1906 — Wr. 17 .1*1 SV8 W jägnuiil SSi Jem Waßren, Gdle», Schönen. Ein Großstadtroman von Fedor v. Zobeltitz. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Meine Damen und Herren" sagte der Baumeister lächelnd, „Freunde, Gönner und Mitarbeiter. Wir haben den Grundstein zu unserm Musentempel in die Erde versenkt, aber noch fehlt dem Bau, der über ihm errichtet werden soll, der Name. Ich dachte an einen Tichternamen: doch unser Haus dient nicht der Dramatik allein. Ich dachte auch an eine allgemeinere Bezeichnung; aber da kommt man über Trivialitäten schwer hinaus. Wahrhaftig, ich zerbrach mir den Kops. Nun ging ich vorgestern im ALenddämmer schlendernd im Tiergarten spazieren. Am Goldfischteich kam mir ein alter Herr entgegen, den ich kannte. Und auch er kannte mich wieder, hielt mich an und sprach ein paar freundliche Worte mit mir. Er hatte von unserem großen Unternehmen gehört und gelesen und interessierte sich außerordentlich dafür — und in diesem Augenblick schoß mir durch den Kopf: Prinz Ferdinand muß unser Protektor werden, und nach ihm taufen wir Unser Haus!" „Bravo!" rief Herr von Seeben. Noch zwei wiederholten das Bravo; dann wurde es wieder still und Hammer fuhr fort: „Ich sprach mit dem Prinzen. Aber es war schwer, ihn für meine Idee zu gewinnen. Seine Bescheidenheit sträubte sich dagegen. Schließlich bestellte er mich für gestern früh zu sich. Er hatte inzwischen die Meinung des Kaisers über die Haustanse einholen können, und der Kaiser hatte gern seine Zustimmung gegeben. So darf also unser Haus den Namen eines Fürsten aus unserm erlauchten Herrschergeschlecht tragen, eines edlen und gütigen Prinzen, der zugleich zu den führenden' Geistern unserer Nation gehört. Prinz Ferdinand hat eingewilligt. In seiner M- beitsstube stehen die Büsten Goethes und Webers. Auf sie totes er und sagte mir: ,möge in dem Hause, das meinen Namen tragen soll, ihres Geistes Odem kräftig werden' — und dann reichte er mir die Hand. So war es geschehen. Meine Damen rmd Herren: über dem Grundstein, den wir heute gelegt, wird das Prinz Ferdinand-Theater emporwachsen. Dem Dichter und Fürsten, Seiner königlichen Hoheit dem Prinzen Ferdinand, unserm erhabenen Protektor, bringen wir ein volles Glas — hurra, hurra, burra! • • •" Alle stimmten ein. Tie kleine Nina schrie am lautesten, obwohl sie, unbewandert in der Genealogie des regierenden Hauses, den Prittzen Ferdinand kaum dem Namen nach kanitte und durchaus nicht als Dichter. Wer sie schrie das Hurra mit, weil sie schon drei Glas Sekt getrunken hatte lind vergnügt zu werden begann. Mf ihrem hübschen Wuschelkopf saß der monströse Wmterhut halb schief. Auch tzie übrigen waren sehr begeistert ober taten wenigstens so. Nur Prinz 'Arenstein lächelte ein kleirt wenig malitiös. Es schien beinahe, als trage er sich mit eigenen Gedanken darüber, daß matt den greisen Prinzen veranlaßt hatte, seilten Namen dem neuen Theater zu geben. Prinz Fer-i dinand war ein idealer Träumer, und hatten auch seine Epigonendichtungen ihre sprachlicheit Schönheiten, so waren sie doch nicht von jenent Ewigkeitswert, der einen Tempel verdient. Und den fürstlichen Namen nur um der Krone willen an die Fassade des Hauses zu setzen, das sah fast atts tote ein Buhlen um höfische Gunst. . . Prinz Heros schüttelte bett Kopf und leerte nachdenklich sein Glas . . .• Es wurde immer fröhlicher. Ter Zeilen-Knappe saß ttach wie vor am Büfett und stopfte sich voll; aber als! Havannas gereicht wurden, pausierte er, nahm sich drei Zigarren und steckte zwei von ihnen in seinen erbsengelben Paletot, den er auch hier im Zimmer trug. Ter dicke Direktor Giesecke fächelte sich mit dem Taschentuche Luft zu und besprach mit Imhoff und Seeben die letzten Engage-. ments. Tie drei standen in eütent Winkel der Stube, ‘ ihre Kaffeeschalen in der Hand, die Zigarren zwischen den Lippen. Man hörte nur vereinzelte Sätze. „Tie Bogner-Wettin hat noch immer ein prachtvolles Organ, Herr von Seeben . . „Eilt fester Stamm ist die Hauptsache . " „In der Mittellage ist nichts mehr los mit ihr, Zm.,oss . . ." „Natürlich von Falk und Quaglio . . ." „Nur keinen gemalten Vorhang, meine Herren . . „Aber in der Höhe leistet sie! Brillantes..." Priestap hörte von fern das Schwirren der Worte. Er hatte die (Teilte Nina dem Prinzen überlassen und hielt sich ein ivenig zurückgezogen. Gegen seine Gewohnheit trank er ziemlich viel. Er ärgerte sich über die Bevorzugung Ärensteins durch Nina. Ein heißes Gefühl, fast wie ein schmerzendes Weh, ging durch sein Herz. Und plötzlich lächelte er; aber nicht in seiner weichen Art wie sonst. Es war etwas Triumphierendes. Er sagte sich heimlich: dies Prinzlein steche idj aus; wollest einmal sehen, wer Sieger bleibt — deine Krone ober mein Geld . . . Er mar kein Schürzenjäger. Liber das Frische und Unberührte dieser kleinen Person reizte seine Sinne. Er dachte, sie sei leicht zu gewinnen, und er gönnte sie dem Prinzen nicht. Aehnliches dachte noch einer: das war Hammer. Auch ihm hatte Nina es angetan. Er schalt sich einen Tummkopf. Es wurmte ihn, daß sein Herz schneller schlug, wenn sein Ange die hübsche Brünette traf. Er hatte die Weiber immer sehr von oben herab beurteilt; sie waren durchaus das „schwächere" Geschlecht für ihn: für den Mann nur ein Spielzeug, ein amüsantes Füllsel seiner Mußestunden. Und nun ertappte er sich, zum ersten inale in seinem Leben, ans einer ernsthaften Neigung, einer Neigung — es war zum Lachen .— zu einer kleinen unbedeutenden Sängerin ... Er besprach Geschäftliches mit Berndal, der lange Zahlenreihen vor ihm aufrollte. Aber er hörte nur mit halbem Ohre zu. 66 Sein Blick kehrte immer wieder zn Nina zurück. Sie faß an einem der kleinen Tische und hielt eine Zigarette, die der Prinz ihr gereicht halte, zwischen den blühenden Lippen. Dieser leibhaftige und wirkliche Prinz übte auf die anwesende Weiblichkeit sichtlich eine besondere Anziehungskraft ans. Anita Berndal hatte sich ihm zunächst genähert, mit dem dümmlichen Lächeln auf ihrem hübschen Gesicht, das manche Männer dem klugen Ernst int Frauenantlitz vorziehen; Tora Held war gefolgt, mit gereckter Büste, sodaß der Atlas ihres Mieders leise krachte, daun eine andere Schauspielerin und dann noch eine — und plötzlich sah sich der Prinz, ganz gegen seinen Willen, von einem Schwarm junger Damen umgeben. Er fügte sich dieser Zernierung, ließ seine Zigarettendose umhergehen und gab willig jedem Gesprächsthema nach. Es amüsierte ihn, einmal die harmlose Torheit plaudern zu hören. Nina begann jeden Satz mit „Dürchlaucht" und sprach viel wolkigen Unsinn; dagegen trat Tora Held auch dieser Fürstlichkeit gegenüber als Dame von feinster Bildung auf. Sie fragte den Prinzen, ob er ein Arenstein-Bisingen oder ein Arenstein-Walsungen sei; ein Arenstein-Jppenburg-Noden- hansen sei mit ihrem seligen Vater sehr intim befreundet gewesen. Und dann flocht sie auch ein, daß ihre selige Mutter dem Hochadel Niederösterreichs angehört habe, und wollte noch weiteres von ihrer Verwandtschaft erzählen, als das Klirren eines zerbrechenden Glases sie störte. Der Zeilenknappe hielt auf einem Stuhl neben dem Büfett sein Verdauungsschläfchen und hatte dabei einen Champagnerkelch vom Tisch gefloßen. »Das bedeutet Glück!" jubelte Nina Imhoff, und alle gaben ihr recht. Eine sonore Stimme wiederholte die Worte. Herr Sven Trusen war auf einen Stuhl gestiegen und erhob sein mit Eliqnot gefülltes Wasserglas. „Das bedeutet Glück, meine Verehrtesten", sagte er. „Ohne Glüek fein Sieg. Wünschen wir es vor allen Dingen dem genialen Erbauer des Prinz Ferdinand-Theaters. Möge neben den Musen auch Fortuna Wache halten am Tor des neuen Hauses und das Füllhorn ihrer Gnade über Urban Hammer entleeren. Meine Damen und Herren, es ist dessen gedacht worden, der dem Theater Unter den Linden seinen 9iamen gab. Meine Damen und Herren, hebeit wir nun l'nser Glas auch, und leeren wir es auf das Wohl dessen, der das Haus baut, auf das Wohl meines verehrten Freundes, des ersten und größten Architekten der Metropole, auf das Wohl Urban Hammers — er lebe hoch, hoch, hoch! . . ." Das Hoch rauschte auf. Sven Trusen sprang vom Stuhle und ging mit dem erhobenen Glase Hammer ent- gege», der ihn mit eiskalter Miene empfing, trotzdem aber mit ihm attfließ, Tann wandte er sich kurz um, winkte Imhoff und zog ihn nach der Tür. „Dieser Mensch vergällt wir die Laune", slüsterte er. „,oft es erhört, von mir als feinem ,Freunde' zu sprechen?!" „Ich pack' ihn an dem Kragen, ich iverfl ihn hinaus!" flammte Imhofs auf und ballte beide Hände. ..„Tun Sie mir den Gefallen und vermeiden Sie jedes Aufsehen, Imhofs", sagte der Baumeister ernst. „Aber rüffen Sie zum Aufbruch. Es ist sowieso Zeit. Ihre Nina hat bereits einen Keinen Schwips." Imhoff schwor, daß er Nina gründlich die Wahrheit sagen werde, wenn sie sich ungebührlich benehme. „Ein Rabenkind! Wie sitzt ihr der Hut?! Wie ein kontrakter Windmuhlenflügel. Sie hat einen Schwips, es ist so. Sie kann nichts vertragen, aber das schließt nicht aus, daß ich sie verhauen werde, sobalo wir zu Hause sind, damit sw lernt, sich in vornehmer Gesellschaft gesittet zu be- tragem Es ist empörend. Sie raucht nicht, sie tauf förmlich em 8Trette- ^ne Manieren. Ich bläu' sie ihr _ war wütend über die alberne Brutalität Jm- vOlfs, der ersichtlich auch schon zu stark pokuliert hatte. "E"chlsi ^^den Sie nicht solchen Unfug", sagte er leise. „.Aachen Sie lieber die Äugen auf, daß sich nicht zwischen dem Prinzen und Ihrem Tochterlein etwas anspinnt —■" „O verflucht!" schrie Jinhoff. Man wurde aufmerksam. Hammer zuckte nut den Schultern und traf an Aren stein 5e.rcurt' um sich zu empfehlen; er schützte einen Geschäfts- befuich vor. Der Prinz zog die Uhr, tat erschreckt und erhob sich gleichfalls. Mich Herr von Seeben rief nach seinem Paletot. Knappe schnarchte laut am Büfett, über das der Tunst der Zigarren zog. Es war eine erstickende Hitze int Zimmer, und aller Gesichter waren gerötet. Priestap half dem Prinzen in seinen Ulster. „O — bien merci", sagte Arenstein, „sehr liebens^ würdig, Herr von Priestap. Was machen denn Ihre beiden Renner? Hatte der ,Gloster' nicht eine Sehnenverletzung?". „Eine ganz Unbedeutende, Durchlaucht", erwiderte Prie°< stap. Seine Stimme klang heiser und vibrierte nervös, als er sortsuhr: „Durchlaucht vergeben — ich möchte eine Frage tut Vertrauen an Sie richten . . ." Arenstein schaute verwundert in das erhitzte Antlitz! und die fiebrigen Äugen des jungen Mannes. „Bitte, lieber Herr von Priestap", entgegnete er. „Gehen wir über den Hof, da vermeiden wir das vordere Lokal. . ." m Die beiden schritten nebeneinander. Priestap stieß dis Worte hastig imd abgebrochen hervor. „Durchlaucht", sagte er, „ich möchte fragen — fragen, ob — nnn also, ob Sie Interesse an der Riva Imhoff nehmen. . ." „Nina Imhoff", wiederholte der Prinz. „Äh — — ba| ist die Kleine mit den dunklen Augen und dem verrückten Hut . . . Interesse, sragen Sie . . . Lieber Herr! von Priestap — Interesse — warum nicht? Ties Kind! hat Charme. Ware sie zu Fest und Feier geputzt erschienen wie eme Modekönigin und mit Brilläiitboutons und Rmgeil und Spangen — dann hätte ich sie sicher kaum' beachtet. Aber sie fällt aus dem Typischen heraus. Ihr alter Hilt ist mit Federn geschmückt, die eher eine Krähe getragen haben mag als etn Strauß oder ein Marabu, und ihr verwachsenes Jäckelchen hat helle Nähte. Sahen Sie, lieber Priestap, wie sie ihren Hummer aß? Halb mit den Fingerlein und halb mit der Gabel und auch mit dem Messer wütete sie hinein. Noch mehr Freude hatte ich, als sch ihr ein paar Austern holte. So ißt nur die recht- schasseue Ehrbarkeit Hummern und Austern. Ihre Seel« ist noch weiß, Freund Priestap, und ihres Herzens Ver- derbms kann noch nicht grog sein. Wer warten wir es ab. Vielleicht schlürft sie schon in Jahresfrist die Austern wie ein erfahrener Gourmet und iveiß Mumm Cordon rouge von Söhnlein und Henckeltrocken zu unterscheiden. Dann trägt sie auch sicher nicht mehr ihr verwaschenes Zäckchen und den Huf mit den Krähenfedern . . . Also Interesse — ja, Herr von Priestap — und warum nicht?..." .. Priestap schüttelte heftig ben Kopf. „Sie wollen mich mißverstehen, Durchlaucht", sagte er. „Ich meine — meine em wärmeres Interesse . . . kurz, Durchlaucht, ich frage, !veil — weil ich fühle, daß üb das Mädel lieb habe. . ." „Äh so", antwortete Arenstein kurz. Tie beiden Herren schritten die Linden hinab. Der Prinz ließ eine Keine Zeitspanne verstreichen, ehe er fortfuhr: „Sie lieben die Kleine. In Gottes Namen. Bringen Sie ihr viel Liebe entgegen. dm Nicht Ihr Konkurrent um das Herzchen, Priestap — ach, nein. Ich war nie ein Freund sogenannter Verhältnisse - • • Aber schade — schade ist's doch. Noch gehört sie Ihnen nicht; das sagten mit Hut und Jacke und Hummern und Austern. Doch sie wird st!> nicht sträuben; der goldene Zauber ist groß. Nichtsdestoweniger: in der Knlisseiiluft zerflattern die Tugendrvsen; früher oder später würde He doch ein Opfer des Mammonismus werden, wie ein gebildeter Feuilletonist sich ausdrücken dürfte. 'üHfo in nomine Dei. Vielleicht sind Sie als der erste der beste. Geben Sie ihr alles an. Liebe, was Ihr Herz füllt, Priestap. Liebe staubt nicht dw Blütenreinheit von einer Weiberseele. Und auch eine, die wir gefallen' nennen, kann rein bleiben. Lassen Sie ihr diese Reinheit, wenn sie Ihre Geliebte! wird. Sie gürten damit ein deinantenes Band um die eigene Seele..." a Ter Prinz war stehen geblieben und reichte Priestap die Hand. „Äiddio, mon cher. Icy will noch ein paar Karten auf der russischen Botschaft abgeben . . ." Priestap ging allein weiter. Er ging durch ben Tiergarten, der in mailichem Grün prangte. In ben Rabatten der Schmuckplätze blühte eine strahlender Frühlingsflor; die Pfingstrosen brachen auf. Tie'Sonne war im Niedergang, mid es tropfte eine rote Lohe von ben Zweigen herab. Weiß stauben bie Bildsäulen gegen das sich tiefer schattierende Grün. Noch fangen die Vögel im Geäst. Priestap spürte die Lenzfreude nicht. Eine tiefe Melancholie schlug grcmflüglig durch feine Seele. Sehnsucht nach — 67 — Liebe hatte er nur einmal empfunden. Tu war sie vvm Schicksal getötet worden. Nun wuchs sie wieder in seinem vereinsamten Herzen und wurde beinahe zur Qual. Wie fein empfindsam, wie mimosenzart sein junges Herz, und dennoch wie grausam verödet es war, das wußte er selbst nicht. Er spürte nur den allmächtigen Sehnsuchtsdrang und das heiße Verlangen nach Liebe. Tie letzten Worte des Prinzen beschäftigten ihn lebhaft. Daß da ein edler Geist zu ihm gesprochen hatte, fühlte er. Er verstand auch, was Arenstein mit der Reinheit der Seele gemeint hatte. Tas war etwas Köstliches. Er lächelte nicht darüber, der versonnene junge Mann, dem das Leben keine Arbeit gab. Ter Gedanke hatte etwas Beglückendes für ihn, diese Kleine in ihrer Unberührtheit für sich zu gewinnen und festzuhalten: als seine Geliebte, nicht als Dirne. — (Sortierung folgt.) Ais Wattenöerg. Die englische Presse, namentlich diejenige, die mit dem Londoner Hofe gute Fühlung unterhält oder doch wenigstens unterhalten möchte, ist augenblicklich eifrig an der Arbeit, um den Nachweis zu führen, daß König Alfons XIII. von Spanien in der Prinzessin Ena von Battenberg eine rein englische Gemahlin erhalten wird, die nur in sehr losen verwandtschaftlichen Bezieh- ungen zu Deutschland steht. In der Tat hat die künftige spanische Königin ja eine vollkommen englische Erziehung erhalten, und man darf keinen Augenblick bezweifeln, daß sie sich durchaus nur als Engländerin fühlt. Das ändert indessen nichts daran, daß in ihren Adern mehr deutsches als englisches Blut fließt. Es ändert auch nichts daran, daß, für die meisten deutschen Monarchen eine Heirat mit der Prinzessin Ena, ihrer Abstammung wegen, den Hausgesetzeu zufolge keine standesgleiche und ebenbürtige, sondern, wie der fürstenrechtliche Begriff lautet, eine „Mißheirat", eine „Mesalliance" gewesen sein würde.. Es ist ja noch gar nicht so lange her, daß gerade von London aus das Gerücht lanciert wurde, man sei am Berliner Hofe bestrebt, die Hand der Prinzessin für einen der Söhne des deutschen Kaiserpaares zu gewimien. Hier war höchstens der Wunsch der Vater des Gedankens. Denn die Verbindung eines preußischen Prinzen mit einer Batteirberg hätte ohne Zweifel zur Ausschließung ihrer Nachkommen von der Thronfolge geführt. Es braucht nur daran erinnert zu werden, wie Wiser Wilhelm I. einst auf seine Neigung zu der Prinzessin Elisa Radziwill ans dieser Erwägung Verzicht leisten mußte. Wir konstatieren hier nur diese Tatsachen und enthalten uns jeder Kritik ihrer Berechtigung, speziell der verfänglichen Frage, ob und wie weit das Fürstenrecht und seine Anschauungen in unsere Zeit noch hineirt- passen. . . „Battenberg, Flecken im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf, an der Eder, hat eine evangelische Pfarrkirche, eut Amtsgericht und 999 Einwohner". — Das ist alles, was Ms Konversationslexikon von dein nassanischen Städtchen zu melden weiß, das seinen Namen der Braut des jungen Herrschers gab, in dessen Reiche die Sonne einstmals nicht unterging. Und wir vermögen nicht zu verraten, was den Großherzog Ludwig III. von Hessen bestimmte, gerade den Titel einer „Gräfin von Battenberg" zu wählen, als er sich in der Notwendigkeit sah, 1851 der morganatischen Gemahlin seines Bruders, des Prinzen Alexander, einen Namen und Stand zu verleihen, da sie deren des Prinzen nicht teilhaftig werden konnte. (Eine Beziehung zu unserer Gegend hatte Julie von Hauke doch: sie war die Enkelin des Pfarrers Heinrich Wilhelm Schweppenhänser zu Groß-Rechteren im Kreis Wetzlar; allerdings dürfte dies bei ihrer Standeserhöhung nicht bekannt gewesen sein. Red.) Die Familiengeschichte der Battenberg erstreckt sich demnach nur über ein halbes Jahrhundert, aber sie ist dafür von Anfang an reicher an romantischen Kapiteln als die manches anderen Hauses. Prinz Alexander von Hessen war noch nicht 17 Jahre alt, als er seine Schwester Marie nach St. Petersburg begleitete, wo diese am 28., April 1841 die Gemahlin des damaligen Cesarewitsch, des spätereii Kaisers Alexander II. wurde. Wie manche deutsche Prmzen es in ähnlicher Lage getan haben, verknüpfte er sein rr? ihrem glänzenden Lose und trat als Rittmeister in das Chevaliers-Garde-Regiment ein, wo er natürlicherweise schnell avancierte und dann auch Gelegenheit hatte, im Kaukasus kriegerische Lorbeeren zu ernten. Er verließ den russischen Dienst yuo vertauschte ihn, gegen den Oesterreichs, nachdem er trotz des Widerstrebens feiner Schwester und seines Schwagers ein Ehrenfräulein ihres Hofes, die Gräfiil Julie von Hauke als seuie Frau heimgeführt hatte, die Tochter des russischen Generals der Artillerie und pvliiischen WiegsNiinisters Grafen Moritz tion Hauke, dessen Vater aus Flandern nach Sachsen gekommen, Sekretär des allmächtigeii Ministers Grafen von Brühl geworden und diesem nach Warschau gefolgt war. Die Gräfin Julie Battenberg — Prinzessin wurde sie erst 1858 — war, nach den von ihr vorhandenen Bildern zu urteilen, eine ebenso schöne Frau, wie ihr Gatte, der hefsische Prinz Alexander, eine edle und ritterliche Erscheinung. Mes« Äußeren Vorzüge wurden auch ihre« Kindern zuteil und haben, wenigstens bei einigen von ihnen, gewiß dazu beitragen, deren Glück zu machen. Der älteste, Prinz Ludwig, trat in englische Ilottendienste und vermähltesiich mit einer Cousine, der Prinzessin Viktoria von Hessen. Die Schicksale des zweiten, der als Fürst von Bulgarien Alexander I. hieß und als Graf von Hartenau und Gatte der Sängerin Johanna Loi- singer starb, sind bekannt. Der jüngste, Prinz Franz Josef, hat eilte der hübschen Töchter des Fürsten von Montenegro, Schwester der Königin von Italien, zur Frau, aber allen Drei überlegen an auffallend einnehmendem Aeußeren, einem fast klassisch geschnittenen Antlitze und einer prachtvoll gewachsenen Figur, war der dritte, Prinz Heinrich von Battenberg. Er stand als Leutnant bei den Potsdamer GardeS-du-Corps und seine Kameraden nannten ihn den „Schönen Heinrich". Von Charakter war er der 'liebenswürdigste, freundlichste Mensch, vielleicht nicht ohne eine gewisse Weichheit und Nachgiebigkeit. Auf ihn fiel die Wahl, als die Königin Viktoria von England unter den „kleinen" deutschen Prinzen Umschau hielt, um ihrer bereits den dreißig nahen und von der Natur äußerlich nicht sehr verschwenderisch ausgestatteten jüngsten Tochter Beatrice einen Gatten zu suchen Man hat damals wissen wollen, daß der Prinz lange schwankte, ehe er auf ein Angebot einging, das ihm wohl eine glänzende Zukunft, auch in materieller Hinsicht, verhieß, zugleich aber für ihn doch eine Einbuße an persönlicher Freiheit und das Ausgeben des ihm lieb gewordenen militärischen Berufes bedeutete. Iht6 als er sich dennoch dazu entschlossen, sehnte er sich gewiß später noch oft nach der frischen, ftöhlichen Leutnantszeit zurück. Er mußte sich nicht nur verpflichten, nach England überzusiedeln, und selbst Engländer zu werden, sondern auch bis zum Tode der Königin Vittoria, die die Gesellschaft und Pflege ihrer letzten Tochter nicht missen wollte, mit seiner Gemahlin in der unmittelbaren Nähe der nicht immer bequemen Königin zu leben. Dafür ward er denn „Königliche Hoheit" — ein Prädikat, das ihn aber nach deutschen Begriffen, ebenso wie seine Nachkommen, die „Hoheiten" wurden, nicht aus dem Stande des einfachen niederen Adels herausheben konnte. In der Tat tangieren nach diesen Begriffen alle Battenberg z. B. hinter den Mitgliedern der nur gräflichen, mediatisierten Häuser Stolberg, Pappenheim oder Schönborn. Das Ende des Prinzen Heinrich — oder des Priirce Henry, wie er nun hieß — verdient fast ein tragisches genannt zu werden. Die rein dekorative Würde eines „Gouverneurs und Generalkapitäns der JnKl Wight" konnte ihn wenig befriedigen. Er sehnte sich au§ der erzwungenen Untätigkeit und der engen Luft des nur von Frauen beherrschten Hofes und setzte es endlich durch, daß er 1896 ein Kommando nach Indien erhielt. Aber eine kurze Krankheit raffle ihn schon hin, ehe er es antreten konnte. Selbstverständlich war bei feiner Verheiratung auch ans« bedungen worden, daß feine Nachkommen in England und als englische Bürger aufwachsen müßten. Und insofern wird es der Prinzessin Ena Niemand verübeln, daß in ihr nie ein Gefühl für ihren deutschen Ursprung lebendig werden konnte. Trotzdem bleibt die Tatsache bestehen, daß die Verlobte des Königs von Spanien ihren Prinzessintitel und ihren Namen nur ihrer Zugehörigkeit zu dem morganatischen, unebenBürtigcn Zweige eines deutschen Fürstengeschlechtes zu danken hat. v. W. Aus Sud rMarms „Stem unter St in?n". Im Hauptblatte ist die Gießener Aufführung von Sudermanns „Stein unter Steinen" ausführlich besprochen worden. An dieser Stelle sei eine Ärbeitspkatzszene auszugsweise wiedergegeben, deren aummende Frische anerkannt zu werden verdient. Insbesondere ergötzt der SpihbubewHumor Struves, der wieder einmal einen Einbruch versuchte und dem Prinzipal, der ihn gern der Justiz entziehen möchte, sagt, „was ein reelles Alibi ist, kostet wenigstens fünfzig Mark". Den Kameraden auf dem Arbeitsplatz aber imponiert er nicht wenig mit seiner Zuchthaus-Herrlichkeit. Hören wir ihm zu: Sprengel: Der tut sich noch dicke auf sein Zuchthaus. Struve: Nil ob. Da kommt ihr noch lange nich rin. Da sind bloß seine Leute drin. Ja. Die Anderen (lachen). Lohmann: Darum heißt es auch die hohe Schule. Struve: Jawoll. Da lernt man was. Hast du überhaupt ’ne Kleider- bürschte? Die hat mir der Staat immer franko geliefert. Aus lauter persönlicher Hochachtung . . . Oder gar 'ne Zahnbürschte? Aber ich — siehstel . . . Kiek dir mal an, wie der Dreck an dir 'rumklebt . . . Aber wir machen dort zu Mittag immer Toi—lette. Und Handtuch tragen wir immer auf’it Arm, da laufen wir den janzen Tag mit 'rum. Vor lauter Feinheit. Ja. Die Anderen (lachen). Struve: Ueberhaupt, was bist du hier? Und was bin i ch hier? Und was sind wir alle hier? . . . Dreck sind wir. Hoch über dir kommen erst die Steinmetzen . . . und da hoch drüber die Bild» 68 Hauer. Und denn noch höher der Polier - . . Und denn gar erst . . . ach! Dort hab’ ich immer in de erschle Klasse gearbett't . . . Weisse Binde hab' ich trnflen dürfen. Tischältester bin ich gewesen. Tas ts mehr wie der Polier. Das is wie 'n Jeneral ♦ . . Das kannste alles werden, wenn de iilS Znchlhaus kommst . ♦. . Karrt—ere kannste machen. Ja. Lohmann (singt spottend) : Liebes Kind, tut weine »ich, Mittag jibt's den blauen Heinerlch; Stehst du mit denr Schien aus du lind du, Kriegste auch 'n halben Hering zu.--- Wenn da alles so viel scheener is, >vat machste denn nid) wieder hin? Sprengel: Ta hast d u doch freien Angtree. Struve: Kinderscb, ick iverd' euch mal ivas erzählen! Dicht an de jroße Austenmauer in Waldheim — da steht nämlich 'ne alte Linde . . . Und von de Fifftttatton aus, Ivas nämlich der Arbeitssaal is, da siehsle 'n janzes kleines Sluckschen von . . . Und von'» Spazierhoi aus, wo du immer sechs Schritt Hintern Vordermann hcrzoddelst, (stolz) bloß nicht wir von de erste Klasse, wir singen natierlich immer 511 zweie — wenn du da — uiid du huppst in die Höh', dann siehst wieder 'n andern SlüÄschen — so sechzig bis achtzig Blätter, wodran du immer jenau wissen kannst, was für Jahreszeit is . . . Und nun Hai uns immerund ewig der Deibel geplagt, daß wir auch mal den janzen Lindenbanm sehen wollen, denn der soll nämlich der scheenste Lindenbaum sein, wo's ans de Welt überhaupt jibt. Das soll schon in de Geschichtsbicher stehn . . . Na, und wo nu endlich der Tag da iS von de Entlassung, und wo einem das Herz bis in’n Kopp 'rau'bummert — und wo nu das innere Tor auijeschlossen wird — na, da is er nu — und da is er 'n janz jemeiner oller, ekliger Lindenbaum, Na — und so war denn hernach alles — die janze Freiheit. Tast Sudermann auch sonst durch einige feingesührte Szenen, prächtige Einfälle, markige Worte entschädigt, braucht natürlich nicht erst gesagt zu werden; dem ganzen verspäteten Stück realistischer Dramatik gegenüber bleibt man fremd und völlig gleichgiltig. Wie König Alfons von Spanien mit feiner Braut verwandt ist. Die europäischen Fürstengeschlechter sind bekanntlich _ im Grunde genommen alle eines Stammes. Auch König Alfons und Prinzessin Ena besitzen gemeinschaftliche Vorfahren. Der Weg geht über einen preußischen König, über Friedrich Wilhelm I., den Vater Friedrichs des Großen. Die Großmutter mütterlicherseits des Königs Alfons, die Erzherzogin Elisabeth von Oesterreich, war die Tochter einer ioürttemb. Prinzessin, einer Enkelin des Herzogs Friedrich Engen von Württemberg.^dcr die Markgräfin Friederike Dorothee Sophie von Brandenburg-Schwedt zur Frau hatte. Deren Mutter aber war eine Tochter des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen und der Königin Sophie Dorothee, der Tochter Georgs I., des ersten Königs von England aus dem Hause Braunschweig-Hannover. Von Georg I. von England stammt nun auch die Prinzessin Ena von Battenberg ab, als Enkelin der Königin Viktoria, deren Ahnenreihe in direkter Linie von ihrem Vater, dem Herzoge Edward von Kent, zu Georg III., dem Enkel Georgs II. und Urenkel Georgs L, führt. Das hört sich wohl ein bischen verwickelt an, ist aber rm Grunde doch recht einfach und will besagen, daß König Alfons XlII. und seine Verlobte Beide Deszendenten des Königs Georg I. von Großbritannien und seiner unglücklichen Gemahlin, der „Prinzessin von Ahlden", sind, die ihre Liebe zu dem Grafen Königsmarck mit lebenslanger Verbannung und Hast büßen mußte. ver'tnrfevsss. •* Eine alle Wctterpropheizeung vom Jahre 1593, in welchem dcr erste Weihnachlstticrlag, wie der lctztvcrgcmgcue auf einen Montag fiel, lautet: „Wird der Christtag auf Montag gezahlt, — So wird der Winter weder warm noch lall, — Sondern ein mäßiges Welter man befind; — Dcr Lenz wird gut und der Sommer mit Wind. — Große Sturmweller dasselbe Jahr kommen — Und vielen Landen tun kein Frommen. — Es wird der Herbst gut und viel Weins haben, — Mit Honig wird man sich fast nicht laben: — Denn die Bteuen und Vteh gemeiniglich sterben, — Welches viel Honig und Milch tut verderben. — Auch werden viel Frauen halb verzogen — Und ihre Männer herzlich beklagen, — Jedoch sollen sie das Leid anstcllen — Und sich zu einem andern gesellen." Hosienllich trifft diesmal nur das Gute aus dcr Weissagung ein. * Rebcl ist nasser als Regen! Im Prometheus lesen wir folgendes: Wenn es stark regnet, enthält ein Kubikmeter der Luft weit weniger Wasser als bei dichtem Nebel. Das erscheint auf den ersten Blick paradox, ist aber durchaus richtig, wenn cs uns auch manchmal bei einem tüchtigen Platzregen so vorkommt, als würden wir durchs Wasser gezogen. Bei einem sehr heftigen Regen, für den der Regenmesser 60 mm anzeigt, fällt pro Stunde auf einen Quadratmeter eine Wassermenge von 60 kg, pro Quadratmeter und Sekunde also etwa 16 gr. Bei einer Geschwindigkeit der Regentropsen von 1 m pro Sekunde ergibt das für 1 cbm Lust während beS Regens einen Wassergehalt von 16 ccm, bei 2 m Geschwindigkeit der Tropfen pro Sekunde nur 8 ccm n. s. f. Die Geschwindigkeit der Regentropfen ist bekanntlich proportional ihrer Größe und schwankt von 1,84 m pro Sekunde bei 1 mm Tropsendurchmesser bis zu 4,08 m bei 5 mm Durchmesser. Bei heftigem Regen beträgt der Tropfcndurch- wcsser etwa 1 mm, so daß sich der Wassergehalt von 1 cbm Luft bei Regen im Durchschnitt auf 10 ccm stellen dürfte. Andererseits aber betrügt der Feuchtigkeitsgehalt der mit Wasser gesättigten Luft bei 15° C. etwa 13 ccm pro Kubikmeter, woraus sich ohne weiteres der größere Wassergehalt der Luft bei Siebet als bet Regen ergibt. '** Welche merkwürdige Dinge werden heute auf den englischen Auktionen verkauft. — Erst kürzlich wurden die Mieten und Zölle einer kleinen Gemeinde bei Varmouth öffentlich versteigert. Pharaos Tochter und der Sarg Lihuuglschangs wurden vor einigen Jahren in einem Londoner Auktionsraum losgeschlagen, das alte düstere Ncwgate- Gefängnis wurde in einzelnen Stücken verkauft, in dem Londoner Token- House Aard wurden Offerten für den inexikanischen Bnlkan Popokatepetl erbeten. Ein Polizeiamt und eine Heilstätte für Geisteskranke zählten zu den Verkaufsgegenständen in demselben Katalog. Das alle Rathaus dcr Stadt Nottingham wurde einem unternehmenden Zuckerbäcker zngcschlagcn; der ein Museum daraus machte, und eine der Kanalinseln, das kleine aber liebliche Herm-Eiland wechselte ebenfalls auf einer Auktion seinen Besitzer. Unter anderen seltsamen Dersteigernngsgegenstünden befanden sich ein gestrandeter Walfisch, die Hanfseile von Henkern, und ein Chek auf elf Millionen Pfund Sterling, eine Teilzahlung der noch schwebenden chinesischen Kriegsentschädigung an Japan. * Münchner Studentenulk. Szene: Eine Hauptverkehrsstraße in München vor einem Kaufhause Zeit: Abends 7 Uhr. Ein Student steht mit verbundenen Augen da. Um thn her eine Menge von mindestens zweihundert müßigen Gaffern, die ständig wächst. Ein Schutzmann bemüht sich, dem Musensohn klar zu machen, er müsse fort, er dürfe keinen Straßenauflauf verursachen, woraus der Student nicht im mindesten reagiert. Plötzlich zieht ein anderer Student die Uhr, tritt auf den Freund zu und sagt ihm ins Ohr: „Du, jetzt sinds Zwei!" Sofort nimmt der Student die Binde von den Augen und beide sind im Stu verduftet, während sich ein zweiter Schutzmann mit Mühe seinen Weg durch das Gewühl bahnt. Der Student mit der Binde hatte nämlich gewettet, innerhalb fünf Minuten eine größere Menge und mindestens zwei Schutzleute zu versammeln, ohne etwas besonderes zu beginnen. Literarisches. — Der Internationale Frauenbund für Vogelschub versendet eine Aufforderung zur Beteiligung an eineml Preisausschreiben. Es werden volkstümlich gehaltene Erzählungen und Geschichten für Kinder von 7—13 Jahren verlangt, durch die das Verständnis und die Liebe zu unserer Tierwelt und im besonderen zu unserer Vogelwelt tvachgerufen und möglichst weit verbreitet werden soll. Die Arbeiten für dieses Preisausschreiben müssen bis spätestens am 1. Oktober im Besitz des Internationalen Frauenbundes für Vogelschutz sein; die Preisverteilung erfolgt im Frühjahr 1907. Als Preise sind 300/ 200, 100 und 50 Mark ausgesetzt; außerdem behält sich der Bund vor, weitere Arbeiten zur Benutzung auszuwählen, die mit 20 Mark honoriert werden. Das Preisrichteramt haben u. a. übernommen: Viktor Blüthgen, Fräulein Marie v. Bunsen, H Exzellenz Freiherr v. Dincklage-Campe, Exzellenz v. Holleben, Kaiser!. Botschafter «. D., Exzellenz Freiherr von Liliencron, Ossip Schubin, Frau Anna Ritter, Prof. Dr. Julius Rodenberg, Emit Prinz zu Schönaich-Carolath, Staatssekretär Freiherr von Thiel- manu. Die näheren Bestimmungen werden den Interessenten auf Wunsch von der „Geschäftsstelle des Internationalen Frauen-^ Hundes für Vogelschutz", Berlin O. 27, Holzmarkt-Straße 53 kostenlos zugesandt. Bilderrätsel. Nachdruck verboten. Auflöfimg in nächster Nummer. Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nummer; A H 0 K N HAFF OFT R E N Redaktion: Ernst Heb. — Rotationsdruck und Verlaa der Brü-bl'leben Unwersttäts-Bucd- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.