W H« Jjn 11« BD fflS Jem Wahren- Edlen, Schönen. Ein Großstadtroman von Fedor v. Zabeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ein Bekannter aus dem Spiritistenzirkel, Archivvat Lindemann, schrieb Priestap des längeren über ein neu entdecktes Medium, legte die durchgepauste Kopie einer Geisterhandschrift bei, erzählte von eigentümlichen musikalischen Phänomenen und bedauerte, daß der Herr Baron sich von den letzten Sitzungen ferngehalten habe. „Bedauere gleichfalls", murmelte Priestap mit zuckender Lippe, „Satans Macht war größer" . . . und er griff nach dem nächsten Briefe. Der kam von Imhoff. „Lieber Herr Baron", schrieb er; „jetzt komme ich zum letztenmale mit einer Einladung und dann nicht mehr. Denn dann wollen Sie einfach nicht. Also: morgen haben wir die Msicht, in den Grunewald- zu bummeln. Ganz entre nous. Machen Sie mit? Wenn ja, Wfahrt von meiner Wohnung aus präzise drei Uhr. Mlerschöustens Ihr ergebener Claudius Jmhosf." Das war aus einem der Briefbogen geschrieben, die Priestap einmal, vor fast anderthalb Jahren, Nina geschenkt hatte. Und der Briefbogen sprach nfU stärkerer Kraft, als es die Worte Imhoffs taten. Priestap schleuderte seine Decke fort und klingelte. „Telephonieren Sie in den Stall", befahl er Daniel, „Georg soll mit dem Landauer Punkt halb drei hier sein. Zur selben Zeit den Dogcart, Pfiff hinten drauf. . ." Daniel neigte den Kopf und ging. — Um die gleiche Stunde legte Imhoff im Bureau die Feder beiseite. Nur der dicke Giesecke saß ihm gegenüber und schrieb. „Kollege", sagte Imhoff, „ich denke, es gibt nichts mehr zu tun. Wenn Knappe kommt, geben Sie ihm diese drei Zettel. Er soll sich wählen, was er davon bringen will. Wollen Sie denn nun nicht endlich auch Ihre Premiere ankündigen lassen? In sechs Wochen sind wir so weit." Giesecke hob den starken Kopf mit der Hahnenkammtolle über den Schreibtisch. „Lassen Sie das meine Sorge sein, Kollege", erwiderte er. „Der Baumeister hat mir zuge- schworen, daß in acht Tagen die Bühne fertig steht, fix und fertig, bis auf den letzten Nagel. In acht Tagen werde ich also mit den Proben beginnen, und dann wird auch die Ankündigung erfolgen." „Zunächst, mein verehrter Herr Kollege, wird sich die Oper erlauben, mit den Proben anzufangen —" „Mein verehrter Herr Kollege, dann werden wir uns eben vertragen müssen." Die Oper probt vormittags und das Schauspiel nachmittags oder am Abend —" „Hahahaha", lachte Imhoff schallend auf; „mein verehrter Kollege, wenn Sie glauben, daß ich Tag um Tag meine Frühstunden opfern werde, da irren Sie sich ge- tyaltig!" " ' „Bitte", sagte Giesecke gleichmütig, „da proben Sie meinetwegen des Abends." „Wo andere sich nach des Tages Last und Mühen ihrer wohlverdienten Ruhe erfreuen — das würde Ihnen passen!" Giesecke schnellte in die Höhe. Er wurde kirschrot, und der gelbe Hahnenkamm sträubte sich sichtlich. „Da proben Sie gefälligst, wann Sie wollen", schrie er, „aber kommen Sie mir nicht in die Quere! Es ist eine Unmöglichkeit Herr Imhoff, mit Ihnen in Frieden zu leben! Sie suchen Hader, Sie suchen Streit; immer opponieren Sie, nie macht man es Ihnen zu Liebe; Sie find ein beständiger Quereler und alle Welt machen Sie sah zum Feinde. Lassen Sch mich fürderhin ungeschoren; wir sind geschiedene Leute!" Er warf ein eisernes Lineal wutklirrend auf den Schreibtisch und sestte sich wieder. Imhoff legte die rechte Hand in den Westenausschnitt/ reckte den Kopf in den Nacken und schaute sehr verächtlich auf Giesecke herab. „Mein lieber Herr", sagte er, „Sie ereifern sich unnötig. Daß ich ein Quereler sei, das hat mir noch niemand vorgeworfen. Wollte Gott, ich könnte auch einmal zürnen. Aber meine Gutmütigkeit ist mein Fluch. O ja, ich opponiere zuweilen; doch dann gilt es einer gerechten Sache. Die Oper ist alles; wir machen das. Haus; die Oper geht vor. Unter allen Umständen, Herr! Giesecke. Das Schauspiel ist nur Füllung, ist ein Requisit/ ein Hilfsmittel, ein Nebenbei. Es ginge ganz gut, daß Sie Ihre paar Proben in der Urania abhielten." Und wieder fuhr Giesecke auf. „Auch das noch! Es ist gut, Herr Imhoff, ich streite nicht mehr. Mein Personal klagt jetzt schon. Die von der Oper schauen