Samstag den 9. August M ■ MS Maß iä!| ivs^SW Künsten unter der MEe. Roman von M. Proßnitz (M. Nörenberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt, l^ortsetzung.) »Angstvoll griff Veltlingen ihr in die Zügel. Umsonst dazu war es zu |W--. In wilden Sätzen stürmten die durchgehenden Tiere den Weg entlang, der anfänglich ziemlich glatt und eben, immer holpriger und schlechter wurde, je tiefer sie in den Wald kamen. Der leichte Wagen flog bei jeder Baumwurzel derartig hin und her, daß die Insassen mehr als einmal in Gefahr waren, herausgeschleudert zu werden. Leichenblaß, mit angstvoll aufgerissenen Augen, saß Fredine neben ihrem ebenso bleichen Begleiter. Sie hatte völlig die Herrschaft über die aufgeregten Pferde verloren, die in langen Sätzen dahinstürmtcn. Es war eine entsetzliche Fahrt. Eine Fahrt aur Leben und Tod! Darüber waren sich die beiden Menschen da vorn auf dem Bock ebenso kijar, wie der Kütscher hinter ihnen, der in seiner Herzensangst ein Stoßgebet nach dem andern zum Himmel emporsandte. ~ Spähend hatte der Mann sich aufgerichtet. So lange der Weg einfach geradeaus ging, nwchte die Sache ja wohl gut auslaufen. Wenn sie nur erst über die Brücke waren; nachher ging es bergauf. Da würde den Gäulen ja wohl die Lust ausgehen ... . Da schrie der Kütscher mit einmal angstvoll auf: „Herrgott, die Briicke ist gesperrt. Ein Baumstamm liegt vorn: Uebcrgiang!" Vergebens siechten Veltlingen und der Kütscher nut vereinten Kräften die Durchgänger aufzuhaltcn. Näher und näher kamen sie der verhängnisvollen Stelle. In langen Sätzen stürmten die schnaubenden Tiere weiter — ins Verderben . .'. Und dann ein Küachen und Splittern, ein hartes Aufschlagen. Knackend brachen rechts ein paar Tannenzweige unter der weißen Last, die da plötzlich auf sie niedersauste. Ein dumpfer Fall —■ und dann war alles still. , . .. Mit zerrissenen Strängen, die Leine hinter sich herschleifeno rasten die Pferde weiter--— — Still und traurig saß Dagmar während der Zeit in ihrem Zimmer, dessen Einrichtungen Veltlingen damals gar nicht schön und kostbar genug haben konnte. O, wie deutlich sie sich dessen iwch entsann !Sie schlug mit leisem Aufweinen die Hände vor das bleiche Gesicht. Große, klare Tropfen perlten ihr langsam durch die schlanken Finger. ' ■ Mit einer müden, hoffnungslosen Bewegung ließ sie endim; die Hände sinken. O, über düs Grauen, das sie vor der Zukunft empfand! Was sollte werden? So konnte das nicht fortgehen. Sie fiantt und sann. Wie gelähmt durch einen dumpfen Druck, die Ahnung von irgend etwas Schrecklichem, so saß sic da. Und dabei merkte sie nicht, wie die Zeit verging. Tie Sonne wär längst zur Rüste gegangen und die eigentümlich helle Dämmerung eines klaren Augustabeuds hereingebrochen, als Anna mit erschrecktem Gesicht in das Zimmer trat. Ein sonderbares Empfinden beschlich Dagmar, als sie daH ängstliche Gesicht des Mädchens sah. . Sie wußte plötzlich mit unumstößlicher Gewißheit — es war ein Unglück geschehen! und dabei empfand sie weder Schreck noch Unruhe. „Ich habe es ja gewußt, daß irgend etwas Entsetzliches kommen würde," zog es ihr schemenhaft durch den Sinn, während sie sich mit automatenhafter Ruhe erhob. Sie fragte auch nicht, was geschehen sei, sie folgte nur schweigend dem vorangehenden Mädchen nach dem Wohnzimmer An der Tür heminte sie den Schritt. „Ist der Herr bewußtlos?" Jja", antwortete Anna zitternd, und doch heimlich aufatmend, daß sie Dagmar noch etwas vorbereiten konnte. „Exzellenz ist mit dem Wagen sehr schwer gestürzt." Tie Baronin achtete nicht auf den ersten Don, den die Antwortende auf das — sehr — legte. „Das ist gut", sprach sie leise, und dachte, daß Magnus sie sonst vielleicht nicht an seinem Bett geduldet haben würde. Wenn sie ihn treu und unermütlich pflegte, und düs wollte, sie, konnte dann nicht doch noch alles gut werden? Gut werdest um des Kindes willen? . Ein Strahl von Hoffnung glitt über ihr blasses Gesicht. Sie öffnete mit fester Hand die Tür. Sonderbar, man hatte die Vorhänge herabgelassen. Kein Strahl des scheidenden Tageslichtes koiinte herein. Statt dessen war die grünverhangene Lampe auf dem Schreibtischee ihres Mannes angezündet worden. . Dagmar konnte anfänglich nichts in diesem Halbdunkel unterscheiden. Dann sah sie, daß Franz und ein Fremder sich an der Chaiselongue zrr schaffen machten, auf welche man Veltlingen gelegt hatte. Mit zögernden Schritten trat sie näher. „Jin Zorn geschieden — krank zurückgekommen," fuhr es ihr traurig durch den Sinn. Wie traurig das war! Als die beiden Männer das Oeffnen der Tür hörten, rich- teteir sie sich wie auf Kommando in die Höhe, in schweigendem Einverständnis Dagmar den Anblick Veltlingcns verdeckend. Sie bemerkte das nicht. , „Mein M!ann ist bewußtlos?" fragte sie leise. _ „Ja, Exzellenz," entgegnete der Fremde. „Doktor Lmn-, dow," fügte er vorstellend hinzu. Dagmar neigte leicht das Haupt. „Halteii Sie den Zustaiid für ernst, Herr Doktor? „Für sehr ernst, Exzellenz." Dstbei glitt sein mttletbtgel Blick über sie hin. . „Es ist hier so. dunkel," fuhr sie zaghaft fort, „glaubest Sie, daß mein Mann das Licht blenden wird?" „Nein, Exzellenz." , , Tas war wieder in dem gleichen, sonderbaren Don gesagt. Doch Dagmar achtete nicht darauf. „Tann machen Sie es hell, Franz." Und als der fragend zu dem Arzt hinsah, drehte sie ungeduldig selber die große Kron: M; da gewahrte sie die sorgenden Gesichter der beiden. „Keine Angst, Herr Doktor," meinte sie beruhigend. Mu — 466 zwei Schritten itictr sie neben der Chaiselongue. Ms sie sah, daß. das Antlitz ihres Mannes verhüllt war, stutzte sie einen Augenblick, laber dann ergriff sie doch, .ehe der Arzt es hindern konnte, mit einer riaschen Bewegung Veltlingens Rechte, die unter der Decke hervorsah. Entsetzt und an allen Gliedern zitternd, ließ Dagmar sie fallen. Unnennbarer Schrecken lag auf ihrem leichenblassen Gesicht. „Er ist doch Nicht. . Ihre bebenden Lippen wagten das Wort nicht ausznsprechen. Der Doktor nickte schweigend. Ihm tat die BedauernA- werte grenzenlos leid. „Ihm ist es" wohl," sprach er gedampft. „Sein Ende war leicht und schmerzlos. Ter heftige Stoß hat ihn sicherlich sofort betäubt." Dagmar hörte gar nicht mehr, was er sagte. Tot, tot, klang es ihr in den Ohren. Tot, tot. Regelmäßig wie Pendelschljag glaubte sie dieses eine bittere Wort zu vernehmen. Tot, tot. . . Ein heftiges Zittern überrann sie von Zeit zu Zeit. Sie fühlte es wohl aber ihre Gedanken kamen nicht lvs von dem einen schrecklichen Wort. — Da schlug die Stimme des Arztes mahnend an ihr Ohr: „Zusammen nehmen, Exzellenz, zusammen nehmen. Nicht dem Gefühl der Drlauer so uachgeben. Das geht nicht." „Geht nicht," wiederholte sie mechanisch, und sah ifnt an mit Lin em Blick, der in himmelweiten Fernen zu sein schien. Sie hob plötzlich die Hsned, um das Tuch von Veltlingens Gesicht zu nehmen.- „Ich will ihn sehen." „Auf keinen Fall!" entgegnete der Arzt. Das klang so feß und bestimmt, daß Dagmar ihn ganz verwundert ansah. »Tas darf nicht sein, Exzellenz. Es ist wirklich unmöglich. Ter Anblick ist nichts für Damennerven — das Gesicht ist zerschmettert," setzte er hastig hinzu, als Tagmar ihn verständnislos lansah. „Es geht nicht, Exzellenz!" „Geht nicht," wiederholte sie von neuem, immer in dem gleichen, sonderbar klanglosen Tonfall. „Geht nicht." Sie schritt langsam mit nachdenklich gesenktem Haupt in das Nebenzimmer. Mechanisch ließ sie sich dort in einen Sessel sinken. Tot! Wie ihr das Wort immer wieder in den Ohren klang! Es dröhnte ihr ordentlich der Kopf davon. Aber das eine war sonderbar — das Grauen, welches sie vorhin dabei empfunden hatte, das war fort. Sie schloß einen Augenblick die Lider. Wie das noch immer sumuite und brummte! Tot, tot, immer in dem gleichen, tiefen Ton. Sie hob lauschend den Kvpf. Richtig, so wars —- wie Sterbeglocken! Ster—beglo—cken =- glo—cken . . . bum — bum — bum. . Ein glückliches Lächeln flog über ihr Gesicht. Ihre Gedanken verwirrten sich, Sterben — Mer—den. Das' war — Ruhe. Ru—he — ja — sie — war — so müde — so mii- de — sie —i starb — — so L—• — gern — =3 — — ~ _ _ __ Mit fall dem'Mmp und all der Feierlichkeit, die der hohen Stellung des Verstorbenen angemessen war, wurde Veltlingen in dem ftften, düster» Erbbegräbnis üeigesetzt. Zahlreiche Reden .priesen dabei die vielen Verdienste des „allzufrüh" Entschlafenen. Ter Herzog war in höchsteigner Person bei der Trauer- seier zugegen, von den zahlreichen Leidtragenden ganz zu schweigen, denen nach dem Bekanntwerden von der beabsichtigten Anwesenheit Seiner Hoheit, ihre Teilnahme an der Beisetzung setzt ebenso unerläßlich, wie vordem überflüssig erschienen war. Ter Verstorbene konnte zufrieden sein mit den Ehrungen, die Man ihNl auch jetzt hoch erwies. Doch während draußen in Veltlingen die sterblichen Reste des Hofmärschalls beiges-etzt wurden, rang drinnen in der Stadt sein junges Weib in schwerem Kampf. Sorgend stand Fran von Borgwardt, die seit Veltlingens Tod bei der schwer erkrankten Dagmar weilte, an deren Bett. Zu katloser Angst sah sie von einem Arzt zum andern. Wch ernst die Gesichter der Herren waren! Sie blieben auch ernst, hls sie endlich das kümmerliche Menscheirpflänzlein sahen, das vwl zu früh das Licht der Welt erblickt hatte. "Ein Sohn!" Mit Windeseile ging die Nachricht durch D"Ns. Aber die Freude der Leute warb gar sehr durch den Nachsatz gedämpft: „Exzellenz ist in großer Gefahr." Besorgniserregend matt und schwach lag Tagmar ans ihrem Schmerzenslager, teilnahmlos vor sich hinstarrend, oder milde dre Auge» geschlossen haftend. Anfänglich sah sie das Kind mit keinem Blick an. Ihr war jÄ alles so gleichgültig, so unsagbar gleichgültig! Aber als das jämmerliche, kleine Wesen urplötzlich nach vier Tagen die Nottaufe bekommen umßte, erklärte sie erregt, daß es den Namen Christian, nicht Magnus, erhalten solle. Und dann ließ sie es sich reichen . . . »Das erstemal, daß Mntterhände dich berühren," sprach Fvan von Borgwardt leise, als sie Tagmar das Kind gab, deren scharfe Ohren sehr wohl die Worte gehört hatten. Heiße Tränen stürzten ihr mit einmal aus den Augen. „Mein Herzblatt," murmelten ihre blutlosen Lippen. Seit jenem Tage ging eine sichtbare Aenderung mit Dagmar vor. Sie wollte sich nicht mehr so sehr den trüben Gedanke» geben, wollte leben — um ihres Kindes willen. „Tjas ist recht, Exzellenz!" lobte der Professor. „Nur nicht den Lebenswillen verlieren. Geben Sie acht, jetzt geht die Genesung noch mäl so schnell." Aber Fräu von Borgwardt verhehlte er keineswegs seine Sorge u m Tiagmars erschütterte Gesundheit. Um des Hirnrnels!- willen keine Erregungen! teilte Erregungen! Wie mochte der Schwergeprüften zu Mut sein (als sie, huftrt acht Tage später das flackernde Lebenslicht des lleinen Christian sanft erlöschen sah?--- Ungefähr um die gleiche Zeit wjard Fredine zum erstenmal der Berbänd von den gebrochenen Armen genommen. Aber sie War viel zu schwach, um die solange bandagierten Glieder heben zu können. Angstvoll sdh sie den Hofrat an. „Tjas kommt alles wieder, Gräfin," tröstete der alte Herr, laber er entfernte sich doch eiliger als sonst. Es war ihm schon lieber, er erlebte es nicht, wenn sie sich zum erstenmlal in de» Spiegel sah. Und das, so kalkulierte der Erfahrene richtig. War doch das erste, was ihre Hände ergriffen. Hätte der Spötter den Ausdruck namenlosen Entsetzens gesehen, Mit dem Fredine ihr verunstaltetes Gesicht betrachtete, er würde Mitleid Mit der Aermsten gehabt haben, die mit der Schönheit auch ihr letztes Gut verlor. „KvMmt Falles wieder," bitter sprachen ihre Lippen die Worte des Hosrats nach, während ihr Blick von neuem in den Keinen Handspiegel glitt, der so unheimlich deutlich die tiefe,; breite Njarbe zurückwarf, die der Tannenzweig ihr in die ehemals so glatte Haut gerissen hatte. Große, rote Flecke brannten plötzlich in ihrem Gesicht. Was ivürde Radach sagen, wenn er sie sah? Sie zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen. Ob er noch immer nicht von seiner Reise zurück war? Vielleicht hat er längst geschrieben, schoß es, ihr durch den Sinn, und man gab dir nur nicht den Brief, weil du bisher zu schwach und angegriffen warst. Sie schellte hastig ihrer Jungfer, die sie so treulich seit jenem Augenblick gepflegt hatte, da die Waldarbeiter sie nach Hause brachten, denen die durchgeheirden Pferde das Unglück verrieten. „Ja," meinte das Mädchen, „ein Brief sei schon an dem Tag gekommen, wo der Unfall geschehen wäre." „Hole ihn," befahl Fredine hastig. Aber als sie das Schreiben dann Hatte, zögerte sie doch einen Augenblick, ehe sie es zu lesen begann. „Tu hältst dein Schicksal in der Hand," fuhr es ihr durch derr Kopf. War sie doch nur zu genau bewußt, daß Radach der letzte Rettungsanker sei. Mit bebenden Fingern öffnete sie endlich das Küvert. Verehrte Gräfin! Um mündlich meinen Tank für Ihre gütige Unterstützung bei der Verwirklichung meines ehrgeizigen Wunsches auszusprechen, kam ich zu Ihnen zu einer Zeit, die Sie mir selbst bestimmt hatten. Geschah das, um mich mit Ihren Gedanken über eine „Poriemonnaieheirat" bekannt zu machen? Dann ist Ihnen das glänzend gelungen! So glänzend, daß ich nicht umhin kann, Ihnen hiermit meinen ehrlichen Tank für die Benachrichtigung auszuspvecheu. 'Wie ich denn auch mit ganz besonderer Hochachtung bin Ihr Ihnen alle Zeit ergebener M. von Radach. Mit ' einem unterdrückten Wutschrei zerriß Fredine das Papier. Ter Schurke! Sie so zu betrügen mit seinen Zärtlichkeiten ! (Sie vergaß in diesem Augenblick völlig, wie gern diese von ihr geduldet waren.) •, Mit haßverzerrtem Antlitz lag sie da, unfähig einstweilen! einen Karen Gedanken zu fassen, nur das eine empfand sie mit unheimlicher Deutlichkeit: „Sie hatte verspieft — verspielt für alle Zeit!" 467 — Mit intern vevunfljalteten Gesicht noch länger bei Hof zu bleiben, erschien ihr unmöglich. Was sollte aber dann aus ihr werden? Sie sann hin und her. Sekundenlang durchzuckt« sie der zufriedene Gediank«: „Wie gut, daß Lupowsky nichts Mehr von dir zu fordern h!at," aber die Freude währte nicht lange. Tie Sorge um di« Zukunft blieb doch die gleiche. Ach, sie hatte noch tibergenng Zeit, sich alles in Ruhe zu über- legen, denn msinche Woche ging noch ins Land, ehe sie, soweit hergestellt, als ärztliche Kirnst es vermochte, Ihrer Hoheit persönlich die Bitte unterbreiten konnte, sie in Gnaden von Ihrer Stellung zu entbinden. Mit vollem Gehalt pensioniert zog Fredine nach.Wiesbaden, wo sie bald in dem Fremdenstrom den Blicken der Bekannten entschwand. Ein Jsahr später behauptete Sprenger, sie dort als die Besitzerin eines Pensionates wiedergefunden zu haben, dessen junge Damen sich in gleicher Weise durch Schönheit und LiebenÄ- wiirdigkeit auszeichneten! (Schluß folgt.) Gießener StndentenleSen im 17. und 18. Jahrhundert. Von Tr. Adolf Langgut!). (Schluß.) Die Universität Gießen stand zu damaliger Zeit auf einer ziemlich niedrigen Stufe. Die Besetzung der Lehrstühle und die vorhandenen Lehrmittel waren beide völlig unzureichend. Die Professoren, denen es großenteils an einer gediegenen Vorbildung und dem nötigen Fleiß fehlte, lasen ihre Vorlesungen nur über dies oder jenes oberflächliche Kompendium und hatten nur wenig Zuhörer. Desto bunter und lärmender ging es bei den Studenten zu. Bis in die 70er Jahre des 18. Jahrhunderts hinein blühten iroch in ganzer Herrlichkeit di« Landsmannschaften, jene hinlänglich bekannten, ziemlich losen Verbindungen, deren gemeinsames Band die gleiche Landesangehörigkeit zu bilden pflegte. Am Degen das Band des Landes oder einer anderen willkürlich gewählten Farbe, die gleiche Kbkarde am Hute, so kneipten itnb „kommerschierten" die Landsmannscha fter und versammelten sich allsonntäglich zu sogenannten Kränzchen, die abwechselnd auf den Stuben der einzelnen Mitglieder gehalten wurden, wobei der Gastgeber, der sog. „Hospes" die Geladenen mit Kaffee, Tabak und Bier traktieren mußte. Eine Fechtübung im Garten oder im Saal schloß sich, an, die übrige Zeit stillte die Aufrechterhaltung des akademischen Komments aus, als dessen Hüter sich die Landsmannschaften vor allem betrachteten. Um das Jahr 1770, oder schon vorher, waren als neue studentische Korporationen die Orden in die Erscheinung getreten, die eine Art Geheimbund bildeten. Mitgliedschaft, Gesetze und Wahlsprüche waren in Dunkel gehüllt. Von Jena aus, wo unter der Landsmannschaft der Mosellaner um 1770 ein Amicisten-Orden entstand, verpflanzte sich dieser nach Gießen und trat mit dem landsmannschaftlichen Kränzchen der Pfälzer, dessen Senior Laukhardt längere Zeit war, in Verbindung. Aus der Handhabung der hochtrabenden Ordensvorschristen, die neben vielen läppischen Heimlichkeiten sogar Humanitätsprinzipien und allgemeine Sittenvorschriften enthielten, wurde in der Regel nicht Diel'. Die Kneipe, der Hieber, allerlei tolle Burschenfahrten bei Tage und bei Nacht spielten bei den Orden, ebenso wie bei den Landsmannschaften die Hauptrolle, obwohl sie sogar zu literar. Tätigkeit aufforderten. Laukhardt selber hat in einer Reihe von Schriften in seiner Selbstbiographie, den „Annalen der Univ. Schilda" und in dem Büchlein über den Amicistenorden, die damals in Gießen wie auf anderen Universitäten herrschenden Zustände derb realistisch geschildert und beleuchtet. Hierzu nur einige Beispiele. Einer der Lieblingsscherze der Gießener Burschen war das sogenannte „wüste Gesicht", eine Larve von scheußlichem Ansehen, die an einem Bündel zusammengerollter Lappen auf einer hohen Stange befestigt wurde. Diese Larve nahm ein Student, trat des Abends spät vor ein Haus, wo die Leute, wie es in Gießen üblich ist, wegen der Feuchtigkeit im zweiten Stock logierten, und • klingelte oder klopfte. Kam nun jemand ans Fenster, um zu sehen, wer da wäre, so hielt man ihm das wüste Gesicht vor, worüber dann die guten Leute zu Tode erschraken. „Wir gau- dierten uns wber baß darüber," schreibt L., was wir ihm auch ohne weiteres glauben. Ter übermütigen Jugend kam dabei noch der zu jener Zeit, namentlich in der Pfalz herrschende Aberglaube zu Hilfe, und von drastischem Humor ist das, was L. über den „Schlaggose", das „Muhkalb" und den „feurigen Mann", sowie über die „Irrwische" — die letzteren wurden für die Seelen der Kinder gehalten — zu berichten weiß. Aber nicht in der Stadt allein ward Unfug aller Art getrieben, fast noch mehr auf den Dörfern. Hier sind namentlich die sogen. Kreuzzüge zu erwähnen, bei denen die Burschen, mit Flinten bewaffnet, von Dorf zu Dorf zogen, dort tüchtig zechten, die Flinten abschossen, einen furchtbaren Spektakel vollsührten, dem Nachtwächter das Horn abnahmen, nm darauf zu blasen, den Bauern, wenn sie sich zur Wehre setzten und nicht „Frieden" machten. übel mitspielten, gelegentlich aber von diesen, den „Ungläubigen", weidlich durchgebläut wurden, so daß die „Kreuzfahrer" mit blutigen Köpfen wieder heimkehrten. Auch Laukhard hat noch drei solcher Kreuzzüge unternommen. Die Landgrafen eiferten nach Kräften gegen solchen Unfug, aber umsonst. Offenbar hatten Rektor, Senat und die Professoren nicht den Willen, gegen diese „ärgerlichen und schmählichen Injurien" anzukämpfeu und die Frevler zu bestrafen. 1694 verschärfte Serenissimus die akademischen Gesetze dahin, „daß die sog. rencontres, das attaquieren, überfallen, stoßen, balgen, bastionieren, tractieren mit cardaetschen oder Schießgerten, solches geschehe in Häusern oder auf den Gassen, bei Tag oder bei Nacht, nicht mit Geld, sondern mit der poena carceris auf 8—14 Tage oder 3 Wochen mit der relegatione vel publica vel privata bestrafet werde. Daß die Karzerstrafe eine sehr empfindliche war, weil die Karzer im 17. und einem großen Teil des 18. Jahrh. Schauerlöcher genannt werden müssen, sei nur beiläufig erwähnt. Fnr Januar 1774 richtete der Gießener Rektor Baumann wegen des schlechten Zustandes des im alten abgerissenen Universitätsgebäude befindlichen Karzers eine Eingabe an den Senat, in der es heißt: „Ich habe bemerkt, daß das akademische Karrer auf dem Fußboden mit Steinen belegt sei und, daß Niemand eine halbe Stunde darin sein könne, ohne daß ihm die Beine eiskalt werden, wenn man auch auf bie übrige Kälte, bie von bett dicken Mauern verursacht wird, nicht reflektieren wollte. Bei jungen Leuten geht ohnehin der stärkste Trieb des Blutes nach bett Lungen und sie sind vor anderen der Haemopthsie und bettelt daraus kommenden üblen Folgen unterworfen." Bei dem einen oder anderen der Jnkarzerierten habe sich dieses Uebel geäußert, und da das Verhältnis der Professoren gegen di« Studiosos eben das wie die lVäter gegen ihre Kinder sei, so bittet er die hochzuehrenden Herren Kollegen, den Fußboden des Karcers mit Dielen belegen zu dürfen. Die Abstimmung fiel einstimmig zu Gunsten des humanen Vorschlags aus, und einer der Prosesioren bemerkt dabei, daß „für einen so patriotischen Vorschlag Sr. Magnifizenz nicht genug gedankt werden könne." -raß auch die Kärzerstrafe selbst zu allerlei akademischen Lustbarketten Veranlassung gab, zeigt eilt landesherrliches Reskript von 1697 an den Rektor und Senat: „Bei der Jncarcertion soll der Zulauf von anderen Orten, das Fressen und Saufen, Spielen und Rasseln nicht mehr gestattet, sondern solche zu einer rechten Art etner Strafe eingerichtet werden." Gegen die ganze,verwilderte Zett- richtung war mit Verordnungen und Befehlen nichts auszurichten. Bei Totschlag oder tödlicher Verletzung hörten die akademischen Vorrechte der Studenten auf, gelegentlich aber gab es zwischen Regierung und Hochschule auch Streit über die betderserttgen Befugnisse. Wie alles, so hatte auch die Studentenzeit ein Ende, und das Examen nahte heran, dessen Kosten nicht gering waren. Dte Dokcor- promotionen, in früheren Zeiten viel häufiger als gegenwärtig, stellten atubeit Säckel bes Kandidaten große Ansprüche, so datz der Landgraf auch hier gegen bie „kostbare Exorbitanz emschrttt, ohne daß die Klagen in der Folge aufhörten Ä-urch das ganze: 17. und einen guten Teil des 18. Jahrh. ist der landesherrliche Eifer gegen die so außerordentlich kostspieligen Schmausereim gerichtet In einer Zeit, wo überhaupt jede Klasse der GAllschaft und bei jeder Gelegenheit ihr Hauptvergnügen in reichlichem Essen und noch reichlicherem Trinken suchte, ist es nicht verwunderlich, daß auch Studenten und Professoren ihre Taselsreuden haben wollten Da mußte der neu zugereiste Student Mit einem Aceeßschmaus herhalten, und wenn er wieder abzog, so veranstaltet« er freiwillig oder unfreiwillig «inen Deceßschmaus. Amschendurch fielen dann die Martins- und Neujahrsschntäuse, auch an anderen Gelegenheiten, Geld cr uszugebeu, fehlt« es nicht, so daß sich der Landgraf veranlaßt sah, auch hierüber Bestimmungen zu si^sfen. Es wird genau sestgestellt, tuet zu einem solchen Loktorschmauß eingeladen werden darf, und bestimmt, daß beim pramxto überall in zweien Gängen nicht mehr als 12 warme Essen aufgetragen werden dürfen und dabei kein Uebermaß gespürt werde. Da von den Professoren in der damaligen Zeft jeder eme größere Anzahl von Kostgängern hatte, so waren diese Schmausereien bei aka- deinischen Festlichkeiten mit vielen unmittelbann Vortet.en verbunden und eine außerordentlich angenehme Gelegenheit zu se* felsigem Verkehr, so daß wir uns nicht wundern bürten, wenn sie sich keine Mühe gaben, die von oben anbefohlenen Beschränkungen durchzuführen und, bei den Promotionen etn singe zudrückten, wenn einem Unwürdigen und Unwtssenom der, Ehren titel verliehen wurde. Wie groß indes auch dm Verwilderung der Studentenschaft des 17. und 18 Jahrhunderts gewesen sein mag, wie niedrig der Grad ihrer Gesittung, euty hatten sie vor vielen ihrer Kommilitonen (der Gegenwart voraus : sie beschrcmkten sich nicht auf bett Besuch der sogenannten Brotkollegien. Wenn sich der Professor der Beredsamkeit und Poesie, Christian Hemr. Schmid in Gießen, in einem Bries an Goethes Freund, Merck, rühmen konnte, in einem Kolleg von 130 Zuhörern bett Horaz zu interpretieren, so beweist das, selbst wenn bie Notiz burch Schönfärberei etwas aufgebauscht sein sollte, baß sogar damals ein geistreicher Dozent wie ein zweiter Orpheus die wilde Bestie zu bündigen und zu fesseln wußte, und es beweist ferner, daß diese studentische Bestie noch geistige Interessen batte und bei — 468 allen wilden Zerstreuungen sich Zeit nahm, diese Interessen zu befriedigen und dein Drange nach allgemeiner Bildung nachzugeben. ____________ Schutz unserer Singvögel. Original-Artikel der „Gieß. Familienblätter" (Nachdruck verboten.) Ein nachahmenswertes Beispiel gibt Verwaltungsbehörden das Kreisamt Alsfeld in einer neueren Verfügung, betreffend den Vogelschutz. „Es erscheint um so dringender erforderlich, Maßnahmen zum Schutz der Singvögel zu ergreifen, als ein Rückgang in der Zahl dieser fcstgestellt werden kann" heißt es zum Schlüsse des Erlasses an die Großh. Bürgermeistereien und Schulvorstände. Wie sieht es mit dieser Abnahme aus? Sie ist im letzten Jahrzehnt, besonders auch nach dem letzten schneereichen Winter, deutlich bemerkbar. Gar mancher glaubt, wenn er draußen noch einige Stare zwitschern und eine Drossel schlagen hört, es sei noch eine genügende Zahl von Singvögeln verhandelt; wen» er aber hinaus aufs freie Feld geht, so wird er weniger oft eine Lerche emporsteigen sehen, nur selten die flinken Meisen mehr beobachten können und im Walde wird er erst recht den Mangel der Singdrosseln fühlen, die sonst ihn belebten, ja er wird oft weite Strecken wandern müssen, ohne daß er Vvgel- stimmen zu hören bekommt. Geht es mit der Verminderung in demselben Maße weiter fort, so wird es dahin kommen, daß unsere herrlichen Sänger, unsere nutzbringenden Jnsektenvertilger nur, noch im Käfig und in ausgestopften Exemplaren in den Museen anzutreffen sind. Es muß alles aufgeboten werden, der .Abnahme Einhalt zu gebieten. Was kann dazu geschehen?'Daß man das Abbrennen der dre Raine der Wiesen einfassenden Sträucher verbietet, ist anerkennenswert, wber lange nicht ausreichend. Wie beraubt man doch in gleicher Weise die Flußufer der Erlen und Weidenbüsche, die den Singvögeln nicht nur Nistgelegenheit, sondern auch Schutz vor den Raubvögeln bieten. Wie haut man da die alten Obst- väume sowie die Pappeln um, den kleinen Vögeln ihre Wohnstätte zu entziehen. Deren Wohnungsnot nimmt jährlich zu und schadet den Höhlenbrütern, als da sind Blau-, Kohl- und Sumpfmeisen, Rotschwänze und Fliegenschnäppern Jeder Landwirt, jeder Hans- und Gartenbesitzer sollte wenigstens das Auf- yängen von Nistkästen nicht vergessen, wie er sie sich lercht aus hohlen, tannenen Prügeln beschaffen kann. Er wird dann jedes, Jahr Körbe voll Früchte mehr ernten, denn es heißt: wenig Vögel — viel Insekten; viel Insekten — wenig Obst. Eine Meise verzehrt täglich etwa 800 Insekten und -larven, em Paar mit 4 Jungen in einem Monate über V» Million. Zum zweiten gilt es die Haupt Verfolger der Singvögel, als da sind: Elster, Sperber, Habicht, Häher, Eichhörnchen und Katze nicht weiter ungestört ihr Wesen treiben lassen. Die Verfolgung der ersteren können wir beruhigt dem Jäger überlassen, der sie wegen des Jagdschadens schon aufs Korn nimmt. Betrachten wir den abscheulichsten Nestzerstörer, den schön gefiederten Häher, und hören wir keinen geringeren als Brehm's „Bon Busch zu Busch schweifend ergattert er die Nester, säuft die Eier aus, verschlingt die nackten Jungen und zerfleischt die ausgeslogenen Gelbschnäbel. Wo dieser Strauchmörder überhand nimmt, ist an ein Aufkommen der Brut nicht zu denken!" Wer hätte den Krächzer mit seinem häßlichen Geschrei noch nicht gesehen und gehört, nimmt er doch mit jedem Jahr in und an unseren Waldungen rapid zu, wie auch das der Forstkultur schädliche Eichhorn. Sobald dieses Gelegenheit gefunden hat, auf Eier oder Junge im Vogelneste zu stoßen nnd diese einmal geschmeckt hat, wird es der eifrigste Plünderer der Nester. Gegen beide, Häher und Eichhorn, müssen wir die Hilfe des Jägers aurufen. Als ein Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs vor einigen Jahren nur 5 Pfg. Schußgeld für einen Häherkopf zahlte, wurden in kurzem 40 Stück abgeliefert: wenn der Schuß aber 3 Pfg. dem Jäger kostet, da ist es, da mancher Schuß auch fehl geht, nicht der Mühe wert. Ein Pächter der großen ,rm Laubach liegenden Waldungen zahlt jetzt 20 Pfg. pro Kopf, dieses Beispiel verdiehnt Nachahmung. — Noch schlimmer treibt es die Katze. Der bekannte A. Müller (Alsfeld) sagt über sie: „Hier erreicht sie durch Klettern die auf den Bäumen stehenden Nester, dort weiß sie durch einen Sprung Nest und Inhalt hinabzureißen, dort fängt sie auf der Lauer liegend die Ernährer an den Oesfnungen weg, daß die Insassen jämmerlich verhungern müssen." Ein Besitzer eines großen Parks konnte in biefem keine Singvögel aufbringen. Da ließ er in 3 Jahren 142 Katzen darin wegschießen. Bald darauf .hatte er den Garten voller Sänger. Sobald sich im Garten des Verfassers die jungen Rotschwänzchen zum Attsftiegen regten, lag die Nach- barkatze auf der Lauer. Wenn Spülwasser oder Futter in der Nähe von Holzstößen und Winkeln geschüttet wurde, was man ganz besonders im Winter vermeide, fielen die herbeieilenden Vögel der Katze zum Opfer. Da nun aber das Schießen einer be- fatt^en Erlaubnis bedarf und die Katze gesetzlich erst bei 300 Meter Entfernung der Verfolgung preisgegeben ist, so ist eme sichere Katzenfalle erforderlich. Draußen in Feld und Wald sollte lebe Katze unnachsichtlich verfolgt werden. Ein guter Hund und ent sicherer Wurf leisten dabei die besten Dienste Zum Schlüsse wenden wir uns noch zu unfern lieben Nachbarn, den Italienern. Nach vielfachen Interpellationen ist im vorigen Reichstage es endlich zu einem mittel- und süd- europatschen Vogelschutzgesetz gekommen, aber — Italien, gerade das Land, nt dem der Massenmord der Vögel planmäßig betrieben ivird, hat sich von ihm ausgeschlossen. Die Bauern nt der Lombardei fangen während der Nacht, da sie die Ruheplätze der Wandervögel kennen, mit großen Netzen tausende von Tierchen. Rühmten sich unlängst 5 Bauern, sie hätten in zwei Wochen nt ihren Fangnetzen 3600 Dutzend = 43 200 Stück erbeutet und zu Markt gebracht. Auf der Insel Capri werden 20 Meter hohe, 100 Meter breite Netze aufgestellt, die Zugvögel durch Klappern aufgescheucht und hineingetrieben. Nur unseren südlichen Nachbarn haben wir es zu verdanken, daß im Frühjahre die Zahl der rückkehrendeu Singvögel immer geringer wird. Den Beitritt Italiens zur Bogelschutzkonvention zu veranlassen, ist bisher leider niemandem gelungen. Bis dahin müssen, um das Unheil einzudämmen, alle maßgebende Faktoren zusammenwirken: Die Laud es b eh ör d en durch Erlaß von Schutzmaßregeln, da das öffentliche Interesse in Betracht, kommt, geben die Verwaltungsgesetze die Handhabe, die Gemeinden durch strenge Aufsicht der Ausführung dieser, der Forstmann und Grundbesitzer durch Erlegung der Hauptverfolger derselben. In den Rathäusern und in den Schulen sollten Warnungstafeln, Mittel und Wege für den Vogelschutz enthaltend, aufgehängt werden; Die landwirtschaftlichen und Tierschutz vereine könnten kleine Prämien an die sich auszeichnenden Grundstücksbesitzer verleihen. Nur dann würde der altbekannte Satz: „Die Vögel schützen heißt der Landwirtschaft nützen", seine Bestätigung finden. Adolf Bergheimer.. VermesrHSes. * Schul-Ex,amen anno 1793. Mctn schreibt uns: Bei den Schulakten der Gemeinde Kl. in Oberhessen findet sich ein Prüfungsprotokolk aus dem Jahre 1793, das tvir seiner eigen-- artigen Abfassung wegen hier mitteilen wollen: „Prüfungs- Protokoll, SamAags, 1'5. Juni, nachmittags um 2 Uhr wurde von Jhro Magnificenz Herrn Stlperint. Dr. Bechthold dieSchul- visitption allhierv abgehalten. 1. Es stmrde gelesen: 2. Petr. 1. Kap. 2. UÄer die einige Gottheit gefragt. 3. Das erste Hsanptstück hergesagt. 4. Tie Schreibbücher produziert. 5. Das Rechnen probiert und das Einmaleins vor-und rückwärts gemacht. 6. Aus der biblischen Geschichte wurde die Geburt Mose bis zum Auszug dep Mltder Jspael durch Frage und Antwort mit den größten Kindern vorgenommen. 7. Gesungen wurde: Eins ist Not." * Hausinschri ften. In den Ortschaften des Salz- bödetales, so schreibt man uns, findet man noch häufig an den überwiegend vorhandenen Fachwerkbauten sogenannte Haus- inschristen. Am Wohnhaus der Rauchmühle bei Reimershaufen steht das Verschen: „Tie Müller, die sein wacker, Die Mühle ist ihr Acker, Tie Welle ist ihr Pflug. Damit verdienen sie Korn und Weizen genug." An einem anderen Haus fanden sich folgende Sinnsprüche: Viel betrachten, wenig sagen; Not nicht jedem klagen. Viel anhören, nicht anworten, behutsam sein an allen Orten. Im Glück und Unglück sich wohl schicken, ist eins der größten Meisterstücken. Alles Tun auf Gott gebaut, keinen Menschen recht getraut.: Redlich aber und gerecht, niedrig doch nicht eben schlecht. Nicht zu groß und nicht zu klein, höflich, doch nicht zu gemeint Nicht zu blöd, doch auch nicht schrei; still nnd doch beredt dabei. Magisches Dreieck. ■—------------In die Felder nebenstehender Figur sind I die Buchstaben aaaeeennnrrss ss derart einzutragen, daß die einander __:__entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes bedeuten: —-- 1. Stadt in der Rheinprovinz. 2. Nebenfluß der Mosel. — 8. Nebenfluß der Weichsel. 4. Eilt Fürwort. 5. Einen Btlchstabelt. Auslösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Im Waffeitlärm schweigeit die Gesetze. Redaktion: V. Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Universitäts-Buch- nnd Steindruckerei, R. Lange, Gießen.