1906 m rt $9f TQay jIW'W DWM Mittellose Mädchen. Noman von H. Ehrhardt. (Nachdruck tierboten.) (Fortsetzung.) Froh, den auf sie einstürmeuden Empfindungen litt- geftört nachhängen zu können, schmiegte sie sich endlich in die weichen Kissen ihres Lagers. Und in halbem Hinüber-- schlummern kam ihr plötzlich das traumhafte Bewußtsein, daß der kleine Ring an ihrem Finger noch immer fehlte. Ta lächelte sie glücklich. Und mit diesem Lächeln auf den Lippen schlief sie ein. $ Am nächsten Tage war sie unter der vergnügten Gesellschaft, die sich bei den Klängen der vom Oberst liebens- würdig befohlenen Regimentskapelle auf dem Eise tummelte, der vergnügtesten eine, trotzdem Trautendorf wirklich nicht erschienen war. Ihr leichter Sinn, der sich durch tausend Kleinigkeiten ablenken und zerstreuen ließ, kam schnell über eine Enttäuschung hinweg und der Wintertag war so wunderbar schön, die Sonne sank in so strahlendem, fast wärmenden Glanze hinter den entlaubten, reifglitzeru- deu Bäumen der ehemaligen Festuugswälle hernieder, die Musik spielte so weiche, schmeichelnde Melodien, auf der spiegelglatten Eisbahn lief's sich so herrlich, daß Suse alles andere vergaß und nur dem Augenblick lebte. Ihr von Kälte und raschem Lauf gerötetes Gesicht unter dem dunklen Pelzmützchen wirkte durch seinen temperamentvollen Ausdruck von Lebensfreude und unbewußter Leidenschaft wieder bezaubernd und sie war immer von Herren umringt, die ihre Kunst auf dem Eise aufrichtig bewunderten und nie geglaubt hatten, daß eine Dame mit so viel Grazie allerlei Wendungen laufen könnte, an die sonst nur Herren sich ivagten. Schließlich entstand ein förmlicher Wetteifer unter der ganzen Gesellschaft, im Schlittschuhlauf ihr möglichstes zu leisten, und Suse fand eine Menge gelehriger Schüler, die ihrerseits das Erlernte wieder liebenswürdig den jungen Damen beibrachtcn. lieber Bittners mißglückte Versuche, eine Acht zu fahren, wollte Suse sich halbtöt lachen. Er verrenkte seine langen Gliedmaßen dabei so unsagbar komisch und war so haarsträubend ungeschickt — er war im übrigen seit Jahren nicht mehr auf dem Eise gewesen und nur Suse zuliebe gekommen — daß diese sich köstlich amüsierte. Als er sich plötzlich bei einem neuen energischen Anlauf nach hinten überschlug und in seiner ganzen Länge hinfiel, mußte die übermütige Suse derart lachen, daß sie selbst das Gleichgewicht verlor und unfehlbar ebenfalls gefallen wäre, hätte sich nicht ein kräftiger Arm fron rückwärts um ihre junge, geschmeidige Gestalt gelegt und sie stützend mit- saugen. "Mit einem leicht erschreckten: „Oh, danke sehr!" aber immer noch lachend, wandte sie sich um und sah geradewegs in Trautendorfs blitzende Augen. „Nun, stehen Sie fest?" fragte er, ihre Gestalt zögernd freigebend und auf ihr bejahendes Kopfnicken hin setzte er in seiner, wie die Damenwelt es nannte, „entzückend unverschämten" Art hinzu: „Sie scheinen sich ja wieder famos ohne mich zu amüsieren, mein gnädiges Fräulein." Sie hob kampfbereit das hübsche Köpfchen. „Ja, warum denn nicht?" Uuterdeß hatte der verunglückte Bittner sich wieder aufgerichtet und fie glitt zu ihm hin, lächelte ihn tröstend an, begann mit ihrem Muff den ihm reichlich anhaftenden Schnee abzustäuben, was der junge Offizier sich verlegen und doch beglückt gefallen lieh. Beim Herankommen des Kameraden verfinsterte sich sein Gesicht. „Wo kommst Du denn her? Ich denke, Du hast Dienst?" meinte er mißtrauisch. „Hab' ich auch gehabt. Komme direkt aus der Kaserne. Dir paßt ivohl mein Hiersein nicht, alter Freund? Ich stör' Dich wohl in Deinen Künsten? Freilich, wenn f fan eine solche Lehrmeisterin darin hat." „Ach, laß doch die dummen Witze." Suse sah erstauut von einem zum anderen. Sie begriff alles. Aber sie heuchelte totale Berstäudnis- lösigkeit, als Trautendorf, nachdem er den Freund durch einen Hinweis auf sein schneemannartiges Aussehen vermocht hatte, zum Abbürsten nach dem Reslauratiouspavillon zu fahren, ihm uachblickend, sagte: „Der arme Kerl." „Meinen Sie, daß er sich sehr weh getan hat?" fragte sie reizend naiv, „und ich habe so gelacht." „Rein, das meinte ich nicht; ihn quälen ganz ändere, heimliche Schmerzen, die zu stillen ganz allein in Ihre Macht gegeben ist. lind für mein Leben gern möcht' ich wissen, ob Sie von dieser Ihrer Macht Gebrauch machen werden, Fräulein Suse!" seine gefährlichen Äugen ruhten fascinierend auf ihrem Gesicht, „werden Sie's tun?" Tas entschiedene „Nein", auf das er gerechnet hatte, kam nicht. Sie war, wie um sich zu sammeln, einen großen Bogen um ihn herum gefahren. Nun blieb sie dicht vor ihm stehen, halb trotzig, halb verlegen zu ihm aufsehend. „Was Sie für komische Fragen stellen, Herr Oberleutnant! Wie kann ich heimliche Schmerzen stillen, ehe jemand- mich darum bittet. Vielleicht täte ich's, ich habe ein mitleidiges Herz." Er lächelte cigeutümlich vor sich hin. „Wissen Sie, daß Sie ein kleiner Schlaukopf sind, Fräulein Meridies!" sagte er fast zärtlich, „aber all Ihr Sträuben wird Ihnen zuletzt doch nichts nützen." Sie sand keine Antwort, sie war wie gelähmt von der Bedeutung, dem leidenschaftlichen Ton seiner letzten Worte. Stand denn wirklich das Glück schon neben ihr so greifbar- nahe, daß sie nur die Hand auszustrecken brauchte, um — 206 — es festzuhalteu? Ihr schwindelte. Und ein inneres Frost- gcfnhl ließ sie zusammenschauern. „Frieren Sie?" fragte er besorgt, mühsam seinen Jubel über ihre merkliche Erregung verbergend, „wir wollen uns ein wenig Bewegung machen, ja? Aber vorerst nehmen Sie hier Ihren Ring, den ich mir gestern widerrechtlich aneiguete." Er hatte ein kleines Päckchen aus seiner Manteltasche gezogen, löste rasch das verhüllende Seibenpapier und bot ihr einen Strauß köstlicher großer Treibhausveilcheic, deren Stiele durch ihren Ring gezogen waren. Heiß erglühend stammelte sie einen Tank und nestelte den duftenden Strauß, nachdem sic den Ring in ihrem Portemonnaie verwahrt hatte, in ein Knopfloch ihres kurzen Jäckchens. Daun glitten sie Hand in Hand über die schimmernde Eisfläche. Sie merkte es nicht, ivie geschickt er allen Bekannten ausznweichen wußte, um sich durch nichts in seinem Zusammensein mit ihr stören zu lassen, aber allen anderen siel es auf. Es sanden sich schon scharfe Zungen, die ihn „gewissenlos" nannten, und mitleidige Seelen, denen das reizende Mädchen leid tat. Er hätte die Fremde schonen können, die sicher alles für bare Münze nahm und sich törichte Hoffnungen in den Kops setzte, während die Eiu-- heimischen ihn langst nicht mehr ernst nahmen. Ob mau sie warnen sollte?! Mau munkelte, das würde Hauptmann von Brockhaus schon besorgen, der mit feinem kalten, strengen Gesicht seit einer Weile, Wohl tun seine Damen abzuholen, auf dem Promenadenweg am Rande der Bahn hin und her ging. Er warf nicht gerade freundliche Blicke auf das eifrig plaudernde Pärchen, um das die ganze Welt versunken schien. Sie sprachen jetzt von dem Ballfest beim Kommandeur und Suse meinte sehr kläglich, sie würde sicher nicht dabei fein können, .denn sie habe kein Kleid, das für die Doru- röschenrolle passe und auch kein Geld, um ein neues zu kaufen. Und sie erzählte rührend offenherzig, daß sie bei den Eltern nicht darum Bitten könnte, denn ihre vielen Geschwister kosteten eine Menge Geld und da dürfe nichts lieberflüssiges angeschafst werden, aber sie hätte doch schrecklich gern hübsche Kleider und all die Dinge, die viel Geld kosten und die Menschen wären doch glücklich, die so aus dem Bollen leben könnten wie ihre verwandten. „Trösten Sie sich, Fräulein Suse!" sagte der junge Offizier darauf, leise die kleine Hand in der seinen drückend, „ich habe auch nichts." Wenn er gedacht, sie mit dieser Mitteilung zu erschrecken, so täuschte er sich. Fast glücklich lächelnd blickten ihre schönen Kinderaugen ihn an. „Da bleibt uns beiden nur eine Rettung!" meinte sie, „wir müssen reich heiraten." Er nickte ernsthaft dazu. „Ja, es wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben." Und dann brachen sie lute auf Verabredung beide in ein so herzliches Lachen aus, daß Borüberfahrende sich mißbilligend nach ihnen umdrehten. Ein paar Offiziere näherten sich ihnen. „Kann man mitlachen?" z Trautendorf wehrte ab. „Bedauere sehr, die Gelegenheit ist bereits vorüber. Aber wir könnten eine Quadrille fahren oder so was, sucht Euch schnell noch ein paar Damen, das ist immer amüsant." „Natürlich!" „Famos." Während die jungen Offiziere davonstoben, drückte Trauteudorf leise Enses Hand in der seinen. „Ich darf doch Ihr Partner sein? Wir wollen unterdeß unsere Quadrille für Samstag einüben. Ich möchte mich so gern sehr auf biefeit Ball freuen, Fräulein Meridies, aber ich weiß nicht, ob ich es wagen darf." Sie lehnte die rosige Wange kokett gegen den kleinen, dunklen Pelzmuff und blinzelte ihn schelmisch an. „Wie kann man Skrupel haben, ob mau sich auf etwas freuen soll? Wenn Sie erst denken, daß dieser Balll eine Freude für Sie sein kamt, dann immer drauf los gefreut. Ach, ich freue mich immer jetzt, lieber jeden Tag, der neu heraussteigt, wenn ich auch uoch nicht ahne, was er bringen wird. Aber er bringt immer etwas Schönes, lauter Tinge, von denen ich früher nur sehnsüchtig geträumt habe, immer nur Erfüllung, nie Enttäuschung." Ein wunderbar strahlendes Licht brach aus ihren großen Blauaugen und verlieh ihrem jungen, blühenden Gesicht einen unbeschreiblichen Reiz, der den verwöhnten Frauenkenner geradezu berauschte. Dabei lag etwas geradezu rührendes in dieser naiven Dankbarkeit für ein Leben, das Hunderte ihrer Altersgeitossinuen tagtäglich als selbstverständlich entgegenuahmeu, das sie schal und langweilig nannten, nach netten raffinierten Reizmitteln suchend, sich ihr ödes Dasein erträglich ztt gestalten. Würde dieses irn- pulsive, empfängliche Geschöpf nicht nur mit leidenschaft^ Helfer Liebe, sondern auch toll glühendster Dankbarkeit an dem Manne hängen, der sie an sein Herz nehmen würde, auch wenn er sie nicht mit Schmuck und Kostbarkeiten über- häusen könnte? Ihm wallte das heiße Blut in die Stirn. Sein Blick fuhr wie eine lodernde Flamme zu ihr herüber. Ihre Augen senkten sich rasch zu Boden. „Fräulein Suse!" sagte er mühsam beherrscht, „sind Sie süß, Gott, sind Sie süß. Sie dürfen keinen reichen Mann heiraten, hören Sie, Sic dürfeu's nicht. Sagen Sie rasch: Nein — schnell, ehe die aitbereit kommen, dann hab' ich auch meine Freude auf den Ball. Nun, Sie tun's! nicht, nein?" „Nein!" stieß sie hervor, bezwungen von der leidenschaftlichen Glut, die von ihm ausströmte, die sich wie eine heiße Welle über ihren ganzen Körper ergoß, hypnotisiert von der Macht seines Willens, dem sie in, einer süßen Schwäche unterlag. Er dankte ihr nur mit einem raschen, zärtlichen Blick, betttt schon kam eine große Gesellschaft von Herren und Damen auf sie zu und machte jede weitere Verständigung unmöglich. Trauteudorf war sofort ivieber ganz Arrangeur, der Vortänzer auf dem Eise genau wie im Battsaal. Suse schien er ein ganz anderer, wie vor wenigen Minuten, er war jetzt gegen sie um keine Nuance liebenswürdiger, tüte gegen die übrigen Damen, ja, er hatte für jede derselben ein paar netLende Worte, eine kecke Schmeichelei bei der Hand. Ihr junges Herz krampfte sich schmerzlich zusammen, sie suhlte, daß sie angefangen hatte, ernstlich und vertraucnsvott mt eine Neigtmg seinerseits zu glauben und die ersten bangen Zweifel schlichen sich vergiftend in ihre kindliche Zuversicht. Unwillkürlich wandte sie sich öfter Leutnant Bittner zu, der sich mit seiner Partnerin, der niedlichen, schwarzäugigen Braut eines zur Kriegsschule abkommandierten Kameraden, an ihre rechte Seite geschlängelt hatte, ruhig, beharrlich, ivie es in seiner phlegmatischen Natur lag, abivartend, bis feine Angebetete sich wieder seiner erinnern würde. ' Und als sie's tat, strahlte er. Sie aber durchforschte ernster als sonst seine guten, hellblauen Augen und dachte: „Die können gemiy nicht lügen." Ihr lebhaftes Gesichtchen spiegelte so deutlich ihr Em- psinden wieder, daß der junge Offizier nicht im Irrtum war, luemt er sich einbildete, es spräche ivarme Sympathie für ihn aus diesen schönen Augett. Und es war ein Triumph, den seine Bescheidenheit nie gekannt, der ihn bei deut Gedanken durchströmte, daß er int ganzen Regiment der einzige ivar, der sich auf Grund eines alten, ihn vergötternden Erbonkels hin den Luxus einer armen Frau gestatten könnte. Fast zur selben Sckmtde ging durch den blonden Mädchen- kopf neben ihm derselbe Gedanke, aber an ihn knüpfte sich, leise, leise die bangen Zweifel hinweg schmeichelnd, die Erinnerung mt das heiß erflehte Versprechen, das sie vor einer Viertelstunde einen: anderen gegeben. Daß dies Versprechen nichts als eine süße Torheit gewesen, sah sie nicht nur selbst ein, nein, auch Frau von Brockhaus, schnell aufmerksam geworden, wies immer wieder mit versteckten Anspielungen auf das aussichtslose dieser Courmacherei hin. Sie ärgerte sich, daß Trauteudorf ihre schönen Pläne durchkreuzen konnte, wenn der schwerfällige Bittner sich nicht möglichst rasch erklärte. , . Suse mußte jetzt oft der Kusine standhalten, die ihr die Vorteile einer Heirat mit Bittner in rosigsten Farben malte und nebenbei scheinbar unabsichtlich eingeflochtene Bemerl- tmgeit über Trautendorf hören, die auf die Lebensauffassung des hübschen Offiziers kein günstiges Licht ivarfeit, aber es machte einen bedauerlich geringen Eindruck auf ihr leichtherziges Gemüt. Sie ivollte ja gar nicht geheiratet, \ve wollte nur glücklich fein, diese paar Wochen voll und unge» 207 — Winter in Kanada. der Sureziulratie seine Kraft zerrieben; aber wenn e§' heute anders geworden ist, und man fortwährend noch auf Reformen auf dem Gebiet des Gefüngniswesens sinnt — feine Gedanken sind der Sauerteig, der die Gärung bewirkte. Sein Pkan für die Gestaltung der Liebesarbeit im ganzen Baterlande und unter Johann Hinrich Wichern, der Herold einer neuen Zeit. Ein Erinnerungsblatt zum 7. Wrik. Erziehungsgehilfen Einführung und Anleitung zum Erziehungs- Werk und Liebesdienst, und arbeiten nun int weiten Lande. D. Wicherns Lebensarbeit erschöpfte sich nicht in deut engen Raunt der Anstalt. Durch das gedruckte Wort und durch begeistertes persönliches Zeugnis weckte er allerorten den Liebeseifer, der in seiner Seele wie ein helles Feuer brannte. Und nachdem Wichern in Wittenberg am 21. September 1848 mit mächtigem Wort der Kirche den Diettst der n ncre n Misst o n empfohlen, und die Antwort der Kirche gehört hatte: „Die Innere Mission ist mein", grünte und blühte ein neuer Frühling im Lande auf. Damals gründete christliche Liebe hi, armer Zeit in sechs Jahren mehr als 100 Rettungshäuser für gefährdete Knaben. Damals begann die Arbeit des christlichen Schriftenwcsens, die Fürsorge für die Auswanderer, der Dienst der Kirche an den Gefangenen. Michern ward zum Reorganisator des GcfängniSwesenS in Preußen. Er hak freilich im Kampf mit fest anliegen. , Kanada ist in der Tat das Land der Pelze. Jeder tit besorgt, sich so ’ gut als möglich gegen die Külte ztl schützen. Man könnte sagen, es sei das Land der wilden Tiere, so sehr gleichen die Männer großen Tieren, und die Frauen verlieren fast gänzlich die Erscheinung eines Menschen. Man sieht in Montreal nichts alS Mren, Wölfe und Seehur.de, die sich tu den Straßen völlig frei bewegen. Jeder drückt die Pelzmütze biS über die Augenbrauen herab, schlägt den Kragen des' Pelzes über die Ohren oder schlingt einen Schal bis an die Nase. Bon dem Gesichte erblickt mau nichts als zwei tränenerfüllte Augen, tue bei einer Kälte von —25 Grad zu erstarren scheinen. Kokette Damen oder elegante Herren wagen cs', ihr Gesicht unbedeckt der Kälte auszusetzen; allein diese ist ein unbarmherziger Fettid der Schönheit. Die unnatürlich roten Backen und Nasen ver- künde» die Gefahr der Eitelkeit zum Opfer zu fallen. Die Füße der Wandelndett sehen keinen Füßen mehr ähnlich. Mau wtckelt sie tu drei Paar grobe leinene Strümpfe ein und steckt das Ganze in Schuhe von Damhirschleder oder in NeberWche vmr Kautschuk. In gewöhnlichen Stiefeln wäre cs unmöglich, das Gletchgewtcht auf dem Glatteise des Trottoirs zu erhalten. Wer es trotz aller Warnungen wagt, liegt nach dem ersten Schritte tu setner d(tu?,eit Länge auf dem Boden und ist übcrglüllltch, tocitu cr den Fall in der Nähe eines UebcrschuhhändlerS tut, um sich fogletch mit dem Notwendigen zu versehen. v Ein Blick auf Montreal im Winter gewahrt em ganz eigentümliches Schauspiel. Es ist ganz weiß wie von Zucker, cm großer Schneckluiupeii. Um die Stadt herum zteht ftch die glatte Fläche des St. Lorenzstromes, der sich mit einer Eiskruste bis 1 Meter Stärke bedeckt, die es Fuhrwerken mit den schwersten Ladungen ermöglicht, über ihn zu fahren. Man fährt auf ihm in EiSbooten, kleinen Segelschiffen auf Kufen, welche der Mmd mit rasender Schnelligkeit dahinjagt. Aber man kann nur ausnahmsweise von diesem Bcwegungsmittel Gebrauch machen, denn der St. Lorenzstrom ist selten glatt gefroren, und die Eisschollen Die große Entfaltung der christlichen Liebesarbeit in unfern | Baterlande zieht immer wieder in unseren Tagen die Beachtung I weiter Kreise auf sich,. Gar zu selten aber fragt man nach dem I Ursprung dieser Arbeit. Man kennt und nennt wohl diele I und feite Persönlichkeit als Anfängerin einer einzelnen Arbeit, I aber man beachtet zu wenig, daß gerade in Deutschland und tm i Gebiet des Protestantismus die gesamte Arbeit als ein einheft- . liches, ganzes, wohl organisiertes und planmäßig betriebenes I Werk auf eine Persönlichkeit zurückzuführen ist, die.ihren, ge- i nialen Plan unter dem Namen „Innere Mission" an die Seffent- I lichkeit brachte, — auf Johann Hinrich Wicheru. i Gerade jetzt, da am 7. April 25 Jahre seit lemem Aube j verflossen find, dürste cs an der Zeit sein, sich in kurzem Rück- blick mit dem Lebensgang und Lebenswerk dieses einzigartigen I Mannes bekannt zu machen. In Hamburg, wo neben glänzendem 1 Reichtum auck viel Elend und sittliche Not sich breit macht, stand sein Vaterhaus. Wicherns Vater war Notar und Uebersetzer, starb aber früh und hinterließ sieben Kinder, bereit ältestes, Johann Hinrich, am 21. April 1808 geboren war. Der frühe Wniscustcmd machte den jungen Wichern frühzeitig mit der Not ! vertrant. Not lehrte ihn arbeiten, Not lehrte ihn beten. Die Schule der Not war für ihn, wie für manchen, der später Großes vollbrachte, der Weg zum Heldentum. Freilich haben die Spuren dieser Jugendnot diesen Mann nie verlassen; lästiger Kopfschmerz, die Folge der Ueberanstrengung, blieb sein Teil, bis er nach sieben Jahren des Siechtums int Jahre 1881 starb. Der Wunsch, die Seinen versorgen zu helfen, führte den jungen Wickern als Helfer in ein Hamburger Erziehungsinstitut. Dort lernte er durch Berichte die Liebcsarbeit des Grafen Adalbert von der 'Recke-Bolmarstein an gefährdeten Kindern kennen. Der Eindruck der Persönlichkeit des Baron v. Kott Witz, der feilt Gut in den Dienst der Armen gestellt, und eilte Armert- beschästiguugsanstalt in der Franzosenzeit zu Berlin eröffnet hatte, bestätigte Wichern in dem Wunsche, einst ein Leben dienender Liebe zu führen. Die erste Hamburger Sonntagsschule, nach englischem Muster dort eingerichtet, gewann des Kandidaten Wichern frische Kraft, und damit tritt er ans die längst ersehnte Bahn des Dienstes an den Kindern. Der Besuchs verein in Hamburg, welcher durch Armenbesuche das leibliche und sittliche Elend In Hamburgs Winkeln und Gassen lindern wollte, war die Stätte, ans welcher die Erziehungsanstalten des Rauhen Hauses herauswuHsen. Anstaltlicke Fürsorge für gefährdete Kinder war nichts neues. Neu war, daß Wickern den Grundsatz aufstellte: jede Gruppe, von zwölf Kindern braucht um der individuellen Erziehung willen ein eigenes Haus; die Rettungsanstalt muß ein Rettungsdorf werden. Neu war damals der Ruf nach Erziehern aus dem Volk, das Verlangen nach Brüdern in der evangelischen Kirche. Was Wichern damals 1833 im Geiste schaute, hat Erfüllung gefunden. DaN Rauhe Haus in Hamburg wuchs sich bald zum Dörflern aus. Zur Volksschnl- abteilnng im Rauhen Haus kam das Pensionat ftir Knaben begüterter Kreise, die Handtverkerabteiluug und die landwirtschaftliche Abteilung. Scharen von Brüdern empfiitgen in der Anstalt als Der Winter, welcher tu diesem Lande sehr lange dauert, gestattet keinen Aufenthalt auf der Straße. Alles eilt und beeilt sich. Jedermann bangt für seine Ohren. Förmliche Lawtnen von Schnee fallen von den Dächern der Häuser und vergrößern die Schneewehen, welche zu beiden «eiten der Straße aufgetürmt itub. Alle Vorübergehenden werden mit Schnee bedeckt. Sie bleiben nickt stehen, um sich desselben zu entledigen, sondern scklagen ihn im Vorwärtseilen mit den Armen von . sich. Schlitten iliegen rasch dahin, während die Schellen lustig ertönen. Trotz der Strenge des Klimas werden die Pferde auch im Winter unbarmherzig geschoren. Es scheint dies die Schnelligkeit ihres Laufes - . zu beschleunigen. Man putzt sie mit Wickern und Roietten in den L I buntesten Farben, was von der Weiße des Schnees lebhaft absticht Die Völker des Nordens finden kein größeres Vergnügen, als, warm in Pelzwerk eingewickelt, ans einem raschen fuhrwerk über die Schneefläcke dahinzueilen. Wenn das Pferd von der Kalte und dem Sturme schärfer berührt wird als von der Peitsche, so beschleunigt es seinen Lauf, und man fährt wie über einen Spiegel dahin. Die Kutscher sind sämtlick in Pelze gekleidet, welche mit einer Kapuze aus den Fellen von wilden Katzen versehen sind. Ein Gürtel aus sarbigem Leder schließt das Kleidungsstück eng an den Körper. Die Pelzkapuze must bis über die Ohreu herabreichen. Die Hände stecken in Handschuhen, in welchen fast ein Elefant seine Füße verbergen könnte. Die Kutscher sind ohne Unterlast in Bewegung. Sie erheben steh und blicken über den Rücken der Pferde, um zu sehen, ob nicht ein anderes Fuhrwerk von dieser oder jener Seite komme, und werfen sich bald nach rechts, bald nach links, um das Gleichx- gewicht des Schlittens aufrecht zu erhalten. Mgehärtet gegen die Kälte, unempfiiidlich gegen den Wind, der ihr Gesicht schneidet, und Eiszapfen an ihren Bart klebt, sind sie von nusterordent- licher Vorsicht, und um alle, welche sich ihnen anvertranen, so besorgt, daß sie nicht früher ruhen, bevor sie sich nicht überzeugt haben, ob die Mäntel und Pelzwerke den Reisenden auch trübt genießen. Was nachher kam, das Zurücktauchen ins Nichts, in die graue Eintönigkeit des kläglichen Alltagslebens daheim, daran mochte sie nicht denken. _ Jede Mahnung an die Heimat wehrte sie in der'Jlwei/mit sich ! ^Deutftheii'stn^ fernen Landen ist bis zur Stunde das Arbeitstrug sw die nicht einmal häufigen B f ) I ^gramm der evangelischen Kirche und ihrer Inneren Mission herum, ehe sie einen öffnete und fluchtig überlas. <-te e..t | J9(6er gg!Orte nicht. Mehr wirken dte Taten. Datz hielten -wischen den Zeilen immer fo etwas wie eine Warn- I $gi$ern/ her Kandidat, auf das Pfarramt verzichtete und einem itr.i nicht aar zu glücklich zu sein, dem blendenden Sonnen- Häuflein gefährdeter Kinder fein ganzes Leben widmete, ohne zu ui.g, iitajt gm iS» J J o t nb (o tchwiw sei I fragen, was wird e nst werden, daß tu ihm dte Kraft gläubiger schem nicht zu trauen, beim - so eni|t imo jcywer ]ei Opfer des Lebens bewirkte, und daß dieses das Leben. . , , I Feuer der Liebe ihn mehr und mehr hinnahm und zuletzt ganz Fede Fiber in Suse Mcndies aber empörte sich gegen | ver5e$rte; das hat treue Jünger an ihn gefesselt. Pastoren und dieic Mahrbeit In ihr war es licht. Sie stand mitten in Brüder, die von dem Werk, an das er sie stellte, nicht lasten f ’ «Sn (1 ihrer «Träume konnten, sie waren Träger der von ihm verkündeten Botschaft! der Eisiillnng ihrcr . | Jeder Christ ist zum Dienst der Liebe verpflichtet. lFortieoung icigut I P, Martin Hennig, —-------- j Direktor des Rauhen Hauses in Horn bei Hamburg. — 208 — ,-tz Redaktion: Ernst Heß. — Rolakionsdnick und Verlag der Brühl'schen Untversiläls-Buch» und Stetndruckereh N. Lange, ®tc8<#> ger und Prunk Ohr Gras Bock Nadel Auster Engel Gabe Adria Elster Band Taufchrätfel. Nachdruck verboten. Die Anfangsbuchstaben nebenstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben derart zu vertauschen, daß man ebensoviele neue Wörter erhält, deren Anfangsbuchstaben den Titel eines -Dramn's ergeben. Gesundheitspflege. — Die Diät bei Hautkrankheiten. Es ist eine vielfach bestätigte Tatsache, daß eine passende Diät bei manchen Hautkrankheiten überaus wirksam die äußere Behandlung untere sthhl. Dr. Lederinann weist in der Monatsschrift „Die Gesundheit in Wort, und Bild" darauf chnr, daß z. B. die SHuppe«- fiechte, eure im allgemeinen harmlose, aber doch oft recht lästig kU'MMdene Hautkrankheit, durch eine vorwiegende Milch-- und schneller gemildert oder beseitigt wird, als bei aus- tchiießlich äußerlicher Behandlung. Dieselbe Kost leistet auch bei Hauswirtschaft. ** Ostereier färben. In den meisten Gegenden Deutschlands herrscht zu Ostern der Brauch, die Kinder mit buut- • gefärbten Eiern zu beschenken. Je mannigfacher die Farbe, je verschiedener die Tönungen, um so lieber sind sie den Kleinen. Da wird cs mancher Hausfrau gelegen konlmen, ivenn sie erfährt, wie sie ohne größere Ausgaben die Eier des „Osterhasen" ge- schmackvoll färben kann. Einen zartgrünen Schimmer den Eiern z>i verleihen, wirst man einige Blätter frischen Gartensalat in das zum Kochen dienende Wasser. Getrocknete Malvenblüten geben eine tiefgrüne Farbe. Zwiebelschalen färben brauugelb, safran rotgelb. Wirft man Peruarnbukholz in das Wasser, so erhalten die Eier eine grell ticfrote Farbe. Ein schönes Zitrvnen- gelb erreicht mau durch Aufkochen von braunen Nesselwurzeln. tim «ne blaue Farbe zu erreichen, setzt man dem Wasser ctivas mit soda vermischten Lackmus zu. Sehr beliebt sind die mar- morierten Eier. Diese stellt man her, indem man bie zu färben- ben Eier mit Wattebäuschchen oder geznpfter Seide umwickelt und danii in die-Farbenbrühe wirft. Schreibt man mit Ocl auf die Schalen, bevor man bie Eier kocht, so bleiben die mit Oel benetzten Stellen ungefärbt. So lassen sich Namen und Sprüche usw. anbringen. Doch auch nach dem Färben lassen sich die Eier noch verzieren, wenn man mit einem zrigespitzten in Essig getauchten Holzstift darauf schreibt. Auflösung in nächster Nummer. Auslösung des Nexirbilds in voriger Nummer: Siegfried? Gestalt steht in der Diagonale von rechts uulett nach links oben. I allgemeiner Furunkulose, sofern nicht Znckerkrmikheit vorlieat gute Dienste, wobei der gleichzeitige Genuß von Hefepräparaten noch unterstützend Mitwirken kann. Die gleiche Diät empfiehlt si« ferner ber Hautkrankheiten, die auf gestörter Nierentätigkeit be- rnhen. und durfte sich auch bei Hautkrankheiten mit gichtisch^ Grundlage. als nützlich erweisen. Im Gegensatz hierzu ist man bei denrenigen vantleiden, die als Begleit- oder Folgeer schein- ungeil der Zuckerkrankheit auftreten, auf die Verordnung einer vorwiegenden Fleisch- und Fettnahrüilg unter Vermeidung zuckerhaltiger und znckerbildender Stoffe angewiesen. Daneben ist ic nach dem Grade der Erkrankung der Genuß grüner Gemüse, Sa- lote, Eier, Käse und anderer eiweißreicher Produkte gestattet Baer, piße Liköre, Kakao, Schokolade usw. sind zu vermeiden Rot- und Weißwein in geringen Mengen erlaubt. Oft gehen die auf dem Boden der Zuckerkrankheit gedeihenden Hautaffektionen wie nervöses Hautjucken, juckende Flechten und Furunkel, unter richtiger Diät vollständig zurück. Mitnnter stehen bie Erkrankungen der Haut mit Fettsucht im Zusammenhang; es handelt sich dabei besonders um' nässende Ausschläge, bie an den einer ständigen Reibiing ausgesetzten K'örperstellen (Achselhöhle, Oberschenkel usw.) vornehmlich auftreten, sowie um Talgdrüseu-Ent- zündungen und GesichMöte. Hier sind neben der stets notwendigen örtlichen Behaiidlmig Entfettungskuren augezeigt. In vielen Fällen ist der Gennß alkoholhaltiger Getränke zu meiden; wem- -- schädlich für die Haut erweist sich der Mißbrauch von Käffee Tee. Lstersrisches. — Bei Otto Petters in Heidelberg erschien: Adele und Advlar, Eine traurige Liebesgeschichte von Heinz v o n H e m s k e r k. — Hinter dem Pseudonym verbirgt sich eine auf wissenschaftlichem Gebiete bekannte Persönlichkeit, die in Stunden übermütiger Laune das hunwrvolle Büchlein geschrieben hat. Verse und Bilder sind in Anlehnung an Will). Busch gehalten. Der Verfasser, ein Arzt, hat es verstanden, den Ausdruck der von. Leibschmerzen schwer geplagten unglücklichen Liebesleute in . packender Wirkung und dabei genau nach ben anatomischen Verhältnissen des menschl. Körpers barzustellen. Das Gedicht erzählt die unglückliche Liebe eines Primaners Molar und einer Majorstochter Adele. Da sie keine Aussicht haben, den Bund fürs Leben einzngehen, beschließen sie den gemeinsamen Tod Adolar verlangt von dem listigen Apotheker Knille Gift znm $ v ten vOlt Ratten „für zwei Personen". Knille merkt sofort, wozu das Gstt gebraucht werden soll und gibt statt bassen Rha- barbcr ucn Adele und Molar auch 'emnehinen und nun den Tod erwarten. Es kommt aber anders —. Niemand wird das humorvolle Büchlein, das 1.50 Mark kostet, aus der Hand legen, ohne sich an Vers und Bild erfreut zu haben. ~ Panl H ey ses No v cllen. (Wohlfeile Ausgabe. I. G. Eottalche Buchhandlung Nachfl., G. m. b. H., Stuttgart-Berlin ) Das wiederholt besprochene Bäudewerk ist jetzt bis zum 8. Baud gediehen. Heyse, der Meister der deutschen Novelle, wird durch dw,e„Ausgabe weiten Kreisen des Volkes zugänglich gemacht. Es i]t zu wünschen, daß die Popularisierung Heyses den besten Er;olg habe. Der 8. Band bringt neuere Novellen, u. a. „Der Kreisrichter", „Der verlorene Sohn". Mit dem 10. Bande wird dw Sammlung abgeschlossen sein, die sich der Volksausgabe der Hecheichen Romane anschließt. liegen wie Blöcke übereinander. Auf dem Hudsostsflusfe hingegen findet man Eisschlitten viel häufiger. Die Schnelligkeit derselben ist so groß, daß sie mit einem Eilzuge um die Wette laufen können. Das Schlittschuhfahren ist bie Lieblingsunterhaltung ber Kanabier, welche darin eine ganz außerordentliche Geschicklichkeit besitzen und die phantastischsten Zickzacke mit der Schnelligkeit eines Kreisels vollziehen. Nicht nur die Männer, sondern auch bie Frauen finb für diese Leibesübimg eingenommen und selbst kleine Kinder Meister in derselben. Man könnte sagen, daß bie ganze Bevölkerung auf Schlittschuhen durch baS Leben eilt. Man durchschreitet e§' uiast, man gleitet darüber hinweg. Auch bie, Toten werden auf Schlitten zur ewigen Ruhe gebracht. Der Zug beivegt sich ohne Geräusch und verschwindet unter Schweigen wie eine Vision. (Aus dem gegenwärtig erscheinenden Werke „Hellwald, Die Erde und ihre Völker". 5. neu bearbeitete Auflage mit mehr als 450 Abbildungen, Kunstblättern und Karten. 40 Lieferungen zu je 40 Pf. Stuttgart, IluicmDeutsche Verlagsl- gesellschaft.) _______________ Kiilderreim. Von Hugo SaluS. Wenn wir Kinder bie Mutter plagten, Sie umbrängten und hundertmal fragten: Was von all den ersehnten Dingen Wird von ber Reise der Vater uns bringen? Sprach die Muller: Jedem sein Teil!' Ein gläsernes Büchsel, Ein silbernes Nixel Und ein goldenes Wart eine Weill Aber in unserem Kinderglauben Ließen wir nimmer die Hoffnung uns rauben: Ach, unsere Seelen hofften zu glühend, Ach, unsere Träume waren zu blühend! Mutter scherzt nur: Jedem sein Teil! Ein gläsernes Büchsel, Ein silbernes Nixel Und ein goldenes Wart ein Weil! Und so stehen ivir jetzt vor dem Leben, Soll uns ernste Antivort geben: Was von all ben ersehnten Dingen Hast du gebracht und wirst uns noch bringen? Spricht das Leben: Jedem sein Teil! Ein gläsernes Büchsel, Ein silbernes Nixel Und ein goldenes Wart eine Weil l Und der Winsler Stimmen gellten Klagend auf zum Herrn der Welten: „Väter, cS ist schlecht bestellt! Sieh, wir leiden Pein und Qualen Durch die Willkür der Brutalen! Wem, für wen schufst du die Welt, Nord und Süd und Ost und Westen?" Spricht der Herr: „Für die Starken und die Festen!" Doch zugleich mit den Verlornen Schrien die Starken, Krasterkornen: „Vater, es ist schlecht bestellt! Sieh, an unseren reifen Plänen Hangen schwer der Feigen Tränen! Herr, für wen schufst du die Welt, Ost und West und Nord und Süden?" Spricht der Herr: „Für die Schwachen nnd die Müden!"