1906. ibl V Samstag den 6. Januar R U! WWW nrr v. UEL es Asyl Wahren, Edlen, Schönen. Ein Moßstadtroman von Fedor v. Zobeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) 2. In dein ehemaligen Schlafgemach der Sängerin waren die Stores vor den Fenstern zurückgezogen. Die Helle Frühlmgssouuc lachte in diesen Wunderranm hinein, durch dessen schwere Luft noch immer ein leiser Hauch von Parmaveilchen wellte. In dem Kamin aus schwarzem Marmor flackerte ein lustiges Feuer. Es war fast heiß im Zimmer, und trotzdem trug der junge Mann, der vor dem Kamin auf dem Teppich kauerte, einen dicht zugeknöpften Pelz mit samtschwarz schimmerndem Sealkragen. Der junge Mann machte noch den Eindruck eines halben Kindes, obwohl auf seiner Oberlippe bereits ein dunkler Flaum schimmerte. Dos Gesicht war zart und fein und in der Zeichnung des Profils von eigentümlich reiner Schönheit, besonders in der Wölbung der Stirn und dem Uebergang zu der geraden Nase, im Schwung der Lippen und dem Schnitt der sanft ovalen kleinen Obren. Es war ein bildhübscher Jüngling, ein AdoniS und Hylas zugleich; mit tiefen grauen Augen, deren Pupille wie goldig punktiert erschien, von dunklen, edel geschwungenen Brauen überwölbt und mit langen seidenen Wimpern — mit einem Mund von frischer Blutfarbe und blanken Zähnen und einem zarten Bronzeton des Teints. Aber er sah elend aus. Die Wangen waren blaß und hager und die Augen umschattet. Das schlicht gescheitelte schwarzbranne Haar siel ihm wirre in die Stirn. Er fröstelte vor dem offenen Feuer. Ms Hammer eintrat, erhob sich Pciestap. Er war von Mappen und Papieren und Bündel von Briefschaften umgeben, die er mm mit rascher Handbewegung zur Seite schob. Er verneigte sich ein wenig linkisch und unter hellem Erröten, während Imhoff die Vorstellung übernahm: „Herr Baumeister Hammer — Herr Baron von Priestap ♦ . .* Es war Hammer neu, daß Priestap den Freiherrntitel fiihrte; aber er äußerte seine Befremdung nicht und redete den jungen Mann auch so an, wie er ihm vorgestellt worden war. „Ich habe schon einmal die Ehre gehabt, Herr Baron ..." „Ja--ich glaube — ich entsinne mich, Herr Baumeister . . . war es nicht hier un Hause?" „Doch nicht. Bei Geheimrat Meyer — bei Gelegenhel eines Herrendiners — mit Konsul Werner, Herrn von Seebeii, Rafaeli und andern . . . Herr Imhoff war auch dabei —" „Richtig! Natürlich — jetzt erinnere ich mich genau. . . . Ich bin etwas nervös, Herr Baumeister — Sie müssen entschuldigen . . ." Er sagte dies mit einer weichen Hilflosigkeit, und plötzlich standen seine Augen voll Wasser. Da war cs wieder, als schäme er sich ; er wandte sich rasch um und zog sein Taschentuch. Diesen Moment benützte Imhoff. Er trat an die Seite PriestapS, die Hände mit dem zufammengedrückten Kalabreser auf dem Rücken verschränkt, und flüsterte: „Herr Baron — pardon. Ich habe Baumeister Hammer absichtlich zu Ihnen geführt. Sie wissen: wir sprachen neulich darüber. Henkel ist ausgeschlossen. Urban Hammer ist der einzige, der in Frage kommen könnte . . ," Priestap nickte lebhaft, tupfte mit dem Taschentuch über seine Augen und wandte sich dann an Hammer zurück. Er tat noch immer ein wenig ungelenk, lächelte verlegen, sprach aber rascher und freier. „Ja, Herr Baumeister", sagte er, „Sie sind der einzige, der in Frage kommen könnte . . . Ich habe ein großes Unternehmen vor — oder vielmehr, möchte die Anregung dazu geben — und einen Teil der Mittel. Es handelt sich um einen Theaterbau . . . Imhoff, bitte — wcrfew Sie die Mappen von dem Stuhl . . . nehmen Sie Platz, Herr Baumeister . . . man ist hier so bedrängt — mülle fois pardon, Herr Baumeister, aber ich bin soeben dabei, die Papiere der Signora Peretti in Ordnung zu bringen —" Und nun stockte er wieder, und abermals wurden seine Singen feucht. „Sic hat mir sehr nahe gestanden", stammelte er, „ich . . . ich hab' sie sehr lieb gehabt . . .* Hammer wußte nicht recht, !vas er sagen sollte.. Die ganze Situation berührte ihn vorläufig ziemlich peinlich. Man hatte ihm gelegentlich dies und jenes von dem jungen Priestap erzählt: er sei der Sohn eines ungeheuer reichen Newyorker Margarinehändlers, sei auf allen Rennen zu finden, halte sich auch selber einen Rennstall, streue das Gold mit vollen Händen umher und gelte als der bevorzugte Geliebte der Rosalba. Tas war es, was Hammer wußte. Er hatte für solches Drohnenleben wenig Berständ- nis, obschon ihm ebenfalls das rote Gold stets ziemlich locker in den Taschen saß. Vor allen Dingen aber überschaute er die Sachlage noch nicht. Priestap sollte der Erbe seiner Geliebten sein. Gut; derlei kommt vor in der Komödie des Lebens, wenn cs ihm auch zweifelhaft erschien, daß die Peretti, die von einem unerwarteten und raschen Tode dahingerafft worden, mitten im blühenden .Leben testiert haben sollte. xAber 10 Wie kam Priestap auf die Idee des Theaterbaus? . . . . I Hammer setzte sich auf den frei gewordenen Stuhl und strich sich über die Stirn. Tie schwüle, heiße Luft mit ihrem Keilchcnparsüm war form lief) bedrückend. Auch der helle Frühlingsschnnmer verblich: es mußten Wolken über die Sonne ziehen. Es wurde aus einmal dämmrig im Zimmer. Ter Stuhl Hammers, ein schwerer Fauteuil mit Gobelin- Überzug, stand mitten in einem Wirrwar von Papieren, dem riesigen Himmelbett gegenüber, oas sich auf einem Podest erhob: einem Prachtstück slorentinischen Kunstgewerbes, mit gedrehten Ebenholzsäulen und girlandenschlingenden Putten. Auch aus den seidenen Pluineaux lagen aufgeschlagene Mappen und verstreute Kartons, auf denen Hammer zu seinem Erstaunen architektonische Zeichnungen erkannte... Priestap hatte sich auf einen zweiten Stuhl niedergelassen. Hinter ihm stand Imhoff in der Theaterpose eines diensttuenden Kammerherrn. Priestap zupfte an seinem Taschentuche; er schien nach Worten, nach einer geeigneten erklärenden Einleitung zu suchen. „Herr Baumeister", begann er schließlich nach urehr- fachem Räuspern, „ich muß — muß eine kurze Erläuterung voraus schicken. Madame Perett. hat ein Testament hinterlassen. Ich bin der Vollstrecker. Das Testament ist allerdings so gefaßt, daß es gewissermaßen nur Wünsche ausspricht; aber ich habe die Absicht, diese Wünsche zu respektieren. Wenigstens nach Möglichkeit... Es war nun immer eine Lieblingsidee der Signora Peretti, ein neues Opernhaus zu schaffen. Dabei sprach Persönliches mit, aber doch auch ein starkes künstlerisches Interesse, wie benn überhaupt diese — diese seltene Frau eine große Künstlerseele besaß ... Ja, wirklich — sie war eine jeltene Frau..." Tas zweifelnde Lächeln auf dem Gesicht Haminers erstarb, als er deir tiefen und wehmütigen Ernst in den Zügen Priestaps sah. Wenn der junge Mensch den Namen der Verstorbenen erwähnte, war es, als spreche er von etwas Heiligein. Tann wurden die grauen Augen ausdrucksvoller uiid füllten sich mit Trauer, und der fenfiMe Mund znckte wie in verhaltenem Schmerze. „Herr Baumeister", fuhr er fort, „ich muß erwähiren, daß Rosalba zu allen ihren sonstigen Talenten auch noch eine gewisse zeichnerische Begabung besaß. Es hat ihr Freude gemacht, eine Reihe von Skizzen zu dem projektierten Bau eigenhändig zu entwerfen. Ta — sehen Sie. . ." Er nahm eine Anzahl Kartonblätter vom Bett und zeigte sie Spammer. „Tas ist die gedachte Frontansicht — natürlich -ohne Maße und nur flüchtig yingeworfen — das das Vestibül — das soll das Foyer sein: mit freien Balkons nach der Straße zu — ähnlich rote bei der Pariser Oper..." Urban rückte seinen Stuhl so, daß das Licht voller aus die Blätter siel. Tie Zeichnungen waren dilettantisch, aber trotzdem talentvoll. Er nickte. Der große Portalban war sogar recht geschickt entworfen. „Tie Inschrift in der Banderolle über dem Portal", sagte er und führte das Blatt näher vor die Augen, „scheint mir nicht recht für ein Opernhaus geeignet. „Dem Wahren, Schönen, Edlen" ist an sich nett, wenn man schon eine Inschrift will. Aber es paßt mehr für ein Schauspielhaus. Im übrigen bin ich ein Gegner derartiger Hinweise; die Inschrift kann leicht lächerlich wirken, wenn nicht alles, was sich hinter ihr abspielt, wirklich wahr, edel und schön ist. . ." „Richtig", sagte Imhofs und veränderte seine Pose. „Wer kann wissen, wie sich alles entwickelt! . . ." Etwas heftig legte der junge Priestap das Blatt auf das Bett zurück. „Meine Herren", erwiderte er rasch, „wenn ich voraussehen könnte, daß die neue Bühne sich nicht auf der gedachten idealen Basis zu entwickeln imstande wäre — daun würde ich mich um das Unternehmen überhaupt nicht kümmern. . . Herr Baumeister, es ist selbstverständlich, daß der ausführende Architekt sich in keiner Weise an diese Zeichnungen zu halten braucht. Ich will nur, daß die Inschrift über das Portal kommt. Es war dies ein besonderer Wunsch Rvsalbas. Sie sagen, sie eigne sich besser für ein Schauspielhaus als für einen Opernbau. Nun also: Rosalba hatte die Idee, beides zu vereinigen. Das Theater sollte für Oper und Schauspiel eingerichtet werden." „Ausgezeichnet!" rief Imhoff. „Vielleicht eine Toppel- bühne. Meines Erachtens eins glänzende Idee." „Wenigstens eine diskutierbare", fügte Hammer hinzu. Er starrte in einen Winkel des Zimmers. Tausend Gedanken kreuzten sich in seinem Hirn. Und langsam sprach er weiter r „Jaaa — zweifellos — die Idee ist nicht übel. Die Ides ist gut. Aber keine $0^61611^6; das ist Unsinn. Jede Bühne läßt sich durch zweckmäßige Kulissenstellung ver- kleinern. Man könnte beim Bau von vornherein daraus Rücksicht nehmen und eine Berichiebung des Proszeniums möglich machen. Das geht. Säe» unfern technischen Hilfsmitteln geht alles. Nicht nur das innere Bühnenbild: dis ganze Bühne muh sich verkleinern lassen. Tas mach' ich . . . Und noch mehr" — er sprach jetzt schneller und mit erhobener Stimme — „noch mehr, meine Herren: wir werden auch den Zuschauerraum verkleinern, wenn wir intimere Wirkungen haben wollen. Für die große Oper ein mächtiger, Raum mit wundervoller Akustik — für das Konversationsstück nur einen Rang über dem Parkett. Ta schließt ein] mächtiges Velarinm die oberen Rangreihen ab— hermetisch. Tas mach' ich alles" ... Er sprang plötzlich auf; er wurde erregt. Seine Wangen röteten sich, und seine Augen glänzten. „Meine Herren, das soll ein Bau werden, wie er noch nicht da war! Ein Tempel der Kunst im vornehmsten! Sinne. Ich seh' ihn schon vor mir. Etwas Neues — aus frei schöpferischem Kun flwollen heraus — ohne Anlehnung an das Althergebrachte — schlicht und doch groß.: Ganz schlicht; edel und fmön, wie es auf dem Spruchj- band steht. Die Front einfach gegliedert: ein Säulenbau, nur in den Gesimsornamenten reich — keine geometrischen Konfigurationen, kein bedeutungsloses Füllsel — überall! Symbolik, dekorative Figuren, üppig variierter Flächenschmuck. Und kein Schönheitsbau allein um der Schönheit willen. Er soll auch der Praxis dienen. Ein Mustertheater soll das werden. . . ach, meine Herren, ich wollte, ich könnte mich da einmal ausleben in Marmor und Sandstein! Ich Ivollte, es würde nicht mit den Mitteln geknausert rote bei den Berndals. Es gibt immer noch Leute, die von einem großen monumentalen Zug in der Architektur Schinkels reden. Ich will darüber nicht streiten; aber! wem die Mittel so reichlich flössen wie Schinkel, der hätte an Stelle unseres Schauspielhauses etwas Monumentaleres hinstellen können. Zu- Anfang des Jahrhunderts hatten! wir nicht so viel Geld wie heute; aber da knappste der Staat trotzdem weniger als im Reichsparlament und int Landtag. Und was ist die Folge? Stuck für Marmor und überall Surrogate an Stelle edlen Materials. Es ist ein! Skandal . . . .Herr von Priestap, ich will mit tausend Freuden den Theaterban übernehmen — aber man darf mich nicht beschränken — nicht allzusehr — ich muß von vornherein wissen, daß es auf lumpige Hunderttausend mehr oder weniger nicht ankommt. . ." Imhoff nickte nur noch. Er hielt es für angemessen, in diesen Fragen den Zuhörer zu spielen. Was bei der Angelegenheit für ihn abfallen sollte, wußte er. Alles andere ging ihn schließlich nichts an. Priestap hatte, währeno Hammer sprach, nervös ein Blättchen Papier zwischen den Fingern zerknittert. Er, lächelte wieder etwas verlegen, als er entgegnete: „Herr Baumeister, ich bin Laie in allen Geldfragen, Tie Peretti hat eine Million für den Theaterbau bestimmt; diese Million steht zur Verfügung." „Eine glatte Million?" fragte Hammer. „Ja, Herr Baumeister." „Famos. Tie erste Million ist die Hauptsache. Das ist der Fonds im Sammelbecken. Tas ist der goldens Köder" . . . Hammer wurde immer lebhafter. Er sah jetzt; die Sache wurde Ernst. Ein Luftschloß verwirklichte sich., Er schritt mit hochgezogeuen Beinen zwischen den über dis Teppiche verstreuteii Papieren aus und ab, blieb plötzlich stehen, zog seinen Paletot aus und erklärte, ihn über den nächsten Stuhl werfend: „Mir wird warm. Ich habe Feuep gefangen, Herr von Priestap . . . Also stellen wir die Grundzüge fest. Ein großer Theaterbau für Oper und Schanz spiel. Eine Million haben wir an erster Stelle —" „Wir haben mehr", fiel Priestap ein, während Imhoff geheimnisvoll lächelte, als überschaue er die gauzs Situation. „Wir haben auch bereits einen Teil des Bau- terrains." „Wo?" fragte Hammer und knöpfte nun auch feinen Rock auf. „Unter den Linden, Herr Baumeister." Urban fuhr zurück. Etwas wie Mißtrauen blitzte in. seinen Augen -amf. „Verehrter Freund", sagte er, „das ist das teuerste Quartier Berlins. Wenn Sie den Parkettsitz mit hundert Mark verkaufen wollen, würden wir da vielleicht auf die Kosten kommen; sonst nicht." „Toch, Herr Baumeister. Rosalba besaß ein Haus Uuter den Linden, nicht das schönste: eine alte Bude, wohl noch aus Friedericianischer Zeit stammend. Aber das Grundstück ist naturgemäß wertvoll. Nach ihren Absichten sollte dort das neue Theater erbaut werden, in bester Lage der Hauptstadt; es sollte eben ein Bau werden, der Berlin zur Ehre gereicht. Dies Grundstück will ich der Gesellschaft, die wir zum Zwecke des Baues ja wohl begründen werden, schenken — oder vielmehr, um mich korrekt auszudrücken, zinslos überlassen. Ich erfülle damit nur einen Wunsch der Verstorbenen. (Fortsetzung folgt.) Arc Luge der AenLschcn in den lUsMchen M.ekprovmzen. (Nach einem Vortrag von Professor Dr. Haller- Gießen.) (Schluß.) Ansätze zur Russifizierung wurden schon unter Nikolaus I. und Alexander II. bemerkbar, durchgeführt wurde sie von Alexander III., der sich mit der slawischen Nationalpartei identifizierte. Das Programm, mit dem diese, vertreten durch! Katkow und PobjedonosFew, sich an den Zaren herandräugte, lautete: ein Reich, ein Kaiser, ein Recht, eine Verwaltung, eine Sprache, ein Glaube! Alles gleich, tont Eismeer bis zum Schwarzen Meer, voir Riga bis Wladiwostok! Alexander III. unternahm die Ausführung dieses Wahnwitzes. Als er 1883 die Bestätigung der baltischen Privilegien verweigerte, wußte man, daß das Deutschtunt der Provinzen veritichtet wertet sollte. Der Schlag traf die Deutschen weder unerwartet, noch unvorbereitet. Seit Beginn des Jahrhunderts hatten sie mit Anspannung aller Kräfte dahin gearbeitet, um am Tage der Gefahr so stark wie möglich zu sein, materiell und geistig. Der Vortragende schilderte die Bemühungen zur wirtschaftlichen Hebung des Landes und die Schwierigkeiten, mit beiten man dabei, hauptsächlich durch die Beschränktheit der zarischen Zentralregierung zu kämpfen hatte, sodaß beispielsweise ein wertvoller Schatz des Landes, der Wald, wegen mangelnder Verkehrswege noch lange nicht ausgenützt werden kann. Erfolgreicher war man auf geistigem Gebiete. Es gelang, die baltischen Schulen int Ganzen aus dem Niveau der Schulen des Mutterlandes zu erhalten, weil man keine Opfer scheute, um stets die Befielt Lehrkräfte aus Deutschland heranzuziehen. Für die Gleichwertigkeit der baltischen Gtzmuasien zeugt die Universität Dorpat, die den kleinen deutschen Universitäten stets als ebenbürtig galt. Ihre Professoren wurden ebenfalls vielfach aus Deutschland berufen, wie umgekehrt heute fast an allen deutschen Hochschulen ein oder mehrere Livländer und Schüler Dorpats als Lehrer wirken, unter ihnen Männer, wie Ernst v. Bergmann und Adolf Harnack. Aus Deutschland bezog das Land seine geistige Nahrung, auch die Einwauderuug von Kaufleuten, Gelehrten, Landwirten, Hand- weriern hörte nun auf. Es gab dort keine andere Kultur als die deutsche. Nur der deutsche Bauer fehlte. Infolge des Aus- hörens der deutschen Auswanderung seit Mitte des 13. Jahrhunderts war die Kolonisation Livlands in diesem Punkte unvollständig geblieben; (ebenso wie in Böhmen, Schlesien und anderswo), und das damals Versäumte war später nicht mehr nachzuholen. So blieb die Masse der Bevölkerung undeutsch: int Süden (Kurland und Südlivland) lettisch, int Norden (Esthland und Nordlivland) esthnisch, etwa U/a Millionen gegenüber 300 000 Deutschen. Der Vorwurf, daß man es versäumt habe, dieses Landvolk zu germanisieren, ist oberflächlich. Ein kompakte Bauernbevölkerung ihrem Volkstum zu entfremden und einem andern zu gewinnen, ist noch nie gelungen und ist überhaupt unmöglich, wie denn auch heute die mit allen Mitteln versuchte Germanisierung der Polen in Posen scheitert. So mußte man sich auch in Livland damit begnügen, das Landvolk zu beherrschen, und das hat man getan, nicht etwa durch Gewalt — dazu war das Deutschtum viel zu wenig zahlreich — sondern durch intellektuelle und moralische Ueberlegenheit. Es ist eilte freche Lüge, daß die herrschende deutsche Aristokratie in Livland das Landvolk geknechtet, ausgebeutet und geschunden habe. In Livland wurde die Leibeigenschaft schon 1809 aufgehoben, 50 Jahre früher als in Rußland, zu gleicher Zeit wie in Preußen, aber nicht, wie hier, durch Befehl des absoluten Herrschers, sondern Nus freiem Entschluß des Adels selbst, der auch von da ab fortgesetzt — und ebenso freiwillig — durch eine musterhafte Agrargesetzgebung für die Entwicklung eines zahlreichen und kräftigen Bauernstandes sorgte, sodaß heute % des Grund und Bodens int Besitze von Bauern sich befinden, die kapitalkräftig, landwirtschaftlich durchaus auf der Höhe, in manchen Gegenden notorisch reicher als der Großgrundbesitz sind. Mit der materiellen Fürkorae aina die Sorae für die Schulen — es. aibt dort heute keine Analphabeten mehr — und die Verleihung politischer Rechte Hand in Hand. Der Bauer erhielt Anteil an der Selbstverwaltung der Gemeinden und am Gericht der ersten Instanz.^ Das Ziel dieser Reformen wäre gewesen die Beteiligung der Bauernschaft am Landtage der Provinz. Zuvor aber mußte die deutsche Volksschule geschaffen sein. Sie war geplant, konnte aber nicht ins Leben treten, da eben in diesem Augenblicke (in den 60 er Jahren) die Anfänge gewaltsamer Russifizierung ein- setzten und das stille, geduldige Werk der Versöhnung der Nationalitäten zerstörten. In sieben Jahren (1885—1892) wurde schließlich die deutsche Sprache aus allen öffentlichen Einrichtungen (Verwaltung, Gericht, Schule, Universität) beseitigt, die Selbstverwaltung eingeschränkt. Auch die griechische Kirche richtete sich jetzt in dem ganz evangelischen Lande als die herrschende ein. Ein allgemeiner Rückgang der Kultur war die Folge; die Zahl der Verbrechen nahm zu. Dem Deutschtuin blieb nichts übrig, als sich 'in Haus und Familie zurückzuziehen und auf bessere Zeiten zu hoffen. Auch dies sollte ihm abgeschnitten, cs sollte buchstäblich 'totgeschlagen werden. Der Aufstand der Letten und Eflhen ist nur der letzte Akt der gewaltsamen Russifizierung, er ist das Werk der russischen Beamten, die in den letzten zehn Jahren das Land regiert haben. Von jeher hatte die russische Presse die Letten und Esthen gegen die Deutschen aufzuhetzen gesucht. Die Propaganda der griechischen Kirche scheiterte zwar; mit kleinen Ausnahmen blieb das Volk seinem Glauben und seinen Pfarrern treu. Aber die politische Propaganda hatte Erfolg. Es entstanden eine nationale Bewegung und eine esthnische und lettische Presse, die vom Haß gegen das Deutschtum lebten und die Lösung ausgaben: Esthland für die Esthen, Lettland für die Letten! Bon der Regierung sorgsam gepflegt, zeigte diese Bewegung schon in den 80 er Jahren Neigung zu gewaltsamem Vorgehen. Seit Durchführung der Russifizierung aber kam Methode in die Sache. Während der Ton der nationalen Presse immer blutrünstiger wurde, konnte sich die Bewegung unter tätigem Schutze der Regiernngsvertreter organisieren und offenbar auch schon bewaffnen. Woher kämen sonst ivohl die ausgezeichneten englischen Gewehre mit denen die Mordbeamten heute ausgerüstet sind? Die Absicht der russischen Politik war freilich nicht, das Land den Esthen und Letten auszultefern; diese sollten nur die Deutschen auffressen und dann selbst ge- Ä werden. Wer die Bewegung wuchs der Regierung über )pf. Als feit den 90 er Jahren eine lebhafte Fabrikindustrie, das bis dahin unbekannte Fabrikproletariat und mit ihm auch die republikanisch-kommunistiiche Propaganda int Lande emge- zogen Waren, änderte auch die nationale Bewegung ihre Richtung: sie wurde offen kommunistisch, und das erste, was sie tat, als die Revolution ausbrach, war, daß sie die russische Regierung zum Land hinausfegte, den Kaiser für abgesetzt, die Monarchie für abgeschafft erklärte und die Republik proklamierte. Die russische Regierung existiert nicht mehr; soeben hörte man. daß ein Teil der Garde von Petersburg ausgesandt sei, um Livland wieder zu erobern. Jedenfalls eine ganz ungenügende Maßregel, die vielleicht mir verschlimmernd Wirken wird. Im Lande herrscht völlige Anarchie, fein Mensch ist seines Lebens, kein Gutshof vor Feuer sicher. Der Rassenhaß treibt namentlich die von Natur brutalen Letten zu den scheußlichsten Grausamkeiten. Die Deutschen sehen ein, daß ihres Bleibens dort vorläufig nicht mehr ist; sie flüchten, zunä^st in die größeren Städte, Wo sie etwas mehr Schutz finden, womöglich aber nach Deutschland, wenn es ihnen gelingt, ihren BÄ>rängern zu entgehen, die sie nicht ziehen lassen wollen, weil sie als Gefangene kostbare Geiseln sind. Die Flüchtlinge sind vielfach ganz mittellos, da ihr ohnehin mäßiger Wohlstand int Grundbesitze ruht. Deutschland hat eilt starkes Interesse an ihrem Schicksal. Es kann für die deutsche Politik nicht gleichgiltig sein, ob vor den Toren von Memel und Königsberg eine lettische kommmtistische Republik sich ausiut, die ihr Erscheinen mit einem Massenopfer von deutschem Blute feiert. Es kann ebensowenig dem deutschen Handel gletchgtlttg sein, ob die baltischen Häsen von einer deutschfeindlichen Bevölkerung beherrscht, vielleicht gesperrt werden. Die deutsche Kolonie in Livland ist auch nach ihrer Abtrennung vom deutschen Reiche für Deutschland nicht bedeutungslos gewesen, dieser Einsatz von deutscher Nationalkraft war kein Kapital a sonds perdu, und wenn er auch nur mäßige Zinsen trug, so wirft man doch selbst ein Lotterielos nicht vor der letzten Ziehung in den Papierkorb. Eine deutsche Kolonie aber, die sich trotz allem ihr ^eutfchi- tunt 700 Jahre lang zu erhalten verstanden hat, ist mehr wert als ein Lotterielos. Deutschland darf sie nicht zu Grmnde gehen lassen. Niemand vermag zu sagen, wozu sie eines Tages noch gut sein kann. Darum helfe man den Bedrängten, den gefluchteten Balten ebenso wie beit deutschen Reichsäitgehortgen, damit sie die Zeit der Not überstehen und an ihren Platz zuruckkchren können, sobald dort wieder Sicherheit für Leben und Eigentum ist. Hessisches Heimatpftege- und Volkstrachten fest. Wie schon mehrfach mitgeteilt wurde, soll im Sommer 190g und zwar am 17. Juni zu Butzbach em großes Volksfest abgehalteu werden. Es soll dies geschehen, um das, was m Sitte und Tracht uns von unseren Mtvordercn au schönem und 12 Ehrwürdigem überkommen ist, zur Anschauung au bringen und zur Erhaltung desselben anzuregen. Insbesondere sollen die kleidsamen Trachten, die in Oberhessen und den angrenzenden Ge- bieterr noch vorhanden sind, zur Anschauung gebracht.werden. Eine Ausstellung soll das hessische Bauernhaus tn Plan und Bild uns zeigen, wobei namentlich auf den Wandschmuck Rücksicht genommen werden soll. In einem Festzuge sollen in Form von Gruppenbildern die biederen Sitten und Gebräuche bei ernsten und freudigen Gelegenheiten vorgeführt werden. Die dadurch gewonnenen Eindrücke sollen durch ein Wetterauer Volks- schauspiel vervollständigt und vertieft werden. Die Wstcht, em solches Volksfest abzuhalten, ist in Buhbach tote feiner näheren und weiteren Umgebung frettdigst begrüßt worden. Man hofft, daß Dorf und Staat in bestem Wetteifer gemeinsam um das Sufbaubefommcit gedachter Veranstaltung bemüht sein werden. Die freundliche Bitte ergeht dartim an die Bewohner Oberhessens, der angrenzenden Gebiete, bescmders der Umgebung von Butzbach. durch Rat und Tat mithelfen zu wollen. Gütigst möge man dein oesclästsführenden Ausschüsse, an dessen Spitze Prof. Wämser in Bimbach steht, mitteilen, wer gewillt ist, durch Herleihen von Gegenständen die Ausstellung zu bereichern, welche Gruppe man etwa im Festzug zu stellen wünscht. Wir ivenben uns in erster Linie an die Ortsvorstände, Geistlichen, Lehrer und Borstärtde von Vereinen. Vorschläge, Mitteilungen, Anregungen nehmen außer Professor Wämser jederzeit entgegen die nachstehenden, in Butzbach, mit der geschäftlichen Seitnng betrauten Herren: Medizinalrat Dr. Vogt, Lehrer Weide, Kreis- ftraßerrmeister Metzger, Hauptlehrer Storch. VemNZHetztss. ** Das „h ohe Neujahr" oder Drei-Königs fest, auch Epiphania, d. h. Erscheinungsfest Christi, ist heute, 6. Jan. Die Weisen aus dem Morgenlande, betten die römische Kirche die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar beilegt rmd deren drei Gedenktage unmittelbar dem Ncnjahrstage folgen, wurden erst später für Könige erklärt itnd ihre Dreizahl folgerte man aus den drei Opfergaben Gold, Weihrauch und Vtyrrheu. Die ortho- dore Kirche feiert das Dreikönigsfest als die geistige Geburt des Jesusknaben als Sohn Gottes, da sich im Tempel der heilige Geist auf ihn niedersenkte. Das Zlbeudland und die römische Kirche legten das Fest der Geburt Christi als wahrhaftiger Mensch in die Zeit der Wintersonn.entoettde und behielten das Epiphanias- fest mit 6. Januar als Taufe Jesu bei. Zeitlich fällt das Drei- Königsfest mit dem Schluß der zwölf Nächte, der letzten Rauch- uacht der nordischen Heidett zusammen. Das Nmherziehett der segenspenfenfen und opferheifchenden Germanengötter und die Wanderfahrt der heiligen Drei Könige ans dem Morgenlande hat sich bis in unsere Zeit, in den seltsamsten Bolksgebräuchen zn einem frommen Mummenschanz, vereinigt, erhalten. Natürlich haben es die Darsteller solcher festlicher Umzüge hauptsächlich aus Leckerbissen und klingende Münze abgesehen. Mit uralten Bettelversen klopften sie bei Hoch und Niedrig au, und sie dürfen einer guten Ernte überall sicher sein. In Oberschlesiett wandern die drei durstigen Gesellen mit einer Papierlaterne in Form eines strahlenden Sternes einher; sie tragen seltsame improvisierte Ge- wänder von weißer Leinwand und die Goldpapierkrone auf dem kindlichen Haupt. Mit Kreide malen sie die Anfangsbuchstaben C., M., B. und drei Kreuze an Stall und Scheune. Dafür und für ein glückwünschendes Reimchen lassen sie sich bewirten und beschenken. Im Norden Deutschlands am Stettiner Haff herrscht ein ganz ähnlicher Brauch. Dort machen die „drei Könige" auf dem „Rummelpott" (Lärmtopf) einen gewaltigen Radau vermittels einer Schweiusblase, die beit tönernen Hohlraum zur Pauke macht. Dazu wird ein Gekreisch ansgestoßen, als ob die Eitlen schreien. Aber auch dafür zeigt sich die Dorfbetoohnerschaft erkenntlich. Die Nickel und die Pfennige fliegen von allen Seiten herzu und an einem guten Trunk und festlichen Imbiß soll auch kein Mangel sein. Sehr naiv äußerte ein Dorfjunge auf der Insel Usedom seine Freude über das nahende Fest: „Hurra, zu Hochneujahr geh ich als „heiliger Dreikönig"!" * Ein H o ch z e i t s g e s cheu k fü r „P r in z e ffin Ali c e". Bus Rewyork wird berichtet: In Bater City in Oregon ist der Plan angeregt worden, Miß Alice Roosevelt zu ihrer Hochzeit im Februar ein Geschenk von 3 000 000 Mark zu überreichen, die auf dem Wege der Subskription in allen Staaten zusammengebracht werden sollen; dabet sollen die Einzelbeiträge nicht mehr als 10. Cents (40 Pf.) betragen. Man braucht nicht daran zu zweifeln, daß eine genügende Zahl von Personen sich an dieser Subskription beteiligen würde, um die stattliche Summe zu erzielen ; wohl aber ist es die Frage, ob Miß Alice selbst mit diesem Vorschläge einverstanden fein wird. Sie hat diesen kleinen Zuschuß zu ihrer Aussteuer auch eigentlich nicht nötig. Mr. Nicholas Longworth, ihr Anserwählter, ist ein sehr reicher Mann, und auch für Miß Alice ist durch eine Erbschaft bereits hinreichend gesorgt. Gesundheitspflege. * „Verstopfte Nase" bei Katarrh. Wir stehen jetzt in einer Seit, in welcher viele Menschen von einem Schnupfen oder von einer verstopften Nase heimgesucht werden. Wie oft sieht man da, wie einem von diesem liefet Geplagten, wenn et merkt, daß seine Lunge nur noch durch ein ganz kleines Winkelchen der Nasenlöcher mit Stift gespeist wird, der Geduldfaden zerreißt und er sich durch wütendes Schnaufen unter einer Flut von Kraftausdrücken vergeblich Luft zu machen sucht. Drefen arg Geplagten soll nachfolgendes, praktisch Erprobte Mittelchen zu Hilfe kommen, das geeignet sein dürfte, ihnen ihr Leben zu erleichtern. Dieses Mtitelchen ist weiter nichts als kräftiges, recht vielseitiges Kauen. Es empfiehlt sich bei dieser „Kinnladen-Gyrn- naffit", um sie etwas natürlicher zu gestalten, besonders bei Kindern, irgend etwas Kanbares, dessen Zerkleinerung den Zähnen Anstrengung verursacht, in den Mund zu nehmen, z. B. Johannisbrot oder härteres Backobst. Es ist überraschend, wie leicht sich bei dieser Methode nach einigen Minuten der Schleim löst. Probaiunt est! Sport. — Wintersport für die Jugend. Aus verschiedenen Gebirgsgegenden Deutschlands kommen Nachrichten, daß gemeinnützige Vereine und Menschenfreunde sich veranlaßt gefunden haben, für die, Ausbreitung des Schneeschuh laufens nutet der Jugend zu wirken. Mehrfach haben ans diesem Grunde Schenkungen von Schneeschuhen an Schüler stattgefunden, so jüngst tm Gebiete des Riesengebirgs- und des Schwarzwald-Vereitts. Es geschieht dies namentlich in der richtigen Erkenntnis, daß durch die Jugend der beste Weg eingeschlagen wird, um die gesamte Bevölkerung .immer mehr für diese für Körper und Seele so außerordentlich dienlichen Sportübungen zu gewinnen. Lehrreich ist in dieser Beziehung das Beispiel der Nordländer. Dort sieht man bereits vierjährige Kinder sich lustig auf Schneeschuhen tummeln. Die Erstarkung sowohl der männlichen, wie der weiblichen Generation, welche in diesen Säubern in den letzten Jahrzehnten beobachtet wirb, läßt sich mit Recht auf die rege Betätigung des Wintersports zurückführen. Es wäre erftenlich, wenn namentlich in Lehrer kreisen diese Anregung auf fruchtbaren Boden fiele. Statt daß der Tnmnnterricht int Winter tn den staubigen Hallen abgehalten wird, sollte man die Schuljugend Hinausführen in die verschneiten Felder und Berge, um ihnen die Freuden des Schneefchnhlaufens und des Schlittenrutschens zugänglich zu machen. Man sollte meinen, daß schon deshalb diese Sportsarten der Schule näher lägen als z. B., das Rudern, weil sie durchaus gefahrlos sind und weil Unglücksfälle, wie sie z. B. beim Schlittschuhlaufen durch Einbrechen ober durch verhängnisvolles Stürzen {eifer so häufig zu verzeichnen sind, hier gänzlich ausgeschlossen bleiben. D c u S ch l i 11 s ch u h l ä u f e r tt widmet ein alter PraltituS folgende Ratschläge: Das Schuhwerk muß standhaft und mit Toppelsohlen versehen sein, um die Knöchel herum fest anschließen, ohne bett Blutumlauf zu hemmen, unb eine freie Bewegung der Zehen gestatten. Hals nnb Gesicht sollen währenb des schlitt- schuhlanfens ungeschützt bleiben, Mantel und Ueberzieher abgelegt werden. Setzen soll man lieft beim Eislauf niemals, fonbertt sich durch ruhige Bewegung auf kleinem Räume ausruhen. Ten Mund halte man geschlossen. Eine nicht genug zu tafelnde Unsitte ist das Zigarren- und Zigarettenranchen auf dein Eise; abgesehen von der gesundheitlichen Schädigung sollte doch jefet Schlittschuhläufer bedenken, welches Unglück bei einer Karambolage durch bett brennenden Glimmstengel unter Umständen entstehen tarnt! Der Genuß von Getränken — warmen und auch kalten— ist beim Eislauf überflüssig unb kann ber Gesundheit leicht dauernd schaden. Vor fein Abschnallen ber Schlittschuhe lege man bie schützenden Oberkleifer wieder an unb nach fern Abschnallen — gehe' man hübsch direkt nach Hanse. Die besten Stnnben zur Ansübung des gesundheitsförderndeit Sports sinb jene vor ber Hauptmahlzeit unb bie vorm Schlafengehen. SHlittschuhlamen soll jeher unb jede, die sich gesund fühlen, vor allem aber diejenigen, die ihr Berns in dumpfe Bureauluft unb ans Schreib- pult fesselt; für sie ist ber Eislauf das feste Luftbab, daS Körper unb Geist erfrischt. Versteck-Rätsel. Nachdruck verboten. Man suche ein Sprichwort dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer". Stangenspargel — Erdbeeren — Wintervergnügeu — Rudersport — Mittagszeit — Besonnenheit — Hasterbeck — Beduinen — Meistersinger — Rinderpest — Notenpult. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Charade in voriger Nummer: Bockbier. '— ~ ।im। mbwii ii—iui ___UUU4.WWUJM1 "Tff"* Redaktion: Ernst Heß. — Rotalionsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.