IBIS ff ■ W MM OHS III "VW »ByT bQT|W! fg|||K IZIssM «s 7? Jem Wahren, Kdken, Schönen. Ein Großstadtroman von Fedor v. Zobeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) ' T;; r~!~i 11. ' i Die Sperlinge rumorten vor dein Fenster und schimpften laut auf ihre Art: es war Zeit, daß man ihnen das Futter streute. Aber die Hand, die sonst so willig ganze Brötchen zerkrümelte, um dem frechen Gesindel Atzung zu geben, war heute säumig. Priestap lag noch im Bett. Er schlief nicht mehr; er war nur zu lässig, um aufzustehen; er war zu faul, dem Diener zu klingeln. Er lag in einem Prachtbett, die Hände auf dem grün- seidenen Plumeau, den Kopf tief in die Kissen gedrückt — mit weit offenen Augen. Sein Atem ging ungleichmäßig und war zeitweilig von fremdartigen Tönen begleitet. Er wußte das; der Arzt hatte ihm schon vor Jahresfrist gesagt, daß er seine angegriffene Lunge schonen müsse. Er wiederholte sich das allmorgendlich, wenn er sein bleiches Gesicht mit dem durchsichtigen Teint in dem Spiegel sah, und wenn ein trockener Husten ihn packte. Doch er schonte sich nicht. Er hatte noch nie so wild gelebt, wie in diesem letzten Jahre. Diese Hetzjagd nach abscheulichen Genüssen, das wüste Umhertreiben in unsauberen Lokalen, ein toller Taumel von Gier zu Gier, das hatte er früher verachtet. Und wahrhaftig: im Grunde genommen erfüllte es ihn noch heilte mit Ekel. Er hatte einen ähnlichen Ekel am Spieltisch von Monte Carlo empfundeil. Zllweilen war seine nervöse Feinfühligkeit besonders groß. Da verstiminte ihn die Berührung von einer Dirnenhand. Im Kasino von Monaeo umgab ihn ein ganzer Ring von Kokotten. Eins dieser Weiber verfiel plötzlich in epileptische Krämpfe. Priestap zitterte; aber um sich beherrschen zu lernen, spielte er ruhig weiter, ganz kaltblütig, und verlor bei aller Kaltblütigkeit ein großes Vermögen. Er wurde schwer krank. Kaum genesen, nahm er gegen den Willen des Arztes Seebäder in Biarritz. Ein verständiger Mann riet ihm, zwei Jahre in Egypten zu verleben. Statt dessen fuhr er nach Paris und kehrte dann nach Berlin zurück, sich in einen ungeheuren Strudel von Erregungen zu stürzen. Er tat das nicht, weil schlechte Instinkte ihn lasterhaft 'gemacht hatten; denn im tollsten Trubel der Orgien wurde er ein Gefühl entsetzlicher Oede nicht los. Es war eine Art psychiatrischer Spleen, der ihn plötzlich mit Geierklauen gepackt hatte. Immer hatte seine Seele einem flatternden Vögelchen geglichen, das fliegen möchte und doch zu schwach ist, sich in reinen Aether zu erheben. Er fühlte die Bleigewichte, die ihn beschwerten. Er wollte und wollte und kam über das Wollen nicht hinaus. Eine wahnsinnige Blasiertheit beherrschte den armen Kerl. Er sehnte sich nach Sorgen und fand keine. Er fing hunderterlei an und liest es wieder liegen. Jede rasch erwachende Regung in ihm zerfloß in matte Mutlosigkeit. Es war, als sei alles verderbt in ihm wie in dem letzten traurigen Sprößling einer degenerierten Familie, oder als lähme ein unbegreifliches Etwas alle seine guten Instinkte, bevor sie zu rechter Entfaltung kommen konnten. Und da geriet Priestap über die eigene Schwäche in unbegreifliche Wut. Er fühlte den ungleichen Kampf in seiner Seele, ein Ringen mit Idealen, mit Edlem und Schönem — und eine rasende Verzweiflung bemächtigte sich seiner. Aus tiefster Melancholie verfiel er in das entgegengesetzte Extrem: er warf sich wilden Ausschweifungen in die Arme, die seinen zarten Körper untergruben und in der Folge auch sein Gemüt mehr und mehr umdüsterten. Es kant dahiu, daß er im Tode einen Erlöser zu wähnen meinte: er begann mit dem Tode zu spielen; er begann sich auf den Tod vorzubereiten. Um diese Zeit fing er an, sich geistig zu beschäftigen. Unter seiner Dienerschaft war einer, ein schon älterer ManN — er wurde Daniel genannt —, der eine gewisse Anhänglichkeit an seinen Herrn zeigte; der ihn weniger bestahl als' die übrigen, auf seine Gesundheit achtete und zuweilen auch einmal mit einer gutgemeinten Mahnung kam. Es erschien Daniel höchst sonderbar, daß fein Herr Baron sich plötzlich so lebhaft mit Büchern umgab. Große Ballen wurden in das Haus geschafft und neue Bibliotheksschränke angeschafft. Aber ach, 'die Philosophen wie die Theosophen hatten Priestap wenig zu sagen; er irrte mit zerstreuten Sinnen über sie hinfort, bis ihn eines Tages ein neues, nnerschlossenes, gefährliches Reich zu fesseln begann: die Mystik des Okkulten, Ein bahnender Weg führte von der Todesvorstellung der Mten in dies geheimnisvolle Gebiet hinüber: der Seelenbegleiter zunr jenseitigen Leben, Osiris, Barna und Hermes, der im modernen Spiritismus zum körperlichen Astralgeist wurde. Religiöse Skepsis hatte Priestap nie gequält. Mer das Wunderbare zog ihn au. Bald umgab ihn ein Schwarm von Meuteureru, ehrlichen Mystikern und abgefeimten Gauklerinnen. Es wurden Sitzungen arrangiert: die Phänomene hagelten, aus unsichtbarer Höhe regneten Blumen herab, Sphärenmusik erklang, Geister erschienen, und die Tische klopften. Schwarze und weiße Magie reichten sich die Hände. Ein genialer Strolch, der sich Graf Lusi nannte,^ Italiener zu sein vorgab und Berlin „studieren" wollte, führte Priestap aus dem Gebiet des Uebersinnlichen noch weiter bergab in unheimliche Finsternisse. Da sprachen nicht mehr die Geister, sondern aus Besessenen und Truu-i tenen kreischten Dämonen; es ging nicht mehr zu lichter Höhe, sondern in brodelnde Tiefen; törichte Phantastik wurde zur Schändung des Heiligsten, ein freches Gaukelspiel zu wüstem Hexensabbath, der Unfug zu unerhörter Blasphemie: Priestap lernte auch den Sanatismus kennen/ den Lust aus einem Kreise verrückter Pariser Dekadenten mitgebracht hatte, und der feiner schäumenden Verbrecher- seele Wollust war. 114 zurückzuschieben Wer er besann Stücke und ließ Priestap lehnte den Kops zurück und wollte wieder die Augen schließen. Wer er raffte sich energisch zusammen, griff nach den Briefen und rip sie auf. Einladungen, Rennbulletins, Betteleien, Drucksachen... die Papiere fielen zufammengeknäult neben den Divan. Auf einem kleinen, ganz roten Kartonblatt standen die Worte: „I. N. D. Sams^- tag Mitternacht am alten Ort. De profundis Succub. Weihe einer Verlorenen. Zwei neue Gewonnene. Taem. ventr. Samael. Lusi. . ." Das Blatt zitterte leicht in der Hand des Lesenden. Er war dabei, es in das Kuvert dachte völlig ruhig daran, ohne daß sein Herz Heller schlug oder ängstlicher pochte; er hatte sich an den Todesgedanken gewohnt. Dennoch ging jetzt eine leb- UEere Färbung über seine lichten Wangen; es schoß ihm em Blutstrom m das Antlitz. Ein zacher Wunsch wurde bcc- Wunsch, daß eilte liebe Hand sein geregeltere Bahnen gelenkt hätte. "a ^atte das gekonnt: sie war auch eine Phan- ^I!-^^b^esen, doch keine, die sich wohl fühlte in däm- ^^^S^F??d.ü'vwmener Weichheit, sondern eine Adler- ftrhr;,110/ NWißet Kraft. Vielleicht hatte auch eine Frau W-wS "?d m der Liebe zu ihr wäre seines gebracht^ Äleichtfgekermt und hätte goldene Früchte „ith IS Aufzer kam von seinen Lippen. Das Lächeln wich S Farbe des Lebens, und es ging wieder ein dunkler ESS™” Schwermut über sein Gesicht. Er stand noch m voller ^ugend und fühlte sich greisesmüde. Ta schloß .d?e schönen Augen, und unter den gesenkten Wimpern eim Haax .schwere Tränen hervor und rannen tute gleißende Perlen über die Wangen . . . ..... H1.1 der Tür pochte es leise. Es war Daniel, der sich ! HE" sorgte. Es sei um die Mittagsstunde; ob das Frühstück bringen dürfe? aber Daniel wieder kam und das bem P:ühstück an das Bett schob, weigerte infe6^°mif' bsien. „Gib den Vögeln", sagte er und wies auf den schwatzenden Schwarm vor dem Fenster. Daniel erwiderte kein Wort, schenkte aber trotz der Ab- und es in seine Tasche gleiten zu lassen, sich eines anderen, zerriß es in winzige die Schnitzel fallen. (Fottsevnng folgt.) Ilnsr Kans» $on JB. H. I Weisung den Tee ein und schlug ein Ei auf, öffnete däuft das Fenster ein wenig und streute eine Hand voll Krumen! hinaus, über die sich die Spatzen mit Eifer und lebhaftem Gepieve hermachten. „Tyrann", sagte Priestap, trank widerstrebend den Dee und löffelte das Ei aus. „Ich will aufstehen . . ." Daniel half ihm dabei. Plötzlich schwankte Priestap und glitt in des Dieners Arme. Es war ein Moment der Schwäche. „Hoi", rief er, „die Beine fliegen mir fort! Mtev Daniel, es ist nichts mehr. . ." Und wieder sagte Daniel kein Wort. Er brachte seinen Herrn in das Badezimmer, goß irgend eine Essenz in daS Wasser und ftagte, ob Masseur und Manieure vorgelassen werden solle. Nein, entschied Priestap mißmutig, dehnte sich in der Wanne und befahl dann: „Hinaus!" — Daniel frottierte ihn, kleidete ihn stückweise an wie ein kleines! Kind, hüllte ihn in einen warmen Flanellanzug und führte ihn hierauf in das Herrenzimmer, wo Priestap sich sofort auf den Divan streckte. Ter Trainer fei da, meldete Daniel. „Er soll wieder fortgehen", antwortete Priestap. „Nehmen der Herr Baron Besuche an?" „Nein." „Wo speisen der Herr Baron?" „Gar nicht. . . Ich weiß noch nicht. Laß' alles! Ftagen und gib mir die Briefe und Zeitungen . . ." Daniel brachte einen Stoß Journale und Briefe, deckte den Herrn sorgfältig zu, zog die Storks vor dem einen Fenster ein wenig auseinander und trat ab. Priestap blinzelte in das Licht; es mußte ein schöner Tag fein, denn die Sonne legte einen breiten gelben Streifen quer über den Teppich, und durch das feine Gewebe der Stores sah man den Himmel blauen. Ich bin noch ganz außer Atem! Nun habe ich ihn aber gründlich hinausgespcrrt, unfern Hans. Wie hat er mich zerzaust, und wie ist mein Haar verwirrt! Ein Glück, daß Mutter mich nicht so sieht —• der tolle Junge! Ich sage Mutter immer, wenn ich lange Kleider trüge, und' muh richtig erwachsen frisierte, daun hätte unser Hans auch Respekt vor mir. Sie will's" nicht glauben. Nun, wir werden sehen: Ostern komme ich aus der Schule, dann bin ich endlich erwachsen, dann wird sich's ja zeigen, wie Hans sich damit abfindet. Er poltert noch immer an der Tür, aber diesmal bin ich unerbittlich. Das kann er nicht lassen, meine Sachen zu durchsuchen, und eben hatte ich doch nur an meinem französischen Aussatz geschrieben, ich war völlig unschuldig. Daß sein Verdacht nicht ganz grundlos ist, muß ich ja freilich anerkennen, er entdeckte neulich ganz zufällig zwischen meinen Heften einen Zettel mit Spottversen, aus welchen er leider sich selbst erkennen mußte. Seitdem habe ich keinen Frieden mehr, fortwährend halt er bei mir Haussuchung. Jetzt habe ich ihm aber erklärt, uh würde nun alle seine Unarten aufschreiben, und wenn der Herr Redakteur ein ebenso guter Pädagoge wäre wie ich, dann wurde er's' sogar abdrucken, und dann wäre er — nämlich unser Hans — vor der ganzen Stadt blamiert. Das wird helfen. Nun ist es stille draußen. Er wird wohl zu Auguste ge- gangen sei und sich von ihr trösten lassen. Wenn Hans Auguste Nicht hatte, dann wäre er fteilich verlesen. Er verspricht ihr auch immer, er wolle sie später heiraten, und sie nennt ihn dann ihren Renten Bräutigam. Haus ist erst 10 Jahre alt, bis er em Mann fein wird, ist das niedliche, hübsche Ding schon eine alte Frau. Auguste kann wahrhaft kunstvoll Flicken einsetzen und Schäden ausbessern — ich will das auch sicher bei ihr lernen, wenn ich erst aus der Schule bin — und wie tnelc Prügel sie unscrm Haus dadurch schon erspart hat, das ist gar nichts zu zählen. . Lin Herbst hätte sie ihn beinahe aus "einet ganz schlimmen Der wilde Taumel würde von heillosem Einfluß auf die Gemütsstimninng Priestaps. Schon die spiritistischen ©eancen hatten feine sensiblen Nerven merkwürdig erregt: im Wachen und Träumen hörte er ringsum das klopfende Pochpvch, und Visionen umschlichen ihn, Wesenloses dämmerte an ihm vorüber, weiße Hände griffen durch die Lust, geheimnisvolle Stimmen flüsterten. Die Tenftls-- vrgien Lusis, bei denen ein polnischer Schriftsteller der Assistierende war, und die in wüsten Spelunken stattfanden, gräulich dekoriert und von blauen Flammen durchzuckt, wirkten wie ein Haschisch aus ihn ein. Er schlief nachts nur noch wenig und wälzte sich tagsüber mit zerschlagenen Gliedern auf dem Divan umher. Heute hatte ein neues Schlafmittel ihm wenigstens einige Stunden Schlummer gebracht. Er fühlte sich zwar entnervt wie immer und körperlich todesmatt; aber er vermochte doch feine Gedanken zu sammeln, und das brachte eine gewisse Ruhe und Friedfertigkeit der Stimmung über ihn. Er hatte geträumt, er fei gestorben, und wie um Faust, so stritten Engel und Teufel um feine Seele. Er hatte das vor sich gesehen, plastisch und dekorativ: wie die vom krummen und geraden Horn ihn hinabzerren wollten in die lodernde Hölle, und der Engelreigeu schwebte herab, Rosen ausstreueud unter lei;.;, köstlicher Musik, und bildete die schützende Wache um ihn. Da glitt ein sanftes Lächeln über fein weißes Gesicht. Ter Tod als Schreckgestalt war ihm immer fürchterlich gewesen. Bei den satanistischen Feiten feierte man ihn als das Prinzip des Böien; Tod und Teufel waren gleich. So mochten die alten Kelten und südslawischen Völke m vor sich gesehen haben: als dunkles, geflügeltes Ungeheuer, hammerbewehrt und mit glühenden Augen, als übermenschlich große hagere fahle Gestalt mit einer schwarzen Hündin, als ein Knochenweib mit Drachen- httrgen und Senft, von sechs hungrigen Wölfen gefolgt. Wer Priestap wollte, frenndlicher sollte der Tod ihm ent- aegenkommen, als Bruder des Schlafes wie in der antiken Welt, als fackeltragender Genins, von dem Falter der «eele umgankelt. Er fand etwas Beruhigendes in dem Gedanken au einen heiteren Tod. Er hatte auch vor, in feinen letzten Bestimmungen die Art seiner Beisetzung genau porzuschreiben. v ö ö Da lenkten feine Gedanken sich in andere Wege. Er hatte noch kein Testament gemacht; das war doch nötig. Von feinem großen Vermögen war viel in alle Winde gefteeut worden; aber es blieb noch genug. Die amerikani- fetjen Verwandten seiner Stiefeltern waren ihm gleichgültig; er kannte sie auch kaum. Wem sollte sein Erbe zufallen? Der größte Teil stammte von seiner Mutter. Vielleicht war.es das beste, und jedenfalls "wäre es nach ihrem Sinn getuefen, er vermachte die Hinterlasfenschaft künstlerischen — iib — Sache gerettet, aber die SonNe brachte es doch noch an den Tag. Da hatte Vater strenge verboten, Hans dürfe nicht «» unfern Birnbaum gehen, denn die Birnen waren noch nicht reif und in der Zeitung war viel von Cholera die Rede. Der recht hohe Birnbaum hängt etwas über die eiserne Gartentür, deren einzelne Stäbe oben in zieinlich scharfenPfeilspitzen enden. Hans natürlich übertrat nicht nur Vaters Verbot, sondern er streckte sich auf dem Baum zrl weit vor, fiel hinab und gerade in die eisernen Spitzen. Er hätte dabei völlig verunglücken können, doch wurde nicht der Kops verletzt, sondern nur die Beine. Jur Moment muß er aber rasende Schmerzen gehabt mib stark geblutet haben, Mir ist's noch unbegreiflich^ wie er das alles verbeißen und verbergen konnte. Ich sah ihn eigentümlich langsam ins Haus gehen, glaubte, er mache Scherz, und liest ihn ruhig gehen. Später fragte ihn Mutter: „Du hast ja die Schulhöfen an?" Da sagte er: „Ja, Auguste bessert an den andern eine Kleinigkeit aus." Eine nette Kleinigkeit war das! Zwei Tage später sahen wir uns die Arbeit näher an, es war ein wahres Kunstwerk, was die Fleißige an diesen gänzlich zerrissenen Kleidern geleistet hatte. Zwei Tage lang hat Hans die Wunden wirklich verheimlichen können, dann sollte er gegen Abend baden. Dabei macht er stets in der Badestubck einen Lärm und plätschert so laut in dem Wasser, daß wir ihn bis ins Wohnzimmer hören. An jenem Tage aber blieb alles verdächtig still, so daß Mutter endlich ausstand: „Ich muß nach Hans sehen, man hört ihn gar nicht." Gleich darauf rief iie entsetzt: „WaS hast Du, Haus? Was ist mit Deinem Bein geschehen?" Wir eilten alle hin. Da stand der entlarvte Sünder und hatte aus' Furcht vor Schmerzen nicht gewagt, die frischen Wunden der Berührung niit dem Badewasser auszusetzen. Nun mußte er alles beichten. Prügelstrafe war diesmal unmöglich, das Bein wäre durch sie nur noch schlimmer geworden. Es wurde eine andere Strafe ersonnen: Hans mußte mit nächsten freien Nachmittag, während er durchs offene Fenster die Kameraden schreien und spielen hörte, mehrere Stunden ohne Beschäftigung im Bette liegen. Das hatte aus ihn eine so schlimute Wirkung, daß er ganz bleich, wie ein gebrochenes altes Männchen abends noch in den Garten schlich, und ich hörte, wie Vater zu Mutter sagte: „Das dürfen wir nicht wieder wagen. Ich glaube wir konnten ihn krank machen, wenn wir dem kräftigen, unruhigen Jungen stundenlang jede Bewegung und Tätigkeit nehmen." Mit Lernstrafen ist unserm Hans auch nicht beizukommen, das füllt ihm alles viel zu leicht, er lernt ausgezeichnet. lleber- haupt, das muß ich offen bekennen, er ist der einzige gescheite von uns: Meine Schwester imponiert mir nicht. Sie schreibt jeden Tag an ihren Bräutigam, oder liest seine Briese, und wenn der Bräutigaut hier ist, so sit-en die beiden im andern Zimmer, und ich höre gar nicht einmal ob sie überhaupt reden. Ich fragte Mutter, ob Brautpaare immer so langweilig seien. Da lachte sie und sagte: „Warte nur, wie Du erst sein wirst." Aber da wehrte ich mich: „Ich werde meinem Bräutigam alles erzählen, was mich interessiert, ich werde ihm aus der Edda erzählen —". Da lachte Mutter noch mehr, so daß ich ihr weiter gar nichts sagte, und ich bin doch so begeistert für die Heldengestalten der Edda, wir haben sie neulich in der Literaturgeschichte ourchgenommen. Ich wollte aber uns uninteressante Geschwister aufzählen: nach meiner Schwester komme ich. lieber diesen Gegenstand fragt man lieber nicht meine Lehrer und Lehrerinnen: ich habe so eine Ahnung, als ob sie nicht sehr begeistert für mich seien. Dann kommt Bruder Wolfgang. Wenn der bei uns in Ferien ist, dann spricht er nur immer von seinem Stubenältesten und von den Streichen, die in irgend einer andern Klasse gemacht worden sein sollen, und damit glaubt er, Hans und mir Eindruck zu machen. Aber unserm Hans' ist das viel zu langweilig, und so endigt die Unterhaltung jedesmal mit Ritter großen Prügelei, bei der der gewandte Hans meistens Sieger bleibt. Der letzte von uns Geschwistern ist unser Familiengenie, unser Hans. Hier sieht man einige ältere Herren auf der Straße, die sollen große Gelehrte sein, sie sehen sehr angenehm und befriedigt aus — ein solcher wird gewiß einmal unser Hans. Die jungen Gelehrten sollen noch angenehmer sein, als die alten, sagen die Mädchen, die cs wissen müssen. Man muß eben nur hoffen, daß Hans nicht vorher den Hals bricht. Eine schlimme Erinnerung habe ich noch aus der Stadt, in der wir früher wohnten. Hans war da noch Kein, aber er hatte schon dieselbe Leidenschaft wie jetzt für recht lange, glatte Eisschleifen, ob sie nun in den Gossen, oder sonstwo zu finden find. Nun war. dort eine alte steinerne Brücke, mit Mauern statt Geländer, die mit'breiten, glatten Steinplatten gedeckt waren. Wenn ich aus der Schule kam, lehnte ich mich oft über diese Steinplatten soweit ich konnte, um hinunter zu sehen in den Fluß. Dann dachte ich „auf die Mauer steigen darf man nicht, wer da hinunter fällt, kommt nicht wieder herauf." Einmal bei Glatteis sah ich von weitem eine' Anzahl Menschen auf der Brücke, kleine Knaben und mehrere Erwachsene in ungewohnter Erregung. Ich lief neugierig hin und kam gerade noch dazu wie ein fremder Herr unsern Hans von der Mauer herunter- gehoben hatte, der hatte da oben auf dem Glatteis schleifen wollen. Der Herr zankte ihn nun. Ich sagte: „Bitte, geben Sie ihm tüchtige Schläge. Wenn ein fremder Herr ihn geschlagen hat, das wird er wohl nicht vergessen." Der Herr sah mich lächelnd und etwas stutzig an. Ich erklärte aber: „Ich bin seins Schwester, Sie tun mir einen Gefallen, wenn Sie ihn tüchtig prügeln". Das tat er denn. Ich machte ihm meinen Knix und bedankte mich — noch mehr für die vorbeugenden Prügel als für die Lebensrettung, denn ich habe einen felsenfesten Glauben an den guten Engel, der unsern Hans beschützt. Der Sünder hatte die Zählte aufeinander gebissen und Strafrede wie Prügel hingcnommen ohne zu mucksen, aber er war so tief gekränkt und entrüstet, daß er erst gar nicht merkte, daß ich ihn an der Hand führte, nach Hause. Plötzlich siel ihm ein, daß ich doch diejenige sei, die er am meisten hassen müsse, er sah mich mit seinen blitzenden Augen au und riß sich wütend loS: „Mit Dir gehe ich niemals wieder!" Daß ich dann den Eltern nichts erzählte, erkannte er wohl dankbar an. — Diese Alteration durste ich aber Mutter nicht beibringen; und nochmalige Prügel hätten auch beit Eindruck abgeschwächt, den die ersten machten. Am Nachmittag wurde ich weggeschickt, Aepfel einkaufcn, mit der Erlaubnis, gleich einen für mich zu behalten. Da legte der kleine Egoist ganz treuherzig seine Hand in meine: „Darf ich mit Dir gehen?" Die Freundschaft war also rasch wieder hergestellt. Seine Streiche sind nicht immer so schrecklich wie dieser, manchmal — trotz aller Unart — sind sie wirklich hübsch. Im vorigen Sommer, an einem wunderschönen Sonntagmorgen, goß Hans die Blumen im Vorgarten. Dabei standen die beiden niedlichen Nachbars'kinder, die den großen Jungen jederzeit bewundernd umgeben. Sie sahen allerliebst aus in ihren frischen Sommer- kleidchen und tadellos weißen Schürzchen, eben frisch geglättet. Da plötzlich hob Hans die Gießkanne hoch und goß mit der Brause recht kräftig über die kleinen Mädchen, er hielt sie wohl für die schönsten Blumenknöspchen im ganzen Garten. Ich sprang hinzu: „Nicht weinen! Ich gebe Euch auch Zucker. Weint nur nicht, ich mache alles wieder gut!" Sie waren so verblüfft über die Schandtat, daß ich sie wirklich rasch bis hinters Haus gebracht hatte, ehe ihr Weinen losbrach. Hier konnte weder ihre Mutter, noch unsere sie hören. Das Wasser lief den armen Dingern an den glattfrisierten Härchen herab und über die roten Wangen, und die Schürzchen waren patschnaß. Die zog ich schnell aus, und von oben rief Auguste verständnis- . innig: „Hängen« Sie die Schürzchen über die Büsche in die ' Sonne. Ich hole sie, wenn sie soweit abgetrocknet sind, ich plätte gerade meine Bluse." Leni schluchzte noch immer bis ich sie endlich verstand: „Du wolltest uns doch Zucker geben." Den hatte ich dann rasch der Köchin abgebettelt, und nun waren sie wieder so ganz getröstet, daß sie sogar unserm Hans, der sich heranmachte, von ihrem Zucker abgeben wollten. Ich sagte aber: „Nein, der bekommt nichts', er war viel zu unartig." Da schlich er in's Haus — und ließ sich jedenfalls von der Köchin noch mehr schenken, als sie mir gegeben hatte. llnser HauS weiß immer für sich zu sorgen, und macht sich auch gern unabhängig soweit es geht. Zur Kirschenernte durfte er einige Kameraden eiuladen, die sollten helfen, unsern Baum abtun. Auf der Platte bei Annerod hatte Mutter durch Vermittelung der Eierfrau einen Kirschbanm gesteigert, und hatte nun Taschen und Körbe bereit gemacht, die schönen Früchte heim- znbringen. Die Knaben fanden sich ein, erwartungsfroh, aber als wir eben gehen wollten, erhielt meine Schwester noch einen der bewußten Briese, und Mutter war so unvorsichtig, ihr zu erlauben, daß sie ihn noch erst las. Als wir dann in den Hof kamen, waren die Jungen spurlos verschwunden. Wir konnten ja hoffen, sie seien vorausgegangen, aber nirgends auf dem ganzen Weg sahen wir sie vor uns — sie müssen gelaufen sein, als seien sie verfolgt. Mutter machte sich rechte Sorge um die ihr anvertrauten Kinder. Als wir endlich aulangten, fanden wir freilich die Gesellschaft schon eifrig bei der Arbeit, aber da sie nicht wußten, welches unser Bannt war, hatten sic sich auf alle Bäume verteilt und schon reichlich geerntet, das sah man an den schwarzeit Mündern und Händen. Zugleich mit uns traf der Flurschütz ein, und zankte wütend über diese Dieberei, bis Mutter ihn beruhigte, er solle zusehen, daß wir unsere halbe Ernte am Baume ließen, daran könnten sich die geschädigten Besitzer schadlos halten. So geschah es denn, und es war für uns ganz vorteilhaft, denn wir hätten sonst eine Leiter aus dem Dorfe leihen und herantragen müssen, um die äußersten Zweige zu erreichen. Die ließen wir nun voll Kirschen hängen und brachten einen reichen Segen mit nach Hause. Am Abend halsen wir noch der Köchin beim Einmachen. Dann teilte Mutter ab, was am nächsten Tag für Küchen und was zum Kochen verbraucht iverbeit sollte, und dann waren noch viele, sehr viele Kirschen übrig. Ich machte den Vorschlag: „Darf Hans damit sein Jugendfest halten? Die Kinder bekommen dann nur Biitterbrot und Kirschen und komnien garnicht tu die Wohnung, sondern bleiben im Hof." „Jngendfest! Jugend- fest!" schrie Hans und umarmte uns, als gälte es, uns zu zerquetschen. Das war seine ganze Sehnsucht seit er, bald nach unsrer Ankunft, dieses schöne Fest der Schulkinder mit angesehen hatte, ohne doch teilnehmen zu dürfen, da er noch nicht in der Schule angemeldet war. Nun half er mir eifrig im Vor- bereiten der Spiele. Wir machten aus alten Bettüchern ^äcke 3- 116 — sittrf Sacklaufen, suchten einen Men Korb, der mit verbundenen Augen mit der Stange getroffen werden sollte zur Erlangung der darunter liegenden Bretzel. Armbrust und Zielscheibe rmtrden hergerichtet, auch Preise bereit gemacht, Bilderbogen und ivas wir Morgen beim Kaffee wollte,, eben Mutter Hans sagen, wen er einladen dürfe, da sagte der schlaue: „3® Wern schon ganz genau. Jetzt muß ich mich eilen zur schule. Uno wen lud er ein? Am Nachmittag erschien dre ganze Klane und alle erreichbaren Nachbarskinder noch dazu. Auguste mußte nur schnell mit einem großen Korb zum Bäcker, um mürbes Gebäck zu holen. Einen Kirschenkuchen hatte die Köchm noch tut Ösen, der andere dampfte schon ab. Für bie. Verpflegung war also gesorgt. Ich ging als Oberaufsicht mit m den Hof und leitete die Spiele. Der Jubel war groß. Dann verkleidete ich mich, so gut es in der Eile zu machen war, als Bauernmädchen, mit Zuhilfenahme einiger Tücher und eines kurzen Rockes, setzte mich in dm Hof mit einem Korb voll Kirschen und Schusteln voll Kuchen iiud Gebäck und verkaufte meine Ware für ent freundliches „Danke schon". m Als ich int besten Tun und Verteilen 6ut, höre ich plötzlich unfern Hans ausrufen: „Hier ist der wandelnde Kirchturm zu zu sehen! Kikeriki! Ich bin der Wetterhahn!" Hiniehen und hinspringen war für mich eiiis. Ein starker größerer Junge trug seinen jüngeren Bruder auf den Schultern sitzend, und auf dessen Schultern saß unser Haus, und diese lebende Pyramide bewegte sich langsam und schwankend im Hof. Anstatt da oben als Kirch- turmspitzc wenigstens Ruhe und Balance zu halten, winkte Haus mit den Armen und krähte immerzti. Ich faßte ihn an dm Beinen, hieß ihn, meine Arme mit seinen Händen umspanneii, und so hob ich ihn herunter, was gar nicht leicht war. Als ich ihn in den Sand gelegt hatte, wollte ich ihn regelrecht prügeln. Aber da hatte ich in ein Wespennest gestochen: Sämtliche Küabm fielen über Haus und über einander her, im Nu lagen alle im Sand und prügelten auf, einander los. Da konnte ich auch wieder springeil. Ich ergriff meinen Kirscheukorb, stellte mich mitten in das Schlachtengewühl und rief: „Jetzt werfe ich alle meine Kirschen in die Luft, was jeder fängt, das gehört ihm!" Da waren sie plötzlich wieder alle auf dm Beinen und ich konnte die Gesellschaft bald wieder in gemäßigte Bahnen ein- lenken. So war unser Hans als Spitze des wandelnden Kirchturms diesmal ohne Strafe durchgekommen, doch zum Glück mit gesunden Gliedern, und der Engel, der ihn vom Abstürzen gerettet hatte, war diesmal ich. Und ich kann nur immer wiederholen: ivir wollen hoffen, daß er nicht noch einmal den Hals bricht! Für die besten Kinder-Geschichten und Aeußerungcn „Aus Kindermund" hatte „N. Wien. Jolirn." jüngst ein Prcisausschrkiben erlassen. Die preisgekrönten Aussprüche und einige der klebrigen seien hier wiedecgegebeu: Ich war als junge Witwe Gesellschafterin bei zwei Töchtern einer Patrizicrfamilie in Frankfurt am Main, in der auch noch ein dreijähriges herziges und schönes Mäderl war. Eines Sonntags, im Begriffe mit den beiden größeren Töchtern in die Kirche zu gehen, begab ich mich, das Gebetbuch in der Hand, in das Kinderzimmer, um meinem kleinen Lieblinge Lebewohl zu sagen. Klein Elschen: „Was hast Du da für ein Buch?" „Das ist ein Gebetbuch, in dem steht, was ich mit dem lieben Gott sprechen werde." „Hast Du daS Buch geschrieben?" „Nein, das Buch hat ein Herr geschrieben, den ich nicht kenne!" Klein Else, höchlichst erstaunt: „Ja, wie hat denn ein fremder Herr wissen können, was Du heute dem lieben Gott sagen sollst?" Ich bin nun schon nahezu 60 Jahre alt, aber heute habe ich die Lehre noch nicht vergessen, die mir vor 30 Jahren der „Kmdcr"mund gab. Frau Professor Emma Goos. Wir standen in der ersten Woche des Schuljahres. Ich hatte wieder meine Lieblingsklasse, die erste, und einer der Knirpse attachierte sich mir besonders. Er wartete am Wege auf mich und erzählte mir von seinen kleinen Angelegenheiten. Hier ein Dialog: „Herr Lehrer, i hab' mir schon alles g,mirkt, was S' in die Schul' g'sagt hab'n." - „Das ist recht von dir." „Ja i hab' mir alles g'mirkt: Daß ma'n Lehrer grüaß'n muaß ... aber der Rombergcr Natzl von der vierten Klass' hat Jhna heut' nct grüaßt." „Nun war mir und allen meinen Kollegen der angeführte Romberger Nah! eine wohlbekannte Persönlichkeit, aber nicht wegen seines Fleißes und seiner Artigkeit. Eine absichtliche Verweigerung des Grußes war dem wohl zuzutraueii. Trotzdem nahm ich ihn vor dem Kinde in Schutz und sagte: „Er toirb, mich wohl nicht gesehen haben." "D ja g'seh'n hat er Jhna schon, aber grüaßt hat er Jhna net." Und mit vor Entrüstung gesteigerter Stimme fetzte er hinzu: „Morg'n grüaß t fein Lehrer a nct." ■ Kamillo Braun. * 1 ■ i DaS die Preisgekrönten. Einige weitere mögen folgen: „Prinz Rolfi hört in der Neligionsstunde von David und seine» dreißig Helden, die große Taten vollbrachten; er aber war voll Gottesfurcht. „Und der soll tapfer gewesen sein! —" Rolfi soll „Le vienx coq" in« Femininum übertragen. Er schreibt: La vieille coquette." Einige Aufsatzblüten der kleinen Paula ails der dritten Klasse: „Der Genuß unreifen ObsteS verursacht oft scherzhafte Krankheiten." „Der Wein ist ein geistliches Getränk." „Als Maria Theresia starb, war sie weder jung noch alt." „Durch Amerika geht die Partizipbahn." „Einen Augenblick, bevor ihn die feindliche Kugel traf, plauderte der tote Kamerad noch mit seinem Kameraden." * ! Unser kleiner Willy sagte neulich zur Wäscherin, die schlechte Zähne hat: „Warum sind denn deine Zähne so finster?" * Man hat dem dreijährigen Alfred gesagt, er solle keine Gesichter schneiden, denn davon würde er ein häßliches, faltiges Gesicht bekommen. Einmal ist er bei einer alten Dame zu Besuch: er betrachtet sie lange aufmerksam und wendet sich endlich an sie mit der Frage: „Du hast auch immer Gesichter geschnitten, nicht war?" — „Wer hat denn das zerbrochen?" „Frage mich nicht, Mama, denn ich will nicht sagen, daß ich cs war, und lügen will ich auch nicht." „Papa, was fehlt, denn eigentlich der Mama?" — „Mein Kind, sie hat Kopfweh, Fieber, Katarrh ..." — Der Kleine schlägt die Hände zusammen: „Mein Gott, nur eine Frau und soviele Krankheiten!" Hugo, etwa fünf Jahre alt, spielt im Zimmer mit Holzabfälleu und baut damit eine Brücke. Mama sitzt daneben mit einer Handarbeit beschäftigt. Da ruft Hugo: „Schau, schau, Mama, was i g'macht hab!" Mama, gerade mit Abzählen der Fäden beschäftigt: „Laß mich, siehst den» nicht, daß ich arbeite, ich habe keine Zeit!" Einen Moment schweigt Hugo, dann: „Ja, Mama, warum arbcit'st denn, wenn's d' keine Zeit hast?"-- * Der Kleine sieht vom Fenster aus Militär vorbeimarschieren. Als die Kavallerie sichtbar wird, fragt er: „Nicht wahr, die sind jetzt aus einer anderen Schachtel?"--- Die kleinere Lisi, die von der Mutter etwas strenge behandelt, von der Großmutter aber verzärtelt wird, erklärt: „Mama möchte ich nicht werden, aber Großinama."--- * Kleine Schwester zu ihrem Bruder, der verstohlen etwas nimmt: „Wart', du kommst in den Diebstall!" Einmal geht Friedel mit seinem Papa bei einem schönen, großen Gebäude vorüber. „Du, Papa, was ist daS?" Papa: „Das ist die Volksschule!" „Papa, heißt sie so, weil man da folgen muß?" „Mimi, wenn du heute nachmittag brav bist, während ich fort bin, bekommst du abends zwei Schalen Schokolade. Bist du aber schlimm, dann erhältst du nur eine." — „Weißt du, Mama, dann werde ich zuerst brav und dann schlimm fein, so bekomme ich drei Schalen." Humoristisches. Sie weiß es. Fran (511111 Manne): „Laß doch das langweilige Zeittmgslesen sein." — Mann: „Ich muß doch wissen, was in der Welt vorgeht." — Frau: „Ich werds Dir sagen; Die Frauen gehen vor." A in angeneh in st e n. Hausfrau: „Nun, Herr Leulnanh welcher Heirat würden Sie den Vorzug geben, einer Geld- oder Liebesheirat?" — Leutnant: „Einer Liebesheirat mit recht viel Geld, meine Gnädigste." Magisches Dreieck. ------------- In die Felder nebenstehender Figur sind I die Buchstaben eeeegggllmoorru --i--! derart einzutragcn, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen 1 gleichlautend Folgendes bedeuten: __I 1. Männlichen Vornamen. 2. Einen Raubvogel. 3. Tier aus der Ordnung der Amphibien, 4. Teil von Oesterreich. 5. Einen Buchstaben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Wir sollen eben nicht in Ruhe bleiben! Gleich wird uns, wenn wir zu genießen denken, Zur Uebung uns'rer Tapferkeit ein Feind, Zur Uebung der Geduld ein Freund gegeben. Goethe, Redaktion; Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen Universitäts-Buch- und SteMdruckerel. R. Lange, Gießen»,