G 1904 tu- h:-nöii~G~i^ss^ AUW !iif™ ii ii Elömi (Nachdruck verboten.) Irühlingsstürme. Roman von Paul Oskar Höcker. (Fortsetzung.) Als die Kasinogesellschaft von Gill, der so ziemlich alles angehörte, was von Stand und Namen war, Anfang September einen gemeinsamen Dampserausflug nach der Nehrung beschloß, steckte sich der Rittmeister hinter den Rechtsanwalt und Notar Pratje, den Vetter des vor zwei Jahren verstorbenen gleichnamigen Kompagnons von Lotz: es sei geradezu empörend, daß Frau Franze seit einiger Zeit immer und ewig im Geschäfte stecke, fast unausgesetzt zu Hause hocke, und die ganze Kasinogesellschaft sage ihr Urfehde an, wenn sie ihr für die Sonntagspartie wiederum einen Korb gebe! Und abermals debattierte man dann über die ganz seltsame Wandlung, die mit der jungen Frau vor sich gegangen sei. Als Zupitza das nächste Mal nach Sakuthen kam und Frau Lotz zufällig allein im Garten sprach, sagte er ihr in gewissermaßen warnendem Tone: „Man beobachtet Sie nun einmal, gnädige Frau. Wenn Sie nicht wollen, daß man Verdacht schöpft, dann müssen Sie sich mehr in der Gewalt haben." Sie war ganz verstört, zu vernehmen, daß schon Fremden eine Aenderung in ihrem Wesen ausgefallen war. „Ich weiß, wie schwer die Aufgabe ist, die Sie sich da gestellt haben, gnädige Frau. Bor allem, wie groß die Anforderungen sind, die Sie Ihren Nerven zumuten. Die müssen Sie sich darum in erster Linie gesund zu erhalten trachten." „Ach — ich!" sagte sie abwehrend. „Was kommt's darauf an!" Mitten auf dem Wege blieb er stehen. „Das ist doch nicht Ihr Ernst, gnädige Frau!" Sie sah ihn nicht an, ihr Blick schweifte übers Wasser SU, der in der Herb-stsonne bräunliche gewordenen weiten Heide. Es lag eine unendliche Schwermut in ihrem Ausdruck. „Ihre eigene Gesundheit mag Ihnen an sich unwesentlich erscheinen", fuhr er fort. „Wer zur Durchführung Ihres Planes ist sie dringend erforderlich, Wenn Sie selbst krank würden, wäre Ihr Mann völlig hilflos. Haben Sie das bedacht? Und Sie wollen, ihm doch in all dem Grausamen, das ihn erwartet, eine Stütze sein, nicht wahr?" Sie nickte. „Ja, ich. muß stark sein. Ich will und muß stark und gewappnet sein. Wenigstens — so lange." Ein tiefer Atemzug hob ihre Brust. „Mein Leben soll ja nur noch der einen Pflicht gehören, ihm zu dienen, ihm zu helfen. Bis alles ein Ende hat." Ihre Refignation ergriff ihn. Erschütternd berührte ihn ihr wunder Ton, der zu der jungen«. schürren Gestalt, den kampffrohen Augen, den nervösen, lebensdurstigen Lippen so gar nicht recht passen wollte. Wer was konnte er ihr zum Trost sagen? Immerhin schien seine Mahnung etwas genutzt zu haben, denn am folgenden Wend konstatierte Gamering mit sichtlicher Genugtuung die Zusage von Frau Lotz. Ganz Gill versammelte sich am Sonntag um drei Uhr am Landungsplatz neben der Fähre. Es war ein klarer, schöner Septembertag. Das Gesellfchaftsbild, das sich hernach an Bord des kleinen Dampfers entwickelte, war bunt und fröhlich. Ms Zupitza eintraf, befand sich etwa ein halbes hundert Personen an Bord. Krappe plazierte ihn gleich dem jungen Referendar Leiktchat gegenüber mitten unter den jungen Damen. Die hübschesten waren die Behr- schen Töchter, die sich auch besonders flott und geschmackvoll zu kleiden verstanden. Zupitza fiel es sofort auf: das war hier ein ganz anderer Schlag als der der zierlichen- meist überkoketten Damen von Göttingen. Volle, große Mädchengestalten sah- man hier, gesund und warmblütig, offene Gesichter mit Hellem Blick, mit lustigen Plauder- lippen. Wer das charakteristische Profil, die kluge Stirn mit dem originellen Lockenscheitel, die seltsam Hellen und doch tiefen Augen von Frau Lotz vermißte er. Gr wollte gerade seine Nachbarin, mit der er bälder als er selbst erwarte^, in eine flotte Unterhaltung geraten war, nach ihr fragen, als das Damptboot stoppte. „Mann über Bord!" scherzte Herr von Gamering, der im Kreise einiger Backfische wie gewöhnlich den Schwerenöter spielte. Der Amtsrichter beruhigte sofort seine Frau, die keine Aufregung vertrug: man lege bloß in Sakuthen an, um Frau Lotz und deren Nachbarn, die Familie Schmal, an Bord zu nehmen. Vorsichtig mußte sich der Dampfer zwischen den unzähligen Flößen seine Bahn suchen. Dann näherte er sich langsam der Anlegestelle. Man sah den Stätteplatz mit seinen haushohen Stapeln, dahinter das Dampfsägewerk mit dem unendlichen Schornstein und dem seltsamen Räderwerk über dem Dtaschinenhaus, das dazu diente, das aus dem Werk abfallende Sägemehl auf pneumatischem Wege zum Heizraum zu befördern, hinter den Obstbäumen und Ziersträuchern tauchte das Lotzsche Wohnhaus auf, dessen weitüberragenden Holzgiebel nach norwegischem Muster zwei sich kreuzende Drachenköpfe schmückten. „Mein Göttchen!" hörte man plötzlich den Amtsrichter in seinem breiten Ostpreußisch gerührt ausrufen, „da ist ja auch der Dieter! Guten Tag, Lotzchen! Mein Himmel, aber ist das eine Herzensfreude, daß man das trauteste Männchen 'mal wieder zu sehen kriegt!" Inmitten der kleinen Gruppe von Ausflüglern befand fich der von Tirsell gelenkte Rollstuhl mit Dieter Lotz. Mle Fahrgäste liefen nach der Steuerbordseite, um denk — 310 — Gelähmten einen Gruß zuzurufen. Es gab ein lebhaftes Winken und Hüteschwenken. Das kleine Dampfboot neigte sich dabei aber so bedenklich auf die Seite, daß die Damen kreischend wieder zurückfuhren. Lotz hatte den Hut vom Kopf genommen. „Ich halte hier Parade ab, meine Herrschaften!" rief er lachend, indem er einen Versuch machte, sich militärisch straffe Haltung zu geben. Man hörte den Vorschlag, ihn samt seinen! Rollstuhl an Bord zu nehmen. Aber im Ernst war ja daran nicht zu denken. Endlich war die Verbindung mit dem Laude hergestellt, und der kleine Trupp Nachzügler setzte sich bis auf Frau Franze, die noch zögerte, in Bewegung. Zupitza beobachtete sie. Sie sprach eifrig mit den: Kutscher, der fortgesetzt gutmütig nickte, gab ihm wohl noch allerlei Verhaltungsmaßregeln. Damit drückte sie ihrem Mann wieder die Hand und wandte sich abermals an Tirsell; sie war aufgeregter als soust, dabei