Q ßsiSr ■Äas 3 M Dem Wahren, Edlen, SGönen. Ein Großstadtroman von Fedor v. Zobeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der dicke Giesecke, der die Leitung des Schauspiels übernehmen sollte, mar von Chemnitz herübergekommen. Er hielt seinen Zylinderhut vor dem Magen; aber die starke gelbe Bürste seines aufrecht stehenden Haares schützte ihn vor dem Sonnenstich. Er spielte selber längst nicht mehr, galt jedoch für einen tüchtigen Regisseur aus der Meininger Schule. Dicht hinter ihm stand seine erste Liebhaberin, die ihn nach Berlin begleitet hatte, Fräulein Tora Held, die geschiedene Gattin eines österreichischen Generals, wie sie erzählte, und Tochter eines hohen Staatsbeamten aus dem Trento, wie sie auch gern erzählte: eine schöne Blondine mit vollem blühendem Antlitz. Herr v. Seeben in weit offenem Ueber- zieher, unter dem man auf weißer Brustseite ein paar farbige Halsdekorationen fah, plauderte mit Arigo Rafaöli, dem ersten Kapellmeister. Rasatzli war ein geborener Italiener, lebte aber seit Jahren in Deutschland und hatte hier auch seine Oper „Warte" zuerst aufführen lassen: eine mystische Dichtung mit eigentümlicher Begleitmusik, über deren Wert die Ansichten verschieden waren, die jedoch allgemein els sehr talentvoll galt. Es war ein schlanker blasser Mensch mit wirrem schwarzem Haar und Lippen, die wie rot gefärbt erschienen. Alles stand in Gruppen umher; nur Frehlinghaus blieb allein. Dem Prinzen machte cs Spaß, bald mit diesem, bald mit jenem ein paar Worte zu wechseln. Er ließ sich durch Priestap Nina Imhoff vorstellen, die erst große Augen machte und dann einen unendlich tiefen Knicks; mit einer leibhaftigen Durchlaucht hatte sie noch nie gesprochen, und um ganz fein zu sein, sagte sie immer „Dürchlaucht" und brachte dies häufig an. Tie Unterhaltung der beiden erregte den Neid von Tora Held, die ihre prachtvolle Figur reckte und Arenstein scharf fixierte, um auch angeredet zu werden. Währenddessen kämmte Graf Frehlinghaus seine Favoris mit den Fingern und zeigte ein gewisses wohlwollendes Lächeln, über das er nrcht hinauskam. Populär machen konnte er sieh nicht; es widersprach auch seinen Ansichten. Imhoff hatte noch zu arrangieren. Er jagte mit flatterndem Havelock bald hierhin, bald dorthin, machte einen Schutzmann daraus aufmerksam, daß ein paar neugierige Kinder über den Bretterzaun geklettert seien, raunte Seeben zu: „Herr Direktor, eine Souffleuse hab' ich, ff," stolperte beinahe über einen Haufen alter Ziegelsteine und bekam dann Herrn Jofef Berndal zu fassen. .Herr Berndal," wisperte er, „ich habe mit Hammer gesprochen: Teppiche, Läufer und Vorhänge liefern Sie . . ." „Gut/ sagte Berndal, „unb wie ist'S mit der Wäsche für das Restaurant? ..." „DaS nehmen wir in den Vertrag mit dem Pächter auf . . Gott, was ich zu tun habe! . . . ." „Hören Sie, Imhoff," fuhr Berndal fort und schaute sich um, ob seine Frau in der Nähe seiaber sie plauderte gerade mit Giesecke, noch etwas. Ich habe da ein hübsches Talent entdeckt ..." — „I was . . sehen Sie mal anl" — „Ein hübsches Talent, ein Fräulein Eberhard. Das müssen Sie mir engagieren „Machen wir, Herr Berndal. Als was? .... „Als Naive . . ." „Machen wir, Herr Berndal: die Naive eines Herrn vom Aussichtsrat ist von vornherein engagiert. Wie viel Gehalt?" .... „Das ist Nebensache; Fräulein Eberhard legt das Hauptgewicht auf künstlerische Beschäftigung." . . . „Um so besser, Herr Berndal, solche Naiven lob' ich mir . . . Er raste weiter, um Hammer ein Zeichen zu geben, daß nunmehr alles versammelt sei, und sein Havelock flatterte. Hammer stand neben dem Grundstein. In diesem Augenblick teilte sich die Weihe der Stunde gewissermaßen auch seinem Aeußeren mit. Von feinem Gesicht war das gewohnheitsmäßige liebenswürdige Lächeln geschwunden. Er sah sehr ernst uuS. Er hatte den Hut abgenommen rmd seine freie runde Stirn erschien plötzlich höher und bedeutender und seine klaren Augen leuchteten in hellem Glanze. Er ivar kein großer Spreckier. Er hatte auch vergessen, sich vorzubereiteu. Jetzt erst fiel ihm ein, daß man von ihm wahrscheinlich eine schöne Rede erwarten würde. Ter Kreis der Gesellschaft hatte sich verengert. Man umgab den Stein in Ringform; nur Herr Sven Trusen stand außerhalb des Kreises, das Monoele in der Augenhöhle, ein kaum merkliches Lächeln um den Mund. Alles schaute auf den Baumeister, der beit Hammer erhob und das Eisen auf den Grauitbloü fallen ließ. Dabei rief er mit lauter Stimme: „Dem Hanse der Grundstein — der Kunst ein Eckstein —; der Schönheit ein Schmuckstein! . . ." Tas war alles. Aber die drei Schläge tönten weithin. Tie Spatzen flogen erschreckt davon. Auf dem hübschen dummen Gesicht der Frau Anita Berndal malte sich große Enttäuschung; sie hatte etwas viel Schöneres erwartet. Graf Frehlinghaus zuckte bei jedem Hammerschlage nervös zusammen. Herr Sven Trusen trat langsam näher. Ter Baumeister gab den Hammer an Herrn von Seeben. Aber Herr von Seeben war vorbereitet. Er hatte seinen Paletot ausgezogeu und über den '?Irm gehängt, steckte die linke Hand in die Hosentasche und die rechte in den Westenausschnitt und begann, den Hut auf dem Kopfe, mit raschen Worten, wie gleichgiliig hingeworfen, seine Rede. Tann änderte er plötzlich die Pose, nahm den Hut ab und ließ die Stimme anschwellen und zeigte eine bedeutungsvoll^ 62 mit Es ist des Lichtes uns hier mit dein Tabak Akr W6aK irr AranKreich. Von Karl E u g e n Schmidt (Paris). „Allmacht", stöhnte Imhoff, „Sie wollen Ihren Bau doch nicht etwa Prinzeß Luisen-Theater benennen!?" „Das fehlte mir gerade. Wer etwas Prinzliches ist dabei. Passen Sie auf! . . ." Er nahm den Löffel von der Tasse Imhoffs und schlug damit an sein Glas. Jrn Augenblick verstummte das Stimmengeräusch und das Klirren von Messern und Gabeln. Aller Augen wandte sich Hammer zu. (Fonsekung folgt.) Ta schlug Imhoff sich vor den Kopf. Herrgott, hatte der Baumeister bei der Grundsteinlegung wahrhaftig die Hauptsache vergessen! Er drängte sich zu Hammer hindurch, vorsichtig in der Hand seine Tasse Mockturtle balanzierend, und flüsterte ihm zu: „Baumeister, um die Weit — Sie haben ja noch nicht den Namen unseres Theaters Verkünder!" „Absichtlich nicht", entgegnete Hamnier, sich nmwen- benb; „aber es wird kommen. Nämlich, mein Lieber: ich habe mit der Idee gewechselt. Wir dachten zuerst an Metro- pol-Theater. Tas sagt nicht genug. Hinter dem Mahren, Schönen, Ebleu' mutz ein großer Patron stehen —" „Allmacht", stöhnte Imhoff, „Sie wollen Ihren Bau Tie Bauurkunde wurde in den Grundstein versenkt: dann war die kleine Feier zu Ende. Nun fand sich auch die Alltagsliebenswürdigkeit auf dem Gesicht des Baumeisters Schuck; er bat die Herrschaften zu einem schlichten Frühstück hinüber in das Restaurant Tressel. , Tie meisten folgten. Ter dicke Giesecke trocknete sich Stirn und Wan geil und erklärte, ein Glas Bier würde ihm momentan das liebste fein. Graf Frehliughaus verabschiedete 'ich..und sagte Hammer, er würde nicht ermangeln, seiner gnädigsten Prinzeß „Bericht zu erstatten". Hammer drückte d^vl Grafen verbindlich die Hand und sah ungeheuer beglückt aus; aber es war eine physiognomische Lüge. Prinz Heros hatte Lust, noch ein Stündchen mit der niedlichen '".‘ftt "Vsuhoff zu plaudern und begleitete sie zu Tressel. Mit finsterem Gesicht schritt Priestap hinterher. Seine weißen Glacees tour beit ihm plötzlich unbequem. Er riß sie streifeu- toeife von den Händen und warf sie fort. kleinen Saal des Restaurants Tressel war ein Bufett ausgestellt worden. Mail hatte beit Tag zur Nacht gemacht, die Persie,tuen geschloffen und bas elektrische Licht entzunbek. «.er alte Tressel, als gastrosophisch gebildeter Macen, war selbst zur Stelle und gratulierte Hamnier. „Merci, lieber Tressel", erwiberte ber Baumeister, „hoffent- ^ßehen Ihre Wünsche in Erfüllung. Und nun ein Glas OE! Was haben Sie kalt gelegt?..." „Burgeff unbi Sltquot , sagte tressel . . . „Also Cliquot", rief Hammer; M habe es ausprobiert, Tressei: wenn ich das Glück fesseln will, muß ich leichtsinnig sein können. . ." „Bravo", sagte ber Herr hinter ihm. Hammer toanbte unwillkürlich wurde sein Besicht finster. verbeugte sich. „Ich habe Ihre liebenswürdige Einladung ^angenommen, werter Herr Baumeister", begann miidS6 ^v"vcle fallen zu lassen, „weil ich mich glücklich fchatzen wurde, bet dieser Gelegenheit noch ein paar Worte mit Ihnen wechseln zu dürfen "°ÜJ em „©eßr liebenswürdig, Herr Trusen: aber nicht in Hinter ihm stand Fräulein Tora Held und reuig mit großer Sorge. Dreimal hatte ihr Giesecke, noch int Eisenbahncoups, die Rede vorgelesen — tadellos, mit Schwung und dialektfrei — und nun sächselte er doch wieder. Es lag etwas so Würdeloses in dieser Sächselei. Mit Gieseckes Ansprache waren die offiziellen Reden erschöpft. Ter Bürgermeister begnügte sich mit den drei Schlägen. Tann griff einer nacb dem anderen der Antoesen- den zum Hammer; auch die Tarnen. Nun klangen die metallencit Töne durch die warnte Frühlingsltift: wie Helle Jauchzer, tote Kriegsrufe, wie Gelöbnisse. . . Herr Sven Trusen stand jetzt mitten im Kreis der übrigen. Tas Gesicht des Baumeisters verfinsterte sich. Dieser Mann war ihm widerlich; er wußte nicht, weshalb. Er kannte ihn nur oberflächlich, aber er ging ihm gern aus dem Wege. Wie kam er hierher? Er war nicht geloben. Himmeldonnerwetter, wollte er etwa auch zum Hammer greifen?! — Ja, das tat Herr Trusen. Er schlug kräftig auf den Grundstein, und er sah dabei so herausfordernd aus, als habe er hier mitzusprechen, als gehöre er auch „zum Bau". Imhoff. Merle vor heimlicher Wut. Er schwankte: sollte er dem Tingeltangel-Spekulanten den Hammer entreißen ?1 Wer schon fegte Sven Trusen ihn wieder lächelnd fort und trat zurück... I einer ähnlichen Angelegenheit, wie Sie sie neulich atk- I regten —" „Herr Baumeister, gehen wir darüber hinweg. Wt Ihren Plänen will ich nicht rütteln. Wer Berlin hat viel Platz. Und die strenge Kunst herrscht nicht allein. Es ist wie auf dem Büchermarkt: auch leichte Ware findet ihr Publikum. Berlin könnte recht gut noch ein großes Spezialitätentheater vertragen — in monumentalem Stile — ein. Riesenhaus mit —" ! Doch der Baumeister 'chnitt dem Sprechetiden das Wort ab. „Ich baue keine Tingeltangel, Herr Trusen", sagte er kurz und wandte sich um. Sven Trusen verneigte sich höflich und ging an das Büfett, um sich mit Hingabe und Appetit für Rebhuhn- pastete, Belugakaviar und das Mosaik einer Galantine zu infereffieren. Es genierte ihn gar nicht, daß niemand mit ihm sprach. Er stellte sich an die Wand und frühstückte im Stehen und ließ sich ein Wasserglas mit Champagner stillen. Im Saal waren kleine Tische gedeckt. Aber noch schwirrte alles umher. Ter Prinz wollte Nina servieren und fragte nach ihrem Begehr. Sie bat um Hummer; sie hatte noch nie Hummer gegessen. Wenstein baute ihr ein Stilleben auf einem Teller auf, während Priestap grollend daneben stand. Es war ihm, als fiebere er. Hammer, der bald hier, bald dort war, auffordernd, plaudernd, scherzend, zu- trinkend und dankend, freute sich darüber, baß Nina den Prinzen zu bevorzugen schien. Es war die Schadenfreude eines Nebenbuhlers. Wer der Baumeister würde hellauf gelacht haben, hätte man ihm derlei gesagt. Tie Weiber, ließen ihn kalt; das wußte alle Welt. . . Ter Zeilen-Knappe hatte die allgemeine Einladung auch auf sich bezogen. Er hatte sich sofort am Büfett postiert und sich vorgenommen, vorläufig hier zu bleiben. Er war ein berühmter Esser. Wer er atz wahllos und unfein und alles durcheinander: Kaviar, Cremetorte und getrüffelte Pute zusammen mit einem Berge Pncklcreis. Kauend und schmatzend fragte er gelegentlich Imhofs r „Großer Troubadour, wie soil denn nun eigentlich Eure neue Bude heißen? . . ." Mimik: alles ungefähr fo wie Barnay als Antonius im „Julius Cäsar". Er sprach sehr gewählt und ungeheuer trivial; aber es machte Eindruck. Auch feine Hammer- schlöge drangen dröhnend durch die Lust. Und bann gab er ben Hammer nicht' weiter, sondern warf ihn mit schneller Bewegung auf ben Block. Tas sollte irgenb etwas Symbolisches bedeuten. Nun kam der künftige Direktor des Schauspiels, Herr Giesecke, an die Reihe. Er zog ein abgegriffenes. Stück Papier ans ber Tasche unb las feine R Be ab. Ein Redak- teur des Chemnitzer gemeinnützigen Anzeigers hatte sie ihm angefertigt. Wahrend ber dicke Giesecke las, Begann er unverhältnismäßig stark zn schwitzen. Große Perlen sammelten sich auf |einer Stirn und rannen über die feisten Wangen herab in ben Kragen. Er transpirierte immer so heftig in erregten Momenten unb spielte deshalb auch nicht mehr. Er war zu Zeiten, da er noch weniger zu Embon- pomt geneigt, ein ganz guter Romeo gewesen; aber das Transpirieren unb auch ber leichte sächsische Anklang int Organ, ben er nicht los würbe, hatten ihm die ausübende Kunst verleidet. Es ist eine gar traurige Sache mit dem Tabak in Frankreich- und wenn es wahr ist, daß Paris die Bille Lumiöre, die Stadt des Lichtes ist, so möchte ich die Tabakstage als den einzigen: dunkeln Schatten in diesem Lichtmeer bezeichnen. Daß er schändlich teuer ist, könnte ich am Ende noch vergessen, obgleich auch darüber schon ein bewegliches Klagelied anzustimmen wäre. Wie ich sehe, soll in Deutschland die Tabaksteuer erhöht werden und das geduldige deutsche Volk macht ein böses Gesicht dazu. Da es nun dem Leidenden ein Trost ist, Genossen im Leide zu haben, will ich , versuchen, das deutsche Volk zu trösten. Nicht nur! trösten will ich,es, sondern es soll Hurra schreien vor Entzücken! über die beabsichtigte Tabaksteuer. Tenn was ist diese drohende Steuer gegen die Steuer, die uns hier in Frankreich drückt? Ein Strohhalm'tzsegen einen Mastbaum! So entsetzlich, wie es ~..LJ geht, wird es dem Deutschen in den nächsten hundert Jahren nicht ergehen. ... Wissen Sie, was der billigste Tabak in Frankreich kostet? Vierzig Pfennig für vierzig Gramm. In Deutschland kostet die 63 bKsfle Sorte — Henau weiß ich Vie Zahlen nicht, aber so un- sefahr wird e§l schon stimmen — etwa den zehnten Teil. Na also • wenn Vre neue steuer den Preis des Tabaks verdoppelte, was ia nicht beabsichtig-t ist, dann Wäre Michel immer noch besser dran als Jacques Bonhomme. Mer ich habe gesagt, der Preis sei es nicht so sehr, der mich ärgere. stimmt: was mich ärgert, ist die Tatsache, daß ich überhaupt reicht den Tabak bekommen kann, den ich gern hatte. Inj Deutschland kamr ick alle Tabafforten kaufen, die «s. mff der Welt gibt. In Frankreich gibt es in den kleinen und mittleren Städten gerade zwei Sorten Tabak, nicht mehr und nicht weniger, und ebenso steht es auch in Paris, was die sogenannten exzentrischen Stadtviertel anlangt. Aus dein Montmartre rind E Quartier latm bekommen Sie auch sonst keinen als den Tabak dieser beiden Sorten, und nur auf den Boulevards gibt es einige wenige Tabakläden, die auch ausländischen Tabak führen Denn alles, was mit Tabak zusammenhängt, ist ein Monopol der Regierung, und . bie Regierung läßt keine Konkurrenz auf- fabriziert den schlechtesten und teuersten Tabak, die schlechtesten und teuersten Streichhölzer in der Welt, und alle und lebe Konkurrenz muß vor der chinesischen Mauer der Landesgrenze Halt machen. Streichhölzer! Tas ist auch ein Thema, ^^utMen mit seinem traurigen Lose aussöhnen könnte. Ern abscheulich und ichlecht zusammengeleimtes' Pappschächtelchen, das teiner ffHofft nach 60 schwedische Streichhölzchen ent» Halten soll, in Wirklichkeit aber selten mehr als 50 faßt, von Elchen 25 nicht anbrennen, kostet acht Pfennig. Eine schlechtere Sorte, die alten schweselhölzer, die es in zivilisierten Ländern überhaupt nicht mehr gibt, kostet vier Pfennig, und dafür brennt von dieser Sorte nur der vierte Teil an. Wahrscheinlich glauben übertreibe. J$6er ich schwöre bei meinem Bart, daß wt»" Wahrheit rede, so oft ick im Kaffeehaus einen neuen Ankömmling, einen deutschen oder Engländer sehe, der sich bemüht, ein^Streichhölzchm anznreiben, verklärt mich innere Herzens- freude Tenn Sie müssen wissen, daß Erfahrung und Uebunq Mm Anreiben eines französischen Streichhölzchens gehört. Diese Erfahrung und Uebung besitze ich, und Iffaft ihrer gelingt es ?tu' and mitunter sogar die Hälfte der von mir benutzten Streichhölzchen zum Brennen zu bringen. Leute aber ohne Erfahrung reiben erfolglos zehn oder fünfzehn an und when sich dann „hiffeslehmd nack dem Kenner um. Entweder springen die Koche ab, oder das Hölzchen zerbricht, oder aber der Kopf reibt sich, sanft und mählich weg, ohne Feuer zu fangen. sas nun lasten sich die Bastillmstürmer ruhig gefallen und meinen, es muffe so sein. Eines bessern dürfen sie nicht belehrt, werden, denn fürchterlich haust die Megäre Justiz, wenn man in ohrmi Besitze ausländische Streichhölzer findet. Tas fft genau „ebenso, schlimm, wie wenn Sie falsches Geld gemünzt hatten. Hüten Sie sich also, wenn Sie nach Frankreich kommen, nehmen «ie das Joch des französischen freien und brüderlichen ?on^üers auf und lächeln sie dazu, wehmütig der verlassenen deutschen Flenchtöpfe gedenkend. mit den guten Streichhölzchen steht es'auch mit dem guten Tabak Man kann ihn nickt bekommen. Tas heißt, hier muß ich doch eine Einschränkung machen: die französischen Streich>- yolzchE find schändlich teuer und schändlich schlecht: der frcm- roslsche Tabak aber ist mir angesichts des schändlich hohen Preises schlecht. Davon abgesehen, ist er recht gut. Unangenehm ist nur, daß er sich auf zwei Sorten beschränkt und daß mir diese zwei Sorten nicht genügen. -, 75 Jahren erbot sich Ludwig Börne, irgend einen beut» Men Fürsten für anderthalb Pfund beutschen Tabaks zu loben. Warum? Weil Börne die lauge Pfeife rauchte. Ter Franzose aber lennt bieses Werkzeug himmlifcher Freuden nicht. Er raucht Zigaretten, etwas weniger an Zigarren und ganz wenig Pfeife, aber kurze Pfeife aus Holz oder Ton. Bon dem Prachtgebilde unserer langen Pfeife mit dem herrlichen Porzellankopf, dem dito Waisersäck, dem duftenden Weichselrohr, dem zierlich gebrech,elten Mundstück, dem bunten Quasteiifchmuck hat er keine Achtung und folglich auch nicht von dem Tabak, der in den bauchigen Porzellanbehälter gehört. Ich habe versucht, den fein- geichnittenen Tabak in der langen Pfeife zu rauchen, aber es geht mcht. Ich muß deutschen Tabak haben. Was ist da zu tun? Erstens, zweitens und drittens fluche ich fürchterlich, und wenn tu) damit fertig bin, schreibe ich allen deutschen Bekannten und rZreunden, bet etwaigen Reisen nach Paris ja nicht zu vev- steinn, mir ein Paket holländischen Knasters rnitzubringen. Durch oen.L>ou wird zwar mein Knaster gerade viermal so teuer, wie n llA Deutschland ist, aber wenigstens habe ich ihn bann doch. .'Cv nrr.eutCv fe6e ich nun, wie sich die Deutschen strauben, Iveil sw ihr Paket Tabak künftig nicht mehr mit 25, fOTtbeen mit 30 Pf. bezahlen sollen. Und da soll ich Mitleid habens Fallt mir gar nicht em! Mich kostet dieses Paket doch immer eine Mark, und da ist es mir einerlei, wenn ich auch ’ $f. drauszahle. Es ist haarsträubend, iras die frant- zosische Regierung mit ihrem Tabak verdient. Ein Heiden- und Sündengeld. Ich habe die Frage studiert und kann Ihnen Be- scheid geben. Horen Sie und staunen Sie und — frohlocken Sie, baß Sie für baS nämliche Geld vier volle Pfeifen rauchen! wnnm, wofür der Franzose vier winzige Zigarettchen raucht. Seit dem Jähre 1811 hat VaS Tabaksmonvpol dem fran- zosischkn Staate „rund 15 Milliarden eingetragen, und seit fünfzehn Jahren tragt es ledes Jahr dreKindert Millionen ein Rechnen wir, daß es m Frankreich zehn Millionen Raucher gibt so kommen wir zum, Schlüsse, daß jeder von ihnen jährlich drcimg Frank steuer für sein Rauchvergnügen zahlt, und wenn der Raucher em Arbeiter ist, der im Jahre tausend Frank ve» drent, so liefert der Mann 3 v. H. seines Einkommens allein für das Rauchen an dm Staat ab. Im Durchschnitt kostet diesem das Kilogramm Tabak nicht ganz zwei Frank, und be- zahlm laßt er sich dafür etwas mehr als zehn Frank. Das ist em Geschäft, das sich die deutschen Tabaksfabrikanteii wohl gern gefallen ließen, und vermutlich würde sich auch der deutsche Staat so was gefallm lassen, wenn er es erreichen könnte. Wenn man bedenkt, daß Frankreich vierzig, Deutschland aber sechzig Millionen Einwohner hat, so kann man leicht ausrechnen, daß das Monopol in Deutschland nicht 300, sondern 450 Mill abwerfen würde. Nicht nur die Fabrikation, sondern auch der Verkauf von Tabak ist Sache des' Monopols und des Staates. Tie Folge ist, daß man in Paris eine halbe Stunde laiig spazieren gehen kann, ohne einen Tabaffaden zu sehen. In Berlin sieht man mitunter an dm vier Ecken einer Straßenkreuzung ebciisoviele Zigarrenlädm, in Paris ist kein Tabaksladen dem aiidern näher als dreihundert Meter, und in den französischen Dörfern gibt es nie mehr als einen einzigen Tabaksladen. In ganz Paris gibt es em paar mehr als taufend Tabaksläden, also kornnit einer auf dreitausend Einwohner. Und diese Läden sind Vie schmutzigsten, engsten und abschreckendsten Buden, die man sich vorstellen kann. Da es eine Konkurrenz nicht gibt, hat der Inhaber nicht nötig, die Käufer durch angenehme Ausstattung des Ladens anzuziehen. Ebensowenig hat et nötig, höflich und zuvorkommend zu sein. Mitunter können Sie zehn oder fünfzehn Minuten warten, ehe sie bedient werden. Beschweren Sie sich, fa werden Sie einfach auSgelacht. Es ist selbstverständlich, daß ein Pariser Tabaffaden, der zentral gelegen ist, im Laufe des Jahres für mehrere Millionen umsetzt, und daß der Inhaber eines solchen Ladens ein Bombengeschäft macht. Ter Tabaksladen ist also ein Hauptmittel geworden für die jeweilige Regierung, die dem Baterlande oder der Partei geleisteten Dienste zu belohnen. Es gibt Witwen von Generalen und von Gesandten der Republik, welchen zur Erhöhung ihrer Pension ein Tabaksbureau verliehen worden ist. Bon den „ hundert Beispielen, die ich anführen könnte, wenn mein Gedächtnis besser wäre, fällt mir im Augenblick nur die Witwe des im Sudan von dm Hauptleuten Boulet und Chanoine ermordeten Obersten K'lobb ein, der ein solches Bureau zur Entschädigung für den Verlust ihres Gatten gegeben tinrrbe. Natürlich brauchen diese Leute nicht selbst im Laden zu sitzen und die Kimdeit zu bedienen. Es genügt, wenn sie den Profit einstecken, und gewöhnlich einigen sie sich mit einem Unternehmer, der ihnen dafür eine bestimmte jährliche Summe ablieftrt. Nun bedenkm Sie alles, was ich Ihnen da erzählt habe: der billigste Tabak kostet 10 Mark das Kilo, eine halbe Stunde können sie laufen und suchen, bis Sie einen Laden finden, int Laden werden Sie unverschämt und schlecht bedient, den Tabak, den Sie eigentlich haben möchten, können Sie überhaupt nicht bekommen — das alles bedenkm Sie und sagen mir bann, ob es Ihnen nicht besser geht trotz der drohenden Erhöhung der Tabakssteuer. Seien Sie also friedlich, zahlen Sie gütlich und trösten Sie sich 'mit dem größeren Leiden des Nachbars. * In zwei Minnten von Frankfurt a. M. nach München — dieser Weltrekord, der wohl kaum gebrochen werden kann, wird auf dem Ersten deutschen Automobil-Ball, den ein Sportwitzblait am 7. Februar int „Neuen königl. Opern-Theater" zu Berlin veranstaltet, viel zum Amüsement der Besucher beitragen. Das Fest wird in humoristischer Form den Berlauf der nächstjährigen Herkomer» Konkurrenz parodieren. Vom ersten Saale, der den Start in Frankfurt a. M. in naturgemäßer Weise vorstellt, werden elektrische (geruchlose) Automobile nach dem Hauptsaal München fahren und so den Weltrekord aufstellen. e Ein Orchidee, bieroie eine Bulldogge aus» sieht, ist der neueste Triumph der Blumenzucht, die auf der großen Blumenausstellung, die in London eröffnet wurde, allgemeine Bewunderung erregt. Man findet diese’ Aehnlichkeit in dem eigenartigen Aussehen ber Blüte, die fast vollkommen rund ist, eine für eine Orchidee sehr merkwürdige Erscheinung. Auch die Stellung der Kelchblätter und die Breite der Blütenblätter unterstützen diesen Eindruck. * „Prinz essin Alices" H o chz ei tsge sch enke. Aus Newyork wird berichtet: Die Amerikaner, diese guten Demokraten, erleben jetzt eine Sensation, an der sie sich für das Fehlen fürst- lichm Glanzes! in tfrecm svnst so vollkommenen Lande schadlos 64 Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'ichen Unlversttäts-Buch- und Steindruckeret. R, Lange. Dießen« übertrage». * Die beiden reichsten Leutedcr Wett sind Amerikaner, yantteS, natürlich: ist doch Nordamerika allgemach das klassische Land der Riescn- vermögcn geworden. Washingtons GeburtZstaat, Virginia, wurde einstmals die Wiege der Präsidenten genannt; jetzt aber kann man die ganze Union „die Wiege der Milliardäre" nennen. Nirgendwo blühen die Riesenunier- nehmnngcn derart, wie in Amerika; in gefährlicher Weise haben sich die Trusts entwickelt; aus der sormcllcn Demokratie droht eine kapitalistische Oligarchie zu werden. In der amerikanischen politischen Literatur der letzten Jahrzehnte spiegelt sich die Furcht vor den Folgen einer übermäßigen KapitalSkonzentartion wieder; Bcllamh zwar in seinem vielgelesenen, ja Verschlungenen „Rückblick" betrachtete die Kapitalskon-emration trotz aller ihrer Schattenseiten als die Vorstufen einer harmonischeren Gesellschasts- orduung; Donelly dagegen zeichnete in seinem Roman „CäsarS Denkfaule" ein fürchterliches, dock realistischer Darstellungskraft nicht ermangelndes Schaucrgemälde von dem Untergang der Kultur, den nach seiner Meinung die Anhäufung der Riesenvermögen im Gefolge haben muß. Seitdem freilich hat man gelernt, nüchterner zu denken; die mächtigen Arbeiterorganisationen bilden sich zum Gegengewicht der Kapitalsmagnaten, aus und die Gesetzgebung, nicht unbeeinflußt vom tatkräftigen Roosevelt, beginnt, obwohl schüchtern noch und tastend, den Mißbräuchen der Trnstentwickelung entgegcnzntreten. Immer aber noch bleibt Amerika das Land der Milliardäre; New-Uork die Siadt und die berühmte „fünfte Avenue" die Straße der Milliardäre. Bergwerke, Eisenbahnen, Eisenwerke, Zucker, Petroleum, Zeitungen sind „vertrustet" und im Besitz der ungekrönten Kapitalskönige, deren Reichtum, ja deren reale Macht manches gekrönte Haupt in den Schatten stellt. Sin der Spitze der amerikanischen Milliardäre, der Carnegie, Schwab, Astor, Morgan und wie sie sonst heißen mögen, marschiert John Nockescller, derPetroleumlönig. Seine jährlichen Einkünste — seine Einkünste wohl verstanden, nicht etwa sein Vermögen — belaufen sich auf sage und schreibe 160 00000V — einhuiidertsechzig Millionen — Mark. Die reichste Frau der Welt, Rockefellers Landsmännin, Frau Hel»; Green, muß sich schon mit einer beträchtlich kleineren Summe jährlicher Einkünfte, nämlich mit zehn Millionen Mark, zufrieden geben. Auch Fürs Haus. * Gegen knarrende Stiefel. Zn den kleinen Leides des menschlichen Lebens gehören anch di« knarrenden Stiefel.. Nicht allein machen sie den Träger selbst ängstlich und unsicher, indem sie .ihm das Bewußtsein geben, daß er die Aufmerksamkeit in ärgerlicher Weise aus sich lenkt, sondern sie beleidigen auch die Nerven unzähliger, ganz unschuldiger Leute. , Erklärungen für den Uebelstand sind schon in großer Zahl geschrieben worden. Die Einen behaupten, die Stiesel knarren, wenn sie nicht bezahlt sind, und überschätzen damit ganz entschieden -die geistigen Fähigkeiten dieser Kunstproduktivn, andere schieben das Knarren auf die Schlechtigkeit des Leders und unterschätzen damit die Zuverlässigkeit des Schuhmachers, der sie als beste Arbeit vom besten! Material verkaufte. Sie haben beide Unrecht, denn das Knarren hat weder mit der Zahlung noch mit der Güte des Materials etwas zu tun, vielmehr sind seine Ursachen folgende: Jede Stiefelfohle ist aus zwei verschiedenen Ledersorten gebildet. Benn Gehen reiben sich diese aneinander, trotzdem sie fest zusammengenäht sind, und daher entsteht das Geräusch. Mancher Stiefel knarrt anstatt an der Sohle an der Ferft^ dann kommt dies' von dem sog. Steifledcr, d. h. trott dem Material,, das eingelegt wird, tun die Ferse steif zu halten. Sobald diese lose sitzt und beim Gehen bewegt wird, entsteht das knarrende Geräusch. Das beste Mittel dagegen ist, daß man die eine Sohle herauSnchmen und zwischen beide Schichten etwas Weiches einlegen läßt; ist die Ferse schuld, so miß man ebenfalls die Oberschicht, d. h. das Afterleder entfernen, etwas Talkum einstreuen, und dann das. Steifleder herannähcn lassen, so daß die Reibung vermieden ward. Ein viel einfacheres, aber nicht immer unfehlbares Mittet ist, daß man krmrrende Stiefel 24 Stunden lang in Oel oder Petroleum stellt. _ * Ausbessern von Bettdecken. Werste Prkee-Bett- becfen' kann man sich nach einem in der praktischen Wochen, chrrft „Fürs Haus" mitgetertten einfachen Verfahren jahrelang erhalten durch Aufsteppen eines neuen Stofflappens, worauf große Brichstaben gestickt werden. Gerade in der Mitte werden die Decken durch das tägliche Auf- und Älbdecken so dünn rind schadhaft, daß sie bald unbrauchbar werden würden. Die cme Teck« erhält den AnfarigSbuchstaben des Namens des Hausherrn, dre andere den der Hausfrau. davon läßt sich schließlich einigermaßen anständig leben. Bemerken wolle« wir übrigens, daß Frau Hetty Green zwar Witwe, aber einer Wiederverheiratung durchaus abgeneigt ist, daß es also keinen Zweck hat, ihr mit — HciratSanträgen zu kommen. Man büßt dabei nur das Porto ein. halten. Alice Roosevelts Hochzeit mit dem Kongreßnntgked Lvng- tvorth steht bevor, und dieses Ereignis beherrscht das allgemeine Interesse durch das gaiize Land. Alle Vorbereitungen ivcrden von der Presse mit Sorgfalt verzeichnet, und vor allem kann man sich nicht genug tun in den Schilderungen der zahllosen und kostbaren Geschenke, mit denen die Braut überhäuft werden wird. Der Verlobungsring, der Diamanten von nngewohnucyer Eröste besteht, ist von einem Juwelier in Washington gekauft. Der Preis soll, wie mit lAeheimnisvoller Miene versichert wird, ganz ungeheuer lwch sein; aber "iemand kennt ihn gernm, der Juwelier ist verschwiegen wie baS Grab. Eme Anzahl Hochzeits- geschenke, darunter mehrere goldene Präsentierteller, smd bereits im Weißen Hause eingetroffen. Die Mitglieder dA beiden Familien Roosevelt und Longwvrth schenken nur Scymucksachetl. Der Präsident selbst wird seiner Tochter neben anderen Geschenken ein Stirnband mit Diamanten überreichen Mer auch der Kaiser von Japan befindet sich unter den Geschenkgebern: er scyrckt durch den neuen japanischen Botichaster eme Gabe,, über die aber noch nichts Mheres verraten wird. Dl« Hochzeit wird mit großem Gepränge gefeiert tverden. Am Hochzeitstage ivird em Empfang stattsinden zu dem 5000 Einladungen ergehen werden. Die Form dieser Einladungen war schwierig; aber der Zeremouien- mcister, der die Etiketteftagen im Weißen Hause ficyer zu regeln weiß, entschied dahin, daß auf den Einladungen geschrieben wird: Mr lind Mrs. Roosevelt bitten um das Vergnügen, ihre Freunde anwesend zu flehen". Die Einladungen tragen den goldenen Adler, das Privatabzeichen des Präsidenten, das er mir gebraucht, während er im Amte ist. . * Ein pfälzischer Pfarrer als Borsahr bour- ' " " ' "in Ena von Batten- bonifcher Könige. ~~..... - - - ■ ■■ ■ ■ ■. berg die Gemahlin Alfonsos XIII. wird, können längst verblichene pfälzische Landpfarrer den Anspruch auf eine» Platz m der Ahnengalerie künftiger spanischer Könige erheben. Der Prinzessin Vater Prinz Heinrich von Battenberg War ein jüngerer Sohn des als süddeutscher Bundesfeldherr von 1866 bekamiten Prinzen Alexander von Hessen und der russischen Hofdame Komtesse Julie Hauk«. Die Gemahlin dieses hessischen Prinzen Alexander aber war die Tochter des polnischen Grafen Morttz Hauke — des Kriegsministers des ehemaligen „Kongreßpolen". Graf Hauke war von ursprünglich deutscher Herkunft und der Nachkomme evangelischer Pfarrer in der Pfalz. Er blieb selbst zeitlebens evangelisch und ließ seine Kinder in derselben Konfession erziehen, was dann die Vermählung seiner Tochter mit dem lutherischen Prinzen Alexander von Hessen erleichtert hat. Jetzt freilich wird die Enkelin dieses Ehepaares als Königin von Spanien den römisch-katholischen Glauben annehmen müssen, und ihre Patin, die vormalige französische Kaiserin Eugeine, hilft ihr den Uebertritt erleichtern. Jene vielgeprüfte frühere Souverünin hatte die englische Prinzessin Beatrix als künftige Schwiegertochter betrachtet, wenn ihr und Napoleons III. einziger Sohn einmal französischer Kaiser werden sollte; aber bekanntlich siel der 23 jährige Prinz am Pfingstsonntag 1879 als engt. Offizier in Südafrika bei einem Streifritt gegen die aufständischen Zulus. Die Kaiserin hat dann ihre Liebe auf die Kinder der Prinzessin Beatrix aus jener battenbergischen Verbindung HNmsrLMsches. Wink. Gattin: „Dein Prinzip, Paul, ist es doch, immer jeden Raum auszunützen . . . und in meinem Kleiderschranke da ist noch für ein neues Kleid Platz!" Eine V e r st ä n d i g e. Auktionator zu einer Dame: „Nun kommt ein Kleid dran, welches Marie Antoinette einst trug!" — Dame: „Das habe ich mir schon angesehn, aber es ist mir doch ein bissel zu sehr aus der Mode!" D a r u m. A., zu B.: „Wie, du kannst Rezepte lesen?! . . . Hast du denn mal Medizin studiert?" - B.: „Nein ! ... Aber mit Hieroglyphen habe ich mich früher mal besaßt !" Humor des Auslandes. * Der Gast: „Das hat aber lange gedauert mit dem Kaffee. Was haben Sie denn ft> lange gemacht?" —Kellnerin: „Nun, wenn Sie es wissen müssen, ich habe einem alten Herrn m de» Ueberzieher geholfen, drei Herren auseinandergesetzt, daß ich sie am Sonntag nicht treffen könne, meine Kündigung erhalten und einen Heiratsantrag abgelehnt. Das ist doch wohl ein ganz anständiger Rekord für vier und eine halbe Minute, nicht wahr?" Magisches Dreieck. Nachdruck verboten. __________________ In die Felder nebenstehender "Figur sind I die Buchstaben aaffffhhnnoorr _____! t derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten ----- Reihen gleichlautend Folgendes bedeuten: ____ 1, Einen Baum. 2. Name mehrerer Strandseen. --- 3. Unbestimmtes Zahlwort. 4. Teil von Obersranken. — 6. Einen Buchstaben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: l(me — Pippin — Heine — Inn — «ehege — Eppingen — Nept — Innig — Egge; Iphigenie.