M sw! N U .WniWl H V u Aus Ließe. Roman von M. v. Eschstruth. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Harro blieb etwas lange. Sie stützte das Köpfchen in die Hand. Zornig wollte sie es heben. Die freundlichen Tage aber, die ihr Dörrenbach bereitet, hatten ihre Stimmung besänftigt; sie wollte ja gut Machen! So neigte sie das Köpfchen wieder, endlich immer tiefer und weinte. Und endlich doch kam Harro dann nach Haus. Da, in dem ihm KU Ehren geschmückten Zimmer fand er Jutta in Tränen. Und das Eichenlaub, die Blumen, der Napfkuchen mit seinem Schokoladenguß, all die Aufmerksamkeiten seiner Frau, vor allem ihre Tränen gingen ihm aus Herz.. Er dachte jetzt gar nicht mehr daran, daß sie ihn beleidigt, daß sie sich beide gezankt hatten in der letzten Zeit, sondern nur noch, daß er seiner Fran gegenüber etwas recht Ordentliches auf dem Kerbholz bekommen. — Und seine klein« Frau tat ihm leid, bitter leid —. „Du mußt nicht weinen, Jutta", begann er freundlich. „Wer Du — gewiß, Du bist noch böse mit Mir —" „Glaube gar", sagte er ehrlich, und freute sich, daß er ehrlich sein konnte. „Aber Du hast mich nicht mehr lieb — Du —" „Sei nicht kindisch", unterbrach er schnell. „Der Kommandeur liegt Dir mehr am Herzen wie Deine kleine Frau." „Unsinn — Jutta. Solch ein Tier will besorgt sein. Eine kleine Frau —<' er zwang sich zum Scherz, „die sorgt schon selbst, wie ich vernommen, daß ihr nichts abgeht. Ich freue mich, daß Du so vergnügt gewesen bist. Du warst doch vergnügt?" „Ja und nein." Und nun rückte sie zu ihnr hin, schlang die weichen Arme um feilten Nacken: „Du hast mir doch gefehlt, überall!" Er war gerührt. Mitleid und Reue kamen über ihn, er küßte sein Weib auf die Stirn. „Mein armes, kleines Ding!" Reue und Mitleid rührten an die alte Liebe: er schloß sein Weib in die Arme, und JUtta lächelte selig, Und verklärt. Sie liebten sich doch. Und so sollte es immer wieder zwischen ihnen bleiben! Ja, Mitleid und Reue er- füllten Harros Herz — rührten die alte Liebe aufs neue an. Er war freundlich, zärtlich, um so zärtlicher, als ihn seine Schuld bedrückte, als er gut zu machen strebte. Jutta strahlte, war g lücklich — und reizend auch! Außerdem ließen sich die Verhältnisse ebenfalls befriedigend an. Harro war bei Kasse. Er hatte schließlich die zweitausend Mark, die Ellinor mit seinem Satz für ihn gewonnen, akzeptiert. Sie hatte jedes Bedenken darüber zu zerstreuen verstanden. Er hatte sich nun einmal schlecht postiert in der Welt, klang es ungefähr als Nachhall hier in seiner Seele; er konnte Nicht verkommen in der Enge einer Kommißexistenz; —, es hieß von zwei Ueboln das kleinste wählen. Und weiter hatte er sich für den Hport entschlossen —. er konnte Papa Nicht begreifest, der so. dagegen gewesen war Ellinor vielmehr hatte ganz recht, der Sport war sogar lukrative Natürlich, Man mußte reiten können. Und darin nahm et es Mit jedem auf. Nur mußte er eigene Pferde reiten oder die kostbaren Preise, die dem Reiter gehören, der» silbern, was eklig war. So hatte er sich schließlich mit den Rittmeister geeinigt, hinsüro, wie dieser halb aus Groß» mut, halb aus Egoismus vorschlug, zusammen einen Stal! zu halten. Demnach wurden bei Uraus einige Rechnungei beglichen und die Wirtschaft leicht und flott weitergesühch Selbst Jutta blickte mit versöhntem Auge aus die Rennerei Sie hatte Harros Reiten gescholten, wenn sie ärgerlich ast die Greditz war. Die aber und ihr Gatte waren noch fortJ sie würden den ganzen Sommer nicht wiederkommen! Um Harro war ja so reizend- mit ihr! Ja, Mitleid und Reue auch die Scham überkam den jungen Offizier seiner kleine, süßen Frau gegenüber immer mehr. Er hätte am liebster die Episode Ellinor aus seinem Leben gestrichen. Doch dal währte nicht lange. Es erging Harro vielleicht ähnlist inte dem Löwen, der einmal Wut gekostet hat. Diese Frau bewandert in allen Künsten, einen Mann zu bestricken; in Besitze aller Mittel, ihre Umgebung, ihre ganze Lebens führung weit über das Alltägliche zu verschönen, mußt» Jutta nur zu bald wieder in den Hintergrund drängest Harro konnte es nicht ändern, er sand seine reizende, klein! Frau zum mindesten sehr „einfach" — ja, er langweilt! sich bet ihr. Er litt unter seiner Häuslichkeit, die alle« dings auch zu wünschen übrig ließ, und, dank Jutta» Unerfahrenheit, keineswegs in einem -Verhältnis zu ihre! Kosten stand. Er wurde nervös unter der Oede, der Nüchternhei seiner Tage. Selbst an der immer bereiten, immer nock kindlich zutraulichen Zärtlichkeit seines jungen Weibes fast er nur die Kehrseite heraus. Weil er sich schon einma gegenüber seiner Frau bedrückt fühlte, bedrückte ihn gerad ihre Liebe noch mehr. Es schien eben ein Riß in ihre Eh gekommen zu sein, der sich nicht wieder heilen ließ. - 640 Redaktionr August Goetz.— Rotationsdruck und Verlag de« Brühl'fchen UniversitätS-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen, Gedanken an das -©ffeit Brechreiz. ES treten Störungen des Allgemeinbefindens' ein, wie große Abspannung und Müdigkeit, Eingenommensein und Hitzegefühl im Kopfe, dumpfer Truck auf dem Kopfe, hauptsächlich gegen die Stirn, Gefühl von Spannung und Empfindlichkeit im Genict und Hinterkopf, leichtes Einschlafen der Glieder. Es besteht Unlust zu geistiger Tätigkeit, Zerstreutsein, gedrückte Stimmung; die Kranken sind leicht gereizt und viel schlaflos. Tie Behandlung der Verdauungsschiväche ist je nach den Urfachen des Uebels verschieden. Ist Mangel an Magensaft vorhanden, so muß man dem Magen mehr Blut zuführen; dies geschieht durch warme Auflagen auf die Magengegend und Reiben des Magens. Leichte^kalte Anwendungen von Wasser, wie Ganz was chun gen, Sitzbäder, Halbbäder und leichte Güsse sind sehr stärkend; innerlich gibt man Tee von Wermuth, Tausendgüldenkraut und Bitterklee, allein oder gemischt mit Fenchel und Pfefferminze. Tiü Mahlzeiten dürfen nicht reichlich sein, lieber soll'man ö fters! etwas genießen; nicht viel Flüssigkeit, namentlich keinen Alkohol. Ist Schleim vorhanden, wie es bei Magenkatarrh vorkommt, so muß man diesen zunächst entfernen durch Abführmittel, selbst Brechmittel, und den Magenkatarrh heilen; dann kann man bittere Mittel in Teeform geben. Dind überschüssige Säuren vorhanden, wie Milchsäure, Buttersäure und Essigsäure, welche den Magensaft unwirksam machen, so müssen auch diese durch Abführmittel entfernt werden; man kann Kraftmehl geben, welches all diese Säuren aufsaugt. Wasser ist bet der Mahlzeit nur in geringer Menge gestattet, weil ein Zuvrel den Magensaft zu sehr verdünnt und unwirksam macht, ebenso wirken flüssige Speisen und alkoholische Getränke. Unverdauliche Speisen dürfen gar nicht oder höchstens in Meinen Portionen genossen werden, auch nicht solche, welche Blähungen verursachen, wie Hülsenfrüchte und Kohlgemüse. Tie Speisen müssen ordentlich gekaut werden,, damit der Speichel sich mit ihnen vermischen kann. Bei all diesen Arten von Verdauungsschwäche sino Wasseranwendungen sehr zu empfehlen; sind sie auch kein direktes Heilmittel, so unterstützen sie jederzeit die Heilung, indem sie die Blutzirkulatton regeln und den Körper kräftigen. Sind die Magendrusen zu träge in der Absonderung von Magensaft, so muß man den Magen fleißig reiben und kalte Auflagen machen auf den Unterleib, kalte Waschungen usw. Ist die Verdauungsschwäche rein nervös, fo rst die Kaltwasserbehandlung das einzige Heilmittel. Auch laßt sich mft der Wasserbehandlung der Gebranch der Kissinger Heilquellen verbinden. ________ Ist die Elektrizität gesund? Eilt sonderbares Evangelium verttindet ein Ingenieur namens Greer in der Wochenschrift „Scientisie American". Er schreibt nämlich der Benutzung der Elettrizität eine große gesundheitfördernde Wirkung zu. Ter magnetische Einfluß von elektti- schen Biotoren, die lange Zeit täglich in der Nähe eines Menichen arbeiten, soll sich in dessen körperlichem Befinden äußerst günstig bemerkbar machen. Tafür bringt Greer Beweise bei, die er in fast 20 jähriger Erfahrung gesammelt hat. Auf allen Gebieten der Elekttotechnik hat er seine Beobachtungen gemacht und immer die beschriebene Einwirkung der Elekttizität bestätigt gefunden. Namentlich bot sich Gelegenheit dazu bei der Umwandlung von Kleinbahnen für den elektrischen Betrieb. Tie Leute, die aus Rosselenkerri Motorlenker geworden waren, verspürten in erster Linie den Segen der Elettrizität an ihrem Leibe; ihre Gesundheit hob sich in allen Fällen, und sie begannen Fleisch anzu- setzcn. Ta sie dieselbe Straße wie früher unter denselben Witter- nngs- und sonstigen Verhältnissen bestihren, so konnte nach der Meinung von Greer die Besserung ihres Gesundheitszustandes nur in dem unwahrnehmbaren Magnetismus der Motoren oder in der Nähe starker elektrischer Ströme ihren Grund haben. Ter amerikanische Elekttizitätsapostel geht aber in seiner Beweisführung noch weiter ins einzelne, indem er auch einen angesehenen Arzt als Gewährsmann hinzuzieht. Tiefer bat ihn einmal, zwei schwindsüchtige Männer als Wagenftihrer bei einer elektrischen Bahn anzunehmen. Schon nach wenigen Monaten hatte sich ihre Gesundheit in ihrer neuen Stellung zusehends gekräftigt. Allerdings lag der Platz ihrer Tätigkeit in einer als besonders gesund anerkannten Gegend, ihr weiteres Schicksal aber bewies nach der Auffassung von Greer, daß nicht diesem Umstand, sondern nur dem Einfluß ihres Berufs der erfreuliche Wechsel ihres Befindens zuzuschreiben war. Nach etwa zwei Jahren nämlich gab der eine seine Beschäftigung auf und zog sich im gleichen Bezirk aufs Land zurück, schon innerhalb eines Jahres kehrte fein Leiden zurück und er starb. Ter andere blieb im Dienst und behielt seine Gesundheit. Ms er aber einmal ein halbes Jahr aussetzte, ging es tvieder so bergab mit ihm, daß er seine Tätigkeit wieder aufnahm, und dann bald wieder zu Kräften kam. Ein anderer, gesundheitlich sehr heruntergekommener Kutscher, der gleichsalls Motorwagenführer wurde, gewann im Verlauf von zwei Jahren an Stelle seines früheren abgezehrten und nervösen Gesichts ein ganz blühendes Aussehen. Als er aber seine Beschäftigung wieder wechselte, fiel er in zwei Jahren sichtlich zusammen und starb an allgemeiner Erschöpfung., mid Nervenschwäche. Ein Ingenieur, der aus Gesundheitsrücksichten ein südlicheres Klima aussuchen wollte, nahm auf den Rat von Greer eine Stellung als Aufseher in der elektrisch betriebenen Truckerei einer großen Zeitung an. Obgleich er dort angestrengt und gerade zur Nachtzeit tätig fein mußte, wurde er binnen zwei Jahren in der dauernden Nachbarschaft der elettrischen Maschinen ganz gesund und kehrte dann wie nach einer erfolgreichen Kur in seine Heimat und zu seinem früheren Beruf zurück. Greer geht dann sogar so toeit, die auffallende Besserung, die sich in dem Gesundheitszustand in den großen Städten während der letzten fünfzehn Jahre bemerkbar gemacht hat, auf die fast allgemein ge- ivordene Anwendung elektrischer Kraft in den Straßenbahnen und ihre immer mehr zunehmende Verbreitung in industriellen Gebieten zurückzuführen. Es wäre also die Turchschwängerung der Großstadtluft mit uusichtbareli elettrischen Wellen, der die Bewohner der großen Ziegelsteinbauten mehr als allen anderen hygienischen Bemühungen zu verdanken hätten. Tie Frage an sich ist interessant genug, jedoch scheint der Glaube des Amerikaners an den alleinseligmachenden elektrischen Strom doch noch zu weuig erwiesen. Tr. T. KefundHeitspflege. Die Verdauungsschwäche ist sehr verbreitet ; fast jeder hat sie schon einmal empfunden. Alle Arten von Verdauungsstörungen haben ähnliche Erscheinungen wie Truck, Vollsein, Schwere, selbst nach dem Genuß leicht verdaulicher Speisen. Weitere Beschwerden sind: schlechter Geschmack im Munde, sehr häufiges Gähnen und Ausstößen (meist von Luft), was oft sehr lästig ist. Tie aufstoßenden Gase können geruchlos fein, wie bei der nervo-sen Verdauuugsschwäche, oder übelriechend, wie bei den anderen Arten. Fast alle derartigen Kranken klagen über Spannung und Auftreibung des Leibes, herrührend von Gasau- sammlungen im Magen und Tarm, und über Stuhlverstopfung, von den Magen- und Tarmnerven hervorgerufen; manchmal wird durch die Aufblähung das Zwerchfell in die Höhe gedrängt, und es werdest hierdurch Herzttopfen und Atemnot, ein einzelnen Fällen sogar asthmatische Anfälle verursacht. Tiefe Empfindungen treten entweder gleich nach der Mahlzeit oder eine bis anderthalb Stunden später auf. Erbrechen stellt sich selten ein, dagegen öfteres Ausstößen und Hochkommen Meiner Quantitäten Mageninhalt, oder sauer schmeckender Flüssigkeit (Sodbrennen). Oft werden schwer verdauliche Speisen sehr leicht vertragen und leicht verdauliche nicht; manche bekommen schon Beim Sprüche. Liegt das Ziel auch noch so fern. Was man wünscht, das glaubt man gern. Kopf ohne Herz macht bösis Blut; Herz ohne Kopf tut auch nicht gut; Wo Glück und Segen soll gedeih'n. Muß Kopf und Herz beisammen fein. Wo jeder ist, wie er sich zeigt. Da lernt man bald sich recht versteh'n, Ta wird das Finden lieb und leicht, Toch schwer das Auseinandergeh'n. Friedrich v. Badenstedt. (1819—92.) s Neue Wücher. Großer Bolkskalender des Lahrer hinkenden Bote« für 1905. Lahr, Moritz Schauenburg, geb. G y p, Ter Wildfang, Roman. Nur kerne Fremde, Erzählung. Berlin, Herrn. Hillger. 20 Pfg. . ,. .. . Scholl, Karl, „Turch Nacht zum Licht". Meut rellgwser Entwicklungsgang vom Kinderglauben zur neuen Weltanschauung^ Bamberg, Handeksdruckerei. ... Tierschutzkalender 1905. Hrsg. v. Berttner Tterschutz- Verein (48 S) 10 Pfg. Die Turnerin. Blätter für die turnenden flauen und Mädchen in Teutschland und Oesterreich Leipztg, Rauh u. Pohle.- Heft 1. Vierteljährlich 1.50 Mark Silbenrätsel. Nachdruck verboten. a, 6er, der, der, es, ga«, gs, gen, ging, lehrt, la«, leuch, nicht, nie, noch, rück, tend, tet'S, der, was, wie, zu. Vorstehende Silben sind zu 14 Wörtern zu ordnen, die in den drei Verszeilen einen vielcitierten Dichterspruch ergeben. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des ReihenrcitselS in vor. Nr.: Mailand, Gottlieb, Arsenik, Bankier, Schwaben, Bernburg. Moskau.