Samstag den 3. Irörua ■sl SW MDMu> ■ Dem Wairren, Edlen, Schönen. Ein Großstadtroman von Fedor v. Zobeltitz. (Naclidruck verboten.) (Fortsetzung.) Tas Wendrot verglomm sacht unter den Baumwipfekn, Und Priestap schritt weiter, hierhin und dorthin, kreuz und quer, mit gesenktem Kopse und arbeitender Phantasie. Wer die melancholische Stimmung wich allgemach; ihm wurde freier um Herz und Seele. Er lächelte wieder, nicht triumphierend, sondern weich und glücklich. Ihm kamen allerhand beseligende Gedanken, während der große Park um ihn in lauen Tämmer versank und es aus den verschlungenen Pfaden still zu werden begann. Priestap schritt weiter, hierhin und dorthin und kreuz und quer. Vereinzelte Laternen leuchteten auf; in einer schnurgraden Allee eine ganze Reihe von Lichtern. Aber Harry wich der Helle aus und trug seine Gedanken tiefer in das Dunkel hinein. Da war es ganz einsam geworden, auch still; nur ein Flüstern lebte. Auf einer Bank vor einer schwarzen Taxuswand sah ein Liebespärchen; ein anderes schritt eng umschlungen mit leisem Raunen auf und nieder;, ein drittes verlor sich wegab unter die Buchen und seine Schritte raschelten im Laube. . . Priestap blieb stehen. Etwas Weißes blinkte ihm entgegen. Und wieder lächelte er: das war ein kleiner Amor aus Sandstein, und auf seinem Köcher saßen zwei Vögelchen und zwitscherten. Imhoff hatte sich eine geschlossene Droschke genommen und fuhr mit Nina nach Hause. Tas Mädchen spürte, daß der Vater schlechter Laune war, verhielt sich, still imd drückte sich in die Wagenecke. „Hör!" sagte Imhoff, „Nina, hörst Du?" „Ja, VaterI" »Du hast mir beute wenig gefallen. Du hast kein Benehmen, es steckt nichts von vornehmer Würde in Dir, Ein Schühenliesel hat mehr Anstand wie Tu. Du warft auch betrunken —" „Aber Vater," fuhr Nina auf. „Schweig!" sagte der Alte. „Es fiel nicht nur mir auf; alle Welt mokierte sich über Dich. Tas ist gemein." „Vater, ich habe ja ganz stille gesessen und rnich nicht vom Tische gerührt —" „Eben, das ist es. Du klucktest immer hinter dem Prinzen. O Nina, hüte Dich. . Ich habe Falkeuaugen; ich wache über Dich. Was ist dieser Prinz? Ein Prinz imponiert mir nicht. Ich habe in meinem Leben genug mit Fürstlichkeiten zu tun gehabt; der alte Kaiser hat noch mit mir gesprochen. Nina, hüte Dich; ich sage Dir nichts weiter." „Vater, ich iveiß nicht, waö Tu willst. WaS schert mich der Prinz! Er machte verliebte Augen. DaS machen mir vrMre auch. Dex^. Baumeister schielt mir nach, wo er geht und steht. Und der kleine Priestap. Er hat gesagt, morgen mache er uns seine Aufwartung. Vater, der ist wie verrückt. Er drückt mir die Hand, daß mir die Finger weh tun, und seine Hand glüht immer. Und stiert mich an und stiert mich an, daß einem angst werden kann. Ter ist rein närrisch verliebt. Ach natürlich — sag nicht nein, ich fühle es ja! Aber willst Tu nicht, so nehmen wir ihn nicht an; mir liegt nichts an ihm —" Imhoff drehte die Zigarre in seinem Munde hin und her. Em Weilchen verging; er sann nach. Tann sagte et langsam: „Das geht nicht. Er gehört zu uns, ist Haupt- aktionä-, ist ein Ehrenmann. Macht er uns Besuch, so wird er empfangen. Nina, Du bist ein Schaf. Schweig, rede nichts, Tu bist ein Schaf. Was Prinz, was Baumeister, was andere: dieser Priestap, das wäre einer. Er weiß nicht, wohin mit seinem unmenschlichen Mammon. Er ist schwach und haltlos wie ein Kind. Und ist er wirklich so rasend verliebt, dann . . . Nina, unter uns: Deine Stimme ist jammervoll—* „Na aber, Vater!" „Sie klingt zuweilen, als schlage man mit einem blechernen Löffel gegen einen eisernen Kochtopf. Von Ausdruck und Empfinden keine Spur; auch Tein Spiel ist hölzern. Tn hast absolut kein Talent." Ta begann 9iina leise zu meinen und näßte den Schleier mit ihren Zähren. „Heule nicht," fuhr Imhoff fort, „es ist zwecklos. Und die Zweckmäßigkeit ist die Hauptsache im Leben, sagt Macchia vell. Vorläufig bist Tu engagiert und dabei bleibt es. Möge sich das Weitere in logischer Folge entwickeln. Logisch heißt dies: Priestap wird Dich verfolgen und zu gewinnen suchen. Du kennst meine Ansichten. Prügel ist bei mit Wort und Tat zugleich. Tu wirst kein Dummkopf fein; Du wirft Dich nicht fortwerfen. Es gab Frauenzimmer unter den alten Griechen, die hießen Sirenen. Tie lockten bloß. Aber Priestap ist kein Odysseus; er wird den Deubel tun und sich die Ohren zustopfen. Und da sei klug, mein Kind. Hörst Tu, 9iina ? Sei klug, sage ich. Du hast es nicht nötig, seine Geliebte zu werben. Will er das, so möge er Dich zu seiner Frau machen. Eine Geliebte kann man verstoßen, eine Frau nicht so leicht--" Er sprach noch lange weiter, dieser gute Vater, während die Droschke über das Asphalt rollte. Er gab Belehrungen; er wurde zum reifen Berater. Er sprach von allem, von den Millionen Priestaps, von Glanz und Glück, ja auch vom Glück; nur von der Liebe nicht. Das war nicht nötig, Nina würde das auch seltsam gefunden haben. Sie hörte schweigend zu. Sie weinte nicht mehr, ihre rosigen Wangen färbten sich lebhafter. Es kreuzten wirre Gedanken ihr dummes, kleine» 70 Wogelgehirn. Sie dachte daran, rote wundervoll es sein müsse, mit zroöls Hntkoffern in die Bäder zu reisen und mit soviel Toiletten, daß man sich täglich viermal umkleiden könne. Besonders an ein Kleid dachte sie, das sie in einem Schaufenster gesehen hatte: ein herrliches Kostüm mit blitzenden Pailletten, eine schöne Schlangenhaut mit silbernen Achsel bändern. Dachte attch an einen Ring mit einem großem Brillanten und an ein Armband von farbigen Edelsteinen, an seidene ©trumpfe und an rauschenden Spitzenbesatz. Das alles roar wie eine Phantasmagorie ... , „Sei kein Schaf, Nina!' beendete ihr Vater seine Rede. 8. Das Bureau des Prinz-Ferdinand-Theaters roar eröffnet worden. Es war zugleich die Privatwohnung Claudius Imhoffs, und Hammer hatte sie eingerichtet, das heißt, er hatte das von ihm für die Firma Pfaff entworfene Mobiliar zurückgekauft. Dies „Bureau" konnte sich sehen lassen. Es bestand aus dem eigentlichen Kontor, einem Empfangs- und einem sogenannten Herrenzimmer. Daran schlossen sich das Schlafzimmer Imhoffs mit den Mobiliarresten aus der alten Wohnung und ein „Boudoir" für Nina. Ank diese Neberraschung hatte sich Hammer ganz besonders gefreut. Auch die Einrichtung dieses entzückenden Nestchens hatte Hammer selbst entworfen und er machte Nina ein Geschenk damit. Es kostete ihm ein paar tausend Mark; aber darnach fragte er nicht. Das Meublement bestand aus rötlichem Vaduckholz mit diskreten Einlagen in Ornamenten, graziös und geschmeidig in der Form, zugleich eigenartig in der Unterbrechung der anfsteigenden Linien durch Konsolen und ähnliche Annexe: Schränke, Tische und Stühle, originell erfunden und einen individuellen Stil zeigend, wie ihn die Maschinenarbeit entbehrt — das Ganze ungemein reizvoll auf dein Untergründe eines seegrünen Teppichs mit ein» gewebten Wasserrosen und mit dem Beischmuck der nilgrünen Fenstervorhänge. Als Hammer Nina in das luxuriöse kleine Gemach führte und ihr erklärte, er habe sich dies All geb in de erlaubt, um seinem Mitarbeiter Imhoff eine kleine Freude zu bereiten, wurde sie anfänglich purpurrot, jauchzte dann in kindischem Entzücken und fiel dem Baumeister plötzlich um den Hals. Hammer wurde ein wenig verlegen, tat dann väterlich und streichelte Nina die Wangen, während Imhoff sich die Hände rieb und zu öfterem bemerkte: „Es ist eigentlich nicht recht, Baumeister; Sie bringen uns in Verlegenheit ... es ist nicht recht von Ihnen . . ." Mer er nahm dennoch alles dankend an. Als Nina allein in ihrem Zimmer war, tanzte sie zunächst eine wilde Polka-Mazurka über den Teppich, lvarf sich der Länge nach zu Boden, legte sich auf die Causeuso und setzte sich auf jeden Stuhl einzeln. Tann inspizierte sie die Schränke und begann einzuräumen. Wer da wurde sie schwermütig. Tie Schränke waren herrlich, doch ganz gräßlich nahm sich der Inhalt aus. Es kam herzlich wenig ans ihrem Reisekorb heraus, und es war auch nicht schön: die Taschentücher hatten keine Spitzen, und Hemden und Höschen waren mehr derb m3 fein, und ach, die Unterröcke! Nichts von rauschender Seide und Falbeln und eleganten Besätzen. Traurig hing Nina ihr Jackett in den Kleider- schrank und daneben ihre beste Robe. Ein anderer Schrank, oas belehrte sie die Form der Einrichtung, war nur für Hüte bestimmt; dahinein kam das winterliche Monstrum und ein Strohhut mit blaßblauem Baude. Und wieder stand da ein anderes Schränkchen, nur halbmannshoch, mit Löwenfüßen und mit Sonne, Mond und Sternen als Intarsien, ein entzückendes Kleinod, das zeigte im Innern Gefächer, die mit rotem Samt ausgeschlageu waren. Es war ein Schmuckschrank. Nun wurde Nina wieder lustig; das kam ihr drollig vor. Sie hatte zwei Broschen, die legte sie in das oberste Fach; ein billiger Ring mit Similis, den ihr der Vater einmal geschenkt hatte, kam ganz allein in das Mittelfach; und untenhin legte sie ihr Armband, einen silbernen Reif mit klirrenden Bettelmünzen. So füllte sie ihren Cchmuckschrank. Mer sie träumte doch auch von edlerer Füllung. Ties elegante Boudoir steigerte ihre Wünsche. Wenn sie zuweilen todmatt, mit ausge- schrieener Kehle, nach §au]e kam, öffnete sie sämtliche Schränke sperrweit, legte sich nieder und begann sich phantastisch einznrichten. Da ging ein Blitzen und Leuchten von dem roten Samt ans, und die schneeweiße feine Wäsche bauschte sich, und es rauschte im Spitzengekräusel, und tonn» dervolle Hüte lagen im Gefach: tellergroß, bizarr in den Formen, mit Federn, Blumen und Straffen, ausschanend tote phantastische Wundergewächse aus einem Mürchengarten. Tie Hüte, das war ihre Leidenschaft. Bei Ehlermann in der Etalage hatte sie kürzlich einen Hut gesehen — mein Gott, wie glücklich wäre sie gewesen, hätte sie ihn nur einmal aufprobieren dürfen. Und mitten im Träumen sprang sie zuweilen wütend auf, nahm ihr winterliches Monstrum zur Hand, warf es auf die Erde, hüpfte darüber hinweg, ohrfeigte es, daß die Federn stoben, hieb es rechts und links gegen eine Schrankecke und zupfte es dann wieder sorgfältig zurecht; denn wer konnte sagen, tote lange es noch auszuhalteu hatte! Ja, wie lange noch?! Wo blieb denn das Glück?! — Imhoff fühlte sich nicht so recht behaglich inmitten des neuen Glanzes. Er war an seinen Staub gewöhnt und auch an sein Morgeukostüm. Tas Nelusko-Trtkot und bie Bel- monte-Hosen waren verabschiedet worden und mit ihnen die übrigen Kostümreste aus großer Vergangenheit. Hammer hatte Imhoff eines Tages seinen eigenen Schneider zugeschickt, und der wandelte das Aeußere des ehemaligen Tenoristen gründlich um. Tas lieg sich Imhoff gefallen; aber lieber als im Ärbeits- und Herrenzimmer iveilte er doch zwischen seinen alten Möbeln im Schlafgemach, bei seinen verblaßten Lorbeerkränzen mit den schmutzig gewordenen Schleifen Und den Porträts seiner drei Frauen. Alle drei Vorderzimmer wurden zu Bureauzwecken benutzt. Im Empfangssalon (lichtgraugebeiztes Rosenholz) reichten zuweilen die Stühle nicht aus. Im Herrenzimmer (dunkle Eiche und russisches Leder) war Platz für ein Klavier geschaffen worden, um unbekcmntere Sängerinnen prüfen zu können. Im eigentlichen Bureau aber (helles Birkenholz mit Einlagen von härteren gefärbten Hölzern) tagte das Tirektionstrio: Seeben, Imhoff und Rafaeli. Giesecke war noch an Chemnitz gebunden, kam jedoch zutveilen zu wichtigen Konferenzen nach Berlin herüber. Ten Sommer hindurch war es Ml gewesen; aber im Herbst wurde es lebhaft. Es war in der Tat eine riesige Arbeit zu bewältigen. Im Empfangszimmer waltete ein galonierter Diener seines Amtes; die Lwsegang war in das Departement der Küche verbannt worden und durfte fich bei schwerem Fluch nicht in den vorderen Räumlichkeiten sehen lassen. Ter Galonierte teilte Marken ans, wie bei den berühmten Spezialärzten: es kam einer nach dem andern an die Reibe. Und sie drängten sich: Bittsteller zu Haus; arme Komödianten, die Stellung suchten; Sängerinnen, die ihre Stimme verloren hatten und zum Schauspiel übertreten wollten; Schriststeller, welche auf einen Tramaturgenposten hofften; Reporter, die ihre Dienste an- boten; Sekretäre, Theatermeister, Regisseure und Sonff- leusen, Musiker und Autoren. Andere waren herbestellt worden und wurden abgefertigt. Zuweilen schickte Hammer den und jenen; er protegierte alle Welt und versprach jedem, der sich an ihn wandte, sicy für ihn verwenden zu wollen. Tiefe Schützlinge Hammers waren der Grimm Imhoffs. Mau mußte ihnen noch gute Worte geben, und keiner taugte etwas. (Fortsetzung folgt.) W in -dient»). Von R u d. P r e s b e r. Ich bitt nie Mediziner gewesen. Vielleicht wird mir aus diesem Grunde und weil ich das Klavierspiel rechtzeitig aufgab, im Himmel mancherlei verziehen, was ich sonst geleistet und was sich später als recht verbesseritugs- bedürftig erwies. Aber ohne Mediziner zu sein, habe ich! doch meinen Patienten gehabt! *) Aus Von Leutchen, die ich lieb gewann. Geh. 3.60 Mk. Wer Rudolf PrcSber mit seinem schier unerschöpflichen Born köstlichen, mit trefflicher Satire verquickten Humors kennt, — und wer kennt ihn nicht? — der wird mit Freuden zu seinem neuen, spannend, interessant geschriebenen und geschmackvoll ausgestatteten Buche greifen. Auch hier zeigt er wieder, daß der Jungbrunnen seiner Schaffenskraft wundersame Stoffe bewahrt, der kräftigste derselben ist ein echt poetisches und damit zugleich ein echt menschliches Empfinden. Welcher Tust und welche, Farbe sprechen aus bieten bumoristischdatirischen Geschichten, die so rM, 71 Ter Festschntaus war in dein gemütlichen Hinterzimmer der „Mauen Rose" gerüstet. Ter gefeierte Gastgeber in einen: sehr festlichen, aber zu engen Kragen hatte bte be» merlenswerte Anordnung getroffen, daß vor n,rd nach der Suppe je ein Knickebein serviert iverbe. Lann erst begann die sympathische Folge recht hübsch gewählter, gut behcm- delter Weine. Ws der Braten serviert wurde, gab es Sekt. Zwar deutschen, aber reichlich ft. Es wurden leider sehr viele Reden gehalten. Eine Rede; aufs Waterland, die noch mit blondem, spitzem, Mosel be- ao sen wurde: eine Rede auf den gefeierten Gastgeber, bte nur darunter litt, daß der Redner, ein sehr kurzsichtiger Chenriker, fortgesetzt auf einen zrtm Platzen ivohlgenayrten Gast von der landwirtschaftlichen Hochschule ernfprach der so geniert, ivie vergebens, diese Ehrungen ablehnw. Lau» eine Rede auf die medizinische Wissenschaft, m der sehr viel von Aeskulap und .Hippokrates und sehr wenig von näherliegendeu Tin gen gesprochen wurde; eine umfangreiche i Rede auf das liebe Universitätsstädtchen, zu der mau vorzüglichen Rauenthaler trank, und eine Rede auf bte lewer abwesenden Tanten, bei der dem Redner nur bcu Malheur passierte, fortgesetzt von der „lieben, prächtigen Mutter des Gefeierten" zu reden, „der ehrwürdigen Gversm , wahrend I der mit den Familienverhältnissen Vertraute wußte, daß der Water vor knrzent eine sehr törichte drllte Ehe mit I einer Balletdame aus der zweiten Quadrille des Breslauer Stadttheaters eingegangen war. . Plöülich steht etwas neben mir; stets, kerzengerade, tote | ein Laternenpfahl. Ick) erschrak, als ich Thomas Conradm erkannte, der bisher stillvergnügt und ohne durch gerst- I volle Bemerkungen den Gang des harmlosen Gespräches eigenmächtig zu stören, dabeigesesseu und mit wachsendem! Behagen dem Sekt zugesprochen „Thomas Conradin, was willst Tu denn? So setz' Tuch doch l' Es gibt ja noch Eis." I '■ r_ esse feht--Eis", tont es von oben. '/Aber wir. So setz' Dich doch!" „ „Nein. Ich muß eine--", und da er steht, daß der dicke Mattn von der Landwirtschaft vergnügt dte Ellen- | bogeit aufstemmt und ihm erwartungsvoll zuhort, wendet | er sich beinahe feindlich zu diesem gesunden ^tinglmg I „zunächst, ich muß eine Rede halten . . . Verstehen «ie | ixt) V' „Grundgütiger! Sei doch, veritünstig, Thomas Eon- I radiu, es ist ja schott so spät. Und Du. . ." I „Und ich bin auch — spät." Er schnauzt mich an. Seine Augen blinkeil ausdruckslos wie blangriiue Glasknöpfe. Der irisierende Sektkelch in seiner unsicheren tzanb gießt Spende aus Spettde über das Tischtuch. Es ist er- j sichtlich: Thomas Conradin hat einen Gehortgen fitzeist. so aus beut Leben! geschrieben sind. Feinheit in der Beobachtung, stimmungsvolle, farbensatte Schilderung des Milieus und große Plastik in der Charakterisierung prägen sich in diesen Skizzen ans Dieses Buck, das die weiteste Verbreitung verdient,t erinnert in vielem an „Leberecht Hühnchen", doch ist cS' in ferner Art ganz neu. Wie selten einer versteht Presber ö» fesseln Er ist eine ivarmblütige Natur, die mtä der Fülle des Albflerlebteti schöpft und alles wahr und eckt mit der Fröhlichkeit Kiner Heimat wie vergibt, doch entbehren diese Geschachten auch nicht einen gedankenvollen, zu Herzen sprechenden Emin. Eines Abends nun gab ein gemeinsamer Bekannter seinen Toktorschmaus. . Wilhelm Möpsel wohnte in der Etage über uns bei der Witwe eines Totengräbers, die durch ihre äußerst erschrecklichen und ebenso unappetitlichen Geschichten über Geschehnisse auf dem alten Friedhof unter dem ihr äußerst verhaßten Nachfolger ihres vorzüglichen, aber leider zu früh am Trunk Heimgegangenen Gatten sehr berühmt war. Vielleicht war es Aberglaube getvesen, der den vortrefjltchen Wilhelm Möpsel, der seit fünfzehn Semestern Med tzm studierte, als Mieter bei dieser unheimlichen Witwe des Totengräbers festhielt, die in ihrem Blick und Wesen noch etwas von dein düsteren Beruf des verewigten Ehegatten mit sich Herumtrug. Ja, es gab in unserem Kreise Leute, die ganz ernsthaft in Erwägung zogen, ob nicht geheimnisvolle Kräfte, düstere Zaubermittel und verwerfliche Hexereien dieser unheimlicheti alten Tame ihren Mieter schließlich durch das böse Examen gesteuert, das er so lange und mchi aus unzureichenden Gründen ängstlich gemiedeti hatte. Las wäre allerdings einem Wunder gleich gekommen. Und Misere aufgeklärte Zeit ist den Wundern abhold. Aber daß Wilhelm Möpsel, der etoige Kandidat, das Examen ohne fremde und geheimnisvoll wirkende Zauberkräfte bestanden haben sollte, das mußte eben allen, die seine heftige. Neigung znni interessanten Skatspiel und seine Vorliebe )ur kraftvoll gemischte Knickebeiiie kamiten, ein noch viel größeres. Meichviel?* 201111 b c r ober nicht — Wilhelm Möpsel war praktischer Mzt, und auch feine staatlich geprüfte Knust als Geburtshelfer drohte bett noch angeborenen Genera- Einen einzigen nur. Wer ich hatte genug davon; und i ich habe gute Gründe mizunehmen, daß auch er genug | davon hatte. , „ , . , „ | Ich wohnte als Student nut einem „stud. jur. et eam." Wand an Wand. Auf das „eam." legte er stets besonderen Wert. Tas stand ihm frei, denn solange ich ihn kannte, hat er sich nm das edle Jus ebensowenig gekümmert, wie nm die Cameralia. Er hieß Thomas Conradm von und zu Glotzbach und war aus sehr gutem alten Hause. Wenti er etwas getrunken hatte — und er trank stets I etwas — so wurde das Haus immer besser und älter. Nach dein dritten Glas hatten seine Ahnen in den spanischen Niederlandeti gegen Ludwig XIV. gekämpft; nach dem fünften I Glas hatten sie teilgenomnien an jener denkwürdigen Fahrt i des Admirals Walter Raleigh, als er die Kartoffel ans Virginien nach Irland brachte; nach dem siebenten Glase hatten sie händeringend unten an der Martiuswand ge- I standen, als Kaiser Maximilia!, L, der letzte Ritter, llch dort oben verstiegen hatte; und nach dem neunten Glase waren sie es gewesen, die aus der Kirchenversammlung zu Clermont den Papst Urban II. bestimmt hatten, den Kreuzzug predigen zu lassen. . 1 Nach dem neunten Glase aber waren die Milleilungmi I Thomas Corinidins leider niemals mehr recht verständlich. I Sonst hätte die erstaunte Tafelrunde vielleicht erfahren, I daß ein Ahnherr dieses braven und gerührten Burschen unter dem großen Theoderich am Jsonzo gegen Odoaker | gefochten habe ober hinter der Leiche Konstantins als vor- I nehmster Leidtragender durch die Straßen von Ravenna I geschritten sei. v -«•<.„ s. I Theodor Conradi» war ein baumlanger Kerl, dürr und sehnig. Er „stand" wundervoll auf der Mensur; aber feine Fechtkunst war gering. Er ,„stöpselte", wie der technische | Ausdruck lautet. Rur ein Tuselhieb von ihm war gefürchtet, eine steile Quart, die er — vermöge der enormen Länge seines Afsenarmes — auf das Hinterhaupt des Gegners zu setzen wußte. Wer diese „Wfuhr" von ihm bekam, | der schimpfte weidlich. Das war nicht nur das Gegenteil von einem „Renommierschmiß", sondern es sah, wie der kleine dicke Schwabe Birlebach behauptete, „allemal eher aus, als hätt' einer mit Prolete g'ranft und mit 'n alle Rägeschirm eini aufs Dach kriegt". Thomas Conradin war ein grundanstanbiger, ehrlicher ®erl. Aber bei der Erfindung des Schießpulvers war er im Neben zimmer gewesen. Und wenn es sich wirklich so verhielt, daß seine Ahnen mit Sir Walter Raleigh bte Kartoffeln nach Europa brachten, so waren sie es gewiß, — die Aehnlichkeit mit dem Enkel vorausgesetzt — die sich durch Einführung der dicksten dieser sympathischen Knollenfrüchte verdient gemacht hatten. Eine rechte Last für mich, der ich freundschaftliche Nachbarschaft mit Thomas Conradin hielt, war feilte große Vorliebe für und seine geringe Widerstandskraft gegen den Alkohol. Gingen wir zusammen aus, so hatte ich meistens den Vorzug, euteti schwer Geladenen nach Hattse zu bringen. Und die überschwängliche Zärtllchkeit, mit der er mich bann, glücklich in seiner Stube angelaiigt, auf beide Backen küßte, entschädigte mich nur gering für den Aufwand an Zeit und Kraft, mit dem ich ihn durch die Fährnisse der schlecht erleuchteten Straßen gesteuert. Ich verdanke ihm die Bekanntschaft mit sämtlichen Nachtwächtern und mit reichlich zlvei Dutzend Philistern der Wma mater. Ja, einmal, als ich ihn nicht hindern konnte, aus mir unbekannten Gründen seinen weichen und neuen Filzhut in einen königlichen Briefkasten zu stopfen, wurde ich sogar mit ihm auf die Wache gebracht, wo er durch Altstimmen unzähliger au sich schöner, aber hier durchaus deplazierter Lieder und durch Mitteilungen über einen Großvater mütterlicherseits, der bei Aitsterlitz sterbend dem vorbeireitenden Kaiser Napoleon derb die Wahrheit gesagt haben sollte, die Verhandlung sehr in die Länge zog. Und Thomas Conradin redet. Tie Rede hätte auf alles gepaßt. Er hätte damit ebensogut eine Geweihausstellung eröffnen, als einen von Zulus erschlagenen Missionar bestatten können. Sie war in gleicher Weise geeignet, die Wiederkehr des Tages des Rastatter Gesandtenmordes zu betrauern, wie die Taufe eines FindeMndes zu verschönen, die Generalversammlung eines Äesekränzchens zu würzen oder eine wissenschaftliche Expedition gegen die Beulenpest einzuleiten. Es war eine der außerordentlichsten Reden, die ich je gehört habe. Und sie dauerte so lange, daß das schöne Eis auf der Schüssel vollständig zu einer kalten Sauce zerflossen war, bis er seinen Spruch mit einem dreifachen Hurra auf — die Wendung überraschte allgemein — auf den Oberkellner der „Blauen Rose" beendigte. Nach dieser Rede verfiel Thomas Conradin in einen betrübenden Zustand der Teilnahmlosigkeit. Nur zuweilen sagte er leise und zu sich selbst: „Prost!" und trank aus dein längst leeren Sektkelch einen imaginären Ganzen auf fein Spezielles. Bon nun an ist meine Erinnerung lückenhaft... Es muß schon einige Stunden später gewesen sein, da erkenn' ich an einer großen wüsten Tafel auf dem Ledersofa Wilhelm Möpsel, den lustigen Gastgeber, der Unmenschliches vertragen kann, mit einem Glase Pilsener vor sich und einen Assistenten vom pathologischen Institut neben sich, der durch seine Seßhaftigkeit berühmt ist. Sie streiten lebhaft über einen Fall von Gehirnerweichung, der Möpsels kritischem Urteil im Examen unterbreitet worden war. Ich muß sagen, daß mich in meinem augenblicklichen Zustand der seelischen Ermattung diese Unterhaltung über Erweichungsherde im Gehirn, über Pfropfenbildungen in den Hirngefüßen und über Entartungen der Gefäßwände nur mäßig auffrischte. Ich lehnte das Pilsener Bier ab, konstatierte noch, daß Thomas Conradin neben mir in einem Sessel lag, den Kopf mit einer Serviette zugedeckt, und schnarchte; dann döste ich selbst ein bißchen weiter. Der erste Schimmer des Morgens fiel in das Hinterzimmer der „Blauen Rose", als mir Möpsel auf die Schulter schlug und mich ermunterte. Er war schon in Hut und Paletot. (Schluß folgt.) De rmi fcbtes« Französische Schauspielgrößen als preisgekrönte Landwirte! Tie nächste Nummer des offiziellen Regierungsblattes, so schreibt man uns aus Paris, wird zwei Sternen am Pariser Kunsthimmel eine Auszeichnung auf einem Gebrete bringen, das interessantcrweise ihrem eigentlichen „Ge- werbe" fernliegt. Auf dem Gebiete der Landwirtschaft, für ihre hoherr Berdrenste um diese, erhalten die Auszeichnung der Ehren- legron: A n n e I u d i c, die berühmte, seht ins Fach der komi- iwen Alten übergegangene O p e r e t t e n s ä n g e r i n von einst, und Mounet Sully, das hochbetagte Mitglied der Comödie ossanyarse, Frankreichs größter -Lchauspieler. Anne Judic erhalt als „Proprrstaire aux Nids ä Mallon (Yonne)" für ihre im Interesse wissenschaftlicher Studien betriebene Tierzucht, die rhr schon zahlreiche Ehrenpreise eingetragen hat, das Kreuz der Ehrenlegion. Mounet Sullh „viticulteur dans la Dor- dogne , Inhaber von Ehrenmedaillen von der landwirtschaftlichcil Konkurrenz zu Bergerae, wird Offizier der Ehrenlegion; er hat also alS Wembauer sich jene hohe Auszeichnung errungen. Ceres, Melpomene und Thalia reichen sich hier in Freundschaft die Hand! * Zunahme des Teekonsums. In welchem Maße cft Tee verbraucht wird, ist kaum zu glauben. Es gibt Leine, die zugestandener« maßen es nicht anshalten können ohne reichlichen Tecgennß von in der Kegel starken Aufgüssen. Einige trinken an 7 Liter innerhalb 21 Stunden imb manche sind überhaupt nicht, imsiandc, zu beurteilen, wieviel sie ton« sinnieren. ES sind bas mchiS mehr oder weniger als Säufer im eigentlichen Sinne, und Tee ist hier für sie dasselbe, wie für den Alkoholiker der Alkohol. Zn fast allen beobachteten Fallen war die Methode der Tcebcrcitnng die gleiche, und es ist verderblichere und notwendig folgenschwerere kaum zu erdenken. Es wird nämlich eine ungemessene Quantität der Blätter in den xcetopf zu den alten hineingeworsen und die Prozedur wiederholt. Dies ergibt schon nach der ersten Infusion eine mit Tannin und Thein reich, gesättigte Flüssigkeit In jüngst erschienenen Berichten der inländischen Rrantenanfialtcn wird den übermäßigen Teetrinkerti ein hervorragender i, ätiologischen Faktoren der Geisteskrauken cingerälimt. D-e'-S Fasiunl sowie das Anwachsen des jährlichen Teeinports lassen ein gründliches Ltudium der Tee-Trinksucht wünschenswert erscheinen. m t n W Mörderin", so betitelt sich ein ergreifender Aussatz von Professor Dr. Ma; Flesch in einem Frauenblatte. Prof. Flesch knüpft an den Mannten Mord-Prozeß an, der kürzlich in Offenbach gespielt hat. Ter Tatbestand ist folgender: Die Mörderin hat ein Kind erdrosselt und beifeite geschafft, das nichts ahnend zu ihr kam, um einen Bereinsbeitrag zu erheben. Der Mord war wohl vorbereitet. Das Todesurteil war unausbleiblich niid durch den Tatbestand, der keinerlei Sympathie für btt Verbrell crin möglich erscheinen lägt, vollauf gerechtfertigt, ist aber trotzdem später im Gnadenwege in lebenslängliches Zuchthaus nmgewandelt. Den wirklich Schuldigen sieht Prof. Flesch jedoch nicht in der Frau, sondern in dem jammervollen Eheverhältnis, in dem sie lebte; ja diese ökonomische Abhängigkeit vom Mann, unter der zahlreiche Frauen leben, war der Grund des Hebels. Die Gerichtsverbandluiig hat ergreifende Bilder dieser Ehemisere aus Licht gezogen, so daß es in dem Artikel heißt: „Weich' ein stumme- Titlden, weich' ein durch Jahre getragenes maßloses Leiden mußte vorangeben, bis die Aermste, ein Opfer ihrer Pein, zu detikschwach, um noch zu wissen, waS sie jetzt tat, gegen Natur und Sitte sich aufiehnend, zur Mörderin, zur gemeinen feigen Bestie gegen ein wehrloses Kind herabgesuiiken ist". * A us de m Examen. Neber schweißtreibende Büttel plaudert ein Mitarbeiter in der Straßb. Post. Bei der Gelegenheit, so heißt eS dort, fällt mir aus meiner Jugendzeit eine kleine Anekdote ein. Bor der medizinischen Prüfungskoiumission in B. erschien ein junger Kbeinlänter bei dem die Schalkheit bedeutend besser ausgebildet war als das fachliche Wissen. Er hatte im bisherigen Verlauf des Examens noch keine Furore hervorgerufen, als ihm ein Examinator die Frage vorlegte, ob er ihm ein schweißtreibende- Mittel angeben könne. Unser Kandidat besann sich nicht lange, sondern fefjte ein sehr schlaues Gesicht auf und antwortete stotternd — diese Eigentümlichkeit fehlte ihm auch nicht — „Ein kö — kö — kö — königlich — pr — pr — pr — preußisches — St — St — St — Staatsexamen!" Der Unglückliche bestand die Prüfung nicht, rächte sich aber dafür an der menschlichen Gesellschaft, indem er in feiner Vaterstadt ein kleines Wochenblatt gründete, das er mit Geschick der chronique scandaleuse zugänglich zu machen verstand. Er redigierte daS inzwischen wohl längst eingegangene Blatt in einer Weise, die von den Betroffenen zuweilen wohl auch al- hochgradig schweißtreibend empsiinden worden sein mag. Selbsterkenntnis. Frau (mißmutig zu ihrem Gatten, der sie zum zehnjährigen Hochzeitstage mit einem Schmuckstück beschenkt bat, das ihr nicht gefällt): „Pfui, so etwas Häßliches. Du hast doch aber auch gar keinen Geschmack." — Gatte (seufzend) : „Das habe ich schon heute vor zehn Jahren betviefen." Für Mütter. Die Neujahrsnummer — Nr. 16 des Jahrganges — der Zeitschrift für Kinderpflege und Kiudererziehung „Unser Kind" liegt uns vor, welche dem einleitenden Neujahrsgruße an Leserinnen und Mitarbeiter folgend, al- Fortsetzung der Artikelserie „Kindernätrmittel" von Dr. I. Roland, die Beschreibung Lahmanns vegetabilen Milch, der Backbausmilch u. m. a. bringt; — weitere Artikel hygienischen Inhalts sind „Der Einfluß der Schule auf die körperliche Entwicklung der Kinder"; — „lieber kalte Füße"; dann: „Ersrierniigen leichteren Grades".— „Fachgemäße Abhärtung unserer Kinder"; — „Tas Schlittschuhlaufen". Bon den Artikeln erziehlich, pädagogischen Inhaltes sei ganz besonders auf Charlotte Dittmann- „lieber das Erzählen" hingewiesen — von vielen Müttern wird auch Poldi Neudeks: „Das selbständige Esten der Kinder" mit Interesse gelesen werden. — Der wie stets reichhaltige „Briefkasten" und „Bücherbespreck tmg« beschließen den Inhalt der Nummer 16 dieser — unsererseits allen Eltern auf das Angelegentlichste empfohlenen Zeitschrift. Die Administration von „Unser Kind", Wien, I. Mölkerbastei 10 versendet Probenummern. Am Torgraben. Der Abend legt sich iretmdlich um die Dächer, Tie Schwalben bogen girrend durch die Luft . . , Vom Giebelsenster mit 'verschlafner Stimme Em Bübchen weinend nach der Mutter -ruft. Die Schatten klettern laitgsam bis znm Firste, Das letzte Sirellchen Abendrot verglimmt, Rotleuchtend äugen Fenster in die Stille, Wo alles dunkel inemander schwimnu. Das ist so tratilich stilles, weiches Leben, Das müde in dte kleinen Häuser zieht . . , Ans engem Stübchen komint mit Mädchenstimmen Ein tränenwehes altes Liebeslied . . . Gießen. Karl Neurath. Magisches Zahleaquadrat. Nachdruck verboteti. In die Felder nebenstehenden Quadrate? --sollen die Ziffern ___ 7 42 74 115 viermal derart eingetragen werden, daß di« ___Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, wagerechtesi und Diagonalreihen stets 238 beträgt Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nunnnerr Deutsche Hiebe. Redaktion: Ernst Heß. — Roiatwnsdruck und Verlag der Brühl'fchen UnwersitStL-Vuch- und Steindruckeret. R. Lange, Dietzen.