1904. gr.aufg. H-NOII. 6l»S» RN NA MiLltvoch den 28, Septemöer UK tnutinv.^ÜM , UN Sn MMO/HW W M W tMÄKW kWWMLW Aus LieAe. Roman von M. v. Eschftruth. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Nach Tisch wurde der Brautkranzausgetanzt, ebenso des Bräutigams Strauß. Der Kranz zierte bald das Haupt des jüngsten Mädchens hier, bildhübsch,, von altem Mel, doch, arm wie eine Kirchenmaus. Der Strauß fand seinen Platz auf der Brust eines schon etwas angejahrten Herrn mit starker Glatze, in der angenehmen Stellung eines Königlichen Landrats und mit einem Güterkomplex, wie solcher zu dem idealen Landrat gehört; weshalb man die:Sache sehr spaßig fand und die Beteiligten neckte, indem man im stillen meinte, die hübsche, kleine Karlsdorf hätte einen riesigen Dusel (so heißt das schöne Wort Glück jetzt), wenn etwa der Landrat, diesem orakelhaften Winke folgend, sie zur Frau Landrätin machen sollte. Dann begann der allgemeine Tanz. Der stattliche Husar in seiner glänzenden Uniform und sein junges Weib im bräutlichen Gewand eröffneten den Reigen. Es mochte acht Uhr sein, die Zeit, wo die Neuvermählten an das Fortgehen denken mußten, was ohne Abschied geschehen sollte, ganz unmerklichj, so war verabredet wor- oen. Der Kommandierende und seine Gemahlin traten demnach, wie von ungefähr, an die Kinder heran. „Nun, Harro, halte Dikch tapfer", sagte der General. „Tu weißt, was ich Hamit meine. Du hast es so gewollt, und man kann auch so glücklich sein, wie ich aus Erfahrung weiß. Es heißt nur fest bleiben in Ehre und Pflicht. Du, Jutta, aber —" die Hand des älteren Offiziers strich dem jungen, lieblichen Geschöpf, das sich lange schon sein Herz, — ein Herz, all der Orden wert, welche seine Brust zierten, gewonnen hatte — über das blonde Haar — „Du, Jutta, habe Geduld mit ihm. Er ist. gut, aber ein Brausekopf und ein Sausewind. Doch das weißt Du ja — Du hast ihn lieb. Euer Leben wird nicht immer so leicht sein, als heute. Ich kann Dir, ich kann Euch beiden nichts besseres wünschen, als daß die kleine Frau wird, wie Deine Mutter, mein Zunge!" „Mer Papachen, Papachen!" Die Kommandierende, eine stattliche, gerade in ihrer Einfachheit durchaus vornehme Erscheinung, wehrte lächelnd dem Gemahl. Dann drückte sie den jungen Leuten verstohlen, doch so recht von Herzen die Hand und flüsterte leise: „Wenn einmal schwere Zeiten kommen, immer fest bleiben in der Liebe, das hilft. Und nun, lebt wohl. Gott sei mit Euch!" Und als habe man sich die allergewöhnlichsten Dinge gesagt, schritt jetzt der General nach links zu einer Gruppe Herren hin, während sich seine Gemahlin nach rechts, einigen jungen Mädchen mit mütterlicher Freundlichkeit entgegenwandte. Harro und Jutta standen einen Augenblick sich selbst überlassen. Harro liebte seine Eltern. Er kannte die Geschichte, die Kämpfe ihrer Ehe und sah vor allem mit ehrfurchtsvoller Bewunderung zu seinem Vater in die Höhe. Sy wurden seine Züge ernst. Jutta, das verwöhnte Töchterchen einer vermögenden, überzärtlichen Mutter aber wußte es nicht anders, als daß jeder Tag seine Freuden haben müsse. „Du, Schatz, ich weiß gar nicht, warum man mir heute immer wieder von dem Ernst des Lebens redet. Nun auch noch die Mama", meinte sie jetzt in halb launigem, halb schmollendem Tone. Und dieses Schmollen, das kaum merkliche krause Fältchen auf der blütenweißen Stirn, das Zusammenschieben der kirschroten Lippen standen ihr so allerliebst, daß Harro nur im vollen Uebermut den entzückenden Augenblick empfinden konnte. Vielleicht — verzeihen sie es Dir nicht, daß — Tu mich gekapert hastf. hatte er sagen wollen. Ein natürlich ritterliches Gefühl hielt ihn heute von solchem Scherz zurück. „Vielleicht, verzeihen sie es Dir nicht, daß Tu kein Kochen gelernt hast", neckte er statt dessen, „wie sie es wollten." „Brrr!" Jutta hob ihre Hände und hielt sie gegen das Licht. Es waren entzückende Händchen, fein und weich in den Gelenken, mit fein zugespitzten Fingern. Rosig schimmerte das Blut durch