Samstag den 18. Mai 1807 Aem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten!. (Fortsetzung.) Erna trat zuerst allein wieder ein. Der Kommerzienrat erteilte draußen noch Befehle, seine Fran war in ihr Zimmer gegangen. Billotte mar in einer unerklärlichen Stimmung. Ihm war es, als ob alle die Schmerzen, die er während dieser Jahre still in Einsamkeit getragen, sich zusammend-rangten heut zu einem gewaltigen, unverstandenen Gefühl. Er wußte nicht genau, was er sagte, als Ernas Augen jetzt den seinen begegneten. „So muß ich Sie denn mich verlieren," brach es aus ihm heraus, „und gewiß, ich wünlche Ihnen Glück. Wer verdiente es wie Sie, glücklich zu sein." Sie sah ihm totenbleich mir einem starren Blick in das Gesicht. „Was — was meinen Sie?" stammelte sie. Er trat einen Schritt zurück, ihr Gesichtsausdruck erschreckte ihn. „Was ich meine," — wiederholte er langsam, „was meine Augen eben sahen, und was — mich — überraschte." Er stockte, eine grenzenlose Verwirrung überkam ihn. Sie stand noch immer starr, wie entsetzt da. Der Kommerzienrat trat em. „He! Professor! Jetzt wo.l n wir einmal ein Gläschen vom Besten trinken und heut abend ungeheuer fidel beisammen sein. Erna, Mädchen, gib Order, daß —" er beugte sich zu ihr nieder und gab ihr für den Weinkeller besondere Instruktionen. Sie nickte, wie man im Schlaf nickt, sie sah plötzlich aus', als sei alles Leben aus ihr gewichen. „ES tut mir leid, Herr Kommerzienrat — Ihre Absicht ist so sehr freundlich, aber — ich habe ganz notwendige Besorgungen heut abend, noch ein paar dringende Besuche —" Villattes Stimme klang fremd, ihm schnürte seine innere Bewegung die Kehle zu. Nur so... — fort — hinaus — wenn auch nur auf ein paar Stunden. „Heut — ivozu heut — morgen, übermorgen — waren doch sonst kein Spielverderber," brummte der alte Herr. „Es muß heute leider sein,' meinte Villatte, drückte hastig dem Kommerzienrat die Hand, verbeugte sich vor Erira, die ihn wie durch einen Nebel vorüberziehen sah, und atmete tief auf, als er draußen im Freien stand. „Ö, mein Gott!" Er schritt aus, als müsse er noch Meilen zurücklegen; konnte der Mensch- denn, ohne es zu ahnen, durch Jahre mit offenen Augen schlafen, bis ein jäher Stoß ihn weckt? In seinen eigensüchtigen Schmerz hatte er sich eingesponnen, hatte die Welt nicht hineinblicken und keinen ftischen Windstoß dazwischen fahren lassen. Da war es solch ein dickes, dichtes, staubiges Gewebe geworden, wo auch sein Blick nicht Mehr hineindrang. Sylvia — ja, er sorgte noch um sie, ein schneidender Schmerz blieb ihm in der Seele, wenn sie elend wurde und kein Glück fand. Aber die Liebe, der Rausch, welcher damals seine Sinne umnebelt hatte, war zerstoben in alte Winde. Er sah sie nicht mehr mit dem süßen Kinderlächeln vor seinem inneren Auge, er sah sie unstat und verirrt, von ihrem Gewissen gequält. Wenn sie jetzt vor ihm stände, reuig und zerknirscht, und sich in seine Arme wieder flüchten wollte, er könnte sie ihr nicht entgegenbreiten — er könnte es nicht. Er würde für sie sorgen, so weit es in seinen Kräften stand, wie ein Bruder für die verirrte Schwester — aber zu geben hätte er ihr nichts weiter. Das wußte er aber erst seit einer Stunde. Und Erna — für sie baute sich das Glück auf, das sie verdiente. Er schritt noch hastiger aus, seine Brust arbeitete. Hatte er früher einmal gemeint — in flüchtigem Augenblick — sie empfände wärmer für ihn? Er hätte nie um sie werben können, damals waren seine Verhältnisse nicht darirach, daß er um ein reiches Mädchen werben konnte. Schon der Schein einet Berechnung von seiner Seite hätte seinem Stolze widerstrebt.. Und nun gar jetzt — nclch dem, was dazwischen lag — eine unerträgliche Scham ergriff ihn, als er seine Gefühle analysierte. Aber während er sich selbst verachtete uit& mit den härtesten Namen belegte, wuchs doch das Ungeahnte, Unerklärte mit dämonischer Macht immer deutlicher empor — die echte, große Liebe zu Erna, der ebenbürtigen Geistestzefährtm. Ein trügerisch Gaukelbild, ein Irrlicht war Sylvia gewesen, während der hell und unwandelbar leuchtende Stern schon ihm zur Seite war. Wir blinden, ungeheuer einfältigen Erdenwürmer! Erna mußte dein