1907 & fflBf ijsJM ^WW MMS Kun Ken unter der Asche- Roman von M. Pro 8 nitz (M. Nörenberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt. (Fortsetzung.) 9. Kapitel. Die Cvnr toter vorüber. Die Herrschaften hielten Cercle und die Gäste, welche weiter zurückstanden, tuschelten so leise, daß Bettlingen, wie sehr er auch seine Ohren anstrengte, die Worte nicht hören konnte. Wer die Lugen der Sprechenden verrieten es ihm, daß von Dagmar die Rede war. , Sein stolzer, zufriedener Mick flog zu ihr hin. Me meinte er sie schöner, anziehender gesehen zu haben als heute. „Ah, der Sonnenstrahl," hatte der Herzog in heller Begeisterung gerufen, und Beltlingen dachte stolz, daß er mit dieser Mzeichnung das Rechte getroffen. Das rvtgelbe Unterkleid des kostbaren Gewandes war von einem Ueberzug großmaschiger, echter Gvldgaze bedeckt, während das Oberkleid aus hauchzartem, weißem Chiffon bestand. Tiefe drei übereiuauderliegenden verschiedenartigen Stoffe ergaben nun bei jeder Bewegung ihrer Trägerin ein Farbenspiel, das wirklich tott leuchtende Sonnenstrahlen erinnerte. Ein schmaler Goldgürtel und um den Hals die kostbare Brillantriviere bildete,: den einzigen Schmuck dieser msiiniert einfachen Toilette. — Prüfend sah der Kammerherr sich um. Ah, seine Dagmar war ohne Zweifel die Schönste! Tas schien der Herzog auch zu finden, denn immer wieder wandte er sich der hohen, stolzen Fvauengestalt zu, deren lächelnde Lippen dem Frauenkenner gleichzeing von heimlichen Seufzern zu erzählen wußten, eine Vermutung, die ihm der seltsam ernste Ausdruck in Dagmars Angen zu bestätigen schien. Ein leiser, kann: merklicher Hauch von Schwermut war über ihrem ganzen Wesen ausgebreitet. Freilich gab ihr das nur noch mehr einen gewissen Reiz, aber eben diese sanfte Trauer, diese stille Ergebung entging den Späherblicken der andern auch nicht. Laut und leise erzählte man eS sich andern Tages: „Tie schöne Dagmar hat in der Ehelotterie eine Niete gezogen." Wenn Dagmar das geahnt hätte! — Gradezu entzückt von dieser Wahrnehinung war Fredine. Sofort kokettierte sie unverhohlener denn je mit dem Kammer- Herrn. Ta schlug sie ja zwei Fliegen mit einer Klappe. Sich bereitete sic das Vergnügen eines ausgiebigen Flirts und Dagmar hoffentlich — Aerger! Denn mit wahrem Hochgenuß sah sie die erstaunten Augen der Baronin, die verwundert den lebhaft redenden Gatten streiften. Noch um einen Schein wärmer setzte bte Gräfin die Unterhaltung ' fort, obgleich sie sehr wohl merkte, daß Beltlingen mit seinen geflissentlichen Höflichkeiten einen bestimmten Zweck verfolgte. Und als der Name des Grafen Wehn: genannt wurde, wußte sie Bescheid. Ein genialer Plan durchzuckte ihr Hirn. Ah, sie würde es erproben, das berühinte „eine Hand waicht die sandere". Wenn Beltlingen bereit Ivar sie wollte schon ihren Einfluß auf die Herzogin Mutter aufbieten! Ihre Augen blitzten ihn herausfordernd an. Oh, über daS Extravergnügen nebenher noch die gehaßte Dagmar ärgern zu können! Denn daß der die lauge und lebhafte Unterhaltung, ; welche Beltlingen jetzt führte, nicht recht tour, sah Fredine wohl. Nur deutete sie das Achselzucken der jungen Frau falsch, als diese sich langfam ins andere Zimmer wandte. Das war lediglich ein Eingestehen ihrer Ohnmacht über ihren Gatten, und noch nicht das, tvas Fredines schlechtes Gewissen daraus zu entnehmen glaubte. . Als Dagmar in den Musiksaal trat, sah sie sich plötzlich Sprenger gegenüber, der sie mit ehrlicher Freiide begrüßte. Sie wußte nicht, wie es kam, aber sie fühlte sich auf einmal nicht mehr so einsam und verlassen. „Kvmmen Sie, Bsaronin, suchen wir uns ein gemütliches Plätzchen zum Plaudern," schlug er behaglich vor. Bald saßei: sie itt einer großen, von Palmen gebildeten Nische. Sprenger schwatzte munter daraus los. Von ihm erfuhr sie auch die bevorstehende Versetzung Borgwardts, als befielt Nachfolger Uchdorf in Aussicht genommen sei. „Hoffentlich begleitet Bvrgwardt den Herzog noch zur Pürsche," sagte Dagmar gepreßt, und als sie beit erstaunt fragenden Blick des Rittmeisters sah, setzte sie erklärend hinzu: „Ich habe mich so auf den" Besuch Kathis gefreut. Sie wollte dann