Nr. 187 1906 77MZMW tiR MiLirvoch den 19. Ktzemöer L . f ZM And zürne nicht! Weihnachts-Erzählung von Deo von Torn. Nachdruck verboten. I. „Nee, Stäüeroiv — tote ich mich freue! Wahrhaftigen Gott! Ist doch mal wieder 'n Mensch! Wo man so lange keinen gesehen hat! Haben dich denn die Aufpassers überhaupt ’retngelassen?" Der alte Baron von Knieper hatte den Krückstock unter den Arm geklemmt, um beide Hände frei zu habet:. Mit diesen beiden Händen betastete er glückselig die Stopepl-- wangeu und die Glatze seines einstigen Gutsnachbarn und späteren Oberinspektors Jochen Staberow, der sich das auch friedlich gefallen ließ. Nur als der Baron die schwachen Augen zu dicht an sein Gesicht brachte, sodaß die gelb- weißen Lambrequins des kolossalen Schnauzbartes ihn kitzelten, machte er eine krause Nase und wandte den Kopf Lin wenig zur Seite. „Wenn du mir 'n Kuß geben willst, Baron", sagte er in jener ernsten und bedächtigen Art, durch welche Jochen Staberow auch der unwesentlichsten Bemerkung einen Anstrich von Wichtigkeit zu geben wußte, „denn mach' 'n -bischen fix, weil ich sonst niesen muß, Setz' dich man Merhaupt hin mit deinen kranken Knochen. Wieso meinst du, daß sie mich nicht 'reinlassen sollten?" „Weil das eine Schwefelbande ist! Deshalb. Sieh'mal, Vorige Woche hatte ich mir bei Behncke in Lübeck ein Faß Roten bestellt, wovon ich dir nu so schön ein Glas vorsetzen könnte. Glaubst du, sie haben's durchgelassen? Gott bewahre! Vorgestern war der Lewin hier — du weißt doch: der buckelige Lewin aus Neubrandenburg, mit dem ich immer meine Geschäfte gemacht habe — den haben sie gar nicht erst auf den Hof gelassen. Die Seffi hat gesehen, wie Lr mit seinem alten Fliegenschimmel wieder hat abfahren Müssen. Und ich sitz' da ohne die fünfzig Taler, die ich so nötig brauche. Ist das eine Zucht!" Jochen Staberow pfiff leise durch die Zähne und machte Lin Gesicht, als hätte er eins der schwierigsten Rätsel des Lebens gelöst. „Nu weiß ich auch weshalb ich beinah' hab' schwören Müssen, daß ich dir kein Geld borgen tu'." „Siehst du, da hast du die Katzenpastete! Diese verflüchtigen Triddelsitze! Verweigern einem alten Mann auf seinem eigenen Grund und Boden — ist dir was, Jochen Staberow?" „Nee, mich hat bloß mal gehüstert. Ich muß mich wo verkühlt haben." ., .//Ra denn schon' dich man, daß du nicht auch den verfluchten Reißmirtüchtig in die Scharniere kriegst. Also sollt' ich doch sagen? Ja: sie verweigern einem ^ch^.^oßden standesgemäßen Unterhalt, sondern auch- die Möglichkeit, daß man sich was Pumpt. Mach' die einen Begriff, Staberow, wüs bas für ein Zustand ist! Abey ich weiß, daß du mein Freund bist und dich nicht beschwatzen läßt von der Schwefelbande. Ich mein’, fünfzig! Taler sind schließlich auch kein Geld —" Der emeritierte Landwirt beantwortete den zwischen Zuversicht und Zagheit auf ihn gerichteten Blick mit den verständnislosen Frageaugen eines Schwerhörigen. „Du siehst eigentlich noch ganz gut aus, Baron", sagte er mit einer Ueberzeugung, als wenn er die ganze Zeit über an nichts anderes gedacht. „Verändert hast du dich gar nicht in den zwei Jahren, wo wir uns nicht gesehen. Bloß in den Nerven mußt du einen kleinen Knacks weg- gekriegt haben — wegen der allgemeinen Unruhigkeit. Wes-, halb hnmpelst du immer in der Stube 'rum, Baron?" „Weil ich suche, was ich dir vorsetzen könnt'. Die Seffi ist in der Stadt — und außer dem greulichen Sauerbrunnen seh' ich nichts. Oder magst du vielleicht ein Glas Sauerbrunnen?" -Dieses weniger. Du wirst schon noch was anderes finden. Geh man immer deiner Nase nach, die sieht so schön bunt aus, als wüßte sie eine bessere Quelle". „Das sind doch die Polypen, Staberow", erwiderte der alte Herr in einem tiefen, vorivurfSvolleii Brusttöne. Gleich darauf nahm das verwitterte Gesicht einen listig geheiumis- vollen Ausdruck au. Er legte den Finger an die Nasenwurzel und machte: „Sssssssfs—t! . Mir fällt was ein, Staberow. Wie man vergeßlich wird mit den Jahren, das glaubt kein Mensch. Ich hab wahrhaftig noch eine Flasche von dem bewußten Portwein. Und wenn du mir schwörst, daß du der Seffi nichts sagen und dir hinterher ordentlich den Schnabel wischen wirst, dann sollst du was 'von abhaben". Jochen Staberow nickte ernst und verfolgte mit Interesse, wie der Baron zu seinem Lehnstuhl stelzte, den Sih desselben aufhob und nach einem sichernden Blick aus bem Fenster sowie unter allerhand unistündlichen Vorsichtsmaßregeln eine Flasche hervorholte. Als der Schah gehoben war, niekte Jochen Staberow noch einmal — und zwar befriedigt. „Du kannst dich ganz auf mich verlassen, Baron. Wenn ich schon beeidigt habe, daß ich dir nichts borgen werbe, weshalb soll ich nicht schwören, mir den Mund zu wischen! Das geht in einem hin. Du scheinst aber in aller Vergeßlichkeit schon ganz hübsch genascht zu haben an der Flasche? Es ist man kaum noeh ’n Viertel drin —* „Wahrhaftig!" rief der Alte in ziemlich glaubwürdiger Ueberraschung, indem er die Flasche gegen das Licht hob. „Das muß teilt ausgelaufen fein. Aber das kommt davon, wenn man mit der edlen Gottesgabe Versteeken spielen muß. Ich würde es auch nicht tun — nu trink' mal erst, Staberow, aber vorsichtig, daß du dich nicht verschlüekerstl — würde es nicht tun, wenn die Seffi nicht gar eine so große Abneigung — 746 gegen alles hätte, was nach Wein aussicht. Kannst dn dir vorstellen, Staberow, das; das Mädel den Wein als den Anfang von allein Unglück ansieht? Was eine Unvernunft, nicht wahr? Nee, trink inan allein ans! Mir ist gerade jetzt, als wenn die blauen Mädelsaugen über Wald vntr Heide hinweg durch die Wände sehen bis tief hinein in das alte schwache Herz." Er ließ sich schwerfällig und unter leisem Ausstöhnen in den Sessel sinken. Tas Hvlzbein steif von sich gestreckt, die kurzen, gichtisch verkrümmten Finger über dem respektablen Bäuchlein verschränkt, schaute er angelegentlich auf die Chaussee hinaus. Tie letzten braunen Blätter rieselten von den Bäumen, und die kahlen Zweige zitterten wie fröstelnd im Herbstwind. War es das, was ihn da draußen fesselte? Schaute er nach der Tochter aus? Oder wollte er nur nicht zusehen, wie sich Jochen Staberow den guten Tropfen zu Gemüte zog? Letzterer schien das anzunehmen; denn bei jedem Schluck wandte er sich diskret zur Seite und vermied jedes Schnalzen oder jede sonstige Aeußerung des Behagens. Erst nachdem er die Flasche geräuschlos beiseite gestellt und dann umschichtig mit beiden Handrücken die Lippen wischte, konstatierte er einfach: „Nu ist's alle, Baron." „Tas ist es wohl", erwiderte dieser mit einen; so schweren Seufzer, daß Herr Staberow in seinem beeidigten Reinigungsgeschäft überrascht innehielt. Aber er begriff bald, daß diese schmerzvolle Resignation sich nicht auf den Wein bezog. „Komplett alle", fuhr der Alte mit abgewandtem Gesichte fort; „da pickt kein Hahn ein Tippelchen von ab. Und für mich sollt' mir das schon egal sein. Ist man denn überhaupt noch 'n Mensch —, Mit seinen halben Knochen und den verflüchtigen Polypen? Ta ist es schon am besten, man kriegt mit den; Spaten was hinten vor und legt sich um. Aber das Mädel, Staberow! So ein Wurm von knapp achtzehn! Herrgott im hohen Himmelszelt! Kannst du dir vorstellen, wenn das so mit dem Regenschirm in der einen und mit dem eingebündelten Sonntagsschen in der andern Hand auf der freien Landstraße steht und nicht weiß, ob es "rechts oder links gehen soll? Jochen Staberow, wenn mir „der" Gedanke kommt, dann hab' ich's im Halse wie eine Nudelgans, der man einen zu dicken Kloß remgewürgt und die dran sticken muß. Brüllen könnt'- ich — und mich dann wieder über eine Bank legen und mir mit meinem eigenen Holzbein fünfundzwanzig aufzählen, daß es nur so hagelt!" „Fünfundzwanzig langen nicht, Baron." „Tu bist ein alter Esel, Jochen Staberow, und eine rohe Natur obendrein. Wieso meinst du? Bin ich denn wirklich so schuldig? Wie hat denn überhaupt das ganze Unglück angefangen, he? Denk' doch mal zurück, was der Pardubitzer Knieper für ein Mensch gewesen ist, solange feine Frau noch lebte. Alleweil nüchtern wie ein Milchkalb — mit alleiniger Ausnahme beim Vieh- und Wollmarkt. Plötzlich fällt es der Frau nach zwölf Jahren ein, noch 'was Kleines zu kriegen. Gut, denk' ich, und freu' mich. Wie es aber soweit ist — just zu Weihnachtsheiligabend — legt sie mir das kleine Menschenkind wie eine Julklapp in die Arme, dreht sich auf die andere Seite, als wär' alles in schönster Ordnung, und stirbt. Damit hat's angefangen. Mit dem Menschen ist's wie mit'»; Pferd, mußt du wissen. Wenn so 'n alter Krippensetzer, der an Kandarre gewöhnt ist, Zaum und Zügel verliert, dann kriegt er Rücken. Ich hab' auch welche bekommen; erst 'n paar, dam; immer mehr. Wie mir dann der Rotfuchs, dem ich mit dem Trokar zu Leibe wollte, das Bein zerschmetterte, hast du ja miterlebt. Wenn ein Landwirt heute zurechtkommen will, braucht er sechs Beine und nicht bloß anderthalb. Dn hast auf Roten- buchen auch Pleite gemacht, weil du man zwei gehabt hast und die zwei auch noch eigensinnig immer nach der Stadt gingen, anstatt auf deinen Klutenacker. Kiek mich nicht an, als wenn du mich fressen wolltest! Es ist so! Nachher bist du ja vernünftig geworden, hast deine letzten paar Kröten in ein Haus vor dir selber sichergelegt und mir dann als ein treuer Freund geholfen — in der Wirtschaft und mit dem Portwein. Tu gehörst zu den Menschen, die durch Schaden klug werden. Ich nicht. Anstatt der Klugheit hab' ich die Polypen in die Nase gekriegt, den Reiß- mirtüchtjg in die Pfoten und den Sequester auf den Hals. Fehlen mir bloß noch fünfzig Taler, damit ich mich nicht 'runterärgern zu lassen brauche, sondern freiwillig abziehen kann von der Scholle, auf der die Kniepers zwei-- hundert Jahre mit Ehren gesessen haben." Nach diesem längeren Vortrage war es eine Weile totenstill im Zimmer. Endlich schneuzte sich Jochen Staberow gewaltig in sein buntes Sacktuch und räusperte sich. „In Deinen Memoarjen sind Dir verschiedene Irrtümlichkeiten nntergelaufen, Baron. Besonders was mich betrifft und den Portivein. Aber ich will Dir das nicht Nachträgen, weil du einen Knacks in den Nerven und auch man bloß anderthalb Beine hast. Außerdem habe ich schon in der Stadt gehört, wie es um dich steht. Deshalb bin ich hergekommen und um es kurz zu sagen —" Er unterbrach sich mit offenem Munde. Theobald von Knieper mußte aus der Chaussee etwas erspäht haben, was ihn in eine lebhafte Unruhe versetzte. Zunächst griff er nach seiner Schnupftabaksdose, als wenn er draußen jemand damit iverfen wollte. Dann aber erwischte er das Vergrößerungsglas, dessen er sich beim Lesen bedienen mußte, klemmte es wie ein Monokel ins Auge und meckerte ein lantschallendes „Mä—ä—ä—öl" „Wieso bist du ein Zickenbock, Baron?" fragte dec andere konsterniert. „Nachher, Staberow, nachher! Wenn du mein Freund bist, mach' auch määäää — und das so laut du kannst! Mä—ä—ä—ä—ä!" „Oha, du bist mir doch nicht brägenklüterig geworden, Baron? Ja, ja, ich mach' ja schon, wenn es dich freut! Also — määäää!" Das sonderbare Konzert brach erst ab, als ein hochgewachsener junger Mann nach einigem vergeblichen Klopfen die Tür öffnete und ins Zimmer trat. Das schmale arilto- kratische Gesicht war in Unmut gerötet, und als er das provozierende Brennglas des Barons sah, zwinkerte er mit einer heftigen Bewegung sein Monokel aus dem Auge. Daß er dieses nicht bloß zum Staat trug, ergab sich aus dec eigentümlichen, seitlich nach vorn geneigten Kopfhaltung, die er nun einahm, nnd aus dem unsicheren Blick. Der Unmut verschwand jedoch aus seinen Zügen. Ec hatte sich bezwungen, und zwar mit einer Leichtigkeit, die darauf schließen ließ, daß er derartige Scherze gewohnt war und in der Selbstbeherrschung einige Routine hatte. Er verbeugte sich mit vollendeter Artigkeit. „Verzeihen Sie, meine Herren, daß ich das Ende ihrer angeregten Unterhaltung nicht abwarten konnte. Ich habe ein unruhiges Pferd draußen, das ich nicht lange ohne Aufsicht lassen darf." Dann stellte er sich unter abermaliger Verbeugung dem Gaste des Barons vor: „von Meck — aber nur mit dein einfachen kurzen „e", wenn ich bitten darf, nicht Määääck, wie das vielfach mißverständlich an- genomincn wird." „Spinöser Kerl," knirschte der Baron in sich hinein, indem er das Glas beiseite legte und