Mr. 17 «s U i im M Wenjchcnleöen, die lügen. Roman von H. Ehrhardt, Verfasserin von „Mittellose Mädchen' Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Zum ersten Male vibrierte ein wirklich echter Herzenston durch ihre halblaut hervorgestoßenen Morte. Ter Ton rvars einen Feuerbrand in sein mühsam verschanztes Innere; er begriff, das; es nicht an ihm liegen würde, wenn er seiner Leidenschaft unterlag, Und das verbitterte ihn immer mehr. „Mir ist nichtsI' sagte er abweisend, „höchstens^bin ich etwas überniüdet von der Felddienstübung heut &ie verschwenden Ihre Güte an einen Unwürdigen, gnädige Frau.' „Das ist meine Sache " Dee junge Frau sprach leicht verletzt. „Ich glaube Ihnen nebenbei mcht. Soll ich Ihnen sagen, was Sie mit sich Herumtragen? Sie haben gespielt Sonntag in Berlin und — verloren.' Er neiate fast spöttisch den Kopf. „Ta Ihnen die Gabe des HeUsehcns verliehen ist, wage ich nicht zu widersprechen." Er konnte sich eines leichten Grauens nicht erwehren. Können Sie bezahlen?' inquisitierte Hanna weiter. . „Menn ich meinen „Ganymed" bis morgen mittag nicht verkauft habe, bleibt nur noch der Wucherer." Hanna machte eine Bewegung des Erschreckens. „Warum offenbaren Sie sich denn nicht lieber Ihrem 93 eiter ?n „Nie, nie!" stiess er hervor mit förmlich entstelltem Gesicht,'„ehe ich das täte, ginge ich lieber elend zugrunde." „Aber was soll daraus werden, Baron? Sie vernichten ja gewaltsam Ihre ganze Exislenz. Sie machen sich «"(stuck-- lich. Wer soll Sie denn mal aus den Händen der Wucherer retten?" . Ein Lächeln, das etwas Befreiendes hatte, zog über sein blasses, stolzes Gesicht. „Die Lösung liegt sehr nahe, gnädigste Frau. Für ein Leben, wie das meine, ist die Pistole ja doch nur eine Frage der Zeit." , , r. , Ein Erschauern lief durch ihre Glieder, aber sie be- & Da weiß ich eine bessere Lösung," sagte sie schnell, leise, „eine reiche Frau." , .. Ein empörtes Aufleuchten durchbrach euren Moment die starre Spälte seiner Augen. Sie'sah es nicht mehr. , Ihnen entgegen sprengten jetzt die anderen Cffatere und Rittmeister von Klast parierte znm Entzücken ^mer kleinen Frau als erster sein Pferd vor dm Zurückgebliebenen, sichelnd 'leckte ihm Hanna den Veilchenstraub, welchen das kleine Töchterchen des Wirts ihr im Garten gebracht hatte, zwischen die Knebel seines Attila. Als er sich zum Dankeskuß übet ihre Hand neigte, war es Joachim zumute, als müsse er sich auf ihn stürzen. Es machte ihn geradezu verrückt, wenn zemand sie an-, rührte. Seine Liebe grenzte an Raserei — war Raserei, gern ganzes Wesen war gesättigt und durchglüht von dieser Leidenschaft, die seine Nächte schlaflos machte, seine Tage ruhelos. , ■<. ex Seine zerrüttete Gemütsverfassung hatte ihn auch neulich dem Laster des Spiels in die Arme getrieben — es war nur der natürliche Lauf der Dinge und gehörte mit zu dem lügnerischen Aufbau seines verfehlten Lebens. Es war der Anfang vom Ende. Am nächsten Tage, da er eben im Begriff stand, einen in Osfizierskreifen ebenso bekannten als gefürchteten Geldver- lei Her aiifzusuchen, der ihm, dem Sohne eines reichen Vaters anstandslos jede Summe gegen hohe Prozente vorstrecken würde, trat Trenk ins Zimmer nnb meldete etwas unbeholfen : „ _ , . „Herr Landrat Gerhardt lvünscht den Herrn Leutnant zu sprechen." Ter junge Offizier starrte den Sprecher so erstaunt, ja förmlich entsetzt an, das; der arme Kerl piiterrot wurde, weil er stets in Angst schwebte, er habe irgend eine Dummheit gesagt oder gemacht. . " ' Seme Befürchtung erwies sich diesmal als grundlos. Mit der Weisung, den Herrn Landrat hereinzuführen, entließ sein Herr ihn und er trappste aus dem Zimmer. Joachims Kopf wirbelte vor tausend Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, mit denen er den Besuch des Landrats be- glÄndetc. Er dachte an Ungeheuerliches in seinem schuldbewußten Gewissen — aber der wahre Grund schmetterte ihn geradezli nieder. Oskar Gerhardt wollte den „Ganymed kaufen. , „ c r,.f . Der junge Offizier wurde erst totenbleich, dann glühend rot. Er wollte aufschreien, dem Ahnungslosen ins Gesicht schleudern, das; er sich nicht retten lassen mochte von dem Mann, den er im Geiste um sein Liebstes betrog, er wollte sich wehren gegen die neue Fessel, welche Hanna mit dieser gut gemeinten Hülse um ihn schlang — aber der Lcmdrat sah ihn so befremdet an. „Hat meine Frau Sie vielleicht mißverstanden? Fst das Pferd nicht käuflich?" Da nahm er sich zusammen. .Es steht zu Ihrer Verfügung, Herr Landrat." — 66 Er war gräßlich rmliebeuZivürbig, so gemessen und kalt wie nur je — er konnte nicht anders. Er konnte dein Manne vor sich auch nicht ins Ange sehen. Der Landrat ahnte nichts von der Rotte, welche er spielte. Hanna hatte ihm nur erzählt, daß Tressenberg seinen braunen Wallach verkaufen wolle, der vorzüglich als Einspänner gehe. Er hatte ihr sofort angeboten, das Pferd für ihren Selbttkntschierer zu erstehen und sie hatte wie ein ungeduldiges Knib, das die Erfüllung eines versprochenen Geschenks nicht erwarten kann, so lange geschmeichelt, bis er sich entschloß, den Freiherrn sofort aufznsnchen. »Bezahl' ihn nur anständig, Schah!" hatte sie noch gesagt, „er hat so 'ne knappe Zulage." Er hatte sie geküßt.und erividcrt: „Als ob ich je knauserte, kleines Schäfchen, besonders wenn es dir eine Freude zu machen gilt." Und so zählte er anstandslos 2000 Mark in Kassenscheinen vor den Freiherrn hin. Der stand dabei und starrte auf die blauen, unscheinbaren Papiere und wußte: das ist die Rettung, und doch war's ihm, als verspiele er in dem Moment erst seine ganze Existenz. Er bemühte sich, liebenswürdiger zu sein, ließ von Trenk eine Flasche Wein bringen und versiichte, eine banale. Unterhaltung zu führen. Wie immer, ivenn er sich dazu zwang, verfiel er in einen leichtfertigen, arroganten Ton, mit dem er sich selbst gleichsam verhöhnte. Der Landrat trank auch nur aus plirer Höflichkeit sein Glas ans und empfahl sich bann. Im Hofe ließ Joachim ihm noch den „Ganymed" vorführen, aber er gestand lachend, daß er absolut kein Pferdekenner sei und sich bei diesem Kauf völlig auf das Urteil seiner Frau verlassen habe. Dann trennten sie sich in der förmlichsten Weise. Sehr eilig, beim es galt, eine versäumte Arbeitszeit nachzuholen, schritt Oskar Gerharbt seinem Heim zu. Auf der Treppe kam ihm Hanna, zum Ausgehen an» gekleidet, entgegen. „Run?" fragte sie gespannt. Er iah sie gutmütig zärtlich an. „Großes Kmd!" neckte er, den Arm um ihre Taille schlingend, „sei gefaßt, der Freiherr verkauft den Gaul nicht". „Unmöglich!" Sie wurde glühend rot und entzog sich fast unwillig seiner Umarmung. Er lachte herzlich. „Unmöglich? Du meinst, dir dürfe niemand einen Wnnsch versagen? Nun, beruhige dich, in einer Stunde wird der Ganymed in unserem Stall sein." -Ah!" Ein befreites Aufatmen hob ihre Brust, ihre Augen leuchteten. Sie warf sich dem überraschten Männe an den Hals und küßte ihn mit einem Ungestüm, den er noch nie an ihr bemerkt. „Du guter Mann!" „So sehr freust du dich, kleines Närrchen?" Er sprach wie man zu einem Kinde spricht. „9iun, das entschädigt mich für die letzte halbe Stunde. Wenn du wieder einmal etwas zu besitzen wünschst, so suche dir um meinetwillen einen angenehmeren Verkäufer aus. Der hochmütige Lasse, dieser Tressenberg, tat wahrhaftig, als erweise er mir noch eine Gnade damit, meine 2000 Mk. anzunehmen. Wäre nicht Aussicht vorhanden, ihn noch mal in die Verwandtschaft zu bekommen, ich würde ihn in Zukunft höllisch abfallen lassen." Hanna zog langsam den dichten weißen Schleier über ihr Gesicht. „Ja", sagte sie, „ich würde dir's nicht verdenken. Es ist geradezu merkwüdig, wie das nette, bescheidsne Mäbel, die Marga, zu diesem eingebildeten Bruder kommen konnte. Aber abje, Schatz, ich will noch vor Tisch einen Besuch machen und da ich es bei dem schönen Wetter vorziehe, zu Fuß zu gehen, muß ich eilen." Im Hinabgehen ivars sie ihm noch eine Kußhand zu und er stand und sah ihr beglückt nach, bis die Haustür hinter ihr ins Schloß fiel. (Forts, folgt.) Aie Arequenzvrljä'ttnksse an der Gießener Mni- vikstlät tm 3 Iußrönndert ihres Besteh ns.*) (Original-Artikel der „Gieß. Fam.-Bl."). Die Gießener Hochschule wurde 1605 eröffnet mit 200 Scholaren des Pädagogiums unb 70 Studenten am „Gymnasium illustre". Bald nach dem Ausbau zur Universität im Jahre 1607 zählte die Anstalt 150 Studenten, welche Zahl sich in den folgenden Jahren aus 300 steigerte, lieber die Stärke des Besuches an der Universität Meßen während ihres Verweilens in Marburg von 1626—1650 fehlen uns genaue Nachrichten. Nach Rückverlegung der Universität von Marburg nach Gießen im Jahre 1650 hob sich durch die Wiederkehr besserer Verhältnisse nach den 30jährigen Kriegswirren der Besuch der Hochschule, sodaß man bet der ersten Jubelfeier im Jahre 1 7 0 7 etwa 500 Studenten zählte. Von der Mitte des 18. Jahrhunderts an bis zum 2. Jahrhundert des Bestehens der Universität im Jahre 1807 sank infolge der politischen Verhältnisse die Zahl der Studierenden aus 120 herab. Nach den Freiheitskriegen und dem Eintritt geordneter Zustände in Deutschland besserten sich auch die Verhältnisse an den Hochschulen. 1817 zählte die „christlich- teutsche Gießener Burschenschaft" allein 60 Mitglieder, und nach verschiedenen Wandlungen war die daraus hervor- gegangene Burschenschaft Germania im Jahre 1821 auf 175 Mitglieder angewachsen. Da diese Studentenverbindung damals das Uebergewicht au der Hochschule hatte, so läßt sich wohl annehmen, daß die Gesamtzahl der Studierenden um diese Zeit 300 betrug. Bon 1823 an sind wir über den Personalstand der Universität näher unterrichtet. Die Frequenz steigerte sich Von S. 1823 bis S. 1829 von 311 auf 558 und Wies damit die höchste Zahl seit Gründung der Hochschule auf. Diese gesteigerte Besuchsziffer war nicht allein der Wirksamkeit Liebigs zu verdanken; denn die Chemiker scheinen damals noch den Philosophen zugezählt zu sein, die im ganzen nur 20 ausmachten. Vielmehr ist damals eine ganz bedeutende Zunahme bei der theologischen, juristischen und medizinischen Fakultät festzustellen. Die Zahl der Theologen war von 8 8 auf 114, die der Juristen von 149 auf 2 4 7, die der Mediziner von 53 auf 87 in diesem Semester angewachsen. Theologen und Juristen weisen 1829 die höchste Frequenzziffer während des 300jährigen Bestehens der Universität auf. Neu waren dazu gekommen S. 1829; 52 Studierende der Forstwissenschaft. Von 1829 an nimmt der Besuch der Hochschule wieder stetig ab, sodaß W. 1836/3 7 die Frequenzziffer auf einem Tiefstand von 290 augelangt war. Der Rückgang läßt sich nur aus der, durch die vorausgegangene Ueberfüllung hervorgerufenen, mißlichen Lage in den einzelnen Berufen erklären. Am meisten wurde von dem Rückgang die juristische Fakultät und das forstwissenschaftliche Institut betroffen, die gegen ihren früheren Bestand von 1829: 194, bezw. 24 Hörer im Semester einbüßten. Von 1837 an hebt sich der Besuch der Hochschule wieder, sodaß er S. 184 7 mit 5 70 den Höchstbestand während eines Zeitraumes von 240 Jahren aufweist. Damit ivar ein Höhepunkt eingetreten, der erst wieder nach 40 Jahren erreicht werden sollte. S. 1861 war die Zahl der Studierenden wieder auf 335 gesunken, und 18 6 9 mußte der derzeitige Rektor Professor Dillenius in seiner Rede am Stiftungsfest klagen, daß man wieder auf dem Tiefstand von 1837, bei der Zahl 290, angekommen sei. Während der 70er Jahre konnte sich der Besuch der Hochschule nur wenig heben; W. 1879/80 schloß mit einem Bestand von 353. Erst von 1880 an macht sich ein allmähliches Steigen wieder bemerkbar. Das Wintersemester 1882/83 eröffnete mit 447 Studenten; S. 1889 war die Höchstziffer seit dem Bestehen der Universität mit 616 erreicht. Von 1890 an nahm der Besuch wieder ab, sodaß man W. 18 9 4/9 5 aus 5 28 angelangt war. Von W. 189 7/9 8 an ist die Frequenz bis heute in stetem Steigen begriffen; sie betrug 1897/98: 674, S. 1898: 764, S. 190 2 bereits 10016. Das letzte Sommersemester 1906 wies einen Bestand von 1118 Studenten auf. * Aus Anlaß des bevorstehenden Universitätsjubiläüms beabsichtigen wir eine Anzahl von Artikeln aus der Geschichte der! hessischen Landesmiiversität zu veröffentlichen. Mgemeine Mitarbeit erwünscht. .D. Red. 67 Tie Zahl der Studierenden der evangelischen Theologie betrug von 1823 —18 30 durchschnittlich 100 im Semester und erreichte 1829 die Höchstzahl von 114. Von 183 7 bis 1850 widmeten sich durchschnittlich im Semester 80 diesem Studium, S. 1845 und W. 1845/46 98 und 95. Bon 1850—1866 blieb die Zahl biircfy» schnittlich auf 50 im Semester beschränkt, betrug sogar von 1853—1854 nur 44 int Semester. Von 1866 — 18 80 nahm das Studium der Theologie bedeutend ab. Es widmeten sich ihm nur von 1866 bis 1870 durchschnittlich 35 Studenten im Semester, 1870 — 1876: 16, 1876 — 1880: 19, während das Wintersemester 18 7 4/75 sogar nur 8 Theologen aufwies. Von 1881 — 18 86 machte sich wieder ein Steigen bemerkbar; die Durchschnittszahl betrug 8 0. S. 1886 wurde mit 108 Theologen im Semester die höchste Zahl seit 1829 erreicht. Bon 1886— 1891 widmeten sich durchschnittlich im Semester dem theologischen Studium 100, von 1891 bis 18 96: 70, von 1896 —1902: 60. S 1906 zählte die theologische Fakultät 73 Studenten. Im Jahre 1830 wurde eine Fakultät für katholische Theologie eröffnet. Der Anfangsbestand der katholischen Theologen kann nicht festgestellt werden, da sämtliche Studierende der Theologie bis 1835 in einer Gesamtzahl aufgeführt werden. Immerhin läßt sich eine ungefähre Zahl von 20 Studierenden für katholische Theologie im Semester für den Anfang annehmen. Von 1837 — 1850 widmeten sich im Semester durchschnittlich 40 Studenten dem Studium der katholischen Theologie, S. 1847: 74, Sommer 1848 sogar 80. Diese Fakultät wurde S. 1851 aufgelöst mit einem Restbestand von 1 Studierenden. Dem Studium der R e ch t s w i s se n s ch a f t widmete sich seit Bestehen der Universität immer ein verhältnismäßig großer Prozentsatz Studenten. S. 1823 betrug die Zahl der Studierenden der Rechtswissenschaft 149, fast die Hülste sämtlicher Studenten. Diese schon beträchtliche Zahl stieg sogar S. 1829 auf 24 7 und weist somit den höchsten Bestand bei der juristischen Fakultät auf während 300 Jahre. Diesem starken Steigen folgte ein allmählicher Rückgang bis auf 53 im W. 1867/37. S. 1842 war wieder die Zahl 110 erreicht, die sich auf dieser Höhe bis 1855 hielt, worauf wieder ein allmähliches Sinken bis auf 32 im Sommer 1859 erfolgte, um sich von da an bis 1866 in den Zahlen zwischen 50 und 60 im Semester, zu bewegen. Von 1866 — 1876 studierten durchschnittlich im Semester 70 Studenten Rechtswissenschaft, von 18 76 bis 1886: 80, von 1886 b is 1892: 90. Von 1893 an ist die Zahl der Studierenden der Rechtswissenschaft in stetem Wachsen begriffen; sie betrug schon S. 1898: 207 und hielt sich auf diesem tzöchstbestand bis 1902. S. 1906 waren noch 175 Juristen immatrikuliert. Dem medizinischen Studium widmeten sich von 1823 — 18 48 durchschnittlich 60 Studenten int Semester. Von 1849— 186 6 belvegte sich die Zahl der Mediziner zwischen 80 und 90 int Semester. S. 1854 waren es 101, S. 1858 und W. 1858/59: 106 und 105, 1864: 100. Daneben, gab es von 18 3 3 — 186 0 Studierende für das spezielle Studium der Chirurgie, die später im Beruf nur die wundärztliche Praxis ausüben durften. Die Durchschnittszahl dieser Studierenden betrug im Semester 8, von 1853 —18 60 nur je 1 int Semester. Von 1866 —1882 studierten durchschnittlich im Semester 65 Studenten Medtzin, von 18 8 3 — 1888/89 etwa 90, von 1889 — 1896 etwa 115, 1896 — 1901 gegen 150. Winter 1901/02 war die Höchstzahl mit 171 Medizinern erreicht. Von 1902 an beträgt die Zahl der Medizin Studierenden wieder im Durchschnitt 150 im Semester. Von 1890 an ist etwa die Hälfte der hier studierenden Mediziner Ausländer, d. h. Nichthessen. Deut speziellen Studium der Zahn Heilkunde widmeten fielt seit 1883 —1893 durchschnittlich 6 Studierende, 1895/96 und 1896 je 1, 1905: 15, 1906: 17. Das Studium der Tierheilkunde war anfangs wenig begehrt. Es widmeten sich ihm von 18 24 — 183 4 durchschnittlich im Semester 4 Studenten, 1834 und 1835 nur je 2, von 1837 an durchschnittlich 10, welche Zahl sich bis 1865/66 ans 21 im Semester steigerte. / Von 1866 — 18 80 war die Durchschnittszahl der Studierenden der Tierheilkunde 10, von 1883 —1 889: 30, ebenso von 1890 — 189 5/9 6. Bon 1896 an setzt eme Aufwärtsbewegung in diesem Fachstudium ein, die Winter 1896/97 mit 139 beginnt und 1902 mit 176 schließt. Mit der Erreichung dieser außergewöhnlich hohen Ziffer nahm auch das Studium der Tierheilkunde wieder ab; es widmeten sich ihm S. 1906 nur noch 114 Studenten. Unter den Studieretlden der Tierheilkttnde befanden sich innerhalb der letzten 10 Jahre 95 Proz. Ausländer, Nichthessen. 1823 zählte man 21 Kam er n r i st e n, die ihren höchsten Bestand 1829 mit 67 erreich sm, und sich dann, nach verschiedenen Schwankungen zwischen 40 und 50 im Semester während der folgenden zehn Jahre, im. Jahre 1839 auf 18 verminderten, welche niedrige Frequenzziffer nur noch. S. 1850, W. 1859/60 und 61/62 aufweisen. Im übrigen schwankte die Durchschnittszahl dieser Studierenden beständig zwischen 30 und 45, womit S. 1866 schloß. Bon 1867/68 nahm das Studium der Kameralwifsen- schaft bedeutend ab; die Durchschnittszahl der Studierenden betrug von 1867/68 — 1 883: 6. Von 1883 an ist wieder eine Zunahme in diesem Studium bemerkbar; die Durch- scrnittszahl der Studierenden betrug von 188 3 bis 1888/89: 30, von 188 9 — 18 94/95: 45. Von da an nimmt die Zahl der Kameralisten wieder stetig ab, sodaß 1902 nur noch 3 Studierende für das Fach der Kameral- wifsenschaft zahlte. Gegenwärtig gibt es ein spezielles Studium für Kameralwissenschaft nicht mehr; die künftigen Finanzbeamten werden aus der Zahl der Juristen genommen. Das Forst Institut wurde S. 1829 mit 52 studierenden eröffnet, die sich 1836/37 auf 18 vermindert hatten. Von 1838 — 18 48 betrug die Zahl der Forsteleven durchschnittlich 40 int Semester, welche Zahl bis 1855 auf 10 fiel und sich auch bis 1858 nicht wesentlich darüber erhob. Voit 1858 — 1863 ist wieder ein Steigen bemerkbar, wodurch W. 1862/63 eine Höchstziffer von 5 9 erreicht wurde. Von 1866 — 18 80 schwankt die Zahl der Studierenden der Forstwissenschaft im Semester zwischen 15 und 20. Von 1880 — 18 89 betrug die Durchschnittszahl der Forsteleven im Semester 35. Bon 188 9/9 0 an ins 189 4/9 5 fiel die Zahl von 31 bis auf 9 int Semester. Bon 18 9 4/9 5 bis 1898/9 9 betrug die Durchschnittszahl 15, von S. 189 9 —190 0/01: 35. S. 1902 widmeten sich 52 Studenten der Forstwissenschaft, S. 1905: 57, W. 1905/06: 51, S. 1906: 49. Ein besonderer Lehrstuhl für Baukunst bestand an der hiefigen Nttiversität von 18 3 7 —187 4, bis zur Zeit der Gründung der polytechnischen Hochschule in Darmstadt. Der Attfangsbeftand der Studierenden betrug 1837 bis 1838: 4. Von 1840—1848 schwankt die Zahl dieser Studierenden zwischen 15 und 20 im Semester, sinkt daun die folgenden Jahre wieder, sodaß sie von 18 5 2 — 1859 höchstens 3 im Semester betrug. Von 1860 — 186 6 hob sich die Frequenz bei diesem Institut wieder und erreichte im letztgenannten Jahre die Höchstziffer von 27 im Semester. Schwieriger ist es, die Zahl der Philosophen, Philölögeu,Matyema liker ttnb Naturwissenschaftler während der Zeit von 18 2 3 — 18 66 festzu- stellen, da die Studieretlden der philosophischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer unter der Rubrik: Philosophen und Philologen ausgeführt werden. Von 18 2 4 — 1833 sind in den vorliegenden Zahlen auch noch die Chemiker enthalten. Bon 1824 —18 33 betrug die Frequenz bei der philosophischen Fakultät in der Höchstziffer nicht über 27 im Setnester, von 1833 an, da die Chemiker ausschieden, nicht über 13. Bon 1847 an schwankte die Frequenzziffer in der philosophischen Abteilung zwischen 30, 40 itttb 50, um 1866 mit 46 zu schließen. Diese geringe Anzahl der Studierenden in den philologischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern erklärt sich zumteil aus dem geringen Bedürfnis an akademisch gebildeten Lehrern bei den damaligen wenigen höheren Lehranstalten im Lande. Seit 1871 werden die Mathematiker getrennt auf- geführt. Von 1871 — 1878 war die Durchschnittsziffer dieser Studierenden 15, von 18 78 —1880: 30, von 1886 bis 18 96 wieder 15. Von 1896 an ist die Zahl der Mathematik Studierenden stetig im Zunehmen begriffen; sie betrug 1902: 73, S. 1906 sogar 119, worunter 23 Ausländer, Nichthessen. Von 1875 an werden Philosophen und Naturwissenschaftler zusammen aufgeführt. Die Durchschnittszahl dieser Studierenden betrug bis 1886: 30, sank aber bis 1896 allmählich auf 6 .zurück. Von 1896 an, da 68 die Naturwissenschaftler getrennt verzeichnet sind- zeigt sich in diesem Studium eine Aufwärtsbewegung, sodaß 1906: 61 Naturwissenschaftler immatrikuliert waren. Dem Studium der klassischen Philologie widmeten sich von 18 75/76 an, zu welcher Zeit die Altphilologen getrennt aufgeführt werden, bis 19 01/02 durch- schnittlich 35 Studierende. Nur vorübergehend war ihre Zahl höher; sie betrug 1888: 47, 1888/89: 43, 1889: 52, 1889/90: 40, 1891/92: 44. S. 1905 erreichten die Alt- phUologen einen Höchstbestand von 72, darunter 13Nichthessen. S. 1906 waren 67 immatrikuliert. Die Neuphilologen werden seit 1875/76 getrennt aufgeführt mit einem Anfangsbestand von 10. Von 1876 bis 1879/80 war die Durchschnittszahl: 15, von 1880 bis 1892: 25, von 1892/9 3 bis 1896: 30. Von 1898 an zeigt sich eine bedeutende Zunahme des neuphilologischen Studiums, mit 50 Studierenden 1898 beginnend und S. 1906 mit 128 schließend, darunter allein 11 6 Hessen. Die höchste Zahl von Chemikern haben verhältnis- mäßig die Jahre 18 4