Wr. 186 1907 «Bf 1W MWUM Kie rechte Kand. Eine Weihnachtsgeschichte von Reinhold Ortmann. (Nachdruck verboten.) Das Gutshaus von Greifenhagen tvar ganz erfüllt von lieblichen Weihnachtsdüften. Nach frischem Kuchen roch cs, nach Aepfeln und nach Tannenharz. Da tvar kein Winkelchcn, in das das eigenartige Aroma nicht schließlich seinen Weg gefunden hätte. Und cs war auch lein Gesicht im ganzen Hause, auf dem es nicht sichtbar gelegen hätte wie ein Abglanz von weihnachtlicher Vorfreude und heiterer Erwartung fröhlicher Ueberrafchuugen, die darum gewiß nichts an ihrem Reiz verloren, weil cs im Grunde gar keine Ueberraschungen mehr waren. In dem großen, vicrfe.nstrigen Zimmer zu ebener Erde, darin der selige Amtsrat Harringhaus so gern seine weit- berühmten lustigen Jagdfrühstücke veranstaltet hatte) stand nach alter Sitte auch Heuer der Christbaum, die schönste und ebeir- mäßigste junge Tanne, die der alte Förster Mcngers hatte ausfindig machen können in seinem Revier. Und auch die mächtige Tafel, auf der am Abend die Geschenke für die Gutsleute und die ärmeren Tvrfkinder aufgcbaut werden sollten, war schon mit blütenweißen Linnen gedeckt. Der Schmuck des Tannenbaumes aber war noch nicht ganz vollendet. Ein schlankes junges Mädchen tvar eben damit beschäftigt, die letzten vergoldeten Nüsse und rotbackigen Borsdorfcr Aepfel an den Zweigen zu befestigen. Tie kalte Wintcrsonnc, die voll durch die vorhanglosen Fenster fiel, streifte manchmal wie liebkosend über ihre biegsame, feingliedrige Gestalt und über das hübsche Köpfchen, dessen braune Flechtenlast beinahe zu schwer schien für den zierlichen weißen Hals. Nun klang cs von draußen >vie das Rascheln eines lang- sam über den Boden geschleiften Frauengewandes und das gleichmäßige Ausstößen eines von fester Hand geführten Stockes. Tie Tür tat sich auf, und die hohe Gestalt der Amtsrütin Harringhaus schritt über die Schwelle. Man mußte sie schon sehr genau ansehen, Um zu gewahren, daß sie blind war, so sicher tvar ihre Haltung, und so ganz ohne alles zaghafte Tasten tvarcn ihre Bewegungen. Das junge Mädchen aber eilte doch auf sie zu und nahm sie bei der Hand, damit sie nicht gegen die an ungewohnter Stelle stehende Tafel stoße. „Hast du mich gesucht, Tantchen? — Ich werde in einer Viertelstunde mit den: Wcihnachtsbaum fertig sein. Dann bin ich wieder ganz zu deiner Verfügung." - Die Matrone schüttelte den Kops, der fast noch jugendlich aussah trotz der erloschenen Augen und trotz der schneeweißen Haarwellen, die unter dem schwarzen Häubchen sichtbar wurden. „Für heute behelfe ich mich schon ohne dich, Kind! — Daran, daß am Weihnachtsabend hier alles außer Rand und Band ist, bin ich ja nun schon seit vielen Jahren gewöhnt. Gut, daß wir ihn nicht oster als einmal im Jahre zu erleben brauchen." Sie sagte cs, wie wenn sie sehr ungehalten wäre über alle die llnruhc und freudige Aufregung um sic her. Mer es tvar tvvhl nicht allzu ernsthaft gemeint, denn sie strich zu gleicher Zeit zärtlich über das weiche, braune Haar des Mädchens und ließ dann ihre Hand auf der zarten Schulter ruhen. „Wenn >ch denke, wie ihr alle drei als Kinder herumgesprungen seid hier in diesem Zimmer!" sprach sie nach einem kleinen Schweigen weiter, ohne alle Sentimentalität und in ihrer gewöhnlichen, fast rauh klingenden Art. „Das waren schließlich noch Christabende, an denen man seine Freude haben konnte. Wenn erst dcr eine und der andere davongegangen ist, mag's wohl noch dasselbe Drum und Dran sein, aber die alte Fröhlichkeit ist's doch nimmer. Und diesmal ist's ja wieder einer weniger als sonst." Sie erhielt keine Antwort, und den Schatten von Traurige feit, der über das feine Mädchengcsicht hingeglitten tvar, konnte sie ja nicht sehen. So fuhr sie mit einem Anflug von Unzufriedenheit in» Ton ihrer Rede fort: „Wirst ihn nicht allzu schwer vermissen, nicht wahr? —■ Tas; es die alte Freundschaft zwischen euch nicht mehr tvar, habe ich ja bei seinem letzten Hiersein recht wohl bemerkt. —> Hättest cs auch wohl verschmerzt, wenn'er an seiner Wunde gestorben wäre da drüben auf der fremden Erde." Tie Wangen des jungen Mädchens brannten in dunklet! Glut, und ihre Stimme zitterte, als sie leise erwiderte: „O, Tante, wie magst du so sprechen! Aber es war doch, Gott sei Dank, von Anfang an keine Gefahr für sein Leben." „So schrieben uns die Leute vom Kolonialamt. Und dann schrieb er's ja auch selber. Aber mir tvar's dabei immer, als erführe ich nicht die ganze Wahrheit. Auch den letzten Bries hat er noch diktieren müssen, obwohl cs doch ■ darin hieß, es ginge ihn» schon tvieder ganz vortrefflich. Das hat mir nicht gefallen, so wenig, wie mir's gefällt, daß noch immer keine weitere Nachricht von ihm da ist. Aber ich bin am Ende eine grämliche alte Frau, die sich allerlei dumme Gedanken macht, und ich will euch nicht mit meiner Schwarzseherei das Weih- nachtsvergnügen verderben. — Wo steckt denn der Walter? —> Seit einer halben Stunde schon warte ich vergebens darauf, daß cr mir die Briefe vorliest." „Ich habe Walter nach dem Frühstück anch nicht mehr gesehen, Tante! —• Vielleicht ist er nach dem Vorwerk hinüber." „Nach den» Vorwerk? — Heute? — Was sollte cr denn da zu schaffen haben?" fragte die Amtsrätin mit einem Stirnrunzeln, „Weißt du, daß mir in der letzten Zeit schon manchmal der Verdacht gekommen ist, cr könnte was mit der Jnspektorstochter haben? — Sie soll ja ein leidlich hübsches und recht kokettes Mädel sein, lvie ich höre." „Ich weiß nichts davon, Tante! — Aber wenn es so wäre, könnte cr nicht mit einem armen Mädchen, das er seiner würdig hält, ebenso glücklich werden als---" Doch die Amtsrätin ließ sie nicht ausreden. „Tas ist törichtes Geschwätz, Erika! — Und ich traue ihm auch nicht im Ernst zu, daß er mir das antun könnte. Traurig genug, daß ihr beide mir die Freude nicht habt machen können, ans die ich gehofft habe, seitdem du zn einem so großen Ting herangewachsen bist. Nun werde ich mich ja wohl darauf gefaßt — 742 machen müjfeit, dich eines Tages an irgend einen hergelaufenen Fremden zu verlieren." „Nein, das sollst du ganz gewiß nicht!" kam es Ivie in warn« ausbrechender Zärtlichkeit aus dem Munde des Mädchens. „Solange du mich nut dich leiden magst, werde ich dich sicherlich nicht verlassen." „Gott gebe, daß bir'5 Ernst damit ist. Tenn ich bin wahrhaftig selbstsüchtig genug, das Opfer anzunehmru. Wußte ich doch kaum, was ich in meiner hilflosen Blindheit ohne dich ansangen sollte! — Du bist seit der mißglückten Operation mein Stab und meine Stütze gewesen — nein, mehr als das: meine rechte Hand! — Und ich glaube, erst an dem Tage, wo ich dich von mir lassen müßte, würde ich's in Wahrheit empfinden, daß ich das Licht meiner Augen nicht mehr besitze." Erika schmiegte sich zärtlich au die nach ungebeugte Gestalt der Matrone. Tie aber schieu's fast schon wieder zu gereuen, daß sie sich von ihren Empfindungen so weit hatte hinreißen lassen. Tenn nach Verlaus einiger Sekunden sagte sie in ihren» alten trockenen Tone: „lind nun sieh zu, Kind, daß.du mit deinem Christbaum da fertig wirst! — Die ungewaschenen Dorfrangen werden wohl keine allzu strengen Richter fein über das Kunstwerk, das du zustande bringst. Und die kritischen Bemerkungen meines armen Egon, die dich im vorigen Jahve so geärgert haben, brauchst du ja diesmal nicht zu fürchten." Sie verließ, jeden Beistand zurückweisend, das Zimmer, denn hier im Hanfe, wo ihr jedes Winkelchen vertrant war, bedurfte sie keiner Führung. Erika aber hatte es jetzt gar nicht mehr eilig, in der begonnenen Arbeit fortzufahren. Sie trat mit tiefernstem Antlitz au eines der Fenster und ließ ihren Blick wie verträumt über die weite, verschneite Flach- landschaft hinschweisen, die sich erst ganz fern in den grauen Dunstmassen des Horizonts verlor. Ta bog eia schmächtiger junger Mann in pelzbesetztcr Joppe drunten um die Ecke des .Hauses und blickte zu dem niederen Fenster empor. Er hatte ein schmales, wenig regelmäßiges Gesicht und einer», dünnen, sandgelben Schnurrbart, aber man konnte ihn trotzdem nicht häßlich nennen, am wenigsten, wenn wie in diesem Augenblick ein kleines Lächeln über fein Antlitz ging. Erika nickte ihm zu und öffnete einen Flügel des Fensters. „Die Tante hat nach dir gefragt, Walter! •— Sie ist ungeduldig, daß sie ihre Morgen Pos. noch nicht erhalten hat." „Das halte seinen guten Grund," kam halblaut die Antwort herauf. „Denn ich wollte zuerst mit dir sprechen. — Darf ich herauskvmmen?" „Welche Frage! — Ich bin eben beim Aufputzen des ChristbaumS und ganz allein." Zwei Minuten später trat er eilt Er wies in seiner Äußeren Erscheinung wenig Aehnlichkeu mit seiner stattlichen, energischen Mutter auf. Und von dem hühnenhaften Anusrat, dessen Bild an der Wand hing, hatte er vollends kaum einen Zug. Er sagte Erika etwas Freundliches über ihr Merk, aber er war sichtlich unruhig und zerstreut, und feine Hand zitterte ein wenig, als er nun einen ans der Tasche gezogenen Brief entfaltete. „Ich habe eine Nachricht von Egon." sagte er mit vorsichtig gedampfter Stimme. „Und du. musst dich auf eine große lieber» vaschung gefaßt machen, Erika!" Tas Linnen auf der Tafel war nicht weißer, als es mit «inemmal das Gesicht des jungen Mädchens geworden war. „Um Gottes willen, was ist es? — Es geht ihm doch nicht wieher schlechter?" „Nein — nein! — Es ist eine Uebermschuug von freudiger Art. Obwohl — ich weiß nicht --- es ist ein so sonderbarer Brief. — Möchtest du ihn nicht lieber selbst lesen?" Sie griff nach dem Blatt, aber ihre linke Hand ruhte nach immer auf der Tischkaute, wie wenn sie ein Bedürfnis hätte, sich darauf zu stützen. Und sie las: „Mein lieber Bruder! Ter Poststempel Hamburg ans diesen» Briese hot dir bereits verraten, daß ich wieder auf heimatlichem Boden bin. Vor einer Stunde sind wir keiegsnutückstigen tzalb- nnd Ganz-Invaliden hier gelandet, und morgen früh gedenke ich die Weiterreise nach Greifeirhagen anzutreten. ES läuft auf eine große We ihn acht Silbe rra s chnng hinaus, wie du siehst. Aber solche Ueberraschungen haben mitunter nicht bloß eine fröhliche Seite. Und darum scheint mir's geboten, die meinige ein wenig abzudämpfen. Deinem Er- titeffen, lieber Bruder, will ich's überlassen, ob du die Mutter auf mein Kvmmen vorvereiten willst; das aber möchte ich mir mit aller Entschiedenheit ausbitten, daß niemand außer dir zu meinem Empfange auf der Station ist. Es hat seine guten Gründe. Alles andere mündlich! »Auf Wieders. Heu also! Dein Bruder Egon." Erika hatte eine auffallend lange Zeit gebraucht, um mit der Lektüre der weniger» Zeilen fertig zu werdet;, lind Walter Harringhaus meinte die Ursache zu erraten. „Seine Handschrift ist fast ganz unleserlich geworden," sagte er. „Aber ein Künstler auf diesem Gebiete war er freilich nie." „Nein!" stimmte Erika zu. Aber sie sagte es wie jemand, dessen Gedanken in weiter Ferne weilen. Und dann, nachdem ihre junge Brust sich in einem tiefen Atemzuge gehoben hatte, fügte sie, wie ans einem Traum erwachend, hinzu: „Er ist wieder da — und heute — heute noch wird er kommen!" Tie Augen des jungen Mannes hingen an ihrem Gesicht. ES waren stille, sauste Augen, wie sie in der Regel nur guten Menschen eigen sind und solchen, die das Schicksal dazu aus- ersehen hat, mehr zu leiden als zu genießen. „Ja! — Es ist eine große Weihnachtsfreude — nicht wahr? — Tie schönste, die wir der Mutter und uns wünschen konnten!" „Tie Tante wird über alle Maßen glücklich feilt. Soeben noch hat sie hier in banger Sorge von Egon gesprochen." „Dazu ist ja nun glücklicherweise feist Anlaß mehr vorhanden. — Und meinst du, daß ich ihr von seinem Briefe Kenntnis geben solle?" Erika schüttelte den Kopf. „Ich würde es an deiner Stelle nicht tun, Walter! Tie Taute ist so schoachnervig »richt, daß die Freude der lieber» raschung ihr irgendwie schaden konnte. Und Egon muß doch wohl einen Grund dafür haben, daß er zuerst mit dir allein sprechen will." „Dann sollen wir also gar nichts verraten?" „Wann trifft der Hamburger Frühzug auf der Station ein?" „Einige Minuten vor drei lihr. — Ich könnte den Schlitten ganz gut unter bem Vorwande anspaimen lassen, daß ich noch eine Weihnachtsbesorgung in der Stadt zu machen hätte." „Ja, das solltest du tun. — Wenn du ihn dann mitbringst, wird es gerade die rechte Zeit sein für die Bescherung." Es war noch immer etwas merkwürdig Zerstreutes und Schleppendes in ihrem Ton, als müsse sie sich dazu zwingen, mit ihren Gedanken bei dem zu bleiben, wovon sie sprach. Wohl eine Minute lang schwiegen sie nun beide, daun trat Walter Harringhaus Plötzlich dicht an ihre Seite. „Warum willst du es vor mir verheimlichen, Erika, wie sehr du dich freust? — Ich weiß ja, daß du über seine Heimkehr noch viel glücklicher fein wirst als die Mutter." Sie erhob ihre Augen voll zu seinem Gesicht. IInä er sah auf ihrem Grunde einen feuchten Schimmer, der wohl von Gluck, aber auch von tiefem Herzeleid zeugen konnte. „Weißt du das wirtlich?" fragte sie. „Und wenn du dich nun doch darin tauschtest?" „Wenn ich---Ich verstehe nicht, Erika — aber ich will ja Vicht inbidtet' feilt. Und du mußt mir verzeihe»», daß ich----" „Ich habe dir nichts zu verzeihen," erklärte sie mit einer ruhigen Freundlichkeit, die seine Besorgnisse wohl zerstreuen mußte. Aber sie ging dann doch rasch zu etwas anderem über. — „Und wenn du mir erlauben willst, mich einmal in deins Angelegenheiten einzumischen, so möchte ich dir einen wohlgemeinten Rat geben, Walter! — Tie Tante ist mißtrauisch geworden wegen deines Verkehrs mit der Jnspektorstochter. Und wenn du dir und dem Mädchen Ungelegenheiten ersparen willst------" Mit eilten» erstaunten, verständnislose!! Blick hatte er sie angesehen. (Fortsetzung folgt.) Kus der Hlmgesiung des Auren erzählt in der Pariser „Revue" ein Eingeweihter, der sich unter den Initialen eines Fürsten S. R. G. verbirgt, eine Reihe von. interessanten Einzelheiten, die ein überraschendes Schlaglicht werfen auf die Sorglosigkeit und die Verworrenheit der Geschäfte des kaiserlichen Hofhaltes. Die Ausführungen, die in allem einen um die Perfon des Kaisers besorgten Anhänger des Zarentums erkennen lassen, beginnen mit dem Hinweis auf ten Tod des BruderS des Kaisers, des Großfürsten-Thron- folgers Georg, der bekanntlich im Kaukasus an der Schwindsucht starb. Der Bruder des damaligen Leibarztes, Tr. Berenson, hat dem Verfasser eine Erklärung für das Entstehen der Krankheit gegeben, die allerdings die Fürsorge, mit der man a« Zarenhose die Personen der Herrscherfamilie umgibt, nichts weniger als einwandssrci erscheinen läßt, und vielleicht auch den entsetzlichen T o d d e r kl e i n e n h e s s i s ch e n P r i n z c s s i n Elisabeth, „u n s e r e s P r i n z e s; ch e n s" erklär t. „Eines Tages erschien bei mir ein Kranker im letzten Stadium der Schwindsucht. Ich untersuche den Mann und frage ihn nach seiner Arbeitsweise. „Ich bin im Dienste Sr. Kaiser!. Hoheit des Großfttrstcn-Thronfolgers." Dieser im höchsten Grade schwindsüchtige Mensch war in der Tat erster Kammerdiener des Großfürsten, sein- Schlafzimmer lag neben dem seines Herrn und sein Beruf führte ihn unausgesetzt in nächste Berührung mit dem Thronfolger... Im Sommer 1900 erkrankte der Zar in Livadia plötzlich an Typhussieber. Wie konnte den Zaren eine Krankheit überfallen, die nur durch eine besondere Ansteckung sich zu übertragen pflegt? In Petersburg sprach man viel von dem Fall. Eine Dame der Hofgesellschaft zuckte die Achseln: „Seitdem ich einmal den Hof- zng besichtigt habe, setzt mich nichts mehr in Erstaunen." lind sie erzählte von der unbeschreiblichen Pracht der Salonwagen. „Aber als Frau war ich neugierig. Ich wollte auch die Küche sehen. Ich >var verblüfft und empört über diesen einfach abstoßenden S ch m u tz, der mir entgegenstarrte. Auf einer Art Taburet anS hellem Holz hockte ein Mensch, der sich bei unserem Eintritt erhob. Ich konnte bemerken, daß seine Sitzgelegenheit sonst als — Fleischhackbank diente. Auf ihm bereitete man die Fleischspeisen für den Zaren. Er war einfach schwarz vor Schmutz. Ich wandte mich empört zu meiner Freundin und äußerte in deutscher Sprache: „Um leinen Preis der Welt könnte ich in dieser Küche etwas kosten." Der Mann antwortete mir in sehr gutem Deutsch: „Ich bin hier nur Diener, aber ich möchte nie etwas essen von dem, was hier zubereitet lvird, obgleich es mir ein Gelegenheit nicht fehlen würde." Ein hoher Militärarzt gibt zu diesem Bericht eine bezeichnende Ergänzung. Er wird in den Palast gerufen, um einen Unterküchenchef zu untersuchen. Der Arzt trifft den Kranken vor seinem Herde. Während des Gespräches beginnt die Sauce anzubrennen. Ruhig fährt er mit seinem Schöpflöffel in einen Trog mit schmutzigem Wasser und leert es in die Kasserole. Derselbe Arzt hat eine Reihe von Küchengehilfen behandelt. Eine Anzahl von ihnen war mit ansteckenden oder ekelerregenden Krankheiten behaftet. Es war nicht zu erreichen, daß die Leute bis zur völligen Genesung dispensiert wurden; sie taten ruhig ihren Dienst und halsen bei b« Bereitung der Speisen für die Zarenfamilie. Und schließlich erzählt der Stabsarzt dem Fürsten S. R. G. ein Erlebnis, das der Komik nicht entbehrt. Es war während der Manöver in kkrasnvje. Ter Arzt pflegte sich immer zu Fuß zum Ueüungsplatz zu begeben. Eines Morgens holt ihn eine Equipage ein, und eine bekannte Stimme fordert den Doktor auf, mitzufahren. Es war der General Tyrtoiv, der Bruder des damaligen Marine- ministers. Der Arzt sieht, daß der General ein außerordentlich' bleiches Aussehen hat, er sieht ihn mit der Hand in die Magengegend fahren, und hört ihn aufstöhnen. „Was haben Sic, Herr General?" „Ach, ich war gestern zum Frühstück im Kaiserzelt. . . Man hatte mich zwar gewarnt, die Erzeugnisse der kaiserlichen Küche seien gefährlich. Aber ich kam von der Hebung, ich hatte einen Bärenhunger und ich verachte die Warnung. Nun muß ich daran glauben. Die ganze Nacht durch wütete das Bauchgrimmen; und jetzt auch noch . . ." In der Tat genießt die kaiserliche Küche bei den Petersburger Feinschmeckern einen bösen Ruf; und eine Einladung zur Hoftafel ist zwar eine Ehre, aber fein Genuß. Die Eingeweihten pflegen daher auch immer vorher gründlich zu frühstücken, denn die Delikatessen und Weine, die am kaiserlichen Tische, den Gästen vorgesetzt werden, sind oft von zweiselhaster Qualität. Es herrscht das Prinzip, daß dem Wüienchef pro Kuvert eine gewisse, übrigens recht hohe Summe ausgesetzt tvird; das weitere ist seine Sache. Natürlich wirtschaftet nun die Beamtenschaft nach ihrer Methode, zunächst werden die Rationen, zwar nicht auf den Rechnungen, aber bei Tisch verkleinert und dann werden Delikatessen, Weine nird Champagner soweit es angeht, durch billige Fälschungen ersetzt. Zwar gibt es einen Oberkontrollenr der kaiserlichen Tafel, der kurz vor dem Erscheinen der Gäste die gedeckte Tafel inspiziert und nachprüst, ob die auf dem Menu verzeichneten Weine auch ordnungsgemäß und in genügender Menge bereitstehen; aber kaum tvendet er den Rücken, so ersetzen die Diener die teuren Schloßabzüge und französischen Champagner durch geschickte Nachahmungen, und nur das unumgänglich Notwendige bleibt stehen. Selbstverständlich gehen die entwendeten Flaschen, Delikatessen und teuren Obstsorten nicht in die kaiserlichen Borratsräume Zurück; sie werden verkauft, zu Spottpreisen, und es gibt eine Reihe von Feinschmeckern in Petersburg, die durch diese billig erworbenen Leckerbissen ihren Freunden die prachtvollsten Tiners geben können. Diese Zustände sind stadtbekannt, und keinem fallt es ein, aus ihnen etwa ein Hehl zu machen. Der Verfasser des Aussatzes erzählt selbst, ivie er bei einem Bekannten zufällig einen Diener kaiserlicher Livree trifft, der einige Dutzend Flaschen teuerster und seltenster französischer Schloß- abziige abliefert, und eine Bezahlung von 50 Kopeken bis einen Rubel pro Flasche dafür empfängt. „O, da ist ja der erklärte lächelnd der Hausherr. „Der ist mein alter Lieferant, und wir werden heute abend diesen guten Wein auf das Wohl des Zaren leeren." Are Toiietten-'V rst igermrg der Aeüizrssiu. Eine sensationelle Auktion, welche im Dorotheum, der städtischen Psandleihanstalt Wiens, begann, nimmt in der öftere. Kaiserstadt das ganze Interesse der fashionablen Welt in Anspruch. Es handelt sich um den Toilettenstaat der Prinzessin Luise von Koburg, der unter den Hammer kam. Die Tochter König Leopolds von Belgien, deren Liebesabenteuer und Eheirnmgcn ehemals vor dem Forum der breitesten Oefsentlichkeit diskutiert ivorden sind, mus; jetzt auch die intimsten Geheimnisse ihrer Toiletteuschränke vor den neugierigen Blicken der Mitwelt enthüllt sehen. Drei der Riesensäle des Dorotheums untren kaum ausreichend, um die Schätze zu fassen, die heutzutage zum Tronsseau einer Weltdame gehören, besonders wenn sie als Königstochter geboren ist. Ein akademischer Maler hat das Arrangement geleitet. Bon der Fülle der Dinge, die Prinzessin Luise zu ihres Lebens Notdurft gebraucht hat, macht, man sich kaum einen Begriff. Da findet mau beispielsweise nicht weniger als 90 Fächer mit Malereien, Spitzen, Stranßfedern. Die indiskreten Micke weiden sich ivohl auch an den in Seide und Spitzen weich anschmiegenden Schlafröcken, Malinees, Hauskleidern, au Allasröcken, Jupons, die mit Gaze, Spitzen, Perlenstickereien reich besetzt sind, au einer Kiste mit diversen künstlichen Blumen ustv. nsw. Daneben sieht man viele Dutzende noch unbenutzter Seidenstrümpfe, weihe Baltist- und Schaftvollstrümpse, sowie Taschentücher aus Irisch-Leinen und aus Seidenbattist. Auf zwei Tischen sind battistene Nachthemden der Prinzessin, Unterröcke, alles und jedes mit dem „L." und der belgischen Königskrone gestickt, den profanen Blicken preisgegebeu......Ja, wer Lust hat, kann auch die Miederleibchen, welche^ die Prinzessin getragen, erwerben, Spitzcuhäubchen, Spitzenblusen, Handschuhe, Schuhe und Reitstiefeln in allen Gestalten, und wen es^sselüstet, auf dem monogrammierteu, hochfeudalen Kriespapier der Prinzessin von Koburg Briefe zu schreiben, kann einige Kartons für einen Pappenstiel erwerben. Auch die Geheimnisse des Toilettetisches werden an ben Meistbietenden preisgegeben; zunächst ein wirklich kostbares, zweifellos von einem Goldschmied, der ein Meister seines Faches ist, gefertigtes Toilettenecessaire, aus zehn Stücken bestehend, alles graviert mit „L" und mit der Erzherzogskrone versehen. Und wieder lüftet sich ein Schleier, wieder tvird eine spanische Wand zurückgeschvben, UNO man sieht auf Perückenstöcken, in Schachteln usw., ivie auch eine Prinzessin vor- und rückwärts, zur rechten und zur linken Seite, „falsche Behauptungen" ausstellt in Gestalt von Bandeaux, Stirnsilets, ein Loüengewirre künstlich erzeugt, ein Lockengewirre in je nach der Mode wechselnden Farben, bald hellgelbe, bald wieder in einer dunkleren Nuance, dann in verschiedenen Nuancen von Kastanienbraun. Mit nicht geringer Ueberraschung findet man in der Anktionsausstelurng auch eine Heiligenstatue, mit geschnitzter Kapelle, etliche Madonnen und andere kostbare, anscheinend sehr alle Heiligenstatuctten sowie diverse Er- bauungsbüchlein. II. a. kommt auch ein Fächer mit einem großen" latemischen „A" und der russischen Kaiserkrone zur Feilbietung. Wenn man bedenkt, daß die verpfändeten Toilettenschätze nur — einen Teil der Garderobe der Prinzessin Luise von Koburg bilden, so wird man begreifen, daß diese hohe Dame es fertig gebracht hat, eine S ch u l d e n l a st von 4 Millionen aufzuhäufen. Die Prinzessin Luise steht jetzt im 50. Lebensjahre, sie sieht aber schon sehr gealtert auS; denn es ist ja begreiflich, daß die Geldsorgen auch an der äußeren Erscheinung der Prinzessin nicht spurlos vorübergegangen sind. Furchen haben sich in "das einst so schöne Gesicht einaegraben, das Haar ist fast ganz weiß geworden und selbst die einst so viel bewunderte königliche Haltung der hochgewachsenen Frau hat Einbuße erlitten. 744 Sommernacht. Bon Ed. v. d. Becke. Sinkt die stille Nacht hernieder, Legt sich schlafen die Natur, Und der Vöglein süße Lieder Tönen leise durch die Flur; Rot verglimmt der Svnneicbakl, Schluchzend singt die Nachtigall. Durch die Bäume streift der Wind; Koset ihre Wipfel lind, Und gespensterhafte Schatten! Gleiten über grüne Matten. Bunter Blumen süßer Tust Steigt betäubend in die Luft. —- Still der Mond am Himmel wacht. —- 0 du süße Sommernacht! Der Verkehr mit meinen Kinder«.') Ter nun auch in Gießen wohlbekannte, viel umstrittene Prof. Ludwig Gurlitt hat ein also betiteltes Buch geschrieben. Er gibt hier in schlichter und jedermann verständlicher Sprache lebendige Proben ans den, geistigen Verkehr, der sich zwischen ihm und seinen Kindern abspielt. Ohne daß die Kinder die lehrhafte Absicht spüren, führt er sie gleichsam spielend.und doch mit eindringlicher Kraft tu das Leben ein, entwickelt ihre Beobachtungsgabe, weckt und nährt ihre Freude und Hingabe an die Natur, schärst ihr Urteil in Fragen des Geschmackes, verschafft ihnen lebendige Kenntnis des Vaterlandes, indem er sich mit ihnen durch Wanderungen und Reisen eine Anschauung des heimischen Bodens und seiner Kultur erarbeitet, und regt in ihnen Fragen nach nationalen, sozialen, ethischen und religiösen Problemen an. Durch ein Körper und Geist gleichmäßig beschäftigendes Naturleben hält er ihnen das fern, tvas als „sexuelles Problem" jetzt den Erziehern besonders Sorge macht. , Eigene Anlage und Neigung führen ihn besonders auf das künstlerisch-historische Gebiet. Andere Väter würden wohl das industrielle und kaufmännische Leben bevorzugen, wieder andere das landwirtschaftliche, das forstmäimische nird so fort. Möge jeder Vater mit seinen Kindern das Gebiet behandeln, das ihm nach Steigung und Kenntnissen nahe liegt. Das Wesentliche ist, daß ein gutes Verhältnis, ein vertrauensvoller geistiger Verkehr zwischen Alter und Jugend hergestellt wird und daß die Vätern ihren Kindern ihre freie Kraft und freie Zeit zum gemeinsamen geistigen Leben widmen. Das ist nur so nötiger, als die staatliche Schulerziehung ihrer ganzen Natur nach viel Zwang der einzelnen Kindesnatur, viel schematisches und Unpersönliches, viel Zielarbeit ohne genügende innere geistige Anteilnahme, viel Hast und Strebcrei, viel unnötige Angst und Sorge mit sich bringt und dadurch nicht selten tatsächlich feinere geistige Kräfte und das wertvolle Eigenleben der Kinder schädigt. Gurlitts Verfahren erinnert an die Erziehung, die man vor etwa 100 Jahren der vornehmen Jugend durch Reisen unter der Leitung gebildeter Mentoren gab. Kein Ersatz, sondern nur eine Ergänzung der Schulerziehung wird empfohlen und ihre praktische Durchführbarkeit in Beispielen anschaulich gemacht. Dieses Buch behandelt ernste. Erziehnngssragen mit Kenntnis und Erfahrung in behaglichem Plauderton. Zahlreich eingesireute Abbildungen, darunter Zeichnungen des Verfassers selbst und seiner Kinder, verleihen dem Buche einen besonderen Reiz. *) Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 30. Leise stiehlt sich in beit Garten Eine junge holde Maid; Der Geliebte wird schon warten. Dem ihr Herzchen sic geweiht. —: Aechzend knarrt die Gittertür, Und beglückt steht er vor ihr. Selig sinkt an seine Brust Sie in stiller Liebeslust; Kosend sich die Lippen finden, Um im Kusse sich zu biudeu. — Dröhnend tönt vom Turm die Uhr In die schlafende Natur. — Still der Mond am Himmel wacht. — O du süße Sommernacht! T..?örflicheFriedhofslyrik. Zu Unterach am Atter- see schied der Schneider und Bergführer Eduard Beer aus dem ^eben, der seine dichterische Muse in den Dienst der dörflichen Fried- hofslyrik stellte, was wohl besonders gern in dem keinerlei Aussicht auf Bergführererwerb bietenden Winter der Fall war. Bekannt geworden ist vo. n „Dichtunge>i" der Vers auf den jung verstorbenen Sohn des Bauern Ochs: Hier ruht das junge Oechseleiu, Dem alten Ochs sein Söhnclein, Gott der Herr hat's nicht gewollt, Daß er ein alter Ochs werden sollt'. . - , Daß übrigens Herr Eduard Beer nicht nur ein vielgelesener- sondern auch ein vielbeleseucr Dichter war, beweist die nachstehende Grabschrist ans den Boten des Dorfes St. Hilgen flut Wolfgangsee. Diese lautet nämlich: Hier ruht in Gott Der St. Hilgner Bot'; Sei gnädig ihm o Herr, Wie er cs wär'. Wenn er wär Gott Und du der St. Hilgner Bot'. . Diese Verse sind nämlich nichts als eine nicht einmal sehtz glückliche Umdichtung der Doberairer Grabschrift: Hier ligge ick. Ahlke Ahlke Pott, Bewahr mi keiner Herre Gott Als ick di ivulle bewahren Wenn du wärst Ahlke Ahlke Pott Und ick wär keiner Herre Gott. * — Richter: „Was brachte Sie hierher?" — Angeklagter: „Zwei Polizisten." — Richter: „Betrunken, nicht wahr?" —- Angeklagter: „Ja, alle beide." — Die Lehrerin plagt sich- ihren Schülerinnen anatomische Kenntnisse beizubringen. „Kann mir jemand sagen, was das Rückgrat ist?" fragt sie. Tiefe Stille, die endlich durch eine aufgeregt piepende Stimme unterbrochen wird. „Das Rückgrat ist, was durch Sie durchgeht. Ihr Kopf sitzt an einem Ende und Sie sitzerr ans dem anderen." Weihuachtslikeratnr. —- Ein Jahrbuch für Kinder von 8^-12 Jahren stellt „Kinder last" dar, das Frida Schanz bei Velhageü u. Klasinz in Leipzig erscheinen läßt. Dieser neueste, 13. Jahrgang, ist abwechslungsvoll, und unter den Mitarbeitern bemerken wir in der Kinderliteratur gutklingende Namen. Wer sich die teueren periodischen Jahrbücher nicht kaufen will, wird gern nach diesem greifen, das sich durch vornehme, würdige, dem Modernen nicht ohne weiteres huldigende, aber gediegene und geschmackvolle Ausstattung auszeichnet. ~ — Gustave Flaubert, M adameBov ar Y. Sittenbilder aus der Provinz. Mit einer Einleitung von Guy de Maupassaut. Deutsch von Rens Schickte. Autorisierte Ausgabe. Broschiert Mk. 5,50. I. C. C. Bruns' Verlag, Minden i. W. — Tic Madame Bovary 'wirkte bei ihrem Erscheinen als ein literarisches Ereignis von größter Tragweite, und mit Recht. Ist dieses Werk FlaubertS doch von entscheidendem Einflüsse nicht allein auf die französische, sondern auf die ganze moderne Literatur überhaupt geworden. Hier laufen die Fäden zusammen, die vorwärts und rückwärts von so großer Wirkung gewesen sind. Einen Höhepunkt in der Kunst schlechtweg bedeutet dieser Roman. Taiuc, dessen Stimme aus der französischen Kritik für uns Deutsche wohl den hellsten Klang hat, sagt von diesem Buche an einer Stelle, wo er die Meisterwerke der französischen Literatur au sich vorüberziehen läßt: Hiusichtlich des Stils und der Tarftellung der Intensität und Vollendung der Farbengebung ist Madame Bovary mit Nichts zu vergleichen. Ein solches Buch besitzt Ewigkeitswerte. Mag es auch unmöglich erscheinen, _ben letzten, feinsten Charme dieses Werkes in einer Uebersetzung restlos darznstcllen — sicherlich steht die vorliegende Uebersetzung auf künstlerischer Höhe, die unendliche Schönheit des Werkes kommt darin zu voller Wirkung und sie bietet dem Leser einen einzigartigen Genuß. In atemloser Spannung folgt dieser dem Vorü- üöergkiten dieses erschütternden Lebensbildes, in welchem das' Leben selbst in seinen Tiefen und Höhen, seinen Lcidcuschaften und dämonischen Schicksalsmächten zu dramatischer Darstellung! gekommen ist. Rätsel. Ein Bauer streute unverdrossen In seinem Garten Körnlein ans; Da ist just milten drin entsvrossen Ein „t". — Was ivar's, was ward daraus? — Auflösung in nächster Nummer.' Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Niger — Ottilie — Rakete — Diadem — PnUos — Otricod Iwvanle; Nordpol, Eis m eer. Die Einsendung hübscher Rätsel, von treuen Lesern unserer „Familienblätter" versaht, au die Redaktion der „Familien- blätter" ist sehr erwünscht. Redaktion: P. Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch, und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.