, sie waren beide keines gleichgültigeii Wortes fähig. Hanna erregte das Wiedersehen mit dem Geliebten so, daß sie nicht imstande war, weiter zu fingen, trotzdem der leichtsiiinige Graf beinahe einen Fußfall riskierte. Ohne sich um sein Bitten zu kümmern, ging sie hinüber zu Frau von Klast, neben die Tressenberg sich einen Stuhl gezogen hatte, weil er die lebhafte, vorurteilslose Frau der ihn scheu betrachtenden Jugend vorzog. Hanna, der Graf Delow getreulich gefolgt war, achtete sehr wenig auf die heißen gewagten Worte, die dieser ihr znflüsterte — bewegungslos faß sie und blickte zu dem jungen Offizier hinüber. Ihr kamen inbezug auf die Zukunft keine schweren Gedanken. Das alte heimliche, süße Glück würde nun von neuem beginnen, verstärkt und gefestigt durch die lange Trennungszeit und die wachsamen, ehrlichen Augen Walter von Posecks würden Nicht mehr, zu steter Vorsicht mahnend, ihre Mienen und ihre Stimmung beobachten. „ ,v „ , Der Gedanke, daß er tot war, erleichterte ihr Herz- Em bestrickendes, zärtliches Leuchten breitete sich über ihr Gesicht, ihre grünflimmernden Augen tauchten verheißungsvoll in die des Geliebten. Der senkte fast erschrocken den Blick vor der Leidenschaf»., die ihm entgegen sprühte. . In fieberhafter Lebhaftigkeit stürzte er sich m die Unterhaltung mit Frau von Klast. Die flotte, junge Frau machte es nicht wie die andern, die die letzten Monate seines Lebens völlig ignorierten und daher etwas vorsichtig Gezwungenes in rede-- Gespräch mit ihm brachten — sie fragte ganz ruhig, was er au Festung getrieben, mit wem et verkehrt und ob er das schöne Geschlecht habe völlig entbehren müssen. Noch oft später sah er es. vor sich mit jeder Einzelheit des in gediegener Einfachheit ausgestatteten Gemachs. Auf einem der glatten rötlichen Mahagouistühle saß rittlings Herr von Epven, die Arme auf die Lehne gekreuzt und blinzelte Mit seineil miverschämten Augen auf Frau von Klast herab, die m einem grellroten, mit schwarzen Schnüren benähten Tuchkleide in einem niedrigen Sessel mehr Tag als saß und mit viel Grazie eine Zigarette rauchte. Ihr Manu, der nach dem Manöver Mcyor geivorden war, stand mit dem Landrat und dem neuen Kommaudeur der Arttlleristen, einer Reckengestalt mit blondem Vollbart, inmitten des Zimmers gerade unter dem kostbaren Kronleuchter, von desseii brouzeueri Aesten die tiefroten Lichtbirnen rote große Jer OeVaLternLag, Skizze aus dem Vogelsberg von A. K. Es ist richtiger Vogelsberger Winter. Fußhoher Schnee bedeckt gleichmäßig die Gefilde; im Oberwald liegt er gar wett über einen Meter hoch. Die Aeste der Fichten btegen sich unter ihrer weißen Last. Der Schnee glitzert und blinkt bei solcher „sibirischer Kälte und knirscht unter den Füßen. Lustiges Schellengeläute ertönt tagtäglich schon vom frühen Morgen an fast ununterbrochen durch die Straßen des Dorfes. Wer Pferd und Schlitten sein eigen nennt, die dicken Bauern, nutzt einen solch seltenen Sckmeewinter tüchtig aus. Verwandte in Nah und jjern werben abgestraft" Fußgänger sieht man selten Über die schneeb^ deckten Berge pilgern. Der Bauer sitzt lieber beim warmen Oien, wenn er sich über Feld keinen Schlitten leisten kann Er ist £ weniger als ein Tourist und für die Reize emer Gebiihs- landschaft im Schnee hat er kein Verständnis. Wenn fr einmal das Weichbild seines Dorfes verlasfen muß, io zieht er seinen gestrickten „Schornsteinfeger" über die Ohren, der nur Sinnen Nase.und Mund freilaßt, und