seinen; Freunde einen äußerst mißbilligenden Blick zuivars. Jochen Staberow hatte nämlich nicht nur seinen Namen genannt, sondern auch ein verbindliches „sehr angenehm" hinzugefügt und außerdem mit dem rechten Hinterfuß derart hinten ausgescharrt, daß die Portweinflasche mit lautem Bums umfiel. „Tritt dir man nicht auf 'n Shlips, Staberow," ließ sich der Baron grollend vernehmen. „Komplimentiert wie ein Hammel vor dec verschlossenen Stalltür! Die Herren kennen sich doch überhaupt schon. Das ist der Oberste von meinen Aufpassers, Jochen Staberoiv, und wohl auch dec nämliche, der dich vereidigt hat, mir nichts zu pumpen —* „Ich hatte noch nicht das Vergnügen, dem Herrn zn begegnen," erwiderte Herr von Meck gelassen. „Sollte einer meiner Beamten etwas dergleichen nahegelegt haben, so geschah das pflichtgemäß im Sinne der vormundschaftlichen Bestimmungen." „Nu weißt du's also ganz genau, Staberow! Heute sind Grünschnabels nicht mehr Grünschnabels, sondern Vormünder, und zwar deshalb, weil sie das Maul immer vor- weg haben. Mach' nicht so 'n dummes Gesicht, Staberow, und setz' dich hin. Das Stehen ist bloß für jiinge Beine." Herr von Meck reagierte nicht mit einem Wimperzncken. Er zog eine Anzahl Papiere aus der Tasche seiner Jagdjoppe. Während er dieselben auseinanderfaltete, sagte er ruhig: „Ich möchte zunächst meinem Bedauern Ausdruck geben, Herr Baron, daß das gnädige Fräulein die anderhalb Meilen zur Bahn wiederum zu Fuß gegangen ist. Ich habe wiederholt betont, daß Ihnen selbstverständlich jederzeit Fuhrwerk zur Verfügung steht. Und ich bitte doch sehr, davon Gebrauch zu machen." (Fortsetzung folgt.) Wie sich das KamrLe»weivchen die „Himmlische Herrlichkeit" daÄte von Jeanette Baltzer.*) Nachdruck verboten. Jeden Sommer, regelmäßig wie der Wandervogel, hielt das Kamillenweibchen Einkehr bei uns. Deutlich entsinne ich mich, wie es zum erstenmal vor mir stand: das hagere, siebzigjährige Mütterchen mit seinem weißen Haar, über die es ein schwarzes Tüchelchen geknotet, seinen treuherzigen Gesichlszügeu und seinem halb zur Seite geneigten Köpfchen. Kein Stäubchen lag auf seinem dunklen Kleid; mit sichtlichem Stolze strich es über die neue Schürze und schallte mich aus seinen hellen Aenglein sreliildlich an. „Ihr bralicht doch Kamille — gelle?" sragte es zuversichtlich lächelnd. Bevor ich überhaupt zu antworten vermochte, lvar es schon hinausgehuscht, vor die Haustür, wo es alls einem dort nieder- gelegten Riesensack einen anderen, von minderem Umfange entnahm und ihn mir unter die Augen hielt. „Da guckt, Madamche — det heißt mer Kamille I" Mit Windeseile hatte es den Sack aufgenestelt und ließ eine Handvoll dieser stark duftenden, getrockneten Blüten dilrch seine Finger gleite». „Uit fov wat die all gut sein?I For Halskrankheit un verkäst Geblit, for Gicht und Schiväre, for verbellte Hänn' un verfrorene Fiü, far Zähnweh, Leibweh. Koppweh, Ohreiveh —" Mir schwindelte vor der Unzahl Wehs und anderer Gebrechen, denen wir armen Meilschenkinder ausgesetzt sind, imb die das Weiblein mit einer Geschwindigkeit sondergleichen an den Fingern herzählte. „Da — braucht se mit Gesundheit I" Mit diesen Worten suchte es mir den straff gefüllten Sack aufzudrängen. „Alle diese Kamillen?" sragte ich zaudernd und ivog den Sack in meiner Hand. Meiner Ansicht nach hätte man mit Leichtigkeit eine Kuh in ihnen baden können. „El gewiß I" nickte das Mütterchen eifrig; „bis ich det anner Jahr iviederkoimne, faiii die lcurg all l" Bittend schaute es zu mir auf. „Wanit der ivißt, ivie hart's ein’in ankemmt, die Kamilleblume all ze suche! D,e Hitz us bene' Aecker und Rain un mein arme alte Knoche! Jederein ivill ab- geplickt seilt — inet will doch lerne--" Ich war überwunden. Eilends griff ich nach dein Sack und händigte deut hocherfreuten Weibchen den lächerlich geringen Betrag dafür ein. •' ;- Einen Augenblick stand es noch, dann sah es schüchtern in die Höhe, es schien irgend ein Anliegen auf dem Herzen zu habe». ; „Wat Ihr eil scheu Kich halt!" lachte es sich umschauend und in halber Verlegenheit, „un — un —" Ich folgte seinen Blickei,, die auf dem Herde hasten geblieben. Aha — Kaffee ! Ich verstand. „Wollt Ihr vielleicht eine Tasse Kaffee trinken, Muttercheil? Es ist so heiß draußen und Ihr habt gewiß Durst!" Freudestrahlend bejahte das arme Weibchen; fein kleines, runzeliges Gesicht errötete vor Vergnügen, als ihm der heißersehnte Labetrunk aufgetischt ward. Wie es ihm schmeckte! So gut war's ihm lange nicht geworden, versicherte es mir wohl ein Dutzendmal. Voll Behagen schlürite es den Trank, nachdem es fein Brötchen hineiligebröckelt — es hatte ja keine Zähne mehr. Zwischendurch plauderte und kicherte es unaufhörlich; mit keinem König hätte es in diesem Augenblick getauscht. Im stillet, schüttelte ich den Kopf. Diese Zufriedenheit samt der lelsenfesten Ueberzeugliug auf kommende, bessere Zeiten bei einem so hohen Alter, waren mir neu, erregten meine Bewunderung in hohem Grade. Glich es darin doch einem jungen Mädchen, das sich in den rosigsten Zukunststräumen wiegt ! Als hätte es mir meine Gedanken vom Gesicht abgelesen, stockte das Weibchen plötzlich und versetzte mit veränderter Miene: *) Aus den reizenden „tz e i m a t b i l d e r einem Novelleu- buch, das bei Clauß & Feddersen in Hanau erschien und als Weihnachtsgabe vielen Freude machen würde. Die Ausstattung des Buches ist recht geschmackvoll. „Gelle, Ihr wumieri Eich dadriwer, iveil ich so munter fein ? Sieb Madamche, et steht ei’nt nit us der Stern geschriwwe, wat mer als dorchgemacht hat! Awer wat soll ich lamendiere, annersch- ter tverd's dejsentweje doch nit, un ich muß unfein Herrgott danke, de mich gesund läßt, daß ich dem bische Verdienst nachgehn kann. Mein Mcwn is lang dod; er is int Steinbruch verunglückt un ließ mich mit drei Kinner sitze. Schlecht genung is et uns gange; manche Aivend fein mer hungrig in's Bett. No, mer Han uns dorchgerappelt, fo gut, wie et ging! Mein zwei Buwe sein, wie se knapp konfarmiert wäre, in's Bergische gemacht, sein da gebliwe und Han sich da verheirat'; mein Doch der, wat bet öannche is, hat en Berginann un fieiue leiuenbfge Kinner. Bei bein geringe Verdienst spirt's als mein Grosche ganz geherig! Bei so »er Herd fehlt's bald hie, bald da — die ville Schuh nlleins — ach (Sott, die ville Schuh I Ich wohne bei ent im kann sein Giltigkeit doch itit umsonst verlange. Freilich, bis mer die ville Kamille zesamme- geschleppt un getröckent hat — et femmt ei’m sauer genung an. No, zum Ariveite sein mer jo ns der Welt — et werd auch emol besser!" Gedankenverloren starrte das Mütterchen eine Weile vor sich hin, bann aber sprang es hastig auf: „Jesses, die Zeit geht ernm; ich muß mache, daß ich mein Kamille loswere; ich Han en weite, weite Heimweg. Adjes — un seid villmals bedankt! Halt Eich muntcr!" Wir schieden als gute Freunde. Bon nun an kehrte es Jahr um Jahr wieder. Wenn im Sommer die Sonne brannte, der Wind über die Halmen strich, die Kamillenblüten draußen aus Aeckerii und an Wegerändern mir auf meinen Spaziergängen zuzunicken schienen, bann mußte ich stets des Weibleins gebenden, besten Erscheinen um biefe Zeit täglich zu gewärtigen stand. Diesmal aber harrte ich vergebens — es kam nicht. War es gestorben, verdorben? Niemand vermochte mir Kunde zu geben. Wer fragte viel nach einem alten unscheinbaren Weibchen? Der Winter kam mit feinem Eis und Schnee, feinen trüben, nebeligen Tagen und frostklaren, sternenhellen Nächten; der Frühling brachte lachendes Grün und duftige Blüten in Fülle. Heißer wurde es. Johanniskäferchen leuchteten in der linden Abend- luft, wenn des Tages Hitze vorüber. „Peter und Paul macht dem Korn die Wurzeln faul", schmunzelte der Landmanu mit zufriedener Miene die fich gelb särbenden, wogenden Saatfelder Überblickend. Roter Mohn, dunkelblaue Raden, weiße Kamillen mit ihren goldglänzenden Büfchelchen in der Mitte, wucherten längs der Feldwege und auf den Aeckern in holder Eintracht nebeneinander — nachdenklich blieb ich stehen, von neuem war mir das Kamillenweibchen eingefallen. Jetzt war die Zeit, daß es kommen mußte; ob cs der Fall fein würde, ober — — Hub cs kam, kam wirklich zu meiner freudigen Üebcrraschuug. Heiter lächelnd wie sonst; eigentlich noch vergnügter, wie mich dünkte. Verklärten Blickes schüttelte es mir die Hand. „Gelle, Ihr hatt mich arig vermißt vorig Jahr? Wat halt Ihr nur be Winter iwer ohne Kamille augefange, Mabamche? Awer", cs machte eine Pause und sah mich schalkhaft an, „rat' emol, wo ich gewest fein ? In alle Ewigkeit Bringt Ihr bet nit eräug! Im Himmel war ich — gewiß un wahrhaftig — im Himmel!" Ich muß wohl ein sehr erstauntes Gesicht gemacht haben, beim bas Mütterchen lachte aus vollem Halse. „Hahaha — Wie Ihr mich anguckt! Ihr glaubt bet nicht? un boch is et fo! Ich war in ber himmlische Herrlichkeit brin; Golt — wo hält ich bann gebucht, daß et so ebbe» uf der Welt gab? Akrat so muß et im Himmel sein!" Berständnislos blickte ich in seine straHlenden Augen; ich wußte mir seine Worte nicht zu beuten. Schon wollte ich fragen, sorfchen, als es mit einer zitternden Freude ben Kops gegen mich neigte und auf biefen zeigend, triumphierend ausrief: „Guckt emol, mein nei Dichelche, bet is auch böfter! Ja, ja" — fügte es selbstbewußt hinzu: „Ich wußt, Ihr bäht et nit rate! No, bann will ich et Eich sahn: In ber Gießener Klinik!" In ber Klinik? Ich glaubte meinen Ohren nicht trauen zu dürfen. Augenscheinlich verursachte meine grenzenlose Ueberraschung dem greifen Weibchen großes Vergnügen, denn es lachte mit dem ganzen Gesicht: „Gelle, da guckt Ihr?" In der Klinik! Mein Gott — ich war ordentlich entsetzt. Vor meinen Blicken tauchte ein weitläufiges, hohes Gebäude auf, in dem ich einmal eines ärztlichen Rates wegen vorübergehend geweilt. Jeder Tritt hatte in beit geräumigen Gängen wider- geftallt, ber bekannte „Lazarettgeruch" fich mir beängftigenb um Herz und Hirn gelegt, bie Aufschrift „Operationssaal" ein sröstelnbcs Grauen verursacht, und ich hatte meinem Schöpfer aus tiesinnerster Seele gebankt, als ich wieder draußen stand, draußen im herrlichen Sonnenschein und das Hans hinter mir wußte, dessen Mauern Qualen und Leiden ohne Ende umschlossen. Und diesen fürchterlichen Ort nannte das alte, lächelnde Weibchen da vor mir den Himmel! Ein unsagbar wehes Gefühl durchzuckte mich. Welch ein Dasein mußte bie Aermste führen, um ben Aufenthalt in einer solchen Schmerzensanstalt ber himmlischen Herrlichkeit gleich zu preisen! Wie eine Heldin erschien sie mir, sie, bie Mit dem Ausdruck höchster Glückseligkeit von der Klinik sprach, an die ich nur mit Schaudern zu denken vermochte. 748 Meine Neugierde war geweckt; ich mußte wissen, welcher Art das Leiden, das sie dorthin geführt. ., , „Was hat Euch denn gefehlt, Mütterchen?" fragte ich das zufrieden seinen obligate» Kaffee trinkende Weiblein. „Ach, ich Han en schwer, schwer Operation dorchgemacht! Wat et gewest is — ich kann's Eich selwer nicht recht expleziere. Awer ich Han jo iiix gespirt dervon! litt e Bett hatt ich, so weiß un weich un fein, ich lag drin als wie en Prmzesim! Sache gab's zu esse, von dene ich garnit glaubt, daß et so ebbes uf der Welt gab, nn Wein, sovill ich nur trmke wollt. Denkt Eich nur, bet erschtemal war ich gaiiz duselig, awer gut Hot'/ geschmeckt. De Dag iwer saß en Schwester bei mir, die mer alsfort die Ansprach' hielt nn nachts kam se aach alle Mmut. llit erscht, de ein, de fürnehmst .Herr Professer, so fteindlich un gemein*) Han ick meiner Lebdag noch kein Mensche getrofse. Alle morrens gab er vier die .Hand, wann er an mein Bett kam nn hat mit mer geschwäzt wie mit seinesgleiche un aach de anner .Herr P-rvfesser nn die Dokter un die Ville Studente. Na, so gute Dag hatt ich mein Lewe nit! Wie ich erscht emol drauße sitze dorft, in dem scheue Blumegarte uf ner Bank, orndlich schanier- lich >var mer bet. Wat weiß unsereins von Blumegärte! Wie ich die Ville Blume sah, fiele mer aach die Kamille m un die Leit, die nun dies Jahr kein krieht Han. Ach, wenn mem Mann selig nur den Spaß erlebt hält, mich da in der Klmik ze lehirs Kein Sorje, keine Kummer, kein Abrackern im sich — guttle von morgens bis awends. Un erscht, wie ich fort ,ern aus Gieße — die ganze Nacht Han ich geheult vor lauter Leibmut — btt hat mer de fürnehmst .Herr Professer hie det letde Dtchelche geschenkt, weil ich aach immer so munter gewest wär, un de anner en schwarz Scherz, die ich nur Sonntags in die Kirch anduhn, int die annern Herrn Han Geld gesammelt, weil ich in dem Jahr doch teilt Kamille Hütt sammele könne! Jederemer hat mer die Hand gewe un Glick gewinfcht un die Schwester is mit mer an die Bahn gange: .Ha» ich dann nit recht, wann ich sahn, ich wär i» der himmlisch Herrlichkeit gewest?" schloß es seine Erzählung, der ich voll tiefer Bewegung gelauscht. Tie Arme, sie wifchle sich die Angeit bei der Erutiiertmg an die goldenen Tage, die sie an jenem Orte verlebt, und die nun vorüber. Längst hatte daZ Mütterchen unser Haus verlaßen, als ich noch in Nachdenken versunken dastanb. Tie leuchtenden Blicke, mit denen es seine Erzählung begleitet, wollten mir nicht aus dem Sinn. Von Herzensgrund beneidete ich das arme Kamillenweibchen um seine Zufriedenheit und sein heiteres Gemüt, die ihm jedermanns Freundschaft erwarben und des irdischen Daseins Not und Kampf in allzeit srenndlichem Lichte zu schauen vergönliten. Heute ist cs in Wahrheit zur „himmlischen Herrlichkeit" em- gegangen; ob diese wohl einen Vergleich mit der Klinik m Gießen auszuhalten vermag? _______ Weihtrachtsgebräuche in Oberhessen. (Original-Artikel der Gießener Familienblätter.) EL ist noch gar nicht solange her, da ivar in den entlegenen Dörfchen Oberhessens der Christbäum ein unbekanntes Ding, das man nur von Hörensagen kannte nnb das in den Familien sein Bürgerrecht noch nicht erworben hatte. Jetzt aber, seitdenr man allenthalben in den Kirchen zn Weihnachten einen geschmückten Christbaum auf den Altar stellt, ist er auch in die Wohnungen der Bauern und Arbeiter eingezogen. In manchen Orten am Bescherabend, in anderen aber auch am ersten Weihnachtstag, ivirb das mit Glasperlen, buntem Papier, Aepfeln, vergoldeten Nüssen und bunten Kerzen geschmückte Tannenbäiiinchen ange- äüttbet. Wenn die Familie in der Stube versammelt ist, kommt das Christliiidchen mit dem Nickelsmann. Ein erwachsenes Mädchen und eilt älterer Bursche haben die Rolle übernommen. Das Christkindchen ist meist weiß gekleidet, trägt vor dem Gesicht einen Schleier und auf dem Kopfe ein Tuch oder einen breitrandigen Strohhut. In der einen Hand hält es ein Körbchen mit Aepseln, gedörrten Zwetschen nnb Nüssen, in der anderen ein Scheuchen, mit dem es auf seinen Gang durch die (Ortsstraßen und namentlich int Hausgang sein Erscheinen ankündigt. Der Nickels erscheint weniger vertrauenerweckend; er hat auf bei» Rücken einen Sack hängen. Gesicht und Hände sind geschwärzt, und in der Rechteit droht die gefürchtete Ritte. Wahrend das Christkindchen fein und zart spricht, hat der Nickels eine tiefe Baßstimme, mit der er die ängstlich harrende Kmderschar an- schreit: „Bet e mol!" So geht es der Reihe nach, und icbegi Kind spricht sein Berschen. Nicht selten bekommt er zu hören: „Uch du, mein lieber Nickelsmamt, Ich will dir bete, was ich kann. Alte Schuh und alte Schlappe, Du sollst dich gleich dem Haus naus packe." Wer nicht beten kann, oder gar von beit Eltern als „bös" bezeichnet wird, der bekommt wohl Prügel, aber nichts von den mitgebrachten Sachen des Christkindchens. Der Nickels droht sogar, das ungezogene Kind in den Sack zu stecken und mitzunehmen. Erst, nachdem das Christkind und der Nickels das Haus wieder verlassen haben, erfolgt die eigentliche Bescherung im Familienkreise. Am Abend erzählt dann die Großmutter den andächtig lauschenden Kindern, daß zu Mitternacht vor dem ersten Feiertage alles Wasser int Bach und Brunnen zu Wein wird. Noch am Christmorgen behält das Wasser besondere Kraft. Wahrend die Glocken den Feiertag einläuten, gehen Frauen und Mädchen zum Bach oder Brilnnen und schöpfen das eiskalte Wasser, um damit die Blumen, das Gemüse und das Kraut im Fasse zu begießen. Auch als Waschwasser wird es bevorzugt, da es als gutes Schutzmittel gegen Haut- und Augenkrankheiten angewendet wird.. Am ersten Feiertag versammelt sich die Gemeinde im schwarzen Sonntagsstaat zum Gottesdienst in der Kirche. Gar stolz rückt die Familie aus; wenn gar der Sohn in der schmucken Uniform auf Weihnachtsurlaitb nach Haufe gekommen ist und nun von allen Kirchengängern ob feiner Strammheit bewundert wird. Wer nicht durch Krankheit ober dringende häusliche Geschäfte abgehalten ist, der kommt heute zum Gotteshaufe, denn nur so glaubt der biedere Oberhesse gesegnete Weihnachten feiern zu können. B. Weih uachts-Literaiur. Eine Spielneuheit, die unfern Kindern viel Spaß machen wird, ist das Gießener „Jahrmarktsspiel" von H. Ml- brecht. Ein glücklicher Gedanke war es, den Kirmeszauber im Spiel zu fixieren und für Albrecht war es eine dankbare Aufgabe, die schönsten Szenen (man hätte das! Spiel wohl besser „Gießener Mrmesspiel" benannt) bunten Kirmestreibens auszusuchen und sie zur Belustigung der Kiiiderwelt in Prachtbildern vorzuführen. Unter feinem Künstlerstift wird die Kirmes zum Volks- und Kinderfest, an dem nicht nur die Jugend, sondern auch Alte Freude haben. Gern schließen wir uns den Kindern an und bewundern mit ihnen hier im Spiel Kunstreiter, Riesen und Zwerge, Seiltänzer, Schnellphotographen, Schießbuden, Karussell, Kameltreiber, Panorama, Moritaten, Würstelbnde, Menagerie, Ballons, Kasperltheater, Pfefferkuchenbude und wie die schönen Dinge sonst heißen, die für Kinder Reiz haben. Preis 2.50 Mk. — Ein gutes Weihnachts-Album, das selbst beit höchsten Anforderungen an gute Weihnachtsmusik genügt, hat das Verlags- Haus C. F. Kähnt Nachfolger, Leipzig, herausgegeben. Dieses Album enthält 22 Weihnachtslieder mit brillanter und doch einfacher Klavierbegleitirng, schöne Kinderchöre mit Begleitung, zwei- und vierhändige Klavierstücke. Eine Festgabe, welche allen Freunden von guter Hausmusik empfohlen werden kann. Preis 1.50 Mk. — Ganz eigenartige Ideen sind es, die Sibylle v o nj O l f e r s in ihren neuen Bilderbüchern verwirklicht. Zu deich im Vorjahre mit Beifall ausgenommenen „Was Marilenchech erlebte!", in dem wir von den Schneeflockenkindern in das Feenreich und den Palast der Schneekönigin geführt werden, hat sie für den diesjährigen Weihnachtsmarkt ein treffliches Pendant! geschaffen, das nicht verfehlen wird, die Kleinen, die fich bannt beschästigen, in seinen Fesseln zu halten. Es ist betitelt: „Etwas von den Wurzelkindern"., Auf 10 in feinstem; Farbendruck ausgeführten Bildertafeln versinnbildlicht die Beri- fasserin das Erwachen, Sichbeleben und Erstarren der Natur'. In graziösen Versen erzählt sie von dem Leben der Wurzel^ kinder unter und über der Erde. Schlafend finden .totr srck in ihrem unterirdischen Reiche, wo sie mit dem Beginn desj Frühjahrs von der Erde ans dem Schlafe gerüttelt werden und dann in ihren selbstgefertigten schmucken Kleidchen ihren Einzug auf der Erdoberfläche halten. Hier verweilen Jte, bis! der Herbst sie mit Sturm und Wind in ihre unterirdische Bö-, hausung zurücktreibt, wo sie ihren Winterschlaf von neuem beginnen. Das Bilderbuch ist im Verlag von, Jl F. Schreibet? in Eßlingen erschienen und der Preis ist 2,50 Mk. — Ein hoch bedeutsames Standardwerk der populären und der Jugendliteratur ist „Das große Weltpanorama" der! Reisen, Abenteuer, Wunder, Entdeäungen und Kulturtaten nt Wort und Bild, ein Jahrbuch sür alle Gebildeten, erschienen im Verlage von W. Spemann in Stuttgart (Preis 7,50 Mk.). Alle wichtigen Tagesereignisse ans den mannigfachsten Gebieten des Lebens, der Naturforschung, der Entdeckung usw. findet der Leser in dem über 600 Seiten starken Prachtband in geschmackvollen Bildern illustriert und klar und interessant geschildert vor. Welche Freude wird es dem Heranwachsenden Jüngling nicht allein, sondern jedem Bildungsbeslissenen bereiten, aus» deut vielseitigen Inhalt dieses so überaus instruktiven Werkes immer neues Material zur Unterhaltung zu schöpfen. Auflösung des Rösselsprungs aus voriger Nummer: Wer eines Menschen Freude stört, Der Mensch ist keiner Freude wert. Wo inan von Frömmigkeit mit vielen Worten spricht, Da suche nur den Frommen nicht. Gleim. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Untversttäts-Buch- unb Steindruckerei, R, Lange, Gieße«.