Witirvöch den 1. August B®0 TKOy 1W ZMW ®Ä§Mi MRUM ff Anstalt Grotzh. Hessen, Darmstai» (Schluß.) Neben der Verhütung der Tuberkulose ist in der Ausstellung besonders eingehend auch die Heilung der Tuberkulose zur Anschauung gebracht worden. Das Bild eines der hervorragendsten Vorkämpfer für die Lehre von der Heilbarkeit der Tuberkulose, die jahrhundertelang angezweifelt wurde, - ist über dieser Abteilung ausgehängt, nämlich das unseres verstorbenen engeren Landsmannes, des Geheimerats Dr. Peter Dettweiler. Die Heilbehandlung der Tuberkulose wird zurzeit mit dem größten Erfolg in den sogen. Heilstätten geübt, in denen mau den ergriffenen Organismus durch gute Ernährung, Luft, Licht und Wasserbehandlung, sowie durch richtig dosierte Ruhe und Arbeit, vielfach unterstützt durch Tuberkulinbehandlung, kräftigt und zum siegreichen Kampfe mit den in ihn eingedrungenen Tuberkelbazillen befähigt. In welcher Weise diese Behandlung geübt wird, zeigen die Bilder der hessischen Heilstätten, der Ernst Ludwig- und Eleonoren-Heilstütte. Graphische Darstellungen geben zugleich Aufschluß über die Tauer der erzielten Kurerfolge. Tie Heilbehandlung in Hessen ist' seit dem Jahre 1900 3710 Personen zuteil geworden. Daß dies möglich war, verdanken wir der Invalidenversicherung, die, um dem Eintritt der Invalidität durch Tuberkulose vorzubeugen, in allen diesen Fällen das Heilverfahren eingeleitet hat. Ueberhaupt ist die Invalidenversicherung die eigentliche materielle Grundlage für die deutsche Tubertülose- bekämpsung geworden, wie das mit besonderer Deutlichkeit aus der Statistik hervorgeht, die vom Reichsversicherungsamt über die einem Heilverfahren unterworfenen Personen und die erzielten Erfolge alljährlich hcrausgegeben wird Im Jahre 1'104 sind z. B. allein 16 957 Männer (und 6520 Frauen aus Kosten der Juvalidenversicherungsanstalten einem Heilverfahren unterworfen worden. Auch die Dauererfolge werden, wie diese Statistik zeigt, von Jähr zu Jähr besser. Durch die Invalidenversicherung verfügt Deutschland heute über die größte Anzahl von Heilstätten in per- ganzen Welt, und wenn wir die Karten der deutschen Tuber- kulosen-Einrichtungen, mit ihren 85 Heilstätten, 50 Erholungsstätten, 73 Kinderheilstätten, 2 kindlichen Kolonie:! und 72 Fürsorgestellen sehen und bedenken, daß alles dies in kaum zehn Jahren geschaffen worden ist, so müssen wir anerkennen, daß dank der Arbeiterversicherung und dank dem großzügigen Sinn für Wohlfahrtspflege ein humanitäres Werk geschaffen ist, wie es größer bisher in her Geschichte sozial-humanitärer Einrichtungen nicht dagewesen ist. Wir erkennen aus dieser Karte auch zugleich, daß die Heilstätten allein für die Bekämpfung der Tuberkulose nicht ausreichen und daß eine Reihe anderer Einrichtungen ihnen ebenbürtig zur Seite treten müssen. Hierzu gehören in erster Linie die Fürsorgestellen, d. h. Einrichtungen, ioelche sich der Pflege und Fürsorge der in ihren Wohnungen verbleibenden vorgeschrittenen Lungenkranken annehmen und, indem sie für die Kranken sorgen, zugleich sich bemühen, die Gesunden vor Ansteckung zu schützen. Derartige Fürsorgestellen sind bereits in einer Reihe von Städten und (in Hessen auch aus dem Lande errichtet, und es ist dringend zu wünschen, daß ein ganzes Netz derartiger Fürjorgestellen über das ganze Reich ausgebreitet wird, denn durch die Fürsorgestellen ist es möglich, der Verbreitung der kulose in einzelnen Familien nachzugehen und insbe Anfangsstadien bei den Kindern festzustellen. Man 6eg hierber geradezu erschreckenden Verhältnissen. Nach kürzlich von Dr. Kayserliug über Berlin verössentli Beobachtungen findet man in der Regel in den Fam die nur ein Zimmer bewohnen, und in denen ein offener Tuberkstlose Leidender sich befindet, noch ai Familienangehörige, und ganz besonders die Kinder -- 443 ziert. Neben den Wrsorgestellen sind' ein Weiteres dringendes Erfordernis Heime für die vorgeschrittenen Kranken. Wie die Karte der deutschen Tuberkulose-Einrichtungen zeigt, sind bereits zwei derartige JNvalidenheime von Versicherungsanstalten in Betrieb gefetzt, nämlich Groß-Hansdorff bei Hamburg und in Lichtenberg bei Berlin. Die Schaffung weiterer derartiger Anstalten ist dringend nötig, da ja die vorgeschrittenen Tuberkulösen in außerordentlich großem Umfange Krankheitskeime verstreuen und zu Hause in der Regel 'der zur Linderung ihrer Leiden erforderlichen Pflege Die Bedeutung, die die Tuberkulose im Kindesalter für das Volkswohl hat, steht in innigem Zusammenhang mit der Säuglingssterblichkeit. Der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, die in Deutschland zurzeit ein außerordentlich wichtiges Problem des Volkswohls darstellt, ist eine fernere Abteilung der Ausstellung gewidmet. Aus deu ausgestellten Tabellen geht hervor, daß in Deutschland ein Fünftel aller lebend Geborenen sterben, ehe sie das erste Lebensjahr vollendet haben. Diese hohe Sterblichkeit ist umso betrübender, als andere Länder weit günstigere Ziffern aufweisen. In Schweden stirbt z. B. nur der zehnte Teil der lebend Geborenen, in Norwegen ist die Sterblichkeit noch geringer. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die hohe Sterblichkeit in erster Linie daraufzurückzuführen ist, daß die Mütter ihre Kinder nicht mehr selbst stillen und auf künstliche Weise ernähren. Bedauerlicherweise fehlt es in weiten Kreisen an der Kenntnis der Grundsätze einer zweckmäßigenErnä.hr- ung. Diese ist in der Ausstellung an der Hand von Zeichnungen, sowie unter Vorführung der in den verschiedenen Lebensmonaten zur Ernährung der Säuglinge erforderlichen Milchmengen vorgeführt. Auch die modernen Grundsätze der Pslege erkrankter Säuglinge werden an der Hand eines Modelles, eines Krankensaales der Heubner- schen Kinderklinik in Berlin, sowie von Abbildungen der Charlottenburger Säuglingsfürsorgestelle demoustriert. Das reiche statistische Material, das tu dieser Abteilung zu- sammengebracht ist, wird jedem, der sich für Einzelheiten in dieser Frage interessiert, eine Fülle von Aufklärungen bringen. In der letzten Abteilung sind sodann die Schädlichkeiten, die der Al ko Holismus zur Folge hat und die auch zu der Tuberkulose in innigem Zusammenhang stehen, gezeigt. Es sind hier ausgestellt Abbildungen der Organe, die besonders durch Alkoholmißbrauch geschädigt werden, des Magens,, des Darmes, des Herzens und der Nieren, sowie Tabellen, die den Einfluß des Alkohols auf Unfallhäufigkeit, Verbrechen und Geisteskrankheiten ausüben. In den obigen Ausführungen sind nur ganz kurz die hauptsächlichsten Gegenstände skizziert, die ausgestellt sind. Keiner, der sich für die wichtigen Fragen des Bolkswohls interessiert, sollte versäumen, die Ausstellung einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Es ist bei der Einrichtung derselben besonderer Wert darauf gelegt, daß nicht eine Ueberfiille aller möglichen Sachen hier zusammcn- getragen ist, sondern daß nur solche Gegenstände ausgestellt sind, die auch von dem Laien verstanden werden und ihm eine dauernde Belehrung bieten. Zur Förderung des Verständnisses sind an den einzelnen Gruppen und Gegenständen Merkworte angebracht. )' Es ist Vorsorge getroffen, daß während der Dauer der Ausstellung Führungen vorgenommen werden, sodaß etwaige Anfragen sofort in sachkundiger Weise beantwortet werden können. Auch Vorträge aus dem Gebiete der Tuberkulose sind während der Ausstellung vorgesehen. So möge sie denn dazu beitragen, die breitesten Schichten der Bevölkerung über die Tuberkulose zu belehren und sie im Kampfe gegen diese Bolksseuche zu wärmen, auf daß in nicht allzu ferner Zeit das große Ziel unserer sozialhumanitären Bestrebungen, die Ausrottung der Tuberkulose, erfüllt werde. Der Volksbelehrung kommt hierbei ein er- 1er Anteil zu, denn nur wenn jeder einzelne weiß, r sich der Tuberkulose gegenüber zu verhalten hat, nun ist dies Ziel erreichbar. Etwas vom gemünzten Gelds. ’-t moderne Kulturmensch kann sich kaum vorstellen, s einmal eine Zeit gab, wo im Leben des Menschen ztes Metall als Täuschmittel 'überhaupt noch reine Rofle spielte, dazu noch zu einer Zeit, in der schon ein ziemlich lebhafter Verkehr vorhanden wär. Zwar wären Gold und Silber schon mehr als tausend Jähre vor Christi Geburt in Vorderasien als Geld in Gebrauch- jedoch noch nicht als ausgemünztes Geld, sondern in Form von Barren und Ringen. Erst im 7. Jahrhundert v. Chr. begann in den griechischen Städten Kleinasiens die Prägung von Münzen. Die ersten Münzen wären Goldmünzen, erst später wurden auch Silbermünzen ausgeprägt. Nachdem nun aber einmal das gemünzte Geld sozusagen „erfunden" war, bürgerte sich die Münzprägung bald in allen Kulturländern des Altertums ein. Hierbei fanden neben Gold und Silber nach und nach auch andere Metalle Verwendung; am bekamitesten sind die spartanischen Eisenmünzen und die auf Kupferwährung beruhende As-Prägung der römischen Republik. Unterwertige Auspräguug wurde in Zeiten der Geldnot auch schon int Altertum als finanzielles Hilfs- inittet angewandt, in der späteren römischen Kaiserzeit z. B. richtete sie eine arge Verwirrung der Geldverhältnisse an. Aber auch in den späteren Jahrhunderten war sie oft sehr int Schwange, besonders zu Kriegszeiten, wenn es au Bargeld mangelte. So sind z. B. die berüchtigten Kippermünzett zu Beginn des 30jährigen Krieges derartige Kriegsnotmünzen. Selbst Friedrich der Große griff int siebenjährigen Kriege zu diesem Hilfsmittel. Als in Leipzig die Stempel der sächsischen Münzstätten in seine Hände fielen, überließ er die Ausprägung von Kriegsmünzen mit diesem Stempel einem Juden Ephraim, der statt 14 Taler erst 20 und zuletzt gar 45 Stück auf die feine Mark schlttg. Ueber diese Taler spottete der Berliner Volkswitz: „Von außen schön, von innen schlimm, Von außen Friedrich, von innen Ephraim." Eine andere eigenartige Erscheinung der mittelalter- licheit Geldprägung fl.^die sogen. Beischläge oder Nachpräg,- uugeu. Wenn uämli! in Münzherr eine Münzsorte hatte, die gut ging, wie dies z. B. bei dem Florentiner Goldgulden, dem „Florenus" — zuerst im Jahre 1253 ausgeprägt — der Fall war, so sanden sich bald benachbarte Münzherren, die ihre Münzen äußerlich ebenso herstellten, damit auch diese des Vorteils eines weiteren Umlaufs teilhaftig würden. Man kennt allein über 80 verschiedene Goldgulden, die dem „Florenus" nachgeprägt worden sind, obgleich die Florentiner sogar die päpstliche Hilfe gegen diesen unlauteren Wettbewerb angerufen und erhalten haben sollen. — Die Technik der Münzprägung erreichte schon int Altertum einen hohen Grad der Vervollkommnung; namentlich die Prägungen verschiedener griechischer Stadtstaaten, z. B. Syrakus, zeigten eine hohe künstlerische Ausführung. Ebenso gibt es unter den Münzen der römischen Kaiser viele künstlerisch wirklich hervorragende Stücke. In den Stürmen der Völkerwanderung verfiel dann aber die Münzkunst wieder vollständig, und durch das ganze Mittelalter bis in die neueste Zeit finden wir meistens »mr recht schlechte und unkünstlerische Prägnngen. Die frauzös. Republik ist jetzt auf diesem Gebiete reformierend vorangegangen, indem sie ihren Münzen seit 1898 eine künstlerisch geschmackvollere Ausstattung nach Entwürfen erster Künstler, wie Chaplain, Roty und Daniel Dupuis gegeben hat. IN Deutschland folgte kürzlich als erster Staat Bremen diesem französischen Beispiel, und zwar mit seinen seit 1904 geprägten Zwei- nnd Fünfmarkstücken. Wenn auch die übrigen Bundesstaaten sich dazu entschließen könnten, würde es nichts schaden. Vermischte». * Humor im Po st dien st. Zum Zeichen, daß der Humor im postdienstlichen Alltagsleben tioch nicht uuter= gegangen ist, teilt die „Deutsche Verkehrsztg." aus dem Schriftwechselbuch zwischen einem Postamt und einer Post- agentur einige belustigende Schriftstücke mit. Es handelt sich um die Erlediguttg einer Anfrage des Postamts I an die Postagentur D. Letztere meldet nach mehrmaligem Him und Herschreibeu wie folgt: Das Schriftstück liegt hier nicht vor. Dasselbe muß dort eiitgegangen fein! (Dort vielleicht durch einen der jungen Herrn verbummelt?) Müller. Darauf antwortet das Postamt: G. R. an die K. Postagentur in D. mit dem Auftrage, sofort sämtliche Gelasse, Spinde pp., welche dort zur Aufbewahrung von Postsachen PP. benutzt werden, genau nach etwa dort liegen gebliebenen Sendungen zu durchsuchen. — 444 — Das bekr. Schriftstück ist hier bislang' nicht Meder ein- gegangen und must dort noch vorliegen. Im weiteren wolle die K. Postagentur im Schriftverkehr mit dem Postamte sich demselben gegenüber für die Folge eines angemessenen Tons befleißigen. „ , .3- M: M. Nun kommt die Löfung des Rätsels m folgendem humorvollen Schreiben der Postagentur. Zurück an das Postamt in I. Ja, da haben wir die Teufelei! Diesmal haben Sre nun wirklich recht! Wie ich nach Eingang des Vorstehenden rm Hause herumschimpfte und teufelierte, sagt plötzlich meine Mutter (sie ist 80 Jahre alt): Johannes! ich hebb dar en Deinftbreif in min Kommoden-Lad innesloteir! schul! dat wol bei vermißte sin? Dar stunn, rot unnerstrecken, uppe: Eilt sehr! — do hebb ick mi edacht, dat dei Breis wol sehr wichtig wör! uit hebb em Wegesloten, dat hei nich in anner Hanne Feent, Wil dat Du grad na de Wischen tau'm Heu emäken wärst! . . . und richtig! Da in der Kommoden- Lade lag der Brief seit dem 28. Juni und heute, sage und schreibe, haben wir schon den 6. Juli. Hohes Kaiserliches Postamt! ich sage ja immer: Lange Haare, kurzer Verstand! Das Kaiserliche Postamt wolle hoch- und großmütig verzeihen! auch die jungen Herren von wegen meines frechen Ausdrucks „verbummeln". J'a, ja, lange Haare, kurzer Verstand! Schaffen Sie sich auch man nicht so viele Fräuleins Bei der Post an! Wenn Sie so was, wie mit meiner Mutter, schon am grünen Holze sehen, was soll's dann erst am dürren? (mit dem letzteren meine ich in diesem Falle natürlich die Fräuleins). Na, das wäre dann ja Gottlob! mal wieder aus der Lust! Das gründlich erledigte Schriftstück füge ich nunmehr bei. Nochmals: Verzeihung; auch für meine Mutter, welche, wie ich schon sagte, 80 Jahre alt ist. Gehorsamst Johannes M., Post- agent. ? * Fußball ein altes — chtln. sisches SPiel. Daß das Fußballspiel, das sich auch bei uns von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit erfreut, schon Jahrhunderte vvr unserer Zeit in China in Hebung war, dürfte für viele eine überraschende Tatsache fein. Wie aber der Professor des Chinesischen in Cambridge H, A. Gilles in einem Artikel über Fußball und Polo in China, den er im „Nineteenth Century" veröffentlicht, erzählt, wird die Erfindung de§ Fußballspiels einem mythischen gelben Kaiser, der im dritten Jahrtausend vor Christi Geburt lebte, zugeschrieben. Jedenfalls hat das Spiel in China eine uralte Geschichte, und es findet bereits in den ältesten Dokumenten Erwähnung. So berichtet z. B. eine alte Urkunde von einem Kaiser, der das Fußballspiel über alles liebte: „Der Kaiser Chieng Ti (3206 v. Ehr.) war ein großer Liebhaber des gußballspiels. Aber seine Offiziere stellten ihm vor, daß das Piel körperlich erschöpfend wäre und seiner kaiserlichen Würde nicht entspräche. Darauf erwiderte Se. Majestät: „Wir lieben das Spiel, und was man sich selbst zu tun wählt, kann niemanden erschöpfen". Aber die Würdenträger konnten sich noch nicht beruhigen und wandten sich an die Kaiserin, und diese schlug das Grübchenspiel zur Belustigung des Kaisers vor." Bei mehreren Schriftstellern sinden sich auch Berichte über besonders große Spiele, die veranstaltet wurden. So heißt es in einem: „Am Geburtstage des Kaisers spielten zwei Parteien vor dem kaiserlichen Pavillon Fußball. Ein über dreißig Fuß hohes Mal wurde aufgestellt, das mit buntfarbiger Seide geschmückt war, und eine Oefsnung von über einem Fuß Durchmesser hatte." Jede Partei scheint nun den Ball durch die Oefsnung zu bringen gesucht zu haben: die Spieler kamen abwechselnd zum Stoß, und je nach ihren Erfolgen wurde Pointe verzeichnet. Die Sieger „wurden mit Blumen, Früchten, Wein und selbst mit silbernen Schalen und Brokat beschenkt. Der Führer der geschlagenen Partei dagegen wurde ausgepeitscht und mußte noch anderen Schimpf über sich ergehen lassen." Ans den vcrschie- bcncu Jahrhunderten werden die Namen mehrerer berühmter Fußballspieler der Nachwelt überliefert, und tote die. griechischen Dichter den Ruhm der Siege in den olympischen Spielen besangen, so gibt es auch alte chinesische Dichtungen, die hervorragende Fußballspiele schildern. * Verdeutschungen imEisenbahnwes en. (Aus der Sprachecke bc8 Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.) In der Mai-Nnmmer der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprach« Vereins berichtet Pokorny Über das erfolgreiche Bestreben derBau-- technikcr an der Sächsischen Staatsbahn, technische Fremdwörter gut und verständlich zu verdeutschen. Von denen, die noch tveniger bekannt sind, seien hier folgende erwähnt: Kurve — Krümmung normalspurig — vollspnrig komprimieren — verdichten Viadukt — Talbrücke • justieren — ausrichten Zentrifugalkraft — Fliehkraft Trasse — Linienführung . Gradientenzeiger — Neigungszeiger Parzelle — Flurstück Ventilator — Entlüfter Zirkulation — Luftumlauf Revisionszug — Prüfungszug Garantie leisten — haften Kaution — Haft-, Sicherheitssumme Konventionalstrafe — Verzugstrafe Akkord - Stücklohn. Man sieht auch hier wieder, um wie viel deutlicher und allgemein verständlicher die deutschen Ausdrücke sind, als die Fremdwörter, mit denen nicht allein die Ungebildeten, nein, aach die Gebildeten sehr oft — sie mögen. un§ das harte Wort verzeihen! — nichts Rechtes anzusangen wissen. Gesundheitspflege. Die HeilbeHandlung Trunksüchtiger mittels Suggestion ist in den letzten Jahren wiederholt Gegenstand, eingehender Erörterung in der. medizinischen Literatur gewesen. Nervenarzt Dr. Stegmaun-Dresden hat sich im 2. Heft der „Alkoholfrage" 1905 auf Grund eigener Erfahrung auf diesem interessanten Gebiet recht ausführlich dazu ausgesprochen: Im Dresdner Stadtirrenhaus werden etwa 30Ö Pfleglinge alljährlich wegen alkoholischer Krankheiten des Hirn- oder Nervensystems behandelt. Von den gebessert oder geheilt Entlassenen hat sich nur selten einer abstinent gehalten, selbst die den Abstinenz- organisationeu Ueberwiesenen wurden zumeist rückfällig. In den Jahren 1900 bis 1902 hat Stegmann 23 Alkoholkranke suggestiv zu heilen versucht. Von ihnen „sind nur 6 derartig nachhaltig beeinflußt worden, baß man sie als von der Trunksucht geheilt bezeichnen kann, 9 sind als gebessert zu betrachten, bei 8 anderen erzielte die Hypnose nicht mehr, als die sonst übliche Anstaltsbehandlung." Die mit Erfolg Behandelten bezeichnet St. als von Haus aus gut beansagte und mit kräftigem Willen ausgestattete Naturen. Wer von den Kranken es nicht so weit gebracht hat, daß er die völlige Enthaltsamkeit als das Normale betrachtet, öi'i kaum geheilt. Die ungünstigen äußeren Verhältnisse lassen ihn nur zu bald rückfällig werden. — Das Material von Alkoholkranken, die in Irren- und Siechenhäuser eingeliefert werden, ist m. E. auch zu Hypnoseversuchen leider nicht mehr allzu geeignet. Handelt es sich doch gerade bet Viesen Alkoholikern in der Mehrzahl um Leute, die nicht nur schon viele Jahre lang, sondern die vor allem auch sehr konzentrierte Getränke anfgenommen und oft schwere Veränderungen ihrer Psyche davongetragen haben. So ist es erklärlich, daß auch die Zahl derjenigen, die St. aiiswählen konnte, an sich schon gering und daß auch unter diesen der Heilerfolg' nur bescheiden war. Man möchte aber wünschen, daß diese Snggestiv- behandltmg recht weitgehend und an noch verhältnismäßig intakten Trinkern versucht und die Ergebnisse allseitig bekannt gegeben würden. Dr. Fl. Für unsere Kleinen. —. Der Heilige Garten. Beiträge zur Aesthetik der Kindheit. Herausgeber: Franz Lichtenberger-Neuderben. Monatlich ein Heft. —. Jahrespreis 1.50 Mk. Verlag von K. G. Th. Scheffer in Leipzig. — Der Heilige Garten — das bedeutet im weitesten Sinne: Die Kindheit. Oder enger: Die Kinderseele. Oder noch enger: Das ästhetische Fühlen des Kindes. Die positive Arbeit der neuen Zeitschrift soll in der Hauptsache darin bestehen: die Gesamt-Aesthetik der Kindheit in allen Teilen zu erforschen. Und ein umfangreicher Arbeitsplan berechtigt zu den besten Hoffnungen. Aber das Kind ist nicht nur künstlerisch genießend, sondern auch künstlerisch schaffend. „Wir wollen dafür arbeiten, daß in jedem Kinde der Künstler erkannt und anerkannt wird und seine freie Wachstumsberechtigung bekammt." So kann man auf die Entwicklung der neuen Zeitschrift nur sehr gespannt sein. Jedenfalls sollten alle Pädagogen, vor allen Dingen auch alle Eltern, die sich um die Entwicklung ihrer Kinder kümmern, dem „©eiligen Garten" ihre Beachtung schenken. Ergänzuugsrätsel. Nachdruck verboten. H .. sn .. g k. i. t, . i. sch . a . h . s . äl.. h . it, A .. h . u . . a . l. r F .. s.. w . nd; H .. sn .. g l. u . h .. t u .. e. T . ä .. n, . i. i. W .. s. r . e. D . m.. t. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilder-Rätsels in voriger Nummer; Spatzennest. Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'fchen Universttäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.