1906. MSI iBB5 W M« W - W I I * N Dem Waßreo, ßdleu, Schönen. _ Ein Großstadtroman von F e d o r t>. Zabeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Leinst Tu wieder gutt, Tu Bürebrumm?" sagte sie. „Ja, das Frölen is da. Urbano, das sein eine liebe, sanfte Fristen. So eine gefallt mir, wann Tu willst eiraten. Tu freist zu vill, und sie is so sanftlich. Wie eine Taube. Aber Tu wie eine wilde Wolf, immer gleick huuu!" „Landgräfin, ich flehe Tich an, zieh' Dich in Dein Departement zurück und schick' mir das Fräulein. Ich habe heute rasend zu tun. Tu bist meine gute liebe alte madre Genoveva und kein Lindwurm. Ä rivederla!" Ta ging die Donna, beruhigt und wackelnd, und Hammer beendete sein Frühstück. Inzwischen trat die Sekretärin ein. „Guten Morgen, Herr Baumeister", sagte sie. Sie blieb an der Türe stehen und hatte einige Zeitungen in der Hand. „'Morgen, Fräulein von Sorben", erwiderte Hammer, sich leicht erhebend. „Sie machen so ein verwundertes Gesicht, wohl wegen der frühen Stunde. Ich bin ein Langschläfer, ich gestehe es zu. Slber meine Nerven sind nicht auf den Vormittag abgestimmt. Heute am wenigsten. Wenn ich Genoveva vor elf reden höre, vibriert alles in mir." „Es war eine etwas laute Szene", bemerkte das Fräulein lächelnd. „Wenn Genoveva flüstert, ist cs, als singe ein Grenadier ein Heldenlied". „Aber, sie ist eine gute, alte Person, Herr Baumeister —". „Ist sie; sonst wäre sie längst geflogen. Ich war als Kind mit meiner Mutter in Italien, da wurde sie für mich engagiert. Dann mit nach Deutschland genommen, und hier ist sie auch geblieben. Man merkt es an ihrem vorzüglichen Deutsch. Bei ihrem „wat" kriege ich Anfälle. Neues an Briefen, Fräulein?" „Nichts wichtiges. Ein paar Rechnungen —" „Dafür haben wir unfern Shannon-Negistrator —" „Aber eine interessante Zeitungsnachricht, Herr Baumeisters . . . Tas Fräulein entfaltete eins der Blätter . . . „Darf ich vorlefen?" „Bitte recht sehr. Wollen Sie nicht Plast nehmen" . . . Sie setzte sich und las: „Unsere Zeit scheint dem Theaterwesen besonders günstig zu sein. Neue Bühnenprojekte schießen wie Pilze aus der Erde. Am heutigen Tage findet bekanntlich die Grundsteinlegung des Hammerschen Theaterbaues statt, dem bei dieser Gelegenheit auch der offizielle Name zu teil werden soll. Wie wir hören, plant aber zugleich einer unserer bekanntesten Bühnendichter die Gründung eines neuen Theaters, das ausschließlich der modernen Produktion gewidmet sein wirb. Daneben soll der Operette ein neues elegantes Heim eröffnet werden, und zwar auf einem in der Nähe der Linden gelegenen Terrain —" .Schwerenotl" fluchte der Baumeister, während Fräulein von Sorben fortfuhr: „Und schließlich will ein vielgenannter Heldendarsteller das alte Konkordialokal umbauen lassen, um dort das bei uns in letzter Zeit ja allerdings arg vernachlässigte klassische Repertoir zu pflegen. Auch das Projekt eines kleineren intimen Theaters für das Konversationsstück ist aufgetaucht; man bringt eine hiesige Agentur mit diesem Plan in Verbindung . . ." „Gott bewahre", stöhnte Hammer. „Also fünf neue Theater statt eines! Die Leute sind verrückt. Wo soll denn das Publikum Herkommen!?" Tas Fräulein hatte die Zeitungsblätter wieder zusammengefaltet. „Sie haben die Anregung gegeben, Here Baumeister", sagte sie, sich erhebend, „nun folgen die andern nach. Das ist gewöhnlich so. Nachahmer finden sich immer." „Es soll mir schnuppe sein. Ich bin kein Theaterdirektor. Ich stelle meinen Bau hin ■— und damit sela . . ." Aber er war doch verdrossen; man merkte es ihm an. Fräulein von Sorben ließ eine rasche Sekunde ihren hellen Blick fest auf Hammer ruhen; dann ging sie zur Türe zurück. — Es hatte draußen geklingelt. Imhoff stürmte herein, aufgeregt, mit wehendem rotem Schlips, das Tageblatt in der erhobenen Rechten. „Baumeister", rief er, „neue Konkurrenten! Haben Sie gelesen?" „Ja. Aber keine Konkurrenten für mich! Wer baut die neuen Blusenställe?! Vielleicht Waldemar Henkel — oder Danziger und Schultz — oder der verrückte Grüneisen! Die fürchte ich nicht. Ich baue. Das bin ich. Ohne Größenwahn, Imhoff, ohne verzehrenden Ehrgeiz — ich spreche ganz kühl: die Leute reichen nicht an mich heran! . . ." Es hatte abermals geklingelt. Fräulein von Sorben öffnete. Fridolin Meyer brauste wie eine Eilzuglokomotive herein. „Baumeister", schnaufte er, „ist das zu verstehen?! Haben Sie gelesen?" „Ja," schrie Hammer, „alles! Fünf neue Theater! Es lebe die Kunst!" „Sie geht zu Grunde", rief Imhoff. „Sie erstickt im eigenen Fett", sagte der Kommerzienrat. „Hammer, die dürfen nns nicht zuvorkommen. Unser Bau muß über Nacht ans dein Boden wachsen. Mit Riesenkräften muß er gefördert werden." „Schafft Selb", entgegnete Haninier. „Mit Geld ist alles zu machen. Fünfhundert Arbeiter statt fünfzig. Mir ist es recht ..." Die Sekretärin hatte von neuem die Tür geöffnet. Ein fröhliches Lachen erscholl. Es kamen gleich zivei: Josef Berndal mit seiner Frau, einer allerliebsten Blondine in neuester Frühlingstoilette, mit einem Hut von der Birot in Paris. „Ich kondoliere", sagte sie und reichte Hammer die Hand, und Berndal rief heiter: „Lieber Baumeister, es ist wie beim Jeu. Dem Gewinnzuge folgen alle. Der Bühnendichter soll Doktor Alberti sein, der Heldendarsteller Carolus Tieckhoff; die Operette ivill Direktor Valentin zum neuen Leben erwecken, und hinter dem intimen Theater stecken F. G. Hollinger Erben." „Die haben viel Mammon", äußerte Imhoff. Er sah plötzlich düster in die Zukunst. „Die haben das beste Schauspielerpersonal an der Hand. Sie werden uns manchen vor der Nase wegengagieren, auf den mir reflektieren. Auch Valentin ist unbequem. Tie Operette sollte uns über die blinden Tage forthelfen. Ich weiß, was Valentin gesagt hat. Er hat gesagt: leichte Musik könnten mir gar nicht bringen. Hinter dem Grafen Frehlinghaiis steckte die Prinzessin Luise. Tie würde uns kommen, wenn wir einen Offenbachzyklus riskieren wollten ..." Fridolm Meyer v.äugte eine Tasse, die auf einer Wandkonsole stand. Er hielt sie in der Hand und betrachtete sie von allen Seiten. Daun nahm er ein Windspiel aus Porzellan und stieß einen Ruf der Ueberraschung aus. „Baumeister — sapristi! — wo haben Sie diese Figur aufgegabelt?" rief er. „Das ist eine Arbeit Kaendlers für das Japanische Palais in Dresden. Das muß um 1730 entstanden fein. Hören Sie 'mal, das ist ein bedeutendes Wertstück. Das kauf' ich Ihnen ab." „Lieber Geheimrat", entgegnete Hammer unwirsch, „lassen Sie jetzt Ihre Porzellanpassion beiseite. Wir sind beim Theater. Imhoff, ich teile Ihre Aeugste nicht —" „Ich auch nicht", fügte Berndal hinzu. „Lassen Sie mich kaufmännisch reden. Das Teuerste ist immer das Beste. Aber man kann sich mit einem geringen Nutzen begnügen, wenn der Umsatz groß ist. Darauf kommt es an. Unser Theater wird für dreitausend Personen Plag haben; und mir werben hie Plätze füllen. Wir werben ein besonderes Abonne- mcnle.,.; .cm erfinden, und wir werden unseren Abonnenten viel bieten —" „Wir werben reiche Einnahmequellen haben", fiel Hammer lebhaft ein. „Die Unterpachten allein bringen uns gegen eine halbe Million. Ich lasse das ganze Parkett versenken: da haben wir den schönsten Tanzsaal der Welt für Lubskriptionsbälle und große Ziedouteu. Die Restau- rationsrämne sollen mit noch nicht dagewesener Pracht aus- geltattet werden; jeder Fremde muß sie gesehen haben; Berlin wird Wallfahrten veranstalten. Ein erster Traiteur ist uns sicher." „Herrschaften", sagte Berndal, „das ist die Hauptsache: so wie unser großes Warenhaus den plätrigen Kleinkram verschluckt, so muß auch unser neues Theater den kleinen Bühnen den Garaus machen. Sie haben keine Existenzberechtigung —- „Nana", meinte der Geheimrat, seine Nase in eine japa- äffche Vase steckend und die Jncruflas befühlend. „Also drücken wir uns klarer : der S tärkere be- hält recht. Wir bauen gewissermaßen ein Universaltheater, em Warenhaus für die Kunst — ich bitte, mich recht zu »erließen. Die Kunst ist natürlich keine Ware, aber sie verlangt reale Unterstützung. Alles schön mit dem Idealismus; doch er darf nicht auf tönernem Sockel stehen. Wir geben bem Publikum alles — müssen aber auch alles tun, es zu uns zu locken. Tie Kunst ist ein scheues Weib; die lockt Nicht allein. Es müssen Köder daneben liegen, zugkräftige, volkstümliche. Der Kassenrapport spricht auch mit. Was geht uns im Grunde genommen der Graf Frehling- Haus an —" „Gär nichts", eiferte Imhoff. „Prinz Arenstein ist viel wichtiger für uns. Es ist richtig, Herr Berndal: auch Köder muffen da fein, sonst ertragen wir die wachsende Konkurrenz nicht. Unser größter Lockvogel aber ist das Haus, außen und innen. Da können sieh die anderen begraben lassen. In diesem Sinne hätte ich große Lust, ein donnerndes Hoch auf unseren lieben Herrn Baumeister aus- zubringen —" ®r schwenkte bereits seinen Filzhiit. Aber Hammer wehrte ab. „Lieber Imhoff: ich tu’ das meinige. Ich baue mein Huns. Auch meine Steine haben Seele und werben sprechen. Aber eine andere Sprache soll drinnen geredet werden. Das ist eure Sache." „Bravo!" rief der Geheimrat, sich mnwenbenb. „So i|t es. Tu' jeder seine Schuldigkeit, und die Konkurrenz kann uns gleichgiltig fein. Wir wären Schwächlinge, wollten wir verzagen, weil ein paar Nachbarn auch ihre Ideen haben und ausführen möchlln . . . Baumeister, Sie haben da einen Napoleonsteller mit durchbrochenem Rande; was haben Sie für den bezahlt?" (Fortsetzung folgt.) Mozartiana. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Ein bekanntes Bild Mozarts, das ihn als etwa achtjährigen Knaben zeigt, stellt ihn im bauschigen steifen Hofkleide mit Seiden- strümpsen, Schnallenschuhen, Chapeau-bas und Galanteriedegen an der Seite dar. Tie rechte Hand verliert sich in der Spitzen- lpause der Manschetten, die linke aber hat er Eüßn in die Hüfte gestemmt und frei blickt das entzückende Kindergesicht, in welchem die schwarzen Augen so reizvoll mit dem weißgepuderten Haar kontrastieren, dem Beschauer entgegen. Dieses Bild nun hat eine höchst originelle Geschichte, die nur $8eiligen bekannt sein dürfte. Ter kleine Mozart hatte eines Tages wieder vor Maria Theresia gespielt und als er sich nun vom Instrument erhob, schlugen die beiden kleinen Erzherzoginnen Christine und Maria Antoinette ihm vor, „Haschen" zu spielen, und — hussah — ging die wilde Jagd durch die Gemächer der Kaiserin. Aber Wolfgang Amadeus, des spiegelblanken Parketts ungewohnt, glitt schon nach wenigen Augenblicken aus und stürzte hart zu Boden. Tie kleine Erzherzogin Christine lachte den armen Jungen, der mit Tränen des Schmerzes und der Scham in den weitgeöffneten Augen nun plötzlich hilflos vor ihr lag, übermütig aus. Maria Antoinette aber, die spätere Königin von Frankreich, sprang sogleich hinzu, hob ihn empor, trocknete seine Tränen und küßte ihn. Tieies liebenswürdige Samaritertum blieb nicht ohne Wirkung aus des Knaben weiches Gemüt und einem raschen Entschlüsse solgend, äußerte er zu der Keinen Erzherzogin: „Höre, Antoinette, ich will Dir etwas sagen, ich heirate Dich". Maria Antoinette sah ihn einen Moment überrascht an, dann aber klatschte sie in die Händchen, hüpfte zur Mutter und rief dieser zu: „Mama, Mama, Mozart will mich heiraten!" „Nun, das wäre teilte üble Partie", meinte die Kaiserin lächelnd und winkte dann den kleinen Mozart zu sich heran. „Sag 'mal, mein kleiner Bursche, warum willst Tn denn meine Antoinette heiraten?" „Weil sie gut ist", entgegnete der jugendliche Freier ohne Besinnen. „Ich mag nur eine gute Frau haben. Christine hat mich schadenfroh ausgelacht, als ich hinsiel und mir so weh tat, aber Antoinette hob mich gleich auf und küßte mich." „Bravo!" rief die Kaiserin und fuhr dann mit scheinbarem Ernst« fort: „Wenn Tu aber die Antoinette zur Frau nehmen willst, mußt Du auch Kleider haben wie ein Erzherzog. Besitzest Dir denn die?" — „Nein, das nicht —!" die schwarzen Augen des Knaben blitzten selbstbewußt auf — „sie muß mich eben so nehmen!" Tie Kaiserin lachte und entließ Wolfgang mit freundlichen Worten. Ein paar Taste darnach aber wurde dem Knaben durch einen Hosfonrier em reich gesticktes Galnkleid überbracht, in welchem sich der junge Virtuose dann malen ließ. Mit 29 Jahren stand Mozart bereits auf der Höhe seines Ruhmes, wenigstens äußerte sich Haydn int Jahre 1785 zu dem Vater des großen Tondichters: „Ich sage Ihnen vor Gott und als ein ehrlicher Mann, daß ich Ihren Sohn für den größten Komponisten anerkenne, von dem ich nur immer gehört habe. Er , hat Geschmack und besitzt die größte Kenntnis , in der Komposition." Freimut und Bescheidenheit waren die hervorragendsten Charaktereigenschaften des Meisters. So schrieb er einst, indem er sein sich auf 800 Gulden belaufendes Einkommen als K. K. öfterr. Kammerkomponist nach damaligem Brauche „satierte", an den Rand des Bogens: „Zn viel für das, lvas ich leiste, zu wenig für das, was ich leisten könnte." Es Ivar ihm nämliÄ 51 merkwürdigerweise niemals- von feiten des Hofes ein Auftrag erteilt worden. Kaiser Joseph aber schätzte den genialen Musiker hoch und fragte ihn eines Tages ernsten Antlitzes bei einer Audienz: _ „Man sagte mir, Sie wollten mich verlassen und nach Berlin gehen. Ist das wahr, Mozart? Tann wurde ich nur noch selten eine Oper hören — —In tiefer Rührung beugte sich der Tondichter über die Hand seines kaiserlichen Gönners, küßte sie und stammelte: „Ew. Marestät, ich bleibe!" Als er diese Unterredung einem Bekannten erzählte und derselbe ihm Vorwürfe darüber machte, daß er sich die günstige Gelegenheit habe entgehen lassen, eine Gehaltsaufbesserung zu erlangen, meinte Mozart entrüstet: „Wer kann in dem Augenblicke, too der gute Kaiser so liebreich redet, an einen solchen Bettel denken!" Von der Schnelligkeit des Meisters im Komponieren legt die Entstehung der Ouvertüre zum „Ton Juan" ein beredtes Zeugnis ab. Tret Tage vor der Aufführung der Oper in Prag äußerte Mozart am Abend Fu seiner Gattin, er wolle während der Nacht die Ouvertüre schreiben, sie möge doch bei ihm bleiben und ihm einen kräftigen Punsch bereiten. Sie willfahrte seinem Wunsche, aber gegen 2 Uhr zeigte der Komponist sich so erschöpft, daß sie ihn überredete, sich ein Stündchen aufs' Kanapee zu legen, worauf er auch einging, jedoch nur unter der Bedingung, ihn nach einer Stunde zu wecken. Er verfiel sofort in einen festen Schlaf und seine Gattin hatte nicht das Herz, ihn demselben schon nach einet Stnnde wieder zu entreißen, sondern ließ ihn bis 5 Uhr schlummern. Mit verdoppeltem Fleiß machte sich alsdann der nunmehr wieder völlig Gestärkte aus Werk und als der auf 7 Uhr bestellte Kopist erschien, lag die Ouvertüre fix und fertig da. „ Neben feiner leidenschaftlichen Vorliebe für das Billardspiel besaß Mozart auch ein Faible für das schöne Geschlecht, doch darf man ihm deshalb nicht gleich all' die schlimmen Eigenschaften einer feiner bekanntesten Operngestalten, nämlich die des Ton Juan andichten. Alles Niedrige, Grobsinnliche lag dem fein empfindenden Manne meilenfern, aber er war ein gewandter $te1^erer und befand sich weit lieber in Gesellschaft hübscher Mädchen und Frauen als in Männerkreisen. Er kam den Tarnen, um mit Goethe zu reden, „zart entgegen", nnd eroberte sich damit im Fluge alle weiblichen Herzen. Ginn hielte ly.,t ein Kapellmeister, dem daran gelegen war, Mozarts Urteil zu hören, eine Komposition von sich vor. Er mußte aber während des Spieles zu feinem Schmerz wahrnehmcn, datz der Meister im Hintergründe des Saales mit einigen jungen Damen koste und scherzte. Nach Beendigung des Stückes trat Mozart auf ihn zu und lobte die Komposition, der gekränkte Schöpfer derselben aber meinte niedergeschlagen: „Meister, Ihre Aufmerksamkeit war, schöneren Dingen zugewendet, da werden Sie meinem armseligen Stück wohl kaum Beachtung geschenkt haben." Mozart lächelte, setzte sich ans Klavier und verwebte alle Motive, die der Komposition zu Grunde gelegen hatten, so meisterhaft zu einer Phantasie, daß der Kapellmeister ihm nachher wortlos und tränenden Auges in ftnrnmer Abbitte die Hand drückte. Einstmals sollte vor dem Kurfürsten von Mainz ein Konzert stattsiuden, zu welchem Mozart seine Mitwirkung zugesagt hatte. Alles befand sich- schon auf den Plätzen, der Hof war bereits erschienen, — nur Mozart fehlte! Man sandte Boten nach ihm aus und einer derselben war so glücklich, ihn in einem Kaffeehause beim Billard anzutreffen. „Wer lieber Mann", sagte der Tondichter freundlich zu dem Diener, „lassen Sie mich doch wenigstens diese Partie erst zu Ende bringen." Er war auch in der Tat trotz aller Bitten und Vorstellungen nicht eher zum Aufbruch äu, bewegen, — trat dann aber' im Konzert auf und riß durch sein herrliches Spiel das Publikum zu hellem Jubel und ,hochaufschämnender Begeisterung hin. Der Kurfürst aber, der ihm diesen Künstlerstolz vor Herrscherthronen nie verzeihen konnte, schickte ihm am nächsten Morgen nur 80 Dukaten als Honorar, von denen Mozart dann auch die eine Hälfte sofort dem Ueberbringer als „Botenlohn" gab, die anderen aber im Freundeskreise für — Champagner verwendete. Ms Mozart das letzte Mal in Berlin weilte, richtete er unmittelbar nach seiner Ankiinft im Gasthofe die Frage an den Kellner, ob es denn am Abend irgendwo etwas Musik zu hören gebe. „Gewiß", lautete die Antwort, „es wird eine neue Oper gespielt!" „Wie heißt sie?" „Die Entführung aus dem Serail von einem gewifsen Mozart" . . . Unerkannt findet sich der Komponist abends im Parterre des Theaters ein, die Aufführung mit ^Jcbiififtem Interesse verfolgend und Orchester und Sänger rm Stillen bald lobend, bald tadelnd. Sein Temperament aber reißt ihn mit fort und nickt lange dauert es, so wandelt sich die bis dahin stille Kritik in halblaute Aenßerungeu des Beifalls oder der Mißbilligung. Geärgert blicken die Umsitzenden auf den kleinen Mann in unscheinbarem Gewände, der es sich herausnimmt, so rücksichtslos seine Meinung zu äußern. Da — in der Arie Pedrillos, „Frisch znm Kampfe, frisch zum Streite", bei der infolge einer kleinen Aenderung in der Partitur an der Stelle: „Nur ein feiger Tropf verzagt", die zweite Violine ein dis statt d spielt, kann fich aber Mozart nicht mehr halten, uiid hell klingt feine Stimme durch den Raum: „Verflucht! Wollt Ihr wohl o greifen!" Alles schaut empört auf den ungebetenen Rezensenten; schon will man gegen ihn emschreiten, plützliai jedoch erkennen ihn einige. „Mozart ist da!" Im Nu hat sich die Kunde durch das ganze Theater verbreitet und sowohl der Orchestermitglieder wie auch der Darsteller auf der Bühne, speziell derjenigen, die sich noch nicht recht sicher fühlen, bemächtigen sich Angst und Schrecken ob der Anwesenheit des Meisters. Mozart aber eilt durch eine Seitentür, die sich ihm bereitwillig öffnet, hinter die Kulissen, hier streng rügend, dort sreundlich lobend und anfeuernd und unter feiner indirekten Leitung wird die Oper zu Ende geführt. Zum Schluß möge hier noch ein kleiner Scherz mitgetetit fein, den Mozarts Freunde in Szene setzten, als der Komponist sich mit der Sängerin Constanze Weber verlobte. An diesem Tage fand zufällig die Ausführung von „Belmonte und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail" statt, die Freunde aber ließen Theaterzetteln gleichende Affichen drucken, die überall an den Straßenecken angeschlagen wurden, und auf denen zu lesen stand: „Heute wird aufgeführt: „Wolfgang und Constanze oder Die Entführung aus dem Auge Gottes"." (Diesen Titel führte das Haus, in welchem die Brant wohnte.) Die Wiener amüsierten e natürlich außerordentlich über diesen originellen Einfall und große Komponist, auf den der Scherz gemünzt war, soll gleichfalls herzlich dazu gelacht haben. * Unter bein Titel: „Ein durchgehrannter Harem" schreibt man aus Pans: Mohamed Ben Fenna, ein reicher Kaufmann aus Tanger, war nach Paris gekommen. Er hatte sieh