Samstag den 1. Juni 190*? m Hl Dem Irrlicht nach. Roman von Alexander Römer. Nachdruck verboten". (Fortsetzung.) Sein roter Mantel flatterte auseinander, er ergriff eine der Niedlichen Masten und wirbelte mit ihr in den Strudel hinein. Kaul hörte sein Lachen noch von ferne. „Narr, eingebildeter Narr!" sagte er vor sich hin. „Wozu versuche ich es noch, dich aus deinem Eitelkeitstaumel zu wecken!" Er schritt langsam aus dein Gedränge heraus. Villatte hatte sich in seine Wohnung an der Piazza di Spagna begeben, er wollte den Abend zum Schreiben benähen. Seine Sinne waren aufgeregt, er mußte sich erst die Eindrücke klären. Gr stand am Fenster, das der spanischen Treppe gegenüberlag. Dort tanzten sie zum Klang des Tambourin die Tarantella im Mvndenschein — es sah wie ein Märchen aus — und von fern her tönte aus aflen Ecken Jubel, Jauchzen, Musik. Das war römisches' Leben, der heitere, leichtlebige Süden. Hier dachten, empfanden, atmeten die Menschen anders" — waren sie glücklicher? Nein — hohler Taumel, gedankenloses Genießen, träges Dahinleben war kein Glück — aus den tiefen Schachten der Seele und des Geistes mußte man es herausholen, es erkämpfen, es Verdienern Was konnte er Erna berichten? Er hatte ihr versprochen, bald zu schreiben, und heute, wo er Sylvia und Roderich gesehen, sollte es geschehen. War noch ein Funke der ehemaligen Leidenschaft für Sylvia in seiner Seele? Er müßte ihn gespürt haben, heut bei dem Anblick. Mitleid, Barmherzigkeit, Verzeihung waren da für sie i— doch keine Liebe mehr. Er zündete die Lampe an und begann seinen Bericht. Er dtmete tief, wie befreit. „Sie ist sehr verändert," schrieb er an Erna, „schmal und ängstlich zart geworden. Sie ist rwch immer anziehend, aber das Herz tut einem weh, wenn man sie ansieht. Ihnen würde eS auch weh tun, Erna. Sie sieht krank aus an Leib und Seele. Sie ist in schlimmen Händen. Zu der gefährlichen Mutter kommt jetzt Priestereinfluß und die Werbung eines Italieners von bedenklichem Ruf. Ich sinne, ob ich etwas tun kann, um sie zu retten, aber ich sage mir, daß es unmöglich ist. Sie hat sich ihr Los selbst^geworfen, die Parzen sind unerbittlich. Mir macht ihr Schicksal Schmerz, so viel Schmerz, wie mir der Anblick eines jeden jungen, vergifteten und zerstörten Lebens machen würde — Mein eigenes' Schicksal ist von dem ihren gelöst. Das empfinde ich Neben dem Schmerz, und — danke Gott dafür. Ist das Egois- Mus? Ich denke nicht. Sie kannten mich doch nicht ganz, Erna. „Anch Ihren Bruder Roderich sah ich vorübergehend im Karnevalsstrudel. Auch er ist verändert und hatte nicht gerade die Farbe eines Glücklichen. Doch weiß ich nichts Näheres über ihn, weil ich ihn noch nicht sprach." Villatte saß lange in tiefen Gedanken, ehe er den Brief schloßt Was er da gesagt hatte, war lautere Wahrheit — sie mußte das fühlen. Sie gehörten lange geistig zusammen. Er trat noch einmal ans Fenster, jetzt war es still drüben, das Mannorgeländer der spanischen Treppe leuchtete gespenstisch im Moudlicht. Durch die Kronen der Steineichen auf dem Pincio strich der Nachtwind mit melodischem Getön, die Säule der Immaculata blinkte, als sei sie von Silber. Ihm sollten sich hier noch viele Schätze erschließen. Rom war lange das Ziel seiner Sehnsucht gewesen, er hatte gewähnt, die Wogen der Begeisterung müßten ihm hier ganz das Herz erfüllen — aber das ver- nwchtcn sie nicht. 17. Kapitel. Roderich erschien nach einer durchschwärmten Nacht hohl- äugig und mit wtistenr Kvpf, aber einen trotzigen Entschlich im Herzen, im Palazzo Rujpoli. Bera stand vor dem Spiegel in eleganter Visitentoilettr. Ihr Gesicht leuchtete, so hatte er sie noch nie gesehen. Sie wendete sich nach ihm um, ihre Augen glänzten in einem fremden Licht, ihr ganzes Wesen erschien verklärt und gehoben. „Sind Sie es, Roderigo? Ha! Wie übel sehen Sie aus. Ich glaubte, ihr Deutschen hättet kein heißes' Blut." „Wohin gehen Sie, Bera? Sie sind festlich gefleidet — ich — ich erfahre jetzt nichts von Ihrem Vorhaben — es ist neuerdings wieder alles dunkel und geheimnisvoll." Roderich sprach hastig, aufgeregt, und seine Blicke überflogen den weißen, reichgestickten Mantel, die schwere lichtblaue Seidenrobe, das entzückende Hütchen mit dem Shringenkranz. Sie beugte sich zu ihm und sah ihn an, wie sie ihn noch nie angesehen halt; seine geschwächten Sinne wurden taumelnd davon umfangen. „Morgen," sagte sie leise mit ihrer sonoren, nwdulations- fähigen Stimme, „nwrgen, mein Freund, soll endlich Klarheit werden. Sie haben mich oft eine Sphinx genannt, von morgen ab bin ich keine mehr für Sie, — es sollen sich Ihnen alle Rätsel lösen." „Vera!" Er streckte seine Arme in wilder Bewegung nach ihr aus, sie wich zurück. Etwas Verschleiertes, Trübes malte sich in ihrem Blick. „Nicht so — nicht so — morgen. Ich muß in das Botschaftshotel fahren — ich — ich bin sehr glücklich, Roderigo, ein schwerer Druck hat sich gelöst, die Befreiung kamt Sie waren mir lange ein treu ergebener, uneigennütziger Freund, und inorgen sollen Sie es wissen — endlich —" „Endlich!" wiederholte er überwältigt. Zwei russische Herren traten ein und unterbrachen ihr tste- u-tste, Roderich kannte sie, sie waren ihm vor ein paar Tagen als' Vettern Veras vorgestellt. Mau begrüßte sich höflich. Vera rauschte mit einem Händedruck an Roderich vorüber, gefolgt von ihren Verwandten, rind er blieb mit einem Sturm im Herzen zurück. „Endlich! morgen!" Die dunflcn Worte Veras wußte er ja zrr deuten. Objektiv zu beobachten hatte er nie gelernt, er. brachte alles in Beziehung zu seiner Person. Sie war sehr glücklich — es hatten da Dirrge gelegen, welche ihre Freiheit beeinträchtigten — darum — darum dieses Ausweichen, dieses Zögern und Hinhalten. Aber jetzt war er am Ziel. Eine glan-e volle Zukunft öffnete sich vor ihm, der bürgerliche Kausmannssohn trat mit seiner Gattin in die höchsten Kreise. Sein Geist hatte ihn aus der hausbackene» Sphäre herausgehoben. Als er auf die Straße trat, summten tausend Mücken in seinem Ohr, er taumelte beinahe. Sie tanzten Mieder die Tarantella auf der spanischen Treppe. Die Kleine mit der bunten Schürze und dem roten Röckchen, der er manchen Soldo hin- geworfen und manchen Kuß von den frischen Lippen geraubt, zupfte ihn am Aermel. „Signor! Signor! litt Soldo — son io, Angiolina!" Er blickte zerstreut auf das lachende braune Gesichtchen, mit den nachtschwarzen Augen. „Angiolina", es klang beinahe weich aus seinem Munde, aber er sah das Mädchen kaum, und wußte kaum, was er sprach. Er griff in die Tasche und warf ein paar Goldstücke unter die Bande. Ein Knäuel schlang sich zu seinen Füßen, ein schrilles, tolles Jauchzen tönte über den Platz. „Grazia! Grazia! Signor, evviva! Jl bello sorestiere!" Er hatte seine Füße befreit und schritt weiter hinauf, die Schar folgte ihm schreiend, und wollte nicht von ihm ablassen. Er winkte ungeduldig abwehrend mit der Hand. Es war einsam auf dem Piucio zu dieser Stunde, unten auf dem Corso entwickelte sich heut zum letztenmal das bunte Karnevalstreiben, morgen hielt der Aschermittwoch seinen Einzug. Roderich lehnte oben an der Brüstung der Treppe. Die Stille bedrückte ihn, Gedanken kamen und gingen in seinem berauschten Gehirn, ein wirbelndes Chaos — er mochte nicht denken. Heute zum letztenmal sich hineinstürzen in den sprudelnden Gischt, Heute noch ein freier Mann, ein Sieger, ein Glücklicher! Es war der Tag des Confettiwerfens — unter der Maske und in Begleitung eines Trccpps befreundeter Zechgenossen tollte Roderich im dichtesten Bolksgewühl. Immer derber wurden die Späße, immer hitziger entbrannte der Kampf, der Hagel aus den Wurfgeschossen fiel immer dichter um Köpfe und Schultern der Wehrlosen. Damentoiletten waren unrettbar verloren für die Wagehalsigen, welche den Kampfplatz betraten, die schwarzen Röcke der Unkundigen und Arglosen in Müllerkittel verwandelt. Und jetzt wurden die Lichtlein angezündet. „Moccoli! Moc- coli!" OHrbetäubend ertönten die Schreie. Jeder suchte des andern Licht auszublasen, mit allen Künsten das seine wieder anznzünden. In wunderbar geschmeidiger Behändigkeit glitten die Männlein und Weiblein durcheinander, einer den andern an Geschicklichkeit und Hurtigkeit übertreffend. „Moccoli! Moccoli!" Roderichs Licht war lange ausgeblasen, und eine schwere Müdigkeit lähmte seine Lust und seine Glieder. Er zündete es nicht wieder an. Er fand sich von seinen Begleitern getrennt, vom Meuschenstrom weiter getragen. Neben ihm zur Seite thronte auf hohem' Wagen die bizarr ausgestopfte Strohpuppe, Prinz Karneval, der unter dem! Toben der Volksmenge zur Piazza del Popolo geflihrt wurde, wo das Auto da sä stattfinden sollte. Jetzt war der Pincio dicht mit Menschenmassen besetzt, Feuergarben sprühten auf und warfen ihren Funkenregen über die dunklen Banmttonen, bengalische Lichter erhellten die Alleen und übergossen mit rotem, blauem und grünem Licht alle die lachenden Gesichter an den Ballusttaden. Tie Piazza unten wimmelte, die Feuerstöße flammten auf, die Strohpuppe verbrannte, das Volk schrie — ein ohrbetäubender, sinnverwirrender Lärm, und dann — war plötzlich alles still. Die Flammen stürzten zusammen, die Lichter erloschen, die Menschenmassen zerstreuten sich. Müdigkeit, Abspannung, die Aschermittwochsstimmung folgte, und geräuschlos schlich jeder nach Haus. Roderich warf sich in seiner Wohnung, unten an der Babuina, todmüde aufs Lager. Morgen! Morgen! — Aber sein lvüstev Kopf faßte nichts weiter, er schlief einen schweren Schlaf. Und nun war der große Morgen angebrochen — der Ascher- mittwvch. Aus wirrem Traum fuhr Roderich empor. Heute! — Er setzte sich aufrecht und faßte an seine Schläfen. Wo war er gestern gewesen? Sie hatten schweren, schweren Wein getrunken, — und Heute sollte er die Brant erringen. Er kleidete sich langsam! an, es war sehr spät. Rötst war so seltsam still heute morgen, hier an der klebten Ecke hörte man kaum einen Laut. Mönche und Priester schlichen die Straße entlang, und eine verschleierte Donna in gpauent Gewände, die beichten ging. l Ihn fröstelte, — seine Hände zitterten, als er sich schmückte zur Brautwerbung. Palazzo Ruspvli lag nur wenige Schritte entfernt, W trat hinaus, es nmr die Mittagsstunde, still und öde lag der! lpette Platz. Wie die Immaculata leuchtete im Sonnenlicht! Das kleine Blumenmädchen an der Ecke bot ihm frische Rosen, er nahm die schönsten und zahlt sie ihr doppelt. „Dio bcnisse sua Ecccllenza!" rief das Mädchen freudig. Er schritt weiter, das Herz klopfte ihm wild. Er hatte kaum! Atem, als er im Palazza Ruspoli die Treppe hinaustieg. Wie still, wie öde war es auch hier heut. Ha! Da hörte er hämmern, Kisten standen auf dem Flur, Gregorio, der Bildhauer oben an der Sistiua, stand neben der letzten und beaufsichtigte das Schließen derselben. „Was geht hier Vor?" Roderich war es plötzlich, als schnüre ihm jemand die Kehle zu, „die russische Eccellenza—" „Ist fort, Signor — heute früh ist sie abgereist, wissen! Euer Gnaden das nicht?" Roderich taumelte. Anna Kaduschda, die alte, halb taube Gesellschafterin erschien in der Tür; Roderich stürzte auf sie zu. Dieser wahnwitzige Gregorio, ihm' steckte wohl der Karneval noch im Gehirn, — es war ja eine Lüge, was er gesagt —■■ Anna Kaduschda, Beras fiele Begleiterin, stand ja vor ihm'. Sie zog ihn durch das Borzimmer in den Salon. Aber! hier sah es wüst und leer aus, er sank schwindelnd in einen Sessel. „Es ist nirgends mehr ein ruhiges Fleckchen," sagte Anna! Kaduschda. Sie sprach außer ihrem Russisch uur französisch^ und auch das recht schlecht und unverständlich. „Und sie, Bera, hat es mir auf die Seele gebunden, Ihnen dies Briefchen zu geben, und Ihnen alles auseinauderzusetzen. Sie sollten ihr nicht zürnen, sondern sich mit ihr freue», hat sie gesagt, Ihr Gatte ist frei und sie ist heute zu ihm gereist, nach Palermp, wo sie sich treffen wollen." „Ihr Gatte!? Anna Kaduschda, sind Sie bei Sinnen?" Die Alte nickte und sah ihn mitleidig an. Er hatte so geschrieen, daß sie mit ihren taubeit Ohren ihn verstand. „Ich sagte es imjmer, je le disais tonjonrs," murmelte sie und schüttelte ihren alten, welken Kopf, „le pauvre Alle-, mand, er nimmt die Sache ernsthaft. Aber sie hat nicht da-, rauf hören wollen; Don Roderigo ist eitel und Don Roderigp liebt nur sich selbst, hat sie mir geantwortet. Er hat bei mir gefunden, was er suchte, und mir war er ein bequemer, ein ungefährlicher Kavalier. Ja ■— ja, ja — so hat sie immer! gesprochen." Die kleine, zusammengefallene Gestalt war in ihren Sessel! gesunken und summte das letzte so vor sich! hin. Roderich starrte sie an mit Angen, die einen irren Blick hatten, dann faßte er an seine Schläfen und lachte wild auf. Es hallte unheimlich wider in denk großen, leeren Gemachs das gräßliche Lachen. (Fortsetzung folgt.) Zur Bekirmpsrmgsweise der Stechschnake. (Original-Artikel Der „Gieß. Fam.-Bl."). Dem Beispiele anderer Städte folgend, hat man auch bei nus hier in Gießen seit einigen Jahren versucht, Herr zu werden über die lästige Plage der kleinen Stechmücken, die uns im Sommer so ost den Aufenthalt im Freien, besonders am Abend, verleiden. Da diese Insekten auch in janderen Gegenden während der Nachtzeit in den Schlasräumen der Wohnungen zu einer wahren Landplage geworden sind, so hat man dort schon früher alle Mittel des Schutzes und der Bekämpfung probiert, und damit je nach der Anwendung der Bekämpfungsmittel einen größeren oder geringeren Erfolg erzielt. Das Berdienst, die Äste Beleh- rmtg und Anregung zur Bekämpfung der Schnakenplage in Hessen gegeben zu haben, gebührt der Kveisverwaltnng des Kreises Oppen- heim, die nun auch in ihrem Beginnen nicht nachläßt, bis in allen Gemeinden der Kampf gegen die Stechmücken mit Erfolg durchgeführt sein wird. Die künstliche Anlage von Wassettümpelst im Philosophenwalde zur Ablegung der Eier der Insekten gab' Anlaß zu einem Eingesandt im „Gieß. Anz.", worauf Ober-, bürgermeister Mecum in einer Sitzung der Stadtverordnetenvev- sammlnng eine abwehrende Antwort gab. Dies gibt uns Ber-. anlassung zu den nachfolgenden Ausführungen. Tie GeburtsWtten unserer kleinen Plagegeister sind die stehest-! den, schmutzigen, schlammigen Gewässer, besonders die gewölbtest Pfuhlbrunnen, wie wir sie beim modernen, rationellen landwirtschaftlichen Betrieb in jeder Hofreite finden. Deckt man einmal zur Abendzeit einen solchen Pfuhlbrnnncst auf, so steigen die kleiiiejst Stechmücken in großen Scharen aus der Tiefe empor. Daß ist sumpfigen Gegenden und in nassen, warmen Sommern die Stechmücken am häufigsten sind, hängt mit ihrÄn Wasserleben zusammen;! in trockenen Jahren verschwinden eine Menge von Wasserlachen,^ wodurch die in ihnen lebenden Mückenlarven und Puppen zst Grunde gehen. Die an geschützten Stellen, besonders an dest Decken der Keller- und Pfuhlgewölbe und Brücken überwintertest Weibchen legen, sobald im Frühjahre die Witterung beständig und die Lust wadm geworden ist, ihre flaschenförmigen Eier, an der — 315 — Zahl 200 bis 300 Stück von jedem Weibchen, auf einen im Wasser schwimmenden Gegenstand, auf ein Stückchen Holz, aus einen Halm oder ein Blatt, und nach wenigen Tagen schon schlüpfen die Larven aus, die sich von den im Wasser befindlichen, fein zerteilten pflanzlichen Stoffen ernähren und sich wahrend der Zeit ihres Wachstums dreimal häuten. Am hinteren Körperring trägt die Larve eine kleine Röhre, durch welche sie Luft in ihren Körper aufnimmt; sie bringt daher von Zeit zu Zeit die Mündung dieses Atemrohres mit der Lust über dem Wasser in Verbindung. Durch die immerwährende Bewegung ihrer Kinnbacken und Fühler erzeugt die Larve einen kleinen Strudel im Wasser, der ihr die im Wasser schwimmenden Schmutzteilchen als Nahrung zuführt. Die schlangenförmigen Windungen ihres Körpers, das Gewimmel der Larven in ihrer Gesamtheit, kann man in einem Regenfaß oder in einem Bassin mit Regenwasser deutlich beobachten, wenn nach einem warmen Regen das Wasser ein paar Tage darin stehen bleibt. Nach kurzer Zeit verpuppt sich die ausgewachsene Larve. Auch die Puppe hat ihre Atemröhren, durch welche ihr Luft zugeführt wird. Zehn Tage fristet sie ihr Dasein, nur der durch die Ateinröhren ihr zugeführten Luft benötigt, dann erhebt sie sich etwas über den Wasserspiegel, in einer Längsspalte zwischen den Luftröhren berstet die Haut, und das Müclchen kommt herausgekrochen, ans dem leeren Puppenbalge sitzend, bis ihm die Flügel hinreichend gewachsen und getrocknet sind, um inr Fluge dre Geburtsstätte zu verlafsen. Tast bei dieser Entwickelungsweise inehrere Bruten im Jahre Zustandekommen, ist außer Zweifel,'wie viele aber, hängt wesentlich von den Witterungsverhältnisfen ab; denn das Brutgeschäst wie das Ausschlüpfen der fertigen Mücken setzen warme, ruhige Luft voraus, ^die in den Pfuhlgewölben allerdings immer vorhanden ist. Tausende von Mückenlärven und Puppen gehen zu Grunde, weil sie anderen Insekten zustr Opfer fallen oder durch Austrocknen der Pfützen und Lachen ihres Lebensclementcs beraubt werden, abertausende werden von insektenfressenden Vögeln verzehrt, und dennoch werden uns 'die Stechmücken durch ihr austerordentlich^zahlreiches Auftreten so überaus lästig. Von den Stechmücken ist allgemein gefürchtet ihr Durst nach Blut, allgemein bekannt ihr Singen und die in großen Gesellschaften aufgeführten Tänze. Die Blutsauger sind vorwiegend Weibchen, die Tänzer Männchen. Mit dem Stiche läßt die Mücke ihren ätzenden Saft ausfließen, der die Entzündung der Haut und das empfindliche Jucken erzeugt; zur Abend- itnb Nachtzeit ist der Blutdurst der Stechmücken am größten. Das Summen und Singen, das uns zur schlafenden Nachtzeit häufig noch lästiger uckd störender ist 'als das Stechen, entsteht durch die Flügelbewegung und die Luftlöcher mir Mittelleibe. Die Kenntnis der Lebensweise deS Insektes gibt uns zugleich auch die Mittel zur Bekämpfung an die Hand. Das Verbrennen der im Winter an den Decken der Pfuhl-, Ktzller- und Brückengewölbe sitzenden Weibcheir mittels Fackeln, mit denen man einfach an den Decken und Wänden, in den Ecken nnd Wiiikeln hin- sährt, sowie das Eingießen von' Petroleum in die stehenden Wasserlachen und vor allein in die Aborte und in den Pfuhl, letzteres zeitig im Frühjahr gemacht und im Laufe des Sommers einige Mal wiederholt, sind leicht aiisznftihrende, wenig Kosten verursachende Arbeiten, nur ist es dabei unbedingt erforderlich, daß sie gründlich nnd allgemein geschehen. Das Petroleum schwinimt oben auf dem Pfuhl oder dem Wasser und verhindert bei Larverr und Puppen die Atmung, indem es die Atemröhre vev- ichließt; ferner bleiben die Weibchen, die ihre Eier auf Gegenstände inr Wasser absetzen wollen, mit den Flügeln im Petroleum hängen rind finden so ihren sicheren Tod. Nötig ist es ferner, uach 'einem Regen auch alle größeren Wasserlache^ die nicht so rasch wieder austrvcknen, mit Petroleum zu begießen, ebenso die Regenfässer und die Bassins zur Aufnahme des RegeMvassers Uach einem Regen bald zu entleeren. Wenn diese wenig müh- sameir und wenig kostspieligen Arbeiten nicht gescheut, sondern gewissenhaft und allgemein einige Jahre hindurch ausgeführt werden, so muß die Plage bald ein Ende nehmen. In Rhein- Hessen, wo bei der großen Wasserarmut des Landes die stehenden Tümpel und Wasserlachen selten sind, muß die Bekämpfung im Sommer hauptsächlich auf die Muhlgewölbe, wie sie dort bei feder Hofreite sind- und auf die Regenwasserfässer gerichtet sein; hier aber, wo die Wasserlachen und stinkenden Gräben in der Nahe der StaR und in der Stadt selbst im Sommer nicht ganz eliitromien, noch künstliche Brutstätten anzulegen, ist der Sache Nicht dienlich. Darum wiederholen wir die Forderung in dem erwahilleu Emgesandt des „Gieß. Anz.": Fort mit den küiist- V^^^MEen der Stechmücken im herrlichen Philosophenwalde ! Es ist besser, dem Ungeziefer die Gelegenheit zur Gerablage zu entziehen, als später die Entwickelung der Larven zu kontrollieren und sw zu töten. Dagegen forbern wir auf zu einer Entfernung der Wassertümpel und Wasserlachen in der nächsten Umgebung der Stadt und zum' öfteren Uebergießen mit Petroleum überall da, wo man die Gräben usw. nicht zuwerfeii kann. Wenn diese vorgeschlagenen Mittel zur Anwendung kommen und den ^rhofftM Mvlg bringen, dann ist'Heu Zweck dieser Zeilen erreicht! Auf der Aarm der „Nruderlrönigin". größte Landbesitzerin der Welt kann wohl Mrs. Helen M. King gelten, die in Texas eine riesige Rinderfarm von etwa einer Million Acres besitzt. Sie dürfte nicht viel weniger reich sein als die berühmte Hetty Green, die Finanzi- größe von Newyork, da der Wert ihres Laiidbesitzes allein auf 18 Millionen Dollar geschätzt wird und gerade jetzt durch verbesserte Bewässerung bedeutend gehoben wird. Ihre Farm hat auch noch die Besonderheit, daß zur Beaussichtignng und Wartung der Hunderttausende von Rindern nicht, wie im ganzen Westen üblich ist, „Cowboys", sondern „Cowgirls" beschäftigt werden. Mrs. King ist heute nicht mehr jung; aber sie führt noch immer ein straffes Regiment auf ihrer Farm, sie ist noch heute ein vorzüglicher Schütze und reitet jedes Pferd, so widerspenstig es sich auch zeigen mag. Sie ist im Westen groß geworben und hat während ihrer Ehe mit Kapitän King, der die Farm begründet hat, nun aber schon seit 15 Jahren tot ist, ihren schweren Beruf erlernt. Es war danilals noch eine rauhe Zeit in Texas. King, der ein Mann von gewaltigen Körperkräften und unerschrockenem Mute war, beschäftigte auf seiner Farm Desperados, mit denen sonst uicmatid fertig werden konnte. Er wußte sie jedoch zu zwingen- und sie mäßigten aus Furcht und Achtung vor ihm ihre wilden Sitten und ihre Trunksucht und arbeiteten ganz zuverlässig. Auf dem Gebiet der Farm hausten auch mehrere Jndianerstämme- die deni Mr. King treu ergeben waren und ihm jedesmal halfen, wenn es galt, die Mordbanden abzuwehren, die zahlreich ort der mexikanischen Grenze umherschwärmteit. Als er eines Tages eine längere Reise unternommen hatte, sah seine Frau, die gerade mit der Reinigung ihres Revolvers 'beschäftigt war, plötzlich einen berüchtigten mexikanischen Banditen vor der Tur vom Pferde steigen. Sie wußte sofort, was komme» würde, aber sie hatte nicht Zeit, die Waffe wieder zusammenzusetzen und zu laden, und so wollte sie rasch aus dem Nebenzimmer eine Pistole holen, die in der L-chublade des Tisches lag. Ihre Hand berührte schon den Griff, da sah sie eilten Schotten neben sich nnd drehte- sich uM. Ter Bandit stand am Fenster. „Ich will das Geld des Kapitäns, und zwar rasch," sagte er und hielt zwei Revolver auf sie gerichtet. Sie suchte ihn zunächst durch Fragen Hinzithalten- aber als alles nichts nutzte, meinte sie schließlich: „Sie könnenj ja das Haus durchsuchen, aber ehe Sie eintreten, wischen Sie' doch bett Schmutz von Ihren häßlichen grünen Stiefeln ab!" Der! Bandit, der wohl wußte, daß er keine grünen Stiefel anhatte, sah doch unwillkürlich an sich hinab, und in demselben Augen-- blick hatte Airs. King auch den Revolver herausgerissen und ab- gcdrückt. Mer schon einen Moment vorher war der Mexikaner mit einem gellenden Schrei, das Gesicht nach vorn, zusammen-, gestürzt. In seinem Schädel steckte ein Tomahawk, nnd als Mrs. King in die Türe trat, mH sie zwei Indianer, die unter Freundschaftsbezeugungen auf sie zukamen. Sie hatten von fern den Mexikaner gesehen und sofort erraten, was ihn zu Mrs. King führte, und sie waren ihm gefolgt, um im ensscheidenden Augenblick einzugreifen. . . Als King starb, wurden die Cowboys, die nur feine starke Hand'niedergehalten hatte, bald wieder nachlässig, ergaben sich dem Trunk, und man legte ihnen verschiedene Räubereien und Todschläge zur Last. Da alle Warnungen nichts halfen, sah sich Mrs. King gezwungen, alle zehn Mann zu entlassen. Sie wagten zwar nicht, sich an ihr und ihren Angehörigen zu vergreisen, aber sie schüchterten jeden Cowboy, der neu an gestellt wurde, so ein, daß einer nach dem andern bald wieder verschwand. Da entschloß sich die unerschrockene Fran kurzerhand, „Cowgirls" anzustellen, und nach 14 Tagen hatte sie von fern und nah ein Dutzend junge kräftige Frauen, meist Witwen, engagiert, die reiten und schießen konnten und keine Gefahr fürchteten. Seitdem hat sie fast nur Friauen auf ihrer Farm beschäftigt, und heute hat sie 20 „Cowgirls", bte nach ihrer Meinung ebensogut arbeiten wie die Männer. Nur eine Klage hat auch sic, daß nämlich ihre „Cowgirls" begehrenswerte Partien für die Männer der Umgegend sind und daher bald weggeheiratet werden. Einiger Mut freilich gehört für einen Mann dazu, sich um eine biefeti verwegenen Reiterinnen zn bewerben. Oft genug haben sie sich den Spaß gemacht, wenn sie einen einzelnen Mann entdeckten, ihn zu umringen und zu hänseln und schließlich zu peinigen- sodaß er froh war, wenn er endlich dftvongejagt wurde. . - Mrs. Kings Besitztum ist in den Jähren ständig gewachsen. Außer schweren Rindern, für die gute Preise erzielt werden, züchtet sie Pferde, Mustangs, Texasponys, und zwar nur vorzügliche Rassen. Tas Land, das früher einen Wert von 50 bis 20 Cents für bett. Arte hatte, gilt tetzt das Hundertfache, 15 bis 20 Dollar. Diese Steigerung hat Mrs. King selbst 'durch wohlüberlegte Schenkungen hervorgerufen. Sie hat der „St. Louis, Brownsville and Mexican Railway" 35 000 Acres geschenkt, um sie zum Bau einer Bahn zu ermutigen, und dadurch den Wert ihres Landes außerordentlich erhöht. Schon lange sollte in der Gegend ihrer Farm eine Stadt gegründet werden; sie selbst hat jetzt 30000 Acres dazu hergegeben, und eine Stadt ist 'in schnellem Aufblühen; ganzj kurze Zeit nach ihrer Gründung zählt sie bereits 500 Einwohner. Mrs. King hat aber jauch schon manche wohltätige Stiftung gemacht, und sie gewährt allen alten Angestellten gute Pensionen, gibt ihnen eine kleine Farm und Vieh von ihrer Zucht, um selbst eine eigene kleine Wirtschaft zu begründen. 316 — Vermischter. K/r Petroleumomnibus. Der Ingenieur Beau- Snm «Lh-aa ^er. Maschineningenieure in London «S2L Mvtoromnibusse mit Petroleumbetrieb ge- m'6»Ä eme deutliche Vorstellung davon gibt, mit welcher rechenden Geschwindigkeit sich der Mvtoromnibus aus Schweitzfrrß mrd kalte Füße. Von Dr. Fr. Schönenberger in Bremen. Bielfach rührt eine Erkältung davon her, daß man nasse oder kalte Füße bekommen hat. Besonders Leute mit „Schweißfuß" erkälten sich sehr leicht. Man hält deshalb' fast allgemein den Fußschweiß für krankhaft, meint aber, er leite „kranke Säfte" aus und es sei deshalb gefährlich, ihn zu vertreiben. Wie stehts damit? Wenn man mit den bloßen Füßen auf eine kalte glatte Fläche tritt, so hinterlassen sie eine deutliche Spur, ähnlich dem Mdruck der warmen Hand auf einer kalten Fensterscheibe. Die Fußsohlen und Handteller dünsten nämlich ungemein stark aus, stärker als jeder andere Körperteil, weil sie ausnehmend viele und große Schweißdrüsen haben. Der Fußschweiß ist mithin etwas Natürliches, und ihn durch scharfe chemische Mittel zu unterdrücken, zu „vertreiben", ist allerdings gefährlich; denn sie enthalten gerbende und ätzende Stoffe, die nicht nur leicht Fußleiden erzeugen, sondern auch die Schweißdrüsen allmählich zerstören. Dann können die Füße allerdings nicht mehr schwitzen. Aber man hat den Teufel durch Beelzebub ausgetrieben. Denn die Natur hat sicher nicht ohne Grund gerade an die Fußsohlen so viele und große Schweißdrüsen gesetzt. Wird dort die Ausdünstung unterbrochen, so müssen sich krankmachende Stoffe im Körper anhäufen, und das kann zu Erkrankungen führen. Nicht darum also handelt es sich, den Fußschweiß zu unterdrücken, sondern seine kältende Wirkung §it mildern, das Stinkendwerden zu verhüten und krankhaft starkes Schwitzen zu verhindern. Dazu gehört vor allem eine vernünftige Fußpflege. Jeden Abend die Füße lauwarm waschen. Sie haben die Reinigung gerade so nötig, wie die Hände. Und diese werden doch auch täglich gesäubert. Aber die Füße sieht niemand. Wozu sich Äso bemühen. Man erlebt oft Wunderdinge, wenn sich Patienten aus kleiden müssen. „Da unten über ists fürchterlich." Die Füße viel der Luft und Sonne aussetzen. Das befördert die Blu^irkulation und härtet ab. Kinder sollten soviel wie möglich barfuß laufen. Auch für Erwachsene ists sehr vorteilhaft. Wenigstens zu Hause öfter ohne Strümpfe to Sandalen oder leichten Pantoffeln gehen. In meiner Heimat zogen früher die Kinder im Sommer nur in die Kirche und zu Begräbnissen Schuhe und- Stiefel an. Heute gllts für unfein, wenn sie barfuß zur Schule kommen. An manchen Orten verbietet maus direkt. Auch der Holzschuh, das denkbar gesündeste Schuhwerk, wird vielfach in Acht und Bann getan. Die Füße sind der vernachlässigste Körperteil, kein anderer lebt so in Finsternis, Druck und Enge. Die allgemeine Hautpflege (Luftbäder, Waschungen usw.) Nicht vernachlässigen, damit die Schweißdrüsen der ganzen Haut ihre Schuldigkeit tun; sonst wird die AusscheidungK- arveit den Fußsohlen im Uebermaß aufgebürdet und sie schwitzen zu stark. Der Fußausdünstung freie Auswege verschaffen. Bon den Bandtellern verflüchtigt sich der Hautdunst, weil man die ande frei trägt. Ber durchlässigem Schuhwerk auch. Da f?brkt nur» nichts von Fußschweiß. Die gewöhnliche Fußbekleidung aber ist zu fest; die Ausdünstung stößt hier auf Hmdermfse, kann nicht entweichen, schlägt sich nieder und durchfeuchtet die Strümpfe und Schuhe. Diese Feuchtig»- kert verdunstet, und Verdunstung erzeugt Kälte. Das Schuh- werk muß durchlässig sein für den Hautdunst. Im Sommer also Sandalen, Niederschuhe oder Flechtschuhe; im Winter nredrrge Lederschuhe und Wollgamaschen darüber, oder Trikot- und L.uchschuhe mit Lederbesatz. Einlegesohlen, die den Schwerß aufsaugen. Am besten sind solche von Kvrk, Roßhaar oder Löschpapier. Wenn man ferne Füße in der geschilderten Weise pflegt, so verschwindet der Schweißfuß allmählich, d. h. man merkt nichts mehr davon, aber die Ausdünstung wird nicht im Mindesten gehindert. dem Stadium des Experiments zü einer ausgedehnten praktischen Wichtigkeit entwickelt hat. Beaumont äußerte selbst die Uever- zeuguug, daß kein Beispiel lehrreicher sein köiine, als die An-. Passung des Petrvleummoivrs Vou hoher Geschwindigkeit, starker Kraft und geringem Gewicht an die schwere Arbeit, die der Betrieb eines Omnibusses auf den gewöhnlichen Straßen beän- sprucht. Es sind kaum vier Jahre vergangen, seit der erste Mvtoromnibus dieser Art in England einen regelmäßigen Menst aufnahm, und in den letzten beiden Jahren hat sich die Zahl dieser Fahrzeuge in London bereits auf 800 gesteigert, die etwg 185 Millionen Fahrgäste befördern und 150 bis 200 Kilometer täglich öder 50- bis 65 000 Kilometer jährlich zurücklegen. Aeußer- lich sehen diese Geährte alle ziemlich gleich aus, aber in dest Einzelheiten des Mechanismus und in der Bauart des Untere gestells bestehen große Unterschiede, und vorläufig läßt sich dir Zeit noch nicht absehen, in der eine einheitliche Konstruktion, dafür vereinbart werden wird. Die starke Benutzung der Motor- omnibusse hat den Vorteil gewährt, eine große Erfahrung innerhalb kurzer Zeit zusammenzubringen, ist aber auch recht kostspielig gewesen. Da diese Erfahrungen iit England älter und daher reicher sind, als in anderen Ländern, ist das Urteil von Beaumont wichtig, wonach doch noch sehr eingehende Versuche seitens der Ingenieure nötig sein werden, um den MotoromnibuK zu einem wirklich scharfen Konkurrenten des gewöhnlichen Omnibus zu machen, namentlich auch durch Verminderung des Gewichts und des Verbrauchs an Brennstoff und der Abnutzung. LeLsL'aL'Ksehss. — HeinbichWelzhofer,Die großen ReligionI- stifter, Budd ha, Je sus, Mo hammed. Leben mrd Lehre, Wahrheit und Irrtum. Verlag von Strecker u. Schröder, Stutt- gart. Geheftet in elegantem Umschlag 1.40 Mk. — Im Sinne des "hem Büche vorausgeschickten Mottos: Beritas vincit! zeigt er uns die drei Gestalterr der Religionsgeschichte als die großen Menschen, die sie waren, iueit hervorragend über den Geist ihrer Zeit. Uno je größer sie uns erscheinen, je edler ein Mensch über seiner Zeit zu stehen scheint, desto menschlicher werden ihn uns 'seine Fehler machen. — Von dem Piedestal ihrer Gottheit rückt Welzhofer die drei Gründer, zeigt sie uns menschlich, bringt sie uns so näher, daß wir sie um so besser verstehen und schätzen können. Ein sehr empfehlenswertes Büchlein, dem man in unserer religiös bewegten Zeit Erfolg Voraussagen kann. — Ein Pensionats-Kalender. Ein schmuckes Buch in einem apart und angenehm wirkenden Einband liegt vor uns, das sich schon beim flüchtigen Durchblättern als eine originelle Neuerscheinung erweist. ES ist ein Kalender, ein Unterhaltungsbuch für junge Mädchen und zugleich Hand- und Nachschlagebuch für deren Eltern und Vormünder. Es ist auf das Studienjahr April 1907 bis April 1908 eingerichtet und bringt außer dem Unterhaltungsteil das Pensionatsverzeichnis nach Orten alphabetisch zusammengestellt. Auch im Text findet sich mancher feine und verständnisvolle Wink, und schon der Name der Herausgeberin — Frau Direktor Fischer in Bensheim i. H. —, die als Pensionatsinhaberin zugleich dem- Verband der Töchterpenswuate vorsteht, bürgt dafür, daß 'alles in diesem Buche von berufener Seite kommt. Zu beziehen durch jede Buchhandlung (Verlag von „Welt und Haus"/ Leipzig, Weststr. 9). Aus Kindermund. „Aber Karlchen, um Gotteswillen, wie siehst du denn nn§ ?* — „Ach, Mama, ich bin in den Schmutz gefallen." — „Und in deiner schönen, neuen Hose?" — „Ja, Mama, die konnte ich doch nicht erst ausziehen?" Hans (die Verladung von Schweinen aus dem Güterbahnhof zusehend): „Sieh nur, Mama, die dürfen verreisen, und wir müssen diesen Sommer zu Hause bleiben I" s Lo ttchen: „Mama!" — Mutter: „Was denn, mein Kind?" — Lottchen: „Haltest du mich eigentlich schon gesehen ehe mich der Storch brachte?" — Mutter: „Nein, mein Liebling." — Lottchen: „Ja, woher haft du dann aber nachher gewußt, wer ich war--?" * Tante: „Eulen Tag, Kinder! Ich bringe schlechtes Wetter mit." — Klein-Elschen: „Weiter nichts, Tante?" Rätsel. Wohlklang und kräftige Fülle erwächst mir durch meine Gesamtheit Nehm' ich ein l in mir auf, biete der Fäulnis ich Trotz. W. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriph in voriger Nummer: Buch, Bach. 91vi.nft.on . P. Wittko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.