1906 ES I K II ■ M »■i; W ■ RL ZMM ■Mi™ De«r Waßrm, Edlen, Schönen. Ein Großstadtroman von Fedor v. Zabeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „I — buoua scra, figitore", sagte fte, ihtr in der Entree empfangend. „Wat is denn passiert? Tu bist eine Wend zu Ans, Urbano? Du bist nick bei gutte Freunde und trinkst Schampa?" „Lündgräsin, quass'le nicht, sondern zieh' mir den Patetot aus. Wenn Tu spotten ivillst, heirate ich übermorgen. Sorge für Abendbrot; aber nicht Schampa, sondern Pschorrbräu." Genoveva hing Hut und Mantel an die Riegel. „Bravo, lieb' Kind. Pschorrbräu; es brauch' nick immer gesüffelt §n werden. Ick hol' eine große Topp voll. Ick brat' ein feines Uehnchen unb macke Risotto dazu mit kleine Trüffel- stücksken 'rein. Ick macke eine ganz seine Pranzo vor meine liebe Kind, tveil er 'mal abends zu Stufe is und nick bommctn tut . . ." „Schön", sagte Hammer, „niacke Tn, was Du ivillst, und macke Tu, daß Du fortkommst. Bring' mir mein Essen, wenn es fertig ist, aber rede möglichst wenig dabei. Ist das Fräulein noch da?" „Stock da", nickte Genoveva, „uock in die Bureau. Eine liebe sanfte Frülen. Und so fleißick, so fleißick. . ." Sie watschelte davon, und Hammer trat in sein Bureau, „'n Abend, Fräulein von Sorben", rief er. „Genoveva hat recht, wenn sie mir Ihr Loblied singt. Sie singt cs mit Eigenart, aber cs stimmt. Bis sechs währt Ihr Frohn- dienst,1 und jetzt ist cs sieben dura). Ich klage laut, daß Sie Ihre Burcaustunden nicht pünktlich einhalten." Fräulein Agnes saß am Arbeitstische, über dem die Hängelampe brannte, und ringsumher lagen Papiere verstreut. Sie war dabei, die Blätter in verschiedene Registratoren einznreihen. Run erhob sie sich. Das Lampenlicht fiel hell auf ihr hübsches, warm getöntes und freundliches Gesicht. „Ich mußte einmal die Rechnungen ordnen, Herr Baumeister", antwortete sie. „Aber es ist nicht so leicht. Quittierte und unquittierte, alles liegt durcheinander. Und bei manchen steht unten das Wort ,bezahlt', aber kein Datum und keine Empfangsbestätigung. Da können die Leute wiederkvmmen und sich zweimal bezahlen lassen." „Das können sie", bemerkte Hammer zustimmend. „Doch es wäre eine offensichtliche Gemeinheit, und noch glaube ich an das Edle im Menschen. Fräulein von Sorben, seit ein gütiges Geschick Sie in mein Haus geführt hat, waltet hier eüie schier göttliche Ordnung. Es ist wie Kosmos. Alles cm seinem Fleck, sogar die unbezahlten Rechnungen." „Es sind ihrer viele", sagte das Fräulein klagend. »Manches ist mir ganz unverständlich. Zum Beispiel eine Nota von Biester über ein Dutzend seidene Chemisen, die schrecklich viel kosten, und. daneben, eine andere über eine Pelzboa, die mit zweihundert Mark angesetzt ist. Ich denke, es wird ein Irrtum sein. Mari müßte recherchieren." „Ach lieht", meinte der Baumeister; „das lohnt sich nicht. La recherche est intredite. O rühret, rühret nicht daran. Ich habe Rechnungen gern. Es sind unsere treuesten Freunde. Sie kommen immer wieder, wenn man sie auch zehnmal fortschickt. Wer nun machen Sie Feierabend. Sind, noch Briefe zu unterzeichnen?" „Nur wenige, Herr Baumeister. Ein paar neue sind gekommen . . ." Sie legte Hammer die Briefschaften Vor. Er unterschrieb' einige und öffnete die neu eingetroffenen, sie mit kurzen Bemerkungen gleich wieder zurückgebend. „Nichts als Anerbietungen von allen möglichen Firmen,* sagte er. „Bitte alles dankend ablehnen. Aha — das ist die Handschrift des Grafen Frehlingbaus. Was will der Graf?---Fräulein Agnes, unser Einfluß wächst. Kaiserliche Majestät haben uns bereits empfangen, aber mas will das sagen gegen die Gnade, so uns Prinzeß Luise Hoheit zuteil werden läßt. Sie läßt mich zum Tee bitten; ich soll ihr Vortrag halten, Vortrag worüber? Darüber spricht sich Graf Frchlinghaus nicht miS. Vermutlich über das Prinz Ferdinand-Theater und seine künstlerische Zukunft. Dann kommt auch das Oratorium oder Mysterium oder was die Prinzeß gedichtet und komponiert hat, wieder an die Reihe. Auch gekrönte Häupter haben ihren Ergeiz. Ich graule mich vor dem Teebesuch. Mein Legitimismas kommt bei dieser Prinzessin ins Wanken. Sic hat ihren eigenen Hof, und man sagt, daß sie nur selten zu den Majestäten befohlen wird, weil man ihr dort nicht recht wohl will. Das muß seinen Haken haben. Die Prinzeß hat selbst einen Haken. Das ist ihr Oberhofmarschall. Wie sind Sie eigentlich zu dem Grafen Frchlinghaus gekommen, Fräulein von Sorben?" Er hatte sich gesetzt. Auch das Fräulein nahm wieder Platz und ordnete ihre Papiere weiter, während sie sprach: ' „Ich suchte eine Stellung, Herr Baumeister. Sic wissen, ich bin Waise; mein Vater war zuletzt Vorsitzender des In- validcndank. Aber--aber so, wie die Verhältn.ffe liegen, mußte ich mich nach irgend einem Erwerb umtun. Ich wollte auch eine Tätigkeit haben. Da wandte ich mich an die Adels- gcnofsenschaft,' deren Präsidium Graf Frehlinghaus angehört. So kam es, daß er mich empfahl--" Sie hatte eine wunderhübsche Stimme. Ihr Organ klang weich und frisch; es lag wirklich etwas kühl Erfrischendes in ihrer Tonfärbung. Das strömte auch ihre Erscheinung aus. Es läßt sich schwer sagen, woran das lag. Es gibt Frauen, deren Wesen sich auch im Aeußercn bekimdet. Zuweilen täuscht das; nicht immer sind Brünetten mit lebhaften Slugen temperamentvoll und nicht immer sanfte Blondinen harmlose Lämmleim die kein Wässerchen trüben. Aber bei. anderen übersetzt sich sozusagen die Quintessenz ihres Seelenlebens in | die Erscheinung. Bei Agnes von Sorben konnte ein kluger Menschenkenner kaum irren. Sie hatte etwas Ausgeglichenes und Ruhiges. Tas war wohl nicht angeboren; es war vielleicht erworben rind erkämpft. Aber es war unverkennbar. Jedes Hastige war ihr fremd. Eine gewisse entschlossene Festigkeit gab ihr Prägung. Sie machte den Eindruck, als habe sie sich durch viel Schwere« und Widerwärtiges zu eurer inneren Klarheit durchgeningen, die nun in allen ihren Neuste- rungen >n Wort uni) Tat und ihrem Eichgeben zu --rage trat, zu einer Harmonie der Geistesanlagen, die es ihr ermöglichte, sich in allen Lebenslagen zurecht zu finden. , Unwillkürlich teilte sich das Ruhige und Beruhigende ihres Wesens auch Hammer mit. Ihm war. als gleite eine sanfte kühle Hand über seine rebellischen Nerven. Sie war eigentlich nicht sein Geschmack. Das Pikante reizte ihn mehr, das Kecke, auch in der Uebertreibung. Aber sie gefiel ihm doch. Ihr Profil ivar regel mäßig und fein, die Nase außergewöhnlich schön; das schiicht gescheitelte Haar legte sich dunkelblond über die freie Wölbung der Stirn. Noch dunkler schattiert waren die Brauen über den veilchenblauen Augen, deren Ausdruck ebenso wir der empfindliche Mnnd zuweilen der ruhigen Reise ihres Gehabens zu widersprechen schien. Lluch in ihrer Erscheinung lag diese Reife. Sie mochte Anfang der Zwanziger sein; doch die große volle Figur gab ihr etwas Frauliches. hall- mit flinker Hand die letzten Blätter cingcreihi und ->,-oo |id) nun wieder. „Nichts weiter, Herr Baumeister?" fragte sie. Er fuhr aus tiefem Sinnen auf. „Was?--ah — nein — nichts weiter--ich danke Ihnen, gnädiges Fräulein--" Sie schaute ihn bittend an. „Nicht „gnädiges", Herr Baumnster," sagte sie mit leichtem Lächeln. „Ich bat schon einmal darum. Der Ausdruck ist schließlich nur eine landläufige Wendung. Trotzdem. In meiner Stellung — pardon, sie ist mir lieb, und ich bin froh, daß ich sie habe . . . aber immerhin: als Ihre Sekretärin kann ich nicht gnädig — sein." „Doch", erwiderte Hammer. ,^Zum Beispiel. . . Eine Frage vorweg: was machen Eie jetzt?" „.Ich will nach Hause." „Nach der Frobeustrafle. Haben Sie ein gemütliches Zimmer?" „O ja. Mit alten Möbeln. Wer es ist recht behaglich." „Unb da essen Sie Abendbrot. Sie kaufen sich unterwegs ein Viertelpfund Schinken, ein paar Scheiben Wurst, vielleicht ein paar Eier. Und daun kochen Sie sich Tee dazu." „Sie haben es erraten. Genau so mache ich es all- alleudlich. Mit entsprechender Abwechslung; aber die Variation ist nicht groß. Nur der Tee steht immer als feste Säule auf dem Menü." „Und daun schmökern Sie." „Zuweilen. Zuweilen studiere ich auch. Tie. Geheimnisse der doppelten Buchführung sind mir noch nicht ganz erschlossen. Aber ich hoffe, sie zu bewältigen. Auch die Knappheit des kaufmännischen Stils in Verbindung mit der ergebensten Wertschätzung will erlernt sein." Nun stand auch Hammer auf. „Jedenfalls sind Sie immer allein", sagte er. „Oder haben Sie Verkehr?" „Fast gar keinen; absichtlich sehr wenig." Hammer verbeugte sich. „Sie sehen dies Kompliment, Fräulein von Sorben. Fassen Sie es als eine würdige und zeremonielle Einleitung zu dem auf, was kommen wird. Ich gebe mir hiermit di« Ehre, Sie feierlichst zum Weud- esseu einzuladen, und zwar zu jungem Huhn und ge- trüfseltem Risotto, ich glaube, man nennt in der Sprache der Gastrosophie diese köstliche Mengung ä la eipolata, und füge hinzu, daß Genoveva in solchen Gerichten Meisterin ist. . . Nun sehe ich, daß Sie sichtlich schwanken, ob Sie meine Einladung auuehmen sollen ooer nicht. Ich habe das erwartet, denn Sie sind ein junges Mädchen aus guter Familie, u-id ich biu em alter Junggeselle. Aber auch in dieser Hinsicht müssen Sie die Verhältnisse berücksichtigen öder besser gesagt den Einzelsaitl. Denken Sie, man böte Ihnen eine Stelle als Hausdame an, sei es bei einem armen Wit werb iei's. bei einem in Ehren angegraute Junggesellen : würben Sie sich da scheuen, sie anzunehmen?" Agnes war bei der Einladung leicht errötet, und etwas wie Verlegenheit überkam sie. Aber das ging im Augenblick vorüber; sie fand sofort ihre ruhige Heiterkeit ivieder. „Ich würde sie annehmen, wenn fie mir zusagte", erwiderte sie; „weun ich die Neberzeugung gewönnen hätte, es mit einem Ehrenmann zu tun zu haben . . . Herr Baumeister, die armen Mädchen ,aus guter Familie' werdert- immer zahlreicher, und der Wettbewerb um eine auskömmliche Stellung wird immer mehr erschwert. Da muß inan neben den großen Ansprüchen auch mancherlei von der anerzogenen Empfindung beiseite lassen. Tas ursprüngliche, Gefühl wird schließlich doch immer das Richtige treffen. Wir alleinstehenden Mädchen dürfen nicht mimosenhaft zittern; wir müssen tapser sein können: müssen vor allem ein starkes Selbstvertrauen besitzen, das uns auch gegen dis Möglichkeit unangenehmer Erfahrungen wappnet. Schon der reine Gedanke geistiger Kraft gibt uns einen gewissen Schutz." „So ist es", sagte Hammer, und sein Auge ruhte wohl- gefällig und nicht ohne Bewunderung auf dem jungen Mädchen. „Und da ich nun Ihre Prinzipien kennen gelernt habe oder vielmehr Ihr Bestreben zu einer lebensvoller« Verwirklichung des Ihnen eigenen sittlichen Prinzips —■ das ist gut ausgedrückt, uicht wahr? und es ist mcht mokant gemeint, sondern ganz ehrlich ernpsuuden — da werden Sie auch meine Bitte mcht abschlagen, heute einmal mein kümmerliches Abendbrot zu teilen. . ." Er verbeugte sich nochmals, und Fräulein von Sorbenj lachte. „Das ist ivieder etwas anderes, Herr Baunicister. Wären Sie nicht Sie, dann würde ich jedenfalls dankend nein sagen. Nicht etwa der Menschen wegen, die vielleicht entrüstet den Kopf schütteln werden, wenn sie erfahren, daß wir gemeinsam Huhn un- diereu. * Lieber Simvliziss imus! In der 3. Batterie des r. Artillerieregiments ist der beste Mann gestorben. Bei der Leichenparade sind die Offiziere der Abteilung und sämtliche Mannschaften der Batterie zugegen. Der Pfarrer hat soeben über dem Grabe beit Segen gesprochen, oL' der Batteriechef Vortritt, um dem Verstorbenen eunge Worte zu widmen: „Soldaten, iveit Gott lieb hat, den züchtigt er, mich hat der Herr gezüchtigt, denn er hat mir den tüchtigsten Mann der Batterie genommen. Der Schulze war cm braver, pflichttreuer Soldat, der niemals über Urlaub Blieb, tote es erst gestern wieder bei zweien von euch Halunken der Fak. war. Er war auch ein sauberer Soldat, der seine Uniform und sein Zeug in Ordnung hie-t, und nicht so ein Schwein wie der Meyer, der mit ungeputzten Stiefeln und einem offenen Knopf zur Leichenparade kommt. Feldwebel, schreiben Sw auf: Meyer, drei Tage Mitterarrest. Amen!"--Zwei Alte Herren des Korps Rhenauia Besuchen gelegentlich eme Vorstellung der „Götterdämmerung". Siegfried scheidet Be- tvegt von Brunhilde und läßt hinter der Szene nochmals sein Horn ertönen. Ter Assessor stutzt, stößt seinen Kommilitonen in die Seite und Bemerkt:, ,So ein Kerl, der Wagner, bringt in die „Götterdämmerung" den Rhenanenpfiff nut Tnstnenza-Stndistr. Die erste glaubwürdig bezeugte Epidemie von Influenza ereignete sich im Jahre 1500, also vor 400 Jahren. Die Krankt,en ist demnach doch nicht in dem Grade eine Neuhel!, wie man es vor enngen Jahren behauptet hat. Auch aus fpiiterer Zeit fehlt eS nicht an mehr oder weniger zuvert-issigen Berichten über Jnfluenzaepideimcu. Eme besonders bedeutende, die sich über ganz Europa und einen Teil von Amerika an. dehnte, hat im Jahr 17:12 stattgefunden. Dann folgten weitere tn den Jahren libö und 1808. Am meisten merkwürdig ist der Umstand, daß sich auch die Epidemie von 1847 webt stärker im Andenken erhalten hat, denn damals sollen m London an einem einzigen Tage über eine hatve Blillion LiensLen davon ergriffen worden fein; auch >vj"ch man damals schon davon, dass diese Krankheit auf einer besonderen Ansteckung bernhett müßte. Die neueste Jnsiuenzaepoche begann dann um. da« Jahr 1b. U und ist wohl noch nicht zu Ende, wenn auch vielleicht so schwer, epidemische Erscheinuugen wie vor etwa zehn Jahren setzt nicht mehr onftieten ^ie meisten werden sich noch der ersten Epidemie aus den neunzigerJahren erinnern, die sich ganz besonders darin auszcichnete, daß die Krauktiei ich ans die Nerven warf und in vielen Fällen mit Melancholie und Wahnsi m endete. Außerdem zeigte sich ost ein anderer ganz ftS« bi e# indem daS mit der Ertränkung emsetzende titeber leg »ud stieg, biSS zum Tode führte, ohne daß aubere Symptome eigen‘1 1« In den Epidemien am Ende der neunziger Jahre trat eine Aenderung u l Launen der Jnstuenza ein, indem sie sich mehr gegen H z • S wandte. Bis dahin waren ältere Personen und solche 'Nun'ttleren2ah«N hauptsächlich der Epidemie ausgesetzt gewesen, ivahrend Jnffnenza Kindern nur in wenigen Ausnahmefallen °uürat. DaS ha s h wiederum geändert, denn während der tetzlon Jahrzehnte sind gerade Kmd r am meisten anfällig gewesen. Die Haupnchwierigkelt der Erfvrfchnng der Krankheit liegt in der Unterscheidung rer echten ^.ifluenza von g u und Katarrh verschiedener Organe. Emen cudgiütigen B"veiS kann eig lieh nur der bakteriologische Befund liefern. ES istdaher ' sonders sachverständiger Seite zwischen der wahren eptdemifchm Jnflnmza, die dem von Pseisser entdeckten Bazillus influenza iinterfdüeben worden, die gewöhnlich als G 'Ppe bvuynet und in ihrer Entstehung noch unerklärt ist. Bei den ®Vlb Jahre, über die vr. Michael Dewar eine besonders umfassende Unterfuchi g veröffentlicht hat, sind im wesentlichen drei Arten von -vnfl'-enza kennbar gewesen. Die erste betrifft Herz und Lunge, die K^j '^gen n E geweide und die dritte Nerven. Diesen drei Arten sind gewiss Ei chnuungm gemeinsam, aber sie sind durch vorherrschende Symptome voninander M trennen. Als Erkevmiugsimttel dient die Art de-, ersten . I ' Krankheit, die Bcobachtliug der Körpertemperatur de§ Gestchtsai diu s und des Pulses, eine trockene bräunliche Zunge usw. SchnuPs n st • immer mit Influenza verbunden, rote man früher be. au? I b t, sogar häusiger, als er vorhanden ist. Jbon : nkidier SScife der Lungen werden beide Geschlechter und alle Altewpnsc g heimgesucht; dabei sind, abgesehen von Störungen «« trockener Husten, die Plötzlichkeit der Erkrankung schwere AvpMM rz und Schmerzen an Brust und Schultern wichtige Merk iale Tre^nsU j des AlagenS und brr Gedärme findet sich haitptsachlich bci Kt ist von häusigeii Leibschmerzeu und Durchfall vier bis fünf Tage nach der ersten Erkrankung emstellt. iu fc(V der Influenza kündet sich vorzugsweise durch heftige Kopfschnez tn^^ Stirn, und Schläfeugegend, durch Katarrh der ^utdehau und durch große geistige Niedergeschlagenheit an. Nach holen sich die Jnfiueuzaepidemien in Zeiträumen von "wasi-ben | Jahren und zwar stets zur Winterzeit. Sie pflegen acht bis zehn J |. anzichalleu. . ' flnbereg zu tun haben könnte, als das Ausetnanderschneiden dor beiden Körper. Bei der Operalion m Prag, hat es sich 'aber durchaus nicht darum gehandelt. Auch die m Paru ausaesührie Operation war nur deshalb bewerkslelligt worden, wei? die eine der Schwestern von einem unheilbaren Leiden Mafien war und em Uebergrisf der Krankhe t auf die noch gesunde Schwester nach Möglichkeit verhtndertwerden sollte, ^er Zweck wurde erreicht, aber der überlebende ~ f ) doch dahin, und man hat es wohl auch kaum erwartet, daß tv« d°- °ulo 3»nWe •«>*<** Schwester lange würde ertragen können. In Prag wa die böhmischen Zwillinge" Rosa und Josefa Blazek die nut den Segnungen der Chirurgie Bekanntschaft zu machen Ge- leaenbeit hatten. Fräulein Rosa hatte einen ungeheuren Masmstein von der Gestalt eines großen Hühnereies, welcher durch Zertrümmerung beseitigt werden sollte. Die Operation war wie Professor Kukula mitteilt, äußerst schwierig, denn es erwies sich zunächst als unmöglich, die zusammengewacc)-- sinen Zwillinge m eine Lage zu bringen in der der Emgr, hätte ausgeführt werden können. Schließlich nahm er zu dem Mirtel der Betäubung durch Chloroform^ reichte es aber nur, daß die weniger „ st . ,, frei blieb, während Rosa große Schmerzen auszuhalten hatte. Das war immerhin merkwürdig genug, da die beiden Schwestern zusammen nur eine Harnröhre, dagegen zwei vollkommen getrennte Blasen besitzen. Daraus schließt der Prager Gelehrte, daß eine Trennung solcher Zwillinge durchaus unmöglich sem