Areitag den 8, Aeöruar 1907 W i I Wen scheuleöen, die lügen. Roman von H. S h r h a r d t, Verfasserin von „Nüttellose Mädchen" Nachdruck verboten. Fortsetzung.) Hanna hatte das kleine Intermezzo zwischen den beiden heute gar nicht beachtet. Ihr ganzes Denken konzentrierte sich aus das Wiedersehen mit dein Geliebten. Er war gestern abend erst von seinem Manöverurlaub zurückgekehrt. Wochenlang hatte sie nichts von ihm erfahren und die Trennung hatte ihre Liebe vertieft und ins unendliche vergrößert. Sie glaubte jetzt in allem Ernste daran, daß sie gut, rem und edel geworden wäre, wenn Joachim als erster ihren Lebensweg gekreuzt hätte. Mit weicher, zärtlicher, sehnsüchtiger Unruhe wartete sie aus sein Erscheinen. Aber der Vormittag verstrich und er kam nicht. Den um die Mittagszeit fast leer gewordenen Saal durchzog bereits würziger Kafseeduft, als der Freiherr von Tresscnbcrg ihn betrat. Leicht war dieses späte Kommen ihm nicht geworden. Sein ganzes, junges, vereinsamtes Her; schrie nach der geliebten Frau. Möglichst gleichgültig schlenderte er durch den Saal. Bei den Türkinnen ließ er sich eine Zigarette anrauchen und fragte, wo seine Schwester zu finden sei. Man wies ihm den Weg. Er ging nun direkt au? sein Ziel los. Dann gab's ihm eine» Ruck — er sah Hannas weiße, bildschöne Erscheinung im Rahmen des dunklen Blattgrüns, aber vor ihr, das Gesicht ihm zugewandt, lehnte der Landrat an dem mit Blumen bedeckten Tische. Es war ihm, als müsse er die Flucht ergreifen. Eine gräßliche Feigheit zerrte ihn von der Stelle zurück, an der er seinem ehrlosen Verrat die Krone aufsetzen sollte. Aber er konnte nicht mehr zurück. Im Angesicht des ahnungslosen Gatten neigte er sich über die weiße, kühle Hand der Fran, die ihm in sündiger Liebe angehörte. Dann begrüßte er seine Schwester. Marga hatte recht berichtet — er war hochmütiger, kälter denn je. Selbst der gutmütige Landrat zwang sich nur aus Rücksicht für das bleiche, ernste Mädchen, ihm freundlich entgegen zu kommen. Als jetzt ein schlankes, blondes Mädchen im Gretchen- kostüm Kaffee für die beiden Damen brachte, bestellte er noch weitere zwei Tassen. „Sie trinken doch mit uns, Baron?" Joachim verneigte sich, ein paar Dankesworie murmelnd. Er war rot geworden. Der Landrat bemerkte es nicht. Er fuhr heiter fort: „Wir wollen chauger les dames machen, wir haben an dem Tischchen doch nur zwei Platz. Ich will mit unserer Marga anfangen und Sie, Baron, leisten später meiner Frau Gesellschaft." „Mit Vergnügen, Herr Landrat!" Tie Worte würgten ihn förmlich in der Kehle. Erlösend klang ihm Hannas frische, heitere Stimme, die schelmisch sagte: „Diese Intimität! Haben Sie gehört, Baron? Unsere Marga! Ein Wunder, daß er mir doch wenigstens auch noch ein Recht an ihr zugesteht. Er macht ihr schrecklich den Hof." Ein Anflug des alten, herzlichen Lächelns zuckte. um dcS Mädchens Lippen. „Aber Hanna!" „Nun, kommen Sie nur, Marga!" sagte der Landrat gemütlich, in die Laube eintretend, „meine Frau kratzt uns sonst die Augen ans, sie ist furchtbar eifersüchtig, sie muß wohl Grund dazu haben." Er lachte selbst herzlich, so recht wie ein glücklicher Mensch lacht, über seine Bemerkung. Gutgelaunt ließ er sich mit Marga an einem kleinen Bam- bustisch im Hintergrund der Laube nieder und bemühte sich eifrigst, das ernste Mädchen aufzuheitcrn. Joachim war ebenfalls in die Laube getreten und hatte sich seitwärts a>n eine Blumentreppe gelehnt. Er hing mit seinen Blicken an der jungen Fran, welche mit liebreizendem Lächeln die Wünsche der vereinzelten Käufer erfüllte. In einem freien Moment wandte sie sich endlich an den regungslos Dastehenden. „Ihre Schwester hat sich sehr verändert, Baron!" sagte sie halblaut, „es ist die höchste Zeit, sie aus dieser Lethargie dcS Schmerzes aufzurütteln. Glauben Sie jetzt vielleicht an die Macht der Liebe?" Seine Antwort war sein Blick. Eine Flamme loderte darin. Sie lächelte. Ihre roten Lippen öffneten sich halb — sehnsüchtig. Sie sah einen Moment in die Ferne, als erblicke sie dort etwas unsagbar Schönes. D as Rothaar fiel ihr in ivuchtigcn Wellen tief in die schneeweiße Stirn und umwogte knisternd ihre lichte Gestalt, als sollten Funken aus dem goldenen Gespinst auf- sprühen. Joachim war aufs neue geblendet von ihrer sieghaften Schönheit. Er mußte an sich halten, um ihr nicht in einem Anfall von Wahnsinn zu Füßen zu sinken. Als sie sich endlich bei ihrem Kaffee allein fanden, war auch seine Kraft zu Ende. „Wie schön du aussiehst, Geliebte, wie wunderbar schön!" Alle Glut seines Innern bebte in seiner Stimme. Cre war nicht minder erregt. Heiß flüsterte sie: „Hast du dich nach mir gesehnt, Süßer, Einziger, sag's, du siehst so ernst aus, so traurig? Freust du dich denn nicht, mich wieder zu haben?" Sie neigte sich über das kleine Tischchen, um ihm Sahne eiuzugießen, eine dichte Strähne ihres Haares fiel ihr dabei über die Schulter und schmeichelte sich weich um seine feingliedrige, gepflegte Hand. Seine Finger krampften sich hinein. „Ich vergehe vor Sehnsucht nach dir, mein Liebling! Ich mutz dich allein sprechen, bald! Du kommst zu mir! Morgen!" Mitten in ihre leidenschaftliche Erregung hinein tönte die warnende Stimme der Vernunft, und sie sagte hastig: „Tas wäre Torheit, Wahnsinn, ein gefährliches Wagnis!" „Absolut nicht! Du gehst zu Frau von Poseck oder du kommst voll ihr, wenn dich jemand trifft. Du bist so klug, du wirst dir gegebenenfalls schon Rat wissen." Die junge Frau war zusammengezuckt, als er Frau von Posecks Namen nannte. Das Bild der Greisin stieg vor ihr auf, ihr bescheidenes lauteres Leben, ihre mütterliche Fürsorge für sie. — 82 — die der Sohn einst geliebt, etwas Unnennbares überkam sie wie rin leises Grauen vor dem Gewebe von Lug und Trug, in das sie die ahnungslose alte Frau verstricken sollte. Ein Abglanz von deren reinem Wesen flackerte durch ihre leichtsinnige verderbte Seele. „Unmöglich!" flüsterte sie, an ihm vorbeisehend. Er sagte kein Wort mehr darüber. Er war jäh verwandelt. Mit seinem alten kühl-höflichen Gesicht trank er seinen Kaffee aus und erhob sich. „Ich werde mich jetzt etwas weiter im Saale Umsehen." Dann war er fort. Sie sah ihn später bei Isa und der kleinen Roessel stehen, die als Rokokodamen mit weißgepudertem Haar ganz verändert, aber eigenartig hübsch aussahen. Er hatte sich ein Stück Kuchen geben lassen und führte eine oberflächliche durch andere oft unterbrochene Unterhaltung mit dein Mädchen, in dem er einst sein Glück gesucht hatte. Sie behandelte ihn sehr kühl, von oben herab, obgleich ihr stolzes Herz an d'er Wunde, die sie sich selbst geschlagen, noch immer krankte. Anders geartet als Marga von Tressenberg hatte die bittere Enttäuschung sie nicht niedergeschmettert, sondern sie hatte an dem Stolz und der Charakterfestigkeit, welche die Erfahrungen des Weltlebens in ihr gestählt, starke Stützen gefunden, sodaß sie den Kopf nun wieder hoch trug wie stets imb ihre schönen Augen und tiefroten Lippen freudig den sie umgebenden Herren entgegen lächelten. Schon aus Freundschaft für Eva von Roessel, neben welcher der kleine Gras Scherrentin bereits seit einer Stunde Posto gefaßt hatte, suchte sie die Aufmerksamkeit der Herren möglichst auf sich zu lenken. Eva hatte ihr nämlich heute vor Eröffnung des Basars unter dem Siegel der größten Verschwiegenheit mitge- teilt, daß sie sich wieder einmal, aber diesrual ganz ernstlich, verliebt habe und daß ihr Lebensglück davon nbhinge, daß sie Gräfin Scherrentin werde. Jlsa hatte sich ein wenig gewundert. Dieser schüchterne, unbedeutende, gar nicht hübsche Mensch und dazu der reizende sprühende Tollkopf Eva — es wollte ihr nicht in den Kaps. Aber die Liebe geht eben ihre eigenen, geheimnisvollen Wege und spottet der Menschen Satzungen und Ansichten. So ebnete sie lächelnd der Freundin die Wege. Eben trat der Rittmeister von Eppen an die „süße Bude" heran, breit, gewichtig, die Mütze tief in der Stirn, wie cs so seine Gewohnheit war, strahlend über das ganze rote Gesicht, denn er hatte sich eben den Witz geleistet, dem Landrat ein Psesser- kuchcnbaby, dem et ein bei Frau von Klast, die als Thüringer Bäuerin zu ihrem eigenen großen Amüsement Kinderwäsche verkaufte, erstandenes weißes Spitzenhäubchen umgebunden hatte, zu verehren und damit der schönen Frau die Röte einer wirklichen Verlegenheit in das weiße Gesicht getrieben. Darüber freute er sich nun königlich. Seine unverschämten zwinkernden Augen musterten wohlgefällig die beiden Rokokodamen. „Famos!" schnarrte er grinsend, „nur lange nicht leichtsinnig genug für Ihre Maske." Eva von Roessel hob heraussordernd das kecke Näschen. „Wir sind leichtsinnig genug, loir verkaufen ja unsere Baisers für schnödes Geld. Vielleicht eins gefällig?" meinte sie schlagfertig. »Her damit!" Der Rittmeister legte ein Markstück auf den Tisch. „Ans Ihren Händen, schöne Eva, ist es des silbernen Lohnes wert, von Jhr.en Lippen gereicht, lvürd' ich's mit Gold aufwiegen." Eva wurde keinen Augenblick verlegen. „Tas würden viele tun!" sagte sie schnippisch, „nicht wahr, Graf Scherrentin?" Der kleine Offizier stimmte mit rotem Gesicht sehr lebhaft bei. Gott, für einen Kuß von ihr würde er ja ein Vermögen opfern. Er wollte ja schon lange alles, was er besaß, diesem süßen, bildhübschen Enfant terrible zu Füßen legen, war nur immer iu schüchtern gewesen, sich ihr zu nähern. Aber heute war sie so lieb zu ihm und er war rein vernarrt in das eigensinnige, traufe Jungenköpfchen, die funkelnden Beerenaugen, die vollen Lippen mit den blitzenden Mausezähnchen dahinter. Heute würde er alles wagen können. „Run, gnädiges Fräulein, wieder in kriegerischer Stirn- muitfl r klang jetzt Hauptmann von Posecks fröhlich neckende Stimme, darauf anspielend, daß sie ihm einmal erzählt hatte, sie könne das Militär nicht leiden und würde nie einen Leutnant heiraten. Sie schürzte trotzig die frischen Lippen. „Sie wissens ja, immer, wenn ich von Militär umgeben bin —" „Ich sage iwchrnals: der arme Leutnantsehemann!" Er duckte sich lachend uttb flüchtete weiter, denn Eva schien nicht übel Lust zu haben, ihm einen Lössel Schlagsahne an den Kopf zu werfen. Gras Scherrentin neigte den Kopf mit dem ganz kurzen, bürstenartig stehenden Blondhaar näher zu ihr. „Versetzt das Militär Sie wirklich in so schlechte Stiinmung, Fräulein Eva?" „Ja!" trotzte diese, immer verlegener werdend, „ich möchte feinen Leutnant, ich passe auch nicht zur Offiziersfrau." Dem verliebten kleinen Grafen schoß nun auch das Blut ins Gesicht. _ „Ich kann ja ben Abschied nehmen, Eva!" stotterte er halb besinnungslos hervor, „mein Vater will mir schon lange gern eins unserer Güter übergeben nnd wenn Sie lieber Schloßsrau —" Eva. unterbrach ihn. Sie war zum ersten Mal im Leben völlig aus der Fassung gekommen. „Um Gottes willen, Herr Graf, still — nicht hier — jeder kann Sie Horen!" Aber der Blick ihrer Angen, der entgegen dem sonstigen Trotz in Weichheit zerschmolz, sagte ihm so Beseligendes, daß er es nicht länger in der Nähe des lieben Mädchens anshielt, sondern überglücklich davoustürzte. Im Vestibül draußen, das zu einer Art Restaurationsraum umgewandelt war, sah er sich ganz unerwartet der Mutter Evas gegenüber. In die Liebenswürdigkeit der Präsidentin klang nur von ihr empfunden ein leiser Seufzer, daß dieser steinreiche, jugendliche Majoratserbe für sie als Schwiegersohn, nicht in Betracht kommen konnte. Bei der mißratenen Tochter würden sie sroh sein müssen, wenn ein simpler Leutnant oder irgend ein bürgerlicher Assessor an- biß. Viel mitgeben konnten sie ihr auch nicht. Wie viele Beamte mit großem Gehalt, aber geringem Ver-- mögen, lebten auch sie über ihre Verhältnisse. Tie sonst so formvollendete, beherrschte Weltdame hatte beinahe einen Ohnmachtsansall, als der kleine, blonde Ofsizter mit seiner Werbung plötzlich in ihre bedauernden Erwägungen hineinplatzte. „Sie ist keine Fran für Sie," stöhnte sie „ich muß ehrlich sein, sie ist schrecklich, so dreist nnd vorlaut, sie erregt überall Anstoß." Aber ber glückliche junge Mann lachte nur dazu. „Was! Als Schloßfrau von Renkwitz mag sie sagen, was sie will, itiemnnb wirb's ihr übel nehmen." Tiefer Ansicht konnte sich anch Frau von Roessel, welche die Welt ja längst beurteilen gelernt, nicht verschließen und so wagte sie es denn, den kleinen Grafen als Schwiegersohn willkommen zu heißen. Lange, hielt sies nicht ans ihrem Platz. Sie brannte natürlich darauf, die große Neuigkeit unter dem Siegel ber Verschwiegenheit an ihre besten Frennbinnen weiter zu berichten. Ihre Tochter eher verlobt, als bie gefeierte Isa! llnb so glänzenb dazu! Wer hätte das gedacht. Warum hatte die Isa sich auch mit dem hochnäsigen Freiherrn von Tressenberg eingelassen? Der Mensch hatte ja keine Spur von Herz, auf zehn Schritte sah man ihm das an. Eben kam er heran geschlendert. Wie unheimlich blaß und steinern sein edel geschnittenes Gesicht wieder aussah! „Ihr Besiuden, gnädige Fran?" Er küßte der sich Erhebenden slüchtig die Hand, „ich verscheuche Sie doch nicht etwa —“ Sie wehrte ab. „Durchaus nicht, ich beabsichtige bereits, nach meinem Manne zu sehen." „Herrn Präsidenten glaube ich soeben bei Fran Gerhardt gesehen zu haben." Tie stattliche, brünette Frau dankte verbindlich, warf dem kleinen Grasen, der ihre Hand sehr ausdrucksvoll au die Lippen führte, einen verständnisinnigen Blick zu und, rauschte davon. Tressenberg setzte sich aus ihren Platz. Der Gras bestellte bei einer der hübschen Schenkinnen zwei große Gläser Bowle. „Sekt gibts wohl nicht mehr?" Tas junge Mädchen verneinte lachend und lies davon. „Nanu, Graf, so leichtsinnig?" Der Freiherr musterte erst jetzt ausmerksam den Kameraden. „Horen Sie, so strahlend wie Sie kann nur ein Bräutigam oder ein geschiedener Ehemann anssehen — da das letztere ausgeschlossen ist —" „Sie können einem wirklich die Stimmung verderben, 83 Tressenberg? Sie verdienen gar nicht als Erster mrf das Wohl meiner Braut anzustoßen." Der kleine Graf war wirklich etwas aus seinem Glücks- tauincl gerissen. Joachim tat es leib, ihn verstimmt zu haben. Er hatte den blonden Grafen wirklich lieb. Er lenkte daher ein. — „Na, nun raus mit dem Geheimnis", meinte er herzlich, „es drückt Ihnen jaidie Seele ab — und ich bin wirklich ahnungslos wie ein neugeborenes Kind." Als er Eva von Roessels Namen hörte, nickte er beifällig mit dem Kopse. „Wir vertragen uns zwar nicht, aber es freut mich doch für sie. Ich hab' sie gern. Sie ist keine von den alltäglichen Zierpuppen. Sie hat den Mut, wahr zu sein. Wohl dem, der's kann. Sie wird Ihnen nie eine Enttäuschung bereiten, lieber Graf, und ich gratuliere Ihnen von Herzen, wünsche Ihnen alles Glück der Welt. Sie verdienen's ja auch." Er nahm dem eben herantretenden Mädchen eins der tauig beschlagenen Glaser ab. Graf Scherrentin folgte seinen! Beispiel. Schweigend Ivie ans Verabredung leerten sie die Gläser mit einem Zuge. Der schüchterne ruhige Graf bekam dann ordentlich Sprechwasser vor Seligkeit. „Wenn's nur erst abend wird, Tressenberg, der Trubel hier zu Ende — natürlich kann ich noch mit zu Roessels heut, ich muß doch meinen Kuß haben — Gott, ich küss' sie halbtot, das süße Mädel. Morgen schreib ich mein Abschiedsgesuch — mein Vater wird ja Gott danken, das; ich mich endlich auf die Land- wirtschaft besinne und er wird entzückt sein von Eva. Er liebt das Frische, Natürliche--—" So gings in einer Tour weiter. Joachim hörte höflich zu und dabei irrten seine Gedanken bestärchig zu Hanna. Das große unermeßliche Glück ihres Besitzes kam ihm erst voll zum Bewußtsein, da er den Rausch sah, in den so ein kleines hübsches flottes Mädel den Mann neben ihm versetzte. Was waren die Küsse einer Eva Roessel gegen die Wonnen, welche Hannas reife Frauenleidenschaft über ihn ausschüttete? Alles Häßliche in ihrein Verhältnis verblaßte vor der glntroten lodernden Liebes- fackel, welche die Erinnerung an jene Gewitterstunde im Ball- dorfer Försterhaus in ihm entzündete. Und er dachte mit einem Wonneschauer an die Stunde, da, wie er genau fühlte, Hanna zu ihm kommen und sich von neuem in seine Arme werfen würde. lFortsel-ung folgt.) görißtne Kekß k. 81t i hr em 9 0. Geburtstage am 9. Februar. V o n D r. W. Bor ch e r s. Nicht allzu viele Witwen von Dichtern und Künstlern dürfen es erleben, daß der Ruhm des verstcrbenen Mannes über das Grab hinaus dauert und statt zu erbleichen immer Heller und Heller strahlt. Dieses Glück im Unglück ist wenigen beschießen. Die meisten müssen die Vergänglichkeit alles Irdischen erfahren und trauernd mitansehen, wie einst so leuchtende Sterne ver- btassen oder mit der Zeit ganz und gar erlöschen. Unter den Lebenden deutscher Zunge gibt es heute wohl nur zwei Frauen, die einen Namen tragen, der noch nichts von seinem alten Glanz und Zauber verloren hat: Cosima Wagner und Cyristinc Hebbel. Cosima Wagner, die das Lebenswerk eines einzig Großen mit seltener Fähigkeit und Ausdauer fortsetzt, hat es erfahren, wie die einst so angefeindeten TonschöLosungen des Bayreuther Meisters sich die Welt erobert haben, und Christine Hebbel, die am 9. Febr. ihren 90. Geburtstag begeht, hat in den letzten Jahrzehnten gesehen, wie die tiefen und gewaltigen Gcdankendichtungen des norddeutschen Dramatikers immer mehr Herzen und allmählich auch alle großen Bühnen gewinnen. Wie der arme Wesselburener Maurersohn Christian Friedrich Hebbel hatte «such Christine Enghaus, wie sie sich beim Theater nannte, eine schwere Jugend hinter sich. Als Christine Enge- Hausen am 9. Februar 1817 in Braunschweig geboren, mußte sie schon mit sieben Jahren zum Unterhalt der Familie beisteuern, denn nach dem Tode des Vaters war die Mutter allein und mittellos nut den Kindern zurückgeblieben. Es gelang, das hübsche und gewandte Kind beim Theater unterzubringcn und so tanzte die kleine Christine int Kinderballett und trat später in Nebenrollen c.uf. Dafür bekam sie monatlich anderthalb Taler. Da stc offenbar Bühueubegabung und schauspielerisches Können verriet, verwandte sich der Braunschweiger Theaterdichter und Sekretär Dr. K. Köchy für sie und nahm mit ihr größere Rollen durch. Seiner Vermittlung verdankte sie es auch, daß sie bereits mit sechzehn Jahren in Bremen als Jungfrau von Orleans austreten konnte. Sie muß außerordentlich gesallcit haben, denn sie wurde gleich «an die norddeutsche Bühne verpflichtet. Aber lange war thres Bleibens nicht in der alten Hansastadt, denn sie siedelte bald nach Hamburg über. Die berühmte Schauspielerin Amalie Haizinger hatte sie gesehen, und fie dem Hamburger Direktor Schmidt warm' empfohlen. Auch muß die Demoiselle Enghaus sich die Gunst des Publikums errungen haben, denn man ließ sie nur ungern gehen, als die Wiener Hofburg ihr einen Antrag machte. Doch das Anerbieten des damals größten und angesehensten Theaters, zu deren Künstlerschaft zu gehören, der still: Traum und die geheime Sehnsucht aller Schauspieler und Schauspielerinnen, hatte zu viel verlockendes, als daß eine strebsame, ehrbegierige Künstlerin es ausgeschlagen hätte. So verließ denn Christine die nordische Handelsstadt unb wurde mit dreiundzwanzig Jahren Mitglied des Burgtheaters. „Jung, schön, feurig mit einem vollen, mächtig dröhnenden Organ ausgestattet, von vollendetem Ebenmaß und klassischer Plastik in ihren Stellungen und Bewegungen, dazu die dichterischen .Gestalten mit eigenem! Herzblut tränkend, war sie die echte Heroine." Aber trotz dieser großen Vorzüge konnte sie nicht zur rechten Geltung kommen, die gefeierte Julie Rettig behielt sie ersten Rollen inne und die Neuangekommene mußte in unwichtigen hiollen ihre Kratt vergeuden. Hier in Wien traf sie mit Hebbel zusammen, dessen „Judith" einen gewaltigen Eindruck aus sie gemacht hatte. Der vom Unglück verfolgte Dichter, der bisher nur spärliche Anerkennung gefunden batte, wollte sich in Wien nur kurze Zeit aufhalten und über Berlin nach Hantburg zurückkehren, doch fatfl» er in der schönen Donaustadt junge begeisterte Anhänger seiner Kunst und ein so menschlich freundliches Entgegenkommen, daß er fast ohne eigenen Willen immer tiefer Wurzel faßte. Gewiß hat auch der Reiz von Christine Enghaus das seine getan. Es standen sich zwei Künstlernaturen gegenüber, die wie vom Schicksal für einander bestimmt waren. Hier der blonde Germane mit seiner hohen kräftigen Gestalt und feinem blonden Haar, und dort das schöne, blühende Mädchen mit dem stolzen Wuchs und dem dunklen Feuerauge. Beide halten viel gemeinsames in ihrer Natur, wir in ihren Schicksalen. Beide hatten ein schweres Leben hinter sich, beide hatten sich ans kleinen und dürftigen Verhältnissen empcr- gerungen, beide erglühten in heiligem Eifer für dieselbe Sache, beide waren ftatft und selbstbewußte Persönlichkeiten, die sich gern durchsetzen wollten und an der harten Wirklichkeit Schranken fanden. So war es kein Wunder, daß sie einander näher und näher kamen den Bund fürs Leben schlossen. Sie fühlten, daß sie zusammen gehörten. Von mancher Seite ist Hebbel dieser Schritt übel ausgelegl worden, denn er zerriß damit ein Band, das ihn Fahre und Jahre gefesselt hatte. Lebte doch in Hamburg ein weibliches Wesen, das in edler Selbstaufopferung nur für ihn gesorgt hatte. Als Hebbel in jungen Jahren aus seinem dithmarschischen Heimats- ort nach Hamburg gekommen war, wurde Else Lensmg schließlich die einzige, bei der er immer wieder Trost und Zuflucht fand. Sie war die Tochter eines Chirurgen, der im Wahnsinn gestorben war, und bei ihren Pflegeeltern hatte Hebbel ilnterkünft gefunden. Sie unterstützte ihn mit Rat und Tat, sie wachste wochenlang am Bette des Kranken, sie richtete den Beende stellen auf, wenn er allen Gmuben an sich »edieren wollte. Aus der Freundschaft wurde mit der Zeit ein Liebesverhältnis, das der Dichter selbst als „Gewissensehe" bezeichnete. Aber ein wirkliches Herzens- und Seelenbündnis war es nicht und konnte es nicht werden. Zuviel Trennendes stand zwischen den beiden. Schon der Unterschied an Jahren. Elise war neun Jahre älter als Hebbel; es fehlten ihr die körperlichen lvie die geistigen Vorzüge, nach denen der schönheitdurstige Dichter sich sehnte, es fehlte auch jede materielle Grundlage für eine bürgerliche Ehe. Solchen Ueberlegungen hat sich Hebbel gewiß nicht verschlossen. Er war ja nicht mehr so jung, um seine ganze Zukunft auf Saud aufzubauen. Nach einem Leben voll Not, Entbehrung, Demütigung, wie er es durchgekostet hatte, verlangte er nach Ruhe, nach einem bescheidenen Heim, in dem er endlich seiner Kunst leben konnte. Und er hatte sich nicht getäuscht. An der Seite Christinens sand er das stille Glück, das sein Herz begehrte. Die beiden Menschen verband eine tiefe Gemeinschaft. Auch die verlassene Hamburger Freundin wußte die edle, hochherzige Christine zu versöhnen, so daß Elise neidlos auf das Glück des Paares blicken konnte. Sie besuchte die einstige Nebenbuhlerin in Wien, blieb über ein Jahr als Gast im Heübelschen Hause und schloß eine herzliche Freundschaft mit der Frau des geliebten Mannes, deren Stellung sie wohl selbst erträumt hatte. Die Ehe Hebbels aber wurde ein Segen für den Mann wie für die Fran, für den Künstler, wie für die Künstlerin. Hebbels Stern ging auf, eine Bühne nach der andern öffnete ihm die Tore. Endlich tat sich ihm auch das Burgtheater auf: unverändert und unverkürzt wurde seine „Maria Magdalena" mit großem Erfolg ausgeführt — und seine Christine spielte die Clara. Bald folgte die „Judith" und wieder gab die Frau des Dichters die Hauptrolle. Ihrem Spiel ist es nicht zum wenigsten zu verdanken, daß die herbe und spröde Kunst Hebbels sich allmählich Geltung verschaffte und immer mehr begeisterte Anhänger fand. Auch auf Gastspielreisen verkündete Christine den Ruhm ihres Mannes. So spielte sie im Berliner Schauspielhause die Judith und in Weimar in den „Nibelungen" am ersten Abend die Brunhild und am zweiten die Kriemhild. Vorzeitig hat der Tod dieses schöne Band zerrissen. In seinem fünfzigsten Jahre starb der Schöpfer der „Nibelungen", den Kopf noch voll von dichterischen Plänen, und seine treue Lebensgefährtin und Streiterin im Kampfe hat längst der Bühne entsagt. Aber wem» Christine Hebbel beute auf ihr langes, reiches Leben xurückbllÄ, so darf sie sich Wohl glücklich schätzen, VmN fte Nennt das kostbarste ihr eigen, was ein Mensch sich erwerben kann: kinrn Schatz unvergänglicher Erinnerungen. vermischte». * Eine Goldstadt in der Wüste, „liebet Land und Meer" (Stuttgart, deutsche Verlagsanstalt) bringt eine fesselnde Schilderung der Goldstadt Manhattan im nordamcrikanischen Staat Nevada. Der Viehzüchter I. C. Humphrey kam im Frühling 1905 des Weaes. nm einige entlaufene Kühe zu suchen. Ebe er spät nachmittag; fein Pferd wieder sattelte, brach er halb aus Scherz em ^tiid einer vorspringenden Felsleiste au. _ Recht daß er einen reichen Fund erwartete; feine Aufmerhamtest war seinem Vieh gewidmet, doch war ihm unbewußt ein Anfall des Fiebers, das 40 Meilen weiter südlich in Tonopah wütete, ms Blut geraten. Das Fieber brach in ihm in Hellen Flammen aus, als er das Stück Fels umwandte und die frische Seite betrachtete. Freies, reines Gold zog sich in kleinen Teilchen durch die Bruchseite und glänzte in den Strahlen der sinkenden Sonne! Doch Humphrey verlor den Kvpf nicht. Kaltblütig steckte er den Stein in die Tasche, schwang sich aufs Pferd und suchte seine Kühe. Zwei Wochen später kam er in aller Stille mit den nötigen Werk- zeugen und zwei seiner vier Söhne zurück, mit denen zusammen er eine Reihe „Claims" auslegte, die er zu bearbeiten beabsichtigte. Einige wenige Freunde, die den Braten gerochen hatten, folgten ihm bald, doch zogen sie nach einer Woche wieder ab, da das Erz ihnen nicht reich genug zu sein schien. Als aber im Juli Humphrey die Annie-Laurie-Mine entdeckte, deren von der Oberfläche genommenes Erz einen Ertrag von 300 Dollar die Tonne abwarf, kehrten sie allmählich zurück und machten sich mit erneutem Mute an die Arbeit. Um Weihnachten erlahmte die Wüste in ihrem Widerstände. Quarz wurde gefunden, durch welches das Gold in dünnen, fein gesponnenen Fäden tief. Ein einziger solche rErz- Üumpen im Gewichte von einem Pfunde lieferte Gold im Werte von 208 Dollar, und andere Proben ergaben Werte bis zu einer Million die Tonne. Diese Funde konnten nicht länger geheim gehalten werden, und wie ein Wildbach ergoß sich die Flut der Gold- hungrigen in das Tal. In den „älteren" Minenstädten kämpsten Männer wie route Tiere um Sitze in den Postkutschen, die einen Fahrpreis von 30 Dollar für die Entfernung von durchschnittlich 100 Kilometern nach Manhattan verlangten. * M a r k T w a i n s D u e l l. In den letzten seiner autobio- §raphischen Skizzen, die Mark Twain in „The North American ieview" veröffentlicht, kommt er auch aus die Zeit zu sprechen, da er als Redakteur in Nevada lebte und sein einziges Duell ausfocht. Er sch i. tert diese urwüchsigen Gegenden, wie sie in den sechziger Jahren waten, wo nur der sich glücklich und stolz fühlen durfte, der entweder einen im Duell tot oder zum Krüppel geschossen hatte oder — selbst totgeschossen wat. Aber Mark Twain hatte gar keine Lust nach solcher aktiven oder passiven Ehre und hielt sich von jeder Gelegenheit fern, die ein Duell herteiführen konnte. Eines Tages jedoch war sein Chefredatteut verreist und überließ es Mark Twain, die „Virginia Eity Entreprise" allein hetaus- zugeben und täglich einen Leitartikel zu schreiben. Am ersten Tage ging es gut; Mr. Clemens (Mark Twain) wußte zwar kein Thema für einen Leitartikel, aber ein Blick auf den Kalender half ihm,aus der Verlegenheit. Es war der 23. April, am nächsten Tage war Shakespeares Geburtstag, und so mußte der große Brite zu einem Leitartikel herhalten, für den das Konversationslexikon das Material lieferte. Aber am nächsten Tage hatte Shakespeare nicht schon wieder Geburtstag, und Mark Twain tat was, !vas man in solchen amerikanischen Städten zu tun gewohnt ist. Er griff den Herausgeber der Kvnkurrenzzeitung, der „Virginia Union", einen Mr. Laird, an. „Ich kitzelte Mr. Laird mit ein paar Liebenswürdigkeiten, wie sie unter den Zeitungs- Herausgebern dieser Region beliebt sind, und am nächsten Tage kam er wie ein Tiger herangestürzt. Er war von irgend etwas, das ich gesagt hatte, beleidigt — vielleicht nannte ich ihn einen Pferdedieb oder was man sonst für Ausdrücke gebraucht, um den Herausgeber einer gegnerischen Zeitung zu kennzeichnen. Zweifellos stimmte, die Charakteristik — aber er nahm es krumm." Es kam also zu einer Forderung, die Mark Twain gar nicht sympathisch war, trotz des Stolzes, von dem seine Zeitung sich erfüllt zeigte. Denn er war ein schlechter Schütze und Mr. Laird ein vorzüglicher; aber dafür hatte Mark Twain in Steve Gilles einen exquisiten Sekundanten. Die Forderung und die Vorbereitungen des Zweikampfes sind aufs ausführlichste^ geschildert. Als Laird und fein Sekundant herankamen, schoß Steve Gilles mit seinem Revolver einem Spatzen auf große Entfernung den Kopf herunter. In demselben Moment traten die Gegner an. „Wer tat den Schuß?" frag Lairds Sekundant. Ehe Mark Twain eine Antwort geben konnte, sagte Steve in aller Ruhe: „Clemens schoß." „Das ist ja wundervoll geschossen!" rief der gegnerische Sekundant, „wie weit entfernt war der Vogel?" „Nicht sehr weit, höchstens 30 Ellen!" Jetzt fragte Lairds Sekundant: „Und trifft Clemens oft so gut?" Steve antwortete kalt: „Viermal unter fünf Schüssen!" „Ich sagte garnichts," erzählte Mark Twain; „aber der gegnerische Sekundant nahm Laird unter dem Arm und zog mst ihm ab, wobei ich sah, daß Lairds Beine ziemlich schlotterten. Und am nächsten Tage erhielt ich einen eigenhändigen Brief des gegnerischen Zeitungsherausgebers, er werde sich unter keinen Umständen mit mir schießen." Mark Twain schließt das Kapitel mit den Worten: „Seitdem habe ich niemals mehr mit einem Duell etwas zu tun gehabt. Ich hasse Duelle von Grund meines Herzens. Ich halte sie für eine Narrheit, außerdem sind sie lcbensge- fährlich." * Der Name „Philipp" in den Mundarten. Die häufige Verwendung von Personennamen im allgemeinen Sinne gehört zu den Eigentümlichkeiten, der Volkssprache. Am verbreitetsten dürste wohl die Heranziehung der Vornamen zur Bezeichnung von körperlichen oder geistigen Eigenschaften sein; gewöhnlich liegt dabei ein tadelnder Sinn vor; vgl. Stoffel, Toffel und Löffel V— Christoph (el)j, Rüpel (=-- Ruprecht). Häufig treten zu diesen Namen wach erläuternde Zusätze, wie in Faselhans, Hans Taps, Schmutzbartel. Dr. Meisinger hat in seinen „Appel- lativnamen in den hochdeutschen Mundarten" (Lörracher Programm) die deutschen Mundarten auf das Vorkommen solcher Personennamen hin geprüft, lieber den Namen „Philipp" lesen wir dort: Philipp wird bald zu „Lippel", bald zu „Lips". Der Eliässcr redet von einem „Deisemlips" = ungeschickter Teig- knetner, zu althochdeutsch deismo, Teig, zu stellen. Mit „Schmeer- lips" bezeichnet er einen schmutzigen Menschen. Der Schweizer nennt einen dummen Kerl „Lips". In Bayern bezeichnet „Lippel" oder „Han Lips" einen ungeschickten, dummen Menschen; „kippeln' ebenda — einen zum Narren haben, Im bayrischen Volksschauspiel ist „Lippel" der Hanswurst. Daneben findet sich in Bayern die Zusammensetzung „Batzenlippel", in Augsburg von einem flegelhaften Menschen gebraucht Einen einfältigen Kerl bezeichnet es in vem vbcrbayerischen Schnadahüpfel: Wer en Apfel schält, Und er ißt ihn nit, Wer e Dirndl liebt, Und er küßt es nit, Wer ins Wirtshaus geht, Und er trinkt fein' Wein, Muß e rechter Batzenlippel sein. In Niederhessen gilt „Lipps Tulian" für ein windiges, dabei oberflächliches Bürschchen; in Oberheuen findet sich noch „Drecklips" und — „Saulips". — — „D jernileh" und „D ie beiden Armenierinnen" von Detlev Stern. (Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9.) — Diese beiden kleinen Romane in einem Bande vereint, geben ein Bild des Ledens in Konstantinopel. „Djerniley zeigt dem Leser die Zustände im Harem am Faden einer wannenden Liebesgeschichte. Eine Deutsche wird an einen teiajcn Türken verheiratet und führt in dem Harem des Mannes ent elendes Dasein. „Die beiden Armenierinnen" enthalten die Geschichte zweier merkwürdiger Frauencharattere, die in ein reicyes Schicksalsleben geführt werden. Glänzend geschildert sind ui dem zweiten Roman die Zwistigkeiten zwischen den Bekennern der verschiedenen ^Religionen im Orient. Dadurch gewinnt das Buch auch eine Art kulturhistorischen Interesses. Bilderrätsel. Nachdruck verboten. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nummert EIMER ISIS MI K E 8 B Piedakuon: Ernst Hetz. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'setzen llnwerüiäts-Bucd- und Siembrudetet ili. Lange. Diebes-