1906 Montag den 6. August uMW Ljffllsif? BWi n 1 KJ®M LMM WNWWW LL^W /fik eAo I Id I 3 Der Stern. xx.v t Vornan von Ulrich Frank. Nachdruck verboten. (Fortsetzung.) Nicht ein leisester Zng verriet, wie diese naiven Aeußer- nngen auf ihn wirkten, während eine Blutwelle-purpurn in Dellas bleiches Antlitz stieg. Aber jäh, wie sie kam, zerrann sie auch wieder. Sein scharfes, beobachtendes Auge hatte es Wohl bemerkt. „O, Herr Kantor, wer wird von solchen Dingen reden?! Ich darf Ihre Anerkennung gar nicht annehmen. Ihr Fräulein Tochter in dem unterweisen zu dürfen, !vas ihrer prachtvollen Beanlagung zum künstlerischen 'Ausdruck verhalf, ihrer göttlichen Stimme zum dramatischen Relief wurde,- war für mich selbst die größte Freude!" So überaus verbindlich und wohlwollend klang das, fast banal. Sie blickte ihn an. Ein höfliches Lächeln umspielte seinen Mund, der sonst so bestimmt und herrisch zu sprechen war. Er erwiderte ihren Blick mit voller Gleichgiltigkeit. Aber gerade das rief eine Erregung in ihr hervor. „Ja, aber, geehrter Herr, deshalb bleibt es von Ihnen doch . . . wirklich sehr, sehr freundlich . . . Ihre kostbare Zeit. . . und ich weiß, daß, wenn Sie Stunden geben wollten, man Sie Ihnen teuer bezahlen würde .. . mit Gold aufwiegen, schrieb meine Schwägerin Hannchen. Und nun widmeten Sie Dellchen Ihre Zeit und nehmen sie so ganz in Ihren Schutz, und was sie von Jh-neN gelernt haben soll! In allen Rezensionen stand cs ja immer, daß eine solche Ausbildung, wie sie sie empfangen, dir einzig würdige sei, um dieser herrlichen Stimme die Weihen zu geben... Wir haben alles gelesen in Bernstadt, meine Frau und ich . . . . wir kennen die Rezensionen fast auswendig. Vom Schloß schickte uns Graf Guido immer alle Zeitungen 'runter, wo was drin stand. Blau und rot angestrichen. Die französischen konnte meine Frau noch ganz gut übersetzen . . . und die italienischen aus Mailand, die ersten, die hatte die Fürstin Testi selbst übersetzt und meiner Frau geschickt. Meine Frau war nämlich ihre Bonne gewesen. Ja, und überall dasselbe. Tanzoni und Wittelsbach! Der große Italiener und her geniale deutsche Künstler . . ." Absichtlich hatte er ihn nicht unterbrochen und ließ seinen Dankbarkeitsgefühlen freien Lauf. Innerlich belustigt von dieser kleinlichen Auffassung der Dinge, hörte er mit beinahe feierlicher Miene zu. Nur bei Erwähnung der vom Grafen Guido gesandten Zeitungen schaute er auf. Sein Blick traf Della. Kühl und fremd. Aber einen Moment hatten ihre Augen ineinander gehangen, und sie fühlten in erhöhtem Maße die innere Unruhe, die sie während der ganzen Unterredung beherrschte. Er sprach jetzt mild und heiter: „Sie überschätzen das, verehrter Herr, ganz unbedingt. Sie überschätzen uns. Das ist der reine Egoismus! Denken Sie, wenn mein alter Freund Ranzoni und ich einmal ein Material in die Hand bekommen, wie es in Ihrem Fräulein Tochter ruhte, so ist das für uns das Besondere. Der richtige Egoismus! Wann kommt das vor? Sie viel wird gesungen und gemimt . . . Wann begegnet man einmal dem kongenialen Talente? Ranzoni und ich hatten das Glück, Ihrem Kinde zu begegnen! Das zu wecken, was da innen schlummerte^ das emporblühen zu sehen zum Licht, das ausreifen zu lassen im Sonnenglanz. . . das war ein Göttergenuß!" Seine Stimme hätte sich gehoben, und mit jenem hinreißenden Wohllaut, mit jenem wunderbaren Schmelz, der ihm von der Bühne herab alle Herzen gewann, hatte er gesprochen. Mit leichtem Pathos fast und dann doch wieder so einfach und natürlich. Darauf beruhte seine Wirkung. Er wußte cs, die große Kunst, natürlich zu scheinen. Adele zitterte. Seine Art zu sprechen, hatte für sie etwas Suggestives. Und, ohne daß er sie ansah, fühlte er sie wieder! in seiner Macht und fuhr fort: „Wenn Sie Ihre Tochter hören werden, dann werden Sie alles begreifen . . . dann! werden Sie verstehen, daß wir Ihnen zu danken haben, nicht Sie mir! Wenn Sie sie sehen werden, ganz hingegeben ihrer Kunst, ganz entrückt der Mtäglichkeit, wie eine Göttin, wie eine Priesterin des Schönen, des Erhabenen, wie eilte Verkörperung aller Harmonien, und wenn Sie fühlen werden, wie alle Welt im Vanne dieses Zaubers liegt, wie man atemlos diesen Tönen lauscht, die die Erde zu eutsündigen scheinen, die alle Dunkelheiten auslöschen und wonniges Licht, süße Wärme auSstrahlen, dann werden Sie erkennen, daß wir uns glücklich schätzen dürfen, mitgewirkt zu haben an der Befruchtung der edlen, herrlichen Keime." Der alte Kantor war ganz eingeschüchtert von dieser schwungvollen Beredsamkeit und dem blühenden Ausdruck seiner Begeisterung. Und Della saß da, wie in hypnotischen Schlaf versenkt. „Du . . . du . . . sagst du gar nichts, Dellchen, zu diesem Lobe? Weißt du, das ist ja noch mehr, als in den Zeitungen stand." Sie versuchte sich aufzuraffen. „O, ich ..." „Gott, Kind, du bist ja ganz blaß! Bist du nicht wohl? Oder macht dich dies Lob verlegen, drückt dich? Ich . . . ich kann es mir ja denken! Zuviel beschämt." Er war aufgestanden. „Unbesorgt, bester Herr Kantor, diese Schwäche ist die Größe und Kraft der Künstlerseele . . ." Leicht und heiter kamen die Worte: „Sie wissen gar nicht, wieviel Lob wir; vertragen können. Nicht wahr, Fräulein Della?" Zum ersten Male heut' hätte er ihren Namen genannt. Nachdrücklich, stark, sie kannte diesen Ton. Er weckte sie gleichsam und gab ihr das Gleichgewicht wieder. „Della! Freut es Sie, daß ich nun doch hergekommen bin? Freut, es — dich?" Der Vater, der inzwischen seinen Blick neugierig und etwas beklommen durch das Zimmer gleiten ließ, hatte die letzte Frage nicht vernommen, die, mehr auf den Lippen ruhend als gesprochen, dennoch deutlich ih-r Ohr beriihrte. 454 Er Minderte sich innerlich über die Schauspieler und den Glanz und den Luxus, mit dem sie sich umgaben. Erst seine Tochter und hier dieser Wittelsbach! Laut aber sagte er: „Natürlich freut sie sich. Wie sollte sie diese Aufmerksamkeit nicht freuen? Nicht wahr, Dcllchen? Sie hat wirk- lich Glück. Denken Sie nur, Herr Wittelsbach, unser Gras Guido ist auch hergekommen, um Della singen zu hören. Mit seiner Frau. Er hat Geschäfte hier und hat es so eingerichtet, daß er in diesen Tagen hier ist — überhaupt alle Welt. . lachte er kinderfroh.—„Grafen und Künstler und meine Schwägerin Hannchen! Die hätten Sie sehen sollen heute nachmittag! Die Hände wollte sie Teilchen küssen . . ." „Aber Papa . . ." wehrte diese ab. „Ja, ja . . lachte er in naiver Lustigkeit . . . „So ist's! Jetzt glaub' ich's! Erst Tante Hannchen! Mit Tränen in den Augen, Della, mein Engel! Unser Star . . . Stern am Himmel der Kunst. . . hab' ich's nicht immer gesagt, Schwager? Ein Star... ein Star! Unsere Della, meine Della! . . ." Eine übermütige Stimmung hatte des alten Herrn sich bemächtigt. „Und dann die wundervolle Rede des Herrn Wittelsbach! Ja, jetzt glaub' ich's! Also ein Star! Ein Star ist Kantors Della! Ach, wenn doch Muttchen hier wäre", fiel er aus der Fröhlichkeit in Sentinientalität, „ja, das hätte Mutti mit anhören müssen!" „Wir fahren zu Mama, bald nach der Aufführung", suchte sie den Erregten zu beruhigen. Eine Furcht überkam sie, daß der alte Mann, ungewohnt jeder Anstrengung und Gemütsbewegung, diesen verschiedenartigen Eindrücken, diesem Fremden, Außergewöhnlichen unterliegen könnte. „Ja, Della! Das tust du! Tu komnist endlich einmal auf einige Wochen nach Haus!" „Gewiß, Papa! Zwischen Berlin und meinem nächsten Engagement habe ich mehrere Wochen Zeit." „Und die wollen Sie in Ihrer Heimat verbringen?" Zweifel und Zorn kämpften in seiner Stimme. „Ja!" „Davon sagten Sie mir aber nichts vor Ihrer Abreise tum Wien." „Es ist hier zum Entschlüsse geworden." „So!" Nichts weiter. Und doch so vielsagend und inhaltsreich war dieser eine Ausruf, daß sie darauf glaubte antworten zu müssen. „Ich will ausruhen. Ich bin müde, nervös! Ich fühle es erst jetzt." 1 ' „Und der Aufenthalt in dem stillen Elternhaufe wird ihr ganz gut tun." „Ach ja!" Wie ein Schrei nach Erlösung klang es. „Wenn sie es auch nicht so nobel hat, wie wo anders, in den großen Hotels, wo sie jetzt wohnt — aber zu Haus ist sie! . . . Und der November kann bei uns noch sehr schön sein. So ein Spätherbst im Gebirge. Bevor's dann gründlich Winter wird und echte, weiße Weihnachten. Sollten sich das auch einmal ansehen, Herr Wittelsbach! Würden uns sehr freuen über die Ehre." „Papa!" „Wer weiß, Herr Kantor, ob ich Sie nicht beim Wort nehme?" Fest heftete sich sein Auge aus Dellas Antlitz. Etwas Bohrendes, Drohendes lag in seinem Blick. Die Uhr aus dem Kaminsims schlug sieben. „Herr Gott, Della, schon sieben Uhr. Wir müssen fort. Ter Graf erwartet uns." „Es ist im selben Hause, Papa! Es eilt nicht so sehr . ... es kommt nicht auf einige Minuten an." Sie hatte das Gefühl, als müßte sie auf die plötzliche Mitteilung von vorhin ihm etwas Angenehmes, Versöhnliches sagen. „O doch, mein Fräulein, es eilt sehr! Zum Diner muß nmn^pünktlich sein! Und Pünktlichkeit ist die Höflichkeit Er hatte ihr den Umhang umgegeben, den sie bei ihrem Eintritt auf einen Stuhl gelegt hatte. Der weiße Straußenfedernbesatz umrahmte ihr bleiches Antlitz. Etwas Leidendes, Gequältes lag darin. . -,Auf Wiedersehen, Herr Kantor, auf Wiedersehen, Fräu- lern Brandt! Ich suche Sie morgen in Ihrem Hotel auf." In vollster weltmännischer Höflichkeit sagte er das. Nicht erne Spur von Verletztheit, aber auch nicht von Vertraw- lichkert. .Adieu!" saate sie leise. (Forts. folgt.) Die Ml her Schlachtfelder. Um den Besucher der Schlachtfelder in den Gang der Ereignisse einzuführen, ist im folgenden zunächst mit wenigen Strichen ein Bild von den Schlachten selber entworfen. Daran schließen sich Wanderungen über die Schlachtfelder von verschiedener Zeitdauer, zu Fuß und zu Wagen, damit jedem Geschmack und Bedürfnis Rechnung getragen werde. Eingehender, als es hier geschehen kann, sind die Schlachtfelder in dem „Kurzer Führer zum Besuch der Schlachtfelder um Metz" (Verlag R. Lupus, 25 Pfg.) behandelt und am ausführlichsten, zugleich mit Angabe sämtlicher Inschriften der Gräber und Denkmäler, in dem Führer von Bußler „Die Kriegerdenkmäler um Metz" (Verlag P. Müller, 1,20 Mk.). Beide können bestens empfohlen werden. Ms Karte leistet die Tenkmäler-Karte von G. Scriba (1 Mk.) gute Dienste. Die Schlachten. Colombeh-Noisse-Bille (14. Aug.). Am 6. August hatten die Franzosen bei Spichern eine so empfindliche Niederlage erlitten, daß sie sich auf Metz zurückzogen. Von hier wollte Bazaine die Armee nach CHLlons führen, um sich mit Mac-Mahou zu vereinigen. Diese Vereinigung suchten die Deutschen zu verhindern. Ms sie daher am 14. August, nachmittags 3y2 Uhr, bei Colombey auf den Feind stießen, gingen sie zum Angriff vor. Das 7. Korps kämpfte besonders heiß um den Wald von Colombey und die sogen. Totenallee, das 1. Korps weiter nördlich um Montoy, Noisseville und Nouilly. Der Erfolg des Tages war, daß nicht nur die in den Kampf verwickelten französischen Truppenteile in ihrem Marsche ausgehalten wurden, sondern auch noch andere Teile wieder über die Mosel zurückgingen. Vionville-Mars-la-Tour (16. Aug.). Die übrigen deutschen Korps suchten unterdessen in Eilmärschen die Moselübergänge oberhalb Metz zu gewinnen, um den Franzosen den Weg nach Chälons zu verlegen. Am 16. August, morgens 5 Uhr, brach ' das 3. Korps von Gorze auf, weiter westwärts marschierte das 10. Korps. Auf der Höhe von Tron- ville wurde um 9 Uhr die Schlacht von der deutschen Kavallerie und Artillerie eröffnet. Das 3. Korps stand stundenlang einer großen Uebcrmacht gegenüber, und es bedurfte der heldenhaftesten Zähigkeit, um den einmal eingenommenen Standpunkt festzuhalten. Mehrmals warf sich die Kavallerie dem Feinde entgegen, um der Infanterie Lust zu machen: die Husaren 16 und 3 (Zielen) vom Plateau aus über Flavigny hin, die Brigade Bredow (7. Kürassiere und 16. Ulanen) von Bionville aus gegen die Mte Römerstraße. Letzterer Angriff ist unter dem Namen „Todesritt" bekannt und von Freiligrath „Die Trompete von Bionville") besungen. In der höchsten Not, um 3 Uhr erscheinen die Spitzen des 10. Korps auf dem Schlachtfelds und kommen sofort dem am meisten bedrängten linken Flügel zu Hülfe. Die Regimenter 16 und 57 steigen die Schlucht tioft Mars-la-Tour hinauf, müssen aber zurück, und werden durch den Opfermut der Garde-Dragoner vor völliger Vernichtung bewahrt. Nach kurzer Pause wird östlich von Mars-la-Tour der größte Reiterkampf des ganzen Krieges ausgefochten, in dem die Franzosen unterliegen. Die, Nacht machte dem blutigen Ringen auf der ganzen Linie ein Ende. Der Zweck der Deutschen aber war erreicht: die Straße nach Verdun war gesperrt. Gravelotte-St. Privat (18. Aug.) Bazaine zog sich nun auf die Höhen zwischen Point du jour und St. Privat, die noch durch Feldbefestigungen verstärkt wurden, zurück. Diese für uneinnehmbar gehaltene Stellung galt es am 18. August zu nehmen. Die Schlacht wurde um mittag durch die Artillerie des 9. Korps bei Vernsville eröffnet. Bald darauf ging auch das 8. Korps, Gravelotte besetzend, gegen den lmken Flügel der Franzosen vor. Beide Korps hatten lange mörderische Kämpfe zu bestehen. Doch gelang es dem 9. Korps, sich in Gemeinschaft mit den tapferen Hessen zu behaupten; und dem 8. Korps fiel in der 5. Nachmittags- stunde bei erneutem Sturm St. Hubert in die Hände, das ll.un~ej*ten festen Stützpunkt für die weiteren Kämpfe gegen dre Hohen und Höfe bildete. Im Norden wurden um 3 Uhr ©te. Marie-aux-Chenes von den Sachsen und der Garde genommen. Um 5 Uhr schritt die Garde unter ungeheuren Verlusten zum Sturm auf St. Privat, konnte aber lange keme Fortschritte machen. Erst als die Sachsen Roncourt genommen hatten und mit der Garde zusammen St. Privat stürmten, fiel dieses nach hartnäckigster Verteidigung. Bei 455 Gravelotte ging gegen abend noch das 2. Korps (Pommern) zum Sturm auf die Höhen vor. Bis in die Dunkelheit wurde hier, wie auch bei Amanweiler, erbittert gekämpft. In der Nacht zogen sich die Franzosen in den Bereich der Festung zurück. Das Ziel, sie in Metz einzuschließen, war crTcid^t. Noisseville (31. Äug', und 1. Sept.). Unter den wiederholten Versuchen Bazaines, die Einschließung zu durchbrechen, war £>ier Durchbruchsversuch am 31. August und 1. Sept, der bedeutendste. Er richtete sich hauptsächlich gegen Noisseville und Servigny, scheiterte aber an der beispiellosen Tapferkeit der Trrippen des 1. Korps und der Division Kummer. Damit war das Schicksal der Festung besiegelt. Am 27. Okt. ergab sich die Armee, die beste Frankreichs, bestehend aus drei Marschällen, 50 Generälen, 6000 Offizieren und 173 000 Mann. Ausflüge aus die Schlachtfelder. 1. Ausflug. Colombey, Lauvallitzre, Amitie, Noisseville, 2Vs Std. — Dieser Ausflug bietet einen guten Ueberblick über das Schlachtfeld vom 14. Ang. und berührt sämtliche Denkmäler mit Ausnahme von zweien. Vom Deutschen Tor geht man über Borny nach Colombey. Zwischen beiden Orten Kriegergräber im Felde, links an der Straße das französische Denkmal zum Andenken an die „Schlacht von Borny", unmittelbar vor Colombey eine düstere Allee von sehr alten amerikanischen Cedern. Am Park von Colombey in einem Sammelfriedhof, malerisch gelegen, das Denkmal des Wests. Jnf.-Regts. Nr. 13. Weiter am Park entlang, an der Straßengabelung, ist im Borblick Schloß Aubigny sichtbar, links im Park die Ruinen des Schlosses Colombey. Zurück zum Denkmal der 13er und geradeaus in die Totenallee mit den Wests. Jnf.-Regtrn. 15 und 55, rechts im Felde das Denkmal des Hann. Füs.-Regts- Nr. 73. Bon der Totenallee auf der Saarbrücker Straße rechts entlang zum Hanseatischen Denkmal Nr. 76 und nach zwei Minuten links ab auf den Kiefernweg, der nach Lauvallitzre führt (gute Wirtschaft). Weiter aufwärts Amitis (i/4 Std.) mit dem Denkmal des 1. Korps, das eine vorzügliche Aussicht bietet. Jü 10 Min. in Noisseville; von hier 5.35 Uhr mit der Post nach Metz. Will man sich nicht an die Post binden, so geht man von Noisseville entweder über Nouilly und Vantoux (Täl- weg), oder aber über Amitis, Lauvalliöre und Belle-Croix (Hohenweg) nach Metz zurück und gibt in beiden Fällen l!