1907 EMS ffi - l Üi.t- Dem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) „Was ist, Vera? Schenken Sie mir Ihr Vertrauen." Er war in einem Rausch. Wir schön war sie heut abend, bei ihr war kein Hauch von jener nüchternen Prosa, die ihn stets so er- Miete, die ganze Atnwsphäre um sie her war Poesie, Romantik. Sie schüttelte bien Kops. «Ich habe nichts zu vertrauen — unsere russischen Verhältnisse taugen nicht für daA Verständnis eines Ausländers! — und nm solche handelt cs sich — um einige Papiere, die—die ich nicht gerne fremden Händen überliefert sehen möchte. Wollen Sie sie mir hüten?" „Ist cs nur das?" fragte Roderich enttäuscht. „Wenn Ihnen mein Koffer in der Rue Byron ein sicherer Anfbcwahrungsbvt dafür dünkt —■ aber — in der Tat — ich verstehe eigentlich nicht —" „Sie sollen. Sie brauchen auch nicht zu verstehen — das ist es ja gerade — hier, meine Landsleute, Anna Kaduschda" — so hiess die arme Verwandte — „sie ist wohl taub, aber neugierig und nicht blind. Die Papiere sind teilweise fremdes Gut, ich hätte mich nicht damit befassen sollen — sie beunruhigen mich, sie rauben mir den Schlaf. Aber seien Sie aufrichtig — wenn Sie sich auf solchen dunklen Handel nicht einlassen wollen " Sie sah ihn au, nicht zweifelnd an seinem guten Willen ober spöttisch, sondern ernst fragend. Ihn elektrisierte der Blick; welche hoheitsvolle Macht lag in den Augen dieser Frau! „Wie können Sie so fragen, Vera? — Wenn ich Ihnen Ruhe schaffen, Ihnen eine Sorge abnehnicn kann, und wäre selbst Gefahr für mich damit verbunden, ich biete ihr die Stirn!" Er erhob sich in diesenr Augenblick über sich selbst, ihre Schönheit, ihr königliches Wesen berauschten ihn, auch seine Eitelkeit feierte ihren Triumph, wenn er der Bevorzugte war, dem sie ihre geheimsten Angelegenheiten anvertraute, so hob er alle seine Nebenbuhler aus dem Sattel. Sie sah ihn eine Weile starr au, wieder mit dem ab- wesenden Blick. „Ich danke Ihnen, Monsieur Roderich —: v, ich danke Jhneir. Gefahr? Nein — für Sie nicht — was gehen Sie, den Deutschen, unsere russischen Verhältnisse an!" Sie erhob sich und schritt durch das Zimmer nach ihrem Schreibtisch. Ihr lang nachschleppendes Gewand aus weicher weißer Wolle streifte über den dunkelroten Teppich, das schwarze Haar hatte sich gelöst und fiel über den Nacken herab. Sie schloß ein geheimes Schiebfach ihres Sekretärs auf und entnahm dort ein in dickes Pergamentpapier gehülltes Paket »Hit einigen russischen Chiffern auf dem Unkschlag. Sie betrachtete es einen Moment, schlug es dann in einen neuen tveißen Bogen ein,, verklebte die Ränder und sagte: „So —• jetzt schreiben Sie mit Ihrer Handschrift darauf; ».Familienpapiere". DaS innere Kuvert öffnen Sie .nie, bis ich es von Ihnen zurückfordere. Mollen Sie ?." Sie sah ihm weich und fragend ins Gesicht, eine ganz ungewöhnliche Bewegung zitierte in ihren Zügen. Roderich trat heran und schrieb, was sie geheißen. Einest Augenblick zuckte etwas wie Zaudern und Verdacht in ihm aus, Was übernahm er da? Was beglaubigte er da mit seiner Schrift? Warum schenkte sie ihn: nur ein halbes Bertrmwn? Er öffnete den Mund zu der Frage: „Darf ich nicht wissen,, was diese Schriften enthalten?" Aber er verbannte die Gedanken als die Regungen eines Feiglings. Es waren Familien-! Papiere, und wie durfte er da ein Vertrauen heischen, welches! sie nicht freiwillig gab. Es schienen traurige Verhältnisse sitz ins Ausland getrieben zu haben, sie hatte ihm schon frühest Aehnlichcs angedeutet, vielleicht — ja, sicher trat er ihr der-! einst so nahe, daß sie keine Geheimnisse mehr vor ihm verbarg. Und dann — in seinem Blute wallte heißes Begehren, ihr Besitz wog die größten Opfer auf. Sie stand vor ihm, ihre Hand ruhte leicht aus feinest Schulter, ihr Auge senkte sich in das feiste. lich ein Kavalier bsantworten wird." Dann wandte sie sich plötzlich ab, als ob sie Worte, welche sich ihr aufdrängten, ungesprochen lassen wolle. „Und nun gehen Sie, Roderich." sagte sie in einem leisen/ gepreßten Ton, „gehen Sie, ich bin so sehr miide. Mvrgest sollen Sie mich wieder unverändert finden." Roderich zauderte, er hielt ihre Hand fest und bedeckt: fist mit glühenden Küssen; sie war selbst ergriffen, nicht so bist Herrin ihrer selbst als sonst. Sollte er diese schwache Stunde nicht zu seinen Gunsten nützen. Er wollte reden — miedest dieses Stammeln — was ihm sonst nie eigen luctr — magnetisierte sie ihn? War es ein mystischer Bann? Ihr Blick traf ihn — er sah ihn nutz' durch! einen NeNelh er erhob sich von seinen Kuieen, er taumelte empor —- er sprach von unbedingter Ergebenheit, und ihre Altstimme tönte an seinen: Ohr: „Gute, Nacht — Sie guter Schwärmer!" Er staild draußen im Vorzimmer, seine Stirn glühte, Iwan half ihm in den Ueberrock, Ta — das Paket Papiere — es brachte ihn zur Wirklichkeit zurück, er barg es in der weiten Tasche seines Paletots — er nickte Iwan zu und trat hinaus auf den Flur. Unten auf der Treppe begegnete ihm Paul Hendrichs. Ev »nah ihn nrit einen: verwunderten Mick. „Sahst du Vera Petruschka?" fragte Paul. „Gewiß! Findest du Verwunderliches darau?" Roderichs Stimmung war plötzlich gereizt. Dem Schulfreund gegenüber fand er seine brüske Eigenart wieder. „Wir hatten wichtigst und ernste Dinge zu verhandeln," setzte er in überlegenen^ Ton hinzu, „und Vera Petruschka ist sehr müde und angef! griffen, ich glaube schwerlich, daß sie dich noch enchfangen wird." Paul fixierte Roderich einen Moment scharf, er beachtete! augenscheinlich auch das Paket Papiere in seiner Tasche. Er zuckte dann die Achseln, griißte, und stieg, immer drei Stufest auf einmal nehmend, die Treppe vollends hinauf. Roderich sah ihm wütend nach, /.Unverschämter Patron!" murmelte er, >,Eifersucht, natito- — 258 Paul lachte. „Wollen Sie meine Schlüssel? Hier sind sie — es ist bequemer und mir angenehmer, wenn Sie die Schlösser nicht erbrechen — walten Sie Ihres Amts in meiner Abwesenheit — meine Gegenwart ist ja ganz unnötig. Und hier meine Person" — er erhob sich, kehrte seine Taschen um — lachte, daß seine weißen Zähne blitzten, und sagte dann in einem spöttisch gutmütigen Ton: „Wir Deutschen sind ehrliche Menschen, gar keine Mörder und Verschwörer." Monseur Chadot schäumte innerlich Lor Wut; es sand sich wirklich nichts, gar nichts, und dieser Keine mit den klugen funkelnden Augen verspottete ihn, führte ihn an der Nase herum. Es waren da Papiere verbrannt tvorden, ganz sicher, aber was ließ sich daraus beweisen? Mit Kratzsüßen, Entschuldigungen, höflichen Reden empfahlen sich die Herren, und Roderich sank wie gebrochen zusammen, als sie sich entfernt hatten. (Fortsetzung folgt.). Paul hielt kaltblütig das Schüreisen in der Hand und streß die verbrennenden Papiere zwischen die «Holzscheite. „Wolltest dir sie etwa unter einer Tarnkappe verbergen, oder was gedachtest du sonst zu tun? Ich glaube übrigen», du wirst öffnen müssen, hörst du, man klopft am Nebenzimmer — ah, dort ist dein Haupteingarrg, um so besser! An nom de la toi — eh bien, wir sind bereit, meine Herren — Roderich, du tätest gut, etwas Blut in deine Wangen zurückzufnhren und dreh zu dem gebührenden stolzen Erstaunen aufzuschwiugen. Dre Herren Franzosen sind übrigens unter allen Umständen hostich. Paul hatte während dieser Rede den Koffer wieder verschlossen und den Schlüssel in des noch immer fassungslosen Roderich Tasche versenkt, er saß, als ob nichts vorgesallen sei, rauchend vor dem Kamin und trieb Roderich an, zu öffnen. Unter all dem Wust und Ehaos seiner Empsindungen packte diesen doch dre kaltblütige Geistesgegenwart des andern. Der Mensch hatte Husch- blut hi den Wern, ihn brachte nichts in Aufregung. Er ging jetzt zu öffnen, und es gelang ihm auch, sich ein wenig zu beherrschen. Immerhin entdeckte der höflich ein- treteude und mit einem „infamen" Gesichtsbusdruck — tvre Paul nachher es lachend bezeichnete — sich entschuldigende und seine Vollmacht und Erklärungen gebende Beamte, Monsieur Chadot, noch die Spuren eines scheuen, verstörten Wesens bei dem hünenhaften Prrrssien — jeder Deutsche war ihm ein Prusften. Roderich versuchte, seine gewohnte hochfahrende Art, die ihm im Schrecken der letzten Minuten ganz abhanden gekommen war, wiederzugewinnen, er sah die Vollmacht des Beamten ein, ve^ neigte sich stumm mit einem sarkastischen Lächeln, das aber noch etwas gezwungen um die bleichen Lippen zuckte, und nbev- lieferte seine sämtlichen Schlüssel. . , . . Dem Franzosen Ivar sein Amt hier, wo es vielleicht eilten Deutschen zu fangen galt, gar nicht unangenehm; er und seins Leute entledigten sich ihrer Aufgabe so gründlich wie möglich. Kein Winkel, kein Möbel blieb ununtersucht. Paul saß mit übergeschlageucn Beinen und rauchte, der Franzose sah ihn grimmig an, man war einander vorgestellt, und Monsieur Chadot I belehrte ihn, daß er auch beauftragt sei, in seiner Wohnung denselben Akt vorznuchmeii. So leid es ihm tue — aber — den Fall erträglich zu machen." „Was führt dich denn so Wichtiges her?" „Hm — eine Frage. Hat Vera Petruschka dir Papiere übergeben?" , , „ , Roderich hatte seinen Ueberrock abgeworfen und den Hut auf einen Stuhl geschleudert. Er sah schroff und hochfahrend auf den dreisten Frager $erab._ „Eine sonderbare Frage," sagte er, „die dir wohl schwer-- ! lich ein Kavalier beantworten wird." Hendrichs machte eine Geste, als wolle er alle Phrasen I und Kleinigkeiten beiseite schieben. „Kavalier," wiederholte er unwirsch. „Es handelt sich hier um sehr ernste Dinge — Vera ist abgereist." „Vera ist abgereist?" Roderich taumelte zurück. Wie war das möglich? Ohne ihn zu benachrichtigen — steckte Paul da- | hinter, hatte er eine Jntrigue gespielt? Sie war ihm zuzutrauen. । Paul sah ihn scharf an. „So weißt du das also nicht — hm — wir haben, übrigens ! wahrscheinlich keine Zeit zu verlieren. Du bist ja völlig unwissend, Vera hat dich jedenfalls nicht zum Vertrauteu gemacht; ich habe aber gegründete Ursache, zu Vermittelt, daß eine Haussuchung bei allen Freunden der gefährlichen russischen Dame, zu denen man auch dich zählen dürfte, vvrgenommeit wird." Roderich stand starr. Das Zimmer drehte sich mit ihm im Kreise. „Gefährlichen russischen Dame," wiederholte er; „sprichst du Von Vera?" „Ja — von Vera Petruschka — und daher frage ich dich noch einmal, hast du Papiere Veras in Händen, die ihr zu gefährlich schienen, um sie im eigenen Verwahrsam zu behalten?" „Papiere? Familienpapiere," stamimelte Roderich bleich. „Ja — Familienpapiere," meinte Paul sarkastisch. „Mein guter Roderich, du bist merkwürdig naiv! Mer wo — wo hast du sie verborgen?" Paul sah sich im Zimmer um und drängend auf Roderich. „Halt," rief dieser, der sich zu sammeln begann, und sein Ton war herrisch und empört, „was mir auvertraut ist,. das hüte ich —" „Mensch, sei nicht unsinnig, laß doch um Gotteswillen deine törichten Illusionen und all den Bombast fahren angesichts wirklicher Gefahr! Was' in Veras Vergangenheit liegt, wissen wir wohl beide nicht, aber daß sie hier mit heißem Eisen operierte, ist ficher. Bei Entdeckung eines neuen nihilistischen Komplotts in Petersburg —; es soll sich wieder um einen Anschlag gegen das Leben des Zaren handeln ä hat die Spur bis hierher nach Paris und bis in den eleganten Salon der schönen Russin geführt. Sie ist fort, bei ihr in ihrer Wohnung sand sich nichts Kvmprimittierendes — möglicherweise bei dir, was dann sie und dich ans Messer liefern würde." Roderich zitterte jetzt, seine Füße wankten, er sank vernichtet in einen Stuhl. „Schwächling!" murmelte Paul halblaut; er horchte mit dem Ohr an der Tür auf ein Geräusch und Stimmengewirr unten im Flur. Daun sprang er mit einem Satz zurück. „Tie Schlüssel!" rief er. „Ich müßte mich sehr irren, wenn ich nicht die schnarrende Stimme des Monsieur Chadot, des Beamten, der heute nachmittag in Veras Wohnung die Haussuchung leitete, erkannt. Wo — wo sind die Papiere?" „Dort — in dem Kosser, links nach unten —" Roderich lieferte bebend den Schlüssel aus, er war wie gelähmt, er spielte durchaus keine Heldeiirolle in diesem Augenblick. Mit unglaublicher Geschicklichkeit und Geschwindigkeit schloß Paul auf, stöberte unter den Effekten im Kvsfcr und faßte endlich das Paket — Familienpapiere. „Tas ,st deine Handschrift —" „Ja, ja — ich glaube wirklich, da kommt jemand." Die Flamme im Kamin loderte hell auf, Pani hatte das Paket hineingeschleudert. „Halt, halt! Bist du toll, Paul — Veras Eigentum, nur ja ... I -'-I R-de-i« «**. «r >°°° E W* Der Portier unten sagte ihm, daß ein Herr in fernem denken, S» Merlegen Zimmer auf ihn warte. Oben war er sehr überrascht, Pank Hendrichs zu finden. Er hatte sich wie zu längerem verweilen eingerichtet, das Feuer im Kamin neu entzündet, und saß behaglich, seine Zigarre rauchend, vor der hellen Flamme. „Nun, das ist ein glücklicher Zufall," meinte Roderich, ihn begrüßend, „ich komme heute ganz ausnahmsweise zur Bürger- stnnde heim, du hättest sonst lauge auf mich warten können. „Freilich," entgegnete Hendrichs mit seiner stoiscyen Ruhr. „Ich war auch darauf gefaßt, hier vielleicht die Nacht zu verbringen. Wie du siehst, tras ich Vorkehrungen, um mir es für lich, ha, ha, ha! Wird sich wohl daran gewöhnest müssen, daß ich'ihm den Rang abgelaufeu." Der Wind pfiff draußen rauh und scharf, Roderich fwstelle, es kam ein Gefühl wie Ernüchterung über ihn, er winkte einen Fiaker herbei und warf sich hinein. , Es vergingen mehrere Tage, er sah Vera nicht wieder. Sie sei krank, müsse das Bett hüten, hieß cs, so ost er vorsprach und nach ihr fragte. Sie war an dem Abends als er sie zuletzt sah, freilich wirklich leidend gewesen. Aucy Paul Hendrichs sah er in diesen Tagen nicht. , Roderich war, so sehr er es auch vor stch irlbst verbergen wollte, unbehaglich zu Mut, er suchte seinen eigenen Gedankeii zu entfliehen und kostete die Freuden, welche Jne Metropole bot, bis zur Neige. Mer die Stunden beim eeft .undkult- uarischen Genüssen in Gesellschaft flotter Gelahrten mt Palais Royal, die Abende im Bal Mabitte ober im Hippodrom hinterließen ihm nur einen wüsten Kopf und eine große -eere in feinem Innern. Zu ernster Arbeit kam er gar nicht mehr. E-r sand keine Muße, auch keinen Sporn dazu — war er ein Künstler? Ihm war mitunter sehr elend zu Mut. Endlich, wohl eine Woche, nachdem er Vera zuletzt geiehm, ging er eines Abends früher heim in sein Quartier, mit der rechtschaffenen Absicht, einmal Briese nach Hauw _äii schreimn, N»as er lauge versäumt. Auch von dort waren leit geraumer — 259 — Spott auf die Untugenderr der Diettstmädchen. (Nach einem fliegenden Blatt von 1652.) Wenn in unseren Tagen die würdigen Hausfrauen im „Kränzchen" sich versammeln, dauert es erfahrungsgemäß nicht allzulange, bis die Dienstbotenfrage „aufs Tapet" kommt. Bewegliche Klagen kann man hören, herzzerreißende, Seufzer: Ach wie anders wars doch in der „guten alten Zeit". Und die wird glücklich gepriesen, die durch ein Dienstmädchen von der alten Art gefcgnct ist. In Stadt und Land hört man immer wieder die alte Klage: Die Gesichter wechseln, aber die Fehler bleiben dieselben. Das scheint zu stimmen, nicht nur für die heutige Zeit, sondern auch für die oft so gerühmte „gute alte Zeit". Die Wahrheit dieses Wortes, das allenthalben zur Redensart geworden ist, wird auf vielen Gebieten mehr und mehr angezweifelt und von den Historikern ins Reich der Fabel verwiesen. Auch auf dem Gebiete der Dienstbotenfrage scheint es nicht anders zu sein. Vor mir liegt „Die Welt in Bildern" (Orbis p i c t u s) von D r. C h r. G. H o 11 i n g e r. Dieses Werk, das viel des Interessanten ans alter Zeit bietet, bringt unter obigem Titel ein Spottgedicht mit erklärendem Bild. Das Bild ist sehr interessant. Es führt uns aus einen Markt. Im Vordergründe sieht man die Beschließerin in prächtigeni Gewand mit der Köchin in eifrigem Gespräch. Sie sind so verliest, daß letztere nicht gewahr wird, wie ein Pudel ihr ein Stück Fleisch aus dem Korbe stibitzt. Am Brunnen läßt sich das Hausmädchen poussieren; Amor schaut aus einem Fenster oberhalb des Brunnens und hat eben seinen Pfeil auf die Jungfer abgeschossen; der Pfeil dringt ihr gerade ins Herz. Auch die „Kindsmagd" zeigt uns das Bild, wie sie vor einem Hause fitzt und über einer „interessanten" Unterhaltung die Aufsicht über das ihr mribertraute Kind vernachlässigt, und die Bauermnagd mit dem Zuber ans dem Kopfe, hoch anfgeschürzt, hält auch ein Plauderstündchen. Einige Jungen lausen aus den Häusern und bringen Stühle, daß die „Damen" Mägde es sich auf dem Plaudermarkt bequem machen können. Auch sonst sieht man in allen Ecken die Mägde plandernd beisammenstehen. Das Bild wird deutlich durch nachstehendes Gedicht. Wie alle Karikaturen übertreibt auch diese; aber ein wahres Korn muß es doch auch für die damalige Zeit enthalten. Darum fei das alte Spottgedicht der Vergessenheit entrissen, den Hausfrauen zum Trost, den Mägden zur Lehre und Mahnung, den Andern zur Kurzweil. Neuer Ratschluß der Dienstmädchen: Verzeih' mir, Jungser Magd, wenn dir dies nicht behagt, Ich sag' dir, was du tu’ft, tu du nicht, was ich sag'. Ich weiß nicht, hat ich jüngst im Traum nur gesehen, Ties weiß ich, daß ich sah beisammen dorten stehen. Fünf Jungfern, die man sonst im Lande Mägde nennt. Den Vogel man gar leicht an dem Gesänge kennt. Das dritthalb Gänsepaar trug gute Zähn' im Maul; Zur Arbeit waren sie, zum Plaudern gar nicht faul. Hört, was ich hab gehört. Ich zeig' nichts Falsches an. Bei Jovis Zipfelmütz' ich das beteuern kann. A. Die Beschließerin: „Mir hat der neue Sinn, o Mägde, wohl gefallen. Daß ihr nicht länger wollt im Dienste wallen, Daß ihr den Frauen trotzt. Gottlob, daß es einmal Noch kommen ist dahin, daß es bestellt so kahl. Daß sich um eine Magd 10 Frauen wollen schlagen, Und alle Gassen durch nach einer müssen fragen. Jetzt hat sich umgewandt das Blättlein, weil so teuer Tie Mägde; eine Frau gilt nur 6 Pfennig heuer. Zwei Nickel eine Magd. Wer wollte nun nicht sagen, Daß Mägde gold'ne Schuh', die Frauen solche tragen. Die nur von Silber sind. Ich stimme nut ench ein. Ich bin zwar feine Magd, ich will genennet fein, Nur Jungfer, bin es auch. Frau möcht' ich gerne heißen, Sind Frauen doch jetzt Herr. Wer wollt' es denn verweisen Mir, daß ich auch was werd'? Das traf mir eben ein. Will meine Frau, daß ich ihr soll zu Willen sein, Das Haus versehen wohl, sie muß bei meinem Eide, Viel stolzer noch als sie, in einem schönem Kleide Mich ziehen lassen auf. Und wenn ich Bier und Wein Forttrage, muß es ihr auch nicht zuwider fein. Wollt' sie das leiden nicht: ich kann für mich wohl sitzen, Mich nähren und nm's Geld im Winkel wirken Spitzen. Ich frage nichts nach ihr und ihrem Bettellohn, Sagt sie ein cinzig's Wort, so wand're ich davon." B. Die Kindermagd: „Ich auch, ich halt es mit, bitt nirgends hin verschworen; Ich bin für eine Magd alleine nicht geboren. Die Mägd' jetzt Zucker sind, die Frauen täglich's Brot. Hab ich an einer satt, so fresse mtch der Tod; Zwölf Dienst in einem Ziel, das ist mir keine Schande; Ein Dutzend Frauen sind für eine Magd im Lande. Will eine mich, sie kann mich haben anders nicht, Als daß sie mtr den ganzen Wiegelohn verspricht, Wenn sie in Wochen Hegt und will im Bette kindeln. Doch sag' ich ihr zuvor, ich mag mir an den Windeln Tie Händ' besudeln nicht, und wenn was auf die Bank Ter kleine Unflat macht; es möchte den Gestank Sonst riechen jedermann. Ich lasse sie es wischen; Ich habe nicht gelernt, nach krummen Eiern sischen. Ich kann mit Kindern auch nicht fahren säuberlich; Darum darf meine Fran gar nicht entrüsten sich, Wenn etwa ich das Kind zusamt deut Bad ausschütte Und es zum Krüppel mach'; ein Narr wär', der es litte, Solls sie viel poltern wollt'; dann ich ihr Grobheit sag, ch lies bei Nacht davon, wenn es nicht wäre Tag." 0. Die Köchin: „Ja du hast meinen Sinn. Mir kommen diese Schwänke Schon oft im Traume vor. Ich lache, wenn ich denke, Wie meine letzte Frau, der ungeschickte Troll, Ter gar nicht kochen könnt', als sie mi chmachle toll, Den Korb von mir bekam. Ich bin so wohlfeil nimmer. Wir Mägde machen jetzt die schlimmen Frauen frommer, Acht Gulden ober zehn, der Lohn ist viel zu schlecht; Es müssen Taler sein; sonst ich nicht dienen möcht'. Doch dingen laß ich mich allein mit dem Bedinge: Wenn ich das Fleisch nur halb vom Brunnen wiederbringe, (Weil etwa mir ein Hund ein Stück im Plaudern nahm) Und wenn es noch halbroh zu Tisch und Schüssel kam, Verbrannt, verdorben ist, wenn Krüg' und Töpfe brechen, Tas Zinn verkrüppelt wird, so soll die Fran noch sprechen; Hab Tank, du liebe Magd, du hast gar recht getan. Wollt aber sie aus mich zu schelten fangen an, Mich nennen dies und das, und ich ließ wiederschallen Tie Titel, dürste ihr das Echo nicht mißfallen. Dem Feuer und dem Herd mag ich nicht gern mich nähern: Es macht ein rauh' Gesicht; dort mag des Hauses Tochter steheu» Tenn die verkauft ihr Geld, uns arme Mägd' allem Tas glatte Angesicht. Wir müssen schöne sein." D. Das Hausmädchen: „Ich tritt auch in die Zunft; ich kann die Frauen putzen- Trotz' ihnen; ich will sie, sie sollen mir nicht trotzen. Wie, wenn sich gar einmal verkehrte so die Sach', Daß Mägde gingen vor und Frauen hintennach. Ich zwar halt' diese Weis'. Wenn ich werd' ausgeseudet- So hab' ich eher nicht nach Hause mich gewendet, Bis meine Herrin selbst mich einzuholen ging. Jüngst siel es mir noch ein, das wär' ein seines Ding, Wenn wir uns ließen d.ort lang aus der Gaß' erblicken. Und auf den Plandermarkt, das: sie uns müßten schicken; Uns Müden, einen Stuhl. Ties sag ich aber auch: Tic Arbeit und viel tun ist gar nicht mein Gebrauch. Die Frau, die mag das Hans selbst kehren, waschen, fegen, Mich sehen lassen zu, in' Schoß die Hände legen; Nicht gerne trag ich Holz zur Küche, weil die Span' Mich ritzen in die Arm, die sehen dann nicht schön. Will morgens meine Fran die Stube warm und rein, So steh' sie selber ans u.nd kehr' und heize ein." E. Die Bauernmagd: „Ich bin auch dabei. Es ist wie in der Stadt Im Dorfe teure Zeit, an Mägden dünne Saat. Die Bäuerin mag dazu sau'r sehn oder süße, Ich kann, gefällt's ihr nicht, mich machen auf die Füße, Und meiner Wege geh'». Jawohl, das ist für sie: Ich laß sie auch den Stall versehen und das Vieh. Wie dünkt euch, schick' ich mich zu euch, ihr Schwestern vier?" So sagten diese fünf, in aller Mägde Namen. Tie Bösen sind gemeint, die frommen und die zahmen Behüte Gott vor Leid; denn derer Und nicht viel. Jetzt wollen sie die Sach' in ein Dekret verfassen, Zu Metz und Magdeburg ein Mandat stellen lassen, Inhalts, es sollen nun die Mägde Frauen sein, Tie Frauen aber Mägd'. O Juno, sieh darein, Tu höchste Himmelsfraii, und laß dich das erbarmen! Verlassen sind sogar die Frauen, ach die Armen! Ihr Rachegötter, ihr! Rächt diesen Frevel recht, $ebt- jeder solchen Magd ’nen guten starken Knecht, Ter sie des Werktags zwei-, *beS Sonntags dreimal puffe, Bis sie halb tot um Hilf zu Gottes Mutter rufe. So riet ich, würde los, im Fall ich würd' gefragt, Der Mann das böke Pferd, die Fran die böse Magd. A. K. * Zweistöckige Wagen auf der Berliner Stadt- ba h n. Ein für das Berliner Verkehrswesen überaus interefsankes Preisausschreiben hatte der Verein deutscher Maschineningenieure erlassen, dessen Ergebnis in der letzten Sitzung des Vereins veröffentlicht wurde. Es handelt sich um die Erlangung von Entwürfen für zweistöckige Wagen, die nach Elektrisierung der Berliner Stadtbahn in Frage kommen könnten. Den Preis in Höhe von 6000 Mk. erhielt bte Arbeit des Eifeubahnbauiuspektors I. W. van Heys, Vorstandes der Maschinenuispektion in Kassel. 26Ö Uetzer das Projekt referierte Professor Walter Reichel von der Technischen Hochschule Cbarlownburg an Hand enres besonders schwierigen Beispiels, des Bahnhofs Jannowrtzbrücke. Das preisgekrönte Projekt sieht laut „B. T." folgende Losung vor: Kur Beförderung der Personen tit die zweite Etage werden Patcrnosterwerke verwendet, für den Fall einer Störung tm Betriebe dieser mechanischen Einrichtungen kann das Publtkum die breiten Treppen, die die Anlage vervollständigen, benutzen. Außerdem wäre es wünschenswert, Personenaufzüge vorzusehen, da sie Patcrnosterwerke für Personell zivar betriebssicher und ungefährlich sirrd, ihre Benutzung durch alte und gebrechliche Personen aber schwierig sei. Damit nicht alle Fahrgäste aus Bequemlichkeit die untere Etage benutzen und dort Uebersüllnng Hervorrufen, istdie zweite Klasse oben, die d ritte Klasse unten angeordnet, auch ans dem Grunde, weil sich im oberen schmalen Teil der Wage,r weniger Sitzplätze anbringen lassen Diese Anordnung hat nur einen Nachteil: da auch einstöckige Wagen (Vorort-Züge Potsdam- Straußberg) über die Strecke, geleitet werden, müßen die „oberen Zehntausend", die die zweite Klasse benutzen, manchmal warten, während das Publikum der dritten Klasse schneller befördert werden würde. Durch eine Preßluftvorrichtung werden bei dem van Heysscben Projekt die oberen Wagentüren währeiid der Fahrr verriegelt: sie können nur geöffnet werden, wenit der Zug am Bahnsteig zum Halten gekommen ist. Auch die Abfahrt des Zuges ist nicht möglich, bevor die oberen Türen verriegelt sind. Als Betriebsmittel kommt bei dem heutigelr Stand der Elektrotechnik nur einphasiger Wechselstrom in Betracht. Der Verfasser deö Projekts empfiehlt auf Gruiid eingehender Untersuchungen vier- achsige Wagen, die bei günstigem Eigengewicht ruhig laufen. Die Züge könnten in 90 Sekunden Abstand folgen, sd daß dre Leistungsfähigkeit der Stadtbahn 3,6 mal so groß als heute sein würde. Die Vorarbeiten der preußischen Staatsbahnverwaltung sür die Elektrisierung der Stadtbahn sind durch das Ergebnis des Preisausschreibens, tote der Vorsitzende des Vereins deutscher Maschineningenieure, Ministerialdirektor Dr.-Jng. Wichert hervorhob, zweifellos gefördert worden. Hoffentlich hinkt dte Eisenbahnver- walttlng mit der Verwirklichung des großen Projekts der Stadt- bahnelektrisierung den wertvolleir Anregungen berufener Fachvereine nicht zu spät nach. ** Vor 75 Jahren war es in Berlin nicht ganz einfach, eine Anzeige in die Zeitungen entrücken zu lassen. Damals gab es itt der preußischen Hauptstadt außer der Zensur noch den Jntelligenzzwang; jede für die Oeffentlichkeit bestimmte Bekanntmachung aus den Kreiselt der Privatleute mußte zunächst Hie Zensur passieren und dann auch in das „Berliner Jntelli- aeuzblatt" eingerückt werden, dessen Besitzer ftir dieses Privileg ■ jährlich eilte bestimmte Summe an das Große Militär-Waisenhaus in Potsdam äbführeu mußte. Der Zensor waltete in einem Keinen Zimmer im alten Fürstenhause seines Amtes, prüfte genau die zunt Inserieren bestimmten Mitteilungen, versah sie, wenn gegen die Veröffentlichung nichts vorlag, mit seinem, Stempel und kassierte einen Silbergroschen ftir jedes Inserat ein. Daß gestrengen Herrn Zensor aber auch ein Irrtum und Versehen unterlaufen konnte, zeigt ein Streich des später in der Schweiz als politischer Flüchtling gestorbenen Krintinalaktuarius Stein. Als dem höchst unliebsamen Minister Rochus von Mochow der König Friedrich Wilhelm IV. sein Abschiedsgesuch genehmigt hatte, kam Stein aus den Gedanken, die Entlassung im „Intelligenz»- blatt" bekannt zu geben. Er wählte dazu den Teil, in denk sich sonst Trödelanzeigen, Stellengesuche re. befanden, und ver- stand es sehr geschickt, den Zensor zu überlisten, der erst aur nächsten Tage zu seinem Schrecken wahrnahm, was ftir ein Mißgeschick ihm passiert war. Die Berliner lasen nämlich: „Meinen Hausdiener Rvchoto habe ich heute entlassen. Friedrich Wilhelm König." Ganz Berlin lachte, mit Ausnahme des Zensors. Bäder, Touristik und Reiser«. ** Dur ch s Ja m m e r t a l! Erschrick nicht, schöne Leserin! Gähne nicht lieber Leser! Durchs Jammertal in dieser maigrünen Zeit? Hinauf auf die Höhen mochtest du wohl wandern und mitjauchzen in den Jubelruf alles neuerwachten. Doch schnüre dein Ränzel und versuche es einmal, du wirst es mir nachher Dank wissen: eine herrlichere Tagestour kann ich dir nicht empfehlen. Beruflich verhindert, vermagst du vielleicht nicht dem allgemeinen Strom nach den südlichen Bergriesen zu folgen. Schnüre dein Ränzel, das Gute liegt so nah'; du wirst auch bei minimalem Sinn für Naturreize das alles en miuiature finden, was so viele in die Fremde schweifen läßt: Sanft ansteigende Hange, Urtoaldpartien, plätschernde, silberklare Forellenbäche, grüne Matten, groteske, himmelhohe, alpine Felsenriesen, ein Wandeln wie durch die Säulen eines weiten Domes, inmitten altertümlicher Bonmgruppen, kuhwarme Milch, kredenzt von der schönen Müllerin und für dich, verehrter Forscher, eilte Flora ohnegleichen in den seltensten Spezies, Hirschzunge und gelben Fingerhut. Die hochverehrten Damen brauchen nicht mehr zu fürchten, Toilettenstücke mt den Zweigen und Felszacken hängen lassen zu müssen; der Taunusklub hat für einen bequemen und schattigen Weg gesorgt. Von Diez (Lahnbahn) aus gelangst du in einer halben Stunde nach Zollhaus. Auch wenn du kein Freund von Kleinbahnidhllen bist, so mußt du dich doch hier bequemen, die Bimmelbahn bis Katzenelnbogen zu benutzen: beute Pedale werden bei der 21 Kilometer langen Tour durch das Tal selbst noch reichliche Uebuug finden. Doch für eine solche Tour mußt du dich vorher stärken. Auf der Veranda des Hotels Bremser, beschattet von der altertümlichen Bnrg der einst so mächtigen Grafen von Katzenelnbogen, sitzt's sich so lauschig, da schmeckt der Rheimvein so gut, da ist man so leicht geneigt, die exquisite Küche von Madame Bremser zu bewundern und mag sticht fort. Doch auf! Auf der Mittelmühle erwartet dich eine kurze Rast mit Hansmaitnskost und. Kuhkäse. Nach 2 Stunden stehst du überrascht auf Kloster Arnstein am Ziele deiner Wanderung und schaust in das wildromantische Lahntal, nach Altmeister Goethe, in seinen schönsten Teil. Bon Obernhof aus trügt dich der Zug tu die heimatlichen Penaten. Hepp. ** Der Bodensee. Es gibt unter den vielen und schönest Seen der Alpenländer keinen, der sich und seine Umgebung in Bezug auf landschaftliche Reize, kulturhistorische und verkehrspolitische Bedeutung und klimatische und geologische Eigentümlichkeiten mit dem Bodensee vergleichen könnte. Und es gibt zurzeit keine Publikation, die über diesen herrlichen See und seine früchteschweren Ufer inhaltsreicher und interessanter berichtet als das 2. Aprilheft der Deutsche» Alpenzeitung, das als Sondernummer „Der Bodensee" soeben erschienen ist. Aus der großen Anzahl der Textbeiträge, die mit künstlerischen Illustrationen, Zeichnungen und Gemälden, geradezu verschwenderisch -ansgestattet sind, nennen wir besonders: Am Bodensee von Ernst Viktor Tvbler, eine stimmungsvolle Schilderung des ganzen Bodenseegebietes in klangvollen, flüssigen Jamben. Neben Stimmungsbildern feinster Auffassung enthält das Sonderheft außerdem fesselnde Beiträge über Luftschiffahrt, Obst- und Weinbau, Fischerei, Burgruinen und Schlosser des Bodenseegebietes, Klima, Segelsport, Dampfschiffahrt, Geologie usw. Die Beilage „Verkehr und Sport" bringt unter den Kleinen Nachrichten reichhaltiges Material über die Berkehrseinrichtunaen des Bodensees und seiner Uferstaaten. Von auffallender Schönheit sind die sechs Kunstblätter: die übrige illustrative Ausstattung der Sondernummer ist reich und geschmackvoll. Der Einzelpreis dieses Bestes beträgt 1.50 Mk.; das vierteljährliche Abonnement (sechs. efte) auf die Deutsche Alpenzeitung kostet 3.50 Mk. Literarisches. — „Arena." Rudolf Presbers Monatsschrift begann mit dem Aprilhest ihren zweiten Jahrgang. Mit der „Arena" ist der Typus der enlischen und amerikanischen Monatsrevnen ist Deutschland eingesührt worden. Das fremde Vorbild war mit deutschem Geist erfüllt. Das erste Heft des neuen Jahves zeig? in gefälliger Form eine glückliche Kombination von Interessantem und Unterhaltendem. Schwere Kost wechselt mit leichterer. Dir Politik wird mehr betont, und der Herausgeber selbst tritt kräftiger hervor. „Der Männermord", die erste der Geschichten von den törichten Jungfrauen, wird allen Freunden des Autors von „Leutchen, die ich lieb gewonnen" und „Kindern imb jungen Hunden" heitere Stunden bereiten. Daneben eine. Novelle des Wieners Rudolf Lothar. Von den Artikeln müssest besonders hervorgehoben werden: Prof. Dr. Weygandt: „Ibsens Figuren in der Sprechstunde beim Nervenarzt (eilte sehr interessante Untersuchung in Dialogfvrm!), Die Notschilds Vvst Futurus und Tierbabys von Adolf Heilborn. Am Schluß des Heftes kommt von jetzt an stets Rudolf Presber in einer „Kleinen Chronik" zu Worte, in der er tu seiner launigen Art de omnibus rebus et quibusdam aliis plaudert. Ans deut Aprilhest sei zum Schluß eine Stelle entnommen. Rudolf Presber schreibt über den verstorbenen italienischen Lyriker Carducci und weist darauf hin, wie wenige von den großen Toten wohl Mehr wüßten, als den Namen. Dann fährt er fort: „Die Namen sind allein das Bleibende auf den Grabsteinen wie tut Geplauder der Weltstadtmenschen. „Sie kennen Hölderlin?" — „Ich werd' Hölderlin nicht kennen." — „Darf ick um eine Zeile von ihm bitten?" — Verlegenes Schweigen, Wie immw, wenn du taktlos warft, . . . Magisches Duadrat, Nachdruck verboten. —___--In die Felder uebeitstehendeu Quadrates sind die Buchstaben AA B EE GG IUI BRR TT --------------- derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes bedeuten: 1. Wünscht sich mancher Jüngling. ______________ 2. Ein Gesangsstück. 3, Schweizerischen Gebirgsstock. ----------L— 4, Ist beim Backer zu finden. Auflösung in nächster Nummer, Auflösung des Logogriphs in voriger Nummerr Strom, Stroh. Redakttonr Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,