Vater noch eine Weile stand halten. Er gewahrte glücklicherweise in seiner eigenen gehobenen Stimmung ihr verstörtes Wesen nicht. Nur Villatte war ihm aufgefallen. Er scheine doch noch menschenscheu zu sein, der arme Kerl, es sei doch unglaublich, was die Tücke der Weiber anrichten könne, daß sich solch ein bedeutender Mann für Jahre so nnterkriegen lasse. Erica hörte es schiveigend an und zog sich heute abend, so früh es anging, zrirück. Ihr war, als sollte sie ersticken. Was war ihr denn geschehen. Seit Moiiaten hatte sie sich mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß die vielfachen Aufmerksamkeiten des Freiherrn ihrer Person galten. Zuerst war ihr das Kind wert geworden, ihr einsames, tvundcs Herz hatte Linderung gefunden in der Zärtlichkeit für den lieblichen Knaben/ sie bediirste etwas' zum Lieben. Wahrscheinlich hatte ihr. das des Vaters Neigung gewonnen. Langsam, in ruhiger, leidenschaftsloser Weise mären sie sich näher getreten.. Der Manu wat ihr sympathisch, imponierte ihr in mancher Beziehung, sie erwog vernünftig die Vorteile der Partie. , „ Des Vaters Wunsche traten deutlich zu Tage, und sre selbst, da sie mit einer ersten, heißen Neigung abgeschlossen hatte, war nicht unempfänglich für die Reize, welche eine Lebensstellung als Gattin dieses Mannes ihr bot. Er warb nicht um ihrGeld, er war selbst sehr vermögend, und mit der Mitgift, welche sm cinbrachte, konnten sie in standesgemäßem Luxus auftreten. Und tvnTtetc ivcitit fic lüW'cmuHjlt Mico. (Sin fameä Los Ter Vater war alt, die Mutter kränklich, wer ivufete, Wie lange sie ihr erhalteii bliebeii, und der einzige Bruder —< dem konnte sie nie etwas fein. Hoffentlich verheiratete auch er sich — vielleicht gar mit dieser Russin, die ihr nach den kurzen — 290 — Notizen, die sie über Vera besaß, eine Abenteurerin, eine unweibliche Emanzipierte zu sein dünkte. Also — Der Vater nahm an, daß der Freiherr sich auf dem morgenden Fest erklären werde, vielleicht hatte er schon heute nachmittag die Absicht gehabt, und Billottes Gegenwart hatte ihn gehindert — manche Anzeichen sprachen ihr dafür — sie hatte dem entgegengesehen wie etwas Zweifellosem und nun — was war denn heute geschehen? Sie hatte Villatte wiedergesehen — als er ihr sein Buch gab, als sie neben ihm stand und die alten Zeiten vor ihnen heraufstiegen, da war es ihr gewesen, als ob ein Blitz vor ihr einschlüge und ihr Inneres plötzlich erhelle. Sie liebte ihn noch, — sie war eine Natnr, die festhielt, was sie einmal erfaßt hatte, die nicht los konnte und sich nicht wandelte. Sie hatte gewähnt, sich noch ein Glück aufbauen zu können, auf Lug und Trug — sie hatte gemeint, zu dem Mann, der sie begehrte, sagen zu können: „Ich schütze Sie sehr hoch, Sic sind mir wert und teuer, eine leidenschaftliche Natur bin ich nicht, aber ich werde Ihnen eine treue Gefährtin sein, und Ihr Kind sehr lieb haben, wie mein eigenes." Und jetzt — konnte sie ihm das noch sagen? Sie stand am Fenster ihres Schlafgemachs und starrte in die sternfunkelnde Nacht hinaus. Wie ein großes Leichentuch lag die weiße Schneedecke draußen, Bünme und Sträucher glitzerten von Reif bedeckt, leise tönte das Rauschen der Flut herauf. Sie lehnte den heißen Kops an die kalten Fensterscheiben, ihr war entsetzlich zu Mut. Ihr, der Treue, Wahrheit, Gewissenhaftigkeit die höchsten Güter waren, welche andere, wo sie dieser Tugenden ermangelten, so bitter und unnachsichtlich tadelte, sie geriet in einen Konflikt, wo sie so oder so sich eines Truges zeihen mußte. Sie hatte den Freiherrn glauben lassen, daß sie ihm zugetan sei, daß sie seine Bewerbung annehmen werde. Er !var ein gereifter Mann und verlangte wohl keine jugendlich stürmische Hingabe. Im Gegenteil, sie hatte oft gemeint, eine ernste, besonnene, kühle Natur passe zu seinem auch formell gehaltenen Wesen, passe für den Witwer, der feinem' jungen Weibe gleich Mntterpslichten überwies. Aber konnte sie den Mut haben, ihm zu sagen: „Mein Herz gehört einem andern, den ich nie besitzen kann, sind Sic mit den: kalten Pflichtgefühl zufrieden?" Das Bild des stattlichen Freiers stand vor ihren Augen, er konnte Ansprüche stellen, ihn liebte wohl ein Mädchen aus freier Wahl. Nur sie, sie konnte es nie — sie war zäh und unbiegsanr, ihr Herz konnte sie nicht zwingen. Und was jetzt tun? Sie stützte den schweren Kopf und sann. Sie war sonst nicht feig, sic hatte schon manchmal festen Mut bewiesen, aber jetzt packte sie eine tödliche Angst. Sie hatte sich verstrickt, Verfahren, sie wußte nicht aus noch ein, sie, die besonnene. Vorsichtige Erna. Ter Freiherr hatte vollen Grund, ihr ihr Benehmen schwer zu verargen, es mochte den edlen Mann zornig empören, wenn sie jetzt seinen Antrag zurückwies, den er so deutlich vorbereitet hatte., An des Vaters Enttäuschung mochte sie gar nicht denken. Für ihn ward dies ein neuer Schlag, der seine schönsten Hoffnungen zerstörte. Und der arme Vater hatte Enttäuschungen und Kummer genug. Aber mußre es nicht feilt? Sie konnte ja gar nicht anders. Was sie feit Monden mit einer gewissen Ruhe überdacht, ihr Leben an der Seite des Freihcrrn, erschien ihr heute als eine Unmöglichkeit. Hatte sie sich wirklich eingebildet, sie fei keine leidenschaftliche Natur? Törichte Verblendung. In ihr stürmte und wogte es heut nacht so wild, wie nur in irgend einer heiß empfindenden Mädchenbrust. Wie — wenn solcher Sturm ihr wieder emporbrauste, wenn sie die Gattin eines anderen Mannes war! Wie machtlos sie dem gegenüber stand, erkannte sie heute, und ihre Selbstachtung wäre für alle Zeit dahin, wenn sie sich einmal über solcher Sünde ertappte. Sie stöhnte, — er —• er, um! den sie so namenlos litt, liebte sie ja nicht einmal, er liebte noch die, die ihn verraten und verlassen hatte. Wenn er auch kein Wort von Sylvia gesprochen, sie sah es an dem Leidenszug in seinem Gesichts daß sie noch in seinem Herzen thronte. Er würde sie in nächster Zeit in Rom Wiedersehen — vielleicht erkannte sie jetzt seinen Wert — ließ sich von ihm aus ihrem trüben Sumpf retten. Erna sprang auf und rang die Hände, sie fühlte es, wie sie bitter wurde und hart. Wenn Sylvia zu retten war, tnnfjte sie es nicht wünschen aus voller Kraft ihrer Seele. Sie konnte es nicht — war das noch eine heimliche Hoffnung, die sich in ihr Herz stahl? Eine törichte — eine unwürdige Hofs- mmg Und über. dieser Hoffnung brach sie zusammen. Ein Schluchzen, wie nie eines Menschen Ohr es je bei der ruhigen Erna wahrgenommen, erschütterte ihren Körper. Sie rang mit sich und ifreer Qual die ganze Nacht. Erst gegen Morgen warf sie sich ein Stündchen auf ihr Lager, und da war ihr Ent- schluß gefaßt. Tie Räume machten einen glänzenden Eindruck am nächsten Tage. Die reich mit Blumen und kostbarem Silbergeschirr verzierte Tafel war besetzt mit den auserlesensten Speisen und. eine sorgfältig ausgewählte Gesellschaft saß daran. Erna war in großer Toilette. So wenig ihr auch darnach zu Mut war, sie mußte sich darin des Vaters Gebot fügen. Sie trug ein schimmerndes, blastblmies Atlaskleid mit langer Schleppe und Rosen verziert. Reiche Svrtzengarnitur legte sich um den herzförmigen Ansschnitt der Taille, und um den blendend weißen Hals schlang sich eine veneticmifche Gvldkette mit einem Kreuz von Brillanten. In ihrem blonden Haar steckte nut ein goldener Pfeil, keine von den Rosen, welche der Freiherr ihr heute gebracht. Er schien sie zu vermissen; Erna sah es mit Beben, wie sich eine Falte auf seiner Stirn bildete, als ihre Augen, sich begegneten. Villatte erschien heiter und gesprächig. Er zwang sich gewaltsam zu möglichster Unbesangenheit. Von Ernas Kämpfen hatte er keine Ahnung, aber ihm siel ihr bleiches, überwachtes Aussehen auf. Er hatte es schon gestern bemerkt, wie ihrs sehr frischen Farben von früher erblichen waren, aber gestern hatte ihre Blässe nicht diesen krankhaften Schein. Im übrigen wurde es' ihm schwer, die Blicke von ihr loszureißen. Sie war unglaublich verändert. Ihre Erscheinung war viel zarter, weiblicher, anmutiger als ehemals, der vergeistigte Ausdruck der Züge wirkte fesselnder, es lag etwas Müdes, Gebrochenes, Hülsloses heute darüber gebreitet, was den Beschauer anzog und rührte. Er saß ihr schräg gegenüber, an ihrer Seite der Freiherr. Heut verwirrte ihn die Situation, er hatte ja zu flüchtig bisher beobachten können, um ein Urteil zu fällen. Sie war nicht allzu warm mit dem Freier, in ihrem Benehmen lag etwas deutlich Gezwungenes; der Oberst hatte zu Anfang sehr lebhaft mit ihr geredet, jetzt schien et verstimmt. Er wandte sich häufiger zu feiner Nachbarin an der anderen Seite, einem frischen, kecken, jungen Mädchen, und zuweilen flog ein forschender Blick aus den stolzen Augen des Offiziers zu ihm> dem schmächtigen Gelehrten hinüber. Villatte wat zerstteut, unruhig, zwiespältig im Geist. Es ging opulent her, das Menü war ausgezeichnet, der Champagner floß in Strömen, die allgemeine Stimmung ward immer animierter. Die Gesellschaft schien offenbar noch etwas Besonderes zu erwarten, auf aller Mienen stand das geschrieben, aber die Tafel ward aufgehoben und es ereignete sich nichts Besonderes. (Fortsetzung folgt.) AfingiirosLn! Novellette von O. Elster. (Schluß.) , Da hatte Heinz laut ausjauchzen mögen. Sie erinnerte sich feiner noch, sie gedachte noch in Wehmut seiner übermütigen Worte — er war noch nicht zu spät gekommen. Und er bog leise die Zweige auseinander und überschüttete sie mit den Heckenrosen, die er vorhin im Walde gepflückt und rief: „Es schneiet rote Rosen — Dein Schatz kam wieder.heim!" Elsie stand wie erstarrt. Aber Heinz sprang um! die Laube herum und stmid jetzt in dem Eingang, breitete die Arme aus und sagte mit bewegter Stimme: „Da bin ich wieder, Klein-Elsie! — Und siehst du, es Hat rote Rosen geschneit ..." ■ , „ Elsie stand versteinert, erschreckt da, als ob sie entfliehen wollte, die eine Hand wie abwehrend ausgestreckt, die ander« auf das heftig pochende Herz gepreßt. Ihr Gesichtchen war von einer tiefen Glut überflammt und in den goldblonden Soden steckten die roten Blätter der Rosen, mit denen Heinz sie überschüttet hatte. „Kennst du mich nicht mehr, Elsie?" fragte er mit (eifer inniger Stimme. „Hat die Sonne der Tropen mich so verändert?" „Heinz — du — du?" hauchte sie, sich von ihrer Uebersi raschnng erholend. „Woher kommst 'du?" „Direkt ans Amerika!" entgegnete er lachend. „Und nie in erster Weg war zu meiner kleinen Elfte, die jetzt solch ein großes, schönes Mädchen geworden ist. O Elsie, wie oft habe ich an dich gedacht!" „Und niemals batst, du geschrieben?" „Weshalb schreiben, was ich dir sagen wollte,, wenn ich heimkehrte. . . ach, Elsie, wie habe ich mich sauf diese Stund« — 291 — gefreut! — Aber du machst eilt solch erschrecktes Gesichtchen, daß ' ich fast glaube, ich bin zu spät gekommen." „Und wenn es so wäre, Heinz?" — fragte sie ganz ernsthaft. „Elsie!" rief er schmerzlich aus. „Es kann nicht sein!" „Willst 'du mir uicht zuerst erklären, was du mit bem Zuspätkommen meinst?" versetzte sie mit leichter Schelmerei. „Weißt du es nicht, Elsie, dann kann ich es dir auch nicht erklären." Mit dein alten Trotz warf sie das Köpfchen zurück. „Ich sehe," sagte sie, „daß du der Alte geblieben bist. . ." Da ergriff er ihre Hände und blickte ihr so innig in die -Augen, daß sie errötend den Blick senkte. „Nein, Elsie," sprach er ernst und bewegt, „jetzt soll kein neues Mißverständnis zwischen uns aufkommen, wie damals, als ich Abschied nahm. Ah, wie sehr hab' ich Bereut, damals in trotzigem Leichtsinn nicht gesprochen und meine liebe kleine Elsie gefragt zu haben, ob sie mir auch treu bleiben wollte. . ." „O Heinz!" „Ja, und alle die Zeit hab' ich an dich gedacht, Elsie. Wenn mich die Wogen des Ozeans nmstürinten, wenn mich die endlose Prärie umgab, Ivenn ich mein Lager in den Felseu- gebirgen Mexikos aufschlug. Ueberall schwebte mir das liebliche Bild meiner kleinen Elsie vor und stets tönte es in meinem Herzen: Ich liebe dich, meine kleine, süße Elsie. . ." „O Heinz — Heinz. . ." „Weshalb ich damals beim Abschied nicht gesprochen — weshalb ich nicht an dich geschrieben habe — ich war zu stolz, Elsie! Was war ich denn damals, daß ich es hätte wagen dürfen, um dein Herz und deine Hand zu werben? iEn armer Ingenieur, der nichts sein eigen nannte, als seine Hoffnungen, seine Arbeit. Ich wollte nicht eher vor dich und deinen Vater hintreten, bis ich das Schicksal besiegt, bis ich dir ans eigener Kraft ein Heim bereiten konnte. Jetzt, Elsie, jetzt ist es soweit! Jetzt kann ich mit stolz erhobenem Haupte vor deinen Vater hintreten und sagen: Gib mir deine Elsie zum Weib. . . Deshalb schlvieg ich, Elsie! Deshalb gab ich damals die Antwort, welche dich verstimmte. Ich wnßte ja nicht, wann ich wiederkehren wurde, ich wußte ja nicht, ob ans meiner Arbeit mir Rosen erblühten und deshalb sagte ich dir: Ich kehre wieder, wenn es schneiet rote Rosen. . ." Mit glühenden Wangen hatte sie seinen Worten gelauscht. Jetzt schlug sie die Hände vor das Gesicht und schluchzte vor Glück und Seligkeit auf. Er aber legte den Arm um ihre schlanke Gestalt und flüsterte: „Als ich heute durch die Dorfgasse schritt, da rasselte ein Wagen an mir vorüber und hielt vor Eurem Hause. Dein Vater begrüßte Jobst von Almstadt. . . Elsie, Elsie, ich bin doch nicht zu spät gekommen?!" -Da sah sie zu ihm auf uud lächelte unter verschämtem Erröten. „Fast 'wärest du zu spät gekommen, du böser Heinz," sagte sie leise. „Denn wie konnte ich wissen, daß es doch noch einmal Rosen schneien würde." Ausjubelnd schloß er sie in seine Arme und küßte sie auf den roten Mund. „Ein Pfingstzauber, Elsie," flüsterte er ihr zu. „Wenu sich zwei Menschen so recht von Herzen lieb haben, dann schneit es rote stiosen. . ." „Und regnet kühlen Wein!" setzte sie schelmisch hinzu. „Ja, wenn wir auf unsere Liebe, unsere Zukunft anstoßen -—" In diesem Augenblick scholl es laut vom Hause her: „Elsie, wo steckst du?" „Das ist der Vater," flüsterte sie. „Er soll mich nur suchen — nein, bleib Heinz!. Wir wollen ihn überraschen." lind laut rief sie: „Hier bür ich, lieber Papa!" Ter alte Hem kam eilig näher. „Ei, der Tausend, Mädchen," polterte er. „Wo bleibst du denn? — Jobst von Almstadt ist gekonrmen. Er will dich sprechen — na, was er will, das wirst du wohl am besten' wissen — und meinen Segen habt Ihr." „Ich weiß wohl, was er will, Papa," entgegnete Elsie lächelnd, indem sie aus der Laube trat. „Liber daraus kann nun nichts. mehr werden." „Elsie, bedenke — Jobst ist eine gute Partie und ein braver Junge." „Ja, Papa, das mag schon sein. Aber er ist zu spät gekommen." „Wie — was? Zn spät? — Ich will nicht hoffen, Elsie, daß du hinter meinem Rücken' . . ." „Es ging nicht anders, Papa. — Und da ist mein Bräutigam!" Heinz trat vor und der alte Herr sah ihn an, als ob er ein Gespenst gewesen wäre. „Oukelcheu — ich bin wieder hier!" sagte Heinz und reichte dem Onkel beide Hände. . . „Uttb Elsie hat die Wahrheit gesprochen — wir haben uns soeben verlobt." „Heinz — Junge — bist du es beim wirklich? — Wie kommst du hierhergeschneit, du Teuselsjimge?" Und er ergriff die Hände des Neffen und zog ihn in seine Arme. Dann fragte er wieder und wieder uud Heinz erzählte und der alte Herr vergaß ganz, daß der lange Jobst, die gute Partie uud der brave Junge, in der guten Stube drinnen im HanS auf eine Antwort wartete. .Aber nun sag mal, Junge," fragte schließlich der Alte, „was schwatzet Ihr da von Verlobung und Bräutigam? Ich bin nicht recht klug daraus geworden." „Das ist doch sehr einfach, Oukelcheu," entgegnete Heinz lächelnd. „Elsie und ich waren uns schon lange gut uud da haben wir uns eben verlobt und wollen uns heiraten," „So? — Und ich werde gar nicht gefragt?" „Freilich, Onkelchen. Aber wir wußten ja im Voraus, daß du nicht nein sagen würdest. Ter Pfingstzauber hat ja auch dein Herz geöffnet — und da nun einmal zu Pfingsten in beinern Hanse eine Verlobung gefeiert werden soll, so sekgi ich picht ein, weshalb ich nicht der Bräutigam sein soll." Der -alte Oberamtmann lachte laut auf. „Tn, Elsie," sagte er dann, „nimm dich in Acht, der Heinz scheint mir in Amerika ein sehr selbstbewußter Bursche geworden zu sein. Willst du es wirklich mit ihm wagen?" „Ja, Papa — von Herzen gern." „Nun denn in Gottes Namen — aber halt! Was sagen! wir jetzt dein da drinnen?" „Daß er zu spät gekommen ist, Papa." „Hm — angenehm ist es nicht. Aber Euch zu Liebe will ich 'es tun." . , „Tu kannst ihn ja zu unserer Verlobungsfeter emladcn/ •Du fei/z r „Glaube schwerlich, daß er kommen wird," lachte dieser und schritt eilig auf das HanS zu. Arm in Arur folgten die beiden Glücklichen, aber sie hatten es gar nicht so eilig, und erst als der elegante Kutschier- ivagen des langen Jobst ans dem Hostor hinausrasselte und so rasch, wie die beiden Rappen laufen konnten, die Dorfstraße hinabrollte, da traten auch sie in das Haus und umarmten dankbar den alten Herrn, der ihnen lachend erzählte, welch erstauntes Gesicht der lange Jobst gemacht hatte. Tann aber saß man zusammen in dem traulichen Wohnzimmer uud Heinz mußte von feinen Erlebnissen berichten. Aut anderen Tage — dem herrlichsten Pfingstsonntage — gab es ein großes Verlobungssest; und wie da am Tage vorher m der verschwiegenen Laube rote Rosen uiedergeschneit waren auf die blonden Locken Elsie's, so regnete es heilte für die fröhlichen Gäste kühlen Wein. _ , „ , , . Als' aber die Lust am' höchsten gelegen war, da slahle.nl sich Heinz und Elsie aus dem festlichen Saal heraus in den von Frühlingssouneuschein durchfluteten Garten. In der verschivie- g en eit Laube ließen sie sich nieder, eng aneinanoer geschmiegt, Hand in Hand, Auge in Auge. Und von Elsie's roten Lippen da pflückte Heinz die schönsten roten Rosen. Und Sonuengold und Ros.uduft umwob die Glücklichen Mit bem Pfingstzauber ihrer neuerstandenen Liebe, Scheffels ersts ^reöe. Johannes Proelß, der frühere erste Feuilletoit- Redaktenr der „Frkf. Zig.", hat als Verfasser mehrerer ans- gezeichneter Romane, unter Seiten namentlich die „Bilderstürmer" (Verlag der Union in Stuttgart) hervorragt durch die lebensvolle und weltkluge Schilderung. des Werdeganges eines modernen Journalisten, noch nicht die Anerkennung int literatursreundlichen deutschen Lesepubltkmn erlangt, die ihm vor vielen anderen, vornehmlich den sensationsmacherischen Tageshelden des deutschen Parnasses, gebührt. Auch als unterhaltsamer und miregenSer Schilderen des Lebens von Friedrich Stolze, dein großen Humorilten und Frankfurter Lokalpoeten, ist er nur einem engen Kreise nähergetreten. Als Scheffel-Biograph aber gehört er heute bereits der deutschen Literaturgeschichte an. Nun steht er auch int Begriff, eine Gesamtausgabe der Werke Scheffels erscheinen zu lassen. Der erste Band kam unlängst im Verlage von Bonz u. Co. in Stuttgart heraus. Er enthält neben dem „Ekkehard", diesem besten kulturgeschichtlichen Roman der letzten Jahrzehnte, dem trotz allen gelehrten Beiwerkes und fleißiger Quellenstudien doch von echter Poesie durchdrungenen Hauptwerke Scheffels, eine kurz gefaßte biographische Einleitung, die übrigens auch als Sonderbroschüre zu haben ist. Wir lernen aus dieser lehrreichen kleinen Schrift des verdienstvollen Herausgebers des Dichters tiefes deutsches Gemüt, fein echt nationales keusches Empfinden, die ihm von einer langen Ahnenreihe überkommene kernige und zugleich aufs Historische gerichtete Wesensart kernten und lieben, ebenso wie seinen unverwüstlichen Humor. Proelß veröffentlicht ferner hier zum ersten Male eine Reihe bisher noch unbekannt gewesene Briefe Scheffels an einen Studienfreund Eggers, einen Mecklenburger, der später in Berlin als Kunsthistoriker zu Ruf gelangte. 292 Aus einem dieser Briefe erfahren tvit, daß Scheffels ,erste Siebe" Julia v. Schlichtegroll war, die Tochter des Historikers und Platcn-Biographen Professor v. Schlichtegroll in München, bet dem Scheffel 1844 als Student verkehrte. Als vor dem Examen stehender Rechtskandidat schrieb er im Oktober 1847 aus Karlsruhe an Eggers: „Du wirst Dich erinnern, das; mir in der letzten Zeit in München die schöne kleine Julie Schlichtegrolt merklich gefallen hat, und das kleine Engelsköpschen hat mich in der Erinnerung durch alle» Saus und Braus des Studentenlebens begleitet und mehr- fach in meinen Herzkammern herumgespukt. In der Brachzeit des Kandidatenlebens, wo man oft Veranlassung hat, über Kompendien und Heilen noch an dies und das zu denken, ist mirs auch oit m den Sinn gekommen — ich habe auch meinen Eltern schon davon gesprochen.' Wie ich nun am 2. September (NB. In meinem Notizbuch steht nutet diesem Datum: „Heut hab ich Giuiietta wieder- gesehen — Herz krach und brich nicht!") gerade über inemem Land- recht sitze, erhalte ich ein paar Zeilen, Herr v. Schl, mit seinen zwei Töchtern sei hier. Ich gehe gleich hin, ivar freundlich empfangen und die kleine Julia war unterdes gar stattlich auigebluht, ohne daß sich aber das Zarte, Mignonartige in ihreni Wesen verwischt hatte. Ich zog mit ihnen in der KunsthnNe herum — führte sie alsbald im elterlichen Hause ein und veranlaßte sie, einen ^.ag länger hier zu bleiben, — während welcher Zeit ich natürlich Ang und Herz nur air einen Fleck gerichtet hatte. Dann gingen sie nach Baden und voll da nach Heidelberg. Ich bat um Erlaubnis, sie nach Heidelberg begleiten gn dürfen, um in meiner alten Musen- stadt als Mentor zu dienen. Dies lvard angenommen und ich verlebte vier Tage mit ihilen irr Heidelberg, die ich nie vergessen werde I Es war wahrhaftig viel Poesie darin, an Jrliiens Seite an all den prachtvollen Orten auf dem Schloß und in den Bergen, wie an den Neckarusern herumzustreifen — und Zeuge ihrer naiv anmriligeir Frelide über all das Schöne, das ihr, die noch nie aus München weggekommell war, doppelt schön schien, zu sein. Ich schmeichelte mir, als Staffage in der Heidelberger Landschaft in ihrer Erinnerrmg auch nicht ganz vergessen zu werden." Wie dieser Liebestraum dann ein jähes Ende erfuhr durch eine ihm bald darauf gar herb überraschende unvorherseh- bare poesielos nüchterne Nachricht, das sagt der zweite Teil dieses Briefes, den jeder Verehrer Scheffels, des Lieblingsdichters nicht nlir der deutschen akademischen Jugend, sondern jedes sich jugendfrisch fühlenden und erhaltenden Delltschen beiderlei Geschlechts, selber nachlesen möge. Der Brief endet: „Ich war wie vom Donner gerührt; es soll itzt das Engels- köpicben für mich nichts weiter als ein Traum teilt — ich kann itzt erst mit Grund sagen: „Herz krach und brich nicht I I" lieber diese bittere Herzenserfahrung, die sich in Scheffel mit dem Bewußtsein seines Berufes zum humoristischen Dichter im Geiste des Hafis kreuzte, half ihm sein Jugendfrohsinn aber bald hinweg. „Uebrigens als ein ä la Heine Zerrissener wandle ich darum nicht umher", sagte er von sich selber, und bald entstand zum Gaudium seiner Freunde im Karlsruher Falstaff-Klub und bei den Heidelberger Frankonen, die von seiner Liebe nichts wußten, die Katerfrühstücks-Parodie auf Heines wehmutsvolles Lied „Ein Jüngling liebt' ein Mädchen", die von der unglücklichen Liebe eines — Herings zu einer Auster handelt. Aber wenn er fünf Jahre später von Alt-Heidelberg sang: „Auch mir stehst du geschrieben ins Herz gleich einer Braut", so gab ihm die Erinnerung an Julia v. Schlichtegroll den schönen Vergleich ein. „Wie schützt die Natur ihre GeschÄpse vor feindlichen Einflüssen?" lieber dieses Thema sprach in der Hauptversammlung de§ Tierschutzvereins zu L a u t e r b a ch Oberlehrer Weide- Lauterbach. Er führte zahlreiche Beispiele dafür an, wie die Natur ihren Geschöpfen Schutz gewährt gegen Kälte, Hitze, Nahrungsmangel, gegen mancherlei Feinde, wie sich das Haarkleid ändert, wie die Färbung sich der Umgebung anpaßt, sich mitunter sogar ändert. Bekannt ist ja die hellere Färbung des Wildes und anderer Tiere und Vögel im Winter, und die Gewohnheit der Tiere, die im Winter keine Nahrung finden, einen Winterschlaf zu hallen. Die Zugvögel verlassen uns, denn es fehlt den Jnsektenjägern an der gewohnten Nahrung. Hamster, Eichhörnchen und andere sammeln sich Vorräte für den Winter. Raben, Stare und Meisen bilden Eriverbsgenossenschaften und durchziehen das Land; bekannt sind Wanderzüge der Heuschrecken, die oit ganze Ernten vernichten. Manche Tiere haben die Fähigkeit, ein Uebermaß von Nahrung aufzuuehmen und können dann tage-, ja wochenlang hungern, z. B. Schlangen, Blutegel, Kondor. Besonders sorgt die Natur für Wärmeschutzmittel. Im Norden sind die Tiere dichter behaart, im Süden fast nackt, z. B. Hunde, Pferde, Mamut, Elefant. Tiere der Eisregion besitzen weiße Felle, z. B. Eisbär, Polarfuchs, andere, wie der Seehund, der Wal, haben eine dicke Fettschicht um den Körper. Ein Wärmeregulator ist die Schweißausdunstung. Am Aequalor verfallen viele Tiere in einen Sommerschlaf. Schutzmittel gegen äußere Verletzungen sind harte, dicke, ja brellarlige Haut, die noch mit borstenartigen Haaren besetzt ist, z. B. Wildschwein, Tapior, Elefant, sie sind dadurch gegen Verletzungen im Dickicht geschützt. Insekten, Schnecken, Schildkröten besitzen einen harten Panzers ES gibt sogar Tiere, die sich zum Schutz oder zur Nahrung Gehilien halten, z. B. die Ameisen und Blattläuse. Die Farbe gleich der Umgebung, so beim Laubfrosch, Hasen, im Wasser lebende Tiere sind auf dem Rücken dunkel, Polartiere sind weiß, die Bewohner des Urwalds bunt, Wüstentiere fahlgelb und gestreift, wie Zebra, Giraffe, Tiger. Nachlialter sind durch ein unscheinbares Graubraun vor Auffindung geschützt. Blanche Tiere können ihre Farbe sogar mit der Umgebung wechseln, so das Chamäleon, auch vom Laubfrosch wird dies behauptet. Ein sehr verbreitetes und wirksames Schutzmittel in der Natur ist ja bekanntlich das Wlimikry (Nachäfferei). Viele Tiere nehmen durch natürliche Zuchtwahl die Farbe und Zeichnung ihrer Umgebung (Blätter, Rinden re.) oder gewisser sehr geschützter Zierformen an. Das Rebhuhn läßt den Flügel schleifen und stellt sich verletzt, um so den Feind von Nest und Kindern abzulocken, die Sctier stellen sich tot, der Tintenfisch verunreinigt das Waffen, die Zikade bildet um sich einen Schaum. Waffen zur Verteidigung sind: Gebiß, Krallen, Hufe, Stacheln (Igel), Brennhaare (Raupen), Giitzähne, elektrische Schläge, Giftstachel (Biene). Igel, Tauseudsußarten und Asseln rollen sich zusammen, Pferde und Büffel bilden zum Schutz gegen wilde Tiere einen Kreis. — Lebhafter Beifall folgte dem Vortrag. ___ Literarisches. —; Der erste Schritt. Es gibt eine große Anzahl Bücher, sogar dicke Bände über Pflege der Gesundheit, Voroen- gung gegen Krankheit re. Im allgemeinen werben Sie damit jedoch nicht viel anfangen können. Empfehlenswerter gerade für Sie ist das Halten einer gediegenen Zeitschrift, die sich mit der systematischen Kultur des Körpers befaßt. Uns ist eine Monatsschrift „Körperkultur" aus eigener Anschauung bekannt, die allgemein ^verständlich Vorzügliches von bewährten Autoren bietet. Trotz seiner Vielseitig^ und seiner schönen, zahlreichen Illustrationen kostet das Blatt bei freier Zustellung nur 3 Mk. jährlich. Der neue Jahrgang brachte in seinem ersten Heft — der Januarnummer — Aufsätze über Anmut der Bewegung, Turnen und Tanzen, Hautpflege in der Ballsaison, Kultur- barbaren im Salon, Tafeldekvrativnen nsw. Das zweite Heft beschäftigt sich ausschließlich mit dem Kinde: seiner Gemüts- bildung, Körperkultur, Zahnpflege, Ernährung nsw. iifiu. Das Märzheft bringt allgemeine Tagesfragen vom Gebiete der Körperkultur, Psychologie des Weibes, Aesthetik in der Körperkultur rc. — Dem großen Aufschwung, den der protestantische Kirchenbau der Neuzeit genommen hat, und der in der Hauptsache dem energischen Zusammengehen von Architekten und Theologen moderner Richtung zu danken ist, widmet der bekannte Dresdener Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt eine fesselnd geschriebene, durch zahlreiche «lbbildungen noch instruktiver gehaltene Studie in der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (Verlag von I. I. Weber, Leipzig). In großem Zügen werden hier die wesentlichsten Bedingungen nach historischen Gesichtspunkten festgelegt, aus denen die evangelische Auflassung der den Architekten von heute gestellten protestantiscyen Bauaufgaben resultiert, die ein erneutes Vertiefen in die letzten, höchsten Ziele des kirchlichen Bauschaffens voranssetzen. Der Artikel ist nach Art und Inhalt ganz dazu angetan, tn Kuustler- wie Theolvgenkreisen Aufsehen hervorzurufen. , , — Eine Gymnasiast en tragödie in toter Aufzugen Von Robert Saudek. Concordia Deutsche Verlagsanstalt Hermann Ehbock in Berlin W. 50. Preis geh. Mk. 2.—. — Eine Dichtung, die Sein und Werden junger Menschen schildert, ist der Beachtung sicher. Die „Gymnasiastentragödie" i st von inniger Liebe für das seelische Geschick des werdenden Menschen er- Wlt. Ernst ''erfaßt Saudek das Problem des Jünglingslebens und weist auf seelische Abgründe. Versteck-Rätsel. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Regensburg — Strengnäs — Jagen — Fischerin — Erdbeeren — Reisekleid — Gießhübel — Narrenpossen — Nichtswürdtgkert — Langmut — Spiegelberg. .Auflösung in nächster Nummer.f Auflösung des Rätsels in voriger Nummert pur, Purpur. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.