die zarte Haut, jeder Nagel war leicht gewölbt, wohlgepflegt, s auft erglühend wie eine Blüte mit lichtem Blattes- saum, blank poliert und glänzend gleich einem Juwel. „Brrr!" Jutta schüttelte glücklich lachend die Hände in der Luft: „Dann hätte ich am Ende noch Hoftrauer, wie Hildegard Lindstedt." Nun lachten sie beide. Hildegard Lindstedt war Juttas Cousine. Man sagte, Harro hätte ihr mal einen Mnter den; Hof gemacht. Das war jedoch schon lange vor Juttas Zeit gewesen, denn Hildegard zählte, wie Harro, fünfundzwanzig Jahre. Weshalb sie ihm jetzt nur noch ein spätes Mädchen bedeutete. Dazu waren in der Tat ihre etwas ungepflegten Hände dem verwöhnten Offizier nicht sympathisch Sie lachten also beide noch einmal. Harro nahm dann die Hände seiner jungen Frau und küßte sie eine naich der anderen, langsam, als möchte er so ihre Schönheit auskosten. „Außerdem lieben wir uns", flüsterte Jutta und neigte ihr Köpfchen gegen seine Schulter. „Ja, über alles! Wollen wir jetzt gehen?" fragte er dann leise, tote ged.mpft durch die Seligkeit seiner Leidenschaft. Sie sah ihn an und nickte. Und er schlang den Arm um sein junges Weib im bräutlichen Gewände. „Komm herab, o Madonna Theresa" — begannen die Geigen auf der Empore die heute schon etwas veraltete, aber immer noch neu elektrisierende Walzermelodie. Eng aneinandergeschmiegt, der Weise folgend, wie von der eigenen Liebe getragen, mischten sich Harro und Jutta in den Reigen und machten ein paarmal die Runde. Dannl aber tanzten sie hinaus aus dem Saal, in die Rokokogaleris und rveiter hinaus. Bachmann hatte an der Tür gestanden, die Absicht des Herrn Leutnants begriffen, und die Flügel der Tür geöffnet „Zu nett, riesig nett", meinte drinnen, wer Notiz von dteseq Entführung genommen hatte. Das junge Paar draußen 578 ober fiel sich einfach jubelnd in die Mine. Dann eilten sie hinunter, er in die Herren-, sie in die Damengarderobe, uitt sich für die Reise anzukleiden. Kurze Zeit nur, und Harro erschien in leichtern Zivil — grauer Rock, graue Bein- Neider, weiße Weste und weißer Schlips — bei seiner Frau, die gleichfalls die Brauttoilette mit einem Reisekostüm von dunkellila Tuch vertauscht hatte. Wieder saheu fte sich an, als entdecke eines au dem anderen ein neues Wunder für neues Entzücken, und küßten sich Frau von Stammen, die ihrem Töchterchen bei seiner letzten jungfräulichen Toilette geholfen hatte, weidete sicheln paar Augenblicke stumm an dem jungen Paare. Dann griff sie in die Tasche ihres Samtkleides und zog einen schjmalem länglichen Gegenstand hervor. „Hier, lieber Harro", sagte sie, dem jungen Ghemanue diesen Gegenstand überreichend, „Euer Reiseportemonnaie." Es war eine prächtige Arbeit in Juchten, zwei größere Taschen, verschiedene Fächer, sogar eine Notiztafel in dem Leder hier eingeschlossen. „Praktisch Alles, was inan brauch,t. Bor allem, es ist auch etwas drinn." Lächelnd totes Frau von Stuntmen auf das Geld, das in den einzelnen Fächern blinkte, die Scheine, die in einer noch einmal separat' verschlossenen Tasche zusammengedrückt logen. „Tausend Mark gebe ich Euch heute mit. Wenn sie alle ftnd> schreibt an den Bankier. Laßt Euch nichts abgehen. Man ist nur einmal jung. Und Ihr sollt glücklich sein!" „Muttchen, Muttchen, Du bist doch das beste aller Muttchens." Jubelnd umschlang Jutta die Mutter. ; Auch Harro machte keine Einwendungen gegen die Erklärung seiner Frau und küßte der besten aller Schwiegermütter zärtlich, dankbar die Hand. „Sei gut mit ihr!" nickte die dem jungen Manne dafür zu. „Muttchen, ich liebe ja meine Frau über alles!" Nun war es aber doch Zeit. Lächelnd und weinend zugleichs schob die zärtlichste der Mutter die Kinder zur Tür hinaus. Ja, sie waren glücklich!" In überwallendem Gefühl, getragen von dem Bewußtsein eines unerschöpflichen Portemonnaies, gab Harro seinen Empfindungen zuerst hier Ausdruck, indem er Bachmann einige Goldstücke in die Hand drückte, als der ihm in den Ueberrock half. Jutta küßte ihre langjährige Schneiderin, die es sich nicht hatte, nehmen lassen, der gnädigen Frau den Mantel umzuhängen. „Ich bin so glücklich, Fräulein Bellmeier", jubelte sie dabei. Es sollte wohl eine Erklärung sein für dies Tun. Wenige Schritte von der Treppe entfernt, von einem Pfeiler, gedeckt, stand eine Dame. Sie war über hie erste Blüte hinaus, doch darum erst eigentlich, in ihrer besten Zeit. Sie war nicht gerade hübsch aber sie hatte gutgeschnittene Züge, die jedoch nicht recht zur Geltung kamen, denn sie war unkleidsam frisiert. Ebenso trug sie ein schlechtsitzendes Kleid. „Daß man so glücklich sein kann!" flüsterte sie jetzt und schlug die Hände vor das Gesicht, Auch die Hande waren weder zierlich noch zart, doch, von edlen Formen; mütterliche Hände, Hände, die fassen, halten, stützen, sorgen und wohltun können. Aber auch diese ihre eigenartige Schönheit kam nicht zur Geltung, denn, tote die ganze Erscheinung des Mädchens, waren auch ihre Hände ungepflegt. Die Haut war spröde und rauh au den Fingerspitzen, die Nägel schlecht geschnitten. „Daß man so glücklich sein kann!" flüsterte das Mädchen noch einmal. Es klang wie ein Seufzer. Sie hatte den Saal verlassen, war hinuntergeeilt, it|in dem Neuvermählten Paare noch einmal ihre besten Wünsche für die Reise, die Ehe mitzugeben, war sich aber dann damit sehr überflüssig erschienen und darum hinter dem Treppenpfeiler stehen geblieben, sodaß niemand etwas von ihrer Person oder von ihrem Vorhaben, gemerkt hatte. „Daß man so glücklich sein kann!" Hildegard von Lindstedt nahm die Hände wieder von dem Gesicht. Es war recht blaß geivorden, doch des Mädchens Haltung hatte sich gefestigt; sie wußte, ihr 'Lebten würde ein Kampf werden und Entsagen bleiben immerdar. Und sie würde sich so gern verziehen und verhätscheln lassen : sich von dem! Glück in den starken Arm nehmen lassen, so wie Harrn eben in jubelndem Entzücken fein junges WIeib in den Wagen trug. Doch das brauchte niemand zu wissen. Hildegards. Züge sahen toieber so gewöhnlich gleichmütig, um nicht zu sagen gleichgültig aus, als sie in den Saal zurückkehrte, daß niemand auch nur zu ahnen vermocht hätte, welch eine Welt von Empfindungen des Mädchens Seele in sich, barg. „Sind denn die Urans und die Stammens in der Tat eine io vornehme Familie?" fragte eben die Gemahlin von Harros Rittmeister ihre Nachharin, eine Exzellenz a. Di, Baronin von Weiden. „Hm, sie werden bereits im elften! Jahrhundert im Gefolge unserer Fürsten erwähnt. Ich Sie wissen natürlich nichts davon." „Nein, wir stammest aus der Mark —" „Das heißt, Ihr Herr Gemahl", korri-, gierte die Baronin tm Vollgefühl der eigenen Ahnenreihe, die Rittmeisterin, deren Vater, wie man erzählte, seine Dollars aus Petroleumfässern schöpfte. Elliuor biß sich ans die Lippen. Dann aber gleichmütig bei der Sachte bleibend, meinte sie gefällig: „Da können ja die jungen! Leute lachen." „Können sie auch — freilich!" „Freilich?" fragte Elliuor interessiert, was denn da trotzdem für eine Beschränkung kommen könne. „Leutnant von Uran ist doch spendid. Und die Liebe der beiden scheint mir gleichen Schritt mit der Beräucherung ihrer Familien zu halten", erklärte sie laut. „Ja—a. Mon der Liebe und der Beräucherung, viel mehr wird es nicht sein." Damit wurde die Baronin! plötzlich ganz zutraulich: „Die reine Unvernunft, diese Heirat. Ansprüche und Ansprüche. Und die Jutta — von Haushalt keine Spur. Wenn meine Mädchen —" Mit der freundlichsten Miene, ahnungslos) wie man sich hier mit ihrer Jutta beschäftigte, trat eben die Brauit- mutter zu den beiden Damen, als liebenswürdige Wirtin für das Wohl ihrer Gäste besorgt. So wurde die Exeellenz verhindert, eines weiteren über ihre Töchter zu berichten, lebt man aber nicht", fiel jetzt die Exeellenz. aus. „Die Leute sind doch reich —" „Reich — Kommiß, das heißt, die — Lizzie, Otth und Berty auf der Reihe — nicht mehr vom Leben und auch vom Haushalt verstanden, als Jutta und es wahrscheinlich ganz gerade so gemacht haben würden, wie diese beste Freundin. Nur daß sie nicht einmal über ib'en Kommiß verfügten, und sich bis jetzt noch keiner gefunden hatte, der sie ohne dies notwendige Uebel hätte heimführen können oder wollen. Ellinor von Greditz aber empfand momentan ein versöhnliches Gefühl gegen! die Petroleumfässer ihres Vaters, über welche sie sich trotz alledem schon ost geärgert hatte. Nichtsdestoweniger fühlte sie auch den kleinen Stachel, der sich in ihr Herz gebohrtt da sie heute den Leutnant in all his glory of manlineß and beauty am Arme der reizenden Jutta erblickte. Sw meinte eben wieder, wie manchmal in der letzten Zeit, ob! sie — Ellinor Blaker — sich nicht etwa zu billig fortgegeben habe, und wenn sie die Sach nochmal zu machen hätte —i Aber freilich, ohne ihren Mann wäre sie ja nicht in diese Gesellschaft gekommen, hätte sie Wohl gar Harro von Uran nie kennen gelernt. Und wieder, wenn der Rittmeister sich nicht hätte rangieren müssen, ihre Millionen nur zu gut gebraucht hätte — bann —. Denn hochmütig blieb ja bis Bande einmal immer doch. „Meine gnädige grau, ich habe den Contre" — Graf Herzberg verbeugte sich vor der Ritt- meifterin. So wurde die amerikanische Millionärin weiterest Grübeleien enthoben. Sie freute sich eben lieber, daß ihr ein Prinz gegenüber tanzte und das ganze Karree blauest' Blut auswies; freute sich, wie in dem Meer von Licht der Atlas ihres Kleides so golden schimmerte, die großen Steine; leuchteten an den schwanken, festen Armen, ihrem Halch in dem nachtschwarzen Haar, freute sich an dem Bildes, das die Spiegel der Wände drüben zurückstrahlten. Alles! in allem machte sie doch eine gute Figur, war am Platz, unb der Platz war nicht schlecht. (Fortsetzung folgt.) Are Agave,*) Bon Elisabeth Gnauck-Kühue. Sieh, tote glänzt das Meer . . . ! Tiefblau liegt es da unter dein! hohen, wolkenlosen. Himmel, an dem die Sonne in glänzender Pracht strahlt. Die Luft ist still und warm, nur hin und wieder streicht eist kühler Hauch vom Wasser über die hohe felsige Küste in das Land hinein; bann zittern die empfindlichen Zweige der grau-grünen OlivenbauMe und erglänzen wie flüssiges Sil-, ber; unb die Weinreben, bie sich von einem. Baum zum andern ziehen und schläfrig herunterhängen, wachen auf unb werden lebendig. *) Entnommen mit Erlaubnis der Verlagsbuchhandlung G. A. ,v. Halem in Bremen, aus dem soeben erschienenen Buche: „Goldene Früchte aus Märchenland", Märchen für jung und alt, von Elisabeth Gnauck-Kühne. Das mit 46 Illustrationen von Franz Stassen geschmückte Buch ist zum Preise von 2,80 Mk. ckamtt kartoniert durch alle Buchhandlungen zu beziehen. 679 Tiefblau liegt das Meer da und groß und Ml, aber die felsige Stifte, die sich ihm entgegenstellt, fühlt die Kraft, die litt seiner Tiefe wohnt. Wenn die weichen Schwingungen der weiten Fläche die steile Felswand erreichen, dann bannet sich plötzlich das Wasser aus, steigt und prallt gegen die Felsen, daß der Schaum zum Himmel spritzt. Horch wie das Meer braust. Dicht am Rande der jäh abfallenden Küste liegt ver- gllenes Gemäuer, die Ruine eines alten Klosters. Einige ände mit leeren Fensterhöhlen stehen noch aufrecht, aber sie tragen kein schützendes Dach mehr. Eulen und Fleder- Mänse nisten in den dunklen Ritzen der dicken Mauern und großblättriger Efeu webt ungestört sein grünes Kleid nm das Gestein. In dieser Ruine, dicht an der verwitterten Mauer, die von steiler Höhe hinabsieht auf das Meer, stand eine Agave. Sie war kräftig gebaut und hatte schöne helle Streifen an den Rändern der grünen stacheligen Blätter. Ringsum, wohin sie auch! blickte, umgab sie totes Gestein; über sich sah sie ein Stückchen blauen Himmels und unter sich sah sie grünes Gras aus den Ritzen des steinernen Fußbodens wachsen und fWEji ausbreiten-. Es war eine tiefe, tiefe Einsamkeit. Erst abends, wenn die Agave einschlief, wurde es in dem Eulennefte lebendig, das eine Oeffnung in der Mauer barg. Die Agave stand regungslos; sie wuchs so langsam, daß sie es selbst gar nicht merkte; traumverloren blickte sie in die blaue Luft hinein, ohne Wünsch und ohne Klage ; sie wußte nicht einmal, daß sie lebte, so träumerisch war sie. Da kam der Winter. Es stürmte tn der einen Nacht, daß das alte Gemäuer krachte, Steingeröll polternd herabfiel und die Quaderwand, an der die Agave ftiaiify schwankte. Kein Stern war an dem bewölkten Himmel zu sehen. Die Agave hörte den Sturm zum erstenmal; sie war erschrocken, geängstigt, und doch war ihr wonnevoll zumute. Und wenn der Sturm schwieg, dann >— was war das nur? — dann vernahm sie ein dumpfes Brausen, das aus der Ferne heranzog, immer lauter wurde und endlich! ganz in der Nähe zu donnerähnlichem Getöse anschwoll. Was war das? Die Agave lauschte abwechselnd dem sSturme und dem donnernden Getose, bis der Morgen graute; dann legte sich der Wind. Da sah sie plötzlich einen Schatten über sich was huschte durch die Luft? — da noch einmal — jetzt sah sie es deutlich: es war ein großer, schneeweißer Bogel, der sich in die Fensteröffnung in der Maner zu Häupten der Agave setzte. Er ließ die Flügel hängen und schloß die Augen, als sei er todesmatt. Die Agave beobachtete ihn Unverwandt, ob er auch nicht wieder fortflöge; aber er blieb sitzen, öffnete nach einer Weile die Augen und sah zu ihr hinunter. „Bitte, fliege nicht weg", rief sie angstvoll zu ihm hinauf, „bleibe hier, ich bitte dich sehr." Der weiße Bogel ließ sich! auf einen vorspringenden Stein gerade neben der Agave nieder. „Ich kann nicht fliegen", flüsterte er, „ich bin xrschöpft und werde wohl sterben, denn ich bin zu matt, um Nahrung zu suchen." „Nein, nein!" rief die Agave erregt, „du darfst nicht sterben und du darfst nicht fort, ritze mit deinem Schnabel meine frischen jungen Blätter auf und trinke den Saft, nur fliege noch! nicht fort!" Der weiße Bogel tat, wie die Agave ihm sagte, und wunderte fitst wie weich und voll- saftig die Blätter waren, die so unwirtlich hart und stachelig aussahen. Der bittere Saft stärkte ihn, er fühlte, wie nette Kraft ihn durchdrang, schüttelte sein Gefieder, glättete es Mit dem Schnabel und sah sich nm. Die Agave war ganz in seinen Anblick versunken. „Woher kommst du?" rief sie endlich „Ich bin eine Möve", war die Antwort, „und komme weit her übers Meer.; Der Sturm hat mich gefaßt und hierher gehetzt. Es war eine gefährliche Reise." Die Agave durchschauerte es. „Ach, erzähle mir davon", bat sie; aber die Möve überhörte ihre Bitte und fuhr fort: -Mtrd dir die Zeit nicht lang in dieser Gruft? Du stehst ja hier wie in einem Gefängnis." „Rein", Meinte nachdenklich die Agave, „ich gebe nicht acht auf die Zeit, ich; habe iniMer hier gestanden und entbehre nichts; ist es nicht schön hier?" „Das fragst du, weil dn das Meer nicht kennst!" rief lebhaft die Möve. „-Ich konfine eben über das große Wasser her, ich. kenne es! Hier ist alles stunfin und starr itnb öde und gleichförmig züin Ersticken; immer siehst du das graue Gemäuer und dasselbe Strick Himmel und dasselbe Gras, — das ist ja ein Grab' hier, das' ist der Tod! Mer das Meer ist das Leben, unerschöpflich unergründlich, unfaßlich, ewig wechselnd, ewig schön. Jetzt ist der Sturm vorbei; aber das Meer tobt no»ch fort, die Wellen türmen sich ans und kommen heran, der obere Rand hebt sich kräuselt sich — nun schlägt er im weiten Bogen vornüber, ich aber fliege unter dem Bogen jauchzend durch die Woge hindurch ohne daß sie mich verschlingt. Da gilt's, atemlos acht zu geben, denn alles kommt auf den rechten Augenblick an. Ich sage dir, es ist wunderbar, jauchzend zwischen Leben und Tod zu schweben! Faßt mich die Wloge, so bin ich verloren. Dann geht's erst! in Hie gurgelnde Tiefe und dann gegen die felsige Mstje. Das Wasser prallt dagegen, zischt und leckt hinaus, so weit es kann. Aber immer muß es wieder zurück, woher es kam. Hörst dn, wie das Meer braust?" „Ich höre." „Das i st die Brandung, sprühender weißer Schaum, der hoch gen HimMel spritzt. Schwade, daß du nicht groß genug bist, um durch die Maueröffnung hinauszusehen! Aber das Meer ist auch schön, wenn es still ist; dann liegt es da >vie ein glänzender Spickgel, in dem Sonne, Mond und Sterne sich besehen. Wo dann ein Felsen aus dem Wasser ragt, den die Sonne wärmt, da sammeln wir uns und erzählen von unseren Reisen, und dann kommen die Delphine unb die Nixen und Meersrauen unb hören zu. Ich kann ans dem Meeresgründe die Korallenschlösser sehen, in denen sie wohnen unb ihr rotes Gold imib ihr Geschmeide bergen. Menn die Nacht sinkt, schmücken sie sich, kommen herauf und tanzen ihre Reigen, — und daNn leuch tet das Meer, und das Geschmeide blitzt, als sprühten die Wellen Funken." Die Möwe schwieg plötzlich und reckte den Hals, als horche sie auf. — „Mtte, fahre fort", bat zitternd vor Erregung die Agave; aber da flogen drei weiße Böget laut kreischend über das Gemäuer. ■— „Ich komme!" rief die Möwe, „ich komme!" breitete ihre schimmernden Flügel aus und war verschwunden. Die Agave hätte sich am liebsten mit einem Ruck losgerissen und wäre mit der Möve hinausgeflogen über das Meer; aber mit allen Würzeln war sie in der Stein gruft festgewachsen; und da blieb sie stehen. Alles war und blieb, wie es immer gewesen. Der blaue Himmel lachte in die Ruine hinein, das griine Gras sproßte zwischen den! Ritzen der Steinplatten, und großblättriger Efeu wob sein grünes Kleid weiter um das verfallene Gemäuer. Alles war wie sonst, und doch ersch-ien der Agave alles verändert. Das Gras dünkte sie fahl, das Stück Himmel über ihr klein, das Gemäuer eine Gruft. Nur der Stein, auf dem die Möwe gesessen hktte, war ihr lieb. „Wahrlich!, ich bin hie« in einem Gefängnis", seufzte sie, „die Möwe hatte recht, ja, ich bin lebendig begraben; , . . ach uuWpranßen wogt; unb brandet das Meer, die kühnen, freien Möwen fliegen! durch die Wellen und schweben jauchzend zwischen Leben und Tod! Horch da höre ich die mächtigen Wasser To in nt en, sie bannten ft chauf und jetzt . . . jetzt Prallen sie gegen die Felsenwände, daß der Weiße Schaum gen Himmel spritzt. Wie das Meer braust ! Unb ich bin hier vergessen und verloren, bin tot, ohne gelebt zu haben!" So härmte und grämte sich bte Agave, bis ihre yell- geränderten Blätter schlaff zu Boden Hingen. Sie schlief nicht mehr, sondern horchte im Wachen Traum ans die Meeresbrandnug und wiederholte si chdie Erzählung der Möwe. „Wie könnte ich's nur ansangen, durch die Oeffnung in der Maner zn sehen?" Das war dann stets ihr letzter Gedanke. Unb eines Abends, als die alte Eule ausflog, faßte die Agave Mut und rief ihr zu: „Wckiser Bogel, hilf mir mit deiner Erfahrung, rate mir! Ich verzehre mich hier in der Gruft, — wie fange ich's au, daß ich bis zu der Oeffnimg hiuauswachse und das Meer sehe?" Die Eule schloß die Augen, zog einen Fuß hinaus und dachte nacht „Du dauerst mich", sprach sie endlich; „muß es denn sein?" „Ich, verstehe dich nicht", klagte die Agave. „Ich will sagen, mußt du denn das Meer sehen? Kannst dU nicht so weiter leben wie bisher? Mares nicht schön?-" „Ich weiß es nicht." — Die Mgave sagte es so tonlos und traurig, daß die Eule Mitleid fühlte. „Ich weiß nur, daß ich tot bin, ohne gelebt zu haben. Hilf mir, weise Enle, hilf mir, daß ich das Meer sehe, oder retße meine Wurzeln aus dem Boden, daß ich vertrockne!" 680 Die Eule sah die Agave tiefernst an, schüttelte den klugen Kopf, überlegte lange und ließ sich daun vernehmest: „Es gibt wohl ein Mittel, du kannst das Meer sehen, aber — es kostet dich das Leben. Wenn du blühst, so ist's,. als ob dir die Schwingen wüchsen, ein kräftiger Blütenstiel steigt aus deinem Herzen hoch empor und die weißen Blumen breiten sich daran na chrechts und links aus. Aber wenn die Blüte stirbt, stirbst at.ichj bu." „Ich will blühen, ich! werde blühen!" jauchzte die Agave, „und tonnt ich zehnmal sterben müßte!" Und als der Sommer kam, blühte sie. 'Ans ihrem Herzen stieg ein mächtiger Blütenschpft auf und erreichte die Oesfnuna der Mauer. Da sah sie das weite, blaue Meer, groß und still, und die jäh abfallende Küste, die sich rech!ts uitb links hinzog, und sie sah die Felsen aus dem Wasser ragen und die weißen Möwen darauf horsten. Und abends sah sie die Nixen und Meerfrauen in den Wellen sich wiegen und sah ihr flmkelnbes Geschmeide im Wasser leuchs- ten. — Ja, das war das Meer! Das war das Leben! O, wie schön war es! Und nun würde sie jauchzen in stürmischem Entzücken wie die Möwe, wenn sie durch die Welle fliegt! — Aber sie schaute und schaute selbstvergessen und es überkam sie eine unsägliche Traurigkeit, als ob ihr das Herz bräche. „Mchl", dachte sie, „davon hat mir die Möwe nichts gesagt, daß das Leben zum Sterben traurig ntacht. Ich wollte jauchzen, — und nun muß ich weinen, weinen! — Aber ich klage nicht!" Als ihre Zeit um war, schlossen sich die tiefen Blütenaugen nach und ttach es wurde dunkel um sie her. „Nun konimt der Tod", dachte sie, und wartete still und gelassen. Die alte Eule setzte si chabends einmal in die Mauer- öffnung neben sie und sagte betrübt: „Mir ist's leid um' dich, aber ich habe di chgetoarnt; zürne mir nicht!" „Ich danke dir", flüsterte die Agave; „mein Sehnen ß.st gestillt, i chhabe das Meer .gesehen. . . Wenn die weiße Möwe wiederkäme, die ich! getränkt habe — willst dn sie von mir grüßen?" VernrldHter. * Die großen Hände..der Engländerin. Unser Londoner Mitarbeiter plaudert: Micht geringes Aufsehen in der englischen Damenwelt rief die jüngste Indiskretion eines Londoner Handschuhmachers hervor, daß nämlich die Handschuhe für das schöne Geschlecht seit einigen Jahren vergrößert worden seien. Wohl trügen die Handschuhe noch immer die alten Nummern, aber nichtsdestoweniger seien sie breiter und länger als früher. Ein Handschuh „Nummer 6" sei viel größer als vor fünf Jahren, in Wirklichkeit sollte er die „Nummer 6V2" führen. Aber zur Einführung dieser Bezeichnung könnten sich die Fabrikanten nicht entschließen, da sie in diesem Falle bei der holden Weiblichkeit Anstoß erregen würden. Ein gleicher Vorgang sei z. V. bei der Veränderung der Bezeichnung für Damenfchnhe uOd Tamenstiefel beobachtet worden, und viele Verkäufer hätten darunter sehr zu leiden gehabt. Unser Gewährsmann führt das Wachstum der Hände und Füße der Engländerin auf übertriebene sportliche Genüsse im Kricket-, Golf- und Hockeyspiel sowie beim Gebrauche des Fahrrads zurück. * Konservenindustrie und Vergiftungsfälle. Man erinnert sich, daß im vorigen Jahre einige Personen in Darmstadt durch den Genuß konservierter Bohnen vergiftet wurden. Welche Wirkung diese-, lokale Vorkommnis, an dem die Konservenindustrie als solche nicht die mindeste Schuld trug, auf das konsumierende Publikum ausübte, geht daraus hervor, daß nickt nur in Darmstadt und Umgegend, sondern ziemlich allgemein für längere Zeit ein starker Minderabsatz in Büchsen- \ gemüsen eintrat. Man würde eine derartige übertriebene und ; unbegründete Aengsilichkeit kaum für möglich halten, wenn nicht in den Berichten über den Konservenhandel dieser Rückwirkung des Darmstädter Falles auf den Konsum ausdrücklich gedacht würde. Im Bezirk Konstanz z. B. war die Wirkung so stark, daß im Winter 1903-04 das Konservengeschäft zum größten Teil ruiniert wurde. Tas Publikum wandte sich mehr dem Verbrauch von Dörrgemüsen zu, der namentlich in Bohnen eine ungemeine Steigerung erfuhr. Allerdings kamen außer der vorübergehenden Abneigung des Publikums gegen Büchsenbohnen noch andere Gründe hinzu, um den Konsum gedörrter Bohnen so ausnahmsweise stark wachsen zu lassen. Zunächst wirkte der russisch-japanische Feldzug, wenn auch nur relativ kleine Posten für die Proviantzwecke der russischen Armee ausZ>em Markte genommen wurden, anregend auf das Geschäft. Sodann aber war das Angebot in Schneidebohnen infolge der vorjährigen Fehlernte an sich nicht besonders groß, sodaß angesichts des erheblich wachsenden Verbrauchs der Handel sich genötigt sah, auf die noch aus früheren Jahren verschiedentlich vorhandenen alten Reste zurückzugreifen. Jedenfalls aber wurde der Markt von gedörrten Schnittbohnen völlig entläßt. Inzwischen ist freilich der Darmstädter Fall längst vergessen, die momentane Äengst- lichkeit des Publikums längst wieder der altgewohnten Sorglosigkeit gewichen, und im Konservenhandel wird die nämliche Ware, die man vor Monaten als verdächtig zurückgewiesen hätte, ruhig verkauft, ohne daß die Konsumenten an ihr Schaden nehmen würden. * Edisons Zigarren. Eine niedliche Geschichte von Edisons Zigarren erzählen jetzt amerikanische Zeitungen. Danach beklagte sich der berühmte Erfinder einst einem Freunde gegenüber, daß die guten Zigarren, die er auf seinem Schreibtisch ttt fernem Bureau stehen habe, immer so außerordentlich schnell verschwänden, und daß seine Freigebigkeit auch von seinen Freunden so furchtbar mißbraucht werde. Ter Freund meinte, dagegen gebe es ein sehr einfaches Mittel, er wolle eine Kiste ungenieß? barer Zigarren schieren, die besonders aus Kohltlättern gedreht werden sollten. Wenn die Freunde Mr. Edisons diese erst zu rauchen bekommen hätten, meinte der Freund, dann würden sie vorläufig genug davon haben. Mr. Edison imponierte der Vorschlag außerordentlich und er versprach, das Experiment sofort einrnal zu versuchten. Nachher vergaß er aber die Sache wieder vollkommen und erinnerte sich erst wieder an dieselbe, als er den Freund eines Tages wiedersah. Er erinnerte diesen an sein Versprechen und sprach sein Bedauern darüber aus, daß er bisher vergessen habe, die kostbaren Zigarren zu schicken. Höchst erstaunt wandte der Freund ein, daß er die Kiste mit Zigarren bereits vor mefyrereit Wochen geschickt habe, sie sei dem Sekretär abgegeben worden. Der Mann wurde gerufen und erfragt, ob er wisse, was aus den Zigarren geworden wäre. Gewiß, sagte er zn seinem Herrn, ich Habe Ihnen die Zigarren neulich in Ihren Koffer gepackt, als Sie nach Pennsylvanien reisten. Literarisches. — Hermione von Preus chen's bedauerlicher Unfall tu den Tiroler Bergen hat ihre zahlreichen Freunde und die gesamte literarische Welt lebhaft erregt und von neuem das Auge auf die Persönlichkeit der Tichtermalerin gelenkt. Tie Leidende wird es auf ihrem Schmerzenslager als einen freundlichen Gruß aus der Heimat empfinden, wenn ihr Tr. Ella Mensch in der illustrierten Wochenschrift „Frauen- Rundschau" einen eingehenden, mit einem Porträt gezierten Essay widmet. Allerdings beweist schon der Titel des Essays, „Die Mänade im deutschen Tichterwald", daß dte Verfasserin ihr Auge auch den Einseitigkeitett und Auswüchsen in dem Schaffen Hermiones von Preu'schen nicht verschlossen hat. Dasselbe Heft bringt einige sehr beachtenswerte soziale Artikel über die Themata „Polengefahr und Frauenpfltcht", -Soziale Frauenarbeit in Berlin" und, im Anschluß an den neuesten Berliner Lustmord, einen warui geschriebenen Ausruf „-schütz und Aufklärung für die Töchter des arbeitenden Volkes von Berlin . Tie Vorschläge in diesem Aufruf sind so treffend und Praktisch gehalten, daß wir ihre Beachtung Stiern und Erziehern nur dringend empfehlen können. Sehnsucht. Sehnsucht glüht in meinem Herzen, Füllet meine Seele ganz; Sehnsucht ist nicht stummes Klagen, Sie ist alten Glückes Glanz. Sehnsucht gleicht der Abendröte, Tie in sanftem Schimmer strahlt Und des Tages traute Bilder Zauberisch von neuem malt. Wie es wogt in meinem Innern! Alte Freuden werden jung. Schenken mir mit holde Lächelmn Neuer Lust Beseligung. Und so sinne ich und träume, Rufe alles mir zurück; Ich verlor nicht, was ich liebte: Sehnsucht, du bist stilles Glückt A. Ammaniu Sprichwort-Scherz-Riitsel. Nachdruck verboten. uessimrevslameinsB alnessiwdnudnatsrev Wie erhält man atis vorstehenden Buchstaben ein Sprichwort, ohne die Reihenfolge dieser zu verändern? Ailflösung in nächster Nummer. Auflösung des Rätsels in vor. Nr.r Alm Alma Arm alt. Redaktion: Auaust Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brüh l'icken Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießen.