re ffs äTJlW n W M-'viSrR« SSM®« 1 iauuuiiz Dem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) So war also die Brücke hinter ihr abgebrochen, ihre fröhliche Kindheit versunken, und das Leben, das vor ihr lag, blickte sie an wie ein Medusenhaupt. Das, was als Schuld erschien und sie als solche drückte, mußte durch strenge Arbeit gesühnt werden, der Erfolg mußte sie rein waschen. Frau Zernial war in diesem Pensionsleben sehr in ihrem Element. Sie spielte ihre verschiedenen Rollen mit jugendlicher Verve und hatte dafür ein wechselndes Publikum. Sie wurde vielfach angestaunt und wirkte unter den mancherlei Müßig- gängern und Müßiggängerinnen ungemein erheiternd. Die schöne Tochter mit dem gehaltenern Wesen und dem oft überraschend ernsten Zug in ihrem jungen Gesicht fand Bewunderer und Verehrer in Menge. Die Zerstreuungen der Kaiserstadt, das ganz veränderte, ungebundene Leben übte allmählich seinen Reiz auch auf sie; der Lehrer, welcher ihre Stimme prüfte, eröffnete glänzende Aussichten. Sylvias ursprüngliches Temperament drang schon zuweilen siegreich durch. Aber sie behielt dabei eine gewisse kühle, stolze Art, welche sie nach den jüngsten Katastrophen angenommen hatte, und diese kleidete sie reichlich so gut als ihr früheres kindisches, naives Wesen. Sie sprach mit der Mutter nie von Dresden und den Pflegeeltern, es war ihr nicht möglich. Und oft überkam sie der Gedanke, daß alle Brücken zwischen ihr und jenen, and) zwischen ihr und Roderich abgebrochen bleiben würden für alle Zeit, als eine entsetzliche Erkenntnis. Sie schreckte zuweilen des Nachts auf ihrem Lager auf unter diesem Gedanken, und es war ihr daun, als ob die Oede des Todes sie umfinge. Nein, nein, so durfte, so konnte es nicht sein! Sie mußte berühmt werden, daß ihr Name durch die ganze Welt erklang, das zwang bann Roderich zu ihr, zu ihren Füßen. So erfaßte sie beim mit Eifer ihre Aufgabe, übte nach Vorschrift des Lehrers ihre einzelnen Töne, ihre Triller bis zur Erschöpfung. Unter eisernem Fleiß wollte sie das Höchste erzielen. Die Mutter war ausgegangen, Sylvia saß allein in ihrem Salon. Da wurde ihr ein Herr gemeldet, ein Verwandter, der seinen Namen nicht nennen wolle. Sylvias Herz zitterte — sollte es möglich sein! —. Sie gab den Wink, eintreten zu lassen, und sah bleich und atemlos nach der Tür. Da stand wirklich die hohe, männliche Gestalt vor ihr, Roderich __vVyc rßcttev id), Sie faßte sich gewaltsam, sie fühlte, wie alles Blut aus ihrem Gesicht gewichen war, aber sie zwang sich zu einer unbefangenen Miene. „Ei, Roderich! Ich ahnte schon, daß du _ es seiest, als tnan einen Verwandten meldete. Erlaubt man dir denn, zu der Berfehmten zu kommen?" Sie sagte es leicht, lächelnd, mit erheuchelter Gleichgültigkeit, und streckte deut Vetter die Hand entgegen. Er erfaßte sie und preßte sie an seine Lippen mit einer heißest Inbrunst, die sie wohl erkannte. Aber sie entzog sie ihm rasch und wies ihm stumm einen Sitz an. „Sylvia!" sagte er in einem unterdrückt leidenschaftlichen. Ton. „Sylvia, du hast dich frd gemacht!" Ihn übermannte dieses Wiedersehen, wie schön, wie reizend war sie, sie hatte sich gewaltig entwickelt, feit er sie nicht gesehen hatte. Sie erschien ihm größer, voller in den Formen geworden und ihr Gesicht hatte einen ganz neuen Ausdruck. An die Stelle der kindlich weichen Mienen war ein durchgeistigter Zug getreten, der von innerem Erleben und Erleiden sprach. Sie war eine viel bedeutendere Erscheinung geworden, und wie fremd mutete ihn dieses formelle gehaltene Wesen an, diese Manieren einer großen Dame. Sylvia hatte i hre Beherrschung wiedererlangt. Cd war ihr lieb, daß die Mutter nicht zu Hanse war und sie dieses Wiedersehen allein überstehen durfte. Ihre erste Frage war nach feiltet Mutter und Erna. Er aber kam direkt von Paris und hatte sie noch nicht gesehen. „So viel ich ans Ernas Brief herauslas," sagte er, „sind sie zu Hause sehr zornig auf dich und wollen von deinen Plänen, eine Künstlerlausbahn anzutreten, nichts wissen. Nun, sie hatten ja nie viel Verständnis für dergleichen, indes —5 ehrlich gestanden — ich halte das auch für eine Chimäre, di« ivohl Tante Cölestine dir in den Kopf gesetzt hat. Der Gedanke, dich auf den Brettern zu sehen, ist ja haarsträubeitd." Sylvia warf den Kopf in den Nacken und meinte: „So — sind dir schon die Flügel gestutzt? Ich sind« das recht früh. Ehemals hattest du andere Ansichten." „Ach, Sylvia" — er schaute sie immer verwunderter an, sie war ja verändert bis zur Unkenntlichkeit — „du hast früher vieles falsch verstanden, für eine Frau fand ich von jeher jeden Beruf, der eine öffentliche Schaustellung erfordert, unpassend, das heißt für eine Frau, die ich liebe." „So — nun dann wähle dir ja ein recht solides, ehrbares Mädchen zur Gattin, Roderich," entgegnete sie lachend, „ich bin recht froh, daß mich deine Geschmacksrichtung nichts angeht." „Sylvia wie — schroff bist bat geworden; fühlst du dich von uns allen lvsßcrisseu? Was müssen sie da an dir gesündigt haben, daß bu so bitter wurdest!" Er faßte wieder nach ihrer Hand und sah ihr warm in die Augen. Er hatte sie in feine Arme nehmen und ihr sagen mögen: „Was hat man dir, du armes Kind, getan?" Mer sie stand hoch aufgerichtet vor ihm, mit einer kalten, unnahbaren Miene, und ein scharfer Blitz aus ihren Augen traf ihn, daß er erbebte. Was war das? Da loderte Glut unter dieser kühlen Maske. „Die deinen haben nicht an mir gesündigt," sagte sie, „sie haben mir nur Gutes getan. Sie haben Ursache, mich undankbar zu nennen, und Viüatte brach ich die Treue, aber ich konnte nicht anders. In jener Stunde, als ich zu dir flüchtete, Roderich, bei dir Rat und Verständnis suchte, regte sich, zuerst unverstanden, in mir das Bewußtsein meiner Bestinimnng. — 266 Du erkanntest eA nicht, sonst hättest tiu mir helfen imb mich aufi- klärm können, ehe ich mir selbst die Fesseln anlegte, die ich später nun zerbrechen mußte. Wer du dachtest nur an dich, warst erfüllt vvn deinen eigenen Interessen, und so tastete ich allein im Dunkeln, ohne zu erraten, waS meine Natur forderte. Jetzt weiß ich es> und halte mich daran. Mein sterbender Vater wieA mir die Wege, int Angesicht des Todes ward «r hellsehend und wußte, was seinem Kinde not tat." Unmerklich hatte Sylvia diese hochtönende Phrase der Mutter sich angeeignet und gab sie bei dieser Gelegenheit wieder. Roderich antwortete mit einem kurzen Lachen. „Ja so — du bist jetzt ein vermögendes Mädchen geworden, das war mir entfallen, Ivie fühlst du dich denn als Erbin?" Das war wieder der frühere spöttische Ton, aber Roderich schlug ihn nicht so natürlich und unbefangen an wie ehemals, er ärgerte sich innerlich über vieles. Sylvia spielte ihm da eine Komödie vor, sie wollte cs ihn nicht merken lassen, daß sie ihn liebte, aber ihr Benehmen war recht unbequem. Er rückte unruhig auf seinem Stuhle hin und her und trat dann an den Flügel, auf welchem aufgeschlagene Noten lagen. „Möchtest du mir nicht etwas singen?" sagte er. „Ich bin begierig, deine Stimme wieder zu hören, du weißt, iich habe «in Urteil." Sylvia blieb auf ihrem Platz und sah sich nachlässig nach ihm um. „Jetzt nicht," entgegnete sie frostig; „ich nehme Unterricht bei einem erprobten Lehrer, der schon viele Stimmen erfolgreich ausbiidete. Da singe ich zu Anfang keine größeren Sachen, übe jeden einzelnen Ton — du wirst mich später öffentlich hören." Roderich sah sie verdutzt an. „So — ialso du bist deines Erfolges ganz sicher," meinte er, >,und an meinem Urteil liegt dir nichts mehr —. wie du willst." Er legte die Notenblätter aus der Hand und griff nach seinem Hut. Eine tiefe Falte lagerte sich auf seiner Stirn, an der Sylvia sich erfreute. Es war eine kleine Weile still im Zimmer; Roderich überlegte, ob er nicht gewaltsam das- künstliche Eis brechen, die kleine, gekränkte Komödiantin in seine Arme reißen und ihr den schmollenden Mund mit Küssen bedecken solle. Aber — so keck und sreiherrlich er sich sonst anch gefühlt hatte, heute wagte er cs doch nicht. Sie war nicht mehr das liebliche Schwesterchen, über das er unbedingte Gewalt hatte. Sie saß da fy_ nachlässig und vornehm, als ob sie seine Gegenwart Vergessen Hütte. Es war wirklich eine verlegene Situation für ihn. In diesem Augenblick wurde die Tür aufgerissen und Frau Zernial rauschte herein, ihm wie eine Erlöserin, „Roderich! Du einziger aus meiner Schwester Hause, den inan noch einen Gleichgesinnten nennen kann!" Sie kam ihm mit ausgebreiteten Armen entgegen; die wehenden Falten ihres Kleides und die langen Flügel ihres Frühlingsumhangs flatterten hmter ihr, und die hohen Federn auf ihrem Hute nickten. Sie war unverändert die Alte. Sie hatte ein leichtes Rot und Püder aufgelegt und die Ränder ihrer Augen dunkel tzefärbt. Potz Blitz, die Theatermutter wie sie leibte und lebte! Roderich quoll es herauf. Das ging nicht — bei Gott, ™ Ü'ug nicht! Dee feine, reine Sylvia in den Händen dieser Mutter. Es überlief rhu heiß und kalt — was war da zu machen? ' Wenn er Sylvia jetzt wirklich einen Heiratsantrag machte, fich für alle Zeiten band um ihretwillen, so war es sehr fraglich, ”b Ue ihn annahm. „Damals — ja, damals" — es blitzte durch fern Gehirn „du, du allein konntest sie retten, und — vielleicht »nr eä das Rechte auch für dich, wenn du cs tatest." Frau Zernial saß auf den allerhöchsten Rossen. Wie eine Sturmflut ergoß es fich aus ihrem Munde — Sylvia erfahr Huldigungen, wohin sie kam, sie Hatte schon zahllose Be- tverber und Verehrer. Aber ihre Aussichten waren überaus glänzend. , "Sie, wird die erste Sängerin der Welt — ihr Lehrer versauert mich, ihre Mittel seien phänomenal; der Hauptagent, der alle Ncuentdcckten sofort mit Beschlag belegt, sagte mir neulich rwch: .püten Sie sie vor den Bewerbern! Nur nicht binden — wr steht das Höchste zu Gebot! Natürlich hofft er, der Schlaue, den ersten Kontrakt zu machen, aber wir haben Geld und sind in kernes Menschen Händen. Wir sind auch schlau." , Roderich saß schweigend, nagte an seiner Unterlippe und fand, da,z die Mutter ihre Tochter durchaus! als Ware betrachte, Mit der der vorteilhafteste Handel getrieben werden sollte. Ob ?aSr s^chlte? Sie faß ba mit einer Miene völliger Geistesabwesenheit, als ob sie gar nicht höre, was vdn ihr gesprochen wurde. Ihre schlanken Finger zerpflückten eine Rose, die sie am Busen getragen und die nun entblättert aus dem! Teppich lag. Die Neugierde trieb Frau Cölestine jetzt zu allerlei Fragen, ob er nichts zu sagen wisse über die Stimmung zu Hause. Erna strafe sie ja mit schweigender Verachtung, die gute; hausbackene Erna, welche über ihre Wirtschaftsbücher hinauf nichts begreife. Ob er nichts von dem Herrn Professor Villattö erfahren habe, sie wette darauf, der tröste sich noch einmal mit Erna und erobere dann ja mit ihr eine reichere Erbin als Sylvia gewesen. Sylvia mischte sich jetzt zuerst wieder in das Gespräch. „Professor Billatte hat mich gewählt, als jch keinen Deut hatte, Mama," sagte sie, „er ist ein sehr edler, selbstloser Mensch." Roderich blickte überrascht auf. Wollte sie den Trumpf noch gegen ihn ansf vielen? Das war doch einfach lächerlich.^ Er nahm abermals feinen Hut und schickte sich jetzt wirklich an, zu gehen. „Wir werden dich doch noch sehen, du bleibst doch noch in Berlin?" tief Frau Zernial. Sylvia sagte kein Wort. „Mich fesselt hier nichts," erwiderte I loder ich kühl. „Manch ist krank, und man verlangt nach mir zu Hause." „So willst du dich da jetzt einspinnen unter des Vaters Fuchtel am Kvntorpult?" fragte Frau Zernial derb und rücksichtslos. In Roderichs Antlitz stieg eine heiße Blntwelle. „Du bist sehr vorschnell in keinen Annahmen und wenig Wählerisch in deinen SlNsdrücken, Tante,", sagte er hochmütig. „Ich werde wohl einige Zeit zu Hanse bleiben, gehe aber imj nächsten Winter jedenfalls nach Rom', wo eine mir sehr teure Freundin mich erwartet." „Eine Freundin?" Frau Zernial lachte in einer unschönen, freien Weise. „Und darf man wissen, wer das ist?" „Warum sollte das ein Geheimnis sein? Sie ist eine Russin, Vera Petruschka, mit der ich in Paris täglich verkehrte." „Eine Russin?" pirschte Frau Zernial lveiter. „Das sind meistens sehr emanzipierte Frauenzimmer." In Sylvias Augen blitzte es auf, sie suchte vergebens ihre Bewegung zu VeErgen. „Vielleicht kann man Vera Petruschka auch emanzipiert nennen," sagte Roderich, von einem stachelnden Impuls getrieben; „sie ist eine sehr bedeutende, auf der höchsten Geistesstufe stehende junge Dame, sehr schön, sehr reich und aus altem, vornehmem Hause. Man ist gewiß, bei ihr stets Anregung zu finden." „O, das ist ja ein Urbich aller Vollkommenheit," meinte Frau Zernial. „Hast du die Absicht, die zu deiner LebenÄ-- gesährtin zu wählen? Sie würde gewiß vortrefflich in dein Elternhaus passen." „Was die Zukunft uns bringt, wissen wir alle noch nicht, liebe Tante." Er ging. (Fortsetzung folgt.) Kimmelfaöriszaubcr. Von Käte Lubowski. Nachdruck verboten. „Davon haben Sie noch nie etwas gehört, Fräulein Eva?" wunderte sich der Landwirt Ewald Frank, der den Rittergnts- besttzer Wendenstett auf Liebenau während einer militärischen Uebnng draußen und drinnen würdig zu vertreten suchte, „das ist mir aber wirklich unverständlich!" Eva Wendenstett ficht ein wenig tierlegen zu ihrer Mutter hinüber. Sie möchte dem jungen, kecken Menschen, der fortwährend an ihr herummeistert, furchtbar gern die festgedrehte Kügel Schwarzbrot an die ein wenig über bät) Normalmaß hinaus- geratene Nase bombardieren. Aber sie empfindet vor den Hellen, mütterlichen Augen zuviel Respekt. Darum begnügt sie sich, verächtlich die Lippen zu schürzen und zu schweigen. Ewald Frank aber ist durch die Wunder des Wonnemonats iwch streitsüchtiger wie sonst "geworden. Er beachtet die kleine Falte zwischen den Brauen seiner Widersacherin ebensowenig, als ihren mißglückten Versuch, unter dem Dunkel des Tisches die empfindlichste Stelle feiner Menschlichkeit — feine Hühneraugen — zu treffen. Er redet seelenruhig weiter. „Da Sie also nichts von dem alten Brauch wissen, Fräulein Eva, so halte ich es, mit gütiger Erlaubnis Ihrer Fran Mutter, für meine Pflicht, Ihre Kenntnisse zu erweitern!" Fran Weridenstett hebt die Augen von der Zeitung und lächelt Zustimmung. Und Ewald Frank beginnt mit jenem überlegenen Lächeln, das Evä so haßt : , „Also... in dem Dorf, wo meine Wiege stand, gab es dreierlei Wunder. Den Dorfteich, in dem niemals ein Tropfen Wasser stand, den Bäcker, der außer seinem Handwerk im Winter Zähne zog, und im .Sommer, nach Bedarf der Dörfler, den Rattenfänger spielte, und die alte Borcharten, die mit dem Leibhaftigen im Bunde war!" „Und Sie, Herr Frank", warf Eva Wendenstett vergnügt dazwischen. „Es freut mich von Herzen, daß Sie mich, als über dem Durch- fchnitt, anerkennen, Fräulein Eva. Nun hören Sie aber weiter. Tie alte Borcharten war besonders zu Festzeiten auf dem Posten. Aber heute will ich Ihnen nur von bem alten Himmelsahrtswunder, das Sie noch nicht kennen, erzählen. Die Borcharten verriet gegen Geld, Hering oder euren Doppelschnaps, wie jeder in der Nacht vor Himmelfahrt, seine Bedrängnisse, Krankheiten und Feinde los zu werden vcruröchte, wenn er gläübigen Herzens! den Namen des Menschen, den er am liebsten auf der Welt hat, auf einen Bogen Papier schriebe. . . eine Rolle daraus formte ... sie an einen Stecken bände und um Mitternacht an einen stillen Ort brachte." „Ach. ." sagte Eva Wendenstett. . . „das ist ja heller Unsinn!" Mer sie konnte es doch nicht hinderst, daß in ihre Augtzn ein Schein aufmerksamen Lauschens kam. „Durchaus nicht, Fräulein Eva. Zuverlässige Leute haben mehr als einmal die Wirkung erprobt. Am Morgen ist jene Rolle regelmäßig verschwunden. Durch die Ehrlichkeit der Menschen und den festen Glauben an ihre Hilfe gerührt, tragen die Engel sie gen Himmel und . . . bringen es im Laufe der Zeit zustande, daß auch die Schreiberin für den Träger jenes Mannes das Teuerste wird!" _ Eva lachte spöttisch, weil sie hoffte, ihre Aufregung dadurch zu verbergen. „Und die alte Borcharten sieht sich mit den Engeln per Telephon in Verbindung und verrät ihnen jedesmal die Adresse der unbe- kannten Schreiberin! ?" Ewald Frank sieht sie nach diesem mit seinem strengsten Gesicht an. „O, Fräulein Eva, wie wenig Kinderglauben ist doch in Ihnen. Die Engel brauchen keine Borcharten. . die sehen sogar, wenn gewisse Leute in gewisse Rockärmel Maikäfer stecken und gewissen Reitschimmeln Knallfrösche unter den Schweif binden." Frau Wendenstett läßt die Zeitung wiederum sinken und sieht ihre Einzige zornig an. „Schämst du dich gar nicht, Eva, daß du Manieren wie ein Junge in seinen ärgsten Flegeljahren hast? Was wird dein Vater wohl sagen, wenn er von diesen beiden Sachen erfährt?" „Gnädige Frau," antwortete Ewald Frank an Stelle der dunkel Erglühenden. „Diesmal ist Fräulein Eva wahrhaftig unschuldig. Das wären ja mehr wie Straßenjungen-Gewohnheiten. Der Fritz Gaul, der gottlose Bengel, der schon lange für die Zwangserziehung reif war, ist's gewesen." Eva Wendenstett hätte ihn prügeln können/ Daß er es wagt, sie durch das Borschieben dieses notorischen Bösewichts vor dem väterlichen Strafgericht zu schützen, machte das Blaß ihres Zornes voll. Sie möchte am liebsten weinen und lacht doch, um ihn die Größe ihrer innerlichen Scham nicht merken zu lassen. Ein paar Augenblicke besinnt sie sich vergebens auf etwas, das ihn kränken könnte. Dann setzt sich endlich der größte aller Teufel in ihr rosiges Ohr und gibt ihr einen Rat. — „Gestern haben Sie mich übrigens etwas gefragt, Herb Frank," sagt sie forciert lustig: „Ob ich zufällig nicht wüßte, warum der liebe Gott .allen jungen Tamm zwischen 16 und 17 Lenzen ein besonders gutes Mundwerk verliehen habe. Ich vergaß. Ihnen das zu beantworten. Weil Sie mir nun aber doch die wunderschöne Engelgeschichte erzählt haben, will ich auch nicht so sein. Tas große Mundwerk muß sein, damit sie feste Radau schlagen können, wenn in Vaters Wwesenheit statt der gekauften 30, Zentner Sommerroggen mit SSicia Bilosa nur 22 auf den Speicher geschafft werden... die andern aber in einen dunkeln Winkel wandern, von wo!Äus sie dann nachts beiseite gebracht worden wären, wenn es keine junge DaMd zwischen 16 und 17 gäbe." Ewald Frank wird ordentlich blaß vor Schreck. Er versucht sich Frau Wendenstett gegenüber zu- verantworten. „Ich mußte gestern den ganzen Tag auf dem Felde sein, gnädige Fran", sagte er gedrückt „und ich !var ganz ruhig, weil ich den alten Hofmeister für eine ehrliche Haut hielt." . -/-Sie hat er auch weitertriumphierte Eva. „Sie widersteht allen Lockungen, die ihm eine Bereicherung an seines Herrn Gut verheißen. Nur keinen Schweinegrieben. Und die gab es gestern vormittag bei seiner Ehehälfte. Der alte Gaul hat ihn vertreten müssest. Sie kennen ihn doch, Herr Frank? Es ist der Vater von dem Bengel, der mit Maikäfern und Knallfröschen arbeitet!" Ewald Frank zeigte zum erstenmal keine Lust zur Fortsetzung semes Gespräches mit Eva. Er steht hastig auf und nimmt seine abseits liegende Mütze zur Hand. „Ich glaube, die Vesperstunde ist vorüber", sagt er zu Frau Wendenstett und geht intt leichter Verbeugung zur Tür hinaus. Kaum ist fein Schritt verhallt, als Eva ihre Predigt bekommt. Sie ist sehr reichlich und wenig auf den Ton milder Verzeihung gestimmt. „Du bist ein unausstehliches Mädchen, Eva, und ich hätte lieber sieben Jungen, als dich." „Ach! Mutti." „schweig Mr Du weißt ganz gut, welches großes Opfer Herr Frank beuiem Vater mit dieser Vertretung bringt, weißt, daß er extra um ihretwillen sich noch nicht selbst angeiauft hat, kurz, daß er keineswegs der erste beste bezahlte Mensch ist, sondern ein tüchtiger, ja genialer Landwirt, dessen Anwesenheit deinen Vater mehr wie beruhigt. Ich bin wirklich außer mir. Ja, wenn es nicht m 5 Tagen Nimmelfahrt ioäre und das neue Schulviertettahr ruckst.fchrm zu toeit vorgeschritten, ich schickte dich iioch heute zu Rickers nach Schlehendorf tn Pension!" „Mattel, gutes, goldenes Mattel, unb das alles wegen Herrn Frank?" „Nein, überhaupt, Eva. Dein Benehmen gegen ihn sestigt nur unfein Entschluß. Es ist zu deinem Besten. Denkst da vielleicht, daß dich jemals ein Mann lieb haben kann, weine du so bleibst? Sag mir, was Hirt dir Herr Frank getan? Warum machst da ihn zum Spielball deiner tollen Einfälle?" „Weil ich ihn so unaussprechlich hasse. Matter. Ich könnte ihre totschlagen, ich kann ihn nicht mehr sehen, ich. . ." Und sie wirft sich mit lautem Aufschluchzen an das Herz ihrer Matter. Frau Wendenstett lächelt and fährt lauft über den braunen Zopf ihres zitternden Kindes. „Sei ruhig, mein Kleines," sagt sie weich. „Er haßt dich ebenso tief and leidenschaftlich wie dn ihn, und er kommt dir ja bald aas den Augen." IW Eva sich endlich aas den Armen ihrer Matter aufrichtet, hat Frau Wendenstett feuchte Augen. Eva aber einen Ausdruck hülflosen Jammers im Gesicht and ein ganz durch-, näßteS Taschentuch in den Händen. Draußen aber will sich die goldene Maiensonae Über das Versteckspielen der jungen Herzen halb tot lachen. * Eva Wendenstett und Herr Frank sind „böse" miteinander. Es hat nicht etwa eine neue Explosion in ihnen stattgefundcn. Sie hätten sich einfach seit ihrem letzten Gespräch, in dem die Knallfrösche und der Sommerroggen die alte Borcharten schließlich in den Schatten stellten, voneinander fern. Eva Wendenstett fühlte sich dabei totanglücklich. Benn c3 mcht gerade Maienzeit wäre und die ersten Kreikcn begannen, sich gelblich zu färben, möchte sie am liebsten sterben. Ob Ewald Frank and) sterben möchte, weiß sie nicht. Schließlich ist der Mai mit einförmigen Schritten zur Ruhe gegangen unb die Nacht, die beit Himmelsfahrtstag im Schoß hält, zieht herauf. „ ^a kann nicht schlafen. Sie bildet sich ein, daß, seitdem ihr die Mutter von Ewald Franks Gegenhaß gesprochen hat, sie überhaupt noch nicht schlief. , Die dumme Geschichte vvn der Borcharten spukt ihr ewig im Kopf herum. Wenn sie es vielleicht doch mit dem Anfschrciben einest Namens versuchte und den Stecken an einen Ort trüge, an den niemand käme. . . . Nein, das geht nicht. Herr Frank komnit jetzt in alle Ecken und sieht nach, ob nicht irgendwo Sommerroggen mit Bicia Bilosa versteckt ist. Wenn die Rolle dabei in seine Hände siel, wenn das Wunder und die Engel ein Scherz gewesen. Aber wenn doch etwas dran wäre. . . Warum soll es das nicht geben? Glauben benit nicht viel verständigere Leute als sie, an das Dellergreifen des Silvesters and das Heilende Wasser der Osternacht? t Ist «licht feige, den einzigen Weg, der vielleicht aus der duiiklen Trauer in das Licht führen kann, unversucht zu lassen. Aber sie kann doch nicht ihr Geheimnis Preisgeben. Den Namen dessen dein Papier ausliefern, beit sie lieb hat. , Sie denkt voller Andacht und kindlicher Hoffnung über einen Einfall mach, der sie, selbst wenn sich ein Unberufener ihrer Rolle bemächtigen sollte, vor Scham schützt. , Und endlich fomint ihr eine Erleuchtung. Sie springt auf, greift zur Feder und schreibt auf einen Bogen ganz dick einen Namen. Dann preßt sie ein weißes Löschblatt auf die nasse Schrift, berbreunt das Original, und tut mit bem Abdruck nach Ewald Franks Erzählung. Eiligen Schrittes huscht sie über den Rasenplatz zur Laube hinüber, deren blauer Flieder schwul in die Nacht duftet. Ms sie gerade am (Singtoiig steht, sieht sie kaum zehn Schritt vvn sich entfernt einen Mann, auf dessen Nase ein Strahl bläu-, lichen Mvndenlichts liegt. In demselben Augenblick weiß sie auch, iucr der andere tzdachtwandler ist. Solche Nase hat nur Ewald Frank. Auch er trägt eilte Rolle in der Hand und hat die Augen geschlossen, als ob er schliefe. Eilig wendet sie sich, um Reißaus zu nehmen . . . Aber Herr Frank ist schneller als sie. Er hat sie augenscheinlich nicht gesehen, denn er prallt unsanft mit ihr zusammen, weil der Mond hinter eine Wolke geschlüpft ist. Die Rollen gleiten ihnen aus den Händen. Friedlich liegen sie nebeneinander im Kies, und Frank tut, als sei er tödlich erschrocken. Schließlich murmelt er etwas Unverständliches . . . neigt sich herunter und drückt Eva die eine der Rollen in die Hand. Wie der Wind läuft sie ins Haus zurück und hört nicht, was sich die. Nachtigallen am Teich zujanchzen. Erst oben im Schutz ihres Stübchens sieht sie sich die Rolle, di« nun doch ihren Zweck Verfehlte, an. Da merkt fie, daß list 268 aus weißem, glatte» Papier besteht, und daß Ewald Frank ur der Eile und Aufregung ihr Löschblatt mit der geheimnisvollen Spiegelschrift mit sich nahm. Mit zitternden Fingern löst sie den Faden, der das Papier zusammenhält. Ein Name sieht ihr entgegen, Ihr wird plötzlich ganz matt und ohnmächtig ... . Ihr Name. . . und darunter mit Ewald Franks schöner, klarer Handschrift: _ . „Ich vertraue den Engeln. Sie werden dir mwn, m der Himmelfahrtsnacht den Weg in mein Herz zeigen . . ." Da wirst sie die Mine über den Tisch und legt ihr braunes Haupt, auf das der Nachttau in schimmernden Tropfen blnikt, darauf... . Dann faltet sie die Hande und bittet ganz demütig: „Lieber Gott, der du solch wunderschönes Fest wie Himmelfahrt ist, gemacht hast ... gib auch, daß Ewald Frank meine Spiegelschrift herauskriegt . . ." Vsrm^ehtss. ** Ggs fer nio e r k. In den Vereinigten Staaten, ivo die Uebertmgung elektrischer Energie auf sehr große Entfernungen sehr verbreitet ist, auch Fernheizwerke vielfach im Betriebe sind und sogar die Verteilung von Kälte zur Kühlung der Speisen und der Luft mit Hülfe auhsgedehnter Rohrnetze in den Großstädten mehr und mehr in Aufnahme kommt, beginnt man neuerdings' auch, Leuchtgas für Licht- und Kraftzwecke unter hoheur Druck auf große Entfernungen zu verteilen. Eines der größten Gasfernwerke ist nach dem „Prometheus" das der Western United Gas and Electric Compauh in Aurora in der Nähe von Chikago. Dieses Werk versorgt in 25 verschiedenen Städten 19 600 Abnehmer mit Gas. Die Gesamtlänge des Rohrnetzes betrügt 690 Kilometer, die grösste Entfernung zivischen Gasanstalt und Berbrauchsstelle 83 Kilometer. Der Betrieb des Werkes begann im Jahre 1902 mit einer 20 Kilometer langen Gasfernleitung. Die Fernleitungen bestehen ganz aus gezogenen Stahlrohren, von 19 bis 203 Millimeter Durchmesser, die durch Muffen miteinander verschraubt und etwa dreiviertel Meter tief im Erdboden verlegt sind; mir für die Verteilungsleitungen in den einzelnen Städten sind gußeiserne Niederdrnckrohre verwendet worden. Die Hochdruckleitungen werden auf fünf Atmosphären geprüft. Das Gas wird in vier Gasanstalten, die zusammen täglich 76 000 Kubikmeter liefern, hergcstellt und durch Dainpf- kompressoren auf 2,1 Atmosphären Druck gebracht, Au den Ver- teilungKstellen wird dieser Druck durch geeignete Drosselventile reduziert, * K annS t. Hubert u 8 wirkli ch a l s Schn tz Patron der Jäger bezeichnet tu erden? Die Verehrung des hl. Hubertus als des Schutzpatrons der Jäger stützt sich bekanntlich auf die Legende von seiner Bekehrung durch das Erscheinen eines Hirsches mit dem Kreuz zwischen dein Geweih. Zn dieser Legende macht Prof. Dr. A. Schwappach von der Forstakademie Eberswalde interessante Ausführungen in seiner „Entwicklungsgeschichte der Jagd", die ein Kapitel des neuen Povulärwissen- schasllichen Prachtwerkes von Haus Kraemer „Der Mensch und die Erde" (Deutsches VerlagshauS Bong u. Co., Berlin W. 57) bildet. An. der Hand des sorgfältig gesanunelten Urkundeir- materials weist Prof. Schwappach nach, daß hier eine Verwechselung zwischen dem hl. Hubertus und dem hl. Eustachius vorliegt, der ungefähr vier Jahrhunderte vor dem hl. Hubertus lebte und von dein dieselbe Bekehrnugsgeschichte erzählt wird. Professor, Schwappachs Darlegungen werden ergänzt durch Reproduktionen von Türerschen und Beughelschen Bildern, die denselben Gegenstand behandeln und weitere Beweisstücke für Schwappachs Aufsasfung bilden. „Jemanden beim Schlafittchen kriegen." Was diese Redensart bedeutet, wissen wir alle. Wir denken uns darunter ein derbes Abschütteln unter Anlvendnng von Gewalt, um jemanden zurechtzuweisen oder hinanszustecken. Da wir bei diesem „Polizeigriff" meist nach dem Kragen rind Rock- Henkel des anderen meuchlings streben, so könnte man glauben, das „Schlafittchen" ist ein Teil der Kleidung oder wohl gar ein Körperteil, der dort seinen Sitz hat. Das ist nun freilich eine irrtümliche Mnahme. „Schlafittchen" ist eine ländliche Verkürzung des „Schlagfittichs" der Gans. Hat matt den Vogel erst bet den starken Schlagfittichen, so ist es auch um seine Freiheit geschehen. „Bei den Schlagfittichen" wurde also von bequemen Zungen, wahrscheinlich zuerst int Sachsenland, vereinfacht gesprochen, „beim Schlafittchen", wie ja der Sachse auch einen rüpelhaften Kraftprotzen als „Schlagetot" bezeichnet, wofür er aber gemütlich sagt: „Schladod". , '"D Karl Simrock. Sein Leben und Schaffen von Gvtt- hold Klee. Mit Simrocks Bildnis und eittetn Stammbuchblatt als Handschriftprobe. Leipzig, Max Hesses Verlag. — Man hat Simrock bisher zu wenig gewürdigt, und es tväre jetzt an der Zeit, ihn gerechter zu beurteilen. War er doch einer der begeistertsten Vorkämpfer des Deutschtums. Seinen Nebersetznngen des Nibelungenliedes, der Gudrun, Wolframs von Eschenbach, Walthers von der Vogelweide, des Heliand, ist es vor allem zu danken, wenn in weiteren Kreisen Kenntnis und Vertrautheit mit den uralten Schätzen deutscher Heldensage gewachsen ist. S» gut wie nicht gekannt ist sein „Amelnugenlied". In der Regel wird es für eine Uebertragnng aus dem Mittelhochdeutschen gehalten, während es eine vollständige Nendichtnng ist auf Grund aller Epenstoffe. — Wieder liegt uns eine nette Serie der bekannten Halleschen „Hendel-Bände" vor: Bibliothek der Gesamtliteratur des In- und Auslandes (Halle a. S., Verlag von Otto Hendel.) Zunächst Paul Gerhardts Geistliche Lieder, aus Anlaß der Paul Gerhardt-Feier erschiene». Diese wohlfeile Ausgabe enthält sämtliche religiöse Gedichte Gerhardts, soweit sie uns erhalten sind, in ihrer ursprünglichen Form. —. Gudrun, in der Simrockschen Uebersetzung, bildet das nächste Bändchen. Dieses große Epos ans dem Sagenkreis der Nordsee, das hohe Lied von der Treue, wird recht bezeichnend auch wohl „Die Nebensonne der Nibelungen" genannt; es bildet gewissermaßen ein Seitenstück zutn Nibelungenliede. Dir hier vorliegende Gudrun-Uebersehung, die einer weiteren Empfehlung ja nicht bedarf, schließt sich deut unlängst in der „Bibliothek der Gesamtliteratur" erschienenen Nibelungenliede in der Ausstattung ganz an und darf derselben weiten Verbreitung sicher sein, wie dieses. — Ein weiteres Bändchen enthält dir Ge-, dichte v v n A n a st a s i u s G r n n (Anton Graf von Auerspergs Des Hirte» Mailied. (An? den ersten Maitagen des Jahres 1907.) 1. Von Sounenwärme keine Spur, Obwohl der Mai gekommen. Ein Sturmwind braust durch Wald und Flur, Kein Lied wirb mehr vernommen. 2. Der Regen peitscht das Haus erbost, D'rin Feuer glüh'» und flackern! Doch kommt vom Hoi ein Frühlingstrost: Der Henne Glucken, Gackern. 8. Sie freut sich ihrer jungen Brut Troß Kälte, Sturm und Nöten: Das läßt auch mich mit frohem Mut Ein Lied schalmei'n und flöten. 4. Im winterkalteu Monat Mai Von ueunzehnhundert sieben, Vlas ich am Ofen die Schalmei Den Kindern, meinen Lieben. Dr, F. K. in Gieße». Charade. Nachdruck verboten. Einst zogen drei Wandergesellen Durch's Erste mit munterem Schritt. Es trieb mit Gewalt sie iit’s Freie; Denn länger bei „Zweie und Dreie" Zu bleiben gefiel ihnen nit. Im blühenden Frühlingsgeschmeide Erglänzte die lachende Welt. Da sanden beim Sonnenstrahle Die Burschen da? Ganze im Tale, Nur war es so schlecht nicht bestellt. Selddrilt ging es eilig zur Schänke. „Herr Wirt, bringt Erquickung uns schnell Und schaut, was gesunden wir haben — Juchheißa! Wie soll es uns laben! — Werft schnell es hinein in den Quell." Sie tranken und schwelgten glückselig. . Doch ivehe l Bald folgte die Pein: Wie tot sand in Eins man sie dorten; Denn — ach! — ihr Zwei-Drei geworden War's Ganze. Was mag das wohl fein ? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung de8 Kreuzrätsels in voriger Nummerr S 8 B c e a h m n Sehe i d e g g Semi rami s Band agi b t ernt g i s g s t Redaktionr Ernst Hetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«.