1906 — H.J enfcÄeS? nut aufrichtiger Sympathie entgegen und wunderte sich im stillen darüber, daß der gewandte M >5 ihr aeaenüber sichtlich sehr verlegen war und eilig von ehr wieder'fortstrebtc. Sie konnte nicht ahnen, daß Fntz ^ranten- dorf bei ihrem Anblick die lebhaftesten Gewissensbisse empfane, »ermelrt noch durch die Tatsache, daß ihm die Schwester seines kleinen'Liebs ganz ausnehmend gefiel und, er. von Herzen wünschte, sich ihr anvertrauen zu können. Gr nmbte m Kufe und schwmWU, enoanWtejentaii Tu-*-ck ' staunlicb frisch rind pigendlich wirkte, Ruth rn cur egnges Gespräch ziehen sah und neu Eintretende die Aufmerksamkeit der Gehennrätin und des Majors ablenkten, gmg er aus SW zu, die auf Wunsch der Tante ein wenig unsicher am -cctstch hantierte. roje reizend Du wieder bist." Er drückte verstohlen die kleine, nicht widerstrebende Mädchenhand, jede Einzelheit der Erscheinung des geliebten Mädchens in sich ausnehmend. Sie blinzelte ihn> ver re am „Du siehst ja auch fanios aus, Fritz, ich hab Dich ooch JU 9 g“ 'zog^sich' geschmeichelt sein keckes, diNikles Bärtchen nicht nett, Sus, Du ISnuteft jetzt»» ten Beuten ihr *» Mud-^ejichch Tollnett wür'sl Aber wenn sie mich nach unserer Hochzeit fragten? Wir müssen warten bis zum Hauptman Ach, Fritz, das wär' weniger nett." W 1 । Irettag den 18. Mai uttn zM^ener^merM AsMülAmmer). > C- Er stampfte leicht mit de»' Fuße auf. Elender Manirnon, wer Dich halle. . "Dasselbe hab' ich Ruth neulich Abend gesagt. Uebngens, ,üie fe ^Jen Augen suchten die schlanke, hohe Gestalt Riithk Sie stand jetzt' neben einem kleinen weißbartrgen HZ«' 5 K 5« PLZkAÄAiÄ gegen den tiefroten Plüsch esiter Fensterportiere ab. Sie war ebenso wie Suse ganz weiß gekbeldet. Deine Schwester ist eine Schönheit, Lmdl Das junge Mädchen warf die Lippe aus. ®,e npfäfit Dir ivohl besser als ich?'' ''.Schatz, Du bist eifersüchtig? Das finde ich entzückend. Phovopr-.a-j. Wiiteltole Mädchen. Roman von H. Ehrhardt. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Mitten in ihrer Besprechung störte sie das Emtreten des Broclhansschen Ehepaares, dein auf dein Fuße Fntz -Eliten- tzorst im Besuchsanzuge, in Helm nnt> Waffenrock folgte. Ruth sah die auflcuchtcndcn, dunklen Augen des hübschen brünetten Offiziers zu der weißgekleideten, reizenden Gestalt Suscs überwandern iind wußte daher sofort, daß er der Mann s , der ihrer jungen Schwester Gluck gewesen. Und sie begn merkwürdigerweise, daß Suse ihn lieben mußte. Es lag neben aller "cichtherzigkeit so etwas ehrliches und gutes, so etivas bestrickend 'liebenswürdiges in diesem gebräunten -entnant- ae icht ein so energischer, intelligenter Zug um Mund und Kinn, daß Ruth fühlte, ihr Sorgenkind Suse ivare an seiner „Ich weniger," , Seine weißen Zähne blitzten sie an. ... & . „Goldkind, guck mich doch !-eb a-i, D g a bst doch selbst nicht daran, daß Ri.th nur bester gefaNcn könn , Lu So was Süßes wie Dich gibt's ,a gar nicht mehr auf bCt Ta'lächelte Suse zufriedengestellt. .Und er vergas> im Rausch seiner Verliebtheit, was er ihr eigentlich hatte sage» wollen.^ wnrbe einc F^tsetzung ihres intimen Gesprächb miiftlc All Suses Hilfe an bcn Teetisch eilen. Sie war seh» ’ s“ fein) P°---»-i, Hinte d-denNlch «nl« >!»-> dem fle «-»- eistig geredet thttte mnr^ein 'bedeutender Landsehujtsmaler gewesen, den die Geheimrätiu jetzt mit Befehl«» belegt Hütte, um über >h » SeÄ*« '*« Re mWn unb mit rasendem Herzklopfen, nach d m wie poliert glänzende Schädel.des der« ein anderer, wenn auch ebenfalls nur sparuq veyamre, Männerkopf, der auf einer hageren, großen Gestalt .tute S im Näherkommen ein fahles, ;±’ 0 •» Eicht näsilndcr Stimme bat, den Damen bei ihrem Hans. ^ulitzn Tnn SAAen^zu dnrsin.^ heiratet haben!" bemerkte Suse naiv zu Ruths heimlichem Entsetzen- MB & i — 286 yit veil kleinen grauen Männeraugen regte sich ein amüsiertes Lächeln. „Ich gehöre zu den Menschen, die da zu sagen pflegen: dies und jenes gefällt mir bei anderen sehr gut, nur bei mir nicht." „Das sind immer solche, die nie probiert haben, wie sie selbst sich bei irgend einer solchen Sache ausnehmen wurden." Ihre Kampflust fing dem eingefleischten Junggesellen au, Spaß zu machen. „Gnädiges Fräulein meinen mit anderen Worten, das Heiraten hätte mir schließlich ebenso gut gefallen, wie vielen anderen." „Ja, sicher! Sie haben ja übrigens noch Zeit, Ber- säumtes nachzuholen." Der Oberregierungsrat verneigte sich galant. „Zwei so reizenden Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts gegenüber könnte selbst mein Borurteil gegen die Ehe sich besiegen lassen!" „Nu also!" Ruth stand sprachlos daneben. War das wirklich Suse, die in kleinstädtischen Ansichten und Schicklichkeitsbegriffen erzogene Suse, die da mit einem wildfremden Herrn in der ungeniertesten Weise über das heikle Thema des Heiratens sprach. Noch dazu mit einem Manne, der ihr als passende, gute Partie vorher anempfohlen worden war. In so einem Falle wäre sie ja noch kühler und zurückhaltender gewesen als sonst. Ihr stolzes Blut brannte in ihren Adern vor Scham. Sie versuchte der jungen Schwester irgend ein Zeichen der Mißbilligung zu geben, aber diese bot soeben verführerisch lächelnd dem ältlichen Kavalier eine Tasse Tee imb war int besten Zuge, sein verknöchertes Juuggesellen- herz zu erweichen und auf den Pfad der Ehe zu leiten. Sie amüsierte sich anscheinend himmlisch dabei und nur als der Oberregierungsrat, nachdent er die Tasse Tee ans ihrer Hand genommen, dankend diese Hand küßte, huschte eine leichte Verlegenheit über ihre beweglichen Züge und ihr Blick irrte verstohlen suchend über die plaudernden Menschengrnppen. Wer die schlanke Offiziersgestalt des Geliebten war nicht zu erblicken. So nahm sie sorglos ihren amüsanten Flirt wieder auf. Unterdeß hatte Ruth, da auf noch kommende Besucher kaum mehr zu rechnen war, ihren Platz neben der Schwester verlassen, trotzdem der Oberregierungsrat höflich bemüht ge- wesett war, sie zuweilen mit ins Gespräch zu ziehen. Sie hatte das Gefühl, den Gästen der Tante Liebenswürdigkeit beweisen zu müssen, und da es ihr nicht an gesellschaftlicher Gewandtheit mangelte, vermochte sie recht gut, sich trotz ihres Fremdseins mit den Anwesenden angeregt und lebhaft zu unterhalten. Die Elemente, welche sich int Salon der Geheimrätin zusammenfanden, gehörten dem Gelehrten- tmd höheren Beamtentum au, unter dem die Oberflächlichkeit ein seltener Gast zu sein pflegt. Ruth fand sich da eher zurecht, fühlte sich angenehut und sympathisch berührt. Das leichte Wortgeplänkel, S-uses Liebhaberei uni) ein Privilegium der Offizicrskreise, lag ihr nicht, wie man zu sagen pflegt, sie stand darin aus uu- sicherem Boden. Allmählich lichtete sich der Kreis der Gäste, der alten Dame wegen ging inan rücksichtsvoll frühzeitig, nicht nach Hause, das gab's nicht in der Großstadt, nein, man endete noch in einem Theater oder Restaurant. Ruth Meridies konnte sich endlich der bis dahin stets umringten Geheimrätin nähern, welche, die Spannung int Gesicht der Nichte bemerkend, ihr schon von weitent er- mutigend zunickte, sie daun in ihrer lebhaften Art beint Arm faßte und triumphierend meldete: „Es geht alles nach Wunsch, mein Kind. Professor Körner, der noch selbst mit Dir sprechen will — ah, siehst Du, er steuert bereits auf uns los — er hat einen guten Bekannten, der einen Malkursus für junge Damen leitet — aber er nimmt nur solche mit ausgesprochenem Talent —" Sie hatte die letzten Worte schon iu Hörweite des alten Herrn gesprochen, sodaß dieser, au beide Damen herau- tretend, fortsetzte: „Daß es Fräulein Meridies daran nicht fehlt, davon hat mich die Kopie der Defreggerschen Dorfschönen, die gnädige Frau mir als die Arbeit Ihrer Fräulein Nichte bezeichß neteit, überzeugt. Ich begrüße Sie als berühmte Kollegin in spe, mein liebes Fräulein." Der liebenswürdige weißhaarige Künstler hielt ihr lächelnd die schlanke Hand hin, in die sie, vor Freude tief errötend, ihre Rechte legte. „Ich werde gleich morgen mit meinem jungen Freunde rebett und Sie ihm warm ans Herz legen. Sie melden sich am besten — heute haben wir Dienstag — also Donnerstag zwischen 11—12 Uhr in seinem Privatatelier in der Fasanenstraße. Nehmen Sie verschiedene Malereien und Zeichnungen von sich mit und recht viel fröhlichen Wagemut. Nur nicht durch kleine Hindernisse abschrecken lassen. Wer zur Höhe will, muß durch Dick und Dünn gehen." Ein forschender Blick des Künstlers überflog rasch das schöne, stolze Mädchengesicht mit dem leisen Zug von Resignation um den schmalen Mund. Zweifel stiegen in ihnk auf, ob diese herbe, keusche Mädchenblüte geschaffen war für den Weg durch Dick und Dünn, auf bett eigener Wille sie führte. Ein Künstler strebte hohen Idealen zu in seinem Schaffen, aber er mußte dafür manch andere Ideale aus- geben. Ob sie dazu fähig war? Ohne schwere innere Kämpfe jedenfalls nicht. Sie tat ihm eigentlich leid, sie gehörte in den engen Kreis der Familie, nicht in was stürmisch wogende Meer des Daseinskampfes. Ahnte Rnth^eine Gedanken? Ihre Augen hatten einen seltsam bangen Ausdruck, die jähe Angst des Menschen, der sein Schicksalsrad ins Rollen gebracht hat und fürchtet, seinen Lauf nicht mehr aufhalten zu können. Wenn sie iHv Ziel nicht erreichte? Wenn alle Mühe, alle Kosten unnütz verschwendet waren? Da tönte wie aus weiter Ferne, doch ganz deutlich die klangvolle, sympathische Männerstimme: „Ein halbes Jahr tüchtigen Unterrichts und sie sticht manchen von uns ans." Ihre Gestalt straffte sich, ein befreiter Zug trat in ihre Augen. „Vielen, vielen Dank, Herr Professor!" sagte sie auf- atmend, „toenit Sie sich wirklich bemühen wollen, so melden Sie mich bei —“ sie stockte und lächelte dann, „ich weiß ja noch nicht den Namen des Herrn." „Willy Hammer!" „Ach, den Namen habe ich erst neulich gelesen, er hat ein Porträt der schönen Prinzessin v. P. ausgestellt —" „Ja, er ist einer unserer bedeutendsten Porträtisten, hat aber auch schon vorzügliche andere Bilder gemalt — Sie können keinen besseren Lehrer finden. Also viel Glück auf den Weg, mein gnädiges Fräulein." Er reichte Ruth Abschied nehntend die Hand und neigte sich über die reich beringte Rechte de-r Geheimrätin, die noch ein paar Schritte neben ihm her bis zur Tür ging, ihm nun ihrerseits einige Dankesworte sagend. Als sie sich ins Zimmer zurückwandte, sand sie sich dem Oberregierungsrat gegenüber. „Ich muß mich leider ebenfalls verabschieden, meine gnädigste Frau!" meinte er verbindlich, „eine Besprechung ruft mich noch an einen anderen Ort. Es fällt mir schwer, ich habe selten eine so genußreiche Stunde verlebt. Ihre kleine Nichte ist ja ein bezauberndes Geschöpf." „So? Nun, das freut mich zu hören!" sagte die Ge- heimrätiu trocken, innerlich kopfschüttelnd über den „alten Esel", der so schnell ins Garn gegangen zu sein schien. Er sah wahrhaftig ganz rot und animiert aus und sprach lächelnd weiter: „Fräulein Meridies hat mir zwar die unglaublichsten Dinge an den Kopf geworfen — in ihren Augen bin ich als alter Junggeselle scheinbar ein Ungeheuer — aber sie hat etwas so natürliches und naives, sie wirkt wie ein Schluck frischen Ouellwassers, das man trotz aller anderen Genüsse stets zu schätzen weiß." Die Geheim tin zog die Augenbrauen hoch. Donnerwetter, dachte das scheint ja ernsthaft zu werden. Wär' ba§ ein Glück p . das Mädel. Bloß nicht merken durste er, daß er gekapert werden sollte. „Ja, sie ist ein liebes Kind! Noch ein bißchen unerzogen, aber wenn sie erst mehr in Gesellschaft kommt, schleift sich das ab." „Wie ich schon sagte, gerade das wirkt so erfrischend an ihr, wir sind in Berlin solch reizende Naturkinder nicht gewöhnt, ich hoffe, öfter das Vergnügen zu haben, Fräulein Meridies bei Ihnen, gnädige Frau, Wiedersehen zu können." 287 „Mer gewiß, Herr Oberregierungsrat, auf baldiges Wiedersehen." „Adieu, meine gnädigste Frau." Die Geheimrätin rauschte aufgeregt chrer Tochter entgegen, die Arm in Arm mit Ruth durch das Zimmer schlenderte. (Fortsetzung folgt.) MrvostLät und Erziehung. Bon Emil Kundin s. (Nachdruck verboten.) In unserem „nervösen Zeitalter" gestaltet sich die Bekämpfung der immer mehr um sich greifenden Nervosität oder Neurasthenie zu einer Frage von größter Wichtigkeit. Saugt doch diese mehr 'lästige als gefährliche „Zeitkrankheit" gleich einem Vampyr an der Energie und Tatkraft des Menschen und zerstört ihm das köstlichste Gut: die Freude am Leben. Wenn nun auch durch eine passende Gesundheitspflege die Nervosität bekämpft, insbesondere jedoch das Fortschreiten bereits bestehender Nervosität zu schlimmeren Formen verhindert werden kann, so ist doch nicht daran zu zweifeln, daß wir das beste und sicherste Schutz?- mittel gegen diesen Feind in einer vorbeugenden Erziehung besitzen. Und gerade auf diese Erziehung paßt Goeche's Ausspruch: „Mit einer erwachsenen Generation ist nicht viel mehr zu machen; seid aber klug und fangt mit der Jugend an, so wird es gehen." Die nachfolgenden Ausführungen werden sich also nicht mit der speziellen Erziehung der sogenannten „nervösen Kinder", die schon frühzeitig die Kennzeichen der Nervosität, wie gestörter Schlaf, allgeineine Unruhe und Erregtheit nsw. zeigen, beschäftigen, sondern wollen allgemein giltige^pädagogisch- Ratschläge zur Heranbildung eines an Leib und Seele starken, von Lebensmut und Lebensfreude erfüllten,^ mit einem widerstandsfähigen Nervensystem ausgerüsteten Geschlechtes geben. Auf zweierlei hat eine solche Erziehung ihr Augenmerk zu richten: einmal auf die Erzielung größter körperlicher Widerstandsfähigkeit, zum andern auf die einer seelischen Erstarkung. Das Wort der Alten muß ihre Devise werden: „Mens sana in corpore sano". (Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.) Der weitaus leichtere und die sichersten Erfolge verbürgende Teil der Erziehung ist natürlich derjenige, der die Gesundheit des Körpers erstrebt. „ Die Ernährung bestehe in einer nahrhaften, gemischten Kost. Der Fleischgcnuß ist einzuschränkeu, dagegen Milch reichlich zu geben. Kaffee, Tee sowie geistige Getränke sind bis zum 15. Lebensjahr gänzlich zu vermeiden. Zur Stählung des Nervensystems muß der Körper schon frühzeitig durch regelmäßige kalte Waschungen abgehärtet werden. Der Schlaf muß reichlich sein. Niemals dürfen Kinder abends spät aufbleiben, sei es, daß sie Schularbeiten anfertigen oder Lektüre treiben, spielen oder gar an der Geselligkeit der Erwachsenen teilnehmen. Die Regel: früh zu Bett, ist für Kinder konsequent durchzuführen. Die gleiche Bedeutung wie reichlicher Schlaf hat der reichliche Aufenthalt der Kinder in frischer Luft. Häufig hört man jedoch Eltern sagen: „Mein Kind hat keine Zeitzes muß erst seine Schularbeiten machen. Arbeit geht dem Spiel vor." Gewiß trifft die Schule mit ihren hohen Anforderungen, ihrer Ueber- bürdnng der Schüler mit manchem wertlosen Ballast nicht wenig Schuld. Andererseits kann aber nickst geleugnet werden, daß viele Eltern ihrem Ehrgeize das Jugendglück ihrer Kinder zum Opfer bringen. Da werden die Kinder zu den höchsten Leistungen, die natürlich Nervenkrast kosten, angepcitscht. Besonders, aber versündigen sich diejenigen Eltern, die schwachbefähigte Kinder haben und diese in gelehrte Berufe hineinpressen. Diesen bedauernswerten Kindern werden die Jahre auf dem Gymnasium oder anderen höheren Lehranstalten zu einer Kette qualvoller Leiden, die naturgemäß an den Nerven zehren, und den Grund zu oft schwerer Nervosität legen. Den Kindern die Kindheit! Möchten doch die Eltern ihren Lieblingen dieses ihr gutes Recht nicht schmälern! Anstatt sie stundenlang an den Schreibtisch zn fesseln, schicke man sie hinaus in Gottes herrliche Natur, wo sie im frohen Spiel ihre Kväfte betätigen, ihre Jugend genießen können. Mau halte sie an zur regelmäßigen Ausübung eines Sports, sei es Eisläufen, Rudern, Schwimmen oder Radfahren. . Anstatt, wie es leider häufig vvrkommt, die Mußestunden beim Skat oder bei oft öder Unterhaltung zuzubringen, mache man mit seinen Kindern Spaziergänge hinaus in den Wald, auf, Feld und Wiese. Nicht nur ein hoher Gewinn an körperlichem, sondern auch au seelischem Wachstum wird die Folge einer solchen den Naturgenuß und die Liebe zur Natur fördernden Beschäftigung mit den Kindern sein. Diese letzte Betrachtung führt uns schon zu dem zweiten Teile einer der Nervosität vorbeugenden Erziehung. Ebenso wie ärztlicherseits bei der Behandlung der Nervosität das psychologische Moment immer mehr in den Vordergrund gestellt wird, so gewinnt auch die seelische Erziehung eine ganz besondere Bedeutung, wenn cs sich darum handelt, das spätere Austreten der Neurasthenie zu verhindern. Selbstverständlich ist dieser Teil der Erziehung der weitaus schwierigere, weil er ein seines Verständnis der Kindesseele, viel pädagogischen Takt, aber auch viel Energie und Konsequenz des Erziehenden erfordert. Die Psychologie oder Seelenlehre unterscheidet drei Gebiete der menschlichen Psyche: Erkennen, Fühlen und Wollen, anders ausgedrückt: Geist, Gemüt, Willen. Wenn es nun auch eine Hauptaufgabe der Erziehung sein wird, diese drei Gebiete mit einander in Einklang zu bringen, so ist doch wiederum nickst zu leugnen, daß wir im Hinblick ans eine der Nervosität vorbeugende Erziehung besonders die Äilleiisfcite ins Auge fassen müssen, daß wir also in den Kindern diejenige Kraft ausbilden und stärken müssen, die ihnen die Fähigkeit verleiht, aktive Menschen zu werden, die stets den Kopf oben behalten und fick nicht so leickst von den unausbleiblichen Widerwärtigkeiten auf dieser unvollkommenen Erde Niederdrücken lassen. Gerade in unserer die Ausbildung des Intellektes bevorzugenden Zeit kann die Forderung nicht laut genug erhoben werden: Bildet Willens^ menschen! Wie oft hört man heutzutage nickst die Klage, daß es so wenig Charaktere, so wenig Persönlichkeiten gebe, „an die man sich mit Lust mag schließen und mit Zuversicht", wie es im „Wallenstein" heißt. Die Erziehung zur Willensstärke beginne schon frühzeitig. Die Kinder müssen zum unbedingten Gehorsam erzogen werden, ohne daß die Erziehung den Charakter der Härte und übergroßen Strenge anzuuehmen braucht. Es ist aber eine alte Erfahrung, daß die sogenannten Muttersöhnchen, also diejenigen Kinder, denen jeder Wunsch gewährt wurde, die niemals ihre Wünsche unter den Willen ihrer Eltern oder Geschwister ordneten, daß gerade diese später im Leben haltlose Menschen werden, daß sie vor allem einen großen Prozentsatz der unzufriedenen, nervösen Menschen stellen, deren Leben so häufig hinter den Mauern bei Irrenanstalten verläuft. Auf der änderen Seite lehre man das Kind: Verantwortung, selbständige Entscheidung, die sich jedoch dem Willen der Eltern unterordnen muß. Deswegen muß die Erziehung das Gewissen schärfen. Ist dieses doch später ost der alleinige Leiter des Menschen. Das Kind muß überhaupt befähigt werden zur Selbsterziehung. Ganz besonders wichtig ist es, die Kinder so zu erziehen, daß sie sich leicht einen Genuß versagen können. Freilich müssen die Erzieher in diesem Punkte ihren Kindern ein leuchtendes Vorbild geben. Das Familienleben muß sich fernhalten von einer üppigen Lebensführung. Einfachheit und Mäßigkeit sind die Lebensclixiere aller Zeiten gewesen, und besonders in unserer mit Recht materiell genannten Zeit tut es not, diesen Punkt ganz besonders hervorzuheben. Genußsucht ist der größte Feind der Selbstbeherrschung, der Krone der Erziehung. „Sich selbst bekriegen ist der größte Krieg, Sich selbst besiegen ist der größte Sieg." So wichtig aber auch die Erziehung zur Willensstärke, zur Selbstbeherrschung ist, so bedarf doch auch das Gefühls- und Ver- standeslcbcn ganz besonderer Pflege, deren Vernachlässigung, sich bitter rächen würde. Im Gemüte, in der Gefühlssphäre findet der Mensch seinen Himmel, aber auch feine Hölle. „Es liegt um uns herum Gar mancher Abgrund, den dos Schicksal grub. Doch hier in unserm Herzen ist der tiefste ..." (Goethe: Tasso.) Die Erziehung muß dafür sorgen, daß dem Kinde sein mitt eine Quelle des Glückes, das nicht aitßer nns liegt, iuerbc. Deswegen muß die Phantasie vor Ausschweifung bewahrt werden. Mair schenke der Lektüre des Kindes feine besondere Aufmerksamkeit. Romane und sentimentale Geschichten dürfen nicht in feine Hände gelangen. „Ich verstand nichts, aber ich fühlte alles" — sagte später Rousseau, der in seiner Jugend ganze Bände Romane „verschlungen" halte. Man erziehe das Kind zur Zufriedenheit und — zur Liebe. Es muß frühzeitig inne werden, daß in dem Beglücken anderer ein unversiegbarer Quell unseres Lebensglückes liegt, daß diese Freuden die schönsten und dauerndsten auf der Erde sind. Zum Schluß noch ein Wort über die intellektuelle Erziehi- ung unserer Kinder. In erster Linie ist hier vor einer zu lange währenden und zu intensiven Anspannung der Geisteskräfte zu warnen. Es muß stets ein Wechsel zwischen geistiger Arbeit und Erholung, die am heften das Spiel in frischer Luft sein wird, angestrebt werden. Die Geisteshygiene hat aber auch darauf Rücksicht 8n nehmen, daß ein und derselbe Gegenstand nicht allzulange hintereinander getrieben werde, daß vielmehr ein Wechsel der Gegenstände stattfinde. Aber noch einen anderen, überaus beachtenswerten Punkt möchte ich hervorheben. Er betrifft zwar zunächst die Schule, hat aber auch für die Eltern, die doch sehr oft nicht bloß Erzieher, sondern auch Lehrer, Führer zur Erkenntnis sind, Giltigkeit: die geistige Aneignung des Stoffes. Dieser Prozeß verläuft auf uusereu höheren Schulen leider in Bahnen, die den hygienischen Anforderungen direkt zn- widerlausen. Anstatt die Kinder die Ergebnisse der Wissenschaft selbst finden zu lassen, gibt man ihnen fertige Resultate. In dieser Methode liegt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die geistige Frische des Kindes, und so lange hier nicht gründlich Waikdel geschaffen ist, halben die Eltern die Pflicht, so weit es ihnen möglich ist, in diesem Sinne helfend einzugreifen, ihre Kinder zur geistigen Selbsttätigkeit und damit zum geistigen Frohsinn zu erziehen. — 288 — Das Hauptziel unserer Erziehung aber wirb das sein: starke Charaktere, Persönlichkeiten zu bilden, in sich geschlossene, harmonische Menschen, die erfüllt sind von Liebe und Idealismus, Felsen in dem ewig brandenden Meere des Lebens. Die Frauenmoden und die Männer. Geht's denn die Männer überhaupt etwas an, wie sich die Frauen auziehen? Nun, warum sollten die Herren der Schöpfung nicht schon aus ästhetischem Interesse ein Wort mitzureden haben! Und — darüber brauchte keiner ausgeWgelten Betrachtung — einem rechtschaffenen Ehemanns z. B. kann's einfach nicht gleichgiltig sein, wie sein Frauchen in der oder jener Gewandung ausschaut. Da würde es auch ein arg schmollendes Mündchen geben, .wenn der Eheherr kurzweg brummen wollte: „Ist mir ganz egal, tote du heute in Gesellschaft gehst!" Vielleicht könnten sogar ein paar Tränchen kullern, und das niederschmetternde Urteil dürfte ergehen: „Pfni, du bist abscheulich!" Allerdings, wenn die Männer gar zu kritisch in M-ode- angelegenheiten sind, dann ist's den Damen auch nicht recht. Unzählige Evatöchter werden am Ende den gescheiten Rousseau — eins, zwei, drei — zu den „Abscheulichen" rechnen, wenn sie erfahren, daß er sich erdreistet hat, zu behaupten: „Fast immer werden die Moden von den häßlichen Frauenzimmern aufgebracht, und die hübschen sind töricht genug, sich unterzuordnen." Was will das aber besagen gegen Sebastian Brant, den uugalanteu Sittenrichter des 16. Jahrhunderts: „Es kommt daher eines Bürgers Weib viel stolzer, denn eine Gräfin tut; wo jetzt Geld ist, da ist Hochgemut; was eine Gans von der anderen sieht, darauf ohn' Unterlaß sie dicht't, das muß man haben, es tut sonst weh. Der Adel hat keinen Vorteil mehr; man find'! eines Handwerksmannes Weib, die bessers wert trägt an dem Leib von Röck', Ring', Mänteln, Borten schmal, denn sie im Hans hat überall!" Es gab Zeiten, wo es die regierenden Fürsten zu ihren landesväterlichen Pflichten rechneten, die Damenmoden gesetzlich zu regeln. Im Jahre 1483 erließen Kurfürst Ernst und Herzog Albert von Sachsen eine Aeiderverordnung, wonach eine Frau oder Jungfrau vom Ritterstande nicht mehr als einen seidenen und zwei gestickte Röcke besitzen sollte; und kein Kleid sei hinfüro zu tragen, das über zwei Ellen auf der Erde nachschleife. Ergo, der Kampf gegen die Schleppe ist nicht erst von gestern und heute. Aber auch die hohen Stadtobrigkeiten mengten sich gern in solche Dinge. Wenn jetzt hier und da ein schüchterner Versuch gemacht wird, mit amtlichem Nachdruck gegen die riesenhaften Theaterhüte vorzugehen, so ist das noch gar nichts im Vergleich zu früher. Da verordnete der Rat von Speyer anno 1356 wie folgt: „Die Hauben der Frauen sollen nicht mehr als vier Reihen von Staufen haben; keine soll ihre gewundenen Haarzöpfe hinten herabhängen lassen oder vorne Locken, sondern ihr Haar aufbinden; nur den Ledigen ist dies gestattet. Kein Kleid, unteres oder oberes, soll... an den ©eiten geschnürt, noch durch Eiignisse eingezwungen werden." Wie ein mittelalterlicher Vater feine Heranwachsenden Töchter vor dem Zuviel der Mode zu warnen suchte, dafür ist die Erzählung be§! Ritters Latour-Landry (um 1400) ein klassisches Beispiel. Er berichtet den jungen Mädchen von einer vornehmen Frau, um deren Seele sich dann St. Michael mit dem Teufel heiß gestritten habe. Zu Gunsten des letzteren hätten die schönen hermelinverbrämten Kleider der Verstorbenen in der Wagschale gelegen. „He, St. Michael", habe der Satan gerufen, „diese Frau hatte zehn Kleider und zehn Oberröcke. Ihr wißt, daß schon die Hälfte ihr hätte genügen können. Ein langes Kleid, zwei kurze, und ebensoviel Oberröcke sind genug für eine einfache Frau; und wenn sie sich gottgefällig mit weniger begnügt hätte, so hätten noch fünfzig Arme mit dem Preis eines einzigen ihrer Röcke bekleidet werden können." Und so sei die arme Seele dem Teufel zugefallen. Umso besser, daß der tiefsinnige Weise von Königsberg, der unverheiratet gewesene und darum hübsch unparteiische Kant, den Frauen philosophisch zu Hilfe kommt. Er meint, das Verlangen der Weiblichkeit, „durch die veränderlichen Erfindungen des Putzes zu schimmern", sei, sofern es mit Geschmack geschehe, „gar nichts Beleidigendes für andere", — vielmehr etwas sehr „Artiges", und es liege kein Grund vor, „dagegen mit unwirschem Tadel vorzugehen". Im übrigen wird sich wohl jede verständige Vertreterin des schwächeren Geschlechts mit dem ernst- männlichen Gutachten Max Haushofers zufrieden geben müssen: „Törichte Mode ist alles, was weniger praktisch, weniger naturgemäß und gesund, weniger dauerhaft, weniger wohlfeil, weniger schön als das bisher Dagewesene ist." . . . Wohlverstanden — törichte Mode! Im übrigen aber soll sich eine Frau geschmackvoll und adrett kleiden. Vermischter. * „Ab er m au s a g t do ch s o!" Wenn man eine verständige Frau auf das Widersinnige einer Adobe aufmerksam macht, so wird sie zugeben, daß man recht hat, aber sie wird hinzusetzen: „Es ist nun mal so Mode". Hält man jemand vor, daß er statt zahlreicher Fremdwörter gute deutsche anweuden könne, so wird er, wenn er gleichfalls verständig ist, das zugeben, aber trotzdem häufig hinzusügen: „Aber man sagt doch so". Und wenn man die Leute fragt, warum sie statt Geldtasche durchaus Portemonnaie sagen müssen, oder toarum auf einmal überall ein Milieu sein soll, wo früher nie davon die Rede war, ober warum alles Mögliche jetzt intim fein muß, was man einst etwa stimmungsvoll nannte, immer wieder wird einem das bequeme „Aber man sagt doch so" entgegenklingen. — „Sollte es wirklich für denkende Menschen keinen anderen Weg geben?" so fragt Palleske in der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Ja, wer ist denn dieser „man" ? Die große, dumpfe, gleichgiltige Masse, dieser vielköpfige Körper, der doch in Wirklichkeit teilten Kopf hat und ben man mit „man" zu bezeichnen pflegt, von bem sollte ich mir Vorschriften machen lassen? Nie und nimmermehr! JlSenn ich mir im Laden Briefumschläge fordere, und der Verkäufer sieht mich verwundert an, oder verbessert vielleicht gar meinen Ausdruck mit wohlwollender Ueberlegenheit in seiner Erwiderung zu Couverts, — was macht denn das aus? Soll ich etwa um seines' Beifalls willen von Grundsätzen abweichen, die ich für richtig erkannt habe? Nein, auch in sprachlichen Dingen sollte es heißen: Mehr Festigkeit, mehr Persönlichkeit!" *, Ein Luthersprüchlein. Es ist merkwürdig, wie zäh, ja unausrottbar gewisse Irrtümer sind. Da findet man immer unb überall ein angebliches Wort Martin Luthers: „Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr fein Leben laug". Und dabei ist von einem katholischen Geistlichen, P. Gri- far, nachgewiesen, daß dieses Wort nicht von Luther stammt, sondern von dem Dichter Johann Heinrich Voß, der bekanntlich über zwei Jahrhunderte später gelebt hat! Daß der Reformator ein recht lebensfroher Mann gewesen ist, daß er Weib, nämlich fein Weib, und Gesang geliebt hat fein Leben lang, unb im Steife feiner zahlreichen Küiberschar brav musiziert hat, das ist freilich wahr. Den Wein hat er nicht verurteilt, aber immerhin gesagt, der Teufel Deutschlands sei und bleibe ein guter Weinschlauch. Humoristische Schüleraufsätze. Aus einer größeren Serie solcher Aussätze, die in „Kind unb Kunst" (1. Kinderwelt, 2. Pädagogischer Teil für Eltern und Erzieher. Verlag Alexander Koch, Darmstadt) veröffentlicht ist, seien zwei als Probe hier ioiebeigegeben : Das Gelb im Topfe. Einmal sollte ich in einem Topfe Honig holen; bas Gelb aber lag in bem Topfe. Als ich zum Krämer kam, mußte ich warten bis ich an die Reihe kam. Ich gab ihm meinen Tops und er ging hin unb holte den Honig, und als er mir ben vollen Topf geben wollte, sagte er: Wo ist das Geld? Da guckte ich ihn verwundert an unb sagte: Das liegt im Topf! Tran unb Teer. Einmal sagte Hans seine Mutter: Du sollst Seife unb Soda holen. Hans sagte: Dat kann ick nich beholn. Da sagte seine Mutter: Daun mußt du immer sagen: Seb*) — Soda, Seb — Soda. Ja, sagte Hans. Und er ging hinunter und sagte dabei immer vor sich hin: Seb — Soda, Seb — Soda, Seb — Soda; da siel er über einen Stein, da sagte er: O Gott! Da hatte er das andere vergessen, und er sagte nun immer: Tron un Teer, Tron un Teer. So kam er zum Krämer und sagte: Tron un Teer — Tran und Teer wollte ich haben. Da gab der Krämer es ihm, unb er brachte wirklich Tran nnb Teer mit nach Hanse. *) Seb (plattdeutsch) — Seife. Lsterarisehss. — Der ländliche Friedhof. Seine Anlage, Pflege und Verwaltung. Von Pfarrer H. Hüttenrauch. Mit Mbildnugen. Presi- brosch. 2,50 Mk. G. Strubigs Verlag in Leipzig. —i Der Verfasser wendet sich mit seiner Schrift an Geistliche, Gemeindekirchenräte, Gemeindevorstände sowie überhaupt an alle, denen die Aufsicht, Pflege und Verwaltung eines ländlichen Kirchhofes obliegt/ Er will vor allem Verständnis für die Anlage und Pflege des Kirchhofes wecken. Das Buch gibt auch für städtische, nicht nur für ländliche Verhältnisse gute Anregungen und Winke. Jeder Berufene kann sich daraus auswählen, was für seine Gemeinde, seinen Geschmack paßt. Versteck-Rätsel. Nachdruck verboten. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in solgenben Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Betschnnanen — Finsterniß — Bleiburg — Reibeisen — Deidesheim — Wonnemond — Stärkekleistcr — Wachtposten. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilder-Rätsels in voriger Nummer; Ein Sperling in der Hand ist besser als eilte Taube auf dem Dache. Redaktion: Ernst £> e ß. — Rotationsdruck unb Verlag der Brüh l'schen Unwersttats-Buch- unb Steindruckerei, R. Lange, Gießen«