aitch mit den Kindern kommen." , m r ,, „Na, vor dem ersten Juli ist Bvrgwardts Versetzung wohl nicht zu erwarten," meinte Sprenger. „Hoffentlich!" Das kam so recht aus Herzensgrund, daß es dem Rittmeister zu denken gab. Aber als er in ihr ruhiges Gesicht sah, glaubte er sich getäuscht zu haben. , In dem Augenblick ging Ihre Hoheit vorbei. Als 1^ Dagmar gewahrte, redete sie sie an, sich huldvollst nach dem Schloß erkundigend. t. Lächelnd sprach Dagmar die Bitte aus, die Hohe Fran in Veltlingen begrüßen zu dürfen. , Im Grunde ihres Her-ens war die gutmütige Herzogin von einer unglaublichen Neugier, darum versprach sie, sich den hübschen Vorschlag zu überlegen. „Und wird die Entscheidung günstig für uns auvsallen, Hoheit?" bat Dagmar schelmisch. Tie Herzogin nickte gewährend. . „Lassen Sie niich nur noch mit der Gräfin Lindstrom ve- Tagmar verbeugte sich dankend. Aber als sie sich aufrichtcte, trug sie den Kopf noch höher. Der Rittmeister sah sie^erstaunt au. Hatte sie sich schon so sehr ui die eitlen ^dan -i des Kammerherrn emgelebt? Ta merkte er, wie ihr Blick zu: Vel lingen hinslog. Noch immer schwatzte bie lachende Fredine mit . tf>Ul In' dieser Nacht lag Dagmar lange schlaflos auf ihrem Lager. Tie Gedanken ließen sie nicht zur Ruhe kommen, die ihr unbarmherzig- die Summe ihrer Ehe zogen. Bnt peinlicher Deutlichkeit zeigten sie ihr das, was sie sich bisher nicht entgeh fteben wollte — den elenden Egoismus Veltlingens. Sie rang in bitterer Oual die Hände. Ten Glauben an — 418 — seine vornehme Gesinnung hatte er ihr schon erschüttert, würde mit dein Vertrauen auf seine Treue das gleiche geschehen? Was sollte dann ans ihrer Ehe werden? Sv weit durfte es doch nicht komme:!! Es Mr ja ihre Pflicht, ihre heilige Pflicht, ihm beizustehen, wenn sie merkte, daß er schwankte ans dem Weg der Treue. Ihre Pflicht! Aas war das Wort, nach den: sie fortan leben wollte. Nicht weltabgewandt, in zelotischem Hochmut, sondern ehrlich und tapfer wollte sie ihm helfen. Sie mußten doch versuchen, auch ferner miteinander auszuwmnien. Schwer, bitter schwer war ihr das in letzter Zeit manchmal geworden, und es würde ihr vielleicht noch schwerer werden. Mer was schadete das? Sie hatte ihm am Altar Treue geschworen das Wort würde sie halten. — Und darum wollte sie von jetzt an versuchen freundlicher, geduldiger gegen ihn zu sein, mehr auf seine Eigenheiten eingehen, seine Fehler geringer, seine Vorzüge höher bewerten. — Infolge dieses Entschlusses wär Dagmar am andern Tag liebenswürdiger, entgegenkommender zu Veltlingen als bisher. Das gefiel ihm ausnehmend. Mit besonderer Freude nahnr er natürlich die Nachricht von dem in Aussicht gestellten Besuch der Herzogin entgegen. „Wenn die Lindstrom dabei den Ausschlag zu geben hat, wird sie wohl kominen," meinte er selbstzufrieden. „Das werde ich >vohl durch gelegentliche Courmachereien durchsetzen." „Magnus," warnte Dagmar. Er sah sie seelenruhig an. „Was willst du, mein Herz? Ich finde, das ist grade die richtige Arbeitseinteilung. Tu — den Herzog, ich — die schöne Hofdame, natürlich in aller Harmlosigkeit," setzte er von ihren blitzenden Augen bedrängt, klüglich hinzu. D a hob Dagmar mit einer energischen Bewegung das Haupt. „Daß ich dir trauen kann, weiß ich, Magnus. Bleib aber auch in den Augen der andern in den Grenzen, die deine Frau von dir verlangen kann!" „Zweifelst du an mir?" „Ich nicht," gab sie sehr ernst zurück. „Ich will aber auch nicht, daß die andern es tun." „Was gehen uns die andern an!" meinte er unwirsch. Sie lächelte fein, als sie seiner Worte gedachte, daß die Form allezeit gewahrt werden solle — freilich — von ihr. — — Und doch streckte sie ihm einlenkend die Hand hin. Er ergriff sie zufrieden.. Schrieb er doch heimlich seiner Erziehungskunst das veränderte Wesen Dagmars zu. Was wußte er von der tiefen, sittlichen Kraft ihres starken Herzens? Sehr befriedigt kam er nach ettva acht Tagen mit seiner Gattin aus der Residenz zurück. Es war auch schon die höchste Zeit, denn selbst in einem so tadellosen und auf so großem Fuß geführten Haushalt mußte für Fürstenbesuch noch manches hergerichtet werden. t So hatte Dagmar