von den Zurufen sichtlich verwirrt. „Nee, da muß man mit Dampf dazwischen fahren", sagte Herr von Gamering endlich, setzte an Land und bot Frau Fränze unter einer tiefen Verbeugung den Arm. Als ob er einen Raub davonschleppte, so eilig zog er die junge Frau mit sich fort. Sein Eifer und ihre Bestürzung wirkten so komisch, daß ttlle an Bord lachten. Ein Paar Dutzend Hände streckten sich dann Frau Lotz entgegen. Man hieß sie lustig und wortreich, dabei mit wirklicher Herzlichkeit willkommen. Als der Dampfer abstieß, scharte sich am Heck alles um fit. Die Taschentücher flatterten, fröhliche Abschiedsgrüße schwirrten hin und her, die Hüte wurden wieder geschwenkt, weißer Gischt spritzte bei den Rädern auf, und die sechs Mann starke Musikkapelle aus Usditten setzte mit einem Marsch ein. Viele, die den Sakuthener längere Zeit nicht mehr gesehen, hatten doch mit ziemlichem Schreck wahrgenommen, wie sehr er zusammengefallen war. Sein schmales Gesicht zeugte von überstandenen Schmerzen, sein mattes Auge sprach von schlaflosen Nächten. Es kam hinzu, daß sein aschblondes Haar in dem hellen Sonnenlicht fast wie weiß wirkte. Noch nie zuvor war der Gegensatz der beiden Gatten Zupitza so schroff, so unbarmherzig ausgefallen. Solange der Dampfer ruhig den Karpaßstrom hinunterglitt und die ganze Gesellschaft in fröhlichem Geplauder zusammen faß, kam Zupitza nur zu einer flüchtigen Begrüßung mit der jungen Frau. Erst als man aufs Haff gelangte und Gamering sie zur Kommandobrücke emporgeleitete, wo bereits der Pastor, der Apotheker, Behr, Schmal und noch ein paar andere seefeste Herren Ausstellung genommen hatten, konnte er sich ihr wieder nähern. In seiner schwadronierenden Art gab sich der Rittmeister redliche Mühe, sie zum Lacher: zu bringen. Es gelang ihm aber nicht. ®in eigenartiger Feiertags friede hatte sie hier oben erfaßt: es lag ein so seltsam rnelcm- Mlischer Reiz über dem Marinebild. Als endloser Wall zog sich knapp am Horizont die schmale Nehrung hin, deren kümmerliche Dünenlulturen von hier aus gesehen nur wie schwarze kleine Eilande inmitten einer tristen Sandwüste wirkten. Das grünlichblaue Hasfwasser war trotz des klaren Himmels ziemlich bewegt. In kurzen, wuchtigen Sätzen schlugen die Wellen von halblinks her gegen das Boot, nahmen es auf den Rücken, ließen es in langem Bogen niedertauchen und stöhnend sich wieder aufrichten. Frau Fränze hatte sich ihr blaues Düsfelcape bringen lassen. Sie zog die rotgesütterte spitze Kazuze über den Kops und hüllte sich fest ein. Ihre hellen, großen strahlenden Augen nahmen das Mld des bewegten Wassers mit lebhaftem Behagen in sich aus. Sie hatte jetzt in weiter Ferne eine Senkung des Landstreifeus entdeckt, über die hintveg man die offene See erspähte. „Das Meer!" rief sie in fast kindlicher Freude. „Thalatta, Thalatta!" echote mit tönender Stimme Herr von Gamering, der beim kleinen Steward bereits mehrere Glas Grog bestellt hatte. „Unser Lehrer auf dem Pennal unterließ aber nie, hinzuKusetzen: „Man kann auch Tha- lassa sagen!" „Ulken Sie doch nicht immer, Mttmeisterchen!" grollte Schmal. „Das ist doch zu schön hier!" „Ja, ich empfinde es auch jedesmal wieder", sagte der Pfarrer aufatmend, „es ist erhaben." „Nee, Herrschaften, mir is es zu viel Wasser. Noch 'n lütten Schuß Rum her, Korl, 'so heißt's doch beim alten Reuter. — Tja, Kiuuiugs, fein bißchen klassische Bildung hat man doch auch weg!" Gr lachte und balanzierte sich und sein Grogglas vorsichtig über die schmale Treppe wieder an Deck. Lange Zeit herrschte darauf Schweigen unter den Zurückbleibenden. Die junge Fran hatte die nnbehandschuhten Hände auf das Geländer der kleinen Kommandobrücke gelegt. Ihre Brust hob und senkte sich in tiefen Atemzügen. Die kalte, frische Luft drang von: Wasser her voll auf sie ein, fuhr ihr in die Kapuze oder preßte das blane, lose, in Prinzeßform gearbeitete Kleid prall gegen ihre schlanke, geschmeidige Gestalt. Wenn der Seewind ihren Rocksaum flattern machte und jäh au ihrem warmer: Körper emporstreifte, sodaß sie das kältende Gefühl auf der gauzeu Haut fühlte, bis zum Nacken und zu den Armen, dann schauerte sie leicht zusammen. Aber man merkte ihr au, wie behaglich ihr die Abhärtung war. Hier und da benannte der Schiffsführer, ein einfacher, alter Seebär, der ein fast unverständliches Platt sprach, irgend einen Punkt in der Ferne, er wies auf bei: Schilwer Leuchtturm, zeigte die paar Feerboote, die Boje::, dann ganz in der Ferne auf der Nehrung inmitten von schwarzem Kiefern gehölz eine winzige Ortschaft. Der gleichmäßige Ton bildete einen seltsamen Gegensatz zu der lusti- geu Musik der Kapelle und den: Gelächter und Gekreisch, das ans der Kajüte empordrang. Sicherlich war G.imering da unten bei den jungen Damen als Spaßmacher tätig. Einmal wandte sich Frau Fränze dem Doktor zu, nickte freundlich und strahlend und sagte: „Ich freue mich doch sehr, sehr!" Er nickte wieder. „Daß Sie mitgekommen sind, nicht wahr?" „Ja, es ist wunderschön. Der Pastor hat recht, da muß man andächtig werden." Leise, fast schelmisch setzte sie hinzn: „Die Andacht ist sogar noch unmittelbarer als in der Kirche. Und es ist auch mehr Phantasie dabei." Meder versank sie in Schauen und Sinnen. „Um Ihre großen Seereisen könnte ich Sie fast beneiden", nahm sie bann nach einer Weile wieber auf. „Ich möchte einmal einen Sturm erleben unb bie Elemente entfesselt sehen — so alles in Leidenschaft — unb mitten briu stehen im Ringen, im Kämpfen!" Ihre Augen blitzten, sie hatte bie Lippen geöffnet und trank die Seeluft. Zupitza mußte sie immerzu ansehen. Nun stand nichts mehr von Resignation in ihren Zügen. Ohne daß er's wollte, legte feine Empfindung ihren Worten einen allgemeinen Sinn unter. „Ja, eine Kämpfernatur sind Sie, das glaube ich wohl", sagte er nachdenklich. (Fortsetzung folgt.) WelfaussteLungsßriefe. Von Paul Gartmann. 1. Vor der Eröffnung. St. Louis, Ende April. Eine Jugend-Liga. — Vom Urzustand des Ausstellungsterrains. — Amerikanische Phrasen. — St. Louiö einst und heute. — Die Ausstellungshallen. — Das „Deutsche Haus". — Ali-Si. Louis. Vor kurzem hat sich hier eine sehr eigenartige Liga gebildet. Sie wendet sich an die Jugend und bezweckt nicht etwa die Stärkung irgend welcher Ideale, sondern die — Reinigung der Stadt. Bisher haben sich etwa 300 Knaben für dieses Lebensziel begeistert. Sie haben Abzeichen erhalten mit der Bezeichnung „I will Help" (Ich will helfen) und werden nun bald ihr feierliches dreitägiges Scheuermeeting beginnen. Diese Erziehung der Jugend zur Selbständigkeit ist zweifellos einer der sym-- pathischsten Züge im amerikanischen Nationalcharakter. Es ist hier ganz selbstverständlich, daß sich die Heranwachsenden Knaben in den Schulferien eine nützliche Beschäftigung suchen. Viele von ihnen tragen während der heißen Zeit einen Tisch auf die Straße und etablieren hier in aller Form einen Limonaden-Ausschank. Häufig stndet man die Söhne einer sehr angesehenen und begüterten Familie, bei der man wenige Tage vorher zu einem großen Diner geladen war, auf der Straße an einem Mahagonitisch stehen, den sie ihrer Mutter entführt haben, und hier mit Hilfe kostbarer Kristallgläser ihr „Geschäft" Betreiben. Man macht Gasmotoren - Fabrik Deutz » Köln - Deu£ 10. Der Wolf sehen Behauptung, Gasmotoren von 40 jähriger Lebensdauer existierten nicht, stellen wir die Tatsache entgegen, dafs es Wolf sehe Heifsdampf-Lokomobilen nicht einmal von lOjähriger Lebensdauer gibt Einen Gasmotor von 40jähriger Lebensdauer kann es freilich nicht geben, weil der erste Deutzer Viertaktmotor erst im Jahre 1876 fertiggestellt worden ist. Wir können aber, wie aus dem nachstehenden Zeugnis hervorgeht, den Nachweis führen, dafs die in den ersten Jahren gelieferten Deutzer Motoren nach 25jähriger Betriebszeit noch ebenso betriebsfähig sind wie zu Anfang. Gasmotoren-Fabrik Deutz, Köln’ Deutz. Hierdurch teile ich ihnen ganz ergeben5t mit, dafs ich meinen 4pferdigen Deutzer Gasmotor No. 4374 liegender Konstruktion im Sommer 1879 bekommen habe» und ist derselbe seit der Zeit bei mir fast täglich im Betriebe gewesen. Auch mufs ich sagen, dafs der Motor stets eine gute Aufwartung gehabt und immer reichlich mit Schmiermaterial versehen worden ist, weswegen derselbe auch heute noch tadellos arbeitet und dasselbe leistet, wie zu Anfang. Auch habe ich bis jetzt, trotz der langen Jahre, noch keine nennenswerten Reparaturen gehabt, abgesehen von der natürlichen Abnutzung und Erneuerung der Kolbenringe, wie auch ab und zu der Eindichtung des Schiebers. Ich kann Ihnen demnach wohl mit Recht, nachdem, der Motor hier nunmehr fast 24 Jahre gearbeitet hat, das beste Zeugnis dafür ausstellen. Elmshorn, den 26. Januar 1903. Hochachtend H. Haartj'e. Ob man nach 25 jähriger Betriebszeit von einer Wolf’schen Heifsdampf-Lokomobile dasselbe wird sagen können,, erscheint zum mindesten fraglich. Professor Gutermuth hat schon im Jahre 1897 auf die Gefahren und Schwierigkeiten bei hoher Überhitzung aufmerksam gemacht (Z. d. V. D. I., 1897, S. 1420). Dörfel weist bei aller Anerkennung des Heifsdampfbetriebes noch im Jahre 1899 auf die konstruktiven Schwierigkeiten — Deformation der Zylinder, Undichtwerdender Stopfbüchsen, Verziehen der Schieber - hin (Z. d. V. D. L, 1899, S. 603), und die Versuche von Röhrig und Treumann haben erwiesen, dafs bei Heifsdampfkesseln eine erhöhte Ausscheidung von Magnesia - der gefährlichste Kesselsteinbildner — stattfindet (Z. d. V. D. L, 1900, S. 1295). Über die ersten von der Gasmotoren-Fabrik Deutz ausgeführten Druckgeneratorgas-Anlagen geben die nachstehenden Zeugnisse Auskunft. Gasmotoren-Fabrik Deutz, Köln-Deutz. Antwortlich Ihres Geehrten vom 7. er. teilen wir Ihnen gern mit, dafs die seit 10 Jahren bei uns in Betrieb befindliche Generatorgasmotoren-Anlage noch heute so gut funktioniert, wie zu Anfang. Was wir in unseren früheren Zeugnissen gesagt haben, dasselbe können wir heute in gleicherweise bestätigen. Unsere Anlage ist ebenso betriebssicher, wie eine gleiche Dampf - Anlage, was dadurch bewiesen wird, dafs die Anlage bis zu 18 Stunden täglich in Betrieb ist. Die in den 10 Jahren gehabten Reparaturen sind gering, und wurden wir mit Rücksicht auf unser schlechtes Wasser bei Dampfbetrieb weit gröfsere Reparaturen gehabt haben. Unsere Motoren werden alle 4-5 Wochen gereinigt, was nur geringe Zeit in Anspruch nimmt. Dafs wir mit Ihren Motoren zufrieden sind, wird durch unseren Auftrag auf einen neuen 100 PS.-Motor bewiesen. Wir sind gern bereit, Reflektanten mit weiteren Auskünften zu dienen, und zeichnen Hochachtungsvoll Wesselburen, den 8. März 1904. Städtisches Elektrizitätswerk Wesselburen. Gasmotoren-Fabrik Deutz, Köln-Deutz. In Erwiderung Ihrer Anfrage vom 7. März teilen wir Ihnen mit, dafs die Abnutzung unserer Generatorgas-Anlage, von Ihnen 1895 geliefert, keine grofse Ist, da noch alle Lager, Zapfen und sonstigen verschleifsbaren Teile bis heute keine Reparatur nötig hatten. Wir nehmen die Kolben alle 4 Wochen heraus zur Reinigung, und erfordert diese Arbeit 3 bis 4 Stunden mit 2 Mann. Radolfzell, den 9. März 1904. Elektrizitätswerk Radolfzell. Da also auch diese nach lOjähriger Betriebszeit noch ebensogut funktionieren wie zu Anfang, und eine Deutzer Sauggas-Anlage infolge gröfserer Einfachheit noch weniger dem Verschleifs unterliegt, als eine Druckgasanlage, so kann mit vollem Recht behauptet werden: Deutzer Sauggas* Anlagen bieten größere Gewähr für Haltbarkeit als Woif’scbe Heitzdampf - Lokomobilen. Dafs mit dem Betrieb einer Sauggas-Anlage keine so hohen Gefahren verbunden sind, wie mit dem Betrieb einer Dampfmaschine, geht wohl zur Genüge daraus hervor, dafs die Dampfmaschine nach § 16 der Reichs-Gewerbeordnung zu den konzessionspflichtigen Anlagen gehört, welche vor ihrer Errichtung dem öffentlichen Einspruchsverfahren unterliegen,, was bei Sauggas-Anlagen bekanntlich nicht der Fall ist. Diese Daten der Praxis beweisen mehr als alle Schlußfolgerungen aus Versucbsresultaten, die nur unter den günstigsten Bedingungen vorübergehend erreichbar waren. Köln-Deutz, im April 1904. Gasmotoren-Fabrik Deutz. t. WOHLFELD, MAGDEBURG Drucksache No. 382. veulrer Zauggas Anlagen gegen Wsche Ein von der Firma R. WOLF in Magdeourg-Buckau ncraus- gegebenes Flugblatt versucht den Nachweis zu führen, dafs Wolf'sche Heifsdampf-Lokomobilen billiger arbeiten als Deutzer Sauggas-Anlagen. Da es zwecklos sein würde, diesen unbewiesenen Behauptungen andere unbewiesene entgegen zu setzen, so beschränken wir uns darauf, die Wolf'sehen Angaben Fall für Fall lediglich mit authentischen Zahle;i bezw. mit Daten aus der Praxis zu widerlegen. ßdkdampf- Lokomobilen 1. Den Wolf’schen Berechnungen sind unrichtige Anthrazitpreise zu gründe gelegt. Für Anthrazit nimmt Wolf einen Preis von Mk. 310,- an. während Olbernhauer Anthrazit in den für Sauggas-Anlagen geeigneten Körnungen laut Offerte der Vereinigten Anthrazitwerke, Ges. m. b. H. in Dresden, Mk. 185,- bis Mk. 205,-, im Mittel Mk. 195, - ab Werk kostet Dazu kommen Mk. 83,— für Wasserfracht und Anfuhr. Kohlscheider Anthrazit wird laut Offerte der Firma Herrn. Stercken, Berlin, für Mk. 270,— in Berlin angeliefert, dazu kommen noch Mk. 12,— für Anfuhr. Wir werden daher unseren Berechnungen einen mittleren Anthrazitpreis von Mk. 280, - zu gründe legen. Die Bemerkung, dafs deutscher Anthrazit täglich eine mehrmalige Betriebsunterbrechung zum Abschlacken des Generators erfordere, und daher englischer Anthrazit verwendet werden müsse, beruht auf einem Irrtum. Der weitaus gröfste Teil der von uns ausgeführten Sauggas-Anlagen wird mit deutschem Anthrazit betrieben. Das in Zeiträumen von 2-5 Stunden erforderliche Nachfüllen von Kohlen und Abkratzen des Rostes wird ohne Betriebsunterbrechung vorgenommen. 2. Den Wolf’schen Berechnungen sind Öl- und Brennstoff- Verbrauchszahlen für Sauggas-Anlagen veralteten Systems zu gründe gelegt In den Wolf’schen Berechnungen ist ein Anthrazitverbrauch von 0,52 kg pro PS.-Stunde angenommen, während folgende Verbrauchszahlen bei Deutzer Sauggas-Anlagen durch Bremsprotokolle autoritativ festgestellt sind: bei einer 25 pferdigen Anlage 0,446 kg pro eff. PS.-Stunde, bei einer 50 pferdigen Anlage 0,365 kg pro eff. PS.-Stunde, bei einer 230 pferdigen Anlage (mit einem doppeltwirkenden Motor entsprechend einem einfachwirkenden Motor von 100 PS.) 0,330 kg pro eff. PS.-Stunde. 25 0,48 2,6 0,40 2,4 Garantiert wird von uns: bei einer Anlage von ein Anthrazitverbrauch von....... ein Ölverbrauch von 0,37 kg pro PS.-Stunde 1,8 g „ 40 100 PS. Gasmotoren -Sabrih Deuts » Köln-Deuts 6. Die Wolf’schen Ausführungen über „Dampf für Heizung und Betriebszwecke“ erwecken den Eindruck, dafs die Heizung mit Abdampf nichts kostet! nP: Verwendung des Abdampfes zu Heizzwecken erhöht sich der Dampfverbrauch nicht nur dadurch dafs man auf die Vorteil7erlÄStion^crichtet, sondern auch durch den Widerstand, den der Abdampf m der Heizleitung zu überwinden hat. In der Praxis zieht man es denn auch fast allgemein vor, die Dampfmaschine mit Kondensation zu betreiben und für die Heizung direkten Dampf zu verwenden. 7. Die Wolf’sche Angabe, der Brennstoffverbrauch einer Lokomobile werde durch Belastungsschwankungen „nur unwesentlich“ beeinflusst, widerspricht dem Bremsbericht auf Seite 4 des Wolf’schen Flugblattes, woraus hervorgeht, dafs bei einer Wolf’schen Lokomobile bei Verminderung der Belastung von 61,5 auf 41 PS. der Kohlenverbrauch ^roPSe. sich von 0,56 auf 0,63 kg, also um 121/2 °/o erhöht. Bei weiterer Verminderung auf etwa die Hälfte der Maximallast würde der Verbrauch sich demnach schon um nahezu 20 »/o erhöhen, was man wohl nicht mehr „unw ^ rennen kann Zwar ist der Einflufs der Belastungsschwankungen bei Sauggas-Anlagen grofser als bei Lo o' ' A Unterschied wird aber mehr als ausgeglichen durch die Empfindlichkeit der Lokomobilen gegen ungeschickte Pedie s und ^dUTTh^das Tchnelle^Nachlassei/^des^ Wirkungsgrades Kessels durch Ansatz von Knistern und Plugstaub. Den Beweis hierfür liefert die offizielle Statistik der Elektrizitätswerke, woraus zu ersehen ist, dafs die Da p maschine mit 1 k? Kesselkohle von 7500 W. E. im Jahresdurchschnitt zwischen 202 und 667, im mittel 403 Wa.t des Dauerbetriebes mit Heitsdampf-Lokomobilen sind bisher noch nicht bekannt geworden. 15 S& L A w. Kl. Silber b. Reetz, Nm., den 19. Januar 1904. 8. Die Wolf’sche Behauptung, eine Sauggas-Anlage sei zum Betriebe von Sägewerken, Ziegeleien, Zementfabriken etc. „völlig ungeeignet“, ist unrichtig, was wohl am besten daraus hervorgeht, dafs bereits 103 Anlagen für solche Betriebe von unausgeführt -md ahe zur gröfsten Zufriedenheit ihrer Besitzer funktionieren So z B aufsert sich die Firma J. Daub Sohne Kirchheim Teck in einem Schreiben vorn 26. Januar 1903 über ihre 10 PS.-Anlage wie folgt. Wir bestätigen hiermit gern, dals die von Ihnen gelieferte 10 pferdige Sauggasmotoren-Anlagesehr jjut funktioniert. Wir früher o^^Erbrauch von ca. Mk. 6,- bei der $Ych d“TebskostenEauf' ca. Mk. 10 - per Tag.stell en, sodanr। =i^ Mode Q ^rechnet) aufweist, wir haben m »"“■J'Sss.aÄ fcbftsi 'i-ssa >■ und DiKtenhobelmaschine, 2.Fräsmaschinen, 2 Bohrmaschinen, 1 Sandpapier-Sch f ^twa essersc Generator aufgefüllt, was in wenigen Minuten Bedienung höchst einfach; in 10-15 M nuen kann 'wir'sind mH d« Anlage sehr zufrieden und können dieselbe jedermann SÄMa» wi? grnnÄ »geÄunlch etwaigen Interessenten im Betrieb zu .eigen. 9. Geradezu unverständlich sind die Wolf’schen „Dar- Stellungen über Bedienung, Reinigung und Zuverlässigkeit einer Sauggas-Anlage, •die durch Hundert« von Zeugnissen, von denen wir hier nur «ins zum Abdruck bringen wollen, widerlegt werden. Der Inhalt aller Zeugnisse stimmt darin überein, datz die Haltbarkeit einer Deuter Sauggas*Anlage zum mindesten nicht geringer, die Bedienung hingegen ganz wesentlich einfacher ist, als die einer Dampfmaschine. Gasmotoren - f abnk Deutz o k^oln - Deutz 3. Den Wolf sehen Berechnungen sind unrichtige Zahlen für Bedienungskosten zu gründe gelegt An Bedienung erfordert eine Deutzer Sauggas-Anlage des Morgens */4 bis 1/2 Stunde zum Ingangsetzen, Abends r/s bis 1 Stunde zum Abschlacken, am Tage ein 2- bis 5 maliges Nachfüllen von Kohle und Abkratzen des Rostes, jede Woche ein einmaliges Reinigen der Ventile. Es stellt sich demnach selbst unter Einrechnung der in grösseren Zeiträumen nötigen Reinigung der Generator- und Maschinen-Anlage und der zeitweisen Hilfeleistung beim Ingangsetzen die Bedienung: bei einer Anlage von. 25 40 100 PS. auf höchstens . . . 31/2 41/2 7 Arbeitsstunden per Tag d. i. per Jahr . . . Mk. 420, - 540,- 840,- wogegen Wolf rechnet „ 1200.- 1200,- 1500,- Unter Berücksichtigung der richtigen Sablen stellen sieb die Betriebskosten einer Deutjer Sauggas* Anlage im Gegensatz zu den Wolf’sehen Berechnungen demnach wie folgt: Grosse der Anlage 25 40 100 PS. Asiäagekosten einschliesslich Rohrleitungen, Abdeckplatten, Fundament, Montage (bei 40 und 100 PS. einschliesslich Druckluft-Anlafsvorrichtung) . . . Mk. 8900, - 13000,- 24600, - <«rennstoffkosten einschliesslich 10 °/o für Abbrand über Nacht und Abschlacken (300 Tage ä 10 Stunden)................ Mk. 1119,- 1480,- 3420, - Schmierung....................... 160,- 230, - 430, - Bedienung ....................... 420,- 540/ - 840,- Zinsen und Amortisation (111/2 °/o)........ ...... 1024,- 1495,- 2829, - Deutzer Sauggas-Anlagen Mk. 2714,- 3745, - 7519,- '-'«gegen Wolf für den Heifsdampf- Lokomobilbetrieb angibt....... Mk. 3658, - 4547, - 8640, - Aus diesem Vergleich geht hervor, dafs trotz des ganz unverhältnismässig billigen Preises von Mk. 180,-, den Wolf für Kesselkohle annimmt - Oberschlesische Steinkohle, Stück-Würfel-Nufs I, kostet laut Konvention der Berliner Kohlen - Grosshändler franko Verwendungsstelle Berlin Mk. 234, — , Nufs II Mk. 214, (vergleiche Deutsche Kohlenzeitung No. 10 und 11) - die Betriebskosten einer Deutzer Sauggas-Anlage sich ganz wesentlich billiger stellen, als die einer Wolf sehen Heifsdampf - Lokomobile. 4. Die Wolf’schen Ausführungen über die Art des Brennmaterials sind unzutreffend. Aufser Anthrazit (aus Westfalen, Wurmrevier, Olbernhau, Belgien, England) ist bei den Deutzer Sauggas-Anlagen auch Hüttenkoks oder städtischer Gaskoks verwendbar. Zahlreiche städtische Wasserwerke und Elektrizitätswerke vergasen den im eigenen Werke gewonnenen Koks (auf einen solchen Betrieb bezieht sich beispielsweise auch das folgende Zeugnis des Wasser- und Elektrizitätswerkes Basel). An die Motoren-Fabrik Deutz, Köln-Deutz. Auf Ihren Wunsch bestätigen wir gern, dafs wir mit der Gasmotoren - Anlage in der Kraftstation unseres Elektrizität?- *i;erks, deren 4 Motoren (Modell G 6Z) zusammen 1200 bis 1300 Pferdestärken leisten, in bezug auf Betriebsresultate, einfache Betriebsführung und schnelle Inbetriebsetzung Ir. jeder Beziehung zufrieden sind. Wir waren imstande, mit dieser Motoren - Anlage den elektrischen Strom für die Lichtversorgung unserer Stadt ausserordentlich billig lierzustellen. Ebenfalls sehr günstige Betriebsresultate haben wir mit den beiden im städtischen Pumpwerk aufgestellten Gasmotoren mit gegenüberliegenden Zylindern erziel'.. Von diesen beiden Motoren ist der erste seit Sommer 1895 und der zweite seit Anfang 1898 fortwährend in Betrieb, und es ist dort der Brenn Materialverbrauch gegenüber der vorher benutzten Dampfanlage auf ungefähr Vs gesunken. Im Pumpwerk, wo wir kontinuierlichen Betrieb haben, reinigen wir die Regulierventi.e ungefähr alle 4 Wochen, die Ein- und Auslassventile ungefähr alle 8 Wochen, die Kolben jedoch nehmen wir in der Regel nur einmal im Jahre heraus. Im Elektrizitätswerk, wo nicht alle Maschinen kontinuierlich benutzt werden und der Betrieb überdies, unserer starken Akkumulatorenbatterie wegen, täglich einige Stunden unterbrochen werden kann, spielen die Reinigungsarbeiten keine Rolle. Basel, den 9 März 1904. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk Basel. 5. Die Wolf sehe Behauptung, der Gleichförmigkeitsgrad eines Gasmotors liefse sich nur auf */70 steigern, beruht auf einem grossen Irrtum, der vielleicht dadurch erklärlich wird, dafs man bei Dampfmaschinen zur Vermeidung von starken Geschwindigkeitsänderungen bei Belastungsschwankungen erwiesenermassen höhere Gleichförmigkeitsgrade anwenden muss, als bei Gasmaschinen, wie dieses von Ober-Ingenieur Rosenberg in der elektrotechnischen Zeitschrift, Heft 20-22 vom Jahre 1902, nachgewiesen wird. Mit 1/70 Ungleichförmigkeitsgrad erzielt man bekanntlich bei Viertaktmotoren ein ruhiges Licht, wie dieses bei Tausenden von Anlagen für Elektrizitätswerke, Blockstationen und Hausbeleuchtungen erwiesen ist. Eür Wechsel- und Drehstromerzeugung wendet man höhere Gleichförmigkeitsgrade an, und es werden z. B. mit den von der Gasmotoren- Eabrik Deutz gelieferten 300 PS. Hochofengas-Motoren der Friedenshütte bei Morgenroth, welche Viso Ungleichförmigkeitsgrad haben, Drehstromdynamos in Parallelschaltung betrieben. 311 den Jungen natürlich eine große Freude, wenn man herantritt und sich für den landesüblichen Preis von 5 Cents ein Getränk servieren läßt. , „ Die Jugend ist also hier wirklich selbständig. Aber daß die dreihundert reiniguugsbegeisterten Jünglinge einen großen Erfolg erzielen werden, ist höchst unwahrscheinlich. Von einer Straßenkultur, wie wir sie in Deutschland kennen, kann hier noch keine Rede sein. Es ist ja schon bewundernswert, daß man in dieser knappen Spanne Zeit eine so große und ausgedehnte Stadt überhaupt bauen konnte; zu einer besonderen Verfeinerung der öffentlichen Einrichtungen war noch keine Zeit. Vor allen Dingen tragen die vielen Hunderte von Fabriken Schuld an der herrschenden Unsauberkeit, da sie ihre Maschinen mit Braunkohle heizen und einen beständigen Regen von Ruß über die Stadt niedergehen lassen. Aber auch das Pflaster wahrt seine persönliche Freiheit und sträubt sich mit bestem Erfolge gegen jede Gleichmacherei. Es ist sich anscheinend klar darüber, daß die schlechtesten Steine immer noch eine Wohltat sind gegen das unergründliche Lehmmeer, dessen Zuflüsse man in der Weltausstellung ans nicht erkennbaren Gründen als Wege bezeichnet. Sie find tief und unerforschlich, und es ist nur zu gut zu begreifen, daß Präsident Roosevelt nicht zur Eröffnung Herkommen wird, denn es gibt keine Möglichkeit, ihm hier „die Wege zu ebnen". Die Bewohner von St. Louis hatlen freilich diese Zustände, deren Anfechtbarkeit ja eigentlich durch die „I will Help-Ligue" genügend dokumentiert ist, offenbar für den von der Natur gegebenen Zustand, denn ein poetischer Journalist schreibt wörtlich in einer hiesigen Zeitung: „Ein frischer Odem, wie aus Hochwäldern und von Firnhöhen kommend, schwellt hier die Herzen der Männer, ein Leuchten, reiner noch und inniger, als das der ersten Liebe, verklärt hier den Blick. Die Menschen fühlen sich angesichts der Errungenschaften der neu erstandenen Welt unwillkürlich über sich selbst erhoben, hoch hinweg über ihr kleines egoistisches Ich, fühlen sich unwillkürlich dem Dunstkreis gemeiner Berechnungen und selbstsüchtiger Wünsche entrückt und emporgetragen in die Aetherhöhen, lvo die großen Gefühle, die erlösenden Gedanken und die befreienden Taten gedeihen! In dieser Phrasensammlung äußert sich ein hervorstechender Charakterzug der Amerikaner: ihre Freude, sich an schönen Worten zu berauschen. Sie wissen zwar ganz gut, daß in diesem Satz jedes Wort eine Lüge ist, aber sie hören ihn gern, denn er klingt sehr schwungvoll. Dasselbe gilt von dem Worte „Freiheit", das man hier beständig im Munde führt. In Wirklichkeit ist der Amerikaner weder politisch noch moralisch auch nur annähernd so frei, wie der Bürger der europäischen Kulturnationen. Als kürzlich Richard Strauß sich von einem großen und bekannten Geschäft in Newyork für zwei Konzerte in dessen Räumen engagieren ließ, bemächtigte sich der dortigen Gesellschaft die höchste Entrüstung, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß sich Strauß damit sehr geschadet hat. .In Europa würde ein solches Unternehmen zwar auch nicht allgemein gebilligt worden sein, aber es wäre sicher nicht entfernt so engherzig beurteilt worden. Hier wird man auf Schritt und Tritt von gesellschaftlichen Vorurteilen und kleinlichem Gesetzeskram verfolgt. In keiner etrropäischen Großstadt würde eine Dame, die nicht genau nach der dort herrschenden Mode gekleidet ist, soviel Aufsehen und Verwunderung, soviel kleinlichen törichten Spott erregen wie hier. — In Paris und Berlin und vielen anderen Metropolen kümmert sich niemand darum, wenn eine Dame nach dem Essen in einem großen Restaurant eine Zigarette raucht; wenn das eine Lady im berühmten Waldorf-Astoria-Hotcl im freien Newyork wagte, würde man sie einfach hinausweisen. Allgemein bekannt ist ja, daß in vielen amerikanischen Städten am Sonntag kein Tropfen Bier oder Wein in öffentlichen Lokalen ausgeschenkt werden darf. Man kann wohl behaupten, daß der Versuch der Einführung einer derartigen die persönliche Freiheit antastenden Maßregel in Deutschland einen Entrüstungssturm Hervorrufen würde. Hier zu Land aber gibt es unzählige derartige Verbote. So ist unter anderem auch unser gut deutsches, harmloses Kegelspiel gesetzlich verpönt, was jedoch nicht hindert, daß im hiesigen deutschen Künstlerverein wacker die Kugeln rollen. Man hat nämlich das Gesetz, daß das „Neun- Kegelspiel" verbietet, peinlich genau beobachtet und — zehn Kegel auf gestellt. Im freien Amerika! Alle zehne! Daß im politischen Leben hier eine beispiellose Korruption herrscht, wird wenigstens offen zugegeben. Die Beamten sind stets Kostgänger der augenblicklich herrschenden Partei und da sie wissen, daß, falls bei der nächsten Wahl ein Wechsel des Systems eintritt, ihre Beamtenlaufbahn sofort zu Gunsten der Anhänger der neuen Partei vernichtet ist, so versuchen sie, soviel wie irgend möglich schleunigst herauszuschlagen. Jedes Mitglied einer gesetzgebenden Körperschaft muß sich bei den Agitatoren, die ihm Stimmen verschafft haben, durch Zuwendung von Aemtern oder Lieferungen erkenntlich zeigen; sonst lassen sie ihn fallen, und seine politische Laufbahn ist zn Ende. Dazu kommt noch, daß auch die Verfassung argen Mißständen Tür und Tor öffnet, worüber sich der angesehene episkopale Bischof Grafton derb und deutlich äußert: „Wir Amerikaner prahlen mit unserer ,Freiheit'. Wir haben ja die Phrasen von einer Regierung des Volkes für das Volk und durch das Volk. Aber das ist einfach Unsinn, und wir wissen ganz gut, daß es nicht wahr ist. Wir werden von professionellen Politikern im Bunde mit einer Klasse Großkapitalisten regiert, hauptsächlich durch die Senatoren, die das Volk nicht erwählt hat und die das Volk nicht repräsentieren. Also unbefangen betrachtet liegt durchaus kein Grund vor, die amerikanische Zivilisation vorläufig sonderlich zu bewundern. Freilich muß man sich immer bewußt bleiben, daß die Kultur in Amerika und insbesondere in St. Louis noch überaus jung ist. Das wird sehr treffend durch die Darstellung „Alt-St. Louis" illustriert, die der Vergnügungsteil der Ausstellung aufweist. Dort ist das kleine Dörfchen zu sehen, das sich vor etwa hundert Jahren in tiefster Wildnis an der Stelle befand, wo heute eine Riesenstadt mit fast dreiviertel Millionen Einwohnern steht. In einer verblüffend kurzen Zeit hat man den Urwald niedergeschlagen, Hügel und Täler ungefähr gleich gemacht, Straßen geschaffen, Häuser gebaut, kurz, eine Stadt „angelegt", die unseren int Laufe der Jahrhunderte durch eine vielgestaltige historische Entwicklung entstandenen Städten wenigstens äußerlich ähnelt. Hieraus ergibt sich der für die Betrachtung der Weltausstellung einzunehmende Standpunkt. Eine Stadt, die kein einziges architektonisch bemerkenswertes Gebäude auszuweisen hat, die eine Kunstpflege irgendwelcher Art noch in keiner Beziehung kennt, die sogar in den primitivsten kommunalen Einrichtungen, wie etwa Droschkenwesen, Wasserleitung, Briefpost und vielen anderen so weit hinter beut Durchschnitt zurückbleibt, der in europäischen Großstädten mit ähnlicher Einwohnerzahl üblich ist, wird selbstverständlich auch keine Weltausstellung in dem Sinne schaffen können, wie wir das etwa von dem alten Kulturzentrum Paris gewöhnt sind. Dafür hat hier der gewaltige Umfang der ganzen Anlage etwas Imposantes. Wenn man vor der großen Festhalle steht und ben übersichtlichen und klaren Grundriß der Ausstellung überblickt, hat mait trotz der Nüchternheit der Gebäude einen starken Eindruck. Links sind die vier gewaltigen Hallen für Transportwesen, Maschinen, verschiedene Industrien und Elektrizität, und in dieser zuletzt genannten bereitet Amerika selbst eine Schaustellung vor, wie sie eben nur von dem Lande der größten Erfindungen auf diesent Gebiete geleistet werden kann. Zur Rechten sieht man die vier Gebäude für die Textilindustrie, die freien Künste, das Minenwesen und Sozialökonomie und Erziehung. Hier wird unsere deutsche, höchst bemerkenswerte Darstellung des Schul- und Erziehungswesens allen anderen Nationen dartnn, worin der Erfolg begründet ist, den Deutschland auch auf dieser Ausstellung wieder erringen wird. Schon jetzt wird von allen Seiten anerkannt, daß unsere Darbietungen am sorgfältigsten vorbereitet, um geschicktesten zusammengestellt und am eindrucksvollsten dargeboten sind. Auch das „Deutsche Haus" hat einen besseren Platz als die Gebäude aller anderert Nationen. Von jeder Seite sichtbar, gewährt es einen freien Blick, der nach rechts bis zu den Repräsentationsbauten der einzelnen amerikanischen Staaten und nach links bis zit den Hanpt- hallen reicht. Auch ein Stückchen Deutschland stellen die den Vergnügungspark einleitenden „Deutsch-Tiroler Alpen" dar, deren Kulissen man sich freilich etwas mehr in den Hintergrund gerückt wünscht. Hier wird bei Jodeln und Juchzen der Bergbewohner ein großes deutsches Restaurant betrieben. Daneben kommt dann ein „Irisches Dors" mit demselben edlen Zweck, und hierauf folgt Hageubecks Riesenmenagerie, der sich wieder ein „Japanisches Dorf" anschließt. Den Hauptanziehungspunkt erblickt man hier aber in der schon erwähnten Darstellung von „Alt-St. Louis". Mit echt amerikanischer Freude an bewegter Handlung wird man hier nicht nur eine Nachbildung der ersten Blockhütte zeigen, die der sehr ehrenwerte Herr N. Baugenon errichtete, sondern man wird auch täglich den Besuchern mit genauer historischer Treue gegen alle beobachteten Zeremonien die erste Trauung vorführeu, die int Jahre 1776 in dieser Hütte vollzogen wurde und bei der Fräulein Marie Josefa Baugenon Herrn Toussaint Hunaut die Hand fürs Leben reichte. Man hat zwei schauspielerisch gewandte Personen engagiert, die sich täglich in die Arme sinken sollen, wie einst Biarie Josefa Baugenon und Toussaint Hunaut. Wenn man sich täglich verheiraten muß, wird das auf die Dauer zweifellos lästig. Wenn man sich aber täglich mit demselben verheiraten muß, so. kann man wohl bald zu dem Wunsche gelangen, daß die einstige Heldentat von Marie Josefa Baugenon besser nicht gerade in der Stadt vor sich gegangen wäre, die anderthalb Jahrhunderte später die Notwendigkeit verspürte, eine Weltausstellung zu veranstalten. Maudereien aus der Kaiferstadl. (Nachdruck verboten.) Die 300 Tage im Residenztheater. — Lanteubiirg's Verdienste. — Gehende unb kommende Bnhnenherrscher. In Berlin O, wo die heitere französische Muse ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat, bildet gegenwärtig ein amüsanter Schwank von fsZaul Gavault und Robert Charvey die Anziehungskraft für junge und alte Lebemänner aus Berlin und anderswoher. Dieser Schwank „Die 300 Tage", — 812 — M dem Guy vv Ma.upasscmt mit seinem köstlichen Rontanl „Tie Erbschaft"^ Gevatter gestanden fyat, behandelt in Wer- aus komischer Weise die Hoffnungen und Befürchtungen einer jungen schönen Witwe und ihres spekulativen Anhangs, das große Vermögen ihres gestorbenen Gatten zu erben oder zu verlieren, je nachdem sich die Frage einer direkten Nachkommenschaft in den gesetzlichen 300 Tagen löst. Richard Alexander, der einen profitgierigen alten Kuppler zu spielen hat, trägt mit seiner drolligen Mimik, seinen halbverschluckten, in ein vielsagendes Murmeln auslaufenden Sätzen wie immer an dieser Stätte das Hauptverdienst der durchschlagenden Wirkung. Er ist aber auch über alle Maßen komisch, dieser Architekt Croche, der der jungen Witwe ihr Vermögen erhalten möchte, und deshalb ihrem künftigen zweiten Gatten durch die halbe Welt nachjagen läßt, um das gesetzliche Ziel zu erreichen. Als er ihn endlich zur Stelle hat, andere Hindernisse schlau aus dem Wege räumt, und nun aus eigener Machtvollkommenheit eine Art Ziviltrauung vornimmt, das ist von zwerchfellerschütternder Kraft, und man kann es einem alten sturm- und wetterfesten Kumpan nicht verdenken, daß er sich diese lustige Geschichte ansieht, die immer an den Grenzen des Erlaubten hinstreift, so stark hinstreift, daß man manchmal glaubt, die argen Geschichten von der strengen Berliner Zensur seien nichts wie eilt böswillig erfundenes Ammenmärchen. Ter alte Leiter dieser Schwankbühne, Siegmund Lautenburg, der Mann mit dem charakteristischen Gemisch von Deutsch-Französisch und anderem in seiner Sprache, ist vom Schauplatze abgetreten und hat seiner Hauptkraft, Herrn Richard Alexander, der eigentlich Alexander Krähahn heißt, das Direktionsszepter überlassen. Ein körperliches Leiden und plötzliche wieder erwachte literarische Ambitionen haben den Grund dafür abgegeben. Und da er viele Jahre hindurch brillante Kassen- erfolge zu verzeichnen hatte, so wird ihm der Rücktritt nicht gerade ein Opfer gewesen sein. Lautenburg^ der als Mensch einen leisen Stich ins unfreiwillig Komische hatte, weil er sich selbst eigentlich immer als ungarischer Magnat betrachtete, hat als Bühnenleiter nicht fortzuleugnende Verdienste. Ein Stück unter seiner Leitung einstudiert, stand wie eine egyptische Pyramide so fest. Er war unermüdlich in Proben und ruhte nicht, bis auch die nebensächlichste Szene in voller Treffsicherheit zur Erscheinung kam. Das eleganteste Spiel von allen Berliner Theatern sieht man daher noch immer auf der Bühne in der Blumenstraße, und ich glaube nicht, daß es unter seinem Nachfolger Alexander anders werden wird. Auch das Lessingtheater, das mit Beyerleins „Zapfenstreich" zuguterletzt noch einen riesigen Kassenmagneten gewann und dadurch die schlechten Einnahmen des Vorjahres glänzend wett machte, verliert seinen Leiter demnächst. Otto Neumann-Hofer macht Herrn Otto Brahm vom Deutschen Theater Platz und siedelt nach Frankfurt a. M. über, um dort ein neues Deutsches Schauspielhaus ä la Hamburg zu eröffnen. Brahms Nachfolger wird bekanntlich Paul Lindau, der bis vor zwei Fahren das Berliner Theater leitete, das im nächsten Jahre in die Hände Ferdinand Bonns übergeht, der sich momentan noch aus Amerika Lorbeern und Dollars holt. So wird eine ziemliche Verschiebung der Richtungen in den alten Stätten eintreten, und da jeder zunächst bemüht sein muß, sich für das neue Haus sein Publikum zu sichern, werden wir in der kormnenden Saison aller Wahrscheinlichkeit nach wieder besseres zu sehen bekommen, als das in den letzten Jahren der Fall war. Auch an einem unserer Volkstheater ist vor kurzem ein Wechsel eingetreten. Karl Weiß, nach dem sein Theater auch den Namen führte, hat einer jüngeren Kraft mit solideren Tendenzen Platz gemacht, und dort, wo man Jahre lang die grob zugehauenen Sensa- tionsrvmane des „Lokal-Anzeigers" dramatisiert genießen konnte, wo alle Zeitereignisse von starkem Nervenreiz über Nacht zu einem vier- oder fünsaktigen Ragout zusammengehackt, gepfeffert und gebacken wurden, befleißigt man sich zunächst unter der Firma „Bürgerliches Schauspielhaus" den alten braven Bendix und seine Nachfolger wieder zu Ehren zu bringen. Karl Weiß war übrigens ein überzeugter Anhänger der fpiritistischen Lehre — und stand vielfach, mit abgeschiedenen Geistern im Verkehr, die ihm über den Erfolg seiner Novitäten verschiedentlich Auskunft gäben und mit wertvollen Fingerzeigen für die Ausgestaltung seiner schnell zu fabrizierenden aktuellen Dramen zur Seite staWen. So kam es vor, daß er auf solche Geisterunterhaltung hin Stücke plötzlich äbfetzte oder alte aus der Versenkung holte und die Gründe dafür manchmal seinem Personal mit tiefsinnigem Ernst auseinandersetzte. Wer da es die Welt nun einmal liebt, das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen, so kam es vor, daß unter der stummlauschenden Mimen-lLo- rona manchmal ein Mchtsnutz anstauchte, der das Lachen nicht lassen konnte oder gar seinem Unglauben spöttisch Ausdruck verlieh. Eines Tages, als der Direktor ein ganz kräftig anziehendes Spektakelftück ohne weiteres vom Spielplan strich, weil er erklärte, einen Brief über diese Angelegenheit vom heiligen Augustinus — oder war es ein noch einflußreicherer überirdischer Geist? — erhalten zu haben, trat so ein räudiges Schaf an ihn heran und bat trocken und ohne eine Miene zu verziehen, um die Briefmarke für seine Sammlung. Kann man es nach solchen Erfahrungen jemandem verdenken, wenn er nicht mehr will und weder den Mont Pele spucken, noch die Buren glorreichen Heldentod sterben läßt? A. R. *Die Anziehung desLichts fürNachtsch mette r- ling e ist von dem Zoologen Josef Perraud in einer der Pariser Akademie der Wissenschaften vorgelegten Arbeit untersucht worden. Die Forschungen haben zu folgenden Schlüssen geführt: Die Nachtschmetterlinge sind imstande, sämtliche Lichtstrahlen wahrzunehmen, werden aber von den verschiedenen Teilen des Spektrums in verschiedenem Grade beeinflußt. Das weiße Licht übt die stärkste Anziehungskraft auf diese Insekten aus. Merkwürdigerweise werden sie ferner durch zerstreutes Licht mehr angelockt, als durch grelles. • Bekanntlich hat man die früh festgestellte Tatsache, daß die Nachtschmetterlinge nach einem Licht fliegen, auch zu verwerten gesucht durch Herrichtung von eigenartigen Fallen, die inmitten der Felder angebracht werden. Perraud gibt an, daß es für solche Lichtfallen zweckmäßig ist, die Stärke des Lichtes abzudämpfen, und ihm gleichzeitig durch geeignete Blende ein möglichst großes Strahlungsfeld zu geben. Besonders wird darauf Rücksicht zu nehmen sein, daß die Lichtstrahlen auch für die am Boden fliegenden Schmetterlinge noch wahrnehmbar sind. Perraud beschreibt eine solche Lichtfalle, die etwa 10 Kerzenstärken besitzt und mit Schirmen zur Zerstreuung der Lichtstrahlen versehen ist. Nach seinen Versuchen wird mit einer solchen die Jagd auf die Nachtschmetterlinge am ergiebigsten sein, allerdings müssen die Fallen in Abständen von etwa 25 Metern, also in ziemlich großer Zahl angewandt werden, wenn ein wirklich bedeutender Erfolg durch ihre Aufstellung erzielt werden soll. Lrterarrsehss. — Von „Meyers Volksbüchern" (pro Buch 10 Pfg.) ist soeben eine neue Serie erschienen (Nr. 1359—1374). Wie es stets das anerkennenswerte Bestreben der in Haus und Schule, bei jung und alt beliebten Sammlung ist, diejenigen Literaturwerke, deren Neudruck das Urhebergesetz nach Ablaus der dreißigjährigen Schutzfrist gestattet, dem Publikum möglichst bald in guten und billigen Ausgaben darzubieten, so ist auch die neue Serie zwei Autoren gewidmet, die in diesem Jahre „frei" geworden sind: Franz Grillparzer und Friedrich Ger- stäcker. Von den Meisterwerken des ersteren enthält sie die Trauerspiele „Ein treuer Diener seines Herrn" (Nr. 1362/63), „Des Meeres und der Liebe Wellen" (1364/65), „König Ottokars Glück und Ende" (1369/70), „Die Jüdin von Toledo (1371) und „Ein Bruderzwist in Habsburg (1372/73), ferner die großartige Trilogie „Das Goldene Pstes" (1366/68) und die feinsinnige Novlle „Der arme Spielmann" (1374). Gerstäcker aber, der gewandte Reiseschriststeller, heute noch ein Liebling der deutschen Familie und vor allem der reiferen Jugend, ist mit einer Auswahl aus den „Mississippi-Bildern" (1359/61) vertreten, die aus dieser berühmten Sammlung anregender Schilderungen und spannender Novellen das ästhetisch Schönste und inhaltlich Interessanteste heraushebt. - Scherzrätsel. (Nachdruck Berboten.) Es dienet fleißig dir und mir So lang wir wandeln auf Erden hier. Doch kommt ein halber Kerl hinein, Gleich wird es eine Hauptstadt sein. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nrr Ende gut, alles gut. Redaktion: August Götz. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts-Buch- und Eteindruckerei. R. Lange, Gießen«