UW a |>_||bm igl» Jin h'Eföö ^'bJ/jlnqWr Wc®ÄUt fl Mittetkose Mädchen. Roman von H. Ehrhardt. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Der häßliche Offizier hing immer mit seinen blaßblauen Aligen an Ruths edel gefchnittener Profillinie. Sie saß ahnungslos, daß sie so scharf beobachtet wurde, neben der jungen Schwester, die in einem Album nach einer Photographie suchte. Das Helle Gaslieht bestrahlte hell den tiefschwarzen und den lichtblonden Mädchenkopf, die Wirkung jedes einzelnen reizvoll heroorhebend. „Ich sah selten zwei schönere Menschenkinder!" bemerkte Bittner in aufrichtigem Entzücken. Trautendorf nickte, indem sein aufleuchtender Blick zu seiner reizenden Braut hinüberflog. „Sie sind beide zur Liebe geschaffen, sie hätten nicht nnbegehrt verblühen dürfen. Aber nun sag' mir rasch, ehe wir zu Tisch gehen — was weißt Du von Hammer — von Ruth?" Er zog den Freund unwillkürlich in eine Zimmerecke möglichst weit aus dem Gehörkreis der Damen und nahm ihn dort am Nockknopf seines tadellosen Zivils. „Mensch, nun erzähle." Es gibt nicht viel zu erzählen — ich weiß auch nichts positives, aber wenn ein Maler wie ein Fieberkranker rastlos cm einem Bilde malt, ohne daß er dazu ein lebendes Modell vor sich hat und die Züge der Hauptfigur eine frappante Aehnlichkeit mit einer Dame zeigen, die in diesem Falle Deine Schwägerin ist — wenn derselbe Maler die Weiber flieht, weil er ganz offensichtlich eine große Leidenschaft für eine davon mit sich herumschleppt — wenn die Braut eines anderen sich um eine Aussprache mit ihm bemüht und sich schließlich als Schwester des schönen Modells entpuppt — da müßte man doch ein Rindvieh sein, um nicht Lunte zu riechen." „Still, um Gotteswillen, die Tarnen werden aufmerksam!" sagte Trautendorf halblaut, Suse innig zunickend, „tu mir bloß eine Liebe und sprich bei Tisch recht viel Gutes von Hammer, erzähl' auch von dem Bilde — wcnns nichts nutzt, schaden tuts nicht." Bittner brummte eine gutmütige Einwilligung und trat dann unbefangen auf die Hausfrau zu, die auf einige Minuten das Zimmer verlasfen hatte und eben wieder zurück- gekehrt war. „Sie erwarten Ihren Herrn Gemahl in wenigen Tagen, gnädige Frau?" Boll Staunens sah er den freudigen Glanz in den ernst so kühl dreinschauenden Augen, die Frau v. Brockhaus zu ihm emporrichtete. „Ja, endlich!" sagte sie, und die duftige Crtzpeschleffe auf ihrer Brust zitterte unter einem tiefen Atemzug, „es war eine schwere Trennungszeit." „Ihrem Gatten brachte sie aber neue Ehren und vollste Anerkennung seiner Verdienste — ich glaube, gnädige Frau werben am längsten hier in Berlin gewesen sein ---das Regiment ist Herrn von Brockhaus in allernächster Zeit sicher —* „Für meinen Mann freute michs ja — es töte mir nur weh, mich von den Kindern zu trennen", sie wies auf Suse und Trautendorf, die Hand in Hand neben Ruth standen und ihr soeben die Bedeutung des Täfelchens über „ihrem" Sofa erklärten, „es geht doch nichts über zwei Menschen, die sich lieb haben. Machen Sie's Ihrem Freunde bald nach, Herr Oberleutnant." Der sagte nicht: „Ich werde mich nie verheiraten." Er lachte nur halb verlegen, halb wehmütig zur Ank- roort — aber in seinem Herzen klang die Stimme, die ihm verhieß, daß'er einsam bleiben würde. Betty erschien jetzt. in der sich weit öffnenden Tür zum Eßzimmer und meldete der Hausfrau, daß serviert sei. Bittner bot der schlanken blassen Frau neben sich den Arm, während Trautendorf lachend mit den beiden schönen Schwestern folgte. Bei Tisch kam Ruth neben den rotblonden Offizier zu sitzen, der Schwester gegenüber. Die kleine Tafel war überreich mit stark duftenden Maiglöckchen geschmückt. Ruths Kopfschmerzen, die sie selten ver- iießen, ineldeten sich verstärkt, das Sprechen wurde ihr schwer. In dem kleinen Kreise war die Unterhaltung so allgemein, daß ihre Schweigsamkeit nicht auffiel. Die , beiden Herren trugen den Löwenanteil der Unterhaltung. Sie waren beide weitgereist und jeder verstand in seiner