Samstag den 6- Juli 1907 HSÄgJp.l; M inrninrrl uuuh U M ISH'ß ^Vv. Jun Ken unter der Asche, Roman von M. P r o 8 n i tz (M. Nörenberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt. (Fortsetzung.) 6. Kapitel. Ter Kamnrerl/crr hatte schlecht geschlafen. Böse Träume hatten ihia fast die ganze Nacht gequält, und als er endlich gegen Morgen aufwachte, war es ihm unmöglich, wieder ernzu- schlafen. Stundenlang hatte er sich ruhelos in dem weichen, bequemen Bett umhergeworfen — der erfehnte Schlaf wollte nacht kommen. Statt seiner kamen die Gedanken, die ihlN noch einmal Bild für Bild des gestrigen Tages vor die Seele zauberten. Wohlgefällig vergegenwärtigte sich Veltlingen dae Huld, welche der Herzog Tagmar bewiesen hatte. Wie sich' die Lindström darüber geärgert haben mochte! Er dehnte sich behaglich unter seiner seidenen Steppdecke. Es tvar ihin alleinal ein Hanptvergniigen, grade deren neidisches Gesicht zu beobachten, tvenn der Herzog sich Dagmar so eingehend widmete. ■ . „ Veltlingen lachte zufrieden vor sich hin. Aber mit einmal wurde er ganz erlist, denn wie der Blitz tauchte das spöttische Gesicht der Gräfin vor ihm auf, als sie sich so eingehend nach dem Datum von Dagmars und Uchdorfs Bekanntschaft erkundigte. Da waren die nagenden Zweifel doch wieder da Was half es, daß die Vernunft seiner Eifersucht die Zärtlichkeit entgegenhielt, welche Dagmar ihm sonst nie in dein Maß geboten hatte? Seine selbstquälerischen Gedanken hatten auch dafür eine Ausrede. Just diese Küsse schienen ihm jetzt ein Beweis für die Richtigkeit des Verdachtes! zu sein, daß zwischen Uchdorf und Dagmar ein geheimes Einverständnis bestand, von Welchem er nichts wissen sollte durfte. Hätte die Gräfin Lindstrom sehen könneii, ivie herrlich die Eifersucht tvnchs, die sie so geschickt in Veltlingens Herz zu säen wußte, sie würde ihre helle. Freude daran gehabt haben. Anders erging es natürlich dem Mmmerherrn, dessen Anf- regiing sich allmählich bis zur Unerträglichkeit steigerte. Malte ihm doch seine überreizte Phantasie derartige Bilder, daß er Midlich beschloß, Tag-War gradeheraus zu fragen. Den Acut der Wahrheit würde sie ja hoffentlich noch besitzen. Nach diesem Entschluß wurde er ein wenig' ruhiger, obgleich feine Laune noch immer eine sehr schlechte war. Aergerlich klingelte er Franz. ' 1 .< „Ich will aufstehen." ..... , „Sehr wohl, Herr Baton." ’ ' Eilig und geschickt richtete der das laue Bad her. Nä, gut bei Mütze schien der Herr heute nicht zu sein! Aber als er dann ton das Bett trat, um ihn vorher zu massieren, erschrak der Mann doch über dessen Ausseheil. Eigentümlich gelb war das Gesicht, das unter den Augen große dunkle Ringe zeigte. Schweigend ließ Veltlingen sich massieren., Franz hatte schon mehrmals verstohlen nach der Uhr gesehen, die über dem großen Ankleidespiegel hing, hatte der Herr denn noch immer Nicht genug? Ihm tvar dies Kneten und Streichen längst über, denn es war eine ziemlich anstrengende Sache. Neugierig sann er hin und her, was wohl die Ursache dieses schlechten Aussehens sein mochte. Oh, er würde das schon noch ausspintisieren! Denn das! tvar doch einfach die Pflicht eines guten Dieners, über, alles, tvas fentert Herrn anging, genau Bescheid zu' wissen. Obenein gab das auch für gelegentliche gar zu große Grobheiten eine leidliche schutzwehr ab. Aber als dann das Anziehen losging, packte den, heute besonders hart Geplagten eine stille Wut. Tas war ja einsach nicht zum Aushalten! Nichts, aber auch rein gar nichts konnte! dem Kammerherrn recht gemacht werdeii, und das Rasieren und Frisieren dauerte diesmal doppelt solange wie sonst. Und dann mußte Franz noch seine ganze Kunstfertigkeit aufbieten, um ine Gesich.tszüge einigermaßen in die alte Form, die übliche Farbe zu bringen. „ , ,. _ Mit einer gewissen Schadenfreude sah der Bursche, daß trotz aller angewandten Mittelchen die dunklen Ringe unter den Augen, eine eigentümliche Schlaffheit der Haut doch noch zu sehen war. Aergerlich machte Veltlingen die gleiche Entdeckung. „Geht das nicht weg?" , „Nein, {Herr Baron," war die unterwürfige Anttvort. „Tann wurde man ivohl zu sehr die — Künst bemerken." „Dann lass' es so." ! „ o Mit heimlichem Lachen wandte Franz stch {ort, um dte Lackstiefel zu holen. Das war recht, tvenn er sich ordentlich ärgerte! Tas gönnte er ihm heute gründlich. @r war so sehr in diese Gedanken vertieft, daß er gar Nicht merkte, tvie er dem Baron auf den rechten Fuß einen ausgei- schnittenen Lackschuh schob, während er ihm links einen Lackstiefel zugeknöpft hatte. . Eine derartige Nachlässigkeit ging dem jähzornigen Kamiiler herrii denn doch über den Spaß. Mit einem empörten. „Tn Esel! Paß gefälligst auf, was du da machst!" schleuderte er den Schuh wütend vom Fuß, der flog in hohem Bogen mittetl ut den Kristallspiegel. Klirrend zersplitterte das schöne Glas. Fönnlich erleichtert durch diesen Zornesausbruch lehiite Velt- lingeii sich in den Sessel zurück imd streckte, als sei nichts vorgefallen, dem Diener wieder den Fuß hin. Franz tat sehr erschrocken. „ . , „Oh wch, Herr Baron, wenn einem Bräutigam der Spieget springt..." Er hielt ängstlich inne. c Ter Kammerherr, welcher infolge allerhand Spiikgeichicknen, die auf Schloß Veltlingen passiert sein sollten, mehr zum Aberglauben neigte als andere Leute, fühlte em leises Gruseln über feinen Rücken rinnen. Dennoch fragte er mit scheinbarer Ruhe. „Nun, was ist denn los?" Doch Franz durchschaute seinen Herrn viel zu gilt, um nicht zn merken, daß er innerlich beunruhigt war. Wenn einem Bräutigam der Spiegel zerbricht, so soll das Aerg'er und große Unannehmlichkeit mit der Braut geben!" ant- wartete er zögernd. , Der Baron zuckte sichtlich zusammen. Das waren ia reizende Aussichten für die beabsichtigte Unterredung mit Dagmar. Zum erstenmal stieg der warnende Gedanke in ihm auf: „Ziehe den Bogen nicht zn straff. Eine so stolze Natur tvie die ihre vevi trägt das nicht." Und mit diesem Gedanken kam ihm gleichzeitig die Furcht, sie ganz zu verlieren. Eine unerträgliche Idee! Und doch war die Eifersucht stärker, die ihm zuraunte, dann verschaffe dir wenigstens Gewißheit über ihre Gefühle. Ja, das wollte er! Aber die Angst vor einer unliebsamen Entdeckung lag ihm bleischwer in den Gliedern. War es diese Angst, die ihn veranlaßte, den neuen Schlitten für die heutige Fahrt zu -befehlen? Franz, der genau wußte, daß der eine Ueberraschung für die Frau Baronin sein sollte, wenn die Herrschaften von der Hochzeitsreise kamen, sah seinen Herrn erstaunt an. „Ja, den neuen, blauen Schlitten und die neue Pelzdecke," wiederholte der Kammerherr noch einnial und dabei sah er ungeduldig nach der Uhr. Me langsam der Zeiger vorrückte! Tie Zeit verging auch während des Frühstücks nicht schneller, wie oft Veltlingen auch seinen Chronometer zu Rat zog. Endlich meldete Franz, daß der Kutscher vorgefahren sei. Erleichtert sprang Veltlingen auf, hastig in den bereit gehaltenen Pelz schlüpfend. Vorsichtig nahm er den Veilchenstrauß, welchen er Tagmiar zum Anstecken mitbringen wollte. Und während er ihn zum Schutz gegen die strenge Kälte wieder in das Seidenpapier wickelte, fuhr es ihm durch den Sinn, „ein Veilchenstrauß und ein Schlitten, darin liegt doch schon die Verzeihung. Und doch willst du noch Gewißheit haben? Wenn sie dir nun so wird wie du gar nicht ausdenken magst? Wenn Dagmar den andere,: wirklich liebt, was dann?" „Zufahren!" Viel zu langsam für seine jagenden Gedanken glitt das schöne Gefährt durch die stillen, verschneiten Straßen. Endlich! Ungeduldig folgte er dem anmeldenden Diener auf dem Fuß. Jetzt — Tvgmar stand vor ihrem Schreibtisch. Die Bisitenkarterr- tasche und ihre Handschuhe lagen achtlos auf einen: Stuhl. Sie war offenbar im Begriff eilig einen Gegenstand einzupacken. Ein wenig verwundert blickte sie auf, als Veltlingen so rasch hereiw- trat. Doch kaum gewahrte sie sein bleiches, erregtes Aussehen, als sw das Paket hinlegend, ängstlich auf ihn zutrat. Knisternd öffnete sich das Pftpier. Sie achtete nicht darauf. Besorgt sah sie Veltlingen an. „Um des Dimmelswillen, Magnus, was ist dir? Tu siehst so entsetzlich elend und blaß aus. Bist du krank?" Dagmar ahnte offenbar gar nicht, wie lieblich sie in diesem Augenblick aussah, mit dein leisen Zug von Sorge, der ihren: sonst so herben Gesicht einen eigentümlichen, fast frauenhaften Reiz verlieh. Unwillkürlich biß Veltlingen die Zähne zusammen. Nur nicht weich werden gegen so viel Schönheit und Anmut! Schweigend reichte er ihr den Strauß, welchen sie mit sichtlicher Freude entgegennahm, führte er gemessen ihre Hand an seine Lippen, ehe er Mit seltsamer Betonung erwiderte: „Krank an Körper -bin ich nicht." Tie Baroneß atmete wie erlöst auf. , „Ich habe nur sehr schlecht geschlafen," fuhr er ernst fort, allerlei Gedanken ließen mich nicht zur Ruhe kommen. E, ich nur namlrch dein Schlittschuhlaufen mit Uchdorf reckst überlebe, er sah sre durchdringend an, und Dagmar fühlte zu ihrer Pern, daß sie tief errötete, „kam ich immer mehr zu der! Ueberzeugung, daß da nicht alles so war, Ivie es sein sollte!" Unwillkürlich war Tlagmar bei diesen Worten zurückgewichen. Langsam trat sie an den Schreibtisch und während ihre Linke Mechanisch nut der Piapierhüll-e spielte, stützte ihre Rechte sich schwer auf die Schreibtischplatte. Es wogte und wallte alles vor ihren Blicken. Brausend schoß ihr das Blut zum Herzen und wahrend sw mtt einem erstickeichen Angstgefühl kämpfte, tönte es nnablassig, ww Glockenklang vor ihrem geistigen Ohr: „Er rraut d:r Nicht. Er traut dir nicht mehr!" Sie kam sich plötzlich unsagbar erniedrigt vor. Da schlug hon neuem Beltlingens Sttmme stn ihr Ohr. Dliesesmal klang ein Ton lecher Besorgnis, er könne zu weit gegangen sein, mit hindurch, als er ba t: „Tagm-ar, es bedarf selbstverständlich nur! eines einzigen Wortes! von dir, um meine qualvolle Sorge, meine bittere Eifersucht zu Zerstreuen. Kannst du mir das eine Wort nicht sagen?" Tagner schwieg. Kein Laut kam von ihren blutlosen Lippen. K^ue bittere Falte um den kleinen Mund, so stand sie da. Schweb K®,,fte aus dem Fenster, gerade hinein in den köstlichen, Winterhimmel. Ohne eigentlich zu sehen, still und M:s, säst bewegungslos stand sie da, nur das heftige Heben und AsEu chres Busens verriet den Sturm, der in ihr tobte. Ihre Lippen blreben stumm. Und wiederum erM Veltlingen seine Stimme: >,Wia.rum, Dchgmar, warum willst du mir die Versicherung sucht geben, die, darauf darfst du dich verlassen, mit einem Schlage jall meiner Sorge, meiner Pein ein Ende machen würde? Ich -will ja weiter nichts hören, als das eine, daß du weder früher noch jetzt etwas für ihn empfandest, was mehr war als gleichgültige Höflichkeit. Warum willst du das einfache „nein" nicht darauf sagen?" Eine bange, schwere Pause folgte seinen Worten. Leise tickte die Uhr auf dem Kjamin, sonst war nichts zu hören in diesem lastenden Schweigen, als ab und an das hastige laute Atemholen Beltlingens. Tie Stille vor dem Sturm. Das fühlten die beiden Menschen, die sich da gegenüberstanden, auch nur zu deutlich. In wenigen Tagen hatten sie den Bund fürs Leben schließen! wollen. Ter Termin schien ihnen beiden plötzlich in schemenhafte Ferne gerückt zu sein, denn jetzt beherrschte sie nur eins — die Gegenwart. . . „Warum willst du mir denn nicht antworten, Dagmar?" brach Veltlingen endlich diese lähmende Stille. Da richtete sich die Angeredete mit festem Ruck empor. Geister- bleich war ihr Antlitz, aus dem ihm ihre zornsprühenden Augen unnatürlich groß und dunkel entgegenleuchteten. Hart und kalt klang ihre Stimme, als sie mit eisiger Ruhe und Entschlossenheit in seltsam gedämpftem Ton zu sprechen anhub: „Ich will und werde dir nicht darauf antworten, Magnus. Nicht weil ich etwas zu verbergen hätte, sondern weil ich mich nie und nimmer so erniedrigen werde, mich von solchem Verdacht auch nur mit einer einzigen Silbe zu reinigen. Ich habe freilich in schweigender Achtung vor dir, dem ich mein Leben zu eigen geben wollte, nie gewagt, auch nur mit einem Blick m: deiner Vergangenheit ziu rühren. Tu wirst dich wohl erinnern^ wie gut sich mir dazu die Gelegenheit bot. Aber ebenso sicher wie ich annahm, daß ich jetzt und für alle Zeit meine Hand unbesorgt in die deine legen köicnte, in dem Gefühl der Sicherheit, das deine Hochachtung mir zu bieten schien, ebenso fest glaubte und hoffte ich, würdest du mir auch vertrauen. Das gestehe ich dir offen ein, ich hatte meine Gründe, weshalb ich nicht mit Uchdorf Schlittschuh laufen wollte. Warum? Das gehört nicht hierher. Mein Herz war frei, als ich mich dir zu eigen gab. Du hättest mich soweit kennen müssen, nm zu wissen, daß ich niemals ein gegebenes Wort brechen könnte. Daß du mir nicht soweit vertrautest, daß du sogar denken konntest, ich hätte dich in irgend einer Weise bettogen —. " Veltlingen machte eine abwehrende Bewegung mit der Hand — „ja, betrogen," wiederholte Dagmar nachdrücklich, „das verletzt mich mehr als ich dir sagen kann. Wofür," fuhr sie plötzlich mit fliegendem Atem fort, die jähe Röte der Scham! iouf den Wangen, „wofür hast du denn eigentlich gesteri: auf der Spazierfahrt meine Liebfosungen gea halten? Etwa für Judasküsse?" Cs lag eine solche schneidende Bitterkeit, eine so tiefe Seelen-! Pein in den letzten Worten, daß Veltlingen unwillkürlich einen Schritt vortretend, Miene machte, Dagmar wie schützend in seins Arme zu nehmen. Mit sprühenden Blicken sah sie ihn au. (Fortsetzung folgt.) WÄßlSachial, Kascnöachtal und Jammertal. Eingeklemmt zwischen zwei verkehrsreichen Tälern, dem des Rheins und dem der Lahn, liegen drei Tälchen, die von der Flut des Lebens kaum berührt sich ihre Eigenheiten noch völlig bewahrt haben. Ich meine das Mühlbachtal, das Hasenbachtal und das Jammertal. Touristen verlaufen sich hin und wieder in eines von ihnen und ein jeder wird lange an diese Wanderung zurück-^ denken. Ein Völkchen wohnt dort, angesiedelt wie vormals die alten Germanen, einsam auf Mühlen und kleinen Gehöften. -Selten sehen die Leute einen Fremden und den wenigen, denen sie be- Kn, kommen sie freundlich und traulich entgegen. Tie Laud- , in der sie wohnen, ist so herrlich, daß ich verzweifeln möchte, sie zu schildern. Im Frühling bin ich ein paar Tage in diesen Tälern umhev- gewandert und will euch nun, verehrte Leser, sagen, wie ihr es anfaNgen müßt, wenn ihr auch eine Wanderung dorthin unternehmen wollt. Vom burggekrönten Nassau aus geht der Weg über Berg- nassau unmittelbar in das Mühlbachtal. Das Tal ist vorerst noch brett, grüne, saftige Wiesen füllen den Raum zwischen den Berg- hangen aus. In den Mesen läuft der Mühlbach. Wer immer enger wrrd's, die Hänge Aller, felsiger, nur niedriges Gestrüpp wachst an ihnen. Schon sind wir an einigen Mühlei: vorbei- gekommen. De« Himmel ist 'rings begrenzt von Höhen, nirgends rst em Ausgang aus dem Kessel, den der Bach, durchkost, zu nnden. Aber immer wieder schlingt sich der Bach hindurch und der Weg mit ihm. Nach drei Stunden ist die Schulmühle erreicht. Hier kommen Sonntags die Bewohner des Tals zusammen zu Tanz und Gesangs Auf der Schulmühle Bin ich damals im Frühling einige Stunden im Freien gesessen und Me in dem herrlichen 391 Leiden und Sterben unglücklich Liebender zu erzählen. Sie läßt dos leise Rannen und Wehen in dein dichten Blätterdachej zu Seufzern der abgeschiedenen, rastlos ümherirrenden Geistert werden. In der Menge der Volkslieder nimmt die Linde sehr häusig eine ehrwürdige Stelle ein. Bald ist es die schattet«-! spendende Krone, bald der trauliche Platz unter ihr, bald der sinnenberauschende Tust der schönen Blüten, die das Volkslied lobpreisend ian ihr anerkennt. Selbst der Aberglaube bemach-- tigte sich der Linde als eines Geheinmisse bergenden BaumeÄ Er spiegelt seinen Anhängern vor, daß der Lindenbast, um die Brust gebunden, der Zauberei Abtrag tue. Behextes Vieh mit Lindenruten gepeitscht, wird enthext; zu gleicher Zeit fallen die Rutenstreiche auf die Hexe. Mit Lindenhvlz gräbt man die gegen Verhexung schützenden Kräuter aus; Lindenasche vertreibt; auf dem Acker das Ungeziefer. Tie Winterlinde blüht etwa 14 Tage später als die Sommer-, linde, die wir an ihren breiten Blättern leicht erkennen. Bei einer Höhe von 30 Metern ist sie mit einem. gewaltigen Laub- dache der Stolz und der Schutz in den Ziergärten, in den Anlagen und im traulichen Wickel im Hofe. Die zierlichen Blüten! bilden zwei- bis fünfüstige Trugiwlden, deren Stiele bis über die Hälfte mit einem länglichen, ganzrandigen, stumpfen Nebenblatte vertvachsen sind. Die fünf Kelchblätter unb die fünf größeren blaßgelben Blumenblätter fallen bald ab, sodaß die zahlreichen 30—45 Staubgefäße freiste heu. Ter kugelige Fruchtknoten besitzt einen walzenförmigen Griffel mit fünslappiger Narbe. Ist die Linde im Blühen an trockenen Tagen, dann sendet sie mächtige Wellen süßen Duftes in die lauwarme Sommernacht. Alt und Jung ergeht sich unter den Linden und zieht in vollen! Zügen den erquicklichen Wohlgeruch ein. Am Tage gleicht das Summen der hvnigholenden Immen und anderer süßigkeits- liebender Insekten fernem Stimmengewirr. Doch auch Gesindel bewohnt die breitästige Linde und von seinen Stichen trieft von den oberen Blattspreiten süßlicher Säst. Lebhaft ziehen die Ameisen stammauf und stammab, um den aus den Honigs trompeten der saugenden Blattläuse entnommenen Honig zu ihrem unterirdischen Bau zu schleppen. Doch nach einigen Tagen ist das Hochzeitssest des Banmes vorbei, der liebliche Tust verflossen in dem großen Weltenraum und die Frucht der stattlich besuchten Hochzeit beginnt sich zu erschließen. An der Stelle jeder Blüte hat sich eine nußartige, meist einsamige Frucht in holziger, fünfkantiger Schale gebildet. Diese Kugelsrüchtchen hängen bis zum Herbste, fallen ab und keimen bald; doch groß werden die Pflänzchen nicht im Schatten des Mutterbaumes, denn nach vielem Licht ringt das junge Lindchen; bleibt ihm die Lichtquelle verdeckt, djann hat das 'Keine Lindenpflänzchen nur kurzes Erdenwallen. Tas Wachstum dieses deutschen Baumes geht in der Jugend außerordentlich rasch vor sich, sodaß die kundige Hand des Gärtners mehreremals dem stürmischen Baunw jüngling mit Säge und Schere in die Statte fahren muß. Alt, sehr ält kann die Linde iverden, und viele haben gch- schichtlichett Ursprung; Wurden doch, und cs geschieht ttoch heute, zu jeder Zeit zum Andenken an gewichtige, geschichtliche Ereignisse Lindenbäunte gepflanzt: Friedenslinden, Kaiserlindenh Lutherlinden, Tichterlinden usw. Einige Riesenlindett unseres! Vaterlandes zeugen vott dem hohen Alter, denn viele Jahrhunderte liegt der Beginn ihres Lebenslaufes zurück. Nicht im Walde finden wir diese alten Häupter mehr, sondern in der Nähe der Wohnsitze des Menschen, dem sie liebend gefolgt sind. In dem Hofe der altert reichsstädtischen Burg Nürnberg reckt die aus 1000 Jahre Lebensalter berechnete Burglinde ihre mächtigen Aeste in das Luftmeer. Bei einer Höhe von nur 18—20 Metern erreicht sie einen Umfang von 15 Metern. Tie Höhlung im Stamme ist so groß, daß man hiudurchreiten kann. Ihr Schatteil bringt einem großen Teil des Burghofs Kühlung. Schott zur! Zeit des dreißigjährigen Krieges kannte man sie als einen uralten Baum. Eine fast gleichalterige Linde ist in Neustadt am Köcher! zu sinden. Deren gewaltigen Aeste 'wurden im Fahre 1392 von 60 steinernen Säulen gestützt, die vor tticht langer Zeit um 40 verntehrt wurden. . . In die Krankenstube bringt die Linde mancherlei Stttrf b e r n n ff. Ter Lindenblütentee wirkt als gutes Hausmittel schweißtreibend, magenstärkend und krampfstillend. Ter Lindenbast ist ein vorzügliches Mittel für geschundene Glieder, wenn er mit Wasser zu einem Brei angerührt wird. Das weiße, zarte Holz ist dem Drechsler sehr willkotnmen, und Lindenkohle dient zumi Zeichnen und Herstellung von Zahn- und schießpulvem. Ant geschätztesten ist der Lindenhonig, denn an Feinheit des Geschmackes und Schwere sucht er seinesgleichen. Ten Liebenden ist der Platz unter der Linde das Ziel des ^abendlichen Ganges und ihrer Sehnsucht. „Unter den Linden will ich dich finden, soll jubeln mein Herze mit dir. Tort wollen wir herzen, dort wollen wir scherzen, dort nimm ich zu eigen dich mir." Ter alte Minnesänger Walter von der Vogelweide läßt unter! ffrrent Schatten den Buhlen der jungen Maid liebevolle Worte zujauHzen: Anblick ringsum geschwelgt. So hatte ich die heißesten Stunden des Tages verbracht. Tann weiter, das Tal wird immer noch enger, immer toller stürzt der Bach über Felsen und ausgerissene Baumstämme. Endlich nach weiteren zwei Stunden tritt man aus dem Tal hinaus und kommt in eine flache Gegend. Marien- sels liegt zur linken Hand. Nach dreiviertel Stunden erreicht man Miehlen, bekannt, oder vielmehr nicht bekannt, als Geburtsort des berüchtigten Räubers Schinderhännes, dessen Geburtshäuschen noch gezeigt wird. In sechs Stunden hat man also diesen Tagemarsch beendet. Man kann auch in vier Stunden das Tal durchwandern, es ist aber kein Genuß/ durch die herrliche Natur in Sturmschritt zu eilen. In Miehlen findet msan im Hotel Früh gute Unterkunft. Am nächsten Morgen macht man sich recht frühzeitig auf, denn der Weg über Bettendorf, Ober- und Niedertiefenbach ist recht langweilig und sonnig. In höchstens 1 Va Stunden hat man ihn hinter sich und tritt ins Hasenbachtal ein. Es ist das ruhigste, idyllischste von den dreien. Es ist jauch am wenigsten begangen, und ein schmaler Fußpfad durchzieht es und der ist oft mit Gpas bewachsen, so daß man ihn kaum sehen kann. Frisches Grün erfreut das Auge, Blumen überall, hin und wieder das weiße Fachwerk eines Mühlchens äm flüsternden Bach, dann aber guck; wieder himmelanstvebende Felswände, rauschende Wasserfälle, gestürzte Blöcke. — In 1 Va—2 Stunden erreicht man das ^Jammertal, in welches das Hafenbachtal einmündet. An der Mündung liegt die Wäldschmidtmühle, die ländliche Erfrischungen bietet. Der Dörsbach durchfließt das Tal, das erst 'Jammertal genannt wurde, nachdem einst 'nach der Schlacht von Leipzig flüchtende Franzosen in das Tal gekommen waren und keinen Ausweg gefunden hätten, Sie sind eines jämmerlichen Todes gestorben. Und so sieht das Tal aus. So wild, so massig, daß es einem manchmal bange werden könnte vor gleichem Schicksal. Der Weg ist aber nicht zu verfehlen, es geht nur ein einziger hindurch. — Tas Tal ist tiefer als die beiden anderen, die Felswände höher und steiler. Der Bach wilder und rauschender. Tie abgestürzten Felsblöcke und nmgerissenen Baumriesen im Bachbette häufiger. Der Weg geht in verschlungenen Windungen bald unten am Bach her, bald steigt ev in kühnem Schwünge die Wand hinan und läuft an ihr her. Auf der einen Seite Felsen himmelhoch, auf der anderen tief unten der schäumende Bach, gerade so wie man es in Alpenschilberungen liest. Alck hundert Schritte ein völlig neues Bild, bald wild^bald lieblich, aber häufiger wild und romantisch. Nach, drei Stunden herrlicher Wanderung endet das Tal- säst plötzlich und man erreicht in 1 % Stunden Katzenelnbogen, wo das Hotel Bremser vorzügliches bietet. Ein jeder, der die Wanderung unternommen, wird mit Vergnügen der zwei Tage in den Tälern gedenken, zumal die An- .strengungen sehr mäßig sind und sogar Damen sie mit Leichtigkeit bewältigen können. An einem Tage die drei Täler zu durchivandern. ist nicht angängig, höchstens kann man von Nassau aus durch das Mühl- bachtal bis zur „Alten Burg" gehen, dann nordwärts über Singhofen in das Jammertal gelangen und das Hafenbachtal weglassen. Man braucht zu diese« Tour aber mindestens sechs bis sieben Stunden. Das Jammertal allein durchwandert man von Obernhof. In 5—6'Stunden kann man so Kätzenelnbogen jerreichen. Der DaunusKub, der int östlichen Taunus äußerst rührig ist, hat, soviel ich erfahren, die drei Täler auf sein Programm gesetzt, sodaß hoffentlich bald recht vielen der hohe Genuß einer Wanderung durch dieses Gottgesegnete Stückchen Exde zuteil wird. " E. H. E. Aie ölühends Linde. „Wir grüßen der Linde süß atmendes Dach'; Sie ruft uns zum trauten Verein, Nimmt häusliches Glück in ihr Blütengemach, Hüllt Mondnacht in Blütenduft ein. Der Liebe vertraulichem Kosen, ,st Der Unschuld hell glühenden Rosen Soll sie Beschützerin sein." (Wilibald.)' ' Tie Zeit der blühenden Linden ist da. Welche längst veö- gessene Bilder vermiag nicht der Name dieses echt deutschest Baumes in Erinnerung zurückzurufen: Unter der Dorflinde gruppieren sich die Dörfler, um im trauten Gespräch die Unterhaltung zu pflegen oder Gemeindeanffelegenheiten zu besprechen. Unter der Friedhvfslinde nimmt der Auswanderer Abschied von den früh Heimgegangenen. Tie Behmlinde in Dortmund, wo schauerliche Taten ihre Geburtsstätte fanden. Unter der Linde trafen sich die Liebenden und saßen in dem süßen, berauschenden Duft. Siegfried trifft anr Fuße der Bvxnlinde, als er sich zur frischen Quelle neigt, die Mordwaffe. Unter der Linde fanden Volksgerichte statt. Unsere Altvorderen schritten in den geweihten Minen unter dem dichten Blätterdach auf Wallfahrts- Wegen nach den für die Götter errichteten Zeichen. Frau Saga weiß von fast 'allen Linbenbaumgängest mit Schauerlichkeit vön — 392 — „Unter? der linden An der Heide, Ta unser zweier bette was, Ta muget ir i) in beit Schone beide Gebrochen blumen unde gras. Vor dem Walde in einem tat — Dandaradei — Schone sank diu nahtegal." rc. C. E. Gebt den Türme» ihre Sprache Mieder! so lautet eine alte Forderung! des Kunslwarts (München, Callweh), die R. Batlla im zweiten Juniheft aufs neue stellt. Es heißt da unter anderem: „. . . Tie Städter des 'zwanzigsten Jahrhunderts wissen von solch gewaltigen, hundertstimmigen Glockensymphonien nichts'mehr, die in den Kuppeln ihrer alten Türme schlafen. Man läutet jetzt auch weniger als ehedem, zumal die großen Glocken, bereit Schall, tote die Erfahrung gelehrt hat, mit der Zeit auch die Festigkeit des Turmes selbst gefährdet. Auch mögen die akustischen Verhältnisse jetzt andre geworden sein. Tie schmalen, gewundenen Gassen mit den niedrigen oder mittelgroßen, giebeligen Häusern ergaben andre Hörbedingungen, als nun die geradlinigen, breiten Sttaßenzüge und vierstöckigen Häuserblocks. Tie Macht des Glockentones, der sich in den tausend Winkeln und Ecken der alten Stadt verfing, entlang des Flusses dahinwallte, und dem die Plätze gleichsam a ls Resonatoren dienten, ist 'mit dem Bev- stummen. der ganz großen Glocken dem Gedächtnis der heutigen Generation entrückt, und die kleineren Glocken haben an dem Straßenlärm der Großstadt, am Klingeln und Rumpeln der Elektrischen, int Sums und Braus der Kraftwagen eine starke Konkurrenz. Roch immer mag die Glockeninschrift Bivos voeo zu Recht bestehen. Aber die Glocken rufen und man hört nur wenig auf sie, sogar in jenen Kreisen, die dem kirchlichen Leben noch nicht entfremdet sind. Tagegen begegnet man der Poesie der Glockenstimmen noch vielfach lauf dem Lande, soweit sie nicht auch hier vor der alles v ernüchternden Industrie hat zurückweichen müssen. Namentlich im Gebirge bietet das Geläute der Glocken aus den verschiedenen Tälern und in mannigfachen Klangabstufungen dem aufmerksamen Beobachter ein reizvolles Hörspiel, und die Einheimischen haben für die Eigentümlichkeiten der einzelnen Geläute oft ein sehr feines Ohr. Tie Heimatschutzverbände müßten ihr Augenmerk auch ein wenig auf die schönen Glocken in Stadt und Land hinlenkeu und darin etwas Bewahrenswürdiges erkennen. Ebenso könnte der Lehrer in der Schule durch gelegentliche Hinweise wirken. Wie vielen ist heute das Phänomen des Glockengeläutes nur noch aus seiner stilisierten Nachahmung in der Musik, von den „Klosterglocken" bis zum „Parsifal" bekannt. Goethe, heißt es, habe das Gelänte („das verdammte Bim- bambimmel") nicht leiden können. Vermutlich aber bloß das sehr lang andauernde, wie es in früheren Zeiten üblich war, denn er hat doch auch wieder sehr warm von „des Glockentones Fülle" gesprochen. Es wäre recht hübsch, wenn man sich entschlösse, dia Glocke auch außerhalb der Kirche als öffentliches SignalwerS- zeug wieder mehr zu verwenden. Den tierisch heulenden Dampf- pfetfeit, womit z. B. die Fabriken den Beginn des Betriebes und i5slerabend auzeigen, wären fL jedenfalls vorzuziehen. Tas großstadttsche Leben wird täglich geräuschvoller und tonloser. Ver- gebems strauben wir uns gegen den Lärm der Fuhrwerke, gegen die Warnungszeichen der Straßenbahn, gegen die Hupe des Auto und gegen das Alarmgeläute des Aschenmannes. Man komme uns also nicht Mit Rücklicht auf unsere Nerven, wenn inan gerade die freundlichen und musikalischen Lebensklange, die von unfern £unneit m das tolle Getriebe niederschallen, ohne Gegenwehr bclethgeit laßt, Gebt den Türmen ihre Sprache ivieder." — Arthur Sewett: Die Eisrose. Novellen. — Verlag von Egon Fleischet u. Co., Berlin W. 35. — Preis 2.— Mk. Arthur Sewett gibt hier eine Reihe kleinerer Erzählungen, die das Leben tu fernen düsteren wie auch in seinen heiteren Seiten totederspiegeln. J£te erste Novelle, nach der die Sammlung genannt ist, zeichnet tu strichen das ganze Lebensbild eines Frauencharak- ters, der von wärmster Gemütsempfindung beseelt, von tiefster Liebe durchdrungen, den Reichtum seines Innenlebens anderen nicht zu offenbaren vermag, der deshalb selbst von den nächsten Angehörigen für gefühllos und kalt gehalten und „Eisrose" be- retts von den Mitschülerinnen genannt wird. Die Tragik eines Menschen, der ohne Kvmpromisse durch das Leben gehen will und an seinem Wahrheitsdrang zuletzt verblutet, der die Kunst nicht lernen kann, die allein vor Gott und den Menschen angenehm KW 8u bitten unb zu danken, wird in psychologisch fesselnder -E^ckE- Die zweite Novelle behandelt mit tragischer Kunst den Dämon Alkohol, der die ihm einmal Vev- U!" Untergänge treibt, während die dritte ein heiter mthrisches Bild aus dem modernen Gesellschaftsleben gibt und die ^ucht, über sein Können hinaus gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen, voller Humor geißelt'. Eine Ehebruchstragödie entrollt die vierte: „Ser Lokomotivführer" in dramatisch spannender, auf Sturmesflügeln der tragischen Sühne hinstürmender Handlung. — Tie Novelleit verdienen es, weiteren Kreisen zugänglich zu werden hauptsächlich wegen des hohen sitt- licheii Gehalts, der in ihnen steckt, auch versteht es der Verfasser seinen Gedanken eine gefällige Form zu geben und uns so die bitteren Wahrheiten schmackhafter zu machen. — Goethes Tod. Dotumeitte und Berichte der Zeit- genoffeit, herausgegeben von Earl Schüddekops. Mit 7 Lichtdrucktafeln und Faksimiles. Geheftet Mk. 4. — Ein eigenartiges und wertvolles Gedenkbuch zu Goethes 75 jährigem Todestage,' den wir im Frühling dieses Jahres begingen, hat der Jusel- Verlag herausgegeben. Wie über Goethes reiches Leben bis in alle Einzelheiten ein fast unübersehbares Material auf uns gekommen ist, so sind auch viele gedruckte und migedruckte Dokumente über seine letzten Tage, seinen Tod und feine Leichenfeiern! vorhanden. Durch eine gesammelte Herausgabe der wichtigsten jener Dokumente, für die Dr. Carl Schüddekops vom Goethe-Schiller- Archiv in Weimar gewonnen wurde, hat der Insel-Verlag jenen Gedenktag in schöner Meise mit begangen. An eine Darstellung des Todes und der Trauerfeiern — die freilich die Mehr-Licht- Legende zerstören mußte — schließen sich u. a. der Text der Leichenrede unb eine Anzahl meist unveröffentlichter Briefe und Trauerdichtungen lan. _ Sechs Tafeln, darunter die Prellersche i-eichnung „Goethe auf dem Sterbebette" und die Todesanzeige, erhöhen den Wert des Buches. Für alle Goethe-Verehrer — und wer unter den Gebildeten wäre das nicht? — wird das edel ausgestattete Buch eilte sehr willkommene Gabe feilt. Kunst, — Von schwedischer Malerei berichtet Georg Bröchner- Kvpenhagen tu dem Juni-Hefte der bekannten Zeitschrift „Die Kunst (Verlagsanstalt Bruckmann, München, vierteljährl. Mk. 6).' Der Verfasser schildert die Zustände, welche im schweb. KUnstleben m den siebziger Jahren herrschten, und zu einer Opposition der schwedischen Kunstjugend führten. Des alten Schlendrians ntube; iranbten sich bte jungen Künstler nach Paris, nur wenige nach Deutschland, und arbeiteten hier, entzückt über alles Neue, jeder wle es ihm zusagte, mit vollkommen persönlicher, künstlerischer Auffassung und Freiheit. Prinz Eugen von Schweden, Richard Bergh, Carl Larston und Bruno Liljefors gehörten u. a. zu den „Opponenten", welche der heutigen schwedischen Kunst ihr eigenes Gepräge gaben. Sie und ihre künstlerischen Nachfolger wie die Brüder Oestermann, Emerick Stenberg, Oskar Björck und vor allem Anders Zorn, charakterisiert G. Bröchner int einzelnen; zahlreiche ausgezeichnete Abbildungen unterstützen seine Ansfüh- rungen. Bei dem großen Interesse, dem die schwedischen Kvl- lekttonen auf allen internationalen Ausstellungen begegnetem ist drese Darstellung freudig zu begrüßen. — Aus dem reichen Inhalte des Heftes heben wir im weiteren noch hervor vor allem die illustrierten Aufsätze über die Frühjahrs-Ausstellung der Wiener Sezession, über nette .Bauten von Paul Korfs, über Walter Jllners Monumentalgemälde int Dresdener Justizministerium und Max Läugers neuere keramische Arbeiten. Zwei Gravüren und ein Farbendruck vervollständigen das reiche Jllustrationsmaterial. Kömgspromenade. Man bars die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Feld aus aus ein benachbartes übergeht. Auslösung in nächster Nummer. ntern in fen ro ein wim als fant der zeit küm sam ver ver lie ein tnern rosen ver alter ber küm ntern zeit grö der weit im von her- ßer leid in schen men fein ze als Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Stein, Stern. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Stetndruckerei, R. Lange, Gießen,