drei seiner jüngsten und reizendsten Frauen und zu deren Bedienung und Beaufsichtigung eine eingeborene Sklavin mitgebracht und mit diesen vier ein kleines Hotel in der Vorstadt bezogen. Von dort aus unternahm er Ausflüge und sah sieh die Sehenswürdigkeiien von Paris an. Oft war er tagelang, oft Tage und Rächte abwesend. Inzwischen langweilten sich seine Haremsdamen und wurden aufsässig. Sie hätten auch gern etwas von dem prächtigen Seinebabel zu Gesicht bekommen. Statt dessen lebten sie eingeschlossen hinter festen Mauern, während ihr Herr und Gebieter alle Freuden des Pariser Lebens ouskostete. Sie bestachen Sulima. Diese verfchaffte ihnen europäiiche Kleidung, und in dieser „Vermummung" flogen die Täubchen eines Tages aus, promenierten, kauften ein, vergnügten sich auf das Beste. Allein Mohamed faßte sie dabei ab und geriet in die höchste Wut. Sofort ließ er, um ein zweites Entweichen unmöglich zu machen, einen großen eifernen Käfig in einem der Hinterzimmer seiner Wohnung errichten. Dahinein sperrte er feine ungehorsamen Frauen, schloß alles ab und nahm die Schlüssel mit sich. Doch die Weibchen waren schlauer als er. Salima holte den Schlosser, der das eiserne Gefängnis gebaut hatte, ließ sich von ihm gegen gute Bezahlung die nötigen Nachschlüssel anfertigen, und die Damen flogen von neuem aus. Als Mohamed früher als sonst beimkehrte und das Nest leer fand, kannte sein Zorn keine Grenzen, umsomehr als er stark vom Wein der Ungläubigen genossen Halle. Er beschloß daher, selbst die Todesst rase an den Ungetreuen zu vollziehen. Er fiel über die heimkehrenden Frauen her, das Schwert in der Faust. Zum Glück alarmierte ihr Zetergeschrei die Polizei. Gegen diese wandte sich nun der tobende Othello. Es brauchte ein halbes Dutzend Schutzleute, ihn za überwältigen und zur Wache zu bringen. Jetzt sitzt er hinter Schloß und Riegel, und die Behörde weiß nicht, was sie mit dem Harem ansaugen soll!" Autist und Wissenschaft. — „©tein unter Steinen". Man schreibt der „Voss. Ztg.": Sudermann selbst glaubte in diesem Schauspiel, das uns in die Werkstatt eines Steinmetzmeisters einführt, den Titel durch folgende Worte, die er der Lore iit den Mund legt, aus- führlich erklären zu müssen: „Die Steinmetzen erzählen nämlich r Der Stein wird durch Druck. — Ja, Hunderttausende und Millionen Jahre müssen die darüber liegenden Schichten drücken, dann wird die lebendige Erde zu Stein. . . Beim Menschen danert's nicht so lang. Das hab' ich nusprobiert, 'n paar Jährchen Druck — immer derselbe Druck. Das genügt . . . Man lacht und man weint und man schläft nnd man arbeitet — ach, lustig sein kann man sogar — man is überhaupt ein Mensch wie andere und is doch lang keiner mehr . . . Drin im Innersten lebt man gar nicht mehr . . . Man is willenlos wie 'n Stein. . . Man läßt sich mit dem Fuß stoßen, wie 'n Stein . . . Man wird Merkmal ein — Der „Standard" meldet, daß ein Engländer, der ungenannt zu bleiben wünsche, das berühmte Venus-Bild von Ve- lasguez gekauft hat. Der Preis soll 1200 000 M ark betragen haben. Der Käufer gedenkt das Bild dem englischen Staate für ein Museum zu schenken. Büchmann der Zukunft zur Beruhigung aller philologischen Gemüter fesistellen müssen, daß Richard Dehmel das Recht der Priorität gebührt, trotzdem diele Bezeichnung im Gedichtbuch Dchmels wohl noch lange ein stilles, nur wenigen bekanntes Leben geführt hätte, während der Titel des Sudermannschen Dramas „Stein unter Steinen" an hundert Straßenecken zu lesen war und auch die Buchausgabe des Dramas schon in vielen Auflagen verbreitet ist. — Herr Carl William Büller ut Leipzig, der auch in Gießen wohlbekauiite vortreffliche Charakterkomiker, teilt uns mit, daß ihm der Herzog von Sachsen-Koburg nach einem Gastspiel am dortigen Hoftheater das Ritterkreuz des Ernestinischen Hausordens verliehen hat. ocaen alleS gleichgiltig wie 'n Stein." Man mag nun den Titel sehr bezeichnend oder sehr gesuchr finden, redensalls muß man zugeben, daß er sich mit seinem ungewöhnlichen Klang sehr gut dem Gedächtnis empfiehlt. Es hat mich darum uberrasait,, dieselbe Prägung „Stein unter Lteiuen" .zufällig auch bet einem andern modernen Dichter zu finden, mit dem Sudermann, sonst wenig gemein hat — bei Ricyard Deh m e l. >>n der tljrifajen Phantasie „Jesus, der Künstler", die in Dehmels Gedichstbuch „Aber ist die Liebe —" enthalten ist, wird der Ausdruck,,y teilt unter Steinen" zweimal besonders hervorgehoben. x5it diesem gedauken- und interpunktionsreichen Gedichte, das in. Form einer Traumvision die allbelebende künstlerische Kraft Christi verherrlicht, werden wir gleich zu Beginn in eine statuengeschmuckte Halle geleitet, und hier heißt es: ___ So war's So stand ich: dumpf, doch fühlend, stumm» Im roten Saal reglos in dunkler Ecke: Dumpf, starr und fühlen: schwer: Stein unter Steinen: Bang: starr, und fühlend!—" Und nochmals kehrt der Dichter später zu diesem würdigen Bilde zurück: , _ _ . . ' „In meinem Staub, ui meinen ^traßenlumpen Mißfarben angetüncht, so hocke ich Auf fahlem Postamente steif und bang Vor ihrer Nacktheit mich der Kleider schämend: Stein unter Steinen. . . ." Wenn also die Bezeichnung „Stein unter Steinen irgend ein- ' geflügeltes Wort werden sollte, so wird der gewissenhafte n der Zukunft zur Beruhigung aller philologischen Ge- Die württemb. Kammer der Abgeordneten nahm den Entwurf betreffend die E r r i ch t u n g eines k ö n i g l. H o^s t h e a t e r s in S t u t t g a r t mit sämtlichen abgegebenen 76 stimmen an. — „M oderne Essay s". Verlag Gose u. Tetzlaff, Berlin SW. 61. In dieser interessanten Monographie-Sammlung, welche jedem Gebildeten ein wertvolles Material gibt, sich schnell über das Leben und Schaffen einer hervorragenden Persönlichkeit oder ein geschlossenes Thema zu orientieren, sind ein paar neue Hefte erschienen. Eine Biographie eines unserer größten lebenden Schauspieler: Adalbert Matkowski, ist in Heft 55 von dem Berliner Kritiker Julius Bab niedergelegt. In einem Doppelhefte schildert Dr. Landsberg das Leben und Schaffen Hermann Sudermanns. Und besonders aktuell und interessant durch den Streit Thode-Liebermann dürste die Biographie „B ö ck l i n" von Rudolf Mein sein. — Der Kunst w art. Rundschau über Dichtung, Theater, Musik und bildende Künste. Herausgeber Ferdinand. Avenarius. Verlag von Georg D. W. Callwey in München. (Vierteljährlich 3.50 Mk., das einzelne Heft 70 Pfg.) — Der Kunstwart ist ein Hausfreund für Gebildete, der ihnen Erhebung und Freude ins Heim bringen will, indem er sie nicht nur lebendig beteiligt am Ringen und Schaffen deutscher Dichtung und Musik, bildender und angewandter Kunst, sondern all der Bestrebungen überhaupt, die uns vertiefen, bereichern, durchsättigen wollen mit nährender Mitsteude am Fühlen und Schauen der Brüder und andererseits, die unsere ganze Kultur zum wahrhaftigen Ausdruck machen wollen eines gesunden, starken, tätigen, sittlichen und frohen deutschen Seins. Schöpfungen der besten Dichter, Tonsetzer und bildenden Künstler darf er den Lesern auf „Losen Blättern" und mit seinen Bildern und Noten aus den Tisch legen. Der Kunstwart ist auch eine Zeitschrift allerersten Ranges, die die allseitige Anerkennung der gebildeten, vor allem auch der literarischen Welt gefunden hat. Alle irgendwie bedeutsamen Vorgänge im Kunstleben werden in ihm berücksichtigt; Lyrik, Epik, Dramatik behandelt er so reichhaltig, daß der Leser immer au fast bleibt, und seine Kunstbeilagen sind so geschmackvoll gewählt und schön ausgeführt, daß sie schon allein für die Kosten des Abonnements entschädigen. — Inhalt deS ersten Januarheftes: Von der ..gleit in der Kunst. Boni Herausgeber. — Das Bedeutende im Kunstwerke. Von ö. Bode. — Richard Straußens „Salome". Von Richard Vatkn — Abaco. Von Carl Mennicke.. — Maler- Erziehung. Von Paul ©A"' — Lose Blätter: Neue Gedichte von HanS Böhm. Rundschau: Umschau. Berliner Theater. Max Halbes „Die Insel der Seligen". Das Leben ein Spiel? Jnstriimeutationslehren. Vom Klavierpult. Münchner Musik. Rudolf Raimanns „Enoch Arden". Die Kirchen auf! Möbel und Geräte im Kunstwart. Zur Drahtkultur. „Stunden mit Goethe". Neue Kalender. Aeffchenzucht. — Bilderbeilagenr Toni Stadler, Landschaft; Franz Müller-Münster, Wilde Jagd; Giorgione, Bildnis eines Mannes: zwei Abbildungen zur ästhetischen Kultur; Wandkalender für 1906. — Notenbeilagen: Die heiligen drei Könige; E. F. Abaco, Adagio aus der Triosonate; Herma« Grädener, Mus den „Stimmungen". Lsrerarrsches. —• S p ru chw ö r t e rb u ch. Herausgegeben von Franz Frhr v. Lipperheide. Berlin W.35, Expedition des Spruchwörter» bnehes. „Ein schöner Spruch im Gedächtnis ist wie ein Stück Gold im Kasten." Ein reiches Schatzkästlein ist es, das dieses Spriichwörterbnch dem Leser darbietet. Ein Büchmann in zehniach erweiterter Gestalt, denn das Gesamtwert soll über 30 000 Stellen bringen und die maßgebenden Sprüche aller Zeiten und Nationen, voni klassischen Zitat bis zur Bauernregel, nach Begriffen alphabetisch geordnet, enthalten. Was aus den verschiedensten Gebieten menschlicher Lebensweisheit verkündet worden ist von Dichtern und Denkern, was ans dem Volke herausgeboren wurde, soll hier vereint werden. Durch die übersichtliche Anordnung ergibt sich die leichteste Auffindbarkeit des Gesuchten. Von jeder einzelnen Stelle ist die Herkunst angegeben, also: Verkasser, Titel des betreffenden Werkes, Entstehungsjahr, bei Dramen Akt, Szene, sprechende Person, bei bekannten Opern und dergl. Ort und Tag der ersten Aufführung, bei vielen Gedichten und Liedern selbst Monat und Tag der Entstehung. Das reichhaltige Werk soll in 20 Lieferungen, je drei Bogen umfassend, zu 60 Pig. erscheinen. — Nr. 4 der „I u g end" ist dem Andenken M o z a r t's gewidmet. Als Titelbild bringt diese Sondernummer „Dame am Spinett" von Münzer. Diez zeichnete ein graziöses Blatt „Figaro", Erler schuf das doppelseitige Bild „Leporellos Jank wählte das Erscheinen des „Steinernen Gastes" zum Vorwurf, während Schrnidhammer die Szene „Eine kleine Nachtmusik vorführt. Graf ist mit den Zeichnungen „Der junge Mozart und „Das Salzburger Glockenspiel" vertreten. Ebenso wie dieser Vil- derschmuck atmen auch die Mozart gewidmeten Gedichte vost Schaukal, Ey und Müller Mozart'schen Geist. Wirkungsvoll behandelt Fritz v. Ostini in dem Gedicht „Der Eselstritt" Mozart s dornenvolles Erdenwallen. M. G. Conrad erzählt in seiner Skizze „Die Mozartwiese" ein Erlebnis aus seiner fränkischen Heimat. Karl Ettlinger verrät die Enipfindungen eines schwärmerischen Mozarwerehrers in seinem „Märchen". Ein netter Gedanke liegt der Zeichnung von Münzer „Des Pagen Klage" mit crlauteriiden Strophen, zu Grunde: der minnetruntene Page Chernbm ist dem in Drill und Subordination auferzogeuen modernen Pagen gegenübergestellt. — Aus dem aktuellen Teil heben ttnr das Vollbild „Die russischen Wölfe am 22. Januar" von Diez „hervor. Die sonderbare Behandlung, die die literarischen -sachverständigen kürzlich im Thoma-Prozeß .erfuhren, ist ni einer Reihe, famoser Zeichnungen von Schmidhaminer und den Gedichten „Warnung" von Karlchen und „Der galante Lstaatsanwult von Boromäus festgenagelt. Auch Hirth ergreift das Wort zu diesem Falle mit seinem Artikel „Die Friedhöfe der Pastoral- medizin". Der Duell-Debatte im Reichstag sind Epigramme gewidmet. Eine Anzahl weiterer Satiren, von denen wir nur die Gedichte „Oesterreichs Beamtenschaft", „An Rhein- baben", „Hamburg voran!" und die „Weltchronik" nennen, ergänzen mit den „Jugend"-Spezialitäten den Inhalt der Nummer. Altägyptische Hieroglyphen. Nachdruck verboten. (Jedes Bild bezeichnet den Anfangsbuchstaben seines Namens, z. B. Sonne — s, Glas — g, etc. Tie Vokale sind zu ergänzen.) Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Lachs, Flachs. Redaktion: Ernst Hetz. — Notarmustwnck' Wch Verlcia der B r ü h l'scheu.llnwerstiäts-VuL- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen.