mh Mittellose Mädchen. Roman von H. E h r Hard t. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Zweiter Teil. 1. lieber den buntbelaubten Bäumen des Berliner Tiergartens lacht eine strahlende Herbstsonne und verschönt das langsame Sterben ringsum mit ihrem goldenen Pinsel, der überall weiche schmeichelnde Lichter, zarte Farbentöne aufsetzt, alle Konturen, klar ititb scharf umrissen, zeichnet. Langsam, wie müde, taumeln die welken Blätter, goldenes Schmetterlingen gleich, durch die Luft, um an der Brust der Mütter Erde zu sterben. Am tiefblauen Himmel gleiten vereinzelt schneeweiße Wolkenschiffchen dahin, die sich b'eß gegnen, ineinander verschmelzen, sich wieder lösen und in kleinen, wie zerfaserte Watte aussehenden Gebilden vom' frischen Ostwind am Horizont zusammengetrieben werden. Sein kühler MteMweht auch reinigend! durch die Straßen der Großstadt und die Menschen schlürfen nach der Gluw Hitze des Sommers mit Erleichterung die herbe, kalte Luft, die etwas von dein Gerüche feuchter, frisch aufgeworfener Erdschollen auf ihren Schwingen zu tragen scheint. Dafür ist es irr beit Häusern, deren Mauern sich von der sommerlichen Tropensonne förmlich vollgesogen haben, noch drückend schwül und die alte, sehr korpulente Dame, welche die Treppen einer großen Mietskaserne in der Steglitzerstraße, emporsteigt, bleibt wiederholt stehen und trocknet mit einem Weißen Battisttuch die feuchte Stirn unter dem jetglitzernden, schwarzen Kapotehütchen. Den Schleier hat sie bereits hoch emporgeschlagen und nun nestelt sie noch, ehe sie die dritte Treppe in Angriff nimmt, die Haken ihres seidenraschelnden Capes am Haße auf, bis sie endlich pustend und stöhnend an ihrem Ziel anlangt, vor dem linksseitigen Entree des dritten Stockwerks Halt macht. Nebelt dem schivarzen Knopf, auf den sie energisch den Daumen der perlgrau behandschuhten Rechten drückt, befindet sich ein kleines Porzellanschild mit der Aufschrift „Meridies", daneben ein kleiner, gelblackiertev Briefkasten. Die Einlaß,begehrende braucht nicht lange zu warten. Der schrille Klingelton ist kaum verklungen, so wird drinnen auch schon eine Tür geöffnet, die weiße Gardine am Entree--. senster schiebt sich ein wenig beiseite, danit klirrt die Sicherheitskette herunter imb in der offenen Tür erscheint Walter Meridies, der auch hier noch gern, wie einst in L., den Pförtner spielt. Er hat sich sehr verändert in den anderthalb Jahren, er ist nicht mehr der frische, rotwangige, bildhübsche Junge, dem man auf der Straße wohlgefällig nachzublicken pflegte. Die Großstadt hat seine Wangen gebleicht und sein rasches Wachstum dazu beigetragen, daß auch sein rundes Gesicht wie seine Gestalt schmal geworden ist und mager. Nebenbei hat er suchen erst einen In-, sluenzaanfall überstanden und sein Gesichtsausdruck hat etwas Rührendes, als er mit einem strahlenden Lächeln sagt: „Ach, Taute Hertzberg, Tu!" „Ja, ich, mein Junge!" bestätigte die Geheimrätin, im! Eintreten die schmale Küabenhand herzlich umfassend, „freust ’&tt Dich denn darüber?" „Ja, Tante, sehr!" meint er treuherzig, „es ist gleich immer lustiger bei uns, wenn Tu ucal da warst." „Kindskopf! Als ob die alte Dante Euch wunder was. für Faxen vormachte." Aber sie versteht recht wohl das Empfinden des Knaben) dessen sonnige Natur den traurigen, häuslichen Verhältnissen ivie etwas Unbegreiflichem gegenübersteht, der noch nicht alt genug ist, die Schwere dieses Kampfes ums Ta-> sein voll zu begreifen und doch den lastenden Truck derselben auf den jungen Schultern siihlt. Er ivagt kaum) mehr zu lachen und es hat etwas Befreiendes für ihn, kommt die lebhafte, resolute Geheimrätin, vor der man! sich doch bemüht, heiterer und sorgloser zu erscheinen, als! man ist. Rüth, durch den Klang der bekannten Stimme a»gelockt, tritt jetzt eilig in das schmale, düstere Entree. „Nein, Tante, Tu beschämst uns wirklich!" ruft sie mit einer Stimme, durch deren freudiger Ton doch eine gewisse Müdigkeit klingt, „beinühst Dich die drei Treppen zu uns! herauf, T-u mußt ja ganz erschöpft sein. Komm, bitte, weiter) nud lege, drinnen ab." Sie hat der alten Dame die Hand geküßt rind führt sie »tut im Sprechen in eins der beiden Borderzimmer, cht sonniges, hell tapeziertes Zimmer, das mit den besten Möbeln und Gegenständen des alten Haushalts ausge- stattet ist und deshalb einen gediegeneren, eleganteren Eindruck macht, als die ganze frühere, mit viel wertlosem Plunder gefüllte Wohnung. Ter Blick der Geheimrätin wandert denn auch befriedigt über den gemütlichen Raum und bleibt schließlich auf der schlanken Mädchengestalt vor ihr ruhen. Ruths edelgeschnittenen, regelmäßigen Zügen haben die Kämpfe und Sorgen der vergangenen Zeit nichts anhaben können, sie ist so schön Wie nur je, da sie in ihrem' schwarzen Trauertleide schlank und groß in dem sonnen- erfüllten Raume steht. Tie marmorne Blässe ihres Gesichts hat nichts Krankhaftes und wirkt reizvoll, sowohl zu dem! dunklen Haar, als zu dem stumpfen Schwarz ihrer Kleidung. Sie hat die Trauer noch nicht ablegen können, denn die Frühlingsblumen auf dem Grabe des Katers hatten noch kein zweites Mal zu blühen begonnen, als mau Wett entfernt von dem schlafenden Dulder die treue Gefährtin seines leidvollen Lebens in die hartgefrorene Erde eines Groß)- stadtkirchhofes bettete. Frau Meridies hatte sich von den letzten Schicksalsschlägen nicht mehr erholen können. Tie fieberhafte Eile) — 254 mit der sie ihren Umzug nach Berlin betrieben hatte, war ciit letztes Aufflackern ihrer Kraft gewesen, ein krankhaftes Bestreben, ihren Kindern auch einmal nützen zu können, indem sie ihnen mit der aufgezwungenen Großstadt ein Arbeitsfeld für ihre Talente, die Aussicht auf ein sicheres Fortkommen eröffnete. In gewissem Sinne hatte sie Recht behalten. Sv lange sie lebte und ihre Pension ihnen allen ein kärgliches Leben fristete, war jeder Gedanke an eine Erwerbstätigkeit der Töchter ausgeschlossen, denn die Pflege der schwer Herzkranken Frau und die Führung des Haushalts unter ganz neuen .Verhältnissen ^beanspruchte all ihre Feit und ihre Kräfte, aber als der Tod erlösend an das Lager der Hartgeprüften getreten war und sie mit sanfter .Hand in ein besseres Reich geleitet hatte, als mit ihrem Hinscheiden auch die Pension ivegficl und die Geschwister so gut wie vor dem Nichts standen, erwies die Großstadt sich doch als Rettungsengel. Tie Demütigung, welche sie in der kleinen Stadt, wo man sie zu den ersten Familien gerechnet und trotz ihrer Armut respektiert hatte, durch ihr Suchen nach Gelderwerb erlitten hätten, blieb ihnen hier, wo niemand sie kannte, erspart. Ruth hatte, stolz und tapfer zugleich, keine Arbeit gescheut, um für sich stnd die Ihren Brot zu verdienen. Bis in die entferntesten Winkel Berlins war sie gewandert, wenn irgend eine Zeitungsannonce ihr eine günstige Erwerbsquelle zn verheißen schien. Sie hatte schablonenmäßig Ansichts- und Gratiklativns- karten übermalt, Tapeteunlnster entworfen, sie hatte eine Zeit lang bei einem Schriftsteller gearbeitet, dessen Geistes-, erzeiignissc sie nach Diktat niederschrieb, aber schließlich war sie doch zur Malerei zurückgekehrt und hatte eines Tages mutig dem Chef eines großen Warenhauses ihr Können angeboten, als sie dort eine Kleinigkeit für sich kaufte. Er" hatte zuerst liebenswürdig, aber doch entschieden, ab- gclchnt, weil sie ihr Warenhaus nicht noch nm eine Ab- teilnng erweitern wollten, aber ein paar Tage darauf war als sein Abgesandter ein sehr feiner, geschniegelter Herr in ihrer Wohnung, die der Chef sich vorsorglich notiert hatte, erschienen und hatte gebeten, die Gegenstände, welche ihr noch nm selben Tage zngehen würdest, ganz nach eigenem Geschmack mit Brand- oder Handmalerei zu verzieren. „Zur Probe, mein gnädiges Fräulein!" sagte der Geschniegelte, vor Ruths vornehm schöner Erscheinung respektvoll dienernd. Sie hatte die Probe glänzend bestanden. Tas Ivar nun ein halbes Jahr her. Seitdem malte sic für Tietzheim unermüdlich Teller uni) Wandbretter, Ofenschirme und Truhen, Tischplatten, Bilderrahmen, Mappen, kurz, all die Tinge, ivelche die Mode in den letzten Jahren auf diese Weise auszuschniückeu liebt. Es machte ihr neben der Befriedigung über ihren nun so gut wie gesicherten Verdienst auch wirkliche Freude, ihrer Neigung zur Malerei so ausgiebig huldigen zu können und ihr reiches Talent offenbarte sich deutlich im Selbsterfinden origineller Ideen und neuer Muster, was ihr sehr zu statten kam, da das Publikum von heute schnell nbersätNgt ist und nach Neuem, Eigenartigem verlangt. Trotzdem ist' eine große innere Müdigkeit bei ihr zurückgeblieben und wenn sic manchmal in ihrem eifrigen Schaffen plötzlich an die Zukunft denkt und denkt, das solle so weiter gehen bis ans Ende ihrer Tage oder ihrer Kräfte, dann erlahmt wohl die Hand mit dem Pinsel und eine trostlose Traurigkeit breitet ihre .grauen Schwingen über ihre Seele. Immer nur Mühe und Arbeit, den ganzen Tag, das ganze Leben. So vieles gibt es nebenbei noch zu erledigen. Früh kommt nur eine Aufwartefrau, die Schäfern, die mit Suse ein Herz und eine Seele ist und ihre Interesselosigkeit an häuslichen Dingen noch unterstützt, indem sie ihr heimlich ihre Arbeiten abnimmt, „rein bloß ans Liebe". Kochen muß Ruth auch, denn Snse behauptet, die Klavier- stuuden, die sich nach und nach für sie gefunden hatten, würden erstens meist vormittags verlangt und beanspruchten zweitens gepflegte weiße Hände, die sich bei Küchenarbeit nicht erhalten ließen. Sie zog selbst zum S-taubwischest alte Handschuhe an. Und dies Gestöhne, wenn sie sich einen Roüsaum erneuern, einen Strumpf stopfen sollte! Ruth saß bis tief in die Nacht hinein und besserte Wäsche für sich und die Brüder ans, oft müde zum Um- f inten, den Kopf benommen von dem ewigen Terpentingeruch, während Snse bei der brennenden Lampe wie ein gesundes, glückliches Kind schlief. Auch jetzt Verschwindet das junge Mädchen, nachdem! sie der Taute Hut und Kragen abgenommen hat, rasch tut Nebenzimmer und kommt mit einem Strumpf Walters, ou dem sie eine Ferse anzustricken begonnen, zurück. „Snse ist wohl nicht zu Haus?" fragt die Geheimrätin, die noch vor dem hohen Spiegel zwischen den beiden Fenstern steht und sich die weißen Wellenscheitel üben dem vollen stark geröteten Gesicht zurecht rückt. „Nein, sie gibt eine Klavierstunde! in der Potsdamerstraße." „Bei wem denn?" Ein leichtes Zögern von fetten Ruths. „Bei unserem Schlächtermeister!" k'liugt's endlich zurück, wohl ungewohnt bitter. Tie alte Tarne reibt peinlich berührt die fleischigen weißen, mit kostbaren Ringen geschmückte Hände gegeneinander. „Ist denn das unbedingt nötig, Ruth?" meint sie, zum Fenster hinausblickeud, als scheite sie sich, das blasse Mädchen anzusehen. „Gott, Tante, natürlich. Was willst Tn denn? Snse ist doch nun mal nicht auf dem Konservatorium ausgebildet, sie muß noch froh sein, wenn so ein Schlächtermeister ihr seine Tochter anvertrant. Tie Leute sind heutzutage auch nicht mehr so. Haben sic das nötige Kleingeld, so gehen sie zu einer richtig ausgebildeten Lehrerin. Suse hat wohl zuerst gewaltig rebelliert — sie hatte doch bis jetzt das Glück, wenigstens immer in gebildeteren Kreisen, wenn's! auch nur kleine Beamte waren, zu unterrichten — aber wie's um einen neuen Winterhut ging und das Geld nicht reichte — da hat sie sich gefügt. Es sind doch immerhin vier Mark in der Woche." „Na, Ruth, nimm mir's nicht übel", die Geheimrätin wandte sich vom Fenster weg und zeigte der Nichte ein sehr energisches, sich im Aerger noch tiefer rötendes Gesicht, „es ist ja sehr gut und schön und anerkennenswert, daß Tn durchaus auf eigenen Füßen stehen willst und auch Suse dazu zwingst, sich eine eigene Existenz zu grüudeul Aber ganz brauchst Tn deshalb doch nicht zu vergessen, daß die alte Tante Hertzberg auch noch auf der Welt ist und keine größere Freude kennt, als im Notfall mal für Euch einspringen zu können. Ich werde Dir gewiß keine Geldunterstützung mehr anbieten — das Gesicht, mit dem. Du die seinerzeit abwiescst, das vergeß ich alte Fran mein Lebtag nicht — ich glaube ja auch, daß Ihr mit dem, was der Staat Euch als Juristenwaisen bewilligt hat und! mit Eurem Verdienst durchs Leben kommt, aber wenn ich z. B. Suse mal einen einfachen Winterhut schenken wollte, so wäre es purer Blödsinn, das als ein Almosen zu be- trachten. Darin stimme ich entschieden mit Deinen Ansichten' nicht überein, es muß alles im Leben mit Maß gehandhabt Werden, auch der Stolz. Snse soll sich ihre paar Kröten beiseite legen, den Hut Werde ich ihr kaufen." Und sie setzte sich so energisch auf das hochbeinige, grüne Plüschsofa, daß die Sprungfedern förmlich ächzten. Ruth ist sehr ernst geworden. Ihre schönest traurigen Augen haften sekuiidenlang in den ärgerlich blickenden dunklen der Greisin. „Tn bist die Güte selbst, liebe Tante", sagte sie dann mit leicht zitternder Stimme, „ich bin weit davon entfernt, das falsch aufzufasscii, ja, Du glaiibst iiicht, Wie groß meine dankbare Verehrung für Dich ist, wie groß auch die Ver- fuchung, Dich manchmal um Deine Hilfe zu bitten — aber! es darf iiicht sein, es steht zu viel auf dem Spiel. Heinz, iind Suse haben leider eine so leichtsinnige Ader, daß sie sich schnell genug daran gewöhnen würden, auf die Hilfe anderer zu bauen. Damit wäre ihr Schicksal besiegelt, sie Würden verweichlichen, wenn nicht gar sinken. Du ahnst nicht, Tante, was Heinz besonders mir für Sorgen macht, ich muß beständig darauf achten, sein Ehrgefühl anfzustacheln und zii erhalten, ihm immer vor Augen führen, welch innere Befriedigung es gewährt, sich durch eigene Kraft, durch eigenen Fleiß eine angesehene Lebensstellung zu erringen — er ist oft so mutlos und verdrossen — wenn er in schlechte Gesellschaft gerät, wo ihm die Achtung vor ehrlicher Arbeit genommen wird, dann stehe ich für nichts. Aber ich denke immer, solange er uns Schwestern so arbeiten sieht, schämt er sich doch, hinter uns zurückznstehen." (Fortsetzung folgt.) 255 Vermischtes Aas „Monument der Arbeit" und fein Schöpfer. Von E r n st S ch u r. (Schluß.) In Meunier ging dieses Gefühl eine neue Vnichung ent. Meunier ist nicht Franzose. Er ist Belgier'. Er hat neben brat snftig elementaren Gefühl bas Bedächtig-Schwere, die tiefe Em- psinbung Sein Temperament braust nicht auf, nm dann flackernd zusammenzusinken. Was' er erkannt hat, das fuhrt er durch und die Glut des schweren Pathos durchzieht sein ganzes ^erk. Seine Arbeiten wollen nicht blenden, nickst hulrerßen. yte haben die Ruhe der igenen Kraft) des vollen, m sich beschlossenen Seins Daher hat auch seine Kunst etwas, das die franzost- scheri Arbeiten nickt haben, jene durch nichts sich berrrenlastende Ka t der Erkennt,,is, die schließlich in ,edem Werk germugt dasteht Ja, das führte ihn überhaupt dazu, Kraft und ^chon- he t da zu entdecken, wo andere nur eine Augenblicksanklage formulieren, oder im Skizzrahaftra verharren Er, sah tw er. fei; sah das Eigene, das Rnhend-Monumentale, die Kraft, die in die Zukunft iveist. . Eine eigene Stellung in MeninerZ Werken nehmen die Relies- arbeiten ein. Auch hier ist der Grundcharakter der geschlossene, einheitliche Eindruck, zu dem Meunier immer hinstrebt. Auf dem Hintergründe des Steins findet ein großzügiger Kampf der Kräfte statt, ein Hin- und Widerstreben. Dieser .Hintergrund ist nun nickt glatt und unbelebt. In außerordentlich freier Weise find Dinge zur Darstellung gebracht, die sich fönst der Wiedergabe entziehen. Man spürt das Licht, die Luft, in der diese Lange vor sich gehen. Diese Stimmung hält Hintergrund und Figuren zusanimen und bildet aus beiden ein bewegtes Ganzes, das um- fangen ist von atmosphäris^er Stinunmig Boll heben fick vorn die Figuren heraus. Dann stufen sich die Masten ab, bis hinten die lebten Dinge in leicht angebeuteten Koutitren mit der Fläche des Hintergrundes verschwimmen. Durch spar,ame An- dcutnngen ivirb der ganze Schauplatz' gegeben, auf dem der Vorgang sich ereignet. Wie kühn ist die Darstellung in „Bergmann vor Ort"! Da sehen wir nur in schiefer Stellung hingelagert den Arbeiter. Um ihil unregelmäßige Konturen bcS hangengeblie- benen Gesteins. Und wir haben sofort die Suggestion, daß dieser Arbeiter sich tief Ninter der Erdoberfläche befindet, daß er, sich in die Enge hineinzwängt und daß er nun in dieser Lage seine Stange in den Fels schlägt. — Eine vollendete Ausbildung erfuhr dieser Reliefstil in brat „Denkmal der Arbeit , das das Lebenswerk des belgischen Bildhauers darstellt, in brat fick fern ganzes Schaffen konzentriert. Mit biesem Denkmal hat fick der Künstler eine lange Reihe von Jahren beschäftigt. Er hat immer ivieber über die beste Fassung der künstlerischen ^dce nackgedacht, hat probiert, verworfen und neue Plaue erdacht. Are ^dce, die ihni vorschwebte, war so groß und umfassenb, daß er nur schwer fick dazu zwingen konnte, sich zu bescheiden, nm die 0ioste des ganzen, einheitlicheir Eindruckes zu retten, zu erhalten. Schließlich bestimmte er, nachdem die Genehmigung zu erner Auf- stelluna auf einem öffentlichen Platze von der ^klerikalen ,ne- qierung versagt >var und deshalb der Plan eines Lockelausbauc.', der die vier Reliefs, oben die Statue des «aemannes, ^tragen sollte, folgende Anlage, in welcher Form es in dem Museum in Brüssel zur Aufstellung gelangen soll. _ Eilt Rundbau nimmt in vier geteilten Feldern die, Reliefs auf. Bier Figuren teilen die Abschnitte. In der Mitte steht der Säemaun, der den Samen über die Erde streut. „ .. . In diesen vier Figuren hat Meunier je entern stypus eine prägnante Form gegeben. Es ift ein Bergarbeiter, cm Alter, ein Schmied, eine Mutter mit Kindern, «te lind in fick abgeschlossen und geben in ihrer prachtvoll isolierten Ävuzenrrrertycit Sammelpunkte der Betrachtung. Sie sind in Bronze ausgefuhrt. Dadurch betonen sie düster und machtvoll die Abgrenzung^ gtgen die dazwischen liegenden Reliefs, die hinter ihnen erickemen. Diese Reliefs' stellen den Handel und den Ackerbau, den Bergbau und die Industrie dar. Arbeiter schleppen und schleifen die Waren vom .Achisch Säcke, Kisten werden getragen,, einer führt ein Pferd, cm Faß wird aerollt. Der Eindruck ist ruhig, ausgeglichen. ernt hat die Vorstellung eines offenen Hafens durch den ruhigen, wett- flächiqeii Hintergrund. Groß und gerade recken sich die Gestalten ohne Anstrengung in die Luft inib heben 1>ch leicht und ohiu Brechung der Linien ab. Dies ist der „Handel . . In der „Ernte" befinden ivir uns' auf dem Felde. Wir fpuren die Freiheit des unendlickeii Horizonts, des freien Himmels. Die Halme biegen sich. Wir stehen mitten int Aehrcnfeld. Gestalten kommen heraus, bücken sich, schneiden die,Halme. Es ist eine harmonische, gesegnete Arbeit, getan in freier -Natur. Die Gestalten sind in jeder Beziehung duyckgebildet und gesund. Die ruhig dastehende Figur der Aehrrasammlerin verstärkt diefen Eindruck. Es ist, als schwingt die volle, schöne Lust des Sommers über dem Felde, in dem die Jünglinge sich bewegen. Dagegen betont der Bergbau den unheimlich düsteren Charakter der unterirdischen Arbeit. Der scharf über brat Ganzen abschneidende Fels gibt die Suggestion; wir befiuden uns tief im Schoß der Erde. Die Körper steminen inib zwangen sich nt die Gänge. Mit voller Wucht arbeiten die Muskeln, die stark ausgeprägt sind. Schöne, ausdrucksvdlle Stummheit und Enge * Die Fran als T i crschii v cr> ».. x»c Bestrebungen, bi" dahin zielen, den vom Menschen abhängigen Geschöpfen, den stieren, Sicherheit und Schuß vor Mißhandlungen zu gewahren, ziehen immer weitere Kreise überall da, wo die Kultur soir- schreitct. Einflußreiche Persönlichkeiten haben sich bereits zu den Dienst dieser guten Sache gestellt, da kann es nicht Wimder nehmen, Wenn auch ein Appell an die Frauen, snbraem ^ur- schutz zu widmen, nickt ungehört verhallen Wird. HN ivelcher Weise die Frauen sich 'nm den Tierschutz verdient mache» tonnen, erörterte am Dienstag in einer Versammlung des Bercins Frauenerwerb" General Alafor Zobel. In erster Linie find i,Ä so führte er aus, die Mütter, die auf ihre Kinder erzieherisch, eiuwirkcu können. Den Kindern die Liebe zu den .Ereren e,nzu- pslauzen, dem iiatürlicheu Hange des kindlichen ZciUchtmgs- triebes und der oft vorhandeneii Grau,mntett wOrlofen Geschöpfen gegenüber zu steuern, ist die Aufgabe der Muttn. -sie mache den Knaben und Mädchen klar, daß die Eaere ntcot t art Menschen als Spielzeuge dienen sollen (Käfer, «zroscke, Würmer, Fliegen und auch Schmetterlinge haben am meisten unter der kindlichen Spielwut zu leiden), sondern zur Freude oder »m.t Nutzen geschaffen sind. Besonders soll das Plündern der Bogel- nester den Kindern streng verboten werden. Versteht mw Mut er ca ihren Kindern verständlich zu machen, daß btc strere ebenso wie die Menschen Schmerz empfinden, können, 1? weckt sie dadurch das Mitleid und die Liebe zum Tier und erzieht die Kleinen selbst zu Tierschützern. Ebenso wie als! Mutter kann k,e auch als Hausfrau für den Tierschutz wirken. HU der Pflege der drangt die Leute zusammen, die wir in ihrem Treiben und Tun beianschen. Hier ist alles gesammelt, während in der „Ernte", im „Hasen" alles mehr ausschreitcud, frei gehalten ist. Den gleichen Eindruck konzentrierter Arbeit mit vereinten Kräften behält die „Industrie" bei. Hier befinden wir uns in einer Glasfabrik. Das Feuer loht in prachtvoller Majestät. Hitze schwingt in dem Raum. Ein gewaltiger Moment ist hier gebannt, wie bte Männer mit Anstrengung aller Kraft brat Feuer trotzen und das Glühende zwingen. Allen vier Reliefs ist das eilte eigen: die Konzentnerthcit des Eindrucks. Bewegung in Ruhe, Ruhe in Bewegung. Dir Männer sind halbnackt, wodurch Meunier die Gelegenheit erhielt, die Ausbildung des Körperlichen voll durckzuführen und je nach der Arbeit die Wirkung auf Muskeln und Gelenke zu modift- zicren Unter der ruhigen Oberfläche der Gleichheit ergibt sich hier ein kontrastreiches Widerspiel von Bewegungen und Nüancen. Immer hat Meunier darauf geachtet, ein allzuviel an Personen zu vermeiden. Maßvoll behält er nur das notwendigste. Und dieses Notwendige fügt sich zu einem großen Rhythmus zusammen, der in den Linien des vorschreitenden Säcmaunes gehalten auskliiigt. —_ . . • Wie kein anderer sonst, schloß sich Meunier seiner Zeit, der Gegenwart an. Er konnte nichts anderes sein, als ent M rasch seiner Zeit. Er wollte nichts als nur den Typus der Gegenwart schaffen Kein fremder Ballast beschwert ihn. Er hat sich von alten Stilen befreit. Als Külturerscheinung, als.Mensch,, der aller Fesseln der Vergangenheit bar, steht er groß da.. Er ist ein Wahrheitsucher, der in dem Menschen der Gegenwart die eherne Erfüllung findet. Es kommt aber nicht nur daraus an, dieses Menschliche, Persönliche ausschließlich zu betonen. Wn, müssen das Künstlerische herauserkennen. In allen diesen „Arbeiten bereitet sich'energisch ein Stil vor. Das.ist das-schone. Meunier macht resolut einen Anfang. Er stellt sick nickst rücksichtslos als alleinigen Prätendenten hin. Er läßt anderen den Weg tret und. zeigt, wie seine Küust als ein energischer Anfang.einer natur- wahren und gegenwartsstarken Kunst anszufnifeu. sei. aas ist ein Beweis seiner sozialen Auffassung. Er stellt ,ist «k Künstler nicht abseits. Er konzentriert den Mick nicht auf int, seine nerson, sondern auf sein Werk. Und mit diesem diente er der Al!ge>nem- heit — Seit 1887 war Meunier Professor an der Aradenne zu Löwen. Er war ein stiller, einsamer Mensch, dem nur daran lag, Zeit und Muße zu seiner Arbeit zn haben. LoWen ist eme Stadt, die ihm diese Ruhe geben konnte. Hier lebte er acht kaahre in fast völliger Einsamkeit. Nur seine Familie war um ihn. Als sein Ansehen stieg, siedelte er nach Brüssel über. Seit 1886 datiert eigentlich sein Ruhm. Er ging von Pans aus wo er int „Salon" 1886 eine lobende Erwähnung, 1889 auf'der Weltausstellung den „großen Preis", erhielt. Dann verlieh ihm München 1892 bte golbcne Medaille, 1896 gab Bing in Paris eine reichhaltige Zusammenstellung seiner, Werke in dem neuen Kunstgewerbehaus „Fort nouveau', die feinen Ruf, noch weiter ausdehnte,, 1897 erschien er in Dresden aus rer ersten großen Kunstausstellung, 1898 in Berlin bei Keller und Reiner. Danach beeilten sich die Museen,, Arbeiten vmi ..leunier zu erwerben. Dresden sicht da in erster Linie. \ 90J ei hielt Meunier noch einmal in Paris den „großen Preis). Zur ;>(it sind einige der hervorragendsten Werke Meuniers nn v ranl- surter Rja t h au s's a a l e ausgestellt. , . Bis' zum letzten Tag war er tätig gewesen, nt seinem großen, einfachen,' nur Arbeits'zwccken dienenden Atelier, das keinen Schmuck aufwies. Er starb am 3. April 1905. - Haustiere, die sie vor den Roheiten der univiffenden Dienstboten zu schlitzen hat, vermag die Frau ohne Mühe ein gutes Vorbild zu geben. Auch die Aussicht über das Schlachten, der in der Küche verwendeten Tiere: Enten, Tauben, Hühner und Fische gebührt der Hausfrau, die nutzlose Quälereien bei der Prozedur deS Abschlacktens verhüten must. Bor allem hat sie auf das Kochel! der Krebse zu achten, die nicht mit kalten! Wasser zum Feuer gebracht iverden dürfen. — Dies sind nur einige von den vielen Pflichten, die der Frau als Tierschützerin obliegen. Als Ehegattin wird der Einfluß aus den Gatten dahin, zielen, Gleichgiltigkeit gegen Nutztiere in Interesse nmzuwandeln. — Ueber- haupt haben alle Tierquälereien ihre Ursache in der Gleichgiltigkeit, Unwissenheit und Roheit der Menschen. Und diesen drei Kardinalübeln entgegen zu treten, vermag die Frau mit ihrem feinen Empfinden weit besser als der Manu. Eine Fran ivird, wenn sie sich ernstlich darum bemüht, auf diesem !vie auf jedem anderen Gebiete einen veredelnden Einfluß ausüben. Much die Unverheiratete vermag sich als Tierschützerin zu betätigen, sei es als Lehrerin, Erzieherin oder Pflegerin. Ueberall wird ihr Bestreben, durch Beispiel, Warnung und Zuspruch für eine vernünftige Behandlung der Tiere von Erfolg gekrönt sein. Sorgen, helfen und schützen ist nun einmal der wahre Beruf des Weibes, darumsteht ihnen auch bei der Pflege deF Tierschutzes ein weites Feld offen. Und die Behauptung der Tierfreunde geht wohl nicht zu weit, wenn sie besagt: Die Frauen und der Tierschutz gehören zusammen. * A m tliche Spra ch rein h ei t. EZ gibt noch immer Leute, die c-3 für einen Vorzug der deutschen Sprache halten, das; sie durch ihre Fremdwörter dem Ausländer leichter verständlich sei, Hat man je gehört, daß ein Franzose oder ein Engländer Wert daraus gelegt hätte, dem deutschen Michel für solche Zuvorkommenheit durch entsprechende Erleichterungen im Französischen oder Englischen seinen Dank abzustatten? Schon der Gedanke würde ihnen undenkbar erscheinen. Es ist daher erfreulich, daß deutsches Selbst- bewusttsein auch in unseren amtlichen Kreisen zur Geltung gekommen ist. So befleißigt sich der im Reichsgesetzbuch veröffentlichte Zusatz zum Handels- und Zollvertrage mit Oesterreich-Ungarn einer musterhaften Reinheit des deutschen Ausdrucks. Aus 63 großen Druckseiten, welche die Zölle für die Einfuhr in das deutsche Gebiet Nachweisen, sind Fremdivörter säst ganz vermieden. Abgesehen von einigen wenigen, deren glücklicher Ersatz auf Schivierigkeiten gestoßen wäre, tvie Billard,, optisches Glas, Opaleszentglas, Toilette- und Rippsachen u. a., tf: mit der Verdeutschung stramm vorgegangen worden, so steht z. B. Roh- und Reingewicht für das häusig unentbehrlich gehaltene Brutto- und Nettogewicht, Wareneinbringer statt Importeure, im Geviert statt im Quadrat; vom Hundert, tierische und pflanzliche Spinnstoffe, Briestunschläge in Behältnissen, lustdicht u. s. w. Aber wo ein Mißverständnis denkbar war, sind in Klammern die Bezeichnungen der fremden Sprache beigesügt. Die Verdeutschungen, sind sehr lehrreich, weil meist keine wörtliche Uebersetzung, sondern ein sinngemäßer Ersatz stattgefunden hat. EeleiSwage (Zentesimalwage); getränkte (imprägnierte): entkeimt (sterilisiert); Gallerte (GelSes); wasserbindend (hydraulisch); formbar (plastisch); Erdöl (Petroleum); Gaskohle (Retortenkohle): Solzgeist (Methylalkohol); GcrbstosfauSzüge (extrakte); Käsestoff (Kasein); zu- genchtct (appretiert); ausgerüstete (garnierte) Männerhiite; halbgebleicht (eremiert); mit Salpetersäure behandelt (nitriert); Wirk- (Trikot-)waren; Abreib- (Frottier-)bürsten; Zellhorn (Zelluloid); Holzstoff (Zellstoff, Zellulose); Schmelzglas (Email-)inasse); gefeldert üacettiert); Zellenschmelzarbeilen (sogenannte CloifonnSwaren). Tie Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins, der wir diesen Auszug entnehmen, macht darauf aufmerksam, daß auch der dem Reichstag jetzt vorliegende Entnnnf zur Abänderung des Allgemeinen Berggesetzes ein ernstes Streben nach Sprachreinheit erkennen läßt. Statut ist ausnahmslos durch Satzung, Instruktion, durch Dienst- anweisung ersetzt; der Repräsentant heißt Vertreter; die Rechte einer juristischen Person iaßt inan kurz in Rechtsfähigkeit zusammen, aus Suspension eines Beschlusses wird Beanstandung; es gibt kein Protokoll mehr, sondern nur «och eine Niederschrift. Literarisches. ■— Meyers Großes Konversations-Lexikon. Eni Nachschlagewerk deS allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auslage. Mehr als 148 000'Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafeln ldarunter etwa 190 Farbcndrucktaieln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bünde m Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Bibliographi- schen Instituts in Leipzig und Wien.) Marokko! In ihre» Folgeic noch, nicht absehbar, ist die Marokkokonserenz unzweifelhaft eines der wichtigsten politischen Ereignisse unsrer Zeit, und so hat denn ihre Vorgeschichte schon tut „Großen Meyer" Platz gefunden, dessen 13, Band (Lyrik bis Mitterivurzer) jetzt vorliegt. Dies Beispiel sowie die überaus instruktiven, von zahlreichen Tafeln, Tabellen rc. begleiteten Artikel über Marine, die zu der alle Parteien so , lebhaft bewegenden Floiienvorlage das richtige Verständnis bringen, zeigen, daß auch der neue. Band ganz ans der Höhe der Zeit steht. Auch der Artikel „Militär" ist sehr beachtensivert. Aus dem sozialpolitischen und volkSnürlschastlichen Gebiete nennen wir „Müdchenschntz", Markthallen" (mit zwei Taseln), „Müßigkeits- bewegung", fiitS Literatur und Kunst „Lyrik", „Märchen", „Mendelssohn-Bartholdy", „Minnesinger", insbesondere aus dein Gebiete der bildenden Künste „Malerei", „Medaillen" (mit sechs wesentlich ergänzten Taseln), „Menzel" und „Mennier", die zivei großen Toten des vorigen Jahres. Aus der Geschichte und Länderkunde haben „Mandschurei" und „Martinique" jetzt besondere Anziehungskraft. Von Stüdteaufsätzen sind „Mannheim" und „Metz" mit Karlen- inaterial neu ausgestattet. Endlich führen wir noch eine Reihe von Artikeln an, die dem vom „Großen Meyer" bekanntlich mit besonderer Liebe gepflegten Gebiete der Naturwissenschaft und Technik angehören, und die mit neuen oder erneuerten Tafeln inSchwarz- und Farbendruck soivie mit Texibeilageu besonders reich mi§- gestatiet sind. Wir greifen da ans der schier übergroßen Fülle heraus: „Magnetometer" und „Magnetograph", „Mähmaschinen", „Maschinenpflug", „Materialprüfung", „Mauersteine", „Medizin", „Metamorphismus der Gesteine", „Meteorologische Hochstationen", „Mineralwässer" (mit einer Beilage, die die Zusaunnensetzung der wichtigsten Mineralwässer, ihre Analyse und Temperatur' angibt). Im ganzeu enthält dieser Band nicht weniger als 43 schwarze und 7 farbige Tafeln, 19 Karten und Pläne, 8 Textbeilagen und 195 Ab- bildungcn im Text. — D e u t s ch e A l p e n z e i t u n q. Diese bestbekannte illnstrierte Halbmouaisschrist hat mit dem 1. Aprilheft in verheißungsvoller Form ihren VI. Jahrgang begonnen. Wohl um ihre Vielseitigkeit, ihre künstlerische Tendenz und ihren, nunmehr alle inodernen Reisegebiele umsassendcn Arbeitsplan deutlicher zum Ausdruck und der Allgemeinheit zur Kenntnis zu bringen, hat sich die Deutschs Alpenzeitung die Untertitel „Natur und Kunst, Verkehr und Sport. Illustrierte Blätter für Wandern und Reisen, Alpinistik, Touristik, Fremdenverkehr, Sominer- und Wintersport, Land- und Volkskunde, Photographie und Kunst" beigelegt. Wenn wir den Inhalt des 1. Äprilhestes aus die Berechtigung der Titelergänzung hin prüfen, so muß zugestauden iverden, daß mit dieser tatsächlich nicht zu viel gesagt ivorden ist; tut Gegenteil: Das vorliegende Heft bietet so Vorzügliches, eine so große Mannig- faltigkeit, so viel des Neuen tmo Belehrenden, daß damit aufs neue die überragende Stellung der Deutschen Alpenzeitung tmter sämtlichen ähnlichen Zeitschriften der Welt beiviesen ist. Aus dem Inhalt nennen wir tt. a. „Bon Trätnne.n tmo Wirklichkeit in corsischen Bergen" von Dr. Uhde-Bernays (mit einein Kunstblatt); „Die Martinswand Tirol" von L. Neuner; „Mein Starnbergersee" von Maximilian Krauß (mit einem Kunstblatt von E, T. Compton); „Sonnige Tage auf blauer See (Venedig bis Athen)" von Thea Kaiser (mit einem Kunstblatt); „Auf Skiern in Jottmheimen (Norwegen) von M. Hock; „Hamburg uud der Weltreiseverkehr" von Prof. Thieß; „Der Fremdenanwalt" von Dr. Kölner; „Der Oberharz tut Frühjahr" von H. Schulte; „Nette Wege im Rtesen- gebirge". Jeder Naitlrfretmd, jeder Künstler und Ktmstsretmd findet in der Dentschen Alpenzeitung reiche Anregung. Eine tmentbehrliche Lektüre bildet sie für Touristen, Alpinisten, Sportsleute aller Art, Verkehrsanstalten, Verkehrsbeamte, Verkehrs- imb Verschönerungs- vereine, Hoteliers, Vergnügungsreisende usiv. Aus (eben Fall ivollen wir die Gelegenheit benutzen, den znnächst interessierten Kreisen unseres Gebietes die Deutsche Alpenzeitnitg zu besonderer Beachtung zu empsehlen. ' * Ehrgeiziger Politiker: „Ich glaube nicht, daß ivir mit meiner'Wieberwahl viel Arbeit haben werden. Sehen Sie doch nm; wie glatt ich vergangenes Jahr gewählt wurde, als die Seide mich kaum kannten". — A ertranensmann: „Das ist ja gerade die Schwierigkeit. Die Leute — hm — kennen Sie jetzt". * Mama: „Ich glaube nicht, daß Sie den Ausdruck von Evauqelines Nase richtig getroffen haben." — Der Künstler: „Gnädige Frau, Raphael kömtie es nicht besser ntachem" — M a m a: „Warunt nicht?" - Künstler: „Weil er tot ist, gitädige Frau." Bilderrätsel. Auflösung des Palindroms in voriger Nummer: (ifl 'auA Auslösuug in nächster Nummer. I----------V 'Storni‘ck^nUa»/ Rebel, Leben. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck imb Verlag der Br üblichen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.