/2 Stunde zu. Zu Wagen schlägt man denselben Weg ein, nimmt aber von Colombey aus noch Aubigny mit in die Fahrt auf, um das schöne Denkmal des Ostpreuß. Jnf.-Regts. Nr. 45 zu besuchen; im ganzen, vom Tore aus gerechnet, 25 Kmtr. 2. Ausflug. Mercy, Ars-Laquenexy, Aubigny, Colombey, Lau- valliöre, Amitiö, Noisseville, Servigny; 7 Std. — Dieser Ausflug durchquert das ganze Schlachtfeld vom 14. sowie vom 31. Aug. und 1. Sept. Man fährt bis Peltre mit der Eisenbahn, steigt nach Mercy hinan (weite Aussicht) und gelangt über Ars- Laquenexy und Aubigny (Denkmal des Ostpreuß. Jnf.-Regts. Nr. 45) nach Colombey. Von hier bis Noisseville s. Ausfl. 1. Won Noisseville über Servigny nach Poixe, wo sich das Denkmal des Ostpreuß, Jnf.-Regts. Nr. 41 befindet. Von Poixe auf der Busendorfer Straße, die prächtige Aussicht bietet, an Billers-l'Orme und Schloß Grimont vorbei nach Metz. Zu Wagen fährt man nicht über Peltre, sondern über Plantisres und Grigy nach Mercy, von hier wie bei der Fußwanderung angegeben; im ganzen 32 Kmtr. 3. Ausflug. Chätel, St. Hubert, Gravelotte, Verusville, Amanweiler; 5 Std. — Dieser Ausflug hat den Vorteil, daß er neben einer gründlicher- Besichtigung des südlichen Schlachtfeldes vom 18. (Gravelotte) auch — und zwar auf der Höhe 331 vor Amanweiler — einen Ueberblick über den nördlichen Teil (St. Privat) bietet. Mau benutzt bis Chätel die Eisenbahn (35 Pfg.) und hat hier die Wahl zwischen zwer Wegen: bei kühlem Wetter nimmt man den kürzeren, aber beschwerlichen, der aus der Mitte des Ortes steil hinan zur Feste Kaiserin und an dieser entlang (am Drahtzaun, nicht stehen bleiben!) bis zur Höhe von Point du jour führt; bei heißem Wetter zieht man den etwas längeren Waldweg vor, der oben im Orte beginnt und vom Vogesen-Klub bezeichnet ist. Im letzteren Falle geht man, bei St. Hubert angelangt, die Straße bis zur Feste Kaiserin hinauf, um sowohl die am Wege stehenden Denkmäler der Regimenter 14 und 54 (rechts im Friedhof) 29 und 33 (weiter oben) zu sehen, als auch von der Höhe aus einen Ueberblick zu gewinnen. Nach St. Hubert zurückgekehrt, nimmt man etwas unterhalb des Hofes den rechts von der Straße abweichenden Weg, der oberhalb der Steinbrüche zu den Regts.-Denkmälern 67, 60, 28, 69 und von letzteren steil hinab in die so berühmt gewordene „Schlucht" führt. Hier, herrlich gelegen, Denkmal des Rhein. Jäger-Bataillons Nr. 8, neben welchem alljährlich im August seitens der verdienstvollen „Bereinigung zur Schmückung der Kriegergräber" eine Gedenkfeier mit Rede und Gesang veranstaltet wird. In dem 1 Kmtr. weiter aufwärts gelegenen Gravelotte (Weißes Roß, Post;. Kriegsmuseum) der große Krieger-Friedhof mit etwa 5000 deutschen und französischen Kriegern; an dessen Rückseite die Gedenkhalle. Bon Gravelotte wendet man sich nordwestlich über Mogador (links davon der Wilhelm-Stein) und Malmaison, geht jenseits des rechts die Straße nach Bernsville begleitenden Waldes auf einem Feldwege nach Chantrenne (Denkmal des Jäger- Bataillons Nr. 9 und des Magdeb. Füsil.-Regts. Nr. 36) und von hier nach Bernoville, hinter dem das schöne Denkmal der 18. Divison steht. Auf dem Wege nach Amanweiler trifft man beim Hofe Champenois das Denktnal des Feldartillerieregiments Nr. 9 und aus der Höhe von Amanweiler, die einen sehr guten Ueberblick bietet, noch drei Denkmäler: rechts das des 3. Garde-Grenadierregiments (Königin Elisabeth), links das des 1. Garde-Grenaüier-Regts. (Kaiser Alexander) und das der Garde-Schützen, letzteres etwa 300 Schritt entfernt. Bon Amanweiler (Bahnhofs- Restauration, Schwenzfeier) führt die Eisenbahn (55 Pfg.) in einer halben Stunde durch das schöue Monvaux-Tal nach Metz. Ueber einen Besuch dieses Schlachtfeldes zu Wagen sie»/, folgenden Ausflug. 4. Ausflug. Amanweiler, Habonville, Ste. Marie-aux-Chsnes, St. Privat, Amanweiler; 5 Std. — Ein sehr interessanter Rundgang auf dem Schlachtfelde von St. Privat. Man fahrt bis Amanweiler mit Rückfahrtkarte (85 Pfg., Sonntagskarte 55 Pfg.), geht über die Eisenbahn das Dorf hinauf und am Ende desselben links aus der Straße weiter (rechts geht's nur zum Hessen-Denkmal). Auf der Höhe die unter Ausflug 3 (Schluß) genannten drei Denkmäler. Unmittelbar hinter dem Denkmal der Garde-Schützen stehen die Grenzpfühle und daneben ein Wegweiser zum Hessen- Denkmal, das man am Bahnwärterhäuschen vorbei in 20 Minuten erreicht. 30 Schritte hinter diesem biegt man int rechten Winkel in den Wald ein (Pfad) und geht im Zickzack — aber int ganzen immer gerade aus — auf Acker- kehren 10 Min. fort, bis man am Ende eines Feldes recht- winllig auf Wald stößt. Hier geht man rechts am Walde hin und nach zwei Minuten int rechten Winkel links in den Wald hinein (Schneise), die in drei Minuten zum Denkmal des Schlesw. Jnf.-Regts. Nr. 86 führt. Leider gibt's von hier keinen Weg mehr, ein Beweis, daß das Denkmal, obgleich sehr sehenswert, wenig besucht wird. Man muß in Ackersurchen hinab auf die unten gelegene Wiese gehen (fünf Min.), von der ein Feldweg zur Eisenbahn und an dieser entlang zur Straße oberhalb Habonville führt. Bon letzterem Orte (Wirtschaft „Au coin de la France", wo deutsches Geld gern genommen wird, auch deutsche und französische Ansichtskarten zu haben sind) an St. Ail vorbei (gleich dahinter die Grenze) nach St. Marie-aux-Chenes. Links vor diesem Orte, etwa 1 Kmtr. entfernt, der Krieger- Friedhof des 2. Garde-Regts. zu Fuß mit dem Regiments- denkmal; inmitten des Dorfes das französische Denkmal des 94. Linien-Regts.; am Ausgang des Dorfes, in der Richtung auf St. Privat, links, einige hundert Schritte entfernt, der Krieger-Friedhof des 1. und 3. Garde-Regts. z. F, rechts, in gleicher Höhe, unmittelbar au der Straße, das Denkmal des Garde-Füs.-Regts. und etwas weiter aufwärts, ebenfalls rechts, das des 2. Garde-Grenadier-Regts. (Kaiser Franz). Auf dem Wege nach St. Privat links und rechts viele Massengräber, die bezeugen, wie schwer hier gerungen wurde. Jü St. Privat links an der Straße das neue schöne Löwen-Denkmal des 3. Garde-Regts. z. F, links 456 | davon auf der Wiese der von St. Majestät entworfene Erzengel Les 1. Garde-Regis. z. F., am nördl. Ausgang des Dorfes das Denkmal des 4. Garde-Regts. z. F. und (gleich dahinter) das des Sachs. Armeekorps. 100 Schritte hinter diesem steht links, 150 Schritte von der Straße entfernt, der neuerdings dem Generalmajor Lraushaar gesetzte Denkstein. 3on hier geht man nach St. Privat zurück, durchquert das Dorf in südlicher Richtung und gelangt ans einem in gleicher Richtung laufenden Feldwege zum Denkmal des Gardekorps ulid des 4. Garde-Greuad.-Regts. (Kaiserin Augusta). Das erstere befindet sich ungefähr in der Mitte der Bahn, die im Obigen beschrieben ist, und bietet einen vorzüglichen Ueberblick über das Schlachtfeld (Schlüssel beim Gräberwärter). Von hier über St. Privat nach Amanweiler: der Kreis ist geschlossen. Tesiamenlsernchtungen zur Reisezeit. Von Dr. Felix Meherstein, Berlin. Der sorgsame Hausvater, der mit seiner Familie zur heißen Sommerzeit Heimatstadt und Haushalt auf Wochen, ja oft auf Monate verläßt, pflegt vorher, wie der landläufige Ausdruck lautet: „sein Haus zu bestellen". Hierzu gehört, wenn es noch nicht geschehen, die Errichtung eines Testaments: denn man weiß ja in unserer heutigen Epoche der Eisenbahn-, Automobil- und sonstigen Unfälle nicht, ob mau jemals wieder heimkehrt. Jedenfalls kann mit Sicherheit behauptet werden, daß, seitdem das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft besteht, Testamcnts- errichtungen zur Reisezeit an Hänfigkeit stark zugenommen haben. Darf doch jetzt nach dem B. G. B. der sogenannte sorgsame Hausvater sich nur an seinen Schreibtisch setzen, seinen letzten Willen auf ein Stück Papier nicderschreibcn, dieses in seinen! Schreibtisch verwahren — und das Testament ist „errichtet". Gleichwohl kann vor den Gefahren, die eine derartige durch das B. G. B. (§ 2231) zugelasscne Testamentserrichtung mit sich bringt, nicht eindringlich genug gewarnt werden, und noch jüngst ist von autoritativer behördlicher Seite darauf aufmerksam gemacht worden, daß weit über die Hälfte solcher eigenhändig errichteter Testamente, oder wie sie mit dem Fachausdrucke heißen, „holographischer Testamente" wegen Inhalt- oder Fornimaugels sich als nichtig oder mindestens als anfechtbar erwie'en haben. Und dies ist nicht wunderbar. Gehört es doch zu den schwierigsten rechtlichen Aufgaben, ein praktisches, zutreffendes und den Erben möglichst wenig Schwierigkeiten bereitendes Testament zu errichten! Denn hat das B. G. B. uns auch die Testierfreiheit im vollen Umfange geschenkt, so hat es doch auch andererseits diese Freiheit gegen die Gefahren der Fälschung, Unterdrückung oder unbesonnener und unsittlicher Ausbeutung durch eine Reihe formeller und materieller Normen schützen zu müssen geglaubt. Eine Reihe von Fällen ans der Praxis des Lebens möge zeigen, wie durch Nichtbeachtung von Vorschriften, an die der einzelne selbst gebildete Testator — geschweige denn der schlichte Mann aus dem Volke — nicht im entferntesten gedacht hat, Nichtigkeit oder Anfechtbarkeit einer letztwilligen Verfügung die Folge war, und wie dann in solchen Fällen der Nachlaß durch Eintritt der gesetzlichen Erbfolge an Personen gelangte, die der Testator gar nicht eingesetzt oder bedacht wissen wollte. So errichtete der in Halle a. S. in kinderloser Ehe lebende millionenreiche Grundstücks-Spekulant Andreas Schulte*) ' im Jahre 1901 eigenhändig ein Testament, in welchem er seine Gattin und eine ganze Reihe näher und entfernter Verwandter, und zwar die letzten beiden Gruppen zu bestimmten Quoten erbrechtlich einsetzte. Im Laufe der auf die Testamentserrichtung folgenden Jahre waren in seinem Familienkreise vielfache Veränderungen vorgegangen, einzelne Bedachte verstorben, anderen Verwandten weitere Kinder geboren tvorden usw. Dies hatte häufige Aenderungen der Quoten, Durchstreichungen, Zusätze in der Testainentsurkunde zur Folge, so daß sie schließlich im Jahre 1905 undeutlich und unleserlich geworden war. Da Schulte ein zahlreiches Bureaupersonal beschäftigte, berief er eines Tages eine die Schreibmaschine bedienende Angestellte, zog sie ins Vertrauen und ließ das ganze Testament durch sie mit der Schreibmaschine neu Herstellen. Dann datierte er es neu und unterschrieb es mit Vor-und Zunamen. Dies nach seinem Tode Ende 1905 vorgefundene Testament war nichtig. Denn nach der Bestimmung im § 2231 des B. G. B. mußte das ganze Testament, also Inhalt, Datum und Unterschrift, eigenhändig vom Testator geschrieben sein. Ein anderer Fall: Gottlieb Mudi'cke lebte in Stettin, Wollmarkt 49, seit 20 Jahren in kinderloser Ehe mit seiner Gattin Therese, geborenen Schlau. Er betrieb ein Delikatessengeschäft und hatte sich durch Fleiß und Sparsamkeit int Laufe der Jahre ein hübsches kleines Vermögen erworben. Nachdem er das Geschäft rm Jahre 1902 verkauft, beschloß er, vor einer Reise nach Tirol, *) Die Beispiele selbst sind dem Leben entnommen, Orts- und Personennamen natürlich fingiert. der ersten größeren Reise seines Lebens, sein Testament auszu- setzen. Gute Nachbarn hatten ihm gesagt, daß dies nach dem BGB. jetzt „ohne allen Apparat" geschehen könne, daß er weder Gerichts- noch Anwaltskosten zu zahlen brauche, das man vielmehr „sowas" jetzt ganz allein „machen" könne. Diesen Ratschlägen folgte Mudicke und setzte sein Testament, etwa wie folgt, auf: „Ich bestimme hiermit von Todes wegen: Mir setzen zu unserer Erbin ein unsere liebe, treue Nichte Anna Wetn- haus, hier, Hafenplatz 16." Es folgte dann die Bestimmung, daß den gesamten Nachlaß zuerst seine Ehefrau erben sollte und daß er erst nach deren Tode auf Anna Weiuhaus übergehen dürfe. Hierauf unterschrieb Mudicke wörtlich: „Gottlieb Mudicke und Frau, Stettin, den 5. Juli 1902." Dies nach seinem Tode vorgefundene eigenhändige Testament war nicht nur nach einer, sondern nach mehrfacher Richtnng der Nichtigkeit verfallen. Deiin einmal durfte Mudicke denn eigenhändigen Testament nicht selbst für seine Ehefrau testieren. Wie schon das frühere Recht, so läßt zwar auch das B. G. B. bei Ehegatten die gemeinschaftliche Errichtung des Testaments in einer einzigen Urkunde zu. Sollte aber im vorstehenden Falle ein gemeinschaftliches, giltiges holographisches Testament zustande kommen, so mußte zunächst M. seinen letzten Willen persönlich niederschreiben, datieren und mit Bor- und Zunamen unterschreiben: bann mußte Frau M. unter das Testament ihres Ehemannes persönlich und eigenhändig folgenden Vermerk setzen: „Das vorstehende Testament meines Ehemannes soll auch als mein Testament gelten. Ein weiteres habe ich nicht zu verordnen." Diesen Vermerk mußte dann Frau M. wiederum eigenhändig datieren und mit ihrem Bor- und Zunamen unterschreiben. Das Testament der Eheleute M. war aber auch nach anderer Richtung fehlerhaft. Es war von jeher Rechtens, daß die Angabe des Ortes, wo ein Testament errichtet wird, und die des Zeitpunktes, zu dem es aufgesetzt wurde, zu den wesentlichen Förmlichkeiten des Testieraktes gehörte. Ortsangabe und Zeitdatum müssen deshalb gleichfalls durch die Unterschrift des Testierenden gedeckt werden, d. h. sic müssen vor (auch nicht neben) der Namensunterschrift des Testierenden stehen. Es mußte atfo in unserem Beispiele richtig lauten: „Stettin, den 5. Juli 1905. Gottlieb Mudicke." Ein letztes Beispiel endlich. Der Engros-Schlächtermeistcr Albert Zunge war gebürtig aus Mecklenburg, hatte dort vordem Jahre 1900 feilte erste Ehe geschlossen und war später nach Orlamünde übergesiedelt, wo er in zweiter Ehe lebte. Beiden Ehen waren Kinder entsprossen. Als Zunge in vorgerückteren Jahren — etwa Mitte 1902 — zu kränkeln anfing, verlangte seine Ehefrau, daß er sein Testament errichten sollte. Gute Freunde und Verwandte klärten auch ihn darüber auf, daß er dies ohne die „lästige" Znziehung eines Rechtsanwalts oder gar Notars ganz allein könne: er brauche nur niederzuschreiben, was er sür seinen Todesfall auf dem Herzen habe. Dies tat Zunge. Hierbei vergaß er zwar nicht, seinen letzten Willen zu unterschreiben, wohl aber, ihn mit Ortsangabe und Zeitdatum zu versehen. Als Zunge etliche Jahre nach dieser Testaments- errichtuug starb, entstanden, wie dies bei Kindern verschiedener Ehen häufig der Fall ist, Streitigkeiten, die schließlich zu Prozessen führten. Hierbei ergab sich, daß das Testament Zunges nichtig war, da sich weder feststellen ließ, wo es, noch wann es errichtet war. Diese Beispiele ließen sich noch durch zahllose andere aus der reichen Casuistik des Lebens vermehren. Man denke an solgenden, überaus häufig vorkommenden Fall: Der Ehemann, der bereits sein Testament errichtet hat, besinnt sich auf dem Krankenbette in irgendwelchen Punkten eines anderen. Er bittet seine ihn pflegende Gattin, das Testament ans dem Schreibtisch' hervorzuholcn und diktiert ihr, dann irgendeinen Zusatz, eine Aenderung usw. in die Feder. Solche Zusätze, Abänderungen von fremder Hand machen in den meisten Fällen das ganze Testament nichtig. Diese Ausführungen dürften schon genügen, um zu zeigen, daß es, trotz der vollkommenen Testierfreiheit, für den Laien jedenfalls keine leichte Leistung ist, ein korrektes, unanfechtbares holographisches Testament zu errichten. Darum rufen wir zum Schluffe allen Freunden unbeschränkter Testierfreiheit, die mit dem Gedanken einer Testamentserrichtung umgehen, zu: Errichtet getrost Euer Testament eigenhändig, aber unterlasset nicht, cs nachträglich einem Rechtsverständigen vorzulegen, zur Prüfung, ob alle Normen und Formen beachtet sind, die nun einmal auch das holographische Testament erheischt. Rätsel. Nachdruck verboten. Eine Festung ist's am Rhein. Schreib' ein kleines „i" barem: Nun entsteht ein Raubgesell; Uebero(l schätzt man sein Fell. II. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Altägyptischen Hieroglyphen in voriger Nummer: Der brave Mann denkt cm sich selbst zuletzt. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen UniversttätZ-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ®f$ßen.