alle Hande voll zu tun. Es blieb ihr keine Zeit zum Grübeln und Sinnen. Statt dessen kam ihr mehr und mehr bei allen Vorbereitungen die Freude über den Besuch. Es machte ihr förmlich Vergnügen alles so schön wie irgend möglich Herrichten zu lassen. Tas gefiel Veltlingen und brachte sie einander wieder näher. Dagmar merkte es mit stiller Freude. Tas Schloß war ein sonderbarer Bau. Wenn man durch die hohe, spitzbogige Haustür trat, deren schwere, eichene Bohlen wertvolle, alte Schmiedearbeit zierte, so befand man sich in einem geräumigen Vorflur, auf den rechts die Türen der zahlreichen Frenidenzimmer, links die Schlaf- und Toilettengemächer der Schloßherrschast mündeten. Eine ungemein breite, massive Steintreppe führte direkt bis unter das Dach, im ersten und zweiten Stock einen breiten Absatz bildend. Es machte einen sonderbaren Eindruck, wenn man von: Erdgeschoß aus diese Treppe heraussah, die oben unter den alten, mit reichem Schnitzwer? versehenen Dachsparren in geheimnis- voller Dämmerung endete. lieber den Schlafzimmern des Ehepaares befanden sich im ersten Stock die Wohn- und Gesellschaftsräume. Im zweiten Stockwerk die Räume für die Dienerschaft, während auf der rechten Seite noch einige Frenidenzimmer waren, obgleich der Bankettsaal und die daneben liegende Bibliothek, durch zwei Etagen gehend, den größten Teil des rechten Flügels eilt- nahmen. । Ter Bankettsaal bildete berechtigter Maßen den Stolz des Kammerherrn. Nicht nur wegen der zahlreichen Bilder, die getreulich mit Namen, Geburts- und Sterbetag versehen, eine eigenartige Familienchronik darstellten, nein auch wegen der kost- haren alten Eicheninöbel, die dem Kenner ebenso wertvoll er- schieuen wie die u palten Silber gerate auf den Kredenzen und! Borden. Rings um den Saal lief eine hölzerne Galerie, die ihren Eingang vom Flur des zweiten Stockwerkes hatte. Sie war wohl früher für das Gesinde zun: Zuschauen gewesen. Seit laugen Jahren nicht benutzt, knarrte das altersgraue Türchen vernehnilich, als Dagmar es öffnete, um nachzusehen, ob die Leute auch hier genügend gesäubert Weit. Sie konnte zufrieden sein. Nirgends entdeckte ihr Auge ein Staubkörnchen. Und wo sie auch prüfend mit den Fingern an dem Schnitzwerk der getäfelten Wände entlang fuhr — Staub sand sie nicht. (Fortsetzung folgt.) Aus der Studsntenzeri. Erinnerungen eines alten Gießeners. (Fortfetzung.) III. Die Germania. Die Pulvermühle. Die Mensuren. Ich war also nun wohlbestallter Studiosus der Jurisprudenz. Ich trug das schw arz-ro t-qrüne Band und glaubte, die ganze Welt sei mein. Das stellte sich allerdings bald als em Irrtum heraus. Denn mein Vater hatte ganz eigentümliche Ansichten über die Geldmittel, die ein Bruder Studio nötig habe, um anständig existieren zu können. Er meinte, ich habe ja alles frei, auch feie Berbindungsbeiträge, da seien 30 Kreuzer in der Woche ein sehr anständiges Taschengeld. Daß mem Vater ans seiner Ansicht beharrte, war nicht klug von thnr, aber auch nicht gut für mich, wie die Erfahrung lehrte. Wir kneipten auf der Pu l v ernt ü hll e. Es war eine geradezu ideale Kneipe. Das Lokal konnte bequem fünfzig Kneipgenossen aufnehmen. Es war hoch genug, um sogar darin fechten zu können. Schattiger Hof, gedeckte Kegelbahn, direkt an der Lahn, iitt dieser gerade vor uns eine Insel, die inan mittels ernes großen Brettes, wenn es sein mußte auch ohne ein solches erreichen konnte, und die in gar mancher Sommernacht eine fröhliche Tafelrunde gesehen hat. Die Kneipe war trotz der Kürze ihres Bestehens aufs Schönste geschmückt. Das große Wappen, das ein vor einigen Jahren als Landgertchtsrat verstorbenes Mitglied gemalt, war in seiner, Art ein Kunstwerk. Es bildete wie üblich bett Mittelpunkt des Fahnenarrangements, die Trinkhörner waren unübertroffen, die Wände mit guten Bildern und den Silhouetten der Mitglieder, und Freunde der Verbindung geziert. (Phoiographieen gab's noch Nicht.) Dazu eine Schar lebensfroher Jünger der Ludoviciana, was Wunder, daß manche derselben lieber auf die Kneipe als m's Kolleg gingen. Unsere Germania war zwar erst drei Semester alt. Sie zählte aber im Soinmersemester 1853 über 40 Leute. Sie war im August 1851 als ein notwendiges Ergebnis der politisches Lage entstanden, soweit solche für die studierende Jugend in Betracht kommen konnte, als ein lebendiger Protest gegen die in voller Blüte stehende Reaktion. Der Ruf nach Einheit des! deutschen Vaterlandes auf freiheitlicher Grundlage hatte die Gründer zusammengesührt und wir folgten ihren Spuren. Tie Germania nahm für sich in Anspruch, die alte deutsche Burschenschaft auf der Ludoviciana fortzusetzen. Sie nahm ihren, Wahlspruch an und jeder von uns wußte, daß er Mitglied einer Burschenschaft sei. Aber s a g e n d u r f t e n wir e s n i ch t! Wir mußten uns Verbindung nennen. Wir dursten auch die alten Farben Schwarz-rot-gold nicht für die unseren erklären. Wir wären sonst bei den: damaligen Stand der Dinge sofort als staatsgefährlicher Verein aufgelöst worden. Wir nahmen daher anstatt des verpönten Gold das Grün der Hoffnung, schmuggelten aber das Gold doch ein. Ich hatte die erste gestickte Eervismütze in der Verbindung: Schwarz/ Rot mit grünem Eichenlaub aber goldenen Eicheln. Die nach mir kirmen, nahmen Schwarz-rot-grün mit goldenen Epheublättern. Meine Eervismütze existiert noch heute, allerdings verblichen und von 50 Kommersstichen durchbohrt, abep die goldenen Eicheln sind noch sichtbar. Die Behörde beargwöhnte nicht mit Unrecht die Verbindung als Po li t isch er Tende nzen verdä chti g. Tenn wer sich nicht frank und frei mit deren Zielen einverstanden erklärte, nämlich dem Streben nach ’ber Einigung Deutschlands auf freiheitlicher Grundlage, der konnte nicht die innere Verbindung ausgenommen werden. Verbindungen mit derartigen Tendenzen waren aber nach den im Jahre 1834 ausgegebenen Universitätsstatuten absolut verboten., Ter Universitätsrichter, obwohl selbst ein alter Burschenschafter» gab sich auch redliche Mühe, für seinen Argwohn eilte positive Basis zu schaffen. Da aber die Statuten farblos waren und diverse Haussuchungen bei dem Sprecher ohne Erfolg blieben, so konnte er nichts machen. Die kompromitlierenden Papiere,- namentlich die bezüglich der Kartellbestrebungen mit anderes Burschenschaften, waren gut aufgehoben (nämlich bei einer liebenswürdigen und uns wohlgesinuterr Dame, die , hernach die Gattin eines der Verbindungsgenossen geworden ist). Ein Mü- glied, welches in meinem ersten Semester nach Halle ging, machte die Erfahrung, daß er von der dortigen Umversitats- behörde als politisch verdächtig beargwöhnt wurde. Es war em Sohn des damaligen Prälaten S. in Gießen. Dieser hatte seinerzeit zu den Schwarzen gehört und es war kein Wunder, daß der Sohn in die Fußtapfen seines Vaters trat, gleichwie seine anderen drei Brüder. Er gehörte zu den Gründern und war, wie man sieht, stark erblich belastet. , Es war ein sehr tüchtiger Mensch und em schiller Thvluks. Von diesem oder doch aus dessen Kreisen erfuhr er, daß er d urch ein Zeicycn im Gießener Abgangszeugnis als politisch verdächtig bezeichnet worden war. , Ich selbst wurde uoch im Jahre 1859 nach meinem Staatsexamen nnd während doch schon ein freierer Hauch durch Deutschland ging, vor den Hofgerichtspräsidenten geladen, weil ich zu viel mit der Verbindung verkehre. Dieser Vorgesetzte war dereinst selbst Burschenschafter, seiner Zeit aber nicht mehr freisinnig, sonst würde er damals nichtHofgerichtvprasident geworden sein. — Die mir zuteil gewordene Verwarnung konnte, da ich am Hosgericht für sehr fleißig galt und c8] auch war, nur einen politischen Hintergrund haben. Von z w ei en meiner Bundesbrüder aus jener Zeit weiß ich bestimmt, daß sie von der juristischen Prüfungskommission im Staatsexamen für bestanden erklärt wurden, daß aber das Ministerium unter der Aegide des Geh. Staatsrats Fr . . . sie durchfallen ließ. Ebenso weiß ich bezüglich des einen dieser beiden, der vor der Kommission sogar gut bestanden hatte, des letzt noch lebenden Hr. in Mainz, daß politische Gründe die Veranlassung waren. Der letztere hat damals dem Herrn Geheimen Staatsrat grunolich seine Meinung gesagt, und darauf verzichtet, unter , einem solchen Regime zn dienen. Er trat anderen Tags m eine bekannte Mainzer Firma als Volontär ein. Mein armer Freund Fr. aber, der mittellos war, wurde von dem Geh. Staatsrat Frank grausamer Weise aus der Ruhcer- karriere hinausgedräugt, indem er ihm erklärte, man wurde ihn auch später, falls er sich wiederholt zur Staatsprüfung melde, nicht für bestanden erklären und jedenfalls tonne er auf keine Anstellung als Richter reflektieren. Mau sieht, es war damals nicht so ganz gefahrlos, Germane zu sein. Später ist dies bekanntlich anders geworden, auch denen, die wegen ihrer freiheitlichen Gesinnung früher anrüchig waren, hat man es später, als der politische Wind sich drehte, nicht nachgetragen. Das beweist die immerhin stattliche Zahl von Räten' und Geheimräten, die in jeder Zeit der Germania angehört haben und Ehrenmitglieder derselben sind und, soweit sie nicht mehr leben, waren. ' , ,. Mit den Korps standen wir wahrend meiner ganzen Stuoien- zeit in ausgesprochenem Gegensatz. Sie sprachen uns die Existenzberechtigung ab, während wir Gleichberechtigung beanspruchten. Da die Korps uns jede Satisfaktion verweigerten, so ergaben sich hieraus sehr unliebsame Verhältnisse. Fast an jedem Kneipabend fanden auf der Straße, - insbc;ondere auf dem Marktplatz Rempeleien statt, die auch manchmal in Tätlichkeiten ausarteten. Nur in wenigen Fällen konnten bei Beleidigungen Mensuren mit Korpsstudenten erzwungen werden, und da nur mit verhängten Waffen. , „ , Ter Standpunkt der Germania mbeznglich der Dnell- frage war damals der: Das Duell ist nach Lage der Dinge ein notwendiges Nebel, dem wir uns als Burschenschaft nicht entziehen können. Wir verlangen daher und geben für rede Be- leidigung, die durch den Konvent, später durch das,Ehrengericht, als solche erkannt wird, Satisfaktion mit der Waffe. Es ergab sich bald Gelegenheit für eine Anzahl Mensuren von anderer als Korpsseite. . . Es hatte sich eine Verbindung Markomannia ge- gründet mit den Farben Blau-weiß-grün, an deren Spitze eilt Student der Rechte Klein stand. Die Verbindung hatte zwar keine burschenschaftliche Tendenz, sie stimmte aber mit uns in der Gegnerschaft zu den Korps überein. Wir waren daher mit ihnen in einen Verband getreten, dem ein gemeiitfamer Kommers auf der Pulvermühle Ausdruck verlieh. Tie Präsiden der Markomaiinia waren bei dem Landesvater mit ihren Leuten eher fertig, als diejenigen der Germanen, weil die letzteren an Zahl jenen weit überlegen waren. Es war versäumt worden, für diesen Fall eine besondere Vereinbarung zu treffen. Die Präsiden der Markomannen wollten nun tlr- '"ätigkeit auf die noch zurücksteh nden Pa re der Germanen ausdehn n. .Diese weigerten sich aber, den Landesvater mit Mark m mun a szu- sühren Darob gab es eine Störung des Landesv ters, die zu einem Tumult ausartete. Der Maikomamienführer Kl. in stt ng auf den Tisch, erhob den Schläger und rief: „Dieser Schlager nie entweiht, Markomannen folgt mit l" So zogen sie ab und sandten anderen Tags sechs Ausforderungen, die angenommen wurden. Das waren, so viel ich weiß, die ersten Mensuren der Germania. _ „ (Fortsetzung folgt.) Die Ursprünge vorr Wergen, Spiel und Lied.*) Von Professor Kurt Breysig (Berlin). Tanz-, Ton- und Dichtkunst bilden der Bau- und Zier- runst, der Malerei und Bildnerei gegenüber eine geschlossene Gruppe: die Maße, durch deren Verteilung unfern Sinnen alle Kunst wohlzutun trachtet, sind für Tanz, Ton und Vers gleichartig Maße der Zeit, für alle bildenden Künste Maße des Rauntes. Diese Einheit ist bei aller Entfaltung der Zeitkünste deutlich erkennbar geblieben: Schrittmaß, Tonmaß, Versmaß sind einander so nahe verwandt, daß sie untereinander selbst die Namen zu tauschen vermögen. Im voraus gesehen, ist sehr wahrscheinlich, daß diese drei Künste des Zeitmaßes eines Ursprungs find, und zum zweiten, daß vom Tanz alles ausgegangen ist. Denn vielleicht hat man zuerst, sei es zu spielendem, sei es zu ernstem Zweck, Anlaß gehabt, Bewegungen gemeinschaftlich auszuführen, woraus dann Takt und Schrittmaß hervorgegangen sein könnten, und vielleicht hat man erst weiterhin dazu gesungen oder gesprochen. Wie immer es darum stehen mag, die Bewegung des Tanzes ist dem Unbewußten, Ursprünglichen so viel näher, daß es an sich am richtigsten wäre, von ihr auszugehen. Allein die Kolumbianer haben sie schon so toeit ausgebildet, daß sie gesondert mit Hersagung und Gesang zu unlösbarer Einheit verbunden auftritt. Ja, der Tanz ist schon zu so reicher Fülle entwickelt, daß er Sing- und Schauspiel in sich vereinigt. Bei den Kwakiutl, die eine kaum übersehbare Zahl von einzelnen Tänzen besitzen, sind doch die bedeutendsten an die Weihefeste ihrer geheimen Bünde geknüpft. Sie hängen auf das innigste mit dieser noch immer stärksten Form ihrer gesellschaftlichen Ordnung und zugleich mit dem Glauben an die übermächtigen Tierwesen zusammen, der mit den Geheimbünden so eng verflochten ist. Jeder Bund, ja, jedes einzelne Mitglied hat seinen Schrei, seinen Sang, seinen Tanz, und die meisten der Spiele gelten der Aufnahme des Neulings in den Bund. Jedes solcher Feste hebt an mit dem Schlagen von kleinen Stöcken und der Trommel — im Gegensatz zu allen nichtheiligen Liedern, die umgekehrt verlaufen —; aber schon einige Takte später beginnt der Gesang: zuerst mit einer eigenen Weise, die dem Bunde des Neulings ausschließlich zugehört. Dann folgen Worte, immer wieder von der Weise unterbrochen, die wie ein Kehrreim sehr oft wiederholt wird. Trommelschlag nnd Gesang bilden ein unzertrennliches Ganze, der eine ist ohne den andern kaum denkbar. Das Schrittmah — will sagen der Rhythmus — der Grundweise wie des begleitenden Trommelschlages ist auffällig kunstvoll und durchaus nicht einfach. Insonderheit sind die Trvmmelschläge als Synkopen dem Gesang eingefügt, d. h. sie fallen mit den fortschreitenden Tönen nicht zusammen, sondern schlagen nach. Der Arm des Trommlers hebt sich, wenn der Ton den Mund des Singenden verläßt, und fällt sofort nach. Auch der Gesang ist unter strenge Ordnung nnd Leitung gebracht. Einige Reihen der Sänger, die aus den jungen Männern bestehen, schauen mit dem Antlitz dem Feuer, andere der Vorderwand zu. In ihrer Mitte sitzt der Sangmeister und seine zwei Gehilfen. Seine Pflicht ist es, neue Gesänge zu setzen, neue Worte zu alten Weifen zu dichten, schnell die neuen Gesänge des Neulings zu lernen, mit denen dieser aus dem Walde zurückkehrt, um sie den Sängern einzuübeu. Er gibt das Zeichen für jeden Wechsel im Schrittmaß des Singens oder Tanzens und er stimmt an. Seine Gesellen rufen die Worte für jeden Vers aus. Die Sänger handhaben zugleich die Stöcke, mit denen getrommelt wird: es geschieht auf kleinen Brettern. Schon die Tänze, die am ersten die Augen auf sich ziehen, sind nicht Tänze nur, noch Lieder, sondern prnnk- hafte Schauspiele. Zugleich aber stehen sie in engster Ber- bindilng mit der rein erzählenden Dichtung, mit der heiligen Sage, und wiederum ist ihr Gepräge als Schauspiel weit mehr des gelebten, als wiedergespielten Lebens. So ist der Tanz der Hamatsa, der Menschenfressertanz> dem schlimmen Chsiivatz geweiht. Von dem Neuling, der drei oder vier Monate im Walde abivesend ist, heißt es, daß er in dieser Zeit Gast seines Schutzgeistes sei. Nur seine Kinkalalala, seine Geleiterin, eine seiner Verwandten, *)^lus dem bei Georg Bondi erschienenen Werk des Vertz! fassetzs: „Tie Geschichte der Menschheit". 1. Band. — 420 — besucht ihn unter dieser Zeit, um ihi^ lSpeise zu bringen. Kehrt er endlich zurück, so gebärdet er sich, lange bevor er im Festhause angekommen ist, so wild und menschenfresserisch, daß in alten Zeiten Leben und Spiel ununterscheidbar ineinanderflossen. Sobald er den Wald verlassen hat, stürzt er sich nämlich auf jeden, den seine Hände erreichen können, und beißt ihn in Arm und Brust. Ehemals war dies durchaus nicht Spiel und Sinnbild, sondern er riß wirkliche Stücke Fleisch aus und verschlang sie. Die Heliga, das sind die Heilenden, die Diener der Hamatsa, gingen ihm deshalb entgegen, umdrängten ihn, um ihn von solchen Anfällen zurückzuhalten, indem sie ihren beruhigenden Ruf hörp, hörp ausstießen. Heute ist alle diese Wildheit verschwunden und von ihr nur ein Sinnbild übrig geblieben. Der Hamatsa ritzt die Haut des Ergriffenen nur so weit mit den Zähnen, bis etwas weniges Blut vorrinnt, und schneidet daun heimlich mit einem kleinen scharfen Messer ein Streiflein Haut ab. Doch auch ihn verschluckt er nicht, sondern gibt ihn nach der Weihe dem nur zum Schein Beschädigten zurück, damit er sicher sei, daß kein übler Zauber geschehe mit dem Stücklein. Immerhin ist ein zweiter Brauch lebendig geblieben, der für unser Gefühl noch furchtbar genug ist, und den zu verstehen man sich doch wird bemühen müssen. Die Heilenden nämlich machen zuweilen einen Leichnam ausfindig, der in den Baumsärgen schnell verdorrt ist; sie entfernen von ihm alles Fleisch, bis fast nur die Haut noch übrig bleibt, und bringen ihn dann in die Nähe der Hütte des Neulings. Der lädt dann vier Tage vor seiner Weihe die alten Hamatsa, zeigt ihnen den Leichnam, den er inzwischen geräuchert hat, und sagt ihnen: dies ist der Mundvorrat, den mir Chsiwae auf die Wanderung gegeben hat. Er ersucht jeden, ihm das Stück zu bezeichnen, das er für sich wünsche. Und so werden schon im voraus-die Anteile abgezirkelt, die jedem Teilnehmer an der furchtbaren Mahlzeit zugedacht sind. (Schluß folgt.) Vermischtss« * Was bedeutet das Wort „Braut"? Hebet' das Wort Braut und dessen eigentliche Bedeutung hat unlängst Provisor Wilhelm Bvaune in Heidelberg in den „Beiträgen zur Geschichte der deutschen Sprache unb Literatur" eine interessante Untersuchung veröffentlicht. Nach unserem gegenwärtigen Sprachgebrauch bezeichnet dies Wort bekanntlich das Verlobte Mädchen von der ersten bindenden Zusage bis zur gültigen Eheschließung vor dem Standesamt und in der Kirche. Diese Bedeutung hat das Wort „Braut" indessen nur in unserer hochdeutschen Sprache, während das entsprechende Wort in den übt een germanischen Sprachen wie auch noch manche unserer heutigen Anwendungen — so Brautkammer, Brautnacht, Brautbett — auf eine ältere Bedeutung Hinweisen, die das Wort als die eigentliche Bezeichnung für die Neuvermählte runge Frau vom Tage der Hochzeit ün, diese inbegriffen, erscheinen läßt. Sv hat z. B. heute! noch im Englischen das Wort „bride" nicht die Bedeutung einer Verlobten schlechtweg, sondern lediglich die der Brant am Hochzeitstag und der jungvermählten Frau; Gladstone erregte daher einmal im Parlament allgemeines Entsetzen, als er auf eine verlobte Prinzessin das Wort „bride" im deutschen Sinn anwandte und mnßte es in „bride elect", „erwählte Braut", verbessern. Aber auch im Deutschen ist die heutige Anwendung keineswegs ursprünglich oder sehr alt. Im Althochdeutschen und teilweise auch noch im Mittelhochdeutschen bedeutete das entsprechende Wort „brüt" zunächst ebenfalls die Neuvermählte, woraus sich dann gelegentlich die Bedeutung der Ehegattin überhaupt ergab; ein Nachklang dieser Bedeutung ist es z. B. auch heute noch, wenn in der kirchlichen Sprache die Kirche die „Braut Christi", oder eine junge Nonne „des Himmels Braut" genannt wird. Dabei ist durchaus an die vollzogene Vermählung zu denken, wie dies z. B. deutlich in den Versen aus Schillers „Ritter Toggenburg" zum Ausdruck gelangt: „die Ihr suchet trägt die Schleier, ist des Himmels Braut; gestern war des Tages Feier, der sie Gott getraut." Allerdings finden sich auch schon im Mittelhochdeutschen gelegentlich Anwendungen des Wortes „Braut" rm heutigen Sinn; allgemein geworden ist dieser Sprachgebrauch aber erst durch Luthers Bibelübersetzung, in dessen ostmitteldeutscher Heimat das Wort dann als wohl schon ganz zur heu- trgen Bedeutung durchgedrungen war. Das alt- und mittelhochdeutsche Wort „brüt" ist, teilweise in anderer Bedeutung, in vrele europäische Sprachen übergegangen, so ins Spätlateinische und Spätgriechische, wie auch in mehrere romanische Sprachen, so besonders ms Französische; es hat aber auch interessante Be- zrehungen zn den älteren Sprachen des indogermanischen Völkerkreises aufzuweisen, von denen nach Pros. Braune eine einen deutlichen Hinweis aus die ursprünglichste Bedeutung des Wortes enthält. In der italienischen Landschaft Latium ist eine Göttin als „Frutis" oder „Venus Frutis" verehrt worden, die allem Anschein nach ursprünglich als Göttin der Neuvermählten Verehrung genoß und in einer der Quellen, die von ihr berichten, schlechtweg mit der „mütterlichen Venus" gleichgefetzt wird. Da nun das anlautende F dies Wortes „Frutis" nach bekannter Lautregel genau dem B des germanischen Wortes „brüt" entspricht, so liegt es wohl nahe, mit Professor Braune einen engen Zusammenhang zwischen beiden Wörtern anzunehmen; und da außerdem das Wort „Frutis" aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Wortstamm zusammenhängt, der „Fruchtbarst" bedeutet, so geht man wohl nicht fehl, wenn man als letzte Bedeutung dieses Mortes, und demgemäß auch unseres deutschen Wortes „Braut", die nach dem Gesagten leichtverständliche Bedeutung „werdende Mutter" annimmt. * Di e Deutsche A lpenzei tung ist seit langem das sühreude Organ ans dem Gebiete der ästhetischen Landschafts- betrachtung und hat als solches schon außerordentlich viel zur Vertiefung tinseres Naülrempfiudens, zur Umgestaltung unseres Wanderns imb Reisens beigetragen, ein Verdienst, das gerade in unseren Zeitläuscn hoch angeschlagen werden muß. Heute ist die Deutsche Alpenzeitllng ihrem Untertitel gemäß ivirklich eine „Allgemeine Rundschau über Land und See", denn aus allen Teilen der Erde werden nnS die intimsten Landschaften der Gebirgs- sowohl wie der Küstenländer gezeigt. In dem 2, Juniheft (Heft 6) finden wir z. B. den Monte Rosa im Winter, den Vesciv, int 1. Juliheft (Heft 7) die Belgische Küste, den Vergerturm in den Dolomiten, das Alpbachtal in Nordlirol, den Harz und so viel anderes, daß wir sehr viel Raunt nötig hätten, wollteit wir alle die wichtigen Beiträge einzeln aufsühren. Die künstlerische Ausstattung der Hefte gibt nach wie vor immer Anlaß zu uneingeschränkter Anerkennung. Deshalb tvollen wir inneren Lesern mich heule tvieder empsehlen, sich bei dem Verlage (Gustav Lammers in München — für Oesterreich-Ungarn M. Perle?, Wien) die Zeitschrift zum Abonneinent zu bestelle».. — Die etikettierte Hö lleutialklamm. Der Kunst- wiart schreibt: Ter deutsche und österreichische Mpenverein hat die großartig wilde Höllentalklamm bei Parteukirchen mit ihrem! Heberreichtum (an Wasserstrudeln und Stürzen mittels Tuuueb fprengungen und Bohrungen durch die Felswände zugänglich gettmcht. Aber nicht genug damit, er hat dem „Siege des Geistes über die Natur" dadurch zu einem noch größeren Triumphs verhalfen, daß er alles Sehenswürdige oder auch: alles schlechtweg Benennbare in der gewaltigen Wildnis mit Etiketten auf sauberen Holztäfelchen versah. Vor und hinter jedem Tunnel, deren es über ein Dutzend gibt, prangen die Plakate „Tunnel I, II, III" uff., sauf daß jeder, der von vorn oder von rückwärts durch die Stamm sich bewegt, allezeit wisse, durch welche „Nummer" der Felseuöde er wandelt. Ja noch mehr, dte etn- zelnen Wasserstürze werden registriert, „obere Felsenkammer , „untere Felfenkammer" lesen wirs an den Wänden wie in einem Museum, „Hnterstand" heißts unter dem über hängenden Gestein, „Bogenbrücke" versichert die Tafel vor dem gewölbten Steg, und da, wo aus steiler Höhe der mächtigste Wasserfall zerstäubend von Wand zu Wand sprüht, auch davor klebt die unvermeidliche Tafel mit einem Pfeile dazu: „Großer Wasserfall". Nun müssens die Bliudeit selber sehen, sollte man meinen! Hat es nickt etwas Beruhigendes inmitten der Schrecknisse der wilden Natur, diesen Geist mitteilsamer Ordnungsliebe zu gewahren, der einen unter den „Elementen" noch an Käfer- und Gchmetter- liugssammlungen erinnert und einen jeden braven Bürger, den ungebärdige Toren Philister heißen, freundlich beruhigt:, „$>ier bist du trotz allen Höllentales doch immer inner den deinen ? Im Ernst: mußte der Alpenverein sein großes Verdienst um die Erschließung solcher Schönheiten mit dem Geiste dieser Nüchternheit beflecken, der in lächerlicher und aufdringlicher Weise zu „belehren" sucht, wo die Natur predigt? Charnde. (Ein Kochrezept.) Nimm einen Ruf des Bedauerns Sitni Dutzend mal hintereinander, üg' einen Tischkasten zn: — Ei, welch' ein schmackhaft Getränk! W. Auflösimg in nächster Nummer. Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer: EBP e a e Irr H elgo land B arometer Perl e b e r g a t e n e r d r g Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch-- und Stetndruckeret, R. Lange, Gießen.