1906 M B0f M DW Der Siern. Roman von Ulrich Frank. Nachdruck »erboten. (Fortsetzung.) Das Vorlesen dieses Brieses ging nicht so glatt von statten. Die Mutter meinte und brach einige Male in lautes Schluchzen ans, unb auch Vater Brandt genierte sich nicht, mit dem Handrücken die Tränen aus den Augen zu mischen. 'Auch machte er längere, Pausen an Stellen, die besonders rührend waren, und wiederholte diese dann. Nach Beendigung des Briefes trat ein längeres Stillschweigen ein; endlich sagte die in tiefes Sinnen versunkene Frau: „Und nichts hat sie vergessen. Auch an Toto denkt sie und an die Katze." Der Vater aber dachte, ivie wird sie mit so viel Liebe und Sehnsucht im Herzen sich znrechtfinden unter fremden Menschen? Er ließ seine Bedenken nicht laut werden, um sein Weib nicht zu beunruhigen, unterdrückte einen Seufzer und faltete die Briefe sorgfältig zusammen. Dann legte er sie in die Kommodenschublade neben die Bibel und das Gesangbuch und sprach: „Den Bries wollen wir noch manchmal lesen." „Ja, Alterchen, das wollen wir!" Ein fahles, graues Winterlicht fiel ckuf die „Sixtina", das herrlichste Juwel der Dresdener Galerie. Mer auch diese harte Beleuchtung vermochte dem Bilde nichts von seinem weichen, inneren Zauber zu nehmen. Die himin- lische, liebkosende Schönheit des reinen Antlitzes strahlte eine innere Wärme aus, die keiner äußeren Lichteffekte b&= durfte, uin zu wirken. Und ob diese rührende, gnadenvolle Holdseligkeit nun vom Glanze des Frühlingslichts unw strahlt schien, ob durchglüht von feurigen Sonnenstrahlen des blnmendurchdufteten Hochsommers, ob, des Herbstes schwermütiger, matter Schimmer darüber hinträumt oder tvie heute des Winters kalter Schein darauf fällt, es erfüllt den Betrachtenden mit Heiligkeitsschauern und mit der inbrünstigen Weihe des Göttlichen. Della Brandt war, von der Gesangsstunde heimkehrend, zu kurzer Rast in die Galerie getreten. Sie hatte in Begleitung der Tante und Cousine vor einigen Wochen das Bild zunr ersten Male gesehen, damals, als mau ihr, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte, und es hatte einen starken, erschütternden Eindruck auf sie gemacht. Wortlos stand sie davor, langsam füllten sich ihre Augen mit Tränen, rind wie in stummem Gebet falteten sich ihre Hände. Seitdem ivar sie, weint ihre Studien ihr ein Ruhestündchen gestatteten, oft vor das Bild hingetreten, und es war ihr, als ob sie eine Andacht dort verrichtete. Wie gebannt hing ihr Auge an den sanften Linien des süßen Gesichts, an den zarten Formen der jungfräulichen Gestalt. Leis, ivie ferne Musik, schien es die hoheitsvolle Erscheinung zu um« klingen, in reinsten Harmonien, wie Sphürenklang. UH dann lvar es ihr, als süße sie in der kleinen, schlrch^- Kirche zu Bernstadt, und in seelenvollen Klängen umschweb sie das Orgelspicl ihres Vaters. So war es auch heute. Träumerisch, in tiefe Gedanken versunken, stand sic vor dem Bilde und lauschte den Tönen, die in ihrem Innern wiedcrklangen; alles in ihr war Musik, denn wie ein stetes Klingen und Singen ivar cs um sie her, seit sie ihre ganze Zeit ihrer musikalischen Ausbildung widmete. Was in Schönheit vor sic hintrat, löste in Wohl- laut und Klangfülle sich für sie ans. Es war noch in den ersten Vormittagsstunden als, ste den geweihten Raum betrat. Niemand war da, nur einer der Galcriedicner stand an der Eingangstür. Er sah pe mit gleichgültigen Augen an, machte aber ein pfiffiges Gesicht, als wenige Minuten später ein hochgewachsener Mann cm- trat und sich etwas seitwärts von Della so aufsiettte, das; er sie betrachten konnte, ohne von ihr sofort bemerkt zu werden. Je länger, ihre Umgebung völlig vergessend, sic das Bild anschaute, desto ungestörter konnte er sic beobachten. Unb mit derselben liefen Teilnahme, die sie der Sixtiua zuwendete, hastete sein Auge auf dem jungen Mädchen. Endlich schien sie durch die fast zwingende, hastende Gewalt seines AngeS unruhig zu werden. Es war, als unterläge sie einer geheimnisvollen Einwirkung. Sie wendete sich jäh um und heftete einen fast erschreckten Blick auf den so unerwartet vor ihr Stehenden. Einen Augenblick zauderte ihr Fuß, als wäre sie festgebannt an die Stelle. Dann aber, wie in raschem Entschluß, ging sie an ihm vorüber dem Ausgang zu. Unwillkürlich hatte ihr Auge ihn noch einmal gestreift. Und so flüchtig dieser Blick auch war, es schien ihr, als könne sie den stolzen, hochmütigen Ausdruck dieses Kopfes nie mehr vergessen. Kaum hatte Della den Saal verlassen, als er hastig auf den Aufseher zntrat und fragte: „Kommt das Fräulein öfter hierher?" Ein Markstück verschwand in der Hand des Dieners. „I ja . . . ich hab sc schon einige Male bemerkt.* „Allein? Wie heut?" „Immer alleene." „Und immer zur selben Zeit?" „Merschtendeels.* „Unb auch am selben Tage?" „9hl nee, das kann ich Sic pich so genau sagen, aber cs wär schon mecglich." „Schon gut." Er ging mit raschen Schritten von dannen. Als er die breite Freitreppe betrat, die nach dem Vorplätze des Bluscums hinabführte, blieb er stehen und blickte umher. Von der Erscheinung, die ihn so sehr gefesselt hatte, — 402 war nichts mehr zu sehen. Wahrscheinlich hatte sie sich in einer der schmalen Seitengassen verloren. Gleichgültig. Er wäre ihr trotzdem nicht nachgegangen, um sie nicht unruhig und scheu zu machen. Er wußte, daß er sie wiederfinden würde. Inzwischen hatten sich die Räume der Galerie gefüllt. Vor den einzelnen Bildern sammelten sich Gruppen schwatzender und lachender Menschen. Nur vor der Madonna sprach man im Flüsterton. Aber die weihevolle Stimmung von vorhin war entflohen, imb der Saaldiener schloß seine philosophischen Betrachtungen über den Kunstenthusiasmus der Menschen mit den vor sich hingcmurmeltcn Worten: „Heilige Mutter Gottes, auf ivas mußt du alles hier runter sehn. Sie kommen doch nur zum Zeitvertreib her, merschtendeels oder gar . . . nee, wceS Gott, fromm sind sie wirklich nicht." Bei der Justizrätin Handtke war heute große Kaffcevisite. Da wars recht gemütlich. Alle anwesenden Damen empfanden cs mit vollem Behagen. Seit dem frühen Morgen schneite es unaufhörlich in dichten, großen Flocken, wie weiße Wollen- büschel so weich und voll. Der Schnee lag bereits auf allen Dächern, faß auf den Spitzen der Kirchtürme wie Zipfelmützen, hing schwer auf den Aestcn entlaubter Bäume, die unter der Last ächzten und stöhnten, und breitete ein weißes Daunengefieder über die weiten Flächen des großen Gartens. Selbst in den Straßen, wo er unter den Füßen der Menschen rasch wegschmolz, erneuerte er sich immer wieder. Es war rechtes Weihnachtswetter. Bis zum Feste waren allerdings noch vierzehn Tage, und obwohl alle Welt jetzt schon mit den Vorbreitungen zu jun hatte, hielten die Damen es doch für „eine nette Idee" von der Justizrätin, „einzuladen". So eine Ruhepause konnte man sich schon gönnen. Und bei dem Wetter gabs wirklich nichts Intimeres und Vertraulicheres als einen Damcnkaffee. Die Stimmen schwirrten lebhaft durcheinander. Vielerlei wichtiges hatten die Damen sich zu erzählen. Von den Einkäufen und Geschenken und winterlichen WirtschastSsorgen und von Konzert und Theater und den Engländerinnen, die ein schier unerschöpfliches Gesprächsthema in Dresden bilden. „Miß' Elton hat vorgestern reizend ausgesehen beim Nicodö-Konzert." „Wer war da und hat sie gesehen?" „Frau Kapellmeister Hiedler natürlich, und sie hatte Lucie Niitgenommen," antwortete die Justizrätin. '„Ra, Luciechen, erzählen! Wie sah sie denn aus und war sie wirklich so schön?" „Und was hatte sie denn an? Wieder so auffallend und verrückt?" „Gott, apart wars," antwortete Lucie den aus sie Em- siürmenden mit ihrer phlegmatischen Stimme. (Fortsetzung folgt.) 157 Hage korsischer Raubmörder. Erinnerungen an Korsika. Nach eigenen Erlebnissen ausgezeichnet von Adolf T i e m a n n. (Nachdruck erwünscht.) (Fortsetzung.) Rechtsanwalt Decori gab bei meiner Verteidigung an, haß der junge Faggianelli falsch gegen mich ausgesagt hätte, weil er dem Deutschen, wie er sich zu vielen Knaben geäußert haben soll, anstreichen wolle, daß er gesagt hatte, ein Korse wäre der Raubmörder gewesen. lieber einiges Nebensächliche, wie eine Deutung, mich in lächerlicher Weise mit der alten und unscheinbaren goldenen Uhr und Kette des Ermordeten in Verbindung bringen wollte — ich selbst besitze eine teure Glashütter Uhr — gehe ich, weil sie sich als gänzlich unhaltbar erwies, hinweg. Am meisten habe ich mich darüber geärgert, daß mein goldener Klemmer als corpus delicti an die Witwe M. zur Ansicht geschickt wurde, obgleich, wie ich horte, ans der Leiche ein goldener Klemmer gefunden worden war. Schuld daran war mein Rechtsanwalt Campiglia, dem ich zwischen den mir fehlenden Utensilien un pince-nez en or M ßtuis d'acier anfgegeben hatte. Nach bekanntem fran- sranzösisch-leichtfnßigen Rezepte kürzte er die Beschreibung ab und hatte den Untersuchungsrichter nach dem Verbleib meines pince-nez d'acier gefragt. Durch das Hin- und Her- chicken war mein goldener Klemmer natürlich ponr toutcs les gloives de France ramponiert worden. Das kuvertförmige Klemmeretuis, das ich mir erst 1903. von der Firma Nikolaus Schuetz, Magdeburg, gekauft hatte, erklärte der Untersuchungsrichter für ganz unmodern; solche Etnis hätte man vor dreißig Jahren getragen; es gehöre also einem alten Herrn, aber keinem jungen Manne. Einer meiner Hauptbelastnngszeugen nach Angabe des. Äjaccioer Untersuchungsrichters war der Hofopernsänger Emmerich W. ans W. Er hatte geäußert, wenn einer der Hotelbewohner der Raubmörder wäre, so könnte nur ich in Frage kommen. Auch ich halte es vollständig für ausgeschlossen, daß überhaupt einer der Hotelbewohner der Raubmörder war, da es geradezu widersinnig ist, eine kostspielige Reise zu unternehmen, um etwa 300 Fr. aus so. scheußliche Weise zu verdienen. Jeder, der Direktor M kennen lernte, und das tat wohl jeder Hotelgast, erfuhr bald, daß er acht Kinder hatte. Dieser Umstand, wie sein bescheidenes, wenn auch sauberes Aeußere, konnte keinen Hotelgast vermuten lassen, daß der alte Herr Reichtümer mit sich herumschleppte und seine Ermordung ein gutes Geschäft wäre. Bei dcu Einheimischen dagegen gilt jeder Fremde für reich, und daher kann ich nicht davon abkommen, daß der Raubmörder im Lande selbst zu suchen ist. lieber den armen Heldentenor zog gelegentlich der Schwurgerichts^ sitzung mein Rechtsanwalt Decori bös her. Mag ihn die Vorladung als. Zeugen Nicht erreicht oder er keine Lust gehabt haben, sich nochmals in die Verhältnisse Korsikas zu wagen — infolge seiner Unauffindbarkeit gab er ein treffliches Ziel für die abfälligen Bemerkungen Decoris' ab; er sei als Beurteiler nicht ernst zu uehmen. Uebrigens war auch Professor Dr. Ritter v. Sch. nebst Frau und Baron v. d. L. nicht zu der Schwurgerichts- sitzung erschienen. Anwesend waren von dentschen Zeugen nur der Sohn des Ermordeten und sein Schwager, der Pastor B. Letzterer beklagte sich bitter darüber, daß man seinen Schwiegervater des Selbstmordes zeihen konnte, und seine sonstigen Ausführungen beschränkten sich naturgemäß auf die Empfindungen, welche die ganze Sache bei ihnt erweckt hätte. Dies alles ins Französische übersetzt, nahm gehörige Zeit in Anspruch. Bei Beendigung des Verhörs atmete der Gerichtspräsident auf und bemerkte: „Gott sei Dank, ich habe schon gefürchtet, er würde noch zu predigen ansangen." Ein solches Benehmen wird man bei einem deutschen Richter nicht finden. Aehnlich erging es dem Sohne, dem Leutnant M., dein die Komödie mit der Madame Faggianelli endlich die Augen geöffnet hatte. Als er erklärte, er hielt mich nicht mehr für schuldig/ da kein Motiv Vorlage, bemerkte der Präsident, er könne kein Urteil haben, da er erst einige Tage nach der Ermordung in Ajaccio eingetroffen wäre. , Man hat mir in der Anklage weiter vorgeworfen, daß ich im Anblick der blutigen Leiche ine Hospice St. .Eugeme so still gewesen wäre, während ich auf dem Wege daym mit dem Hoteldirektor sehr lebhaft alle möglichen Möglichkeiten besprochen hätte. Das wird ein Deutscher, der nur einiges Gemüt besitzt, sehr natürlich finden. Außer dem widerwärtigen Polizeikommissar, der sich trotz des Anblickes des gewaltigen, erschütternden Todes mit der Nonne lächelnd ober tändelnd unterhielt, waren alle sehr still und sprachen sehr leise. Den Haupteffekt in der Schwurgerichtsverhandlung bildete die Vernehmung der Madame Annonciade Faggw- nelli, der Mutter des hoffnungsvollen 13jährigen Josef Faggianelli, der zweimal wegen Diebstahls bestraft worden war, einmal zu vier Monaten mit der Vergünstigung Gesetzes, die Strafe ausznschieben, ein andermal zu acht Monaten, und jetzt wieder unter einer neuen Anklage wegen Diebstahls stand, die wunderbarerweise, soweit nur bekannt, nicht weiter verfolgt wurde. Sie war im Januar gefragt worden, ob sie mich gesehen hätte, und hatte darauf dem Untersuchungsrichter mit „nein" geantwortet. Dem Rentier H., der noch starr kapitalistisch am Grandhotel d'Ajaccio beteiligt ist, haue sie folgendes erzählt, wie er vereidigt aussagte: "»rau Faggianelli hat mir eines Tages gesagt, sic wäre zm Verhör geladen, aber sie hätte nicht alles gesagt, nw» sie wüßte, da sie sich nicht in etwas mischen wollte, was. — 403 sie nichts an ginge. Doch will ich Ihnen sagen, ivas ich nicht den Gerichtsbehörden gesagt habe. Und dann erzählte sie, ihr Sohn hätte beim Olivenpfläcken drei Schüsse in dem nahen Wäldchen gehört und einige Augenblicke später Tiemann aus jenem Gehölz hervorkommen sehen. (Fortsetzung folgt.) HLemörandL lach, den 15. Juli 1606.) Nachdruck verboten. Von Dr. Paul Landau. Die alten Religionen verkünden einen ewigen Kainpf des Lichtes mit der Finsternis. Mit dunklen Mächten des Schattens und der Tiefe ringen die Wunder der Helligkeit und des Feuers und im strahleuhaften Glanze sonneuhasten Seins siegen die guten Götter und vertreiben die bösen Dämonen. Das' Licht wird so zum Symbol, aller Schöpfung und Gestaltung. In den Mythen von der Weltschöpfuug dringen Lichtströme durch das gestaltenlose Chaos und formen die wirren und wilden Massen zu schönen Bildnngen, durchseelcn das ganze Weltall mit jenem überirdischen Geiste Gottes. Das Licht wird schon bei Plato und .Motin zum Gleichnisse des Ewigen, Höchsten, das durch alle Sphären des Alls bis in die tiefsten Finsternisse strahlt und einen leisen Schein göttlicher Helle bis in die niedrigsten Winkel der Materie loirft; es ist die Emanation des höchsten Geistes, und aus dem Abgrund der finsteren Leere sehnen sich die Seelen nach ihm, steigen auf den Stufen allmählicher Läuterung in immer lichtere Sphären empor, bis cs ihnen vergönnt wird, die Gloriole eiviger Vollkommenheit zu schauen. Alle Mystik hat diese Vorstellung durchgeführt von dem „göttlichen Lichte" des Thomas von Äquin bis zu dem allbelebenden Urlicht Jacob Böhmes, von dem Seelenfeuer des Heraclit bis zu dem „Fnnk- lein", das dem Meister Ekkehart zur Seligkeit leuchtet. Wie in Dantes „Göttliche Komödie" ein Aufsteigen aus trüber guäl- voller Enge und düsterem Höllenwesen zu immer lichteren Bildern bis zur paradiesisch strahlenden Himmelsrofe sich vollzieht, so bedeutet uns auch die Kunst Rembrandts einen wundersamen Sonnemnythos, ein mystisches Aufstreben zu dem Strahlen eines ewigen Lichtes, zu dem Glühen eines heiligen Grales. Es ist das Prometheus, der dämonische und einsame Lichtbringer, der in dem Reiche irdischen Abbildens, endlichen Schaffens ein inneres seelisches unendliches Feuer entzündet hat, das nie mehr erlöschen kann. Wie den Wohltäter der Menschheit, der des Feuers Segnungen den neidischen Göttern entriß, wollen wir ihn feiern, der unseren Herzen Seligkeit und Wärme, unser» Augen den Abglanz himmlischen Lichtes gab; er ist wie Prometheus an den Felsen der Qualen geschlagen worden und auch an seinen Eingeweide» haben die Adler unsäglichen Leidens genagt. Bor dreihundert Jahren Hat er seine Erdenreise begonnen und mühselig sie vollendet. Doch „die unbegreiflich hohen Werke sind herrlich wie am ersten Tag." Etwas so Einzigartiges, niemals Wicderkehrcndes das große Genie auch sein mag, so suchen wir doch, um cs zu verstehen, gewisse Bergleichsphasen der Entwicklung auf zwischen den wenigen ganz Groszen, denen wir alle höchste Schönheit unseres! armen Lebens danken. Shakespeare, Bach, Goethe, Beethoven, sie haben in dem Gange ihrer Kunst gemeinsame Richtlinien, scheinen von gleichen Triebkräften gedrängt zu werden, sich in ähnlicher Weise zu entfalten. Zuerst streben sie alle nach einer Besitzergreifung der äußeren Welt und ihrer Schätze. An die sinnliche Schönheit der Dinge hingegebeu, lauschen sie den Melodien des, Alls, greifen nach allem Glänzenden, Kostbaren, berauschen sich an der Wärme und sinnlichen Schönheit des Daseins, das, dem wilden Ansturm ihres unbändigen Genies erliegt und in, ihren ersten Werken in aller rätselvollen Fülle aufgefangen erscheint. Es folgen die Jahre des allmählichen BcwußtwcrdcnS, der ernsten Arbeit, der ruhigen Klärung. Nach manchem Irren, Tasten, Suchen, steht der Meister auf der Höhe seines Könnens, und eine warme Harmonie, eine edle Wirklichkeit ist über seine Werke verbreitet. Aber es lockt ihn, tiefer zu graben, innerste Geheimnisse aufzuspüren: das traumhafte Sinnen des Alters fließt zusamincn mit den ersten glühenden Visionen der Jugend. Sehnsucht und Ahndung, Sinnliches und Geistiges mischen sich und reißen den Sicheren empor zu höheren Flügen. Vom Tode schon umwittert, mit den Geistern einer anderen Welt Zwiesptach haltend, sind die Pforten des Lebens vor ihm aufgetan, blickt er auf den Urgrund irdischen Geschehens. Jene „selige Sehnsucht" umfängt ihn, die den Sänger des „westöstlichen Divans" und des zweiten Faust zu einer farbentrunkerien visionären! Wortkunst führte, Beethoven in den letzten Sonaten rind Quartette!! zu einer Verwandlung tönender Stimmen in den Gesang seliger Geister trieb und in Shakespeares „Wintermärchen" und „sturm" zu einer paradiesischen Abklärung alles Lebensernstes, eurem gnndcnvollen Märchenfrieden hinleitete. Von einem gierigen Verlangen nach Erfassung des Wirklichen rst der junge Rembrandt erfüllt: er vergräbt sich in Einsamkeit unb Arbeitswut, spürt den Problemen des Ausdrucks und der Farbe nach, kann sich nicht genug tun im Spielen mit Menschenzügen und Lichtreflexcu. Hastig und wild ist sein Schaffen, brutal und gewaltig sein Kunstwille, sodaß er mit beispielloser Schnelligkeit Macht erlangt über alle Geheimnisse der Technik und alle Weiten des Stoffes, das Grauenvolle und das Geheimnisreiche, tolle Leidenschaft und inniges Lebensglück, versonnene Greise und grell aufleuchtende Jnuglingsgefchichten darstellt. Die tragisch unheimliche, wüste Stimmung des „Simon und Talila" im Berliner kgl. Schloß steht neben der seelenvollen Zärtlichkeit der Münchener „heiligen Familie" und der mystisch traumum- wobenen feierlichen „Tcinpeldarstcllung" des Haag. Ein wundersames Gewirr jäher Visionen tut sich auf, sich befreiend ans den Fesseln der Nachahmung, hinstrebend zu voller, glühender Lebendigkeit. Eine unerbittliche Wahrhaftigkeit, eine fast starr gewaltsame, grausige Kraft liegt in der „Anatomie des Pros. Tu!p"> (1632). Wohl triumphiert hier seine Kunst des seelisch ausdrucksvollen Porträts zum ersten Male, aber mit einer pciuigcn- den Deutlichkeit sind alle Reflexe auf der Leiche gesammelt, wird dieser schon in grünlicher Verwesung spielende Verbrecherkädaver von Licht überströmt, tritt das. Rot der bloßgclegtcn Sehnen und Muskeln aus dein Hintergründe heraus. Diegrrlle unbarmherzige Helligkeit, die ihm dämonisch lockte und anzog, liegt noch kalt und höhnend aus den Körpern, gräbt sich seelenlos in sie hinein, Wie ein Kind, von einer ungeheuren Sinnlichkeit gepeinigt, umgibt sich Rembrandt nun mit Kostbarkeiten und Edelsteinen, häuft leuchtende Perlen, schwere Goldketten, schimmernde Pelze, gleißende Brokate, blitzende Metalle ans seine Gestalten: die Glut des flutenden Lichtes, das die Körper weich und schimmernd macht, sucht er in seine Bilder zu bannen: er langt nach dem Schönsten, was dem Jüngling begehrlich erscheint, nach der Schönheit eines jungen Weibes. Saskia von Uijlcuburgh wird seine Frau, und in ihr findet sein rastloses Suchen und Sehnen Ruhe, Sättigung, Frieden. All die berückenden Zauber, die um die Oberfläche der Dinge spielen, alle die warmen Wunder schöner Stoffe und seiner Spitzen, weicher Körper und leicht umhüllender Schatten erstehen nun in feinen Porträts und phantastischen Figuren; eine übermütig tolle Lustigkeit treibt ihn zn seltsamen Verkleidungen, zu genialen Rüpeleien wie beut schreienden Bübchen des Dresdeners „Ganomcd". Der sinnlich wohligen Glut weiblicher Schönheit ist die ganze unerhörte kleppiq- keit seiner Farben geweiht, die dann in dem koloristischen Rausch des Petersburger „Danae" von 1636 eine höchste Höhe erreicht; mit allen glitzernden, strahlenden Wundern sind seine Bildet bestreut. Eine Beseelung des toten Stoffes durch fabelhafte Leuchtkraft feiner Töne, durch feinste subtile Behandlung des Details ist sein Ziel, seine Kunst ein Hymnus auf die Fülle des Lebens und die Magie des sinnlichen Glanzes. Daneben tauchen als bedeutende Begleitmelodie auch dunklere, tiefere Gesichter seiner Seele auf, mitklingeud in den ernsteren Stunden des Ehelebens, da das tragisch verflochtene Mysterium von Geburt und Tod ihm' in dem raschen Sterben seiner ersten Kinder und dann in bent am Leben gebliebenen Sohne Titus deutlich entgegentritt. Mer um das Glück des gewöhnlichen Sterblichen zu genießen, ward Rembrandt nicht geschaffen. Er sollte durch unendliche Leihen zu immer _ reineren Formen des Gestaltens und Empfindens eingehen. Seine Freude war zu laut und lärmend, zu verhängnis'- voll dem^Ende zudräugend, als daß sie hätte lange währen können. Saskia starb ihn«. Aus der Befriedigung eines stolzen Könnens zog cs ihn zu kühneren ungeheuren Problemen. In der „Nachtwache" warf er alle Ueberlieferung und alle Gegenwart von sich nur sich wieder ganz dem Dämon des Lichtes anheim' zu geben, der ihu gefährlich lockte und blendete. Das Feuer des Himmels, die Herrlichkeit reinen strahlenden Glanzes hat er hier auf einer weiten Leinwand wunderbar entfacht. Was war ihm Wirklichkeit und Natur gegen die breniumden Gluten, die in seinem Innern loderten? Keine Porträts mehr in ruhigem gleichem Lichte. Aus dunkel brodelndem, geheimnisvoll gähren- ben Hintergründe lösen sich magische Gestalten und in die Massen hinein blitzt grell ein Feuerwerk wild und seltsam aufgetragener Farben. Der chaotische Urgrund allen Seins öffnet sich und läßt seine Wunder spielen. Nicht mehr kält und gefühllos entblößt das' Licht menschliche Nacktheit wie auf der „Anatomie"; cs umhüllt die Gestalten mit einem' überirdischen Funkeln und Schimmern, und läßt den kleinen Leutnant Ruytenburch, das wundersame Wiuzicrmädchen, die beiden Lichtzeutren des Bildes, wie schimmernde Phantome einer heißen Traumvision erscheinen. Wie bent das Feuer anbetenden Perser galt ihm diese opalisierende, blaublitzende, gelbleuchtende und goldglänzende Masse als das Höchste, dem er das andere opferte. Es ist, als wäre dem Meister, da cs anfing, in dem Todesjahre seiner Frau um ihn her finster und öde zu werden, eine innere Flamme aufgestiegen, die von nun sein Leben erleuchten sollte, wahrend in seinem äußeren Sein alles Glück und aller Glanz begraben wurde. Es ist in der „Nachtivache" eine starke Diskrepanz zwischen dem Inhalt und dem angewandten Mittel; eine alltägliche, reale Begebenheit war dargestellt mit der phantastischen Zanber- gewalt cineS feierlichen Mysteriums. Darum haben manche dieses Bild, in dem das Schauen eines göttlichen Wunders mit der momentanen Gewalt des mächtig Erlebten ausblitzt, getadelt. Bon nun an aber lernte Rembrandt in dem Licht die seelische Form! des Ewigen erfassen und wußte es in leisen Modulationen von überirdischen Geheimnisfeu erzählen zn lassen. Seine Farbe ward zum Symbol heiligster Regungen, aus lichten schatten riefen 404 - LiteettriHevcs c um anschließend Daran Die roiaittgiteu t'V q> ä" . Südpolarreisen dem Leser vorzufuhren. Das Ratsei des Nord- •' xa u.?A «iorfAfiar nua<>ntrtnbi>ri4>id-. bereite HCll vAU lang entgegen. in. Logsgriph. Nachdruck verboten. Mit „H" sind wir ein Kleidungsstück, Aus Leinwand gefertigt ober aus Tuch; Mit „R" dagegen werden wir Blumen, Die dich erfreuen durch Wohlgeruch. Auflösung in nächster Nummer. genießende Sinnlichkeit der Renaissance fehlt bei Rembrandt. Sie i y . f . r. t-1 rjC-_______x.4*0vhrtv* »ntl/Ynt itftu I)Ticbt ivilu tit Inn iwi»hw()»/«iW-.» _------ , in einzelnen Ausbrüchen, die mit Ekel und Reue, mit Demütig- | ung und Sündenbuße wechseln. Darum umhullt er den Körper I mit Stoffen, die mitleidsvoll Farbe und Licht auf trinken; aus Lumpen und Flicken weiß er eine rührende Schönheit strahlen zu lassen, aber noch lieber verbirgt er die Leiber m kostbaren Prunk, weil er dann alles Einzelne, alles Persönliche eintauchen kann in die Flut der allumwogenden Sonne, der über dieWelt gebreiteten Farbe, die jedem Einzeldlng das Wesen de» Ewigen emflößt. Nur die Gesichter reden, werden zum spiegel der Seele. Die schöne Geste war bei Rembrandt immer gegen die ausdrucksvolle leidenschaftliche Gebärde zurückgetreten; ullmah- lich verstummen die Hände, glätten sich die verzerrten Gesichter; auch die Züge sind in Schatten gelegt, mit Ruhe erfüllt. Nur aus den Äugen bricht ein ewiges Leuchten, da» innerlichste drückt sich in leisen Nuancen aus, einem Vorbeugen, einem Umwenden. Heilige Stille! Nur die Seelen reden und die Farben, ein Zinnoberrot, ein Violett, klmgen an mit einer Musik, die wie den Gesang der Sphären nur die Weisen und Ärnder hören. Statt der festumgrenzten Einzelperwnlichkeit gibt viem- brandt allgemeine ewige Typen des Weltgeschehens. Die Psychologie vielköpfiger Massen wird lebendig, die gestaltlose Vielheit schließt sich, zu einem geheimnisvollen Wesen zusammen. Ans dem Raum dräiigts heraus in Unendlichkeiten; wogende Urformen ballen sich zusammen, die Himmel sind aufgefa-lossen. In seinen Landschaften fließen Himmel, Erde und Mensch zu einer einzigen großen Harmonie zusammen. , . Rembrandt ist ein Sohn Hollands. Nur dieses freieste Land konnte einen so freien Menschen hervorbringen; aber Holland war auch das Land der fernen Wunder, das den Blick eröffnete für exotische Formen, die dämmernden Wunder des Orients. Das Judenviertel Amsterdams wird seine Heimat. Leibhaftig siebt er hier die Gestalten der Bibel vor sich in dunklen Winkeln und in glühenden Schatten, ein Volk, besessen von ausschweifend wirren Phantasien, den dunklen Rätseln der Kabbala hingegeben, und dabei nüchtern und klar Uou .eiserner ®nergte ®ie tWten Leistungen menschlichen Genies, sie haben sich diesem seltsamen Urgrund entrungen. Rembrandt und Spinoza. Sie beide stehen mit ihren Füßen auf dem Boden Hollands, aus bent 0runde der Joedenstreet. Mit ihren Häuptern reicyen sie wie die mystischen Helmträger mancher Bilder Rembrandts in die Wolken, in die Ewigkeit. Dem „natürlichen Lichte" des Verstandes, das ihrem Jahrhundert leuchtete, sind sie beide gefolgt, haben sich selbst erforscht, ihr Inneres tausendfach beobachtet; tut steten hie Geisterstimmen einer anderen Welt und in leise sich löseiiden Umrissen offenbarten sich die Seelen ihre letzten innersten Em- Windungen. „Alles Vergängliche ist nur ent Gleichnis. Die Kunst Rembrandts ist aus der des Barocks geboren worden Wie Shakespeare und Bach ist auch er der Vollender einer Entwicklung, die sich aus der Renaissance heraus tm Gegen- fabe zu ihr entfaltete. Eine tiefreligiöse Strömung hatte sich in der Gegenreformation geregt. . Die Abkehr von allem Heid- nischen und Antiken äußerte sich m einer Verachtung der schönen Form der ruhigen Harmonie. Aus ihrem Gleichgewicht gerissen,' peinigte sich die sündige Seele mit den Bildern grausamer Askese, wilden Ekels; ein Fluch lastet wieder auf allem irdischen. In einem brutalen Naturalismus druckte: sich dieser^ Abscheu vor allem Weltlichen aus; eine an Schrecken und Ona len ki« !>«>• hpm GSrnfifiAffen Nicht zuruckschreckte, er- reiche Kunst die wr Mni Gräßlichsten nickst zurückDreckte schlitterte die aufgeregten Gemüter. Eine ekstatische Frmmnigkeit LL,r. iifterait durch. Die düster grauenvollen fanatisch wilden Werke der spanischen Meister geben diesem Geiste Gestalt; tn SÄ'SS dem' jähen, «zucken fahlgelben Feuers, wie sie die Visionen des Domenico Theodocopuli, beä zeigen, wetterleuchtet etwas von Rembrandts Genie. Der Mutler»- solm von Leyden hat diese Ansätze (der Knnst.vvr ihm) von Eara- vaggio an in sich vereinigt, selbst alle Phasen noch einmal der Barockkunst durchlaufen, um sie dann ganz zu nberwindeii. Seme ersten Bilder, wie der sein Licht anzundende Geldwechsler, die Greise und alten Frauen haben jenen Naturalismus, der sich an runzliger Haut, an bleichen Schatten ergötzt. Sem entfttzllch häßlicher Judas, die grauenvolle „Blendung Srmons , die furchtbare Schlachtung Isaaks weichen dem Gräßlichsten nicht aus- Sein erstes Menschenpaar sind keine ebenmäßigen, nackten Gestalten, sondern deformiert-', groteske, ungestaltete, fast aften- ähnliche Figuren, in denen nur Menfchenleid und Menschengier erschütternd ausgedrückt ist. Rembrandt ist der stärkste Äntipobe der antiken Kunst, den dieWelt gesehen; m ihm siegte der Geist einer neuen Zeit vollständig über die Rengmance. Die feste, sichere Siegesgewißheit, die plastische Körperlichkeit pnnenfrenbi- ger Erdengöttcr ist verschwunden; .auch das Reich, Rembrandts ist nicht von dieser Welt. Seine nackten Menschen sind nicht ein Spiel schön geschwungener Linien und ebenmäßiger Proportionen, sondern arm und bloß, wie sie der Herr geschaffen, behaftet mit dem Fluche der Ausgestoßenen, erscheinen die Leiber der Sterblichen, und nur das Licht, das versöhnende,^ gnadenvolle, umströmt sie mit einem goldigen, warmen schein, umhüllt Pols ist, wie uns der Verfass er auseinanderfttzt, bereit» nahezu gelöst; um so mehr ist noch am Südpol zu entdecken, wo ganz verschiedene und ungleich interesfanterei wichtige Aufgaben m der Antarktis vorliegen. — Da die Kosmos-Leitung neben Der reich-illustrierten, unterhaltsamen Monatschrist ,,Kosmos-Hanv- Handweiser" als Vereinsgabe an») noch 5 solcher uatiirum schaftlicher Bücher liefert, die in allgemein verständlicher Wem interessante Fragen beleuchten nnb neuere FoAchiMgeu da legen, so ist das schnelle Anwachsen der Mitgllederzahl 20 000 kaum verwunderlich. Wir können den Beitritt zur.«os- mos-Gesellschaft empfehlen; Aiimeldungen Nimmt ;ede Buchyauo Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'kchen Universitäts-Buch- und Steindruckeret. R. La^ge, Gieß««' Erkenntnisbrange W bet Maler zunäckK so gut Rativualtst wie der Philosoph. Wie Spmoza die Inden verfluchten, si, verstießen Rembrandt feine Mitbürger. Aber sie fragten nicht mehr nach den Menschen; zwei „gottrnnkene" Männer strebtest sie aus allem Endlichen heraus. Und sie empfanden den mnerest Zusammenhang mit dem Ml; .pantheistisch w« spmoza schuf der Maler seine Landschaften, in denen der Mensch mit Baum und Strauch, mit Erde und Himmel sich vereint; em Umarmen der Welt ist es als des Gesäßes alles Göttlichen. Denn wie bei Spinoza die einige Substanz alle Dinge durch,iromt, m den toten Körpern und Stoffen noch lebt und wirkt, so ist auck das Licht Rembrandts in allen Gegenständen, glüht aus einem roten Mantel, einem Edelstein so gut, wie aus einem Glas ober einem Stück Holz. — Deutsche Kultur. Juniheft. Iw dem Leitaufsatz Ibsens Tod" nennt der Herausgeber H. Dnesmanns den "nordischen Magus" den tiefsten Dichter-Philosophen germanischer Äbstammimg. Eine eigenartige Note in der Unmasse der tetzt erscheinenden Pädagogischen Artikel bietet der Auflatz „Erziehilug zur Aristokratie", dieses Wort im Sinne der geistigen H-uhrerschaft verstanden. „Lautes und Leises aus Siebenbürgen' von R. Ziegler bringt uns Kunde von dem geistigen Leben und beit poetischen Äeußerungen unseres versprengten Bvuderstammes. „Eine NeuaiiKgrabung von Hegels Äeligionsphilo,ophie , das Werk des Karlsruher Professors Arthur Drcws, würdigt Professor Max Schneibewm. Born große« Gesichtspunkte ausgehend, charaktenftert Hugo Erdmann bte Führer der Secession: Liebermann, Corinth u. a. Aus dem übrigen reichhaltigen Teil heben wir hervor „Dem Lied der Deutschen eine deiftsche Weise", „Schuldirektoren lebenslänglich oder auf Zeit?", „Die Kntturaufgabe des Sozialismus" von Ellen Key. Ein volKwirtschastlicher. Artikel „Der Kampf gegen den Kaufumnn" sucht den volkswirtschaftlichen Wert des Unter- nehmertiims darzutun. Als deutsche Kulturkampfer werben gewürdigt Albert Katthoff, Max von Eyth, Josef Viktor Widmann, Karl Spitteler, Theodor Fritzsch. — Eine besondere Beilage zu dein Heft ist dem Heimgegangenen Philosophen Eduard von Hart- mann^ ^mdmet. Wilh., Die Rätsel der Erd pole. I Jägern der ■’ ' Weit der Renai„ance fehlt bei Rembrandt. Sie I Naturfreunde (Geschäftsstelle: Franckhsche Verlagshandllmg). -- fast schmerzhaften Schreien hervor,^ enlladt sich I geit^Tm Uo1, ^^^nd Jahren die kühnen Wikinger aus ihrer Htt- .............. " niat die ersten Vorstöße nach Norden, in das Helheim ober Yans des Todes ihrer Sagen, wagten, haben die Ver,uche der Aieu,chen. die Geheimnisse der Polargebiete aufzudecken, nicht mehr aufgehört. Zahlreiche Opfer hat ihre Erforschung gefordert, e,ne Reihe erschütternder Katastrophen vollzog 1 ich in den arktycheu Regionen, und trotzdem ziehen immer neue Expebitioiien nach Norden wie nach Süden, um das Raftel der Erdpole zu lostu. Was suchen diese verwegenen Forscher denn nun £106111(1(1) in btii schauerlichen Gebieten des ewigen Eises ? Was hoffen fic dort zu finden, das solche Wagnisse lohnen konnte? Welche giogra- phischen, biologischen unb erdmagnetifchen Probleme gibt c» dort zu studieren? Inwieweit ist ihre Lösmig bisher gelungen und was ist der Zukunft noch Vorbehalten? Diese interessanten Fragni erörtert Dr. M. Wilh. Meyer in seiner neuesten Arbeit zimaM, — anschließend daran die wichtigsten der bisherigen Nord- un» Auflösung des Ergüuzuugsmtsels in voriger Nummer: Wer den Besten feiner Zeil genug Getan, der hat gelebt für alte Zeiten. Schmer.