1907 Mrrwoch den 3, Juli BST W s DU Arm Ken unter der Asche. Roman von M. P r o ß n i tz (M. Nörcnberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt. (Fortsetzung.) Wohlgefällig betrachtete Fred ine augenblicklich ihre zierliche, schlanke Figur in dem hohen Spiegel. Wie gut das neue Samtkleid ihr stand! Freilich war es eine gewagte Sache gewesen, 5it dem „Tizianhaar", wie sie es mit heimlichem Stolz nannte, dieses Helle Braun, das so vorteilhaft zu der blendenden Weise ihres Gesichtes aussah. Keck wallten an der linken Seite die großen Federn ihres nerzgeschmückten Samthutes hernieder. Zufrieden blickte die Hofdame von neuem in den Spiegel. Wirklich, Lupowskv hatte seine Cache ausgezeichnet gemacht! Wenn der Mensch nur nicht eine so erstaunlich impertinente Manier hätte! Es klang ihr noch in den Ohren, sein anscheinend so devotes: „Sehr wohl, gräfliche Gnaden! Befehlen gnädigste Gräfin die Rechnung zusammen mit den viertausend Mark für die letzten beiden Ballkleider zu bezahlen, oder darf ich die Quittung über die viertausend Mark noch vorher senden?" Einen Augenblick war sie in berechtigter Entrüstung ob der unverfrorenen Mahnung vollkommen fassungslos gewesen. Tas war doch mehr wie unerhört. Wegen der lumpigen viertausend Mark sich so anzustellen! Tu lieber Gott! Wenn ihre Lieferanten sich ebenso hätten, dann würde sie wahrscheinlich doch eines Tages in die fatale Lage kommen, die bisher außerordentlich diskret dargebrachten Huldigungen des Herrn Radach, der seinen „Herzoglichen Hofphotographen" lediglich ihrer Fürsprache verdankte, nicht mehr so geflissentlich zu übersehen. Aber die Gräfin war eine viel zu gewandte Schauspielerin, um sich ihren Schreck über die unerwartete Mahnung merken zu lassen, da sie mit Blitzesschnelle überlegte, daß ihr einfach nichts anderes übrig blieb, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Term was. dann werden sollte, wenn der erboste Mensch überall! herum erzählte, er arbeite nicht mehr für die Gräfin Lind- ström, das wäre ihm ein zu unsicheres Geschäft, das mochte der Himmel wissen! Mit ihrem liebenswürdigsten Lächeln sah Fredine daher den Manu an. „Bester Herr Lupowskv, da ich erst zum fünfzehnten die Abrechnung meines Bankiers bekomme, werden Sie sich wohl noch so lange gedulden müssen. Auf die vierzehn Tage wird es auch wohl nicht ankunmen bei einem so kapitalkräftigen Unternehmen wie dem Ihren." Ter Schneider lächelte geschmeichelt. >,Durchaus nicht, gräfliche Gnaden! Darf ich dann die Anprobe apf den achtzehnten festsetzen?" FredUie hatte die feinen Augenbrauen betrübt zusammenge- zogen, und, obgleich sie den vorsichtigen Geschäftsmann sehr wohl verstand, harmlos gefragt: „Ja, «aber bester Herr Lupowskv, ivas soll ich denn bis dahin Anziehen? Acht Tage hoffte ich mich noch zur Not in meinem vorjährigen Kleid Herumdrücken zu können, aber länger?" „Bor dem achtzehnten ist es nur wirklich unmöglich, gräflich«; Gnaden," beharrte der Gestrenge. „Nun, dann also am achtzehnten," ergab sich die Gräfin und rauschte Wch einem herablassenden Lächeln an dem devot dienernden Schneider vorüber, zur Tür hinaus. Heimlich aber ballte sie die Hand. Woher in aller Welt sollte sie das Geld nehmen, das sie jetzt nötiger denn je gebrauchte? Höchst nachdenklich kam sie zu Hause an. Tas wär doch sonnenklar, wurden ihre mehr als mißlichen V-ermögensverhält- nisse bekannt, über welche sie bisher so geschickt das Gegenteil zu verbreiten wußte, so war damit auch die letzte Hoffnung auf eine gute Partie geschwunden. Gedankenvoll hatte die Gräfin ihre Schokolade gelöffelt,' essen und trinken hält Leib und Seele zusammen, da kam ihr der gute Einfall. Eilig setzte sie sich tot ihren Schreibtisch, und während ihre Hand die krausen, eigentümlich verschlungenen' Buchstaben malte, zog ein zufriedenes Leuchten über ihr Gesicht! Ter Herr Hofphotograph aber teilte' der „sehr verehrten Gräfin" noch selbigen Tages mit, daß es ihm einen ganz besonderen künst-i lerischen Genuß gewähren würde, einige Bilder von ihr auf- nehmen zu dürfen. Damit nun die „verehrte Gräfin" nicht in die Lage komme, längere Zeit gleich anderen Herrschaften bei ihm antichambrieren zu müssen, gestatte er sich den ergebenen Vorschlag, am Sonntag die Aufnahme zu machen, da er an dem Tage sein Atelier geschlossen habe, und also vor jeder unliebsamen geschäftlichen Störung sicher sei. Es war eine der vorsichtigen Gewohnheiten Fredinens, daß sic nie in Gegenwart ihrer Dienerschaft Briefe las. Auch als sie dieses Schreiben erhielt, legte sie es ruhig auf den Toilettentisch, und erst als die Jungfer, iuetdjc ihr das üppige Haar tu zwei Zöpfe flocht, mit leisem „Gute Nacht" hinaus ging, beganst sie zu lesen. Ein eigener Zug glitt dabei über ihr Gesicht. Sie kniff die vollen, roten Lippen zusammen. Ein gewandter Mann, dieser! ehrgeizige S^err Radach. „Vor jeder geschäftlichen Störung.". Fredine erhob sich. Langsam zerriß sie den Brief in kleine Stückchen, dann warf sie ihn in den neben der großen Psyche stehenden Papierchrb. Stolz reckte sie ihr zierliches Figürchen empor, welches das klare Glas so deutlich zurückwarf. _ Und während ihre harten, kalten Augen prüfend in den Spiegel blickten/ schob ihre Rechte langsam den seidenen Pudermantel von den weichen, runden Schultern, tiefer, immer tiefer ... Ein verführerisches, lockendes Lächeln lag jetzt auf ihrem Ge-, sicht. Ta schüttelte sie plötzlich nachdenklich das Haupt. Das! Wie war Sache des Künstlers. Sie wünschte eine gute Aufnahme!. Nachdenklich nickte Fredine jetzt vor sich hin, während ihre Hände zufrieden an dem glatten Samt herunier strichen. Was für Erinnerungen dieses Kleid plötzlich heraufbeschwor! Eigentlich hatte dieser Mdach entschieden gute Allüren, auch waren, ihm getvisse künstlerische Airs nicht abzusprechen, die, weil sie ihnt natürlich waren und — durch einen genügenden „Hinter«, gründ" unterstützt tmirden, keineswegs unsympathisch wirkten. Nun, vielleicht gelang es ihm, den vom Urgroßvater zur Zeit der Freiheitskriege abgelegten Adel wieder aufzunehmen. Freilich wat! das doch immer erst der Anfangs zum Borwärtskommen auf dem Weg. Und es marschiert sich schlecht allein . . . Tn kam die Jungfer und meldete, daß der Wagen eben vorgefahren sei. Eilig begdb sich die Gräfin in die Gemächer der Herzogin. Ihre Hoheit beabsichtigte dem Kunstlaufen beizuwohnen, welches die Ulanen, die dein edlen Schlittschuhsport fast alle huldigten, heute mittag veranstalteten. Ta Fredine ibei weitem keine so gute Läuferin wie Dagmar war, hatte sie es abgelehnt, sich an dem Preislaufen zu beteiligen, ohne zu wissen, daß Dagmar ebenfalls nicht teilnahm. Anfangs war Beltlingen darüber sehr ungehalten gelvesen. Dem Ehrgeizigen paßte es durchaus nicht, daß sie aus einen Preis verzichtete, der ihrem meisterlichen Laufen sicher zuerkannt lväre. Aber als seine Braut ihm mit leichtem Lächeln ausein-, ander zu setzen wußte, daß ihr das Zusehen, an seiner Seite bei weitem lieber sei, gab er sich, höchst geschmeichelt, zufrieden. Ten- noch mußte die Baroneß auf seine Bitten im Eislaufkostüm erscheinen, ein nur zu begreiflicher Wunsch, denn Dagmar sah in dem knappen, dunkelgrünen Kleid, dessen kurzer Rock ihre zierlichen schmalen Füße frei ließ, ganz besonders vorteilhaft aus. Ter Schwanenteich, welcher inmitten des ausgedehnten Schloßparkes lag, war heute förmlich von Menschen belagert. Die Gärtner hatten keinen beneidenswerten Posten. Sollten sie doch das Betreten der Eisbahn durch Unbefugte verhindern, da sie dem großen Publikum für heute gesperrt war. So gut es anging, war der Teich*und die nächste Umgebung für das Eissest geschmückt worden. Lustig flatterten zahlreiche Fähnchen in dem leichten Südost hin und her. Es war ein hübsches Bild, welches sich den zahlreichen Zuschauern darbot. Gewandt huschten die vielen jugendfrischen Gestalten aus den blanken Stahlläufen umher, hier kleine, abgezirkelte Kreise, seltene Figuren zeichnend, dort in leichtem, geschicktem Wiegen in großen Bogen zu zweien oder mehreren über das Eis gleitend. Und zu dem allen, gewissermaßen als natürliche Kulisse für das bunte, farbenprächtige Bild, die alten, dichtbeschneiten Bäume, die so stolz und steif dastanden, als wäre ihnen der blitzende, funkelnde Kristallfchmuck, den die Sonnenstrahlen erst richtig zur Geltung brachten, für eitrige Zeiten verliehen. Wie das gleißte und flimmerte! Man wußte wirklich nicht, was mehr blendete, der blaßblaue Winterhimmel über diesem lebendigen Kaleidoskop, ober die funkelnde Schneepracht ringsumher. „Tie Sonne meint es heute gut," blinzelnd kniff die Herzogin die Lider zusammen, während sie sich aus der girlandengeschmückten Tribüne auf einem Sessel niederließ. Der Herzog wandte sich lächelnd um. „Nun, Mama, wenn dich das alles hier schon so blendet, wie soll es daun erst nachher werden, wenn Baroneß Rolfsen uns ihre meisterliche Kunst zeigen wird?" Er sah Dagmar scherzend an. „Ich nehme diesmal nicht am Preislaufen teil, Hoheit!" bemerkte Dagmar zaghaft, denn sie fürchtete nicht mit Unrecht, daß der Herzog versuchen würde, sie zum Laufen zu bereden. „Nicht teil, Baroneß? Ja, aber Beltlingen, wie konnten Sie denn das nur zugeben? Tas ist ja, Pardon, Baroneß, ein Raub an uns allen." „Hoheit verschätzen in gewohnter Güte mein Können," versuchte Dagmar abzulehnen. „Beltlingen ist auch meiner Meinung, daß der Preis endlich einmal in andere Hände kommen muß." „Das sehe ich nicht ein!" widersprach der Herzog lebhaft. r^re.1trt 1man sbine Kunst sozusagen das Monopol für den .Eissport erwarb, so soll man das auch ausUutzen." Aber Tagmar war keineswegs gewillt, deni Wunsch des Fürsten ^chöukoniinen. Hatte sie doch seinerzeit, als Sprenger sie um ihre Mitwirkung bat, diese mit dem Hinweis auf Beltlingen abgelehnt, was ihr einen erstaunten Blick des dicken Rittmeisters emgetragm hatte, dennoch war sie bei ihrer Weigerung geblieben Mochte Sprenger denken was er wollte. Sie konnte ihm doch Unmöglich den wahren Griind sagen. ., Starr blickte die Baroneß aus das Eis, ohne zu sehen, daß ex drille, an welche sich dann die Preisverteilung schloß, rangst begann, ohne zu hören, was der Herzog zu ihlr sprach. Beltlingen wurde förmlich nervös bei ihrer ablehnenden Art Bergaß sie beim ganz und gar, was sie ihm und ihrer Stellung erschien dem aalglatten Höfling völlig undenk- wL, 1 wk2Ullad)Ctt Wunsch des regierenden Herren nicht zu er- E machte wahrhaftig ein Gesicht, als ob das Unmöglichste von ihr verlangt würde. Ungeduldig trat der Kammerherr von einem Fuß auf den andern. „Darum bitte ich doch hoffentlich nicht vergeblich," hörte er jetzt den Herzog noch einmal sagen. „Hoheit, ich habe gar keine Schlittschuhe hier," war Dagmars Antwort, „und dann glaube ich wirklich nicht, daß Magiius es gern sehen würde!" Hilfesuchend sah sie Beltlingen an. Doch der war viel zu sehr Hofmann, um eine so deutlich ausgesprochene Bitte des Herzogs nicht zu erfüllen. „Wenn Seine Hoheit den Wunsch hat, dich laufen zu sehen, Dagmar, so bescheide ich mich natürlich. Ich werde dir rasch deine Schlittschuhe holen lassen." Ehe die Baroneß noch Zeit zu einer Antwort fand, war er schon fort. Es war ein wunderlicher Blick, mit dem Dagmar Beltlingen nachsah. Ihre Lippen bewegten sich fast unmerklich. „Tu l'as voulu Georges Tiandin. . ." Ein nervöses Zittern ging durch ihren schlanken Körper. Besorgt beugte der Herzog sich näher. „Frieren Sie, Baroneß?" „Ein wenig, Eure Hoheit." Tann wandte der hohe Herr sich um. „Sagen Sie ntinl, Borg warbt, haben wir noch Portwein da?" .„Ich werde sofort nachsehen." Gleich darauf kam er mit einer Jagdflasche an. „Sie ist noch halb voll, Hoheit." „Tanke, lieber Borgwardt." Der Herzog nickte zufrieden, während er eigenhändig den silbernen Verschluß, der gleichzeitig der Trinkbecher war, abschraubte. „Zum Wohl, nach Jägerbrauch, denn ich muß leider gestehen, daß ich unterwegs auch schon aus dem Becher trank. Es war gehörig kalt bei der Waldfahrt." Mit dem ihr eignen Takt fand Dagmar sich in die Lage. Ruhig ergriff sie den Becher und hob ihn mit leichter Verbeugung ein wenig empor., „Waidmannsheil, Eure Hoheit." Sie leerte den Becher auf einen Zug. Eine wohlige Wärme durchströmte sie. Ah, das tat gut! „Mit welchem Behagen die Baroneß den fürstlichen Pokal Ian die Lippen setzt," bemerkte Aschoff mit einer Harmlosigkeit, die durch den Ton, in welchem er das sagte, Lügen gestraft wurde, zu dem Grafen Rehnen, der seit geraumer Zeit den zweifelhaften Vorzug hatte, den Rittmeister neben sich zu scheu. Der Angeredete hob das Haupt. Seine kleinen blauen Augen blitzten den Sprecher empört an. „Tie Baroneß weiß eben einen edlen Tropfen zu würdigen!" Aschoff lachte geräuschlos. „Ganz recht, Herr Graf. Besonders da er auch von edler Hand gereicht ward!" Rehnen, ein schlechter Wortfechter, versuchte abzubrechen. „Tie Person Seiner Hoheit steht wohl zu hoch, um ernstlich iu derartigem müßigem Gerede," er betonte das Wort scharf, „Anlaß zu geben." „In der Tat, Herr Graf," pflichtete der Rittmeister mit unverhehltem Spott bei. Er sah mit sprechendem Blick zu dem- Herzog hin, der Tagmar eben den geleerten Becher abnahm, um ihn von neuem zu füllen. „Waidmannsdank." Lächelnd trank er ihr zu. Ta kam Beltlingen zurück. Zufrieden blickte er zu Dagmar hin, als er das heitere Lächeln des hohen Herrn bemerkte. Selbstgefällig sah der Kammerherr sich um, grade in Fredinens spöttische Augen. Er lächelte tvomöglich noch wohlgefälliger. Der Neid anderer deuchte ihn von jeher der beste Maßstab für die Huld der hohen Herrschaften. Höchst zufrieden hing er seinen Gedanken nach, und so vertieft war er in das Sinnen, daß er erschrocken zusammenfuhr, als die 5 rzvgin nach beendeter Quadrille lebhaft Frau von Borgwardt und Uchdorf heranwinkte, denen sie unter huldvollen Worten die Ehrengabe überreichte. Es waren zwei völlig gleiche Briefbeschwerer, die ans je einem massiven Silberblock bestanden, auf welchem ein vergoldeter Schlittschuh ruhte. Ter Block zeigte außer dem Namenszug der Her-; zogin noch das Datum des Tages. Ta die hohe Frjau während der Preisverteilnng zufällig neben Tagmar getreten war, mit welcher der Herzog noch immer zusammen stand, so war, die Baroneß eine der ersten, die dm Siegern gratulieren mußte. Mit ungewohnter Erregtheit beglückwünschte sie Frau von Borgwardt zu ihrem Erfolg, sich gleich daraus hastig an Uchdorf wendend. Zögernd reichte sie ihm die Rechte, die er ritterlich! an seine Lippen führte. Ernst, fast vorwurssboll sah er die Erregte dabei an. „Was bist du so sonderbar," sprachen deutlich feine Augen, »weißt du noch immer nicht, daß deine Ruhe, dein Glück dM Höchste ist, was ich .noch vom Leben erflehe?" (Fortsetzung folgt.) < — 383 Eine brandenvitrgische Bauernhochzeit vor 50 Jahren. Von W. Wölkerling. Seitdem das Eisenbahnnetz immer mehr an Ausdehnung zunimmt und Städte und Dörfer in den fernsten Winkeln miteinander verbindet, hat sich damit Hand in Hand die fortschreitende Kültur dort Eingang verschafft, so daß sich die ftüheren Unterschiede allmählich ausgleichen, Die urwüchsigen, kräftigen Bauerngestalten immer seltener werden und mit ihnen die verschiedenen Sitten und Familienbräuche mehr der Vergessenheit anheimfallen. Heute besucht der Sohn des Bauern das Gymnasium oder „die hohe Schule" der nächsten Stadt und fungiert dann, sobald er mit dem Einjährigen-Zeugnis ausgestattet ist, als Volontär auf einem Gute, versucht sich vielleicht auch als Inspektor und hört sich dann, wenn er das väterliche Erbteil übernommen hat, gern Gutsbesitzer titulieren. Pflug und Egge überläßt er seinen Leuten, die von ihm nur beaufsichtigt werden, sonst aber bietet ihm beim Quartalwechsel das Abschneiden der Zinsscheine von des Vaters erworbenen Wertpapieren eine angenehme Beschäftigung und Abwechselung, wenn er nicht diese Arbeit auch schon seinem Bankier überlassen hat. In srüheren Zeiten griff der älteste Sohn des Bauern tapfer zu und ging den übrigen Knechten mit gutem Beispiel stets voran. Hatte derselbe das' heiratsfähige Alter erreicht, fo wurde Umschau nach einer für ihn und seinem Stande passenden Frau gehalten, die meistens aus demselben Dorfe war; nur in seltneren Fällen und dies gewöhnlich aus materiellen Gründen wich man von der feststehenden Regel ab. Dann dauerte die Wahl oft lange. Führte dieselbe aber endlich zu einem festen Entschluß, so übernahm ein Bruder, Onkel oder ein sonstiger Verwandter des Freiers das kühne Wagnis, den Heiratsvermittler zu spielen. Fehlte es jedoch der Familie an einem solchen Sendboten, sy nahm man zum Dorsschneider seine Zuflucht, der gegen klingende Münze bei den Eltern der Auserwählten seine Werbung vortrug. Wurde der Antrag mit stillem Lächeln ausgenommen, so war damit schon etwas erreicht; doch wechselten noch viele Wenn und Aber miteinander, ehe zu weiteren Verhandlungen geschritten wurde. Vor allen Dingen mußte auf beiden Seiten vollständiger Aufschluß über die Vermögensverhältnisse und über die zu erwartende Mitgift gegeben werden. Sagten die Bedingungen zu, und war auch das väterliche Gut beiderseits in Augenschein genommen, so fand dann bald darauf'die „Verlöwms" (Verlobung) statt. Von Neigung und Liebe zwischen Braut und Bräutigam konnte daher wohl oft nicht viel die Rede sein; für den Bauern galt ein straffer Geldbeutel mehr als ein harmonisches Verhältnis zwischen Mann und Weib. Die Hochzeit ließ auch nicht lange aus sich warten. Zu derselben tvurde gewöhnlich das ganze Dorf geladen, und auch aus der nächsten Stadt zog man Kaufleute und Handwerker gern dazu. Die Einladungen überbrachten die Brüder des Brautpaares oder die beiden nächsten männlichen Anverwandten persönlich. An ihren großfchirmigen Sammetmützen, denn zu Hüten hatten die Bauern sich damals noch nicht emporgeschwungen, prangten bunte Bänder mit knallroten künstlichen Blumen, während um die rechte Schulter eine Schärpe gelegt war, die an der linken Hüfte ein kunstvoll gebundener Knoten zusammenhielt. Selbst bei den Pferden, die natürlich keine Hufeisen trugen, hatte man die Mähne mit allerlei Flitterwerk durchflochten. So erschienen die „Hochtidenbidder" hoch zu Roß an der Haustür und begehrten durch Klopfen Einlaß. Die Hausfrau öffnete, holte dann eine Mulde voll Hafer und hielt diesen den wiehernden Rappen vor, wahrend welcher Zeit die Reiter ihre Einladung in gereimter Form vortrugen. Zur Stärkung reichte man ihnen ein Glas „Rotspohn" (Rotwein) oder in Ermangelung dessen einen Römer Branntwein. In späterer Zeit erschienen die „Hochzeitbitter" nur noch zu Fuß, hätten aber trotzdem bei der Straßenjugend kerneswegs an Anziehungskraft verloren. Im Dorfe rüstet sich inzwischen alles zur Feier. Im Hochzeitshause sind ein Rind, ein Schwein und einige Hammel geschlachtet, um als leckere Braten auf dem Tische zu prangen. Der Backofen wird immer wieder aufgeheizt; denn der Gäste sind gar viel, und ihr Appetit auf „Bodder- Und Pottkoken" (Blech- und Napfkuchen) in den drei Tagen so lange dauerte die Feier —, ist erstaunlich groß. Endlich bricht der Hochzeitsmorgen an. Es Ist ein Freitag im Sommer, da nur dieser Tag Glück und Segen bringt. Das Dors hat sein Sonntagskleid angelegt. Alle Arbeit ruht, und die Steige an beiden Seiten des Dammes sind mit weißem Gand bestreut. An dem Torweg des Hochzeitshauses prangt eine Girlande mit Eichenlaub und unter derselben begrüßt ein umkränztes Schild die ankommenden Gäste mit einem: „Herzlich willkommen!" Schonerscheinen diese. Alle werden mit einem Tusch von der Musikkapelle empfangen, bei der eine kreischende Klarinette die Hauptrolle spielt. Der Hochzeitsvater begrüßt die Angekommenen mit einem kräftigen Händedruck und der Frage: „Na, wo geiht denn?" Als alte Bekannte führt er sie in sein „Ollen- deel" (Altenteil), wo auch gleich das übliche Geschenk abgegeben wird. Von jeher scheinen Lampen und lackierte Blecheimer bevorzugt gewesen zu fein, da sie stets in mehreren Exemplaren vertreten waren. Um die Frühstücksstunde kommen die Dorfbewohner. Den Anfang machen die Frauen in ihren weiten seidenen Kleidern. Die Rechte hielt auf einem bemalten Teller ein Stück Butter, während die andere Hand das Gesangbuch nebst besticktem Taschentuch und Ros- marinstrauch trägt. Das Huhn für die Brühsuppe wurde schon am Tage vorher gespendet. Die Bauern tragen lang- schößige, schwarze Röcke, seidene Halstücher und geschwärzte Stiefel. In dem oberen Knopfloch haben Löffel, Messe, und Gabel, welche Gegenstände sich jeder Gast zum Mahle selbst mit&ringen muß, Platz gefunden. Als Frühtrunk bietet man Kaffee aus großen blechernen oder irdenen Kämt en, wozu geschnittener Küchen in einer Backmulde herumgereicht wird, und jeder Gast nimmt sich gleich so viel, wie er zu genießen gedenkt, wobei es dann häufig vorgekommen sein mag, daß die Augen größer waren als der Magen. Vom nahen Kirchturme ertönt die neunte Stunde, und alles rüstet sich zur „Traue". Den Anfang machen die jungen Mädchen. Alle haben weiße Kleider angelegt und ihr Haar mit großen Blumensträußen geschmückt, die gewöhnlich aus gefülltem Mohn, Reseda und Levkojen gebunden sind. Sie ordnen sich zu einem Zuge und ziehe:, mit klingendem Spiele fort, um die „Brut" (Braut) zu holen, mit der sie bann, geführt von den „Brautjungfern", nach kurzer Zeit nach dem Hochzeitshause zurückkehren. Es laden die Kirchenglocken zum „Kirchgang" ein. Man geht im geschlossenen Zuge. Voran ziehen 6 bis 8 Musiker, die sonst die Nadel, den Pechdraht oder das Schiffchen am Webstuhl führen. Ihnen folgen die „Hochtidenbidder" als Leiter des Ganzen. Den Mittelpunkt bildet natürlich das Brautpaar, dem sich die Brautjungfern und die übrigen Gäste anschließen. Zum Schluß kommen die Mädchen und Knechte. Bald sind alle in der Kirche. Männer und Frauen sitzen getrennt. Der Organist präludiert, und darauf ertönt der Gesang: „In allen meinen Taten"; doch kommts bei den Säugern dabei weniger auf Takt und Harmonie an. Das Brautpaar steht vor dem geschmückten, erleuchteten Altar und wird besonders von den Frauen scharf beobachtet, ob die Braut ihrem zukünftigen Gemahl auch auf den Fuß tritt, damit sie später das Regiment im Hause führt. Der „Pastur" hält eine ergreisende Rede, in der er besonders auf die Wichtigkeit dieses Tages hm- weist. Reichlich fließen bei allen die Tränen, und durch häufiges Kvpfnicken bestätigen die Andächtigen die Richtigkeit der Worte des Pfarrers. Es folgen die Trauungs- Zeremonie und der Ringwechsel und zum Schluß der aritonische Segen aus des Priesters Mund. Der Zug begibt sich nun unter einem lustigen Marsch nach dem Hochzeitshause zurück; doch find die Knechte beim „Krog" (Krug) geblieben, um sich dort zu stärken, bis sie endlich auf Bitten der mit der Musik zu ihnen wiedergekomrnenen Mädchen sich anschicken, denselben zu folgen. Plötzlich aber machen sie Halt, und die Schnapsflasche kreist; doch die Großmagd umtanzt die Gruppe mehrmals und nötigt sie dadurch zum Weitergehen. Das Mahl wird inzwischen aufgetragen, und jeder beeilt sich, mit seinen Eßinstrumenten einen möglichst vorteilhaften Platz zu erringen. Man ißt in Stuben und auf Scheunendielen. Den ersten Gang bildet eine kräftige Hühnersuppe mit Mehlklößen, auf die von den Essern als beliebte Speise besonders Jagd gemacht wird. Daran schließt sich Milchreis mit dem obligaten Zucker und Zimmet. Das eigentliche Hauptgericht ist der Schmorbraten mit einer nicht zu dicken Sauce und recht viel Kartoffeln. Auch a« Unterhaltung fehlt es beim Essen nicht. Die Musikanten rSK erscheinen und würzen durch den Vortrag 'einiger Stücke das Mahl, bei welcher Gelegenheit diese sowohl als auch die Köche, Abwascher, Schenker, Austräger uitb Zapfer erscheinen, um sich von den Güsten das übliche Trinkgeld zu erbitten. Gegen beit Durst wird Braunvier in Töpfen und Gläsern gereicht, die aus bereit gehaltenen Kannen . und Gießkannen neue Füllung empfangen. Sind nun alle gehörig gesättigt, und bei den Bauern dauert dies lange, so beginnt nach einer kleinen Pause der Tanz an mehreren Stellen. Uebertvacht toird derselbe von den „Hochtiden- biddern". Das Gestampfe mit den schweren Stiefeln läßt die Dielen erzittern, und bald ist alles in Schweiß geraten, so daß sich verschiedene Tänzer zeitweilig ihres Ueber- rockes entledigen, während die Mädchen mehrmals ihre Garderobe wechseln. Am fchlimmsten geht es dabei der Braut, die mit jedem Manne tanzen muß, damit die Musiker recht viel Geld herausfchlagen; denn jeder Tänzer zahlt für den „Brauttanz" doppelt. So geht es nun die ganze Nacht hindurch. Wer Hunger und Durst empfindet, muß selbst zugreifen, da er auf eine Einladung vergeblich warten würde. Erst am Morgen begibt sich altes zur Ruhe, bis man sich nach wenigen ©tuitben erquickenden Schlafes an beit Kaffeetischen wieder zusammen findet, um dann bald darauf am Mittag die gewärmten Reste des gestrigen Tages zu verzehren. Wer Nachmittag und Abend sind wieder dem Tanze gewidmet, und alle beteiligen sich daran mit einer Ausdauer, die einer besseren Sache würdig wäre. Die fremden Gäste haben allmählich die heiteren und staubigen Räume verlassen, jo daß die Dorfbewohner nun unter sich-find und eine solenne Nachfeier veranstalten, wobei gar manches kräftige Wort gesprochen wird. Fetzt schwenken auch Knechte und Mägde, die so lange nur zuschauen konnten, bis zur vollständigen Ermüdung im Tanze herum, während die Bauern bei brennender Pfeife sich an dem gespendeten Bier und Kornschnaps gütlich tun, und noch ost und lange erzählen alle von der schönen „Hochtid". Heute ist es in den Dörfern in dieser Beziehung ganz anders geworden, so daß sich dort die Familienfeste kaum noch von denen der Städte unterscheiden. VeNMssehiss, ■ * Das größte G e s ch ä f t sh a u s der Welt. Aus Newyork wird berichtet: Ein Hans, tu deut eine ganze Stadt von 10 000 Einwohnern Unterkunft finden könnte, toird gegenwärtig in dem „Terminal-Building" an der Church Street errichtet. Es soll eilt Geschäftshaus werden, und man nimmt an, daß es von etwa 500 000 Personen den Tag über betreten werden wird. Das Gebäude tvird etlua 70 000 Quadratfuß bedecken und sich 275 Fuß über der Straße erheben. Und dieses „Mastodon" soll ein „schönes Beispiel der italienischen Reuaissancearchitektur" werden, wie ein Newyorker Blatt versichert: von den 23 Stockwerken werden die vier ersten von Granit und Kalkstein, die oberen von Ziegel» und Terrakotta sein. In den großen Hallen wird reichlich Marmordekoration verwendet, wie überhaupt auf schöne Ausstattung großes Gewicht gelegt wird. Einige Zahlen werden einen Begriff geben, mit was für Massen in diesem Hause gerechnet ivird. Das Stahlgerippe dieses Baues wiegt 24 000 Tonnen, das Gesamtgewicht betragt 200 000 Tonnen: über 16 Millionen Ziegel werden hineingebaut; 4500 Tons Terrakotta werden für den Schmuck der Fassade verwendet. Dampfröhren werden 153000 Fuß verlegt, Wasser- und Abzugsleitungen 500 000 Fuß. 5000 Fenster werden mit 120 000 . Quadratfuß Glas be- deckt; 113 englische Meilen Drahtleitung sind für die elektrische Beleuchtung nötig. 39 Personenauszüge besorgen den Verkehr im Hause. Das Gebäude steht in direkter Verbindung mit einer Untergrundbahnstation, sodaß seine Bewohner, ohne das Haus verlassen zu müssen, Reisen zu den fernsten Zielen mittete« können. Natürlich tvird das Gebäude jede nur denkbare Bequemlichkeit erhalten und so wirklich eine kleine Welt für sich bilden. * Der Zar i st einer der reichsten M ä nn er der Welt, wenn nicht der reichste, lieber die Quelle seines Reichi- tums gibt ein jüngst in Petersburg erschienener und prompt mit Beschlag belegter „Bolkskalender" interessante Aufschlüsse. Man unterscheidet drei Arten von Einkünften des Zaren. Zunächst kommt die Zivilliste, die für eine so gewaltige Bevölkerung, wie sie das russische Reich aufweist, gar nicht einmal so sehr groß ist: sie beläuft sich auf rund 30 Millionen Mark und wird ausschließlich zur Deckung der Ausgaben des Hofes verwandt. Dw Zarin und die Zarin-Mütter erhalten ein Jahrgeld von le 400 000 Mk; für jeden Sohn eines Zaren ist eilte Jahres- ^üauage von,80 000 Mk. festgesetzt; diese Abfindung beziehen die Prinzen jedoch nur bis zum 21. Lebensjahre. Der Großsürst-Thronfolger hat Anspruch auf ein Jahrgeld von 2 Millionen Mark. Aber diese Apanagen sind nur der kleinste Teil der Einkünfte der Zarm-Familie. Sehr viel größer find die der zweiten Kategorie, die von den sogenannten „kaiserlichen Domänen" herrühren: es sind dies ehemalige Kirchengüter, die jetzt der ganzen kaiserlichen Familie gehören, aber vom Zaren' verwaltet werden. Diese „Domänen" unifassen etwa zehn Mill. Hektar Land, wovon nur ein Drittel Ackerland ist, während die beiden übrigen Drittel mit Wald bedeckt sind; der Flächenraum dieser Krongüter ist größer als der Irlands. Die Domänen produzieren Bau- und Brennholz, das auf den Märkten der ganzen Welt gehandelt wird, die besten Weine Rußlands, 1500 Tonnen Zucker pro Jahr usw.; sie halten 1500 Mühlen, 1000 Fischereien, 100 Flußwerften in Bewegung. Der Zar allein hat aus diesen Krongütern ein Einkommen von 40 Millionen Mark im Jahr. Die dritte und größte Einkommenkategorie aber hat ihren Ursprung in den sogenannten „Kabinettsbesitzungen", die misschließlich dem Zaren, insofern er regierender Fürst ist, gehören: es handelt sich um Länderstrecken, die etwa 70 Millionen Hektar Land umfassen, also fast so groß sind wie ganz Frankreich; sie liegen zum größten Teil in Sibirien und bergen in ihrem Schoß die größten Gold-, Silber-, Platin-, Kupfer- und Eifeubergwerke, die in Rußland in Betrieb sind. Sehr viele andere solcher Minen können neu erschlossen werden, wenn der Zar noch mehr Geld braucht. Das Vermögen, das der Zar als Privatmann besitzt, ist bei diesem Ueberschlag nicht in Rechnung gestellt. LsteraNZfehes. — Bo m Markte der Seelen. Entdeckungsfahrten einer sozialen Frau (Olive Ehr. Malvery) im Lande Armut. R. Voigt- landers Verlag, Leipzig. — Olive Ehr. Malven; ist eilte in Eng-; land pls Vortragsküustleriu bekannte Dame der großen Welt. Um so größeres Aufsehen erregte es, als sie dieses Buch Herausgabe welches. Wie ein Bericht der englischen Presse sagt, die Fenster des Parlaments-Palastes erzittern ließ. Der Drang, den Menschen und Dingen ans den Grund zu sehen, trieb das kaum 20jähr. junge Mädchen, neben ihrem Leben iit bett Salons, ein anderes „in dem Laude Armut" zu führen. Wie sie, die gefeierte Künstlerin und große Dame, unter unsäglichen Entbehrungen, mit Gefährdung ihrer Gesundheit, als Schenk- oder Fabrirmädcheu, als Straßensängerin, Schneiderin, Gemüsehändlerin usw. sich unter das arbeitende Volk begab, wie sie in freiwilliger Obdachlosigkeit auf dm Sthaßen und in den Nachtasylen Londons in die Tiefest des Lebens hinnnterstieg, das erzählt sie schlicht, wahr und ergreifend in ihrem Buche. Tie vorliegende deutsche Ausgabe ist vollauf berechtigt; eine so wertvolle soziale Studie ist kaum noch geschrieben worden. Die Erlebnisse der Miß Malvery gehören zum Bilde unserer Zeit und der Welt. Tenn mögen auch vielleicht nirgend in der Welt so entsetzliche Zustande herrschen, wie in der alten Fünf-Millionenstadt an der Themse — aber gibt es Aehnliches nicht auch anderswo? Aber jeder Mensch und jeder Stand kann es mit sich selbst abmachen, ob er sich getroffen fühlt: niemand außerhalb Englands wird von Miß Malvery beschuldigt, niemand angegriffen: sie erzählt von London — und was sagt sie! Die Uebersetzung ist ausgezeichnet und der Preis des Buches wefentlich niedriger als der der Originalausgabe: 2 Mk. Scherzrätfel. Als neugebackener Rekrut, Die erste Nacht in der Kaserne, Verlor ich allen Lebensmut lind sehnte mich nur in die Ferne.*) Die fremden Menschen rings umher, Das sind nun deine „ersten beiden". Daran gewöhnt ich mich nur schwer, Doch traf mich bald ein größ'res Leiden: Sie holten mich beim Kerzenschein Nachts ans dem Beit, trotz Flehn und Bitten, Und lachend weihten sie mich ein Mit jenem fürchterlichen „Dritten". Das war zwar keine Seligkeit, Doch weil wir für „eins-zwei" nun galten, So haben wir seit jener Zeit Das Ganze treulich uns gehalten. L *) Schönes Muttersöhnchen! — Anmerkung des Setzers. Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer: I B I 8 B 0 L A I L K A 8 A A R Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, ist. Lange, Gieße»-