Art fesselnd davon zu erzählen. . Plötzlich horchte Ruth, aus ihrer Lethargie durch die Nennung eines bekannten Namens emporgcfchreckt, auf. Ihre L>and, mit der sie eben das GlaS Wein zum Munde geführt hatte, zitterte so, daß der feine Kelch gegen eine nahestehende Blmucnvase klirrte. „Ja, ich muß sagen, daß der Aiifenthalt in Rapallo mir erft durch diese Bekanntschaft so recht genußreich wurde", klang die ruhige Stimme ihres Nachbars wieder, „die Natur ist ja unvergleichlich schön dort, ober ich brauche immer einen sympathischen Menschen zi>m Verkehr, um mich an einem Orte wohlfühlen zu können und Willy Hammer ist nicht nur 370 der interessante Künstler, sondern auch ein wirklich sympathischer Mensch, ernst und gediegen — ich hörte hier mit Staunen, daß man ihn den „tollen Hammer" nennt — allerdings wurde mir zugleich gesagt, daß er den Namen seit Jahresfrist mit Unrecht trüge." Suse, der Ruths Erschrecken nicht entgangen war, wollte soeben das Erlebnis des Nachmittags ausplandern und dabei ebenfalls eine Lanze für den schlecht beleumundeten Maler brechen, als ein warnender Blick Trautendorfs sie davon zurückhielt. Sehr rasch, aber völlig harmlos, siel der junge Offizier dann ein: „Meine Schwägerin weiß Dir gewiß auch nur Gutes von Deinem neuen Freunde zu erzählen, Bittner, sie war nämlich kurze Zeit seine Schülerin." Er wandte sich Ruth zu, die leichenblaß geworden war und mit nervösen Fingern ein Stückchen Brot neben ihrem Teller zerkrümelte. Sie schien seine Worte überhört zu haben, denn von ihren farblosen Lippen kam keine Antwort, kein Laut irgend welcher Zustimmung. Es war, als sei sie nahe daran, ohnmächtig zu werden. . , Meta wollte eine besorgte Frage tun, da sagte Bittner, der ihre Absicht wohl bemerkt hatte und dem schönen Mädchen neben sich über eine peinliche Situation hinweghelfen wollte, unbefangen, sich halb zu dem Kameraden, halb zu Ruth wendend: „Ich dachte es mir wohl — denn ich habe in Rapallo bereits ein Bild von dem gnädigen Fräulein gesehen." Die ruhige, offene Art, mit der er diese Tatsache meldete, gab der Angelegenheit einen so harmlosen Anstrich, daß niemand böswillige Vermutungen hätte daran knüpfen können. Suse stieß nur einen leisen Laut der Ueberraschung aus. „Ein Bild von Ruth?" „Ein Bild von mir?" wiederholte Ruth, sich in ihren Stuhl zurücklehnend, als brauche ihr Körper eine Stütze. Ein Helles Rot stieg langsam in ihr schmales Gesicht. Sie hielt die Augen gesenkt, um den Blicken auszuweichen, die an ihr hingen. Der blonde Offizier wollte soeben den Mund zu einer Erklärung öffnen, als Betty in der Tür auftauchte, um das Dessert zu reichen. Er schwieg etwas verlegen. Suse löste die momentane Spannung, indem sie mit ihrer frischen Stimme rief: „Ist es ein großes Bild? Und was stellt es dar? Das", ein bezeichnender Blick traf das bedienende Mädchen, „können sie uns ruhig erzählen, Herr Oberleutnant." (Fortsetzung folgt.) 157 Hags Korsischer Aauörnölder. Erinnerungen an Korsika. Nach eigenen Erlebnissen ausgezeichnet von Adolf T i e in a n n. (Nachdruck erwünscht.) (Fortsetzung.) Diese Bitteren Stunden wurden noch bitterer bind) ein furchtbares Buch, das ich, unbekannt mit dem gräßlichen Inhalte, mir von einem Londoner Freunde verschrieben hatte: Dickens' „Barnaby Rndge, a tale of the Mots, of Eighiy", den einzigen Band Dickens, den ich noch nicht gelesen hatte. Alles andere: „The Posthumons Papers of the Pickwick Club", ,,'A Christinas Carol", „The Chimes", „The Cricket on the Hearth", „The Battle of Life" wären geeigneter gewesen, als diese Geschichte, in der in Dickens anschaulicher Weise die Todesfurcht eines zum Tode verurteilten Henkers über mehrere Kapitel geschildert wird, der früher sich nie genug damit brüsten konnte, mit welcher Virtuosität er seine vielen Verurteilten abgefertigt hatte. Dazu Aufruhr über Aufruhr, Mord, Brandstiftung, die Katholiken edle Märtyrer, die meisten Evangelischen Schufte. Gegen Ostern erhielt ich in 'Ajaccio von Herrn Pastor Schmidt aus Cannes dessen Buch „Der Heiland im Sterben", das mich die heilige Zeit einigermaßen genießen ließ. Sehr anregend wirkten wieder Wilhelm Raabes „Hungerpastor", „Aus der Sperlingsgasse," und „Unseres Herrgotts Kanzlei", sämtlich mir schon bekannt, aber dennoch wiederholt gern gelesen, letzteres sinnig und kernmagdeburgisch, mir vom Verleger gütigst dediziert. Nicht schmeckte mir später in Bastia, müde und abgemattet, wie ich war, Kingsleys „Hy- pathia", deren philosophische Betrachtungen mich kalt ließen, ja langweilten. Auch Alys „Wolkenkuckucksheimer Deknme- rone", so sinnig das Buch ist, war mir unverständlich. Dagegen täuschte mich, den alten Klosterbruder", „Der Herr Propst und seine Leute", Erinnerungen an das Kloster „U. L. F." über einen Tag trüber Gefangenschaft sehr glücklich hinweg. Bechsteins „Tolles Jahr von Erfurt" war mir teils zu breit, bald zu romantisch holdselig, bald zu gräßlich. Sienkiewicz' „Quo vadis", das mir mein intimster Freund zu Weihnachten nach Ajaccio gesandt hatte, war meine erste Lektüre im Gefängnis. Dieser Umstand wurde vom Advokat Campiglia sofort in der Ajaccioer Zeitung verkündet. Wie anders war es doch gekommen, hatte ich mich doch darauf gefreut, das Buch etwa zu Ostern in Rom zu lesen ! Interessant wär auch „Kellners Weh und Wohl" von Pastor Schmidt, dem ähnlich wie Emil Frommel die Mission unter den Kellnern sehr am Herzen liegt. Im Kapitel: „Berufsgefahren" sind sehr interessante Selbstgeständnisse von Croupiers abgedruckt, die leider mir zu spät vor Augen kamen, um sie meinem Reisebriefe über Monte Carlo an- zufügen. Archenholtz' Geschichte des siebenjährigen Krieges machte mir Mut. Hatte der liebe Gott so oft und so wunderbar dem alten Fritz geholfen, so würde er mich auch nicht im Stich lassen. "Stifters liebenswürdige Erzählungen, Hedenstjernas lebhafte Novellen und die Birch-Pfeifferschen sentimentalen Schauspiele ließen mich bisweilen meine trübe Lage vergessen, und doch schämte ich mich der Lektüre der letzteren beiden. Auch von meinem Rechtsanwalt Cam- piglia hatte ich einen französischen Roman erhalten. Er fing aber mit einer Hundegeschichte so zynisch au, daß ich kaum anderthalb Seiten las und das Buch mit dem Bemerken zurückgab, daß man davon in Deutschland nicht einmal redete, was man in Frankreich durch den Druck verewigen zu müssen glaube. Atm 1. Mai bohrte mich mein Rechtsanwalt Campiglia zum zweiten Male an — die erste Anzahlung hatte er zum Karneval gebraucht. 'Als Bonapartist hatte sich _ der 22jährige für die Gemeindewahlen mit aufstellen lassen, aber Wahlen kosten Geld, aber er hatte keines. Wir hatten auf starken Zuwachs im „civilen Hotel" gehofft, aber außer den Tönen von verschiedenen Musikumzügen der verschiedenen Wahlgruppen in den letzten Tagen vor dem 1. Mai, und von dem Beifallklatschen am 1. Mai bei der Auffahrt der Gewählten oder zu Wählenden vor dem benachbarten Palais de Justice und von einem Demonstratiousabend- ständchen drang nichts in unser Gefängnis ein. Ebenso hatte ich Milch, um im Bilde der vache ä traire par tons zu bleiben, Fs. 50, lassen müssen, damit meine zwei Reisebriefe ans „Aus unseres Herrgotts Kanzlei" gegen Extragebühr in Französische übersetzt, zur Beleuchtung meines Charakters in einer Ajaccioer Zeitung wiedergegeben würden. Der Abdruck der ersten beiden Briefe unterblieb später, dafür wurde Reisebrief 3 kurz vor meiner Schwurgerichtsverhandlung veröffentlicht, aber ohne Nennung meines Namens, also zwecklos. Ein Vergnügen eigener Axt war das Rasiertwerden int Ajaccioer Gefängnis. Nach vielen Anstrengungen glücklicherweise zweimal wöchentlich erreicht, war es einfach furchtbar, obwohl es mit meinem eigenen Messer ausgeführt wurde. Der Ausübende war alles andere als ein Barbier. Ich fügte mich wie ein Lämmlein in die Prozedur, die fast eine halbe Stunde dauerte. Zwei Wärter paßten dabei auf, daß der Kerl mir nicht den Hals abschnitt. Wenig angenehm' ruhte es sich an seinen schmutzigen Hemdsärmeln oder dito Busen, je nach den verschiedenen Phasen der Manie pulation. Ein halbes Weißbrot, zirka Va Pfund schwerwär der Lohn der 'Arbeit. Heimlichem Ersuchen, mir für ihn Tabak, ohne den der Südländer nicht leben kaum zu bestellen, widerstand ich. Das Rasiermesser, welches wahrscheinlich von allen Wärtern im Ajaccioer Gefängnis benutzt wurde, mein Jalousietoilettespiegel und dies und jenes" war ständig die Bewunderung der Wärter. Ich bitt so schlecht, votl ihnen zu denken, daß sie schon gehofft hab cm ich würde um einen Kopf kürzer gemacht werden, sodaß sm aus meinem Nachlaß diesen oder jenen hübschen Gegenstauch der sich auf diese Weise nach Korsika vcirrrt hätte, billig 371 erstehen könnten. Rührend war es später in Bastln, als im Gefängnis, ich weiß nicht wodurch, Herauskam, daß ich Helfenbergcr Hühneraugenpflaster besäße. Ich bekam der Reihe nach von allen Wärtern teilnehmenden Besuch in meiner Zelle, bis ich endlich beim Wäschewechseln bei dem strengen Chef außer den vielen Büchern und Skripturen fast mein ganzes Inventar loseiste und hierbei auch jenes Pflaster mit auf meine Zelle schmuggeln und den Wärtern zur brüderlichen Verteilung übergeben konnte. Meine Behandlung von feiten des Chess des Gefängnisses und der Wärter in Ajaccio war später tadellos, nachdem ich mich mit ersteren gelegentlich der Jnstruktions- erteilung gehörig auseinandergesetzt und wir unsrem Herzen gegenseitig Luft gemacht hatten, und zwar so laut, als ob wir beide äußerst schwerhörig wären. Zum Schluß bediente ich mich als Uusrusuugszeichen einer mit aller Wucht zugeworfenen Gefängniszellentür, wenig anerzogener preußischer Subordination entsprechend. Die erste Nacht mußte ich in einer Zelle verbringen, durch deren zerbrochenes Fenster eiskalter Januar-Ostwind hineinblies. Es war ein Wunder, daß ich mich nicht auf den Tod erkältete. Ich hatte den Hut über die Ohren gezogen, um mich nur einigermaßen zu schützen. Daß ich mich 16 Tage nicht waschen und kämmen konnte, Ivar nicht die Schuld des Chefs, denn die in Freiheit dressierten korsischen Gefangenen wuschen sich Kopf und Körper auf dem Gefängnishofe unter dem Wasserhahn trotz der winterlichen Kühle. Einen Kamm kannten sie kaum, da sie kurzes, ungescheiteltes Haar trugen. Daß ein Kamm und Spiegel im Ajaccioer Gefängnis existierten, konnte ich feststellcu, als ich für das Pariser Verbrecheralbum photographiert wurde. Damit ich mich recht ähnlich frisierte, brachten mir die Wärter den Scherben eines , Spiegels und einen vollzähnig gewesenen Kamm herbei. Später genehmigten die hohen Ajaccioer Behörden, daß mir mein Reisegepäck mit den Waschutensilien aus dem Hotel in meine Zelle gebracht wurde, und nachdem ich mich gründlich rasiert, mit Seife mehrmals gewaschen und die Haare etwa eine Viertelstunde durch gekämmt hatte, sodaß mir die Kopfhaut wund war, fühlte ich mich nach Wochen wieder einmal als Mensch. Später fragte mich der Chef aus, ob ich damals nicht von der Breiten Salario- straße abgegangen wäre. Ich antwortete ihm darauf, daß, wenn man eine vierstündige Tour vor hätte, bei der es späterhin auf einem Maultierpfade steil zu steigen gäbe, man gleich am Anfang unnütze Sackwege unterließe. Außerdem hätte ich gar nicht gewußt, daß der Schuldirektor M. jenen Spaziergang beabsichtigt hätte oder sich dort befände. Selbst wenn ich ihn unterwegs noch auf der Salario- straße gesehen oder eingeholt hätte, würde ich ihn nicht jene Promenade des Pins hinaufbegleitet haben, ich hätte ihm vielmehr von diesem Spaziergange abgeraten, da die 'Aussicht oben verwachsen wäre und der Aufstieg in keiner Weise der aufgetoenbeten Mühe verlohnte. Ein andermal bemerkte mir der Chef, daß ich meinem Rechtsanwalt ruhig es gestehen könnte, wtznn ich ivirklich der Mörder wäre, denn die Advokaten wären eidlich verpflichtet, solche Mitteilungen zu bewahren. Mich würden Briefe an meinen Rechtsanwalt nicht amtlich geöffnet und durchgesehen. Ich erwiderte ihm, daß selbst meine geheimsten Briefe gelesen werden könnten, man dürste sich nur nicht über die Mn- sichten, die ich von den Ajaccioer Verhältnissen hegte, auf» regen. Er sollte doch endlich den widersinnigen 'Argwohn aufgeben. Ich hätte in Magdeburg eine bis auf Nähtische, Stiefelknecht und Fußbank komplette fünfzimmerige Wirtschaft und eine Bibliothek von mehr als 100 Bänden bei einem Spediteur lagern, außerdem 7500 Mark Anwartschaft auf ein fünfstöckiges Haus und ein Vermögen von über 50 000 Mark bei dem Magdeburger Bankverein hinterlegt, würde also über kurz öder lang nach Deutschland zurück- kehren. Es wäre unter solchen Umständen kaum anzunehmen, daßich solche Dummheit gemacht hätte, um mir inneren und äußeren Frieden zu stören. 'Auch würde keiner der befreundeten Professoren und Pastoren zu meiner Verteidigung einen Finger rühren, wenn mein Charakter die geringste Möglichkeit dazu Böte, daß ich den Raubmord begangen haben könnte. Jedenfalls sei es Bequemet, "an seine Bank ejine 10 Cents-Postkarte zu schreiben, „schickt wir sofort 1000 Franken", als sich erst einen Revolver und Munition zu kaufen, schießen zu lernen und einen alten, lieben Landsmann zu ersnorden, der, wie er mir erzählte, acht Kinder, die sämtlich noch von ihn: unterhalten wurden, besaß, also jedenfalls feine Reichtümer mit sich herum- schleppte (Fortsetzung folgt.) Komörrrg. Direkt von der Bahn gehts hinein in das Getriebe liebenswürdigen Kleinstadt und eines sashionablen Weltbadcs. _ ,e Hotels haben sich frisch heransgeputzt, sie fhtb von den hohen Preisen, die sie, da Homburg der Schauplatz des Gordon-Bennett- Rennens war, den Fremden auserlegt hatten, herniedergestiegen, sie harren der Gäste, die da kommen sollen, nnd für deren Empfang sie alles vorbereitet haben. Es ivar vielleicht nicht geschäfts- klug, aber immerhin erklärlich, daß die Homburger die Tage des Gordon-Bennett-Rennens, die ihnen reiche Gäste au§ aller Herren Ländern zuführten, nach Kräften aiisnützteii, beim gar mancher mag das, ivas damals in den Preise>r doch nur Ausnahme war, als Regel angesehen haben. Die Pflege des Rasensports in dieseni entzückenden Taiinusbad ist ein Verdienst der Engländer, ebenso die Errichtung des Golfklubs und eines hiermit verbundeneii Klnbhanses. Der Golfklnb bildete und bildet aud) heute noch ein Bindemittel zwischen England und Honiburg, fast jeder hier weilende Engländer gehört ebenso wie der vornehme Teil der deutschen Babegesellschaft diesem Klub an, der zu seinen Ehrenmitgliedern beit König von England», ben deutschen Kronprinzen, die Prinzen Adalbert und Joachim Albrecht von Preußen u. a. zählt. Homburg äst ein Jahrhuitderte altes Heilbad, seine Quellen, seine Bäder siiw berühmt und doch — Homburg ist in seiner Entwicklung als Weltbad stehen geblieben. Währeiid fast alle Bäder des Taunus imb des Rheins in den letzten Jahren einen Aufschwung genommen haben, ist für Homburg ein Stillstaiid zu verzeichnen. Ziffern beweisen auch hier. Int Jahre 1883 betrug die Frequenz 12 951, zwanzig Jahre später 12 4=49 Personen. Wen» auch England nicht mehr so bevorzugt wie ehedem, so kamt doch der Rückgang de§ englischen Besuches nicht ausschließlich diese» Stillstaiid veranlaßt haben. Der Kurdirektor Freiherr Albrecht v. Maltzahn, der seit Jahre» an der Spitze der Badeverwaltung steht, dem das Wohl des deutsch- englischeit Weltbades am Herzen liegt, und der, wenn es Homburg gilt, nichts verschleiert und beschönigt, sonderit alles offenherzig sagt und tut, ivas deut Gedeihen Homburgs bienen kamt, hat in einer „Denkschrift über bie Verstaatlichung be§ Homburger Kurhauses mutig klargelegt, tvoran bie Entwicklung dieses HeilorteS krankt. Honiburg steht nämlich, gleich Wiesbaden, unter städtischer Verwaltung, aber, ivas Wiesbaden, dieser reichen, ausblühenden Stadt, möglich ist, baS kann Homburg bie kleine, beschauliche Stabt, nicht, und barunt bekennt Freiherr von Maltzahn in seiner hauptsächlich für die dortigen Stadtväter bestimntten Denkschriit, daß Hombnrg nur bann einen Aufschwung nehmen könne, meint aus beut Stadtbad ein Staatsbad würde. Er legt dar, wie die staatlichen Bäder, tute Ems, Langenschwalbach, Schlangenbad, Oeynhausen unter diesem Regime sich entwickelt haben, und man erhält einen nicht uninteressanten Einblick in das Verwaltungswesen der königlichen Bäder, ivenn man erfährt, daß deut kleine» Staalsbade Nenndorf 671 000 Mark und dem großen Bade Oeynhausen 826 000 Mark in den letzten Jahren von der Staatsregierung an Subsidien geivährt wurden. Und so kommt es, daß z. B. Oeynhausen das alte Homburg an Besucherzahl überflügelt hat. Freih. v. Maltzahn erzählt, wie man, als am 31. Dez. 1872 bie Roulettekngel zmn letzten Male im Kurhause von Hornburg rollte, allgemein die Befürchtung hegte, baß bas Ende des Glückspiels auch das wirtschaftliche Ende des Badeortes bedeute. Und in der Tat sank die Besucherzahl, bie int letzten Spieljahre 21000 betragen hatte, int nächsten Jahre ans 9187. Aber allmählich wurde aus dein Spielbad ein Heilbad, das die Abenteurer, die Kokotten und ähnliche Elemente erfreulicherweise mieben; was aber in bem Spielbab Schönes und Prunkvolles entstanden war, ivie das iittim-vornehnte Theater, die großen Badehältser, vor allen Dingen aber das herrliche Kurhaus, das kant nun deut Heilbade zugute. Aber bie aus den Zeiten der Spielbank herrührenden Prachtstücke bedürfen einer Auffrischung und Modernisierung. Die Stabt Hornburg, der int Jahre 1873 ber preußische Staat bas gesamte Kurwesen, sowie einen von beit Spielpächtern Gebrüber Blanc aufgesammelten Kursoitbs von 800 000 Talern übergab, hat, ivie die Anlage des komfortablen Kaiser Wilhelm - Bades, die Erschließung neuer Brunnen und verschiedene Neueinrichtungen beweisen, für das Bad getan, was in ihren Kräften stand. Um ein Geschäft zu erweitern, tun es auf der Höhe zu erhalten, d. h. um es zeitgemäß auszugestalten, dazu gehört Geld, (Selb,, Geld, und schließlich soll auch ein Bad heutzutage wie ein Geschäft verwaltet werden, in das man Geld hineinstecken muß. Das Kurhaus, das eine veraltete, gesundheitsschädliche Lustheizimg besitzt, müßte eine moderne Dampfheizung erhalten, das Inhalatorium modernisiert, eilt Schwimmbad erbaut, die Erschließung einer heißen Quelle veranlaßt, der Hauptplatz am weltbekannten Elisabeth-Brunnen umgestaltet, das unter der vortrefflichen Leitung des Kapellmeisters 372 Schulz stehende Kurorchester vergrößert, das Theaierbudget erhöht werden, ebenso die nur 19 000 Mk. betragende Summe fiir Balle, Saisonseste, Illuminationen, Reunions ustv. Der Wunschzettel des Kurdirektors Freiherrn von Maltzahn enthüllt ein Stück hinter den Kulissen dieses deulfch-englifchen Weltbades, in dem gar manches tatsächlich innerlich und äußerlich der Renovierung bedarf. Homburg in all seiner Herrlichkeit, in all seiner wundertätigen Heil- krast reprnsidicrt ein entzückendes Stückchen Deutschland, das erhalten und in modernem Sinne verschönt werden muß. Reichen hierzu die Mittel der Stadt, die es an Opsersähigkeit nicht hat fehlen lassen, nicht nn§, dann hat der Antrag des Freiherrn von Maltznhn, Homburg möge ein Staatsbad iverden, volle Berechligung, beim" Hombiirq soll und muß uns in seiner ganzen Schönheit erhalten bleiben zum Wohle der Menschheit, die hier Freude und Genesung sucht. _ „ , , , , , , , TaS dem ausgestorbenen F u r st e n g e s ch l e ch t Ho m burg- H es sen geweihte Denkmal ivird voraussichtlich Ende August enthüllt werden, mid zivar in Gegenwart des Kaisers. Dieser bat übrigens kürzlich einen Saal im Homburger Schloß mit den Porträts der Landgrafen von Hessen-Homburg auSmalen lassen. . _ „ . , . _ Die Errichtung noch eines neuen Denkmals wird in Homburg geplant, ja sic ist schon gesichert, und die bei bett Herrscher, die sich zum Bau dieses Monuments vereint haben, sind Kaiser Wilhelnt und König Eduard von England. Es hat hiermit folgende Be- wandnis: . Die Kaiserin Friedrich hatte den Wunsch, der L a n d g r a f t n Elisabeth vonHessen, die als Tochter des Königs Georg III. von England geboren würbe und am 10. Januar 1840 gestorben ist, ei» Denkmal zu setzen. Landgräsin Elisabeth hat sich um Homburg ganz besonders verdient gemacht, imb die Errichtung eines Monuments für diese ihr verwandte Fürstin aus englischcut Königshause war der Kaiserin eine Herzenssache. Sie übergab int Jahre 1900 dem Kurdirektor Frhrn. v. Maltzahn zu diesem Zivecke 600 Mk. mit berAeußeruna, daß sie ihre Verwandten ebeiisalls für diese Sache interessieren wolle; der inzwischeit verstorbene Herzog von Cambridge steuerte ebenfalls 500 Mk. bei und der König von England erklärte während seines letzten Homburger Aufenthalts im Jahre 1901, daß er nach seiner Rückkehr die Denktnals-An- gelegenheit in die Hand nehmen wolle. Der König hat aber Homburg nicht mehr besucht. Während seines letzten Aufenthaltes in Biarritz (nb König Eduard bett Kurdirektor v. Malizahn zu sich und erklärte ihm, baß ihnt sehr viel daran liege, den Wunsch seiner kaiserlichen Schwester erfüllt zt> sehen; er betonte, daß bie Kosten für bas Denkmal nicht durch öffentliche Samutlmigen, fon- dern von den Verwandten der Latidgräfin Elisabeth, und zwar voin Prinzen von Wales, von der Großherzogin von Mecklenburg -Strelitz, vom Groß Herzog von Hessen und vont Herzog" von Sachsen-Koburg und Gotha zu erbitten resp. auizubringen seien. König Eduard stellte einen erheblichen Betrag in Aussicht, machte jedoch zur Bedingung, daß in erster Reihe Kaiser Wilhelnt hierüber Vortrag gehalten tverde, und betonte, daß er ohne den Willen seines kaiserlichen Neffen, der die Bestimmung über die Art der Ausführung und den Ort der Aufstellung deö Aiomunents haben müsse, nichts unternehmen würde. Der Kaiser gab sofort feine Einwilligung zur Errichtung des Elisabeth-Denkmals int Sinne der Kaiserin Friedrich und des Königs von England, beaustragte Frhrn. v. Maltzahn, lediglich von den genannten Fürstlichkeiten Beiträge zu erbitten, erklärte sich bereit, die etwa fehlende Summe zu zeichnen, und bestimmte, daß das Monument bie Landgräfin Elisabeth in ganzer Figur sitzend zeigen, daß es in Bronze gehalten sein und am Ferdinandsplat; gegenüber der englischeit Kirche errichtet und daß mit seiner unverzüglichen Ausführung der Berliner Bildhauer Gerlh beauftragt werbe. So gehen Kaiser Wilhelnt unb König Eduarb, da eS sichnm die Erfüllung eines Wunsches der Kaiserin Friedrich handelt, H and i n H a n d. Wie wundervoll liegt dieses Homburg, umgeben vom Kranz der sanften Höhen und der uralten, tvttrzigen Wälder, wie atmet hier alles Ruhe und Friedett, wie ladet hier alles 51111t Verweilen und zum Genießen ein! Noch gibt es int Kurhause von heute Beamte, die hier schon zu Zeiten der Spielbank angestellt waren und bett ganzen Rummel und Prunk miterlebt haben," aber sie fühlen sich jetzt wohl und sicher, und sie gedenken ohne Wehmut der versunkenen Pracht. Jin Roulettesaal, in dem es einff um Zehittausende ging, „gibts heute bas Pferdchenspiel mit 50 Pfennig Einsatz, und der glückliche Gewinner erhält fein Geld, sondern darf sich einen der zur Schau gestellten 3 Mark-Gegenstänbe aussuchen, in dem gleißenden Goldsaal, in dem dem Trente et quarante gehuldigt wurde, und der eigentlich eine neue Vergoldung redlich verdient, ist heute Terpsichore bie Herrscherin. All der Glanz ist verblichen und nur, was der Macht der Natur entspringt, hat auch hier seinen unvergänglichen Reiz bewahrt, und wenn man von der wie ein prächtiges Parkett in enteilt entzückenden Naturtheater aiügebauten Kurhausterrasse hinüber- blickt zu den von feinem blauem Dunst zart verhüllten Regionen de§ Taunus und deS Haardlwaldes, weint matt den herrlichen Park ttn warmen, strahlenden Sonnenlicht vor sich ansgebreitet sieht, dann empfindet man das Menschliche und das Ewige, das von dieser Stätte ausgeht. Alfred Holz bock im „Bert. Lok.-Anz.* Etwas über bemalte Bildsäulen. Unter dieser Sp-itzmarke schreibt Direktor E. Högg-Bremm in der Architektonischen Rundschan: In Bremen, wo der klassisch schöne Roland als Sinnbild bürgerlicher Kraft und Freiheit neben Lüder b. Bentheims berühmten Rathaus das Marktgewimmeh überragt, hat sich ein Unglücksfall ereignet, von dein die gierige Tageschronik weiter keine Notiz genommen hat: den Roland, den aus Quadern grün-grauen Sandsteins geschichteten mächtigen Riesen haben sie bunt bemalt. — Grund: Ursprünglich, vor so und so viel hundert Jahren, war dieser Roland auch bunt bemalt gewesen! Er fiel also demselben Gedankengang zum Opfer, aus dem heraus Jung St. Peter in Straßburg von oben bis unten angemalt wurde, der die Schönheit des „schönen Brumtens" in Nürnberg unter dicker Vergoldung erstickt hat und dem wir die tragikomischen Jnnenräume des Friedrich-Banes im Heidelberger Schloß verdanken. Als ob unsere Zeit nicht das Recht auf einen andern, feiner entwickelten Farbensinn hätte, als ihn das Mittel- alter besaß, dessen Farbenstimmungen uns eine Zeit lang, heute auch schon nicht mehr unbedingt — nur deshalb vorbildlich waren, weil wir sie vom „alles heilenden Zahn der Zeit" benagt und gemildert kennen lernten und in dieser abgedämpften und verwischten Art nachahmteit. Der Farbensinn deS Mittelalters war naiv primitiv. Der unsrige ist kompliziert, feinfühlig, jedenfalls entwickelter. Vor allem haben wir die Schönheit des Materials, der natürlichen Patina auf dem Baustoff erkennen gelernt, die das Mittelalter nicht gesehen hat, weshalb es wohl sogar; zu Mitteln griff, die den modernen Menschen empören, wie z. B. das Uebertünchen von Sandsteinfassaden und Aufmalen von imitierten Quadern und dergleichen mehr. Immerhin war dann Einheitlichkeit in einem solchen Vorgehen, die Farbenfreudigkeit tauchte alles in buntes Gewand, nickst nur den Roland aus dem Marktplatz, sondern auch die Häuser um diesen Platz herunt und die Menge, welche die Straßen und Plätze füllte. Wenn wir aber heute ein buntes Werk mittelalterlichen Geschmacks aufstellen, so steht es als grelle bäuerliche Vogelscheuche in dem saft farblosen Bilde, das u'itfer modernes Empfinden sich geschaffen hat. Die neuzeitlichen Bestrebungen, wieder mehr ausgesprochene Farbe in die Städtebilder zu bringen (erinnert sei an die Steiiizeug- fassaden in Hamburg), bewegen sich auf einem ganz andern Wege, als die des Mittelalters, und werden den Gegensatz nur noch steigern. — Also es ward beschlossen: Roland, den Riesen am Rathaus zu Bremen, wieder zu bemalen, die antiquarische Richtung triumphierte, die Leute praktischer Kunsterfahrung trauerten. Denn was zu erwarten gewesen, traf ein: als die Hülle von dem getünchten Standbilde fiel, da war der Riese mit einem Male um gut ein Drittel kleiner geworden. Es war gar kein Riese mehr, sondern eine bunte, sehr große Puppe! Und doch hatte man von den Fehlern anderer wohl etwas gelernt haben können. — In Bern, der Stadt der schönen Brunnen, hat nämlich das verirrte historische Gewissen schon früher Aehuliches verbrochen und alle diese entzückenden kleinen Meisterwerke ' der Bildhauer ainst vergangener Tage genau so knallbunt wieder angemalt, tote sie zur Zeit, als Holbein seine Fafsadenmalereieu schuf, wahrscheinlich ausgesehen haben. Schon hier ließ sich die unglückliche, ver- kleinerude, puppenhafte Wirkung, der Verlust des monumentalen Eindrucks durch diese Art von Uebermalung studieren und erkennen. In Bern sehen die Farben betrübend dauerhaft ans, in Bremen scheinen sie weniger wetterfest, und es iswzu hosten, daß das sehr regnerische Nordseeklima in ein paar Zähren den guten alten Zustand wiederhergestellt haben wird. Bis dahin haben wir dann wohl die retrospektive Krankheit vollends überwunden, die einer aufstrebenden Kunst unwürdig ist. Bilderrätsel. Nachdruck verboten. Ate' Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nuinmer: Fahnenflucht — Reinerz — Albatros — Nicolai — Luckervogel, Franz Liszt. Redaklionr Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«»