steckt sem „Klvbchen zwilchen die Zähne damit es auch diesen Gesichtsteileii an der notwendigen ^wämiuna nickst fehle. Abgesehen von dem Pfarrer, der durch hoben Schnee auf oft nur von ihm betretenem Pfade zu seinen Zittalen watet sieht man fast nur die Handelsleute, die tinge- ackitet der 10 Grad Kälte unverdrossen „Geschäfte machen, oder di? nielbeaebrte Hefefrau" und das „Weckkathrmchen , bte mit ta S«l G. Gl sich ,1» °»°° dmÄ nsTÄ» -u* »««ft"»»± toettertoeu, so wird das anders, wenn es für ihn gut, zum SÄaa" oder zum sogenannten „Neumhr" über Feld m roandem Diese bechen Familienfeiern sind eine schone a w Sitte Die Landleute, die vom Einzug des Frühlings bis zum Uten Helbst in harte'r Arbeit ihr Feld bestellen, - und Mnh- und sauren Schweiß koste^ hwr oben mehr als un flachen ge^ s" iE?® BSSSSSSSÄs-* knauserig her, „es wird sich ems gelebt , wie 6$, iWEWLM Neujahr" kann für die Landleute teder Sonntag « • " mitunter auch im Sommer in ruhigerer Zeit fern. Das letzte« besonders dann wenn die Berwandteii in größerer Entfernung wohnen und die Kürze der Wintertage einen wetteren Marsch nickt rentiert Vom Gevatterntag unterscheidet sich der Neu- Ktag Kentlich nur dadurch daß die ganze L i Verwandtschaft, zusammenkommt, also der Mei-, d^ o lädenen ein weiterer ist. Wie diese Familienfeier zu diesem Namen kommt und in welchem Zusammenhang dieser Name mttdem attge meinen Neujahrstag steht,, konnten wir mchtergründen Doch auf den Namen kommt es ja nicht an, die Hauptsache ist die üomy« selbst die intime Familienfeier bet Braten, Kajfee um) iwcpen- Seimelt uns nicht diese gemütvolle Sitte an? Der Baue^ in defleii Haufe den größten Teil des Jahres Geselligkeit cucht gedeihen kann, dessen eintönige, ost den Geist abftunWfenbe bett ihm die Zett nicht gestattet, die auswärtigen Verwüsten zu sehen, holt im Winter nach, was «sonst erttbehrenmußi«. Diese Familienfeiern gelten naturgemäß hauptsächlich dem Zw^ daß die Geschwister und wetteren Verwandten, die nicht gleichen Orten wohnen, ein alljährliches »feieto Ä-^ett" iÄ sehen feiern. Verwandten, die durch veirats-,F)elegenhett ^cm SÄ- &K» Ä- Mik »-'m - 111 - Das Sinnreichste an diesen Feiern ist doch' wohl das, daß alle, die durch Bandehes Bluts und der Gevatternschaft, an einem Tage sich zusammenfinden. Das ist eine auch für die „Städter" nachahmenswerte Sitte, wenn sie dort auch in einfacherem Rahmen gehalten und den Geldbeutel des Hausherrn nicht allzusehr in Anspruch nehmen würde. Das aber, daß dort solche Feiern nicht anders als „Großartig" gehalten würden, macht diese Sitte in der Stadt nicht wünschenswert. Auch werden die Landleute viel seltener in entferntere Gegenden verschlagen, als die Bewohner bei Städte. , . Neben den genannten offiziellen Famckenferern werden ja auch sonstige Verwandtenbesuche nicht vergessen; aber die lassen sich verschieben, toeitn es Mustert oder ein scharfer Ost weht, bis auch der im Winter wetterscheue Landmann ohne Angst vor Schnupfen sein Plätzchen am warmen Ofen verlassen kann. Aber, wenn „Gevatterntag" oder „Neujahr" ist, dann hält auch der Wehste Schnee und die grimmigste Kätte die „Gevattern" nicht zurück. Ein „Bitterer" oder „Ordinärer" wärmt ja die steifgefrorenen Glieder rasch wieder und die Freuden und Genüsse des Tages entschädigen vollauf für die Strapazen der Wanderung. Das sind Freudentage, Höhepunkte im eintönigen Leben der Bewohner des Gebirgs — allerdings nur für die „Alten". Denn die „Jungen", die Ledigen, haben andere Freuden. — Doch davon vielleicht ein andermal. Aer Norddeutsche Lloyd ° Am 20. Februar 1907 blickt der Norddeutsche Lloyd in Bremen auf eine 50 jährige Geschichte zurück. Seine Entwicklung ist aus das engste verknüpft mit der Ausdehnung, welche der deutsche Handel sich in allen fünf Erdteilen zu erwerben gewußt hat, mit den Erfolgen der deutschen Industrie, mit den Fortschritten der Technik im Maschinenbau und Schiffbau, welche seit fünfzig Jahren den gesamten Dampferverkehr der Welt umgeformt, die fünf Erdteile zu einem geschlossenen Ganzen gemacht haben, in welchen der fortdauernde Austausch zwischen Rohstoffen und Jndnstrieerzeugniffen, das Hin- und Herströmen großer Menschenmassen zu einer grundlegenden Bedingung des Lebens geworden find. Die Schiffahrt ist es, welche das unlösliche Band zwischen den Erdteilen knüpft, welche an der Einigung der Völker, an der Verbrettung der Kultur, an der Erweiterung der Lebensanschauungen, an der Steigerung des Nationalvermögens durch Arbeit bei allen Völkern am stärksten gewirkt hat. Wenn eine Reederei mit gerechtem Stolze von sich sagen darf, daß sie nicht nur an der Entwicklung der Interessen ihres engeren Vaterlandes, sondern der Weltinteressen einen wichtigen, ja zum Teil ausschlaggebenden Anteil genommen hat, wenn sie von sich sagen darf, daß während der ganzen Dauer ihres Bestehens in logischer Aufeinanderfolge die Zahl und der innere Wert der von ihr geschaffenen Verbindungen sich fortwährend gesteigert hat, wenn sie endlich den Ruhm für sich in Anspruch nehmen darf, daß die gesamte Dampfschiffahrt der Gegenwart ihrer Initiative wichtige Fortschritte, danernede Anregung, die Schaffung neuer Schiffsthpen verdankt, so muß einer solchen Reederei eine sehr erhebliche internationale Bedeutung beigemessen werden. Aus kleinen Anfängen — einer mit nur drei Dampfern betriebenen Linie nach England und der Linie nach Newyork — hat der Norddeutsche Lloyd bis zur Gegenwart in ,mdauerndem Fortschritt 15 transatlantische regelmäßige Hauptlinien zu entwickeln vermocht, er hat durch 20 Zweiglinien den für die Hauptlinien in Bettacht kommenden Zwischeuverkehr organisiert, er hat darüber hinaus, in Linien zwischen nichtdeutschen Ländern dem Berkehrsbedürfnis in der Entwicklung begriffener fremder Gebiete in ganz hervorragendem Maße Rechnung getragen. Von 192 Dampfern weht heute die Flage des Norddeutschen Lloyd. 417 Millionen Mark sind der Schiffbauindustrie vom Norddeut- Kien Lloyd zugeflossen. 6% Millionen Passagiere haben in n 50 Jahren seines Bestehens seine Stellung in der Passagier- fahrt begründet, darunter mehr als eure halbe Mttlion allein im Jahre 1906. Mehr als 23 Millionen Mark fließen jährlich den Kohlengruben aus dem Betriebe des Lloyd zu, für mehr als lö Millionen Mark verbraucht der Lloyd jährlich Proviant au? seinen Schiffen, nahezu 3000 Agenturen, über den gesamten .Erdenrund zerstreut, dienen der Lloybflagge; stolze Ziffern sind es, welche hier zutage treten. In der Entwicklung des Lloyd sind drei Epochen voneinander zu unterscheiden. Während der ersten zwanzig Jahre steht die Ausgestaltung des Verkehrs mit Amerika völlig im Vordergrund. Sie wird im ersten Jahrzehnt des Lloydbetriebes durch widrige Umstande aller Art, durch einen wirklichen Kampf ums Dasein uur mtt all der Energie, welche von Anfang an die Leitung des Lloyd auszeichnete, durchgeführt, sie festigt sich tat zweiten Jahrzehnt dank der Einigung der deutschen Stämme und zieht Mittel- und Südanterika in den Kreis des Betriebes. Die zweite Epoche, unter der Direktion von I. G. Lohmann, reicht von 1877 bis zu feinem Tode tat Jahre 1892. In diese Epoche fällt die Schaffung des Schnelldampferdienstes «ach Newyork und die Erbauung einer Schnelldampferflotte, welche völlig vereinzelt dastand' und den Norddeutschen Lloyd in der Passagierfahrt nach Newyork an die erste Stelle brachte. Im Jahre 1886 tritt unter der Direktion Lohmanns durch die Errichtung der Reichspostlinien nach Ostasien und Australien die östliche Halbkugel zum erstenmal in den Lloydbetrieb ein. Die dritte große Epoche ist die der Gegenwart. Sie zählt von der Uebernahme der Leitung des Lloyd durch Generaldirektor Dr. Wiegand im Jahre 1892 an und kann auf außerordentliche Erfolge zurückblicken. In diese Epoche fällt die völlige Umgestal- tung der Lloydflotte nach neuen Prinzipien, welche für die Schifffahrt der Gegenwart typisch geworden sind. Von 210 000 Tonnen beim Tode Lohmanns hat der Raumgehalt der Lloydflotte sich bis heute auf mehr als 700 000 Tonnen gesteigert. Die Typen des Tropendampfers, wie der „Prinz Heinrich" und „Prinzregent Luitpold", der Barbarossa-Dampfer mit ihren späteren Ergänzungen durch Schiffe wie der „Große Kurfürst" und der noch int Batt befindlichen „Washington" von 13 000 und 17 000 Tonnen, der Feldherrn-Klasse, wie „Zielen", „Roon", „Gnet- senau", der Prinzen-Klasse, der modernen Schmelldampfertypen endlich, wie der „Kaiser Wilhelm II.", die „Kronprinzessin Geeilte", der „Kronprinz Wilhelm" uttb der „Kaiser Wilhelm bei Große", sind Ergebnisse eines ebenso sorgfältigen wie erfolgreichen Studiunts aller der Bedingungen, welche für den Schiffbau und für die Schiffahrt heute als grundlegend angesehen werden müssen. „ ,, . Hand in Hand mit der Neuschaffung der Lloydflotte ist in der letzten Epoche der Lloydgeschichte der Ausbau der einzelnen Linien gegangen. Die Verdoppelung der Reichspostlimen, die Ausgestaltung des Liniennetzes in Ostasien und der Südsee durch Zwischenlinien, die Schaffung eines neuen, außerordentlich wett verzweigten, großartigen Liniennetzes im Mittelmeer, die Schaffung neuer Verbindungen von Bremen nach Mittelamerika und nach dem südlichen Teil der Vereinigten Staaten, die Verbindung zwischen Japan und Australien, das sind die Hauptmerkmale, welche die Erweiterung des Schiffahrtsbettiebes seitens des Norddeutschen Lloyd während der letzten 15 Jahre kennzeichnen. Von ebenso großer Bedeutung wie die Schiffahrtsinteregen als solche, sind die vom Lloyd selbst auf den Ergebnissen der Schleppversuchsstation in Bremerhaven aufgebauten Konstruktionsbedtngungen für Seeschiffe cm sich. , , . .. , Neben der außerordentlich großen Ausdehnung der Anlagen des Lloyd am Lande, soll noch die soziale Fürsorge erwähnt werden, welche der Lloyd durch die Schaffung von Penstons» kaffen und Hülfskassen nicht nur für seine 12 000 Seeleute, sow- dern auch für die Tausende von Landarbettern, welche dauernd tat Heimatshafen in seinen Diensten stehen, geschaffen hat., Dem Handel und Wandel bient der Lloyd, aber ei nimmt nicht nur, sondern er gibt auch. Seine befruchtende Tätigten im Weltverkehr wird von niemandem verkannt. An feinem fünfzigjährigen Jubeltage gibt es niemanden im Wirtschaftsleben aller fünf Erdteile, der nicht aus wahrer Ueberzeugung und von ganzem Herzen dem Lloyd seine Glückwünsche brächte. Charles Psttit, Li Ta Tschu. Eine chinesische Liebesgeschichte. Autorisierte Uebersetzung vo« Gertrud Savis, Berlin, Egon Fleischel u. Cie. Preis 3 Mk. Wenn die Nacht ihre Fittige über die volkreiche Stadt Tschangscha breitet, läßt sich Seine Exzellenz Li Ta Tschu, der große Gelehrte und Mandarin erster Klasse in den Palast der schwarzen Cormorane ttagen. Dort bereitet ihm seine Favoritin mit Namen Pfirsichblüte das Opium, das er aus einer kostbaren, kunstvoll geformten Pfeife raucht. . Einzig der Opiumrausch versetzt Li Ta Tschu in den wundervollen Zustand,, dessen ein so intelligenter Mensch wie er würdig ist: die Materie geht unter und die Seele fliegt unter den wollüstigsten,, zartesten, raffiniertesten Empfindungen durch endlose Weiten. Eines Tages ist der große Gelehrte uttb Mandarin erster Klasse seiner Favoritin überdrüssig und begehrt eine „wirkliche Frau", keine Puppe. Die Matronen'im Palast der schwarzen Cormorane sinnen hin und her, wie sie Seiner Exzellenz gefällig sein können und führen ihm endlich die bleiche Mimosa, eine Tänzerin von außerordentlicher Schönheit, vor. Kaum daß Li Ta Tschu sie erblickt hat, gerät er in einen wahren Taumel von Leidenschaft. Pfirsichblüte, die ihm treu ergeben war, erhält den Abschied, fortan soll die bleiche Mimosa die Gebieterin seines Herzens fein. Die Tänzerin, ein höchst lasterhaftes Geschöpf, führt, den Mandarin ein paar Monate mit Narrenseil. Er fügt stch ihren grausamen Launen, ja er besudelt ihr zuliebe seine Hände mtt dem Blut wehrloser Christen. Aber noch immer weigert sie sich, seine Liebeshuldigungen anzunehmen. Erst an dem Tage, da sie das Haupt der ihr verhaßten Pfirsichblüte unter dem Schwertstreich des Henkers fallen sieht, wird sie Li Ta Tschat angehören. Dieser entschließt sich nach schweren Kämpfen, Pfiriichblüte zu opfern. Und nun geschieht das Seltsame, daß der große Gelehrte und Mandarin erster Klasse bei den ersehnten Liebkosungen MimosaS kalt und unempfindlich bleibt, ja sie zurück- 108 stützt und seinen Dienern befiehlt, sic vom Leben zum Tode zu bringen, lieber die geheimnisvolle Ursache des jähen Umschwunges seiner Gefühle klärt er seine Freunde auf: so lange Mimosa die Spröde gespielt, so lange er um sie gelitten, hatte er gewähnt, sic zu lieben. Als sie vom Rang einer Götttn, den er ihr gegeben, herabgestiegen war, um sich in eine ganz gewöhnliche Frau zu verwandeln, die sich ihm anbot, erwachte er aus seinem Rausch, seine „übernatürliche" Liebe war verflogeit. Ernüchtert sieht er1 jtn Mimosa nur noch eine Verworfene, die um ihrer Schandtaten willen beit zehnfachen Tod verdient. In der Komödie des Lebens, erklärt der Mandarin seinen Freunden, ist der Liebe nicht nur die größte, sondern auch die schändlichste Rolle zugeteilt. Ihr Pesthauch hat seine Tage vergiftet, darum nimmt er sich vor, freiwillig von der Bühne zu verschwinden und zu sterben. Auf einer Höhe, die ihm td.en vollen Blick auf seinen reichen Besitz und auf die ungeheure Stadt gewährt, verschluckt er die goldenen Blätter, die seine Univerfitätsdiplome umrahmt hatten, und erleidet einen qualvollen Tod. In dieser echt chinesischen Liebesgeschichte erweist sich der Verfasser, Herr Charles Pettit, als ein geistreicher und gewandter Erzähler, der mit genauester Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse ausgerüstet, meines Wissens hier zum ersten Male die vornehme chinesische Gesellschaft schildert. Ganz besonders ist ihm die Charakteristik des Helden Li Ta Tschu gelungen, aber auch die Gestalten der Favorttin Pfirsichblüte, der Tänzerin Mimosa und ihres Vaters, des Maniküren Tschen Ki Ping, treten wirksam hervor. Das Buch zeichnet sich ditrch seine gewählte Sprache aus und erfüllt einen doppelten Zweck: es unter» hält und belehrt zugleich. ’ A. B. Richard Strauß über Keine „Salome". Der Kampf, der in Newhork gegen Richard Strauß's „Salome" wogt, veranlaßte den Berliner Korrespondenten der „World", den Komponisten um eine Unterredung zu bitten. ^Wahrscheinlich", sagte Strauß mit Gelassenheit, „gibt es zwei Wenschenllassen in Newhork, die entdeckt haben, daß die Salome unmoralisch ist; erstens solche, deren Sinn immer auf kitzliche Sachen gerichtet ist, die in ihrem Denken immer auf moralisch unreinliche Dinge stoßen; zwettens aber diejenigen, welche jede dramattsche Behandlung eines biblischen Motivs oder einer Legende ein- für allemal alblehnen. Diese Partei ist in England und in den Vereinigten Staaten sehr verbreitet; ihnen gilt auch Saint-Saöns' „Samson und Dalila" als unmoralisch und ebenso alle Mysterien und Passionsspiele. Mit diesen zwei Menschenklassen zu rechnen, ist für mich überflüssig; ihre Welt ist nicht die meine, ihre Anschauungsweise nicht die meine. Trotzdem wundere ich mich über den Lärm, den die angebliche Unmoralität ber Salome in Newhork hervorgerufen. Ich ärgere mich nicht darüber, denn ich kenne nicht die Argumente, mit denen die Gegner der Oper sie bekämpfen. Sie betrachten mein Werk eben von einem Gesichtspunkte aus, an den ich nie gedacht habe. . . . Ich möchte wissen, was eigentlich Immoralität ist. Die Gesetze und Normen der Moral sind von verschiedenen Menschen zu verschiedenen Zeiten immer verschieden formuliert worden. Nehmen Sie einen Durchschnittsmertfchen, der, sagen wir, die Salome gehört hat und sie ablehnt — wie kann er den „Don Juan", „Figaro", „Carmen" und tausend andere Opertr billigen, die er folgerichtig auch unmoralisch nennen müßte? Wer saubere Hände hat, ein reines Herz und ein fleckenloses Gewissen, kann alle Kunstwerke und auch die „Salome" ohne Vorurteil und ohne Entrüstung betrachten. Nur für solche Menschen aber arbeiten alle wahren Künstler; nicht für verderbte und heuchlerische Naturen". Strauß macht eine kleine Pause. Dan» fuhr er fort: „In der Kunst handelt es sich nicht um Moral oder Unmoral; solche Gedanken sind unvereinbar mit dem Wesen der Kunst und müssen ihr immer ein Fremdes bleiben. In der Kunst gibt cs nur gut und schlecht. Ist das Werk eines Künstlers gute Kunst? Das sind die einzig berechtigten Fragen, die der Künstler zu beantworten hat. Aber er mutz die Frage ablehnen, ob seine Kunst „moralisch' sei. In Berlin, in Dresden und in anderen Städten ist Salome über die Bühnen königlicher Theater gegangen. Das Werk hat den Beifall von Kennern gesunden, deren Moralität außer Frage steht. Was für diese berühmten Bühnen gut genug ist, wird auch für Newhork aut genug sein. Es ist für mich völlig einerlei, ob Newhork die, Salome ablehnt oder nicht. Ich stehe dieser Affäre ganz gleichgültig gegenüber." Die Brandgefahr der elektrischen Belenchtnng. Nachdruck verboten. Ueber die Brandgefahr der elektrischen Beleuchtung herrschen jm Publikum noch vielfach durchaus unzutreffende Ansichten. Dce so ost Ausgestellte Behauptung von der Häufig kett solcher Feuersbrünste, die durch Kurzschluß herbeigeführt sircd, kann vor dem unbestechlichen Forum der Statistik keineswegs bestehen. Recht deutlich zeigt dies wieder einmal eine in der „Zcttschrist Er Elektrotechnik und Maschinenbau" kürzlich erschienene Zu- mmenstellung für das Stadtgebiet New Pork. Dort sind in den Jahren 1902—1905 im ganzen 14 489 Brände vorgekvmmen, wovon nur 361 durch elektrisches Licht verursacht waren, d. h. noch nicht 2,5 Proz. Daß dies wirklich sehr wenig ist, läßt sich leicht rnt einem Beispiel zeigen. Wenn man jemand vvm Rauchen von Zigarren, Zigarretten, Pfeifen abhaltert wollle, weil es zu feuergefährlich sei, — man würde sicherlich gehörig ausgelacht werden. Und doch sind durch dieses „Laster" nicht weniger als 1690 Brände in der genannten Zeit verursach worden, d. h. 11,7 Proz. Daß elektrisches Licht weniger gefährlich als' andere Beleuchtungsarten ist, sieht man bei einem Vergleich mit Petroleumlampen, die 826 Brände, gleich 5,7 Proz., und Gaslampen, die bei rmmittelbarer Entzündung 894 Brände (6,1 Proz.) hervorriefen. Dazu kommen noch die Fälle, wo Gasexplosionen Schaden an- richteten, nämlich 687 Mal — 4,7 Proz. und ferner noch 1248 Feuerbrände (8,5 Proz.), die von Kerzen herrührten. Jm ganzen stehen also den 361 Fällen, in betten elektrisches Licht Schuld war, 3655 gegenüber, die von den andern Beleuchtungsarten ftanmten, so daß unsere Lichtquellen in 27,5 Proz. aller Fälle, die Schadenstifter waren. Die „gebräuchlichste" sonstigen Entstehungsarten von Bränden waren Oefen, Herde, Herdfeuer, Gasheizapparate in 2383 Fällen (16,2 Proz.), ferner „Funkenfall" vor: Maschinen, Eisenbahnen, Kämmen, Schornsteinen und sstosten in 2350 Fällen (16,1 Proz.). Wie bei uns, war auch in New Port' die Unachtsamkeit beim Gebrauch von Zündhölzern, vor allem bei Kindern, der weitaus größte Brandstifter; nicht weniger tote 4050 Brände, d h. 27,7 Proz. wurden dadurch verursacht. Unseres Erachtens sieht man hieraus deutlich genug, daß Furcht vor Feuersgefahr wirklich niemanden abzuhalten, braucht, elektrisches Licht zu benutze«. Lachende Wahrheiten. Ehe und Wehe, „Es ist doch sehr schön, wenn Mann und Frau stets derselbe" Meinung finb/ „Gewiß. Nur macht es einen sehr großen Unterschied — wessen Meinung es ist!" Schlechte Ehemänner gleichen den schlechten Zigarren — sie gehen zu häufig aus. Adam und Eva war das erste Ehepaar. Und der erste Hausfreund war — der Teufel. Unsere Dame n. In welchem Punkte Mann und Frau Sich unterscheiden stets aus Erde»«? — Der Mann will angesehen sein, Die gtatt, sie will es lieber roerbeit. , « Man verwünscht die Unbeständigkeit der Frauen, wenn man ihr Opier tst; man findet sie entzückend, roeitn man ihre Ursache ist. Eine gebildete Frau bemerkt e? nicht, tuen« sie bemerkt, daß sie bemerkt wurde. Lust an der Sattberkeit ist eine Tugend, Lust am Putzen eilte Leidenschaft. * Eine Frau, die verleidigi roerben muß, ist dadurch schon verurteilt: * Die Weiber sind schuld, wenn man nicht zu einem Weib kommt Eine Frau, die ihren Mann schlecht behandelt, macht zehn alt« Jungfern. Wenn Herren auseinandergehn. So sagen sie: „Auf Wiedersehn 1* Wenn Damen auseinandergehn. So bleiben sie noch lange stehn. Die Geliebte hört auf, schön zu sein, wenn die Schöne aufhört, geliebt zu sein. * Die Frauen sehen bei talentvollen Männern häufig nut ihr» Fehler und bei Dummköpfen nur ihre etwaigen Vorzüge. Eines Weibes Zortt kostet dem Mcmn selten so viel wie ihr« Verzeihung. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen UnwersirütS-Buch- und Steindruckerei. R, Lange. Dieben