Z l-lMW B#Ä-na M MW M Mittellose Mädchen. Romcur von H. Ehrhardt. (Nachdruck verboten.) . (Fortsetzung.) >,Verzeihung, Hans" bat sie, „ich hab Ihnen nicht weh tun wollen. Es ist meine Ueberzeugung, daß ich viel §u alt für Sie bin", sie geriet ins Stocken, weil fein Blick sie verwirrte. „Ich danke Ihnen, Hans!" begann sie dann entschlossen wieder, „es ist so gut von Ihnen, ich habe Sie itiud) gern und ich habe Vertrauen zu Ihnen ivie zn keinem anderen Menschen — aber trotzdem kann ich Ihre Frau nicht werden." „Und warum nicht?" fragte er heiß. Ihr Widerstand fachte seine .Leidenschaft an. „Ruth, Sie sind so schön, so talentvoll, so gut. Sie haben wohl ein Anrecht auf eine glänzendere Heirat, aber jich will Sie auf Händen tragen — Sie sollen's nie bereuen." Sie machte eine milde, abwehrende Handbewegnng. „Zn ivas das alles?" schien sic zu sagen, „Du iveißt so gut wie lich, daß das Leben, was Du mir bietest, glänzend ist im Vergleich zn dem ivas ich jetzw führe — das ist es nicht —, das nicht." Er verstand sie. Er war sehr ernst geworden. „Sie lieben mich also nicht, Ruth ?" sagte er mit schwerer Betonung. , Starr sah sie an ihm vorüber, „Rein, ich liebe Sie nicht!" Seltsam kalt war ihre Stimme. Seine Gefühlswärme starb dahin. Er griff nach seinem Hut, machte ihr eine kitrze, stumme Verbeugung und ging. Au der Tür blickte er zögernd zurück. Ob sie sich doch vielleicht noch eines Besseren besann? Sollte ex sich wirklich so bitter getäuscht haben? Innerlich war er ihres Jaworts seit langem sicher gewesen. Aber Ruth stand regungslos. Ihr kleiner Kopf mit dem teilten Profil hob sich wie aus Stein gemeißelt von dem rötlichen Tapeteuhintergrunde ab. Erst als die Entreetür hinter dem Tavongeheiiden zuklappte, fuhr sie ans ihrer Starrheit empor. Eine Macht, die stärker Ivar, als ihr eigener Wille, zog sie ans Fenster. Dort stand sie hinter dem Store mit krampfhaft verschlungenen Händen, wartend, bis er auf der Straße unten er® schien. Wie aufrecht er sich hielt. Und wie hübsch und stattlich er aus sah. Nun grüßte er einen Vorübergehenden. Die verglühende Sonne leuchtete einen Moment über sein dickes Blondhaar, in dem sie als Kind so gern gezaust hatte. -Unwillkürlich richtete ihr Blick sich auf das kleine schmucklose Häuschen auf der anderen Seite der Straße. Das hatte der Fabrikbesitzer Klausen bewohnt, ehe er sich draußen tor der Stadt feine Villa baute. Und deutlich erinnerte Ruth sich des Tages, an. dem ihr Bruder Kaxl zum ersten Male den „Jungen von drüben" in das kleine verwilderte Gärtchen gebracht hatte, in dem sie ihre kindischen Spiele, trieben. Seitdem waren sie unzertrennlich gewesen, did Drei. Ruth besonders hatte sich des mutterlosen Knaben mit der ganzen Hingabe ihrer tief und ernst angelegten Natur angenommen, aber so mütterlich sorgend sie den Gleiche altrigen auch behandelt hatte, ihr Herz war jung und heiß, wie jedes andere Mädchenherz, und es hatte sich, bald mit gut verborgener Zärtlichkeit fest an den blonden, fröhlichen, sorglosen Kameraden geklammert. Dann war Karl auf die Universität und Hans auf das Polytechnikum gekommen, um sich dort für die Uebernahm? der väterlichen Maschinenfabrik vorzubereiten. Als er nach fünfjähriger Abwesenheit, zum Manne gereift, dauernd in die kleine Stadt zurückkehrte, war die zärtliche Glut in Ruths Herzen zur hellen Lohe entfacht worden. Aber sie hatte sich weiterhin meisterhaft zu beherrschen gewußt. Er durfte nicht ahnen, ivie sehr sie ihn liebte. Und sie hatte nie gedacht, daß sie die Stunde erlebest könnte, jene schönste Stunde, die es für ein Weib gibt, wenn' es liebt. Sie preßte beide Hände auf das zuckende Herz. Ihr eigener Wille hatte diese Stunde zur Todesstunde von Liebe und 'Hoffnung verwandelt. Sie allein wußte, warum sie es getan. Sie biß die Zähne zusammen. Eine furchtbare Ber- lassenyeit, ein entsetzliches Gefühl von Leere überkam sie. Mit verzweifelten Augen, iit die langsam brennend heiße Tränen stiegen, starrte sie in den verlöschenden Glanz des Wintertages. Tann ging hinter ihr eine Tür. „Ruth, bist Du's?" Das war des Katers müde Stimme. „Ich möchte die Lampe haben, Kind. Es ist so plötzlich dunkel geworden." Die schlanke dunkle Gestalt des Mädchens glitt zur Tür. „Das kommt, weil die Sonne gesunken ist!" sagte sie. Und. es lag etwas trostloses in ihrer Stimme, das dem alten. Manne auffiel. Aber ehe er zu einer Frage kam, war sie schon hinaus. Bekümmert suchte er sein Zimmer auf. „Meine arme Ruth!" flüsterte et. Er weiß sehr gut, wie viel ans ihren fchwacheu Schultern ruht. Es zerreißt ihm das Herz, wenn er so mitansieht, wie sie kämpft und arbeitet, um der kränklichen Mutter alle Sorgen und Mühen des Haushalts zu ersparen, wie ihre Jugend und Schönheit, ihr reiches Maltalent verkümmert in armseligen Verhältnissen. Und er konnte nichts, rein gar nichts tun, das zu ändern.. Ihm blieb nichts übrig, als ruhig weiterzuarbeiten in der Tretmühle seines Berufs. Wer ihm das einst gesagt hätte, daß er sich so genügsam hinschleppen würde durch das Leben, in das er, die Brust voll hochfliegender Pläne, ein getreten war. Er war außergewöhnlich begabt und von brennendem Ehrgeiz erfüllt. Seine Examinas bestand er glänzend. Und doch hatte er es nicht weiter gebracht, als bis zum Amtsgerichtsrat in der kleinen.Stadt. Tas. kam daher, weil er als - 166 — srischgebackener Assessor, als fein väterliches Erbe schon sehr zusammengeschmolzen ivar, sich sterblich in ktn bildschönes, armes, adliges Fräulein verliebte, und es allen Abmahnungen und Borstellungen zuin Trotz nach kurzer Zeit heiratete. Jahrelang waren sie ein kindisch glückliches, zärtliches Ehepaar gewesen, aber heute wußten sie das kauin mehr, das lag hinter ihnen, wie eine ferne, ganz ferne Insel der Seligen, von der ein erbarmungsloser Steuermann, Schicksal genannt, sie längst Iveit weg ins öde, offene, stürmische Meer des Lebens gerudert hatte. Sie hatten gehabt „weder Glück noch Stern". Kinder kamen eins nach dem andern, untergruben die zarten Kräfte der schönen Frau, stellten Anforderungen an die Kasse des Hausherrn, die dieser bei seinem schmalen Einkommen nicht erschwingen konnte. Krankheit und Not wurden bei ihnen heimisch. Der Tod zweier Kinder brach schließlich der kränklichen Fran Berta fast das Herz. Ihr überreiztes Gehirn fiel in völlige geistige Umnachtung, lieber ein Jahr mußte sie getrennt von den Ihrigen in einer Nervenheilanstalt zubringen. Und damals Ivar es gewesen, als die kauuc zwölfjährige Ruth die erste Bürde in der Pflege des jüngsten Brüderchens auf sich genommen hatte. Der Amtsgerichtsrat aber war in jener Zeit zu dem müden, verbitterten Manne geworden, der er auch blieb, als seine Fran längst genesen znrttckge- kehrt war, llm seine jüngsten Kinder kümmerte er sich fast gar nicht, und da bei deren Erziehung auf die schwache, kränkliche Mutter nicht zu rechnen war, so lag auf Ruth auch heute noch die schwere Aufgabe, sie in Zucht und Ordnung zic halten. Biel heimliche Tränen und Kämpfe hatte dies Erzieheraint sie schon gekostet. Ihr natürlicher jugendlicher Frohsinn war darunter erstickt. Sie hatte längst gelernt, ihre eigene Person zurückzusetzen und nur für andere zu leben. 2. Auch jetzt hatte sie ihre Erregung schnell bezwungen und nur die Sorge um den Bruder zitterte noch in ihrem Herzen. Nachdem sie dein Baker die Lampe gebracht, geht sie ruhig und ernst wie stets ihren häuslichen Pflichten nach. Im Eßzimmer, das sie auf ihrem Wege nach der Küche durchschreitet, sitzt Heinz allein am Tisch unter der Hängelampe, hat den Kopf in die .Hände gestützt und bewegt int eintönigen Plappern des Auswendiglernens die Lippen. Suse ist verschwunden. Sie sitzt wohl in irgend einem Schmollwinkel. „Ist Walter noch nicht da?" fragt Ruth besorgt. Ent energisches Kopfschütteln ist die einzige Antwort des Lerncn- den. „Wo kann er denn stecken? So dunkel wie es draußen schon ist! Hoffentlich ist ihm nichts passiert." Eine neue Sorge legt sich bedrückend auf ihr Gemüt. Ta klirren im Gange von der Küche her Schlittschuhe und der schnelle Tritt eines Knabenfußes nähert sich der Tür. „Walter, Gottlob." Ruth hatte den schlanken Körper des zwölfjährigen Knaben in ihre Arme genommen und streichelt liebkosend das zarte, von der Kälte rosig angehauchte Gesichtchen „ihres Jungen". „So spät, Walter? Tn Taugenichts! Weißt Du nicht, daß ich mich ängstige nm Dich! Und ganz naß bist Tu, es schneit wohl gar draußen." „Ach nein! Wir haben uns' nur noch 'n. bischen ge- schneeballt, Ruth." Des Knaben große tiefdunkle Augen leuchten in glücklichem Frohsinn. Mantel und Mütze fliegen in eine Ecke. „Es wär zu schön, natürlich ans dein Eise auch. Ich kann schon eine Acht fahren. Ruth, morgen mußt Tu kommen und mich ansehen. Ja?" „Nun selbstverständlich, mein Junge. Aber jetzt schnell Deine Sachen ordentlich änfheben und bann an die Schularbeiten. Was macht Teilt detttscher Aufsatz für morgen?" p »Ach, Ruth." Er nestelt sich mit einem vielsagenden Seufzer in ihre Kleider. Mütterlich lächelnd sieht sie auf ihn moder, streicht ihm über den lichtbraunen Kranskopf, während sie verspricht: »Nach dein Abendbrot arbeite ich mit Dir." Da schlingt er dankbar die Arme um den Hals und begiebt sich beruhigt an seine Aufgaben. Gleich nach dem bescheidenen Abendessen zieht der Amts- gerichtsrat sich ivieder in feilt Studierzimmer zurück. Ruths Blicke folgen ihm mit einem. Ausdruck von Angst und Liebe, der zugleich etwas Gequältes hat. Dabei sieht er fast lächerlich aus, der alte Mann, in seinem mausgrauen, rotbordierten Schlafrock, der um seine hagere, gebeugte Gestalt schlottert und der auf der Rückseite bedenkliche Spuren von vielem Getragensein zeigt. Seit langem hatte Riith gespart, sich jeden Genuß versagt, um ihm zu seinem Geburtstage int April einen neuen schenken zu können, beim er selbst würde seine Anschaffung als nn-> nütjige Ausgabe betrachten und als solche natürlich unter» lassen — wie hat sie alle Energie daran gesetzt, die Heine Summe nicht anzugreifen — nun bleibt ihr doch, will sie dem Bruder helfen, nichts anderes übrig, als auch auf diese Freude zu verzichten. Sie kann kaum die Füße heben, als sie jetzt langsam lind mechanisch den Abendtisch abräumt. Selbst Fra>! Berta, die vor lauter kleinlichen Sorgen nicht dazu kommt, sich um das Innenleben ihrer Kinder zu kümmern, erschrickt bei einem Blick in das totenblasse, abgespannte Gesicht ihrer Aelteslen, als diese das Tablett aufnimmt, um nach der Küche zu gehen. Fragen mag sie nicht, sie kennt das .verschlossene Wesen der Tochter. So wendet sie sich an Suse, die blühend und rosig, ein Bild der Gesundheit, in ihrem Stuhl lehnt und a>is übrigem Brot ffeine Kügelchen dreht, die sie Heinz an den Kopf wirft. „Kannst Du beim nicht etwas mithelsen, Suse?" sagte sie mehr kläglich als streng, und als bas Mädchen sich miß» mutig und träge erhebt, jammert sie weiter: „Nur Unsinn hat das Mädel im Kopfe, zu jeder Arbeit möchte man sie stoßen. Wie ich so alt war wie Du, hätte ich es nicht mit ansehen können, daß ein anderes um mich her arbeitet und sich quält — Gott, wohin soll beim bas führen? So gar kein Lebensernst. Und bas Leben ist doch so schwer und so bitter. Das müßtest Du doch auch schon wissen, Kind —" Suse war mit ihrem Stoß Teller schon zur Tür hinaus, ehe die Mutter noch geendet unb draußen warf sie sich, nachdem sie ihre leichte Last abgesetzt hatte, auf einen der harten Holzstühle und brach in ein kindisches, trotziges Weinen ans. Das Gejammer der Mutter hat den Becher überlaufen gemacht, der schon bis zum Rand mit dein Schmerz über den versagten Ballabend angefüllt gewesen. Ruth, die eben im Begriff stand, ein Töpfchen Wasser zu dem abendlichen Grog des Vaters auf den Gaskocher zu setzen, ivandte sich langsam nach ihr um. „Was gibts beim schon wieder, Suse?" fragte sie gequält, und drückte die Handflächen an die pochenden schmerzenden Schläfen. Das Mäbchen antwortet nicht gleich, sie schluchzt wahrhaft herzbrechend. Ihr Kopf liegt zwischen den verschränkten Armen ans der weißgescheuerten Tischplatte und von dein stumpfen Blau ihres Hauskleides hebt bas Blond ihres Haares sich ab wie gesponnenes Gold. (Fortsetzung folgt.) Dem Wahren, Edlen, Schönen. Ein Großstadtrvman von Fedor v. Zobeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) , Frehlinghans kaufte jid) ein Blatt und schaute hinein^ Ein Artikel unter dem Strich ivar betitelt: „Skandal im! Prinz Ferdinand-Theater" und lautete: „Wir haben bereite, bei Eröffnung des neuen Ham-i merschen Prachtbaues nufer lebhaftes Bedauern darüber! aussprechen müssen, daß in diesem Falle der künstlerische! Kern recht wenig der kostbaren hülle entspricht. Uiiserj Musikreferent hat die Oper des .Herrn Rafaeli, bic maul int totalen Mißverkennen der stolzen Inschrift des Hauses! als Eröffnnngsvvrstelluug gewählt hat, nicht günstig be-. urteilen können. Im allgemeinen aber war seine Kritik, — 167 in die Kunst. „Ter Skandal im Zuschauerraum fand, wie wir hören, nach Schluß der.Vorstellung seine Fortsetzung im Theater- Restanrant. Da gerieten Direktor Giesecke und der Opern- regisseur Herr Claudius Imhofs so hart aneinander, daß es schließlich Ohrfeigen regnete. Tas ist eine Privatsache der beiden .Herren. Aber die Wangenstreiche sind doch auch symbolisch zu nehmen. Und mannigmal hilft ein Katzentopf. „Tie Doppel-Direktion des Instituts untersteht einem Aufsichtsrat, der unseres Wissens von Fall zu Fall auch künstlerisch mitzureden hat. An einer ordnenden Aufsicht aber fehlt es vorläufig dem Prinz Ferdinand-Theater durchaus. .Hammer gab uns aus der Vollkraft seines .Schaffens die Kunst. Run schaffe sie auch in diesem, der Kunst geweihten prächtigen Tempelban! Das Wahre, Edle Und Schöne wird mit so unzulänglichen Mitteln niemals erreicht werden. 1 „Elstermann, packe die Koffer", sagte der Graf, „wir reisen, und es geht diesmal weit. Der übrigen Dienerschaft wird gekündigt, die Wohnung geschlossen, der Portier behält die Aufsicht. Nun bring mir das Frühstück und nimm Dein Notizbuch zur Hand; ich werde Dir diktieren, was alles mitzunehmen ist," , r Elstermann verbeugte sich, und der Graf nahm einen der Briefe vom Schreibtisch, zerriß ihn in kleine Stucke und warf diese in den Papierkorb. Es war der an den Kammcrherrn von Goetzcn. 14. Tie Zeiten kamen und gingen; es schmückte sich die Welt mit sommerlichem Grün, und wieder spannte der Winter See und Citrom in blitzende Bande, und abermals! wechselte das Jahr. .'„Tie Saison ist tot, es lebe die Saison", begann der Zeilen-Kuappe eine geistreiche Plauderei im lokalen 'Teile einer der gelesensten Zeitungen. Es wurde wieder viel von der Saison gesprochen: dieser berückenden Fee in Sammet und Seide, mit dem heiteren Antlitz und dem anmutigen Lächeln, die zur aschgrauen Frau Sorge werden konnte mit lastenden Falten auf der Stirn und zu einem Ungetüm mit gierigen Pranken und gefräßigem Rachen. Was erwartete man alles von der neuen Saison, was sollte sie bringen! Tausend Ber- gnügungen und Lachen und Freunde und auch einen rollen- meister. M........ . ., - Schwerdt tragisch gemeint hatte; schließlich gewann die Empörung die Oberhand; man zischte, schrie, trampelte und verlangte den Schluß. Das Publikum benahm sich zweifellos ungezogen. Es gibt eine andere Art der Ablehnung', die ebenso drastisch gewirkt haben würde als dieser alberne Skandal. Man hätte zischen können, aber nicht wüten; man hätte in eisiger Ruhe den Blödsinn über sich ergehen lassen, hätte auch schweigend das Theater verlassen können. Wir nehmen die Unart des Publikums nicht in Schutz; wohl aber Personal. „Nach dem ersten Akte rief man wieder nach Hammer. Dann wurde es böse. Man sah nicht mehr die architektonische Pracht ringsum und vergaß auch den Baumeister. Zuerst lachte man über das, was Wolfgang «mw« «■» I w'WhS' s iäää".s äs rk? lwiliü^müäina geschrieben hat wie an den unseren. I dem wahrhaft theatralischen Genie znrufeu. hie Rhodus, N iss« LHiSYZLWH ZL-MM-Wß MWUMZÄ Effekten haschenden und doch unendlich alltäglich bleibenden Haus würde ihr eine herrliche Fickte geben. Aber cs muß Musik, sondern auch an dem Mangel eines dramatischen auch die feilte lebendige Blute fein, teilte pappe y ^Quartie8A^war ein Mißerfolg; „Fata Morgana" .^Grch F-rchliughaus hatte dies ohne sonderliches war "geradezu ein Skandal. Der schauspielerischen Leitung Interesse gelesen. Alle Auheudinge waren ihm gl >hg « t fl des Prinz Ferdinand-Theaters fehlt es sichtlich an entern geworden. Er warf das^Blatt fort, lehnteZick in die bühnenhindigen, literarisch gebildeten Dramaturgen. Es des Kupees und schloß du. Augen. Er Werwgre, w ist nichts dagegen zu sagen, daß man für die Schauspiel- als Kartelltrager zu Heros schicken sollte. E sah ncy oereus Premiere das Werk eines Neulings wählte. Aber man ihm gegen überstehen und freute sich, _ daßer bcr rm hätte nicht auf eine absolute Talentlosigkeit verfallen dürfen, trefflicher Schutze war und eine sichere Hund hatte. ~ In diesem „bürgerlichen Schauspiel" mit dem anspruchsvoll Herz wollte er treffen • • • . T . tattc ter€, phantastischen Titel ist alles an- und nachempfunden: In der Nacht. WM er wieder dc^tm. Er KW. tew Ibsen, Sudermann, Sardou und Kotzebue reichen sich graphiert, und Elstermann empfing ihn. Li 1 rt V •) brüderlich die Hände. Auch nicht der leiseste Hauch eines Glas Burgunder geben und schickte den dienet zu em. originalen Geistes weht uns aus der trostlosen Langeweile Heut wollte auch er zu schlafen versuchen. der Vorgänge entgegen, ans diesem Gemisch von schmal- | Aber es war wie gestern und vvrgestzerii und zigcr Rührseligkeit und einer anfdringlichen, nach dein vvrgestern; der Schlummer wollte nicht kommen. Tintenfasse schmeckenden Rhetorik. Es verlohnt sich nicht ! untersuchte er seine Pistolen. Daun.fetzte er sich hm und der Mühe, auf Inhalt und Durchführung naher emzu- I schrieb an den Kammerherrn von Wochen, d.r ihin den gehen. Auch die Darstellung war ganz unausgeglichen. | Dienst der Sekundiernng erweisen sollte. Und dann holte Fräulein Held (Tina) ist eine schöne Erscheinung, Frau I er eine Photographie Fredas aus einem der ^alorn und Jmhoff-Lobedanz (Karla) weiß sich gut zu benehmen, stellte sie vor fich auf den Tisch und malte sich am,wie Frau Vieweg (Baronin Gerster) zeigte in der dramatischen jje anssehen werde, wenn sie Nachricht von dem ^ode Aren Szene des dritten Akts ein gewisses Temperament: aber j steins erhalten würde ... , . r . keine dieser Leistungen Reichte über eine leidlich brave Und da fühlte er, daß etwas Eigenes in feinem Herzen Mittelmäßigkeit hinaus. Fräulein Eberhard (Lieschen) ist vorging. Es glich einer großen Revolution, einem Kampfe eine Anfängerin; sie iuirb es vorläufig wohl auch noch zwischen Finsternis und Licht, zwischen Ormiizd und ckhri- dlciben. Aehnliches ist von den .Herren zu sagen; nur Herr mcm; xs war wie ent Lenzsturm, der alles ^Weue enl- Tronk (Bürgermeister) bildete eine rühmliche Ausnahme. In I igm-t, und unter dessen warmem Odem sich die Knospen ein Haus, das den Wettstreit mit unfern ersten Theatern öffnen, der die Befreiung bringt nach störender Wmter- anfzunehmcn hofft, gehört ein von Grund aus anderes ! nacht. . . Frehlinghaus sank vor dem Bilde szredas m - " die Knie. Er betete und weinte. — Den Rest der Nacht verbrachte er am Schreib tischt Ein Stoß Briefe häufte sich neben ihm, darunter enter «n seinen Bankier und einer an das Militärkabinett. Als Elsterinanu am Morgen an seine Tür klopfte, war 168 — den Strom von Gold. In den Theaterarchiven ruhten, mehr oder iveniger sorgsam gesichtet, Haufen von Manu-, skripten; auf die rechnet^ man. Zwischen den Papieren verpackt lagen zahllose Hoffnungen und Wünsche, von grünen Anfängern, von mancherlei Berühmtheiten, von ehrlichen Strebern und von geschickten Tantiemejägern — lag auch die Hoffnung der Direktoren. Ach, und wie viele Hoffnungen zerrannen vor den brennenden Lampenlichtern, wieviel mit Tamtam verkündetes Talent erwies sich als Taluli, und wieviel echte Begabung verlachte das Publikum— Es war eine seltsame Zeit, das Jahr der Theaterkrache. Direktor Valentin Hub an. Die Operette zog nicht mehr; es schien, als sei ihre Epoche vorüber. Auf die Operettenhochflut der siebziger Jahre ivar eine klägliche Ebbe gefolgt; die alten Melodieen lockten die Leute wenig, und die neuen gefielen nicht. Da war Direktor Valentin gescheit; er raffte die Reste seines Vermögens zusammen, heiratete seine erste Soubrette und zog sich in das Privatleben zurück. Dann kam das Intime Theater an die Reihe, das man sich so hübsch gedacht hatte: ein Schmuckkästchen für nur zweihundert Personen, etwas ganz Intimes und Reizendes, Plaudereien am Kamin, schelmische Einakter und niedliche kleine Cochonnerien, direkt aus Paris bezogen. Es half alles nichts; statt der zwei- hundert Personen pflegten nur fünfzig zu erscheinen, die Pariser Eindeutigkeiten verbot die Zensur, die fine diesen Import schon ihre bestimmte theatralische Ablagernngs- stätte hatte, und die übrigen Nichtigkeiten langweilten. Die ganze Intimität ging in einem Weinrestaurant auf, das sich allerdings eine Reihe versteckter kleiner Nischen zulegte, um in den Chambres separses wenigstens etivas von dem früheren Charakter des Hauses gn wahren. Der Dichten Alberti hielt sich mit seinem Neuen Theater noch mühsam; ein einziger Zufallsschlager hatte ihm Glück gebracht, aber dieser Erfolg begann allgemach zu versiegen; man sprach davon, daß er sein Haus einem Kon- sortimn von Spekulanten überlassen wollte, die hier eine „Gastspiel-Bühne" zu begründen gedachten. Nur Carolus Dieckhoff machte mit seinem klassischen Repertoire leidliche Geschäfte, (Fortsetzung folgt.) vermischtes. * Wieviel Haare hat der Mensch? Es ist eine bekannte Tatsache, daß ßch die Statistik um alles kümmert, gleichwohl dürste es überraschen, daß sie auch die Haare ans unseren Köpfen zählt. In einer im neuesten Hefte der Zeitschrift für Morphologie und Anthropologie veröffentlichen Abhandlung von I. Frsdäric ist eine Statistik der Dichtigkeit des menschlichen Haarwuchses enthalten, aus der hcrvorgeht, daß die Dichtigkeit der Haare sehr bedeutenden Schwankungen unterliegt. Sie Pflegt bei blondhaarigen Menschen am größten, bei schwarzhaarigen am kleinsten zu sein, doch kommen Ausnahmen vor. Bei einem mittelmäßig behaarten Mann wurden am Kopswirbel 293 am Hinterkopf 225, am Bordcrhaupt 211 Haare innerhalb eines Viertels eines Ouadratzolles gezählt. Im Durchschnitt wurden innerhalb eines OnadratzcntimeterS 250 Kopfhaare fcstgcstcllt. Natürlich ist die Stärke der einzelnen Haare in den verschiedenen Lebensaltern sehr verschieden. In der besten Blüte des Haarwuchses kommen ans das Ouadratzentimeter unter durchschnittlich 450 Haaren 100 schwache, im Greisenalter dagegen unter durchschnittlich 350 Haaren 250 schwache vor. Am dichtesten stehen die Haare in der Scheitelgegend, nämlich 300—200, dann folgt die Gegend der Stirn und des Kinns mit 200—240 Haaren auf das Ouadratzentimeter. An den verschiedenen Gegenden des Kopfes ist bei dcmfclben Individuum der Haarwuchs recht verschieden. In der Schläfeugcgend stehen die Haare viel lichter als am Scheitel, vorausgesetzt natürlich, daß der Zahn der Zeit die Haare am Scheitel nicht weggcbissen hat. Man hat sogar einen sinnreichen Apparat zur Vornahme von Haarzählnngen erfunden, mit dem man bei einem blonden Deutschen mit sehr feinem Haar 280, bei einem dunklen Deutschen mit dickerem Haar 272, bei einem Japaner mit seinem Haar 286, bei einem anderen Japaner mit dickem Haar 252 Haare ans das Onadratzentimcter gefunden hat. Im allgemciucn hat man die Beobachtung gemacht, daß bei den niederen Rassen der Haarwuchs weniger dicht ist als bei den höheren. Bei den Europäern schwanken die Zahlen zwischen 260 und 468. Das Maximum vou 468 fand man bei einem blonden Jtaliener- knabeu; eine Elsässerin hatte 412, eine Badenerin nur 276. echt humvrv oll war die erste Huldigung int Leben des sachsenkönigs Friedrich August, welche man ihm im stillen Dörfchen Hosterwitz. bei Dresden einst darbrachte. Prinz Georg, der nachmalige König, hielt sich mit seiner Gemahlin im Sommer 186t> zit Hosterwitz in der Prinzlichcn Villa auf. Prülz Friedrich Angust hatte am 25. Mai das Licht der Welt erblickt und wurde am 30 Ium, als die Prinzessin mit dem flehten Prinzen zum erste.«mal ausfuhr, vom Volke mit lautem Jubel empfangen.' Villeir uitd Dorshäuser hatten geflaggt und illuminiert. Alt der Hütte eines Landmannes prangte aber die folgende Transparent- Inschrift : „Wir danken Gott für diese Gabe», Die lvir von ihm empfangen haben Und bitten unfern lieben Herrn, Er woll' uns künftig mehr bescheern!" Die Doppeldeutigkeit dieses' Textes nnirbe in allen Kreisen mit Heiterkeit begrüßt. Ursprünglich war der Spruch freilich fürs ein Erntedankfest bestimmt gewesen, aber der biedere Bauersmann, mag wohl gedacht haben: „Es paßt auch so ganz schön!" * Derrechte Z u s a m m menhan g. Zwei Professoren vom Gymnasium einer kleinen Landstadt kamen gelegentlich eines Gelehrtenkongresses in die Provinzialhauptstadt, in der sie zusammen studiert halten. Durch die Juaetideriunerungen übermütig geworden, besuchten sie am Abend ein Theater, sie hatten dort einstmals die Dramen Goethes und Schillers gesehen und wußten nicht, daß aus dem Theater eine Variöts geworden war. Schweigend sahen sie zu, wie nacheinander zwei Chansonetten, drei spanische Tänzerinnen und ein Humorist auftraten. Während sich darauf ein Bauchredner produzierte, gab der eine vou ihnen endlich seinen Gefühlen Ausdruck. „Wissen Sie, Herr Kollege", sagte er, „was ich in diesen modernen Stücken schmerzlich vermisse, ist der rechte Zusammenhang."— * Der Ka ndid at. „Nu vakehren Se jeschlagene zwee Monate in unsan Hans, Herr Kauuedat, essen bei uns zu Miltach int Abend — nu machen Se aber dalli mit unsan Linch'n! Unsa Kind, wissen Se, is uns zu jut zu 'ne Freßbraut." — („Simpl.") Atterne praktische Ratschläge. * D ie Vertilgung der Fliege. Vor einiger Zeit hat Professor Chantemeffe in der medizinischen Akademie in Paris einen Aufsehen erregenden Vortrag gehalten über seine ergebnis- reichen Forschungen betreffend die Fliege als Trägerin u it d Verbreiterin des Cholerakeimes. Daraufhin hat der Pariser „Matiir" einen Preis von 10 000 Francs für den Erfinder eines praktischen und wirksamen Mittels zur Vertilgung der Fliegen ausgeschriebeit. Eine Kommission, bestehend aus den Professoren Brouardei, Roux, Chantemefse und Bouvier, wurde mit der Aufgabe betraut, die 265 eingelaufeneit Arbeiten zu prüfeik. Die Kvmmission hat nun den Preis einstimmig dem Autor der mit dem Kennworte „Musea delenda" (die Fliege muß vertilgt werden) versehenen Arbeit verliehen, der ungenannte bleiben will. „Da eine Fliege", führt der Autor aus, „durchschnittlich zweihundert Eier legt, so läßt sich durch eine einfache Rechnung zeigen, daß nach sechs'Generationen aus dieser einzigen Fliege hundert Milliarden Insekten hervorgegangen sind. Das ausgewachsene Insekt zu vertilgen, ist vergebliche Mühe. Die Fliegen lassen sich gründlich nur in verpupptem Zustande vernichten, wo sie in bedeutenden Massen aus Düngerhaufen und in Senkgruben aufgehäuft lagern. Nach vielfachen Versuchen fand ich, daß Rohöl diele Larven augenblicklich tötet. Die sterilisierende Kraft dieses Rohöles, das überdies den Vorzug der Billigkeit hat, ist nicht bloß eine momentane, sondern tvirkt lange nach und verhindert das Aufkeimen jeder weiteren Brut." Die Kommission erklärt in ihrem Gutachten, daß sie. den AuK- sührungeu des Autors der Studie „Musea delenda" vollständig beipflichte, und daß sie durch daS Mittel, das er angibt, die Frage vollständig gelöst erachte. Als .Kuriosum mag erwähnt werden, daß sich unter den Preisbewerbern auch die Königin Elisabeth von Rumänien befand, der die Jury eine Bronzemedaille zuerkannte. RWelsprmrg. leiden immer haften wille ver schen nur zcn zu hoffen nicht men her würden beste ewig künf das und Nachdruck verboten. Auflösung in nächster Nummer. nlmf ! wir ! unserm zen : wär kehrte \ ten hätten an Auflösung des Versteck-Rätsels in voriger Nummer; Ein Sperling in der Hand ist besser, als eine Taube auf dem Dache, Redaktioni Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.