Wr. 95, 1904 Mittwoch den 29 Juni tl B® 0 II Mi (Nachdruck verboten.) Irühlingsstürme. Roman von Paul Oskar Höcker. (Fortsetzung.) Das anfangs etwas steife Gespräch ward allmählich lebhafter, wenn attch durchaus nicht so ungezwungen, tote der Rittmeister es gern angeregt hätte. Der junge Ga- mering beobachtete den Kranken mit wachsendem Interesse. Dieter Lotz aber, der es merkte, ward davon mehr und mehr beunruhigt. Sein Augenübel ermöglichte es ihm neuerdings nicht, ein Ziel längere Zeit festzuhalten, sein Blick wanderte mehrmals in die Irre, immer aber kehrte er wieder zurück, tote magnetisch angezogen, schließlich nahm er etwas Stieres an, während die Augäpfel weit hervor- tratett. „Ich stelle eine besondere Spezies vor, wie?" fragte Dreter Lotz plötzlich, indem er das Gespräch mit Gamering unterbrach und dem Fremden ein unsicheres Lächeln zuwarf. Gamering junior hielt es daraufhin für angebracht, ein paar ärztliche Fragen zu stellen, die der Kranke erst Schlag auf Schlag, dann immer zögernder, schließlich mit lauerndem Ausdruck beantwortete. „Sie fragen so — als ob Sie glaubten", sagte er fast atemros, „daß in meiner Behandlung — etwas versehen sei?" „Durchaus nicht", verwahrte sich Doktor v. Gamering sofoll. „Was sich in dem Falle tun läßr, hat der laerr Kollege zweifellos getan." Er zuckte die Achsel, teiluabms- voil bedauernd. „Es ist ja leider Gottes herzlich wenig." „Ja — allerdings", sagte Lotz gedehnt, „es ist herzlich wenig." „Höchstens — daß er Sie nicht doch lieber in ein Bad geschickt hat, , zum Beispiel Rehme oder Wildbad oder Gastein. Vielleicht hätte es Ihnen immerhin zeitweise Erleichterung verschafft." „So, so! Glauben Sie?" „Wenigstens, was diese — diese Nebenerscheinungen" — ec zögerte, weil der Kranke ihn mit so seltsam lauerndem Blick ansrarrte, und ließ dattn auch den lateinischeit Ausdruck ohne jede Betonung fallen — „was die Arthro- pathia tabidorum betrifft." Denr Rittmeister wollte es so Vorkommen, als ob es wie in plötzlichem Haß aus Dieters großen, starren Augen sprühte. Er war den letzten paar Sätzen nicht so recht gefolgt. Es freute ihn zwar, daß der Vetter sofort in schneidiger Weise auf den Krankheitsfall einzugehen verstand, aber im Grunde langweilte ihn alle Fachsimpelei. Nun hob er verwundert den roten Kopf — er wollte mit etwas schwerer Zunge sich ins Gespräch mischen — aber er kant nicht zu Wort. Dieter sprach mit. seltener Lebhaftigkeit «uf den jungen Arzt ein, der erwiderte, c tfangs ebenso lebhaft, dann mehr und mehr gedehnt, schließlich sehr zögernd und vorsichtig. Denn im Gesichtsausdruck des Kranken war wiederum eine seltsame Wandlung eingetreten: sein Blick war noch ebenso starr ttnd unbewegt, aber um seine schmalen Lippen spielte ein sarkastisches Lächeln. „°'Ct, denken Sie, Herr Doktor", sagte er in eigentümlich gepreßtem Ton, „Ihr Herr Vorgänger hat mir doch — lauge, lange Zeit hindurch — nie so recht zngeben wollen, daß es — daß es wirklich diese Krankheit ist. . ." Ein Zucken lief über ihn hin. Als der junge Gamering sich hastig erhob, schüttelte er den Kopf. „Nein, lassen Sie, lassen Sie. Ich bitt jetzt schon längst an den — an den Gedanken gewöhnt." „Was denn, was denn", siel der Rittmeister verwirrt ein, „Menschenskind, was machen Sie denn für Augen, ums Himmels willen?" Dieter Lotz hatte den Kopf erhoben, so hoch er konnte, er stützte sich links und rechts auf die Lehne seines Stuhts und rang nach Luft. „Was soll denn sein?" stieß er in dünnem, heißerem Tone aus. „Gar nichts ist. Dagegen —■ kann man doch nicht an — wenn man mal so auf dem letzten Loche pfeift wie test." „Na, teurer Freund, das Sprechen strengt Sie heute an, das sieht ja ein Blinder", suchte der Rittmeister zu beschwichtigen. „Ich wollte Ihnen den Vetter auch bloß so in Freiheit dresstert vorsühren. — Morgen kommst Du mal alleine her, Erich, wie? — Tja." Dem jungen Arzt wollte die verstörte Art des Kranken durchaus nicht behagen; es wurmte ihn auch, daß Lotz sie ziehen ließ, ohne irgend ein Wort über die künftigen Beziehungen fallen zu lassen. Denn der Kranke hatte auf den Vorschlag Gamertngs, daß sein Vetter ihn morgen aufsnchen sollte, nicht reagiert. Zugeknöpft und förmlich verabschiedete er sich vom Hausherrn. Er bereute es, der Laune des Rittmeisters nachgegeben zu haben, indem er mit hergekommen war. Als sie wieder draußen im Wagen saßen und davonkutschierten, sagte er es dem Vetter. Gamering hatte dasselbe Gefühl: er ärgerte sich über den offenbaren Abfall nicht minder. Aber zugeben wollte er es natürlich nicht. „Große Kunststücke hat Dein Vorgänger da jedenfalls nicht zuwege gebracht", sagte er spöttisch, „denn ich finde, es ist voir Tag zu Tag miserabler mit dem guten Lotz geworden." . Sein Begleiter zuckte die Achsel. „Da läßt sich doch auch nichts mehr helfen." „Nee, Jungchen, ■— das wäre!" „Rückenmarksschwindsucht. Ich gebe ihm kein Jahr mehr, allerhöchstens zwei!" „Richt möglich! Aber höre — es hieß doch immer — na, das nehme mir niemand übel. . . Siehst Du, Pratje, der hat es schon tut vorletzten Mn ter mal aesagt, aber — 378 « Sattelchen!" * da hat es ihm der alte Collenberg noch ausgeredet — ausgclacht hat er ihn!" „Ja/ hat denn jetzt noch irgend jemand daran gezweifelt?" fragte Erich V. Gamering ziemlich betroffen. „Woran gezweifelt? Zupitza sagte doch noch um Ostern herum in meiner Gegenwart zu Lotz: übers Jahr werde er sicher wieder marschieren! . . . Warum siehst Du mich denn so komisch an, Jungchen?" „Und Ihr habt es geglaubt? Alle? Und der Kranke etwa auch?" „Zum Henker, wenn zwei Doktors es nacheinander sterf und fest behaupten. — Heute hat er freilich viel klem- mütiger gesprochen als sonst, der gute Lotz, ja, das fällt mir eben nachträglich auch noch aus. — Hm. Von dem Moment an, wo Du das lateinische Wort gesagt hast." Erich v. Gamering war äußerst anfgeregr — am liebsten wäre er umgekehrt und hätte noch einmal mit dem Kranken gesprochen. „Unsinn", polterte der Rittmeister, „wirst Dich da am Ende 'ner Sache aussetzen. Inzwischen kommt seine Frau nach Hause. Uebrigens glaube ich, er versteht gar kein Latein. Russisch und Italienisch kann er, tja, aber lateinisch nicht. Nee, da mach Dir man bloß keine Sorge. Und überhaupt: ist das etwa Deine Schuld, wenn Deine Vorgangs: nicht herausbekommen haben, was Du auf den er।ter Blick siehst?" . Der Vetter war so leicht nicht zu beschwichtigen. „Kerne Frage, daß sie das wußten. Bloß — sie wollten es ihm vietleicht nicht direkt sagen." „Na, dann hätte es aber doch seine Frau wenigstens von ihnen erfahren! — Oder etwa nicht?" Gamering zündete sich eine Papyros an und lächelte psisfig vor sich hin. „Jungchen, Jungchen, wenn Du diesem unausstehlichen Großmogul da, diesem Herrn Zupitza, einen Lapsus nachweisen könntest — einen so horrenden Lapsus — ich sage Dir, Du säßest dann hier mit einem einzigen Sprung im Solange der Besuch da war, hätte Tirsell in nicht geringer Sorge draußen aus der Diele dararis gewartet, daß man ihn nach dem Keller schicken werde. Gamermg wußte unter den Sakuthener Vorräten verschiedene Lieblingsmarken, und wenn er so erst hinter einem der grüngelackten Fläschchen saß, dann hatte er meistens Pech an den Hosen. Tirsel atmete erleichtert aus, als die Herren sich verabschiedeten, ohne daß etwas „Tropfbarflüssiges" — wie sein ehemaliger Duzbruder sich auszudrücken pflegte — befohlen worden war. Uebrigens schien der Besuch den Kranken angeregt zu haben. In der Stunde der Dämmerung verfiel Dieter sonst immer in trübseliges Schwergen, manchmal saß er neuerdings wie in eurer Ohnmacht da und ermunterte sich erst, wemi seine Frau sich einen freien Augenblick abstahl und aus dem Bureau herüberkam, um ihn ins Gespräch übers Geschäft zu ziehen, ihm irgend etwas vorzuplaudern. .Heute war er kaum wiederzuerkennen. Tirsell mußte noch rasch ins Bureau lausen, wo gerade Feierabend gemacht werden sollte, und sich von Stojentin ein paar Lexikonbände geben lassen. (Frau Frünze hatte im vorigen Sommer viele Bücher, namentlich Nachschlagwerke, aus der Krankenstube entfernt, teils weil es Staubfänger seien, teils auch weil sie sie selbst oft dringend brauchte. So sagte sie wenigstens.) Mit seinen recht unsicher gewordenen Händen blätterte der Kranke in den großen, dicken Büchern, die ihm Tirsell aufs Lesepult aufsetzen mußte. Gut eine halbe Stunde las und blätterte und las er. Tirsell ging auf den Frrßspitzen hin und her. Er wußte, daß die gnädige Frau sich freuen würde, wenn er ihr hernach berichtete, wie interessiert sich der Kranke in ihrer Abwesenheit beschäftigt hatte. Schließlich wollte Lotz auch Bleifeder und Papier, um sich ein paar Notizen zu machen. Er sah dann zu, wie sein Herr schrieb. Die Hand zitterte ja, aber es ging doch ganz leidlich, wenn er die Bleifeder mit der bollen Faust packte. Lateinische Buchstaben konnte Tirsell nicht entziffern. Bei der gewissen Vertraulichkeit, die sich mit der Zeit zwischen Pfleger und Kranken herausgebildet, hätte er's sonst sicher gelesen. Ein kluger Mensch tvar sein Herr doch auf alle Fälle. Wie seine Augen heute blitzten! O — durch diesen gescheiten Kopf mochten manchmal allerhand kluge und besondere Gedanken gehen — wenn er auch auf den Schultern eines halb Gelähmten saß! Nun fiel Dieter Lotz aber plötzlich in sich zusammen. Erschrocken sprang Tirsell ihm bei. Ob er sich mcht überanstrengt habe? Der Doktor habe ihn doch gewarnt, in der Dämmerung zu lesen! Dieter hatte den Anfall schnell überwunden. „Es ist ja noch ganz hell, was willst Du, mein Junge? Mach mal das Fenster auf. So. Und nun die Vorhänge zurück." Blutrot ging die Sonne drüben hinter Gill unter. Der Holzturm der Kirche hob sich scharf vom Abendhimmel ab. In den Augen des Kranken leuchtete es auf. Er zeigte mit seiner etwas zitternden Hand in den Garten. „Ich sehe heute so klar, Ede Tirsell, aber so klar . nein, das ist ganz wunderlich!" Tirsell nickte ihm freudig bewegt zu. Das werde dre gnädige Frau gern hören. Sie bange sich doch immer so sehr um ihn. „Ja, das tut sie, ich weiß wohl, das tut sie!" Er preßte die Hände krampfhaft ineinander, ein Schauer durchrieselte ihn. „Die arme Fränze — die arme Franze!" flüsterte er Vor sich hin. „Ov er jetzt nicht lieber das Fenster schließen solle , fragte der Diener besorgt. „Nein, nein, noch nicht schließen, ich — ich will mal eine Probe machen." Er starrte angestrengt durch den Fensterrahmen. „Siehst Du da draußen im Garten den Rosenstock, Ede?" Verwundert blickte Tirsell durchs Fenster. Jin vorigen Jahr war dort eine hochstämmige Rose gestanden, die war aber eingegangen. Ob der Herr nicht das junge Kirschen- bänmchen meinte, das weiter nach dem Stätteplatz zu am Staket stand? „Ja, gewiß, das meine ich." So weit hatte der Kranke seit dem letzten Wnter nicht Mehr sehen können. Das sei dann sicher das Zeichen einer großen Besserung, meinte Tirsell. „O, was denkst Du, Alterchen", sagte Lotz seltsam lachend, „ich treffe Dir heute mit dem Tefchin genau den Stamm, haarscharf — aber mitten ins Herz!" Darüber lachte Tirsell nun doch. Wie sollte sein Herr die Waffe anlegen können, wo er den linken Arm doch gar nicht über Schulterhöhe brachte? „Oder mit dem Revolver, ja meinetwegen auch mit dem Revolver", sagte Lotz bastig. „Hol ihn doch mal aus deut Bureau. Weißt Du — womit Stojentin neulich dre beiden Karniael geschossen hat. Die er zuerst für Füchse hielt. Weißt Du noch?" Tirsell zögerte. Am Ende besaß der Kranke doch Nicht die Kraft mehr, der Schuß ging nicht durchs Fenster, wo die Bretterioand am Gartenzaun drüben jeden Schaden verhütete, sondern er traf den Spiegel, sonst was, und hernach gab man ihm die Schuld. Aber der Herr ward ordentlich böse. Er sei doch kein Kind, dem man ein Spielzeug verweigern müsie, es ha> die sich nm mehr, viel mehr, er müsse eine Probe anstellen, die für den Doktor von großer Wichtigkeit sei — der neue Doktor, der vorhin da war, der habe es von ihm verlangt. • , „ , Wenn wenigstens die gnädige Frau dabei wäre! Ob er nicht fo lange warten wolle? „Tirsell, — alter Esel — in zehn Minuten ist es doch finster und dann — dann ist es vorbei. Tirsell, wer ist liier der Herr?!" Er sprach so drohend, daß der Diener schließlich gehorchte. Tirsell verstand mit Waffen umzugehen, früher als seine Herrschaft noch zur Entenjagd ging, hatte er immer die Flinten geputzt: auch den Revolver, der nun für kleines Raubzeug, das sich im Muter manchmal auf den Hof verirrte, im Bureau hing, hielt er in Stand. „Nun also, nun also", sagte Dieter, als' die Waffe dann endlich geladen war. „Bist doch immer ein braver, tüchtiger, lieber Kerl gewesen, Ede. Gib acht, wenn — wenn ich mal tot bin, Ede, dann wird meine Frau — ja, die wird für Dein Weiterkommen schon sorgen!" Aber jetzt könne der gnädige Herr doch unmöglich mehr den Obstbaum sehen? Zögernd und ängstlich hielt er die -- 379 — Waste noch auf dem Lesepult fest, die Mündung nach dem Fenster richtend, während Dieters Finger sich schon in den Nbzugsbngel klemmte. ,,^ch sehe alles — alles... O so unbarmherzig klar sehe ich alles . . . Tirsell, die ganze elende Zukunft, das erbärmliche Dasein . . ." „Herr Lotz — ach, Herr Lotz — mein gutes, trautestes Herrchen!" entfuhr es dem Burschen. Er entsetzte sich über den Blick des Kranken, den unheimlich drohenden Ausdruck, der plötzlich seine Züge spannte. „Laß die Waffe los — zum Geier — Tirsell, willst Du etwa Vorsehung spielen?" Lotz lachte schrill aus. „Vorsehung spiele ich!" „Mein gutes, trautestes Herrchen!" flehte der zitternd;. Bursche noch einmal. Der Kranke wandte solche Gewalt an, daß Tirsell loslassen mußte. Da krachte schon ein Schuß — und noch einer . . . Aber die blitzartigen Flammen jagten nicht aufs Fenster zu — sie gingen direkt zur Herzgegend des im Stuhle sitzenden Schützen. Tirsell schrie auf und sprang auf seinen Herrn los. Der' Körper des Getroffenen sank zuerst zurück, zuckte, darauf fiel er nach vorn, mit dem Gesicht aufs Lesepult ausschlagend; der Arm sank seitwärts hinab und schwankte hin und her, sodaß der Lauf des Revolvers, den die Finger noch immer fest umklammerten, den Boden kratzte. Dem jungen Burschen zitterten die Füße — er tastete mit hilflosen Bewegungen über den zum letzten Male zuckenden Körper — dann brachen ihm die Kniee ein; er wollte sofort wieder aufspringen, aber er hatte nicht die Kraft. Letzt 'öffnete sich die Tür, und die Köchin stürzte herein, von den beiden Schüssen aufgeschreckt. „Unser Herr — unser Herr!" Mehr vermochte der beim Stuhle Kauernde nicht bervorzubringen. Die Magd kreischte säh auf, als sie den übers Lesepult hinüberhängenden leblosen Körper sah. „O barmherziger Gott und Vater!" stammelte sie dann, die Hände fastend. ♦ Als Lorenz, der von der Litauerin endlich herbeigerufen worden war, die Nachricht durchs Telephon an Stojentin weitergab, schickte der Buchhalter seine Frau zu den Nachbarn, ob vielst icht eines von Schmals ihm nach Satrrthen folgen möchte? Schmal ließ sich sofort mit dem Amtsrichter verbinden. Auf Sakuthen sei ein Unglück geschehen — Dieter Lotz sei tot, erschossen — zwei Kugeln aus dem Revolver — wahrscheinlich mitten durchs Herz! Krappe selbst war nicht am Apparat, sondern seine Frau Sie sagte, vor kaum zehn Minuten habe sie den Sakuthener Wagen an der Fähre gesehen, rn dem Augenblick, in dem Frau Lotz einstieg. Sie werde sogleich zu Herr:- Znpitza hinspringen, ihn aufs Werk schicken. (Schluß folgt.) Are Doffe. Von Otto Stoeßl. Wir sind wohl alle darüber einig, daß unser Schwank und unsere Posse von allen dramatischen Erzeugnissen am tiefsten stehen, zugleich aber, nach der Zahl ihrer Aufführungen, von der breiten Masse des Publikums am höchsten geschätzt werden. Mit dieser recht bedauerlichen Tatsache beginnt Otto Stoeßl im ersten Juniheft des „K u n st w a r t" eine Abhandlung über eine oft beklagte, aber nicht oft genug zu beklagende Zeiterscheinung und gibt damit zugleich einen interessanten Beitrag zur Psychologie unseres Theaterpublikums. Indem er im Erfolg der Posse einen Beweis dafür sieht, daß sie einem Bedürfnis entgegenkommt, geht er nicht so sehr auf das Produkt selbst als eben auf dieses Bedürfnis naher ein, geht also den Dingen auf den Grund und gibt damit einen Beitrag zum richtigen Verstehen 'dieser Zeit- erscheinung> das allein einem Kampfe gegen die Verrohung des Theaters Erfolg verheißt. Alle Schärfe der Kritik richtet nichts aus; die sorgfältige Erziehung der Menschen zur wahren Freiheit, die subtilste Sache der Gesellschaft, ist das einzige Mittel, im Volke den Geschmack an Geschmacklosigkeiten zu verderben und den Sinn für das große Drama zu wecken. Die Wertung der wahren dramatischen Meisterwerke unserer Literatur, setzt Stoeßl seine Ausführungen fort, ist bei der Masse eine nur platonische, wenn man indes bloß jene Wertung, mit.einiger Bitternis allerdings aber notgedrungen, als praktische gelten läßt, die sich in materieller Opferfreudigkeit ausdrückt, so muß man bekennen, daß eben das Publikum für den Theaterbesuch sein Geld hergibt, der ihm die „llnterhaltung" durch eine Posse verspricht. Für Kunstwerke des dramatischen Schaffens hat es eine mehr ideale Bewunderung, als halte es sich selbst- nickt für würdig, dem Allerheiligsten zu nahen. »Und darin liegt allerdings eine gewisse gerechte Selbsteinschätzung. Die Theaterleute schließen aus der Beliebtheit der Schwänke denn auch auf die Unentbehrlichkeit solcher „harmlosen" Erzeugnisse und wollen ohne sie nicht auskommen. Woher aber diese unleugbare Vorliebe für das Schlechteste und Gemeinste stamme, und warum gerade Schwank und Posse nicht nur auf dem Gebiet der niederen Komik verweilen, was ihnen nm Ende niemand ernstlich verübeln dürfte, nein, warum sie das Niedrig- Komische mit einer so außerordentlichen Albernheit, Geschmacklosigkeit, Erfindungsarmut, Reizlosigkeit und völligen Barbarei behandeln, das scheint nicht genau genug betrachtet zu werden. Tenn die Erkenntnis von den Ursachen Weser Erscheinung könnte vielleicht einen Schluß auf den allgemeinen Stand unserer Schaubühne, auf ihre Stellung in der Gegenwart und Zukunst des deutschen Lebens ermöglichen. Der Erfolg und mächtige Zulauf der Possen beweist zunächst unbedingt, daß sie auf einer breiten Basis des allgemeinen Empfindens beruhen, daß sie nicht bloß geschmacklos, schlecht, dumm sind, sondern — mag dies anzweifeln, wer es wagt —, daß sie wahr sind. Betrachten wir nun Milieu, Motive, Art ihrer Behandlung, Personen und Sitte der Posse und ihre Darstellung eben auf diese Wahrheit hin. Das Milieu. ,Jm weitesten Sinne das Milieu des Bürgertums, wie denn unsere Schaubühne wohl noch für lange Zeit als die des Bürgertums schlechtweg bezeichnet werden kann. Das Bürgerhaus. Es ist immer charakterisiert durch eine typische, bei allen Schwänken wiederkehrende Dekoration: geschmacklose, überladene Möbel, jeder Raum zu allem möglichen eingerichtet, aber nicht etwa in bescheidener, den Verhältnissen angepaßter Dürftigkeit oder Dienlichkeit, sondern mit arroganter, unangenehmer Großtuerei. »Portieren, Gipsfiguren, Makartbuketts, .alldeutsche Schnitzereien, außen angeleimt, Stühle mit Ledernachahmüng in Pappe, ausgeklebte Lehnen, überall der gleich« Dünkel, scheinen zu wollen, was man nicht ist, für einen einfachen Bürger eine historische Persönlichkeit vortäuschen zu wollen. In diesem Zimmer wird nicht eins oder das andere ehrlich getan, sondern alles zugleich unehrlich. Hier ißt, badet, schläft man, macht Liebeserklärungen, empfängt Besuche, stolpert über Dinge, die stets im Wege stehen, findet Säuglinge in Schränken und ein kaltes Bad hinter einer spanischen Wand. Alle komischen Möglichkeiten leiten sich aus dem Schauplatze her, der nicht durch einen rückständigen Geschmack des Fundus, sondern durch den Stand des tatsächlichen Lebens auf der Bühne aufgerichtet wird. Damit sind schon auch die anderen Bedingungen gegeben; Motive, Personen, Sitten. Allgemein gefaßt bleiben ja die Motive der derben Komik ungefähr gleich, so lange die Konfiguration des sozialen Lebens wunahernd die gleiche bleibt. Erst in den Personen und Sitten, in der zeitlichen Kostümierung differenziert sich die heutige Posse. Mit beneidenswerter Beharrlichkeit zwingt man uns, daran zu glauben: unser Dasein ist von unangenehmen Schwiegermüttern, lebenslustigen Schwiegervätern, auf Abenteuer ausgehenden Provinzialen, von radebrechenden Fremdlingen, von Leuten mit Zungensehlern, oder von Tauben, von hossnungslos Ungeschickten, von taktlos Vordringlichen oder von Tumm-Schüch- ternen erfüllt. Die Posse der allgemeinen Lebensunfähigkeit, der herrschenden schlechten Erziehung, der üblichen geistigen Dürftigkeit, gemütlosen Schadenfreude, der Interesselosigkeit für Geistiges, übelangebrachter Sucht nach dem Versagten wird uns vorgefpiest und findet den Beifall, den sie wegen ihrer inneren Begründung verdient. Dem Ungeeignetsten als dem wahrhaft zum Possen- schicksal Verdammten wird denn auch der Prozeß gemacht, darin beruht ja auch der Sinn der Posse. Sie enthält eine komische $er< urteiluug, wie die Tragödie eine tragische. Die Aufl-Hmmg des Einzelnen gegen die Gesamtheit führt hier zum komischen, wie dort zum tragischen Ende. Nur daß in unserer Posse die siegende Gesamtheit keine innere Berechtigung bewahrt, das Ganze ist ein närrischer Kampf aller gegen alle. Zuin Schluffe eröffnet eine mit wahrhafter Kupplergeschicklichkeit vorbereitete, durch alle künstlichen Hindernisse geschickt hindurchgelotste Verlobung möglichst vieler, möglichst komischer Paare die erfreuliche Aussicht auf den Fortbestand einer Possenmenschheit. In der Tragödie siegt der Held, trotzdem er,untergeht. Dichter und Publikum sind darüber einig, daß es etwas Großes sei und etwas Nötiges, im Heldentum gegen alle zu stehen; gerade das Unterliegen des Helden setzt ökumenische Ziele durch. We gemeine Menge wird gelehrt, das Ungemeine zu bewundern. In der Posse darf sie darüber vergnügt und beruhigt sein, daß das Gemeine nicht nur siegt, sondern recht behält. Gerade jene Figuren, die in der Posse gar so arg mitgenommen werden, repräsentieren oft genug eine gewisse, zum komischen Untergang verurteilte Idealität: zerstreute Gelehrte, leicht erregte Träumer, schüchterne Jünglinge, schwärmerische Frauenzimmer u .dgl. Alle Effekte hängen an der üblichen Untauglichkeit der Menschen zum ruhigen, natürlich-sittlichen Zusammenleben. , Beispiel: die Ungeschicklichkeit. Einer macht alles verkehrt, tut alles zur unrechten Zeit, aber aus innerer Unfähigkeit und tiesernster Ueberzeugung, platzt mit Lachen heraus, wo «r — 880 — schweigen und ernst bleiben sollte, richtet Bestellungen an die ungeeignetste Adresse, vergisst das Notwendige und achtet sorgfältig auf das Überflüssige, er hat zwar kein Sacktuch bei sich, aber etwa ein Mikroskop, in dem Uebereifer seines Berufs ist er zu wirklicher Ruhe und Freiheit des Lebens, zu einfacher Geselligkeit unfähig, sucht sie aber auf, statt sie zu meiden. Daß die Ungeschicklichkeit, die Lebensunfähigkeit gar so innig belacht wird, bc- weist nicht, fciaß sie etwas Ungemeines, Außergewöhnliches ist, sondern bloß, daß man sie sich niemals wahrlich zu Herzen nimmt und eben als über eine allgemeine Eigenschaft über sie lacht, anstatt sie innerlich zu überwinden. In guter Gesellschaft würde die Ungeschicklichkeit des Einzelnen peinlich, nicht lächerlich empfunden, mit Stillschweigen oder tröstendem, nicht einmal spöttischem Lächeln angetan, würde dem Ungeschickten zartfühlend darüber hinweggeholsen werden. Tie Gesellschast der Posse ist aber zugleich die Possengesellschaft hcs heutigen Durchschnittslebens. Der Witz der unbequemen, stets in Verlegenheit setzenden, hindernden Körperlichkeit, der oben auf der Szene belacht wird, ist im Leben die gar nicht zureichend empfundene oder beschämt erkannte Unkultur des Körpers. Diesem falschen und zuchtlosen Aeußern entspricht eine völlige Zuchtlosigkeit der Institute, ja deren völlige Verkennung und Verkehrung. Man wiehert vor Vergnügen, wenn auf der Bühne die traditionellen Schwiegermütter als überflüssige Personen erscheinen, über deren baldiges, zu erhoffendes Ableben man die deutlichsten Anspielungen macht und deren immer noch nicht unterdrückte Weibgefühle ein Gegenstand des Hohns sind. Dieser Gesellschaft mit ihrer häßlichen Konvention, mit ihrer verlogenen und dreisten Gruppierung, mit ihren Vorurteilen, Schönheits-, Tugend-, Takt- begriffen entspricht völlig das Benehmen der Schauspieler, der Figuren aus der Schwankbühne. Ebensowenig, wie es im Leben eine bestimmte, eingehaltene Tonhöhe des anständigen Sprechens gibt, oder bestimmte, ungeschriebene, aber unwillkürlich eingehaltene Gesetze des Gehens, Stehens, Sitzens, eine gewisse Schule des körperlichen Verhaltens, eine unbedingt geforderte Herrschaft über den Leib, welche die erste Bedingung zu einer wahren Schönheit ist und zu einer äußern Kultur der Nation führt, ebensowenig wie es einen allgemeinen Geschmack gibt, der gewisse Lügen des Mobiliars, des Hausbaues, der Surrogate und Imitationen genau so hart und unerbittlich als verächtlich empfindet, wie gewisse moralische Lügen der Gesellschaft, ebensowenig wie es ein Gesetz gibt: bade, turne täglich, wechsle deine Wäsche zur Zeit, benimm dich möglichst unauffällig, sicher, geschickt, ebensowenig gibt es überhaupt ein allgemeines ästhetisches und sittliches Bewußtsein. Tas äußere Leben ist immer ein Gleichnis des innern. Es hesteht nun einmal keine allgemeine geistige Auffassung des Lebens, teilt künstlerischer, sittlicher, materieller Konsens, durch welchen ein wahrhaftes Leben der Nation zu einer solch hohen Einheit erhoben würde, daß sie äiuch die Bühne unfehlbar steigern und reinigen müßte, die nur dem Dasein des Volkes antwortet. Eben nicht im Positiven, nicht in der Höhe, sondern nur in der Nichtigkeit und Unförmlichkeit des Lebens besteht leider ein Konsens, jener unsterbliche, traurige Konsens zur Gemeinheit, dessen tragischer Effekt unsere Posse ist. ,Ja, sie ist das unwillkürliche, darum nicht minder treue Bild unseres Lebens, dessen Sitten und Konventionen nicht aus Wahrheiten, sondern aus Lügen entstehen, die dann zu so komischen Situationen führen. Worin besteht denn der komische Effekt, wenn nicht darin, daß die Menschen auf der Szene das ernst nehmen, was niemand im Zuschauerraum ernst nimmt? Und doch wird auf der Szene nur das geübt, was im Leben allgemein ist. Ehen aus Lüge, Geldrücksichten, Spekulation erzeugen die albernsten Konsequenzen, gesundes Empfinden wird durch eine öde Begriffserziehnng verfälscht und zurückgedrängt, der Rest ist Schein, Schablonen wandeln durch das Leben und sind auf der Bühne so lächerlich, weil sie sich anmaßen, als Menschen gelten zu wollen. .Der Figur des „Backfischs" entspricht in der Gesellschast ein verbildetes, verkehrt erzogenes Geschöpf, dessen natürliche Anmut und holder Instinkt nur eben mit solcher Mühe über eine verfehlte Konvention siegt, daß das Wesen einer heranreifenden Wirklichkeit eben gerade komisch und grotesk rührend, statt ergreifend wirkt. Logisches, organisches, zwecksicheres Dasein ist uns fremd, darum ist ans der Bühne nichts logisch, organisch, zwecksicher, sondern ."eben alles gerade gut zum Gegenstand der Posse. Ter vornehmere Geschmack, die echte Tradition ziehen sich ängstlich zurück, und die Parvenüs wälzen sich über die Bühne, wie durch das Leben. Es wächst kein Gras mehr, wo sie über den Boden stampfen. So pöbeln auch die Schauspieler mit ällerhellster Inbrunst und sind in ihrem Element. Und darin scheint der Hauptreiz der Posse zu bestehen, daß dort oben der Mensch endlich einmal seiner Gemeinheit überlassen bleibt, „sich gehen lassen" darf, was ebenso der Gegensatz zu „gehen" ist, wie Tier der Gegensatz zu Mensch.. Ter Zuschauer fühlt sich wenigstens im Bilde von seiner Konvention befreit. Aber es ist eine gröbste Täuschung, denn die Posse bedeutet eine sehr laxe Revolution, bei der am Ende die Konvention glänzend wieder hergestellt wird. Ihre Freiheit ist nichts als primitive Ungezogenheit. Das Publikum aber bejaht sich selbst durch sein Gelächter. Es wäre ein gerechter Anlaß, traurig zu sein. Schwank auf Schwank geht hoffnungslos vorüber und zeigt das Bild eines schwanken, leeren, dreisten Lebens, eines wüsten Tobens und Grinsens, ,Und so dumpf ist das allgemeine Wesen, daß sich darüber ein schallendes Gelächter statt eines ungeheuren Grauens erhebt. .Wir haben immer das Leben, das wir wollen, und die Bühne, die wir verdienen. Wer die Kunst will, muß auch das wahre Leben wollen. Unser Publikum scheint aber bloß die Posse zu bejahen und ein Dasein gutzuheißen, das von der Posse grimassiert wird. ,Von Kunst ist nicht die Rede und auch vom wahren Leben nicht. ,Das große Drama wird als verehrungswert, aber langweilig empfunden. Vermischte». * Zigarre nasche a l s We r t g e g e n st a n d. Wenn ein Rancher die von ihm an einem Tag produzierte Zigarrenasche in einem Behälter sammelt, so wird er bemerken, wie groß die Menge ist; schon bei einem ganz mäßigen Verbrauch von etwa fünf Zigarren täglich wird die Asche zu einem ziemlich stattlichen Häuslein anfchwellen. In der Tat beträgt der Gehalt des Tabakblatts an Mineralstoffen häufig den fünften Teil seines Gesamt- e'chts. Danach würde eine Tonne von Tabakblättern 4 Zentner e ergeben. Wenn man nun bedenkt, daß diese ganze Masse ans wertvollen Mineralien besteht, die dem Erdboden durch die Tabakpflanze entzogen worden sind und ihm entsprechend wieder zugeführt werden sollten, io muß man sich eigentlich darüber wundern, daß noch niemand darauf gekommen ist, die Zigarrenasche zu sammeln und zu verwerten. Man hat berechnet, daß die Herstellung .einer Tonne Tabak etwa fünf Viertel Zentner Mineralstoffe aus einem halben Hektar Land zieht. Nehmen wir den Tabakverbrauch in Deutschland zu 3 Pfund jährlich auf den Kopf der Bevölkerung an, so erhalten wir eine Gesamtziffer von rund 170 Millionen Pfund oder 85 000 Tonnen. Daraus würde sich nach der obigen Feststellung ergeben, daß in Deutschland jährlich 17 000 Tonnen (ä 2000 Pfund) an Zigärrenasche den Winden überliefert oder auf irgend einem anderen Wege verstreut werden. Das bedeutet nun aber eine ganz ungeheure Verschwendung, denn die Zigarrenasche besteht zu »/» aus Calcium- und Kalisalzen, zu 15 Proz. aus Magnesia- und Natronsalzen und zu fast 5 Pröz. aus dem wichtigsten Baumaterial aller Pflanzen aus Phosphorsäure. Angesichts dieser Tatsache sollte man wohl glauben, daß det Erfinder eines wirklich geeigneten Mittels zur Sammlung der Tabakasche ein wohlhabender Mann dadurch sollte werden können. Ein gewisser Teil der Zigarrenasche wird wohl freilich wieder in den Erdboden zurückkommen, aber es besteht keine Gewähr, überhaupt wenig .Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie an die richtige Stelle gelangt. Es ist sicher sehr bedauerlich, daß eine verhältnismäßig große Menge eines so wertvollen Stoffs dem Ackerboden für immer verloren gehen soll, ohne daß auch nur ein Versuch gemacht wird, ihn den Feldern wieder zuzuführen. Die Tabakplantagen müssen selbstverständlich mit großer Sorgfalt und erheblichen Kosten gebilligt werden, weil sonst bald gar nichts mehr darauf wachsen würde. Auch im allgemeinen ist die Asche in neuerer Zeit in der Wertschätzung gesunken. Früher bildete sie einen beträchtlichen Handelsartikel und wurde in ganzen Schiffsladungen verfrachtet, wie noch das Vorhandensein von „Aschhäfen" in Kanchen deutschen Hafenplätzen beweist, die jetzt aber fast .durchweg zu anderen Zwecken benutzt werden. Die Düngung des Ackerbodens spielt heute eine so ungeheure Rolle in der Landwirtschaft, daß es sich kaum verstehen läßt, wie man an der völligen Verschwendung .der wertvollen Tabakasche achtlos vorübergeht. Es ist vielleicht auch nur eine Frage der Zeit, daß ein Verfahren zu ihrer Nutzbarmachung gefunden und in Anwendung gebracht wird. Man sollte daran denken, daß die Ernährung einer so gewaltigen Menschenmenge, wie sie sich in China entwickelt hat, nur durch die äußerste Ausnutzung aller Düngstoffe zur Kräftigung .des Ackerbodens erzielt werden kann. Bei uns wird noch immer viel verschwendet, indem beispielsweise die Abwässer der Hafenstädte gewöhnlich ins Meer geleitet werden. Allerdings hat man Nachzuweisen versucht, daß dadurch den Fischen eine Menge von Nährstoffen geliefert und somit deren Vermehrung und Wachstum begünstigt wird. Ein solcher Zusammenhang bleibt aber doch etwas zweifelhaft, und darum sollte man sich auch nicht darauf verlassen, daß die verstreute Zigarrenasche wirklich an Stellen gelangt, wo sie von seihst irgend einen Nutzen im Sinn der Befriedigung dieses oder jenes menschlichen Bedürfnisses findet. Silbenrätsel. (Nachdruck verboten). 1—8 heißt die Wirtin hier, Schau, sie geht nach der 2—4. Sie bringt euch ein gut Glas Bier, Für die Damen 1—2—3—4. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in vor. Nrr. Wind, Wand. Redaktion! August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schcn lluidersltäts-Buch- und Cteindrnckerci. N. Lange, Gießen,