1904 &O!> M- Ireitag den 23. 2>f$em6er^ MW M’s MN Das Testament des Man Kiers. Kriminalroman von A. M. Barbour. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Merrick und sein Gefährte fuhren fast eine Stunde in beständig erweiterten Kreisen umher, aber resultatlos. Endlich, während Skott das ihm unbekannte Gesicht des Ruderers aufmerksam betrachtete, stieß dieser plötzlich einen leisen Ruf aus und hielt das Boot an. Das Netz wurde aufgezogen, und als es mit dem aufgefischten Gegenstände an die Oberfläche kam, konnte Skott kaum einen Laut der Ueberraschung unterdrücken. Ehe die beiden Männer aber ihren Fang geborgen hatten, glitt er wieder in die Tiefe. „So, das war ja recht geschickt!" schalt Merrick, während sein Gefährte unverständliche Verwünschungen ausstieß. Tann wurde das Netz wieder hinabgelassen und die Fahrt begann aufs neue. Diesmal dauerte es nicht lange, bis sie das Netz wieder in die Höhe zogen und auch den Inhalt glücklich an Bord brachten. Es war aber nicht jener Gegenstand, den sie zuerst heraufzuziehen versucht hatten, sondern ein Revolver. Merrick zog etwas aus seiner Tasche, was er mit dem Revolver verglich. Dabei sagte er zu dem ihm neugierig zusehenden Bootsgenossen: „Na, Jim, ein ganz guter Fang, ganz gut, wir wollen aber doch auch den anderen Gegenstand herausfischen." Tas Suchen nahm seinen Fortgang. Plötzlich zogen sie wieder an. Ein Kasten kam zum Vorschein. Er wär zwar schlammbedeckt, Skott aber erkannte in ihm sofort den Gegenstand, der mit dem ersten verunglückten Zuge auf der Oberfläche des Wassers erschienen war. Nun trat Skott, nachlässig schlendernd und ein Liedchen summend, aus dem Haine heraus, gerade so, als ob er sich in der Morgenfrische so recht erlaben wollte. Ter Fremde im Boot bemerkte ihn zuerst und machte Herrn Merrick ärgerlich aufmerksam; dieser aber tat so, als ob ihm die Begegnung ganz gleichgiltig wäre. Er winkte Skott zu und geberdete sich, als ob er sich einem gern betriebenen Sport hingebe. „Ah, guten Morgen!" rief Skott heiter. „Wie ich sehe, haben Sie gefischt. Guten Fang gemacht?" „O ja,ich bin ganz zufrieden!" lautete die Antwort, während das Boot dem Ufer zuglitt. Stott wartete, bis der Detektiv ans Land gesprungen war und seinen Begleiter nach Anketten des Bootes mit dem Schleppnetz fortgeschickt hatte; dann sagte er, auf den Kasten deutend, leise: „Wissen Sie, was Sie da haben?" „Nein. Kennen Sie das Ting?" „Gewiß. Es ist nichts Geringeres als der gestohlene gutvelenkasten!" Ein leiser Pfiff entfuhr Merricks Lippen. Mechanisch schüttelte er den Kasten. „Na, Juwelen sind keinesfalls mehr drin", erwiderte er trocken, „aber wir wollen ihn doch bald öffnen. Kommen Sie mit nach dem Stall; die Leute sind noch nicht aus; dort werden wir am ungestörtesten sein." Im Stalle angekommen, war Skott erstaunt, den Mann, der das Boot gerudert hatte, an der Stallarbeit zu finden: „Ah, Martin, schon da?" redete Merrick ihn an. „Sie werden wohl nichts dagegen haben, wenn wir mal auf ein Weilchen Ihre Stube benützen." Und den fragenden Blick Skotts bemerkend, setzte er hinzu: „Tas ist der neue Kutscher. Ich dachte, Sie wüßten schon von ferner Anstellung." Skott begrüßte den Mahn freundlich, und dieser, die Mütze abnehmend, erwiderte respektvoll: „Zu Befehl, der neue Kutscher." Als Skott mit dem Detektiv die Treppe zur Kutscherwohnung hinaufstieg, fragte er: „Seit wann ist er denn im Dienste?" „Seit gestern nachmittag. Er bewarb sich um die Stelle, und da ich ihn zufällig kannte, nahm ihn Herr Main- waring auf meine Empfehlung in Dienst." Nachdem Merrick die Zimmertür verriegelt hatte, öffnete er den Kasten mit einem Stemmeisen. Bald sprang der Teckel auf. Ter Kasten war leer; als Merrick jedoch weiter suchte, fand er in einem Geheimfach ein paar eigenartig geformte Schlüssel und ein blutiges Taschentuch, womit offenbar das Blut einer Wunde gestillt worden war. „Ah, sehen Sie ei al!" rief der Detektiv, auf das in einer Ecke befindliche : ... nogramm H. M. deutend. „Trug Hugh Mainwaring solche Taschentücher ?" „Jawohl. Dieses oder ein vollständig gleiches habe ich in letzter Zeit bei ihm gesehen." Ter Detektiv faltete das Tuch langsam zujammen. „Und dre Schlüssel sind Ihnen auch bekannt?" „Ganz genau. Es sind die Privatschlüssel Herrn Main- Warings zu der Bibliothek und der südlichen Halle!" „Tie, nach der Angabe Hardys, abhanden gekommen waren?" „Ja, diese sind's." Merrick steckte die Schlüssel mit dem Taschentuch zusammen ein. Tann setzte er die Untersuchung des Kastens fort, die aber nichts mehr ergab. Stott sah ihm schweigend zu. Gleichgiltig sagte nun Merrick: „Herr Skott, ich darf Sie wohl bitten, vorläufig nichts von dem Funde zu sprechen." „Gewiß, kein Wort soll über meine Lippen kommen. Wie wichtig auch der Fund sein mag — rr soll lediglich Ihr Geheimnis bleiben." „Na, eine besondere Wichtigkeit messe ich ihm gerade nicht bei", entgegnete der Detektiv, die Treppe hinabsteigend^ „er bestätigt nur die Ansicht, die ich mir schon gebildet hatte." „Tas heißt also wohl die Ansicht, daß Raub die Ver- 762 -t anlassung zum Morde war, was Herr Whitney immer nicht glauben will." „Nun, so bestimmt möchte ich das nicht hinstellen", entgegnete Merrick ausweichend und fügte lächelnd hinzu: »Herr Whitney hat seine vorgefaßten Meinungen über den Fall und paßt die Umstände ihnen an, während man richtigerweise zuerst wirkliche Tatsachen sammeln und danach erst seine Schlüsse ziehen soll." Damit trennten sie sich an der Stalltür, Skott hatte aber noch nicht das Haus erreicht, als der Detektiv schnell noch einmal in die Kutscherstube zurückkehrte und die Scha- tulle wieder öffnete. Nachdem er es langsam mit sichtlich steigender Spannung gelesen hatte, blieb er noch eine geraume Zeit tief in Gedanken versunken, bis das Eintreten des Kutschers ihn daraus erweckte.--- Wenige Stunden später stand Skott allein an dem Sarge des Ermordeten, der heute beerdigt werden sollte. Der' Kopf der Leiche war etwas au! die Seite gewandt, ein Zweig weißer Blüten verbarg die Wunde. Mit sehr gemischten Gefühlen betrachtete Skott das rhm so bekannte Antlitz, worauf der Todesengel schon viele rhm fremde Linien gezeichnet hatte. Als er daran dachte, !vie ungeliebt der reiche Mann im Leben gewesen und tote unbetrauert er jetzt auf der Totenbahre lag, erfaßte tiefes Mitleid sein Herz. „Unglücklicher Mann", sprach er zu sich, „nicht einer von allen, denen du Wohltaten erwiesen und Gutes getan hast, wird heute an deinem Grabe mit den Gefühlen des Mitleids stehen wie jch, den du vom Tage seiner Geburt an geschädigt und betrogen hast. Doch ich vergebe dir all das Unrecht, das du mir zugefügt,- es war ja gering e das ungeheuerliche Verbrechen, das du an deinem -r — meinem Vater — begingst, den ich durch deine Schuld nie kennen lernte. So lange du lebtest, hätte ich dir niemals vergeben können, jetzt aber, wo du vor Gottes Richterstuhl stehst, will ich dir all deine Schuld vergessen, so wie ich glaube, daß es auch mein auf fernem Meeresgründe ruhender Vater getan haben würde, wenn er, wie jetzt ich, an deiner Leiche stehen würde. Möge Gott dir gnädrg sein!" Kurz darauf wurde der bisherige Schloßherr von Schön- erche die alte Eichenallee entlang getragen, gefolgt von den Verwandten und einem kleinen Geleite seiner besten Bekannten. 1 Frau La Grange, die nur der Einsegnung beigewohnt hatte, war int Hause zurückgeblieben. Von einem Fenster aus sah si e dem Trauerzug nach. Ms der letzte Wagen khrem Blick entschwand, brach sie plötzlich mit einem leisen Stöhnen bewußtlos zusammen. Das bei ihr anwesende Stubenmädchen rief das andere Dtenstpersonal zu Hilfe, das sich vereint um die Ohnmächtige Ms diese allmählich wieder zum Bewußtsein kam, schlug sie nut einem Ausdruck des Entsetzens die Augen auf, schloß sie aber schaudernd gleich wieder. Endlich schien sie die volle Besinnung wieder erlangt zu haben; sie be- toeitte die sie.Umstehenden und bat sie mit erzwungenem Lächeln, sie mit dem Stubenmädchen allein zu lassen und nichts von dem Vorgang gegen die vom Begräbnis Heimkehrenden zu erwähnen, da der Anfall nur eine vorübergehende Schwäche gewesen sei, die sie bald überwunden haben wurde. Mit Kathis Hilfe schritt sie nach ihrem Schlafzimmer und vertauschte ihr schweres Trauergewand mit einem leichten, bequemen Morgenrock. „Hast Tu vielleicht bemerkt, Kathi", sprach sie nach einer Weile, „ob Walter mit zum Begräbnis gegangen oder zu Hause geblieben ist?" a Walter ist in seiner Stube und Packt — wie Hardy erzählte — seinen Koffer." 7 Frau La Grange verriet weder Ueberraschung noch Verwunderung. „Sage ihm, er soll gleich zu mir kommen." . o Walter La Grange hatte Schöneiche sogleich nach Schluß des Verhörs verlassen und war erst zur Leichenfeier wieder erschienen. Sein Ausseheir hatte sich in der kurzen Zeit sehr verändert und zu manche,! Bemerkungen Veranlassung gegeben. Zwischen ihm und seiner Mutter bestand von jeher em ziemlich kühles Verhältnis. Beide waren einer tiefen Zuneigung nicht fähig, niemals aber war es bisher KU einem offenen Bruch zwischen ihnen gekommen. Ob- WeiK. äußerlich und innerlich von großer Aehnlichkeit, fehlte ihm die Energie und Verstellungskunst der Mutter: er hatte sich bis jetzt willenlos von ihr leiten lassen und sich ihren Ratschlägen gefügt. Als er nun aber zu ihr ins Zimmer trat, erkannte sie aus den ersten Blick, daß es fortan mit ihrer mütterlichen Gewalt und ihrem Einfluß aus ihn vorbei sei. „Was willst Tu?" fragte er in einem gereizten, ärgerlichen Tone. „Hältst Tu diese Sprache Deiner Mutter gegenüber für passend? Deiner Mutter gegenüber, die nur in Deinem Interesse alles wagt?" „Ach was", brauste er auf. „Ich kann nicht finden, daß Tu mit Deiner Art, für mich zu sorgen, viel erreicht hast/ Vor emer Woche noch konnte ich meinen Kopf hoch tragen; da galt ich noch für einen Verwandten Hugh Main- warmgs und hatte gute Aussichten. Was habe ich aber jetzt? Nichts habe ich. Nicht einmal einen Namen habe ich mehr!" „Walter, kein Wort weiter! Du bist Hugh Mainwarings Sohn, und ich war seine Frau. Ich werde die Menschen schon noch zwingen, mich als solche anzuerkennen, nur mußt Tu —" „Bitte, beantworte mir nur eins", unterbrach er sie. „Wenn ich wirklich Hugh Mainwarings Sohn bin, warum führte ich dann nicht seinen Namen? Und dann — wenn Tu Hugh Mainwarings richtige Frau schon warst, was bedeutete dann der Heiratsantrag, den Tu ihm vor nicht ganz drei Monaten machtest?" Sie wurde leichenblaß, er aber schien sich an ihrer Verwirrung zu weiden und wiederholte höhnend: „Ja, es war an dem Abend, an dem er Dir das Halsband schenkte, das ich neulich verkaufen mußte. Du gingst damals dem Alten gehörig zu Leibe und drohtest, irgend ein von ihm begangenes Verbrechen zu verraten. Ich hörte zufällig alles, und nun, da Tu das weißt, wirst Tu mir wohl nicht noch länger weismachen wollen, ich wäre Hugh Mainwarings Sohn. Wenn Tu die begonnene Komödie noch weiter spielen willst, so tue es, auf meine Unterstützung dabei darfst Du aber nicht rechnen." Trotz dieser vernichtenden Sprache des Sohnes gab das charakterlose, ränkesüchtige Weib das Spiel noch nicht auf. Mit eiserner Willenskraft ihre Selbstbeherrschung bewahrend, entgegnete sie leise: „Undankbares Kind! Schämst Du Dich denn gar nicht. Deine Mutter in solcher Weise zu beschimpfen und sie vielleicht dem Gerede horchende« Dienstboten preiszugeben? Hüte Deine Zunge. Nun ja, ich will es vor Dir nicht weiter verhehlen, daß ich — wie Tu es zu nennen beliebtest — Komödie spiele, aber ich muß meine Rolle nun auch durchführen. Wir sind Verwandte von Hugh Mainwaring und haben ebensogut Ansprüche an sein Erbe wie die anderen. Welche Aussichten würden wir aber diesen habsüchtigen Menschen gegenüber haben, wenn es mir nicht gelänge, die gerichtliche Anerkennung unserer Ansprüche zu erkämpfen? Stur allein das kann uns helfen, und deshalb bin ich gezwunaen, meine Behauptung aufrecht zu erhalten, daß ich Hugh Mainwarings Frau war und Tu sein Sohn und gesetzlicher Er'be bist." Einen Augenblick sah Walter seine Mutter überrascht und unentschlossen an, dann aber erwiderte er in höhnischem Tone: „Wenn Tu mit Deiner Geschichte Glauben gefunden und ein Vermögen errungen haben wirst, will ich mich melden; denn was .auch immer ich für Zweifel in anderer Richtung hege, Du bist meine Mutter und somit verpflichtet, mir zu geben, was mir zusteht. Vorläufig aber werde ich meinen bisher geführten Namen La Grange ioeiter- Bhren, obwohl ich vermute, daß auch dieser mir nicht zukommt!" Damit wandte er sich>, ohne eine Erwiderung abzuwartem der Tür zu. Mutter und Sohn sahen sich nicht wieder. Ein leises Stöhnen entfloh den Lippen der Unglücklichen. Zu stolz, den Tavonschreitenden zurückzurufen, sank sie kraftlos auf das Sofa und weinte bitterlich. Als die Herren und Damen des Hauses vom Begräbnis zuruckgekommen waren, vereinigten sich alle in der großen Halle, um die Hinterlassenschaft Hugh Mainwarings einer näheren Prüfung zu unterziehen. Die beiden Vettern, Ralph und Thornton, nahmen Papier und Bleistift, berechneten 'ifrig den Betrag d er vorhandenen Wertpapiere und chätzten ab, was nach Ankauf des alten Stammgutes davon! übrig bleiben tvürde. Frau Mainwaring nahm inzwischen 763 — (Fortsetzung folgt.) der MSbel, Gemälde, sowie all der alten I liches Interesse entgegenbrachten, die sich von ihrem Mann als Stucke auf, bte Vielleicht in dem Landschhoß Verwendung 1 ----- r-t—--------■ ------ ■ ■ - finden könnten. Spielzeug behandelt vernachlässigt suhlten, und die sich in ihrer Herzenseinsamkeit an irgend einen anderen Gegenstand ängstlich Nammerten. Ganz plötzlich iah man die vielen verträumten Gesichter, sah man nervöse zitternde Frauengestalten, denen jedes laut gesprochene Wort Schmerzen verursachte, die jeder Glockcn-- ton ängstlich zusammenfahren ließ — mit einem Wort, die Noras Wesen und Tragödie auf der Bühne des Lebens weiter spielten. Aie unverstandene Iran. „ Eine junge Dame steht mit hochroten Wangen vor einem altern Fraulein, das, äußerlich wenigstens, alle Spuren der Emanzipation an sich "trägt, und das Zeitungsblatt zittert in ihrer Hand, als sie mit bebender Stimme einen Abschnitt aus einer Wochenzeitung vorliest, der folgendermaßen lautet: „Ich habe muh scheu immer um alle Frauen herumgedrückt, die als be- wnders klug, geistreich und gelehrt gelten; das alles ist Sache ■ < ,??anne§. Weih fol( meines Erachtens nichts als eine niedliche, liebenswürdige treue, bescheidene, Hausgenossin sein, die ihren Daseinszweck darin erblickt, dem Manne das Leben möglichst angenehm zu machen. Damit erfüllt sie am vollkommensten den ihr angewiesenen Beruf. Und diesen idealen TYMS habe ich äm vollkommensten in der Japanerin gefunden, die wie bei allen Orientalen die Sklavin des Mannes, aber eene allerliebste Sklavin ist, die — Gott sei Dank — keine Emanzipation, keine Frauenrechtelei und keine Blaustrümpfe kennt. Tie blonde Dame weint beinahe, als sie schließt, die ältere Mckt überlegen die Achseln: „Der Herr Verfasser wird schlechte Erfahrungen gemacht haben." Kein Mensch in der Welt wimdert sich "heutzutage über die Entrüstungsrnte, die, ob einer solchen Ansicht aus dem Munde lunger und weniger junger Damen kommen; und doch liegt die P™ "och gar nicht so lange hinter uns, da es das Ideal eines jchen Mädchens war, im Besitze einzig und allein der Eigen- Ichaiten zu sein, deretwegen heute mindestens die Hälfte der herangewachsenen Jugend den Verfasser des Artikels, von dem gesprochen wurde, lynchen möchte. Tie Literatur, besonders die Romane, deren Autorinnen ,,8sben uns stets Aufschluß darüber, nach welcher Richtung hm sich das Ideal der Frauen bewegte. Romane der Marlitt, Heimburg und Werner den Buch- und Zeitungsmarkt überschwemmten, eiferten die Leserinnen dieser Bücher, gleichviel, ob sie Mädchen oder Frauen waren, den Heldinnen der Werke nach. Persönliche Liebenswürdigkeit, häusliche Tüchtigkeit und ein ausdauernder Fleiß, der aber vollständig in den Diensten der Familie, besonders der männlichen Angehörigen stand, waren das Ziel, wonach alles, was weiblich war, und den besseren Ständen ««gehörte, strebte. Dazu gesellten sich in den meisten Fällen eine süßliche Sentimentalität, ein allzu großes Liebesbedürfnis i uiw das stetig währende, brennende Verlangen nach irgend einer i romantischen Enthüllung, nach einer Ueberraschung, die das Leben eiii wenig, em klein wenig ja nur aus dem Gleise, den ausgetretenen Bahnen des Alltags, tmrft. Sonst jedoch war die Frau von dazumal sehr glücklich, wenn sie einen Mann hatte, wenn der Mann fte ehrlich und treu liebte, und ein guter, sorgender Vater für die Kinder war. Dafür besorgte sie ihm das Haus, war reinlich und ordentlich, selbst wenn die Reinlichkcitsliebe sich bis zur Reinlichkeitswut steigerte und dem Hause auch für Tage rede Gemütlichkeit und Wohnlichkeit nahm. Sie liebte es sehr, den Mann mit ihren kleinen, häuslichen Sorgen zu gnälen, I heft auch sehr oft die Verstimmung, die durch 'Aerger am Herd oder in der Tomestikenstube hervorgerufen war, an ihrem Mann ««?/ gleichgiltig, ob er müde und abgearbeitet von seinen Ge- j fchasten kam oder nicht. Sie wirtschaftete so viel wie möglich herum, I •gönnte sich keinen Moment der Ruhe und glaubte, die Welt zu I beglücken, wenn sie vom frühen Morgen bis zum späten Abend I nnunterbrocyen auf den Beinen blieb. ■ , Mit dem Beginn des Realismus in der Literatur bekamen auch die Frauengestalten sowohl im Leben als auch in den Ro- I manen em anderes Gesicht, und die Frage zu beantworten, bil- | den sich die Frauen nach den Romanen, oder sind die Romau- heldinnen nach den lebenden Erscheinungen geformt, ist gar nicht | leicht und gar nicht einfach Sehr häufig wird ja behauptet, die Kunst bilde sich aus den I Strömen der Zeit heraus, