g-t>-x= ; WMU N i l»'-l W i : i tsyffnf MlWL—W. ’p . «Äi0S AW Ms8 sWUM» £äs£ji Der Jall Harneit. Novelle von Ne in Hold Ortmanu. ?^chdrnck verboten. _ , tFortlehung/ „Ach, was frage ich darnach- . wird mir ohnedies nachgerade schon beinahe zuviel. — Nachdem diese greulichen Zeitungen sich der unglückseligen Affäre bemächtigt und von meiner erfolgreichen Kur törichterweise wie von etwas ganz außerordentlichem gesprochen haben, kann ich mich vor hülfesuchenden Patienten kaum noch retten. Als wenn nicht jeder halbwegs geschickte Arzt an meiner Stelle genau dasselbe geleistet haben würde!" „Nein, Doktor Chilton, Sie sollen Ihr Verdienst nicht verkleinern. — Ich weiß genau, daß ich ohne Sie längst auf dem Kirchhof liegen würde. Und ich habe guten Grund, dem Zufall dankbar zu sein, der bei meiner ersten. Erkrankung gerade Sie vor den übrigen Aerzten eintreffen ließ. — Was aber Ihren Reisevorschlag betrifft, so müssen Sie mir's schon verzeihen, wenn ich diesmal Ihre Verordnung nicht befolge. Ich habe hier so viele Verpflichtungen, daß ich mich ihnen nicht einfach durch die Flucht entziehen kann. Und ich. würde es auch an keinem anderen Orte aushalten als hier, wo ich mich doch dann und wann ein bißchen nützlich machen kann," „Und die Gefahr für Ihr Leben, Miß Garnett? Wenn es nun der Polizei auch diesmal nicht gelänge, den elenden Schurken ausfindig zu machen, vor dessen verbrecherischen Anschlägen auf Sie wir hier alle zittern, könnten Sie bamt auch nur noch eine einzige ruhige. Stunde haben?" „O ja, lieber Doktor! — Mein Leben steht in Gottes Hand — so ober so. Vor Krankheit, Unglück ober menschlicher Schlechtigkeit würde ich in Kalifornien ober in Europa nicht sicherer sein als hier. Und es würbe mir sehr töricht Vorkommen, wenn ich mir einbilbete, meinem Schicksal durch eine Eisenbahnfahrt ober eine Schiffsreise entrinnen zu können." „Sie sind eine seltene Frau, Miß Garnett i — Aber ich wundere mich, bei meinen Besuchen in Ihrem Hause noch immer denselben Gesichtern zu begegnen. Da einer aus Ihrer Dienerschaft hoch unter allen Umständen der Schuldige sein muß, scheint es mir dringend geboten, sie alle miteinander zu entfernen." Doch das alte Fräulein schüttelte abermals den Kopf. „Ich habe mich einmal auf das stürmische Andrangen meines Neffen dazu entschlossen, aber ich ioetbe mich nicht zum zweitenmal derselben Ungerechtigkeit schuldig machen. Alle diese Leute haben mir bisher nicht den geringsten Anlaß zur Klage oder zum iMißtraneu gegeben, und wenn sich meine Erkrankung wirklich nicht anders als durch ein Verbrechen erklären läßt, so glaube ich doch nicht daran, daß der Verbrecher unter meinen Leuten zu s ucheu ist. Sie alle sind mir herzlich ergeben und ich habe, keinem von ihnen etwas angetan, das ihn mit solchem Haß gegen mich erfüllen müßte." „Es ist nicht immer der Haß, der die Handlungsweise eines Mörders bestimmt, Miß Garnett! > Ein viel häufiger vorkom« mendes Motiv ist die Habsucht, und schon mancher hat sich durch Bestechung zu einem Verbrechen verleiten lassen." Die Kranke machte eine abwehrende Handbewegung. „Quälen Sie mich nicht mit diesen unerfreulichen Dingen, Doktor Chilton! — Ich wollte, man wäre mit der Anzeige nicht so voreilig gewesen, denn mit meiner Zustimmung würde sie niemals erfolgt sein. Ich kann nur mit Grauen an die Vernehmungen und Belästigungen denken, die jetzt wieder über mich kommen roerden. Und ich zittere bei der Borstellnng, daß sich der Verdacht abermals gegen schuldlose Personen richten könnte." „Nun gut, sprechen wir also nicht weiter davon!" erklärte der Arzt, indem er sich zum Aufbruch anschickte. „Eine neue Arznei brauche ich Ihnen vorläufig nicht zu verschreiben. Es genügt, wenn mir bei der früher verordneten bleiben. Hoffentlich finde ich Sie ja morgen schon wieder tun ein gutes Stück weiter in der Rekonvaleszenz," Bei der Verabschiedung machte er Margaret abermals eine ausgesucht höfliche Verbeugung, und sie glaubte wiederum das begehrliche Flimmern in seinen dunklen Augen zu sehen. Ein so schöner und sympathischer Mann dieser Doktor auch immer sein mochte, bas Interesse, bas er ganz unverkennbar an ihr nahm, verursachte beut jungen Mädchen doch ein eigentümliches Unbehagen, und sie nahm sich vor, ihm künftig nach Möglichkeit aus dein Wege zu gehen. Am nächsten Morgen erhielt Mr. Concstock vom „Morning Telegraph" einen Brief, in welchem ihm Miß Margaret Barry- more mitteilte, daß sie zu ihrem Bedauern den in sie gesetzten Erwartungen nicht entsprechen könne, weil sie nicht die geringste Eignung für bett ihr zugedachten Reporterberuf besitze. Sie dankte dem Redakteur für seine freundliche Teilnahme und fügte hinzu, daß sie die Stellung einer Gesellschafterin bei Miß Garnett wirklich angenommen habe. Zant Schluß aber bat sie Mr. Com- stock noch auf das all er herzlichste, das bedauernswerte alte Fräulein künftig weder durch lästige Erkuitdigungen noch durch indiskrete Zeitungsartikel zu beunruhigen, da sie den dringenden Wunsch hege, von ihrem „Fall" tu der Oeffentlichkeit möglichst wenig Aufhebens gemacht zu sehen. Als bald nachher Mr. Carter in der Redaktion erschient, zeigte ihm Mr. Comstock diesen überrafchendett Brief. Und der Reporter lächelte. „Ich mußte von vornherein, daß Sie da keine sonderlich glückliche Wahl getroffen hatten. Diese junge Dame mochte alle erbenklichen liebenswürdigen Eigenschaften haben, für den Re- porterdienst aber eignete sie sich nicht. Glücklicherweise können mir, soweit der Fall Garuett in Frage kommt, ihren Beistand auch recht gut entbehren. Ich habe während der letzten Stunden allerlei interessairte Entdeckungen gemacht, die die Affäre in einem ganz neuen Lichte erscheinen lassen. Und ich wittere für den „Morning Telegraph" eine großartige Sensation.'" „Alle Wetter — bad wäre! — Was haben Sie denn ans- gekundschaftet, lieber Carter?" „Unter dem Siegel des Redaktionsgeheimnisses, Mr. Comstock: der Gisintörder heißt Murton Rahward." — 142 — Der Redakteur machte ein ungläubiges Gesicht. „Ich werde mich wohl hüten, eine solche Behauptung in meinem Blatte auszustellen. — Datz nach dieser Richtung hin kein Verdacht bestehen kann, ist doch längst erwiesen." „Nur gemach! — Halter: Sie mich für einen Mann, der leichtfertig in den Tag hineinschwatzt? — Man hielt MißGar- netts Neffen für unverdächtig, weit er für einen reichen Mann galt und weil es hieß, daß er beim Tode seiner Tante überdies gar keine nennenswerte Erbschaft zu erhoffen habe. Finden Sie nicht, Mr. Comstock, daß die Sache ein wesentlich anderes Aussehen gewinnt, wenn sich die eine wie die andere Voraussetzung als hinfällig herausstellt?" „Und das wollen Sie ermittelt haben?" „Jawohl. ■ — Morton Rayward ist ein finanziell nahezu ruinierter Mann. Er hat sein ganzes Privatvermögen in ein schwindelhaftes Minenunternehmen gesteckt und es ist tausend gegen eins zu wetten, daß er auch den Kredit, den er als Teilhaber der Firma Henderson u. Co. genießt, für seine privaten Interessen bereits bis an die äußerste Grenze des Möglichen angespannt hat. Wenn die Geschichte da unten in Leadville in die Luft fliegt, ist er fertig. Und nach meinen Jnfornlationen kann das ebensogut morgen wie in vier Wochen oder einem halben Jahre geschehen." „Sie haben das sicherer Quelle, Mr. Carter?" „Aus der allersichersten. Mr. Rayward hat zwar seine Privatgeschäfte mit großer Heimlichkeit betrieben, aber der Makler Doyle, mein Freund von der Börse, ist ein Mann, der das Gras wachsen hört. Und der konnte mir sogar die Summen nennen, die der leichtsinnige junge Mann an das hoffnungslose Unternehmen gewendet hat." „Das ist allerdings ein Umstand von einiger Wichtigkeit. Und die Erbschaft? — Man sagte doch, Miß Garnett werde ihr ganzes Vermögen wohltätigen Stiftungen hinterlassen." „Das ist ursprünglich auch ihre Absicht gewesen. Ich hab' Mich's zwei Tage Zeit und mindestens zehn Dollar für geistige Getränke kosten lassen, um das Vertrauen des ehrenwerten Herrn Amos Fane, seines Zeichens erster Schreiber bei dem Advokaten Loftus, dem Sachwalter des Fräulein Garnett, zu gewinnen. Und als ihm der Champagner-Cobbler endlich die Zunge gelöst hatte, hat dieser vortreffliche junge Mann mir verraten, daß Miß Garnett kurz vor ihrer ersten schweren Erkrankung ihr früheres Testament aufgehoben und ein neues errichtet hatte, in welchem zwar noch viele Legate für gemeinnützige Einrichtungen ausgesetzt, ihrem Neffen aber runde vier Millionen Dollars vermacht waren. Das wäre mehr als genug, ihn aus all seinen Verlegenheiten zu befreien. Und es macht ihn durchaus nicht weniger verdächtig, daß er sich den Anschein gibt, nichts von dieser testamentarischen Verfügung zu wissen, sondern geflissentlich überall verbreitet, er werde bei dem Tode seiner Tante ganz leer ausgehen." „Sie sind wahrhaftig ein Teufelskerl, Carter! — Und Sie glauben, daß man es Wäger: kann, diese Dinge zu veröffentlichen?" „Noch nicht! — Wenn wir erst einmal zum Schlage ausholen, muß es en: Schlag werde::, der bei: Schuldigen rettungslos vernichtet. Mr. Amos Fane hat mir versprochen, eine Abschrift des Testaments zu beschaffen. Und bis sie in meinen Händen ist, hoffe ich noch einiges weiteres Material besorgt zu haben. Auf ein paar Tage mehr oder weniger kann es jetzt nicht ankommei:. Der wackere Dr. Chilton wird schon dafür sorgen, daß Miß Garnett nicht etwa inzwischen einem neuen Anschläge ihres liebevollen Nesfen zum Opfer fällt." „Ein famoser Bursche, dieser junge Doktor, von dessen Ruhm jetzt ganz Newhork voll ist. — Wenn Ihre Vermutungen zn- treffm, dürfte Mr. Morton Rayward ihm nicht sonderlich gewogen sein." „Nun, er kann sich leicht darüber trösten. Erstens hat ihm seine letzte Wunderkur an Miß Garnett eine Riesenpraxis eingebracht, und zweitens wird er bei dem dermaleinstigen Tode des alten Fräuleins noch einen weiteren goldenen Lohn seiner Geschicklichkeit ernten. Mein neuer Freund Amos Fane hat mir verraten, idjaß ihm das nette kleine Legat von hunderttausend Dollars zugedacht ist." Mr. Comstock lachte. „Hoffentlich war die freigebige Miß klug genug, ihm nichts davon zu sagen. Denn es wäre einigermaßen begreiflich, wenn die Aussicht aus solche Erbschast seinen Eifer, das Leben der Patientin zu verlängern ein wenig erkalten ließe. — Aber Sie haben recht, Carter, wir wollen unser Pulver nicht vorzeitig verschießen, zuu:al wenn Sie sicher sind, daß uns kein Konkurrenzblatt zuvorkommt. Sparen Sie picht mit den: Gelbe und setzen Sie alles daran, daß die Beweiskette lückenlos ist, wenn wir mit unserer Veröffentlichung herausrücken." Seine kleine Verstimmung über Miß Margaret Barrymore's Brief war ganz und gar verflogen, und er gewann es sogar über sich, ihr mit einigen liebenswürdigen Zeilen zu antworten, die sie zu der erfreulichen Wendung in ihren Verhältnissen beglückwünschten. Drittes Kapitel. Die tiefe Verehrung, die schon der erste Eindruck von Miß Garnetts Persönlichkeit Margaret eingeflößt hatte, wurde mit jedem Tage, den sie in der Gesellschaft des alten Fräuleins verlebte, inniger und herzlicher. Und gewiß würde sie sich unter dem Dache des stillen Hauses sehr glücklich gefühlt haben, wenn nicht Miß Garnetts Befürchtungen hinsichtlich der durch die Untersuchung zu erwartenden Unruhe und Widerwärtigkeiten I vollauf in Erfüllung gegangen wären. Während der ersten Woche von Margarets Anwesenheit war in der Tat kein Tag vergangen, an den: nicht der eine oder der andere Polizeibeamte erschienen wäre, um eine Unmenge von Fragen an die alte Dame oder an ihre Hausgenossen zu richten, und es war wohl begreiflich, daß sich aller Beteiligten bald eine hochgradige Mrvosität bemächtigt hatte. Jeder Einzelne hatte das Gefühl, daß eine drohende Wolle über seinem Haupte schwebe. Denn solange sich hinsichtlich der Person des Schuldigen noch nicht der geringste greifbare Anhalt ergeben hatte, mußte jeder, der zur Zeit des Vergistungsversuchs in Miß Garnetts Umgebung geweilt hatte, Äarauf gefaßt sein, daß der Verdacht sich gegen ihn wenden könnte, und mißtrauisch ging einer dem andern aus dem Wege. . Dazu kam, daß die Newyorker Zeitungen s:ch noch immer sehr angelegentlich mit der piysteriüsen Vergiftungsaffäre beschäftigten und sich nach'Art der amerikanischen Blätter in den abenteuerlichsten Kombinationen ergingen, ohne viel Rücksicht auf die Empfindungen und Wünsche der Beteiligten. Einzig der I„Morning Telegraph" verhielt sich ganz schweigsam. Eine volle Woche hindurch hatte er den Fall Garnett mit keiner Silbe erwähnt, und Margaret war voll aufrichtiger Dankbarkeit für ine Liebenswürdigkeit Mr. Comstocks, da sie nicht zweifelte, daß es ihre Bitte gewesen sei, die solche Wirkung gehabt. Sie nahm es mit de:: übernommenen Pflichten sehr ernste und sie war glücklich, zu sehen, daß ihr Miß Garnett eine stetig wachsende Zuneigung entgegenbrachte. Die eigentliche Pflegerin war schon am zweiten Tage nach Margarets Eintritt entlassen worden und die junge Gesellschafterin ließ sich's nicht nehmen, I alle die kleinen persönlichen Dienstleistungen, deren eine Rekonvaleszentin bedarf, selbst zu verrichten. Da sie fast nie von der Seite des alten Fräulein wich und da Morton ebenfalls jede freie Stunde bei seiner Tante zubrachte, sahen sich die beides jungen Leute sehr häufig. Aber wenn Margaret anfangs mit einer zwischen Furcht und Hosfnung schwankenden Empfindung erwartet hatte, daß Morton versuchen würde, der so jäh unterbrochenen Idylle von Springsield eine Fortsetzung zu geben,' so mußte sie bald inne werden, daß er eine solche Absicht nicht hegte. Wohl glaubte sie manchmal wahrzunehmen, daß seine Augen mit einem halb zärtlichen und halb wehmütigen Ausdruck auf ihr ruhten, aber den alten kameradschaftlichen Ton schlug er auch dann nicht an, wenn sie einmal zufällig für kurze Zeit allein miteinander waren und es war vielmehr gerade bann eine beinahe auffällige Zurückhaltung unb Gemessenheit | in seinem Benehmen. „Damals hielt er mich für eine rerche junge Dame , dachte Margaret mit schmerzlicher Bitterkeit, „die arme Gesellschafterin aber hat für ihn natürlich alles Interesse verloren." Es war keine vermessene Hoffnung, die sie mit solcher Er- I kenntnis zu Grabe trug, denn nicht einen Augenblick hatte sie im Grnst an die Möglichkeit gedacht, datz der Neffe der Millionärin I sie zum Weibe begehren könnte, aber fie meinte, um ein weniges I freundlicher und herziger hätte er sie doch! behandeln können । unb manche verstohlene Träne netzte in der Stille der erster; I Nächte die Kissen ihres Lagers. (Fortsetzung folgt.) Erkältmrge«.") Vor: Professor G e r b er. Die häufigsten akuten Entzündungen der Stimmorgane sind die durch die sogenannten Erkältungskrankheiten bedu-.gten. Der Begriff der Erkältung hat im Saufe der Zett mannigfache ~~~*) Wir^ittnehmen die nachstehenden Ausführungen dein in der Sammlung Aus Natur und Geisteswelt erschienen Bandch«i lwe* die menschliche Stimme und ihre Hygttne vvn Professor Gerber, — 143 — wie oben Bei einem gesunden, körperlich richtig erzogenen, an Kält^- einwirkungen und Temperaturdisferenzen gewöhnten Menschen, tttrz bei dem abgehärteten, wetterfesten, arbeitet die Haut, geschildert: die Hautnerven merken sofort, daß ein Kältererz vorhanden und melden es den Kapillaren, die sich sofort zusammenziehen (Säget-). Bei einer Haut aber, die an solche regulierende Tätigkeit gar nicht gewöhnt ist, die verwöhnt ist, haben di« Hantnerven ihre Meldeaufgabe verlernt, die Kapillaren sind erschlafft, können sich schlver weder mehr prompt zusammenziehen noch promt ausdehnen. , r ... Diese Erschlaffung der Kapillaren wird auch bewirkt durch! zu starke Zimmcrheizung, zu warmes Schlafen, besonders mich durch zu warme Kleidung. Bei zu weit geöffneten Kapillaren tritt nun weiterhin rwch eine leichtere Schweißbildung ein, die eine zu starke Verdunstung auf der erhitzten Haut herbeiführt nnd dann wiederum ihrerseits zu Erkältungen leichter disponiert. Bei sonst abgehärteten Menschen bewirken lange, depotenziereude Krankheiten, Blutarmut, schlechte Ernährung und ähnliches gleichh falls eine solche Gefäßerschlaffung. Sich gegen Erkältungen abhärten wird also vor allein bedeuten, seine Haut, seine Hautnerven und -Gefäße zur Erfüllung dieser ihr von Natur zufallenden Aufgabe geeignet zu machen, sie durch Uebnng und Gewohnheit dazu zu erziehen. Wozu z. B. ein Halstuch? — Sehen sie sich doch unsere See- leute an, die in jeder Jahreszeit mit tiefentblößtem Halse gehen. Haben diese häufiger Halsschmerzen? Im Gegenteil. — Es ist eine bekannte Tatsache, daß unter den Teilnehmern der Nordpolexpeditionen überhaupt keine Erkältungen beobachtet lvorden sind. Allerdings auch deshalb, weil jene Gegenden ftei von Bakterien find. Die Tatsache zeigt aber auch, daß die Kältewirkung allein es nicht macht. Nur der Wechsel von Kälte und Wärme an einem nicht daran gewöhnten, nicht richtig darauf reagierenden Körperteil kann Erkältung herbeiführen. Tas wird aber an einem mit Tüchern, Pelzkragen und dergleichen bekleideten Halse viel leichter geschehen können. Denn ein luftdichter Abschluß ist natürlich nicht möglich, nni> die zwischen Hals und Tuch doch unvermeidltch hier und da hineinblasende Luft trifft nun auf eine durch den eben noch gehabten Schutz und die Reibung viel zu sehr erwärmte Körperstell«. Tas natürlichste Mittel zur Abhärtung ist viel Aufenthalt im Freien, vor la-Uem Spazierengehen und alle im Freien betriebenen sportlichen Uebungen. „Freiluft und Freilnht" muß die Losung sein. Fuhren doch viele den Reichtum schöner Gesangstimmen unter den Italienern auf deren zum größten Teil im Freien verbrachtes Leben zurück. Mich bei uns smd nicht die schlechtesten Tenöre vom Kutscherbock heruntergeholt worden, z. B. Wachtel und Bötel. — 2. Kommen wir nun zweitens zur Sanierung der Luftwege selbst, so braucht hierüber erst recht nicht viel gesagt zu werden. Tie Schleimhaut der Luftwege ist, wie oben erwähnt, in gesundem Zustande gegen das Eindringen der Bakterien wohl geschützt, wenn sic! auch nicht eine so feste Deck« hat wie die äußere Haut. Ist sie aber irgendwo durch eine Entzündung, einen Katarrh, eine Wunde, eine Neubildung, kurz irgend etwas Krankhaftes alteriert, so haben die in uns und um uns, besonders in den Körperhöhlen sich stets herumtreibenden_ oder stets leicht in sie ttiueingelaugenden Bakterien leichtes Spiel. Zunächst ackfo haben wir für reine Luft um uns zu sorgen, dann die Schleimhäute intakt zu erhalten und schließlich die Bakterien zu entfernen oder unschädlich zn machen. Das muß den zweiten Teil unserer Bemühungen bilden, uns gegen die sogenannten Erkältungskrankheiten zu wappnen. Das Sntakthalten der Schleimhäute und die Entfernung der Bakterien erreichen wir gleichzeitig durch regelmäßig« Säuberung, durch Fortschaffen der in den betreffenden Höhlen stagmerenden Produkte und Sekrete, durch Reinigen und Desinfizieren und schließlich tünch durch Abhärten, besonders der Schleimhäute der Mund- und Rachenhöhle, nötigenfalls aber auch der Nasen- und Kehlkopfräume. , „ , „ . Hat irgendwo nun in den Atmungswegen eine akute Entzündung Platz gegriffen: ein stärkerer Schnupfen, eine Angina, ein Kehlkopfkatarrh, feien sie durch Erkältung, Ueberanstrengung oder was sonst immer bedingt, so heißt für Redner. Sänger und alle die, denen die Stimme Berufsorgan ist, die Losung: Ruhe, Schonung. Nicht, was sie in solcher Zeit zu tun haben, :st wichtig, ihnen zu sagen, sondern das, was sie zu lassen haben. Besondere ärztliche Maßnahmen erfordern solche akuten leichten Entzündungen meistens gar nicht. Sie klingen gewöhnlich in kurzer Zeit ab, trenn das erkrankte Organ einfach ruht, wenn eS geschont wird. Merkwürdigerweise aber stößt gerade diese Forderung so oft auf Widerspruch. Daß man ein entzündetes Gelenk nicht bewegt, das scheint tedem' selbstverständlich. Daß man ein entzündetes Stimmband nicht bewegen soll, ■— darüber wundern sich die Leute! Was dem menschlichen Leichtsinn in dieser Beziehung so sehr entgegen kommt, das ist der Umstand, daß die meisten Kehlkopf- affektionen, besonders diejenigen, die sich an den Stimmbändern abspielen, ohne Schmerzen verlaufen. , Das Symptom nun, das fast sämtlichen Afsektionen der Stimmbänder eigen ist, ist die Berändernng des Stimmklanges, das, was der Laie u.nter dem Sammelnamen der „Heiserkeit" zu- sammenfaßt. .. r , Hieraus ergibt sich die Lehre: Wirst du heute heiser, so bedenke, daß in jeden: Falle etwas an deinen Stimmbändern nicht in Ordnung ist. Lasse sie also vollständig ruhen. Arik besten, sprich garincht; wenn du es durchaus mußt, nut Flüsterstimme. Bleibe zu Hanse, trinke nicht zu kalte Getränke, rauche nicht, und aller Voraussicht nach wird deine Stimme in ermgen Tagen wieder klarer sein. Du brauchst nicht einmal zum Arzt zu lchrcken. Ist «s am dritten, am vierten Tage noch nicht besser, so mache lerchb: Snhalationen mit Kochsalz, Emser, Sodener oder ähnliche:, Mineralwassern, verfnche es mit einer feuchten Entwicklung, trinke dieselben Mineralwasser mit heißer Milch und mache etwas Massage des äußerenHalses. . ... , Geht aber bei solchem Verhalten die Woche ohne Besserung zu Ende, dann laß deiueii Kehlkopf besehen, aber — ivvhlgemerkt — mit dem Kehlkopfspiegel. Und außer dem Kehlkopfspiegel gehört dhum noch eine Kleinigkeit dazu: ein Auge, das in diesem! Spiegel zu lesen versteht. Wandlungen erfahren und ist auch heute noch kein befriedigend erklärter, wissenschaftlich feststehender. Bor der Entdeckung der Batterien als Erreger der Infektionskrankheiten war das Gebiet der Erkältungskrankheiten ein unendlich großes, und der Temperaturwechsel, das „böse Wetter", hatte ein großes Sündenregister. Das war die Blütezeit der Halstücher, der Pulswärmer, der Ohrklappen, der gestrickten Unterjacken und Westen, der Filz- panwffeln und anderer schöner Dinge mehr, bestimmt, den Menschen warm zu halten, ihn vor jedem Zuglüftchen zu schlitzen. Nach der Entdeckung des Tuberkel-, des Diphtherie- und Influenzabazillus und M der vielen anderen ebenso unsichtbaren tote unheimlichen Feinde des Menscherigeschlechts änderte sich das mit einem Schlage! Die alte, gute, liebe Erkältung, die man früher mit so viel Refpekt behandelt wurde, verlor völlig ihr Renommee, sie wurde jetzt mit Spott und Hohn überschüttet, man redete ihr ein: sie existiere eigentlich üherhaupt nicht, sei ein Ammenmärchen, ein Unding! Alles wäre Infektion, alles fönte von den Bakterien her, und statt der alten Losung: Schütz vor Erkältung —- hieß es jetzt: Desinfektion! .Merkwürdig blieb miT eins: Auch die verständigsten Leute, die an die Bakterien glaubten,bekamen nach wie vor den Schnupfen, toeim sie, erhitzt, plötzlich in Zugluft kamen; auch jetzt bekamen sie Gliederreißen bei dem Eintritt feucht-nebligen Wetters und Halsschmerzerr nach einer starken Durchnässung. Nach solch handgreiflichen Beweisen ihrer Gegenwart auch in der batteriologischeü Zeit gewann die Erkältung wieder an Boden, sie erholte sich zusehends, und heute ist die Zahl der an sie Glaubenden wohl kaum geringer. wie ehedem, wenn sie auch nicht nrehr fo vielen ein solches, Schreckgespenst ist tote in der vorbakteriologisäRn Zeit. Much die exakte moderne Wissenschaft leugnet die Erkältung! als Krankheitsursache nicht. Sie sieht iHv Weser: und ihre Bedeutung aber nur darin, daß sie den Boden .für die fast überall und immer vorhandenen mfek- tiösen Einflüsse ebnet. Die starke plötzliche Mkühlung einer Körperfläche bedingt eine stärkere Kongestion, eine vermehrte Blntznfnhr nach den inneren Schleimhäuten. Hierdurch erleiden dieselben eine Gewebsalteration, eine Lähmung ihrer natürlicher: Schutzvorrichtungen und sind nun dem Eindringen der Krankheitserreger schutzlos preisgegeben. Diese aber, die eigentlichen Krankheitserreger, finden sich überall, in Luft, Wasser und Erd«, draußen wie in den Wohnungen der Menschen, wenn sie auch noch so „sauber" gehalten werden, schließlich im Menschen selbst, auch in dem gesündesten, wenigstens in den Eingangspforten der mit der Außenwelt kommunizierenden Organsysteme: vor allem der Almungs-und der Verdauungsorgane. Hiernach wird klar, dich wir im Kanchs.mit der: Erkaltungs- krankheiten einen Krieg gegen zwei Fronten zu führen haben. Einen gegen die Abkühlung, die Erkältung im engeren Sinne den zweiten gegen die Bakterien, di« Infektion. Sn dieser Hinsicht haben wir nur zwei Mittel: 1. die Abhärtung im Allgemeinen, 2. die Sanierung der Luftwege im besonderen. 1. Um den Begriff der Abhärtung gegen Kälteeinwirkung zu verstehen, müssen wir uns zuerst vergegenwärtigen, was bei enter Abkühlung der Haut vorgeht. Dicht unter der gesamten Hautoberfläche zieht sich ein Netzwerk feinster Blutgefäßschlingei: hin, der Kapillaren, gebildet aus ab- und zuführenden kleinsten Blutgefäßen, derer: Blutwärum der Haut ihre Tenlperatur gibt, nnd die durch Zusammenziehung und Ausdehnung die Vermittlung zloischen Körper- und Außentemperatur zunächst Mer ne hure !t. Man kam: sie sich glanz ähnlich bet: Radiatoren unserer! Zentralheizungen vorstellen, in denen heiße Luft oder heißes Wasser kreist und die ihre Wärme an die darüber streichend« Zimmerlust abgeben. . Trifft nun ein Kültereiz eine gesunde, normal funttamierenbi Hautstelle, so ziehen sich die Kapillaren prompt zusammen, und damit ist einer zu großen Abgabe von Blutwärme, einer zu große:: Aufnahme von Kälte, d. h. eben einer zu starken Abkühlung, vorgebeugt. Geschieht das nicht, so tritt diese Mkühlung ein und erzeugt entweder an Ort i:nb_ Stelle oder reflektorisch an entfernten Stellen jene reaktiven Entzüu dungserschein nngcn, dte der Baftericnarbeit den Boden e&tfctt. — 144 — Machen tetr «uns za besse-rem DerstäntetkS klar, was 6ef einer Wfitten Entzündung im Kehlkopf vor sich geht. Nach jedem gerade besonders stark arbeitenden Orgian — sei es nun das Gehirn, die Lungen, eine bestimmte Muskelgruppe oder was sonst immer — findet eine vermehrte Blutzufuhr statt. Kehrt das Organ zur Ruhe zurück, so ebbt auch wieder die Blutzufuhr zur Norm zurück; die vorher stark gefüllten Gefäße des Organs leeren sich wieder. Ist ein Organ überanstrengt worden, oder haben andere zu starke Reize, sei es der Witterung, verdorbener Luft, über» mastigen Nlkoholgenusses usw., auf oas Organ eingewirkt, so geht diese Gefäßeutleerung nicht gleich wieder prompt von statten. Tie Gefäße bleiben längere oder kürzere Zeit überfüllt, sie dehnen sich aus, es bleibt eine Blutüberfüllung, eine Hyperämie der be- trcsfenden Schleimhaut oder Muskeln zurück. Ties die einfachste Form der Störungen, wie sie nach Mißbrauch der Stimme mtnb Erkältungen sowohl im Kohlkopf wie auch in Nase und Rachen sich zeigt. Unter Ruhe und Schonung geht diese Hyperämie, wie eben- gesagt, sehr bald zurück. Wird aber der Stimmapparat, ohne Rücksicht auf feinen Zustand, weiter miß- braucht, oder häufen sich durch Fortwirken der Gelegenheits-- nrsacheu die akuten Entzündungen, die Erkältungen u. n., so wird aus dem akuten Zustande ein chronischer. Durch eine andauernde stärkere Blutfülle werden, bte Gefäße erweitert, varikös. Sie regt aber auch gleichzeitig das ©eroebe zu stärkerem Wachstum an, und die nächste Folge sind Verdickungen der Schleimhaut, dir, je nach der Stelle, an der sie sich bitten, auf — unter — zwischen den Stimmbändern, die Arbeit derselben, besonders den exakten Schluß äußerst erschweren können. Gleichzeitig vermehren sich die Schleimdrüsen; eine vermehrte Schleimabsonderung ist die Folge. Nun wirkt auch! diese toieder höchst nachteilig auf die Stimme ein, die jetzt doppelte Anstrengungen macht, mm die Hindernisse zu überwinden, um sich durchzusingen. Diese vermehrte Anstrengung aber wirkt jetzt wiederum ihrerseits reizend auf Blutgefäße und Gewebe, und so bildet sich ein cirenlus vitiosus, ein Fehlerkreis, aus dem es schliesslich für die Stimme #in Entrinnen nicht mehr gibt. Warum ist die weibliche Arbeitskraft billiger- ' Scheint es doch aller Gerechtigkeit Hohn zu sprechen, gleiche Arbeit nicht gleich zu vergüten, sondern die Frauenleistung geringer zu bewerten als Männerarbeit. Mer so viel Berechtigtes in .diesem Urteile, so darf man sich, schreibt Professor, Dr. von Wiese im Türmer (Verlag von Greiner u. Pfeiffer in Stuttgart), hierbei doch nicht einer dogmatischen Voreingenommenheit hingeben. Es handelt sich bei dieser Minderbewertung sicherlich um eine vorübergehende Entwickltmgserscheinung. Ueberall, wo eine neue Personenkategorie im Wirtschaftsleben in eine von ihr bis dahin iu nberührte Erwerbssphäre eindringt, muß sie für, beit Verwender der Arbeitskraft wirtschaftliche Gewinnchancen bieten. Die Frauenarbeit war qualitativ der Männerleistung in Fabriken nur tn einigen speziellen Punkten überlegen, in vielen stand sie ihr nach. Ta war ihr Umsichgreifen nur möglich auf Grund eines anderen Maßstabes der Bewertung, der insofern auch nicht schlechtweg als ungerecht anzusehen ist, als man von der Fiktion — die allerdings oft der Wirklichkeit Hohn sprach — ausging, der Frauenlohn habe nur den Charakter eines Erwerbszuschnfses zu den Einkünften des Mannes. Jahrzehnte, in denen dies« Brauch bestand, sind vergangen. Während der Wochenverdienst eines männlichen Arbeiters zwischen 18 uns 25 Mark schwankt, erhält die Arbeiterin 'im Durchschnitt 8—12 Mark, auch weniger; ihre Jahreseinnahme schwankt etwa zwischen 430 und 570 Mark. Je stetiger die Verhältnisse in den Industrien werden, je mehr sich die Frauenarbeit differenzierte von der Männerbeschäftigmtg, desto mehr näherte man sich langsam dem Grundsätze, den gleichen Bewertungsmaßstab für die Arbeit der beiden Geschlechter anzulegen, wenn es sich auch gegenwärtig erst um Ansätze dazu handeln kann. Dort dvo die Frauenarbeit über die ungelernte Tätigkeit hervor- ragte, trat stellenweise auch für sie MkordlStücklohnsberechnnng ein, der wieder hier und da derselbe Maßstab wie bei der Arbeit der Männer zugrunde lag. Es stellte sich dabei meist die Tatsache heraus, daß die Leistungen der Frauen hinter denen der männlichen Arbeitsgefährten zurückblieben. Tenn wer als Hausfrau und Mutter in erster Linie daheim wahrhaftig genug $u tun hat, wer als junges Mädchen nur die Monate zählt, bis von der, Fabrik zum Standesamt gefahren wird — freilich nm ein, zwei Jahre darauf nur allzuoft an den Arbeitsplätzen wieder vorzusprechen —, der kann nicht das gleiche in der gewerblichen Arbeit leisten wie der kräftige Familienvater, der gut vorgebildet und gewerkschaftlich erzogen ist. Es entspricht somit die geringere Bezahlung der Frauen nur teilweise einem niedrigeren Maßstabe; teilweise beruht sie auf geringeren Leistungen. Das Parlament als Theater» ! Niemals dürfte bisher in der Geschichte des modernen Paria-- Ntentarismns eine Volksvertretung ähnliche Szenen — richtige Theaterszenen — erlebt haben, wie sie sich vor kurzem im Repräsentantenhause in Washington abspielten. Einen großen Teil der Sitzung' füllten Umerkkas Wolksv'erkreter damit äuS, daß sie sich mit allerhand Vorträgen belustigten, wie mtan sie sonst nur an den Stätten des Vergnügens haben kann. Es sollte eine Nacht- sitzung stattfinden, damit die Aaimwer ein igle dringende Gesetzes^ antrüge beraten konnte. Diese Anordnung war jedoch äugen-, scheinlich nicht nach dem Geschmack der Wgeordneten; denn als de« Präsident die Sitzung eröffnete, waren nur 60 Mitglieder des Hauses zugegen, also lange nicht die zur Beschlußfähigkeit genügende Anzahl. Ter Präsident war aber nicht geneigt, die Waffen so leicht zu strecken. Er befahl, die Türen zum Beratungssaal zu schließen, damit keiner der anwesenden Deputierten davongehen konnte, und zugleich schickte er die Pariamentsdiener auf die Suche nach den fehlenden Abgeordneten. Kaum waren einige Minuten verstrichen, als die pflichtgetreuen Vertreter des ameri-. konischen Volkes sich zu langweilen begannen, lind um die Zeit totzuschlagcn, die bis zur Ankunft d« säumigen Kollegen verstreichest mußte, beschlossen sie, zu ihrer Unterhaltung ein keines Konzert und eilte Theatervorstellung zu veranstalten. Den ehrenvollen Tluftrag, das Spiel zn beginnen, übernahm Mr. Fulkerson, Wge- orbiicter tont Missouri, und Mr. Fordnay, Abgeordneter, von Michigan. Diese Herren exzellieren in der Kunst des Pfeifens, in der die Amerikaner ja überhaupt Großartiges leisten. Das Pfeiferduett gab eine große Zahl von amerikanischen Volksliedern znm besten und heimste damit donnernden Applaus ein, tu den nickst nur die begeisterten Kollegen, sondern auch die Besucher der Tribünen einstimmtm. Die zweite Nummer des Programms übernahm ein anderer Abgeordneter von Michigan, Mr. Hamtton, dep mit großer Kunst einige alte Negerlieder sang, in deren Rejvaist bald alle Anwesenden einstimmten. Nun kam die Hauptnmumer bete Vorstellung, das Theaterstück. In einer improvisierten SzE wurde das ehremverte Mitglied Mr. Gaines vor seinen StoUegen beschuldigt, er habe sich einer schweren Verletzung der Parlcunents- satzungen schuldig gemacht, und der Angegriffene verteidigte sich mitt in einer humoristische Rede, die wahre Lachsalven unter bitt, verständnisvollen Zuhörern hervorrief. Die Vorstellung sollte gerade mit dem Vorträge einiger Monologe fortgeführt werden, als. eine größere Anzahl von Abgeordneten im Automobtl emtrasi- die augenscheinlich aus einem vornehmen Restaurant kamen und daher int feinsten Gesellschastsanzug erschienen. Triumphierend, drangen sie, unter dem Applaus der Kollegen, in die Kammer em, und da nun die Beschlußfähigkeit des Hauses erreicht war, wurde die Fortsetzung der Vorstellung auf ein späteres Datum verschobest und die Beratung der ernsten Geschäfte tonnte ihren Anfang nehmen^ Literatur. — Die täglichen Losungen und Lehrtexte beÄ Brüdergemeinde erscheinen seit 1732 jährlich im Druck und wurden bis 1760 vom Grafen Zinzendorf herausgegeben. Um das kleine Büchlein hat sich seit jener Zeit eine große Betergemeinde geschart, sodaß, gegenwärtig für Deutschland über 120 000 Stück gedruckt werden, für die französische Schweiz und Frankreich 16 000, für Großbritannien und Amerika 6700, für Dänemark 900. Außerdem wird es auf verschiedenen Misiwns- gebieten in mehreren tausend Exemplaren in den Sprayen fremder Völker gedruckt und gelesen. Den alten und neuert Freunden des anspruchslosen Büchleins wird es willkommen fern, daß für 1907, jetzt zum drittenmal, tägliche kurze Betrachtungen über die Losungen n ub Lehrtexte vorliegen unter dem Titel: Licht n tt d K ra ft für bett $og, (Verlag der Buchhandlung der Evang. Gesellschaft in Elberfeld. Die billigste, m Halbletn- wand gebundene Ausgabe kostet 1.20 Mk.) In schlichter Sprache vermittelt das Buch seinen Lesern den reichen Inhalt der hl. Schrift an Trost und Mahnung, Hoffnung und Belehrung über die Dinge des Reiches Gottes. Jeder Betrachtung if^etit kurze., Gebetswort sowie ein Hinweis aus 'weitere Bibelstellen und auf ein entsprechendes Sieb beigefügt. Wer vor dem Gang an bu* Tagesarbeit ober vor bent Schlafengehen, vielleicht auch als Schnitz der Mittagsmahlzeit einen solchen Ruf nach oben zur Stärkung in ber mannigfachen Not des Lebens annehmen will, dem wird das Buch- ein lieber Begleite« und Ratgeber werten. W Magisches Quadrat», . ............... In die Felder nebenstehenden Quadrates sind die Buchstaben A E E E E II I L L M M S ---- 8 8 8 derart einzutragen, baß die wagrecksten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bebeuletv 1, Knüpft ost teste Bands. ____ 2. Weiblichen Vornamen, 3 Aegi)ptische Gottheit, ——-----— 4, Stadt in Amerika, Auflösung in nächster Nummer. Attflösung des Tauschrätsels in voriger Nummert Nach — Nickel - Nase — Ceber — Aft — Wad — Lahn — Nase — 8and; NwiL Carlos. Redaktion: Ernst Heß.— Rotationsdruck und Verlag der B r ü ht°scheu Universitäts-Buch* und Stemdruckeret, R, Lange, Gieße»»