hochmütig auf uns herab. Ich habe einen Verband' der gesamten Mitglieder des Prinz Ferdniand-Theaters begründen wollen, eine Genossenschaft im kleinen. Mein Idealismus gaukelte? mir ein schönes gemeinsames Wirken, ein Leben in froher Einträchtigkeit vor. Ihre Artistin will nichts mit dem Ballett zu tun haben; die Stiegler hat den Gruß von Fräulein Held unerwidert gelassen; Ihr großschnäuziger Tenor hat sich in unerhörter Weise über unseren ersten Komiker geäußert. Wollen Sie die Scheidung, meine Ber- ehrtesten — mir soll es recht sein. Wrr dienen der Kunst, nicht der Quarre." Imhoff zuckte zusammen. „Das Wort Quarre beleidigt mich nicht, Herr Giesecke. Es gehört einem Lexikon an, das mir fremd ist; es scheint einem Idiotikon entnommen zu sein. Ich wünsche sachlich zu bleiben. Daß die Musik die höhere Kunst r't, die weihevollere, keine mechanische Interpretation, darüber ist nicht zu streiten. Wollen Sie aber, daß die von der Oper kollegial und freundschaft.lch mit Ihren Schauspielern verkehren, so hätten Sie Ihr Personal nicht aus allen möglichen Provinzschmieren zusammen», trommeln dürfen. Auch wir kennen Standesunterschiede — o ja wohl!" Giesecke brauste nicht mehr auf; er wurde eisig kaU — 118 gest mit cüt Jastcnde Wölker, Eine Fästcnbetrachtung von Dr. I. Wiese. (Nachdruck verboten.) Wie in der katholischen Kirche, so finden wir bei vielen Völkern das Fasten, die Enthaltsamkeit von bestimmten Nahrungen zu festgesetzten Zeiten, vielfach als religiöses Gebot vor. IN seiner größten Ausbreitung und in seiner bis in das kleinste, selbst bis in das kindische getriebenen Ausbildung tritt es uns bet den Hindu entgegen. . Die meisten Hindu beobachten die vierten und die elften Tage eines reden Monats als die regelmäßigen Fasttage; an jenem soll während des Tages, an diesem während Tag und Nacht Nicht gegessen Werden; indessen gestatten sich viele Hindu des Nachts wenigstens Süßigkeiten. Nach der ganz strengen Vorschrift I Monogramm daraus war. Ter Brillantring tut mir heute I noch leid. Er hatte ein schönes Feuer und war von Friedländer." Die Liefegang nickte. „Hälfst ihn ruhig behalten soll'n, Nun, und das Armband auch. Sinn kommt er nicht wieder- wer weiß, wer heute den Ring und das Armband trägt." j n lieber diese unverständige Rede ergrimmte Imhoff sehr. | "Daura", sagte er, „ich frage Dich, könnte man über die I Liese gang nicht mannigmal rasend werden?! Wenn es nach | ihr ginge. . . aber ich schweige lieber. Murr, Du hast auf | kn ich M hören und auf die Mutter oder vielmehr die I Dante, wie Tu sie nennst. Ein anständiges Mädchen nimmt I teilte Schnmcksachen zum Geschenk an, es sei denn von ihrem I rechtmäßig Verlobten." »Ich kann lange warten, eh' daß ich einen Bräutigam kriege", entgegnete Nina maulend. „Und übrigens: die Boudotreinrichtimg vom Baumeister Hammer — da hattest Tu doch nichts dagegen, daß ich die annahm, Vater, und war noch kostbarer als ein Ring und ein Armband." „Ich habe mir nachträglich Vorwürfe genug darüber | gemacht," erwiderte Imhoff. „Es war aber weniger ein Geschenk für Dich als eine mir, mein Kind, zngedachte Dedika- tion: es war die Revanche für zahlreiche Gefälligkeiten, die ich Hammer erweisen durfte. Das ist immer noch etwas anderes. Nun geh hinaus und sieh nach, wer da ist; oder hat es nicht geklingelt?" „Ja, es hat geklingelt," sagte die Liefegang, „aber ist der Bureandiener nicht vorn?" „Dann würde ich Nina nicht zum Oeffnen schicken, Liese- gang," entgegnete Imhoff mit gerunzelter Stirn. Nina war auch schon davongesprnngen. „Liesegang, nun hole die Droschke," sagte Fran Laura bittend; „Priestap kommt in der Tat nicht mehr, was sollen wir noch warten!" Gehorsam hängte die Alte sich ein verschossenes Umschlagetuch um die Schultern. Aber da hörte man Nina auf dem Korridor rufen: „Vater! Vater, wer ist da?! Nun rate einmal! Ein Wildfremder. Ein Mann, den wir garnicht kennen!" Sie machte an der Küchentür eine Verbeugung und ließ Priestap eintreten. Imhoff empfing ihn mit offenen Armen, wie einen heimgekehrten Sohn; Frau Laura tief rauschte in die Kniee und ärgerte sich heimlich, daß Nina den Gast nicht in den Salon geführt hatte statt hierher in die Küche, und die Liefegang stellte sich deckend vor den Abstühltisch, auf dein es gräuelvoll aussah. „Nun sagen Sie, Herr von Priestap," rief Imhoff, „ist das eine Freude! Ich "hätte es kaum erwartet; ich fürchtete schon, Sie würden uns for ever untreu werden. Das ist meine Frau. Laura, der Baron Priestap: wir haben oft von ihm gesprochen —" „Ja," sagte Laura, „oft. In Claudius haben Sie einen ehrlichen, warmherzigen Freund, Herr Baron; das kann ich wohl behaupten. Er hängt sehr an Ihnen," „Ich leugne es nicht," gestand Imhoff. „Der Baron hat es mir angetan. Das hat er. Und er hat mich dafür grundschlecht behandelt. Schwamm drüber, Herr von Priestap! Daß Sie heute gekommen sind, betrachte ich sozusagen als Ausgleich. Ihre Hand, Baron Priestap: wir sind wieder die alten Freunde!" (Fortsetzung folgt.) • "^Jommt sicher nicht", wiederholte Nina, die auf m/’m fcch und sich langsam die Handschuhe anzog. &ut gemacht, mit dem Priestap. Alle seine J l)cifte ich ihm Zurückschicken müssen, bis auf das Briefpapier; das durfte ich behalten, weil doch 'mal mein und höhnisch; ein Zittern strich über den Hahnen kämm. „Sie vergessen eins, Herr Imhoff", sagte er, „vergessen die eigene Gattin. Trenenbrietzen und Züllichan sind mir lieber als das Theaterrestaurant in Oschatz. Eine erste Anstandsdame zwischen Bierneigen und Wiener Würstchen, zwischen Mostrichtöpfen und belegten Butterbroten ist kein schöner Anblick. Ich weiß nicht, ob da der feine Anstand verbleibt. Aber ich engagierte die Dame um Ihretwillen." „Herr Giesecke", versetzte Imhoff in ruhiger Würde, „es widerstrebt meinem Feinempfinden, Jhneii auf diese Anzapfung hin eine entsprechende Antwort zuteil werden zu lassen. Es ist auch nicht nötig. Fällt einmal eine Perle unglücklicherweise in den Schmutz, so verliert sie dennoch nichts von der Eigenart ihres Glanzes. Herr Giesecke, ich bitte, daß sich unser gegenseitiger Verkehr künftighin auf das notwendig Geschäftliche beschränkt." „Es ist dies seit langem mein sehnsüchtiger Wunsch", erwiderte Giesecke. Worauf Claudius Imhoff sich höflich verneigte. Auch Herr Giesecke stand auf und verbeugte sich Anstand. Imhoff ging an die'Tür, machte dort noch Kompliment und verschwand. Nina eilte ihm wirklich entgegen. Sie war schon in Hut und Jacke; die Jacke war neu und der Hut frisch auf- gepvtz't. „O Vater", rief sie, „wo weilest Du," was säumest Tu, nur harren Dein in banger Pein, o komm, o komm zu uns herein!" — Ta sich sie sein böses Gesicht. „Was bist Du denn so mürrisch, Alter?" Das fragte auch Frau Laura, die in der Küche einen kleinen Futterkober für die Landpartie znsainmenpackte; die Liefegang half ihr dabei. „Kinder", antwortete Imhoff, „Beim großen Apoll, war's Nicht um Euch, ich hätte mein Mandat dem Auf- l ftchtsrat längst zu Füßen geworfen. Ich sehe ein, unvereinbare Gegensätze lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Ein Haus für Oper und Schauspiel und Ballett, auch noch für Konzert, Vorträge und sonst was: das geht nicht Lcgon entsteht ein gräulicher Zwist von wegen der Proben i schon entbrennt der Hader, weil eine Muse die Nase rümpft über die andere. Und immer bin der Puffer i ch. Man rewt sich an mir. Ich bin mit Seeben und Rafaöli so gut wie zerfallen. Nun hat mir auch noch Giesecke eine Gemeinheit nach der anderen in das Gesicht geschlendert" „Liesegang", sagte Frau Laura, „es muß doch noch von , dem falschen Hasen da sein. Mach' schnell, belege damit die drei Brötchen, und Nina wickelt sie ein. Claudius, das ist immer so. Ach, du himmlischer Vater, die lieben Kollegen! Was wollte denn Giesecke?" „Er ist von niedriger Gesinnung", entgegnete Imhoff, „er ist eine gewöhnliche Natur." Frau Laura packte iveiter. „M ir soll er nicht kommen. Pniia, die Kognakflasche! Claudius, ich warte immer noch I Rolle. Es soll in dem Premierendrama eine I Rolle für Mich sein. Die Leseprobe wird es ja ergeben. I Claudius, kriegt die Vieweg die Rolle, und ich werde übergangen, dann kündige ich, eh' ich aufgetreten bin." _ "W gibt noch eine höhere Instanz als Giesecke", sagte Imhoff, mit ^uterep'e die Füllung des Eßkorbs beobachtend. | !e- W '^Ea, ich stehe hinter Dir. Was willst Tu, Kmd.? -eben heißt kämpfen. Auch meiner wartet I em schwerer Kampf. Ich habe die Bestallung als Oberregisseur Per Oper m der Tasche, und plötzlich fällt es Seeben etip bet „Quartier latin" selbst die Regie leiten zu wollen. „Was sagst Tu dazu?" J I meinte die Liesegang, „wenn Sie da I gleich mit Energie auftreten, vergeben Sie sich alles. es war zu meiner Zeit, da haben sich j gloei Regisseure, ich kann Ihnen die Namen nennen, es ioare.it I Hoppeitworth und Ermler, die haben sich auf der Probe I öeoprfetgt, so sind sie aneinander geraten. Zwei können keme Regie nicht führen." Direktor, Tu hast die Regie", sagte Frau Laura und schloß den Korb. „Ta gibt es doch kein Ver- inengehereit. Soll ich die Droschke holen lassen?" ^rnhoff zog feine Uhr. „Es ist noch nicht drei, Laura." | doch nicht""" toen luntteu wir denn noch! Priestap kommt — 119 für dieses Fasten ist sogar am zehnten Monatstage nur eine Mahlzeit ohne Salz und dann die nächste Mahlzeit erst am Nachmittage des zwölften Tages wieder gestattet. Ferner sind die Neu- und Bollmondtage gleichfalls Fasttage, jedoch wird die Beschränkung auf die Morgenmahlzeit an diesen Tagen als genügend angesehen. Nächstdem folgen die Fasten an gewissen Festtagen, beispielsweise an Kicischnas Geburtstag wegen der Leiden seiner Mutter bei der Geburt des Sohnes vom Anfang der Sonne bis Mitte des Nachts, zu welcher Zeit die Geburt vor sich gegangen sein soll — nur im äußersten Durste ist etwas Gangeswasser erlaubt, — am Festtage des Ganesa, des Gottes des Gewinnes, für welches fasten gleichfalls eine Legende eintritt, und an anbeteit Festen der Götter. Das Heraufkommen des Mondes, der am Feste des Ganesa in feierlicher Weise betrachtet wird, schließt meist die betreffenden Fasten. Zu diesen allgemeinen Fasten treten aber nun zahlreiche andere als Reinigung und Buße für die verschiedenen Vergehen gegen die Gebote des religiösen und des Sittengesetzes hinzu. Das gewöhnliche Bußfasten, das man alljährlich zur Sühne von unwissentlich begangenen Eßsünden vornehmen soll, ist das zwölstägige Fasten: in den ersten drei Tagen darf man nur einmal des Tages essen, in den drei folgenden nur einmal des Nachts, in den drei letzten muß das Essen gänzlich Wegfällen. Sehr zerknirschte Büßer haben mit diesen zwölf Tagen noch nicht genug, sondern fasten gleich das ganze Jahr, sodaß sie zum Skelett abmagern. Noch andere wissen selvst in das Bußsasten eine recht originelle Abwechselung zu bringen. Da ist zunächst das Essen nur an einem jeden dritten Abend während der Tauer eines Jahres, an jedem zweiten während dreier Jahre; das Essen erst an jedem vierten Abend wird als ein hochverdienstlicher Einsiedlergebrauch betrachtet. Bei unvorsätzlicher Tötung einer Küh und einem ihr gleichstehenden BerDechen dürfen wegen der erforderlichen dreimonatlichen Buße einen Monat lang nur in Wasser gekochte Gerstenkörner verschluckt, die übrigen zwei Monate hindurch nur jeden zweiten Abend wildwachsende Körner in geringen Mengen genossen werden. Drei Tage lang gekochte Gerstenkörner zu esseu, gilt als das geringste Bußfasten, doch dehnt sich diese Buße bei größeren Vergehen auch auf ein ganzes Jahr aus. Die „heiße Buße" besteht nach Carl Haberlandt „lieber Gebräuche und Aberglauben beim Essen", darin, sich nach einander je drei Tage mir von heißem Wasser, heißer Milch, geklärter! Butter, heißer Luft zu ernähren, oder nach einer anderen Verordnung je einen Tag heiße Milch, Butter, Wasser zu genießen und dann einen Tag zu fasten; die „schöne Buße" verlangt die BesFjränkung der Nahrung für je einen, in verstärkter Form für je drei Tage, auch Öelkuchen, Schaum von gekochtem Reis, Buttermilch, Wasser und gemahlenem Reis, nächstdein ein eintägiges volles Fasten. Sehr beliebt ist ferner die Tschandrahana genannte Buße; bei dieser beginnt man am Tage des Vollmonds bis 15 Mundvoll Speise und geht einen jeden Tag um einen zurück, so das; man nach Neumond fastet und dann ebenso wieder emporsteigt, oder aber man beginnt in umgekehrter Reihenfolge mit einem Mundvoll am Neumoudtage: „ersteres gleicht dem Körper der Ameise, der am dünnsten, letzteres dem Gerstenkorn, das am dicksten in der Mitte ist; größer als ein Psauenei darf aber der Bissen nicht geformt werden." Auf eine andere Art vollführt man diese Buße auch so, daß man einen ganzen Monat über nur 240 Bissen genießt, nach Belieben verteilt. Die Versagung aller Nahrung mit Ausnahme des Wassers erscheint bis auf die Dauer von 21 Tagen ausgedehnt. Ramasan geldi (der Ramasan ist gekommen!), so seufzt wohl jeder rechtgläubige Türke, wenn am Abend vor dem ersten Tage des Monats Ramasan die Kanonen donnernd über die Häuserreihen Stambul's dröhnen — das Zeichenzum Anfang des einmonatlichen Fastens, dem sich jeder richtige Moslem alljährlich unterziehen muß. Diese dreißigtägige Enthaltsamkeit wird gehalten znm Andenken an die Flucht Mohammeds' in die Wüste, (die sog. „Hedschra"), und endet mit dem großen Freudenfeste^ Beiratu. Das Fasten selbst ist äußerst streng: von Sonnenaufgang bis -Untergang ist der Genuß jeder Speise und jeden Getränkes untersagt (selbst kranke Leute können sich kaum entschließen, Arznei zn sich zu nehmen, ja, nicht einmal geraucht darf werden, was der Türke als besonders hart empfindet. Erst wenn die Sonne untergegangen, kann der Rechtgläubige Nahrung zu sich Nehmen, und daun gibt er sich ungezügelt den Freuden des Daseins hin: dies aber nur bis zehn Uhr (türkisch ungefähr sechs Uhr morgens); dann wird zum letzten Mal gegessen, aber von Sonnenaufgang an ist den ganzen Tag über völlige Entsagung geboten. Auf diese Weife beschränkt sich das ganze Leben int Fastenmonat Ramasan auf Die Nacht, denn die Tageszeit wird mit Schlafen und Nichtstun verbracht. Während der Ra- masanzeit sind tagsüber die Geschäfte geschlosfen. Ueberall herrscht Ruhe und selbst die ösfentlicheu Behörden arbeiten nur wenige Tage in der Woche und dann nur einige Stunden. Erst lange nachmittags werden die Geschäfte allmählich geöffnet, und der Türke bequemt sich, auszugehen. Hungernd, vom Durste geplagt, nach Tabakgenuß lechzend, mit halbgeöffneten schläfrigen Augen schleicht er dahin, bis endlich die Kanonen von der Kaserne Tvptschi-Kischla und Top-Kaue über, das unabsehbare Häusermeer der Riesenstadt! hinwegdröhnen und ein besonderes Echo an den llfeut des Bosporus wecken: die Sonne ist untergegangen, mit glückseligem Lächeln! führt der Türke die Zigarette zum. Munde und entzündet sie, darauf folgt ein Glas frisches Wasser, und dann erst begibt er sich zum Wendessen, „Jftar" genannt. Nach dem Jstar verrichten die Gläubigen ihr Gebet in den glänzend beleuchteten Moscheen, bann stürzen ste sich in den Strudel! der ost fehr fragwürdigen Genüsse, besuchen die Kaffees, rauchen den gurgelnden Nargileh bei einer Tasse Kaffee, bis gegen Morgen früh wieder Kanonenschüsse den Begimt des Fastens an» künden. Den Schluß der dreißig langen, schweren Fasten bildet, wie bemerkt, der Beiram, das größte Fest der Türken. Es läßt fich denken, mit welcher Aufregung die Jünger Mohammeds deut langersehnten Monatswechsel entgegensehen, der ihnen den Betram, den israelitischen Karneval, beschert. . . Wahrend in der römisch-katholischen Arche die früher außerordentlich strengen Fasten im Lause der Jahrhunderte eine Milderung erfahren haben, hat die orthodoxe russische Kirche sich wenig den Forderungen der Jetztzeit angepaßt. Wohl in keiner anderen Kirche sind die Fasten so häusig und werden so streng beobachtet, wie in der russischen. Weder das raube Klima des Nordens noch die Verweichlichung unseres Zeitalters haben jene Kasteiungen zn mildern vermocht, die zn einer ganz anderen Zett für einen ganz anderen Himmelsstrich ersonnen waren. An Stelle einer Fasten besitzt die russische Kirche deren vier. Die eine, dem Advent der römisch-katholischen Zeit entsprechend, geht Weihnachten voraus; eine andere, die große Fasten, fällt vor Ostern, eine dritte vor St. Peter, eine vierte vor Maria Himmelfahrt. Die Zahl der Fasttage beläuft sich wenigstens auf ein Drittel aller Tage des Jahres. Außer den Fasten und den Festvigilien gibt es noch zwei Fasttage in jeder Woche: Freitag, als Todestag des Erlösers, und Mittwoch, an dem er von Judas verraten ward. Die Griechen, die ja stets glücklich sind, wenn sie sich irgendwie von den Lateinern unterscheiden, finden es unschicklich, daß letztere zur Abtötung des Fleisches den Samstag dem Mitt- woch vorgezogen haben. Während der vier Fastenzeiten ist der Genuß von Fleisch unnachsichtlich verboten, ebenso der von Milch, Butter und Eiern. Kaum etwas anderes als Fisch und Gemüse ist gestattet, und das unter einem Himmel, der dem Gedeihen des letzteren so wenig günstig ist. Daher kommt es, daß die Russen zum größten Teil ein sischendes Volk sind. Zwar sind dst Fluß- und Meergewässer Rußlands so reich an Fischen, wie — außer in China — wohl in keinem anderen Lande, aber das flüssige Element liefert doch nicht Nahrung genug, und die Fischereien der Wolga, des Don, des Kaspischen und des Weißen Meeres reichen für diese Nation von Faslern nicht aus. Hering und Stockfisch spielen eine Hauptrolle _ in der Volrs- nahruug. Uebrigetis versagen sich diejenigen, die am strengsten nach den Vorschriften der Kirche leben, selbst Fischspeisen. Der Landmann lebt während seiner vier Fasteuperioden , fast ausschließlich von Salzfischen und eingemachtem Kohl, ähnlich wie die Mannschaft eines Schiffes auf langer Fahrt; und daher stellen sich auch bei ihm nicht feiten dieselben Leiden ein, denen der Seemann unterworfen ist, am häufigsten aber Skorbut. Die letzten Wochen der großen Fasten, die mit-bem Ausgange des Winters zusammentreffen, wo der Mensch am meisten einer festen kräftigen Kost bedarf, bringen denn auch die Ueberfülhmg der Hospitäler mit sich. Die Zahl der Kranken wächst und die Epidemien nehmen an Heftigkeit zu und das umsomehr, als auf die den Körper schwächende Fasten der „heiligen vierzig Tage" in schroffem Uebergange das flotte Leben und die Gastereien des Osterfestes folgen, während dessen das Volk sich nach den langen Entbehrungen gründlich schadlos zu halten sucht. Die St. Peler- und Mariä-Himmelfahrtssasten, die in die Zeit der großen Hitze und der Hauptarbeit fallen, fordern nicht weniger Opfer. Um wieviel erhöhen diese beiden Sommerfasten nicht die Sterblichkeit unter den ländlichen Arbeitern, die ihren Durst mit Kwasl löschen und deren Nahrung in Salzfisch und Gurken besteht!? Auch die Kopten, Marouiteii, Abessinier haben vier große Fasten, die sich bei den ersteren auf 28, 55, 31 und 15 Tage erstrecken; zudem treten aber bei ihnen ebenso wie bei den Griechen! noch der Mittwoch und der Freitag als mehr oder minder strenge Fasttage hinzu, sodaß die Zahl der Tage int Jahre, an denen keine Beschränkung hinsichtlich der Nahrung besteht, nur eine geringe ist. Die Behauptung ist nicht übertrieben, daß in den orientalischen Kirchen fast zwei Drittel des Jahres Fastengebote herrschen. Bei den Kopten erstrecken sich die Fasten indes nur von nachts zwei Uhr bis zur Beendigung des Nachmittagsgottesdienstes um drei Uhr. Als Kuriosität mag erwähnt werden, daß das Verweilen des Jonas int Bauche des Fisches beit Kopten ein dreitägiges Fasten zur Eriniternng an das unfrettotllige des Jvnas anferiegt hat. Die abessinische Kirche kennt auch etü hartes, schwer durchzuführendes Fasten, bte Kenona, bet dem drei Tage lang gar nichts gegessen Werden bars und iiiir tut äußersten Notfälle der Geniiß einer Zittone gestattet ist. Uebrigens darf man nicht denken, daß das Fasteit nur em „Privileg" der sog. Külturreligionen sei. Es begegnet uns sogar als religiöse Anschaniing bei manchen Naturvölkern. Will dev Zauberer bei den Zulus Offenbarungen der Geister entgegen» nehmen, so bereitet er sich durch Fasten vor, beim wie es bet ihnen heißt: „der sortwährend gefüllte Magen kann ferne geheimen Dinge sehen." Ehe im alten Peru der Priester sich der Gottheit nahte, mußte er sich durch mehrtägiges Fasten hierauf 120" zurück- Vövmrschtes^ Zell in ■ Meer" tiotoereitett. Die Chibchas fasteten, ehe sie die Gottheit uni etwas baten, ehe sie zum Kriege ausmarschierten oder an dre Feldarbeit gingen. Bei den Indianern am Urahali muh der Priester vor einem Kiiegszuge ein schweres Fasten in der Em- samkeit durchmachen. Bei manchen -Stämmen Gilianas unterziehen sich die Eltern vor der Geburt eines Kmoes einem strengen Fasten und. Wie schon bei den Griechen das Fasten zur Er- zeugnug prophetischer Träume imd Visionen ut Gebrauch War, so zeigen während des Fastens bedeutungsvolle Tranme dem inngen Znoianer, der mannbar erklärt wird, das Tier, /.nas sem ferneres Schicksal bestimmt, und den Ort, Wo er das meiste Wild antrifft. Soll marr zum Essen trinken? Von Dr. Hans Fröhlich. * Faulpelz e in der Tierw elt schildert Th. . beut' 4. Hefte der illustrierten Zeitschrift „Ueber Land und..... (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Merkwürdig viel Faulpelze — so lesen Wir da unter anderem — gibt es in der Vogel- Welt. Es ist z. B. eine bekannte Tatsache, daß der blitzschnelle Wanderfalk nicht nur sich selbst, sondern eine ganze Reihe anderer Raubvögel, namentlich die Gabelweihen, mit ernähren Muß. Ueberhaupt überrascht es, daß alle Edelfalken, Wenn sie sich angegriffen sehen, die eben gewonnene Beute wieder Weg- Werfen. Dies wissen die Bettler unter den Raubvögeln sehr genau. „Da sitzeir die trägen und ungeschickten Gesellen", schildert Naumann, „auf den Grenzsteinen oder Feldhügeln, geben genau auf den -Falken acht, und sobald sie sehen, daß er etwas gefangen hat, fliegen sie eiligst herbei und nehmen ihm ohne Umstände seine Beute weg. Der sonst so mutige, kühne Falk läßt, wenn er den ungebetenen Gast ankommen sieht, seine (Nachdruck verboten.) Schon Horaz singt: „Nunc est bibendunt", aber vom ©iTeit sagt er nichts. Freilich ist es.nicht nur zuträglich, sondern durchaus uötig, zum Trinken immer mal etwas zu essen, zum Nektar gehört auch Ambrosia. Umgekehrt ist es sehr bekömmlich, wenn mail zum Essen etwas trinkt. Dies, braucht Natürlich durchaus nicht Akohol zu sein. Schon Plinius sagt, daß es mager macht, Wenn man lange durstet und nie wahrend einer Mahlzeit trinkt. Gleich mit der Ouvertnre zur Mittagsmahlzeit, der Suppe, nimmt man ziemlich viel Flüssigkeit ent. Die Konsistenz und der Nährwert unserer meisten -suppen ist so gering, daß sie ohne weiteres als Getränk gerechnet werden können, ja inbezug auf ihren Gehalt an Nährstoffen hinter dem gleichen Quantum vieler eigentlichen Getränke zuruckbleiben. In der Regel sind Bielesser auch Vieltrinker. Wird beit starken Essern das Triiikeir verboten, so ist Gnen auch ent gut Teil des Genusses nm Essen verleidet. Darin liegt mit das Geheimnis der Erfolge des „SchWeningerus" bei den Fetten, die den Freuden der Tafel zu stark gehuldigt und sich auf diese Weise ihr Fett augemästet haben. Ein Schluck immer mal zwischen dem Esten latzt die spenen besser „rutschen". Und wenn der Appetit aus irgend einem Grunde schwach ist. Wobei nicht stets gerade der Magen, sondern sehr häufig die Nerven und das Gehirn die Attentäter sind, so regt ihn die Flüssigkeit wieder an. • Allerdings müssen die Magendrüsen um so mehr salzsaure absondern, je mehr Flüssigkeit dem Magen zugeführt wird, denn der Prozentgehalt der verdünnten Salzsäure muß stets ungefähr zwei bis drei Zehntel bettagen, um die nötige Verdauungskraft zu besitzen. Aber unser Magen ist darin sehr leistungsfähig. Derselbe Magen, der heute ein einfaches bürgerliches Mittagsbrot und morgen ein großes Diner anstandslos bewältigt, wird auch mit sehr verschiedenen Flüssigkeitsmengen fertig. Außerdem Werben, wie durch Untersuchungen festgestellt ist, die Flüssigkeiten schnell aus dem Magen in den Darm abgeführt, während die sesteren Massen länger darin -verbleiben. Früher behauptete man auch ,bisweilen, daß der Alkohol die Verdauung verlangsame. Das ist nach den neuesten wissenschaftlichen Versuchen keineswegs der Fall. Ja, kleine Alkohol- Wengen, bis zu 3 Prozent, können imstande sein, sogar eine Steigerung der Verdauung hervorzurnfen. So lange also beim Trinken gewisse dnrch die Erfahrung 'gegebene und individuell etwas verschiedene Grenzen innegehalten Werden, schadet das Trinken zum Essen nicht nur nichts,, solidem es erleichtert, Wenn es dessen bedürfen sollte, diesen wichtigen Akt. Dies gilt jedoch nur für gesunde Menschen und solange das Trinken zum Essen innerhalb vernünftiger Grenzen bleibt. Es gibt Leute genug, die jahraus jahrein ihr Liter Bier oder ihre Flasche Wein zu Tisch genießen, ohne den mindesten Schaden für ihre Verdauung davon zu spüren. Schließlich endet der Mensch doch, wie er altgefangen hat, Wit „Trinken" und nicht mit Essen; und wenn die trockenen Lippen und die belegte Zunge schon längst alles Essen Weisen, schlürfen sie noch begierig das flüssige Labsal! Beute liegest, schwingt sich mit wiederholt nusgestoßenen „Kja Hak" in die Höhe und eilt davon. Ja sogar ' tut feigen Gabelweih, den eine beherzte Gluckhenne von ihren Küchlein abzuhalten imstande ist, überläßt er seine Beute." Aber nicht nutz der Falk, sondern auch der stolze Adler füttert andere Vögeh durch, namentlich Milane und Krähen. Allerdings gibt es eine Adlerart, den Seeadler, der ein geborener Faulpelz ist. Wh er mit seinem kleineren Vetter, dem Fischadler, zusammentrifft, nimmt er ihm ohne weiteres die Bente ab. Das war schon dest alten Griechen ausgefallen, die um so bessere Gelegenheit zu diesen Beobachtung hatten, weil dort im Süden der Fischadler fast überall mit seinem stärkeren Verwandten zusanimentrifst. .Bei uns hält sich jener Wohlweislich fern von der Küste, um mit seinem Peiniger nicht zusammenzutrefsen. Uebrigens beraubt der Seeadler auch' andere Fischfänger, so zum Beispiel den gutmütigen Pelikan. In Südamerika sind zwei Geierbussarde als Schmarotzer sehr bekannt, der Chimango und der Carancho. Die Reisenden berichten übereinstimmend, daß sie auf Kosten anderer Tiere vortrefflich zu leben verstehen. So heißt es von den Caranchos: Sie verfolgen die großen Störche, welche ein Stück Fleisch verschlungen habest, und quälen sie so lange, bis jene dieses wieder von sich und ihnen zur Beute geben. Ebenso behandeln sie den Rabengeier.- Berüchtigt als Künstler auf diesem Gebiete sind namentlich die Raubmöwen. Sie beobachten andere Möwen, Seeschwalben, Tölpel und ähnliche Seevögel bei ihrer Jagd, eilen, wenn es jenen' gelang, Beute zu gewinnen, herbei und zwicken und plagen den glücklichen Besitzer so lange, bis er ihnen angsterfüllt die bereits verschlungene Nahrung wieher vorwürgt und ausspeit, worauf sie mit unfehlbarer Sicherheit bett Bissen auffangen, bevor er fallend noch den Wasserspiegel erreicht hat. * Die Herstellung von Diamanten auf künstlich e m W e g e, die ziOst dem französischen Physiker MoissaN gelang, und eine ganze Reihe anderer wichtiger und interessanter Entdeckungen ober Erfindungen sind mit Hilfe des elektrischen Ofens zustande gekommen, in dem man Temperaturen von 3500, bis 4000 Grad Wärme zu erzeugen vermag. Ueber diese Experimente belehrt der Physiker Dr. A. Neuburger in dem Kapitel „Erforschung und Verwertung der Naturkräfte", das den Hauptteil der Lieferungen 95—98 des wissenschaftlichen PrachtwerkeK „Weltall und Menschheit" bildet. Dieses von Hans Kraemer ist Verbindung mit ersten Fachmännern herausgegebene Werk (es erscheint in 100 Lieferungen ä 60 Pfg. beim Deutschen Verlags- Bong u. Co. Berlin W. 57) vermag den Werdegang unserer Kültur, unseres Wissens und Erkennens, soweit er sich auf die Erforschung der Naturkräfte aufbaut, klar darzustelletw Bost den Zeiten des Kienspanes, der Postkutsche, des Wickingerschiffes, des handbeschriebenen Paphros, der Pfahlbauten, bis herauf ist unsere Tage, in die Zeit der elekttischen Sonnen, der Schnellbahnen, der Dampfschiffe, der drahtlosen Telegraphie, der Schnellpressen und elektrisch erleuchteten und erwärmten Riesenbauten, führt uns an der Hand vorzüglicher Abbildungen der Autor, immer hervorhebend, wie eben nur durch das Studium der Natur, durch Anwendung der Nattirkräfte all jene Errungenschaften möglich waren. Auch der Abschnitt „Verwertung der Naturkräfte in Haus und Familie", von Dr. M. von Unruh behandelt, zeigt, wie schließlich bis ins Detail hinein, auch ist Küche und Keller, die Naturwissenschaft und ihre Schwester, die Technik, allen Fortschritt bringen: Heizung, Lüftung, Speisen- Zubereitung und -Aufbewahrung und tausend andere Dmge hängen von den Fortschriften dieser Wissenschaften ab.....- Auch die neuen Lieferungen enthalten wieder eine Anzahl farbige Tafeln. ___________ Bilderrätsel. Nachdruck verboten. Auflösung in nächster Nnminer. Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nunnnerr GEORG EULE OLM R E G e Redaktion: Ernst beb. — Rotationsdruck und Verlaa der Brübl'Icben Untversttäts-Buck- und Steindruckeret. 8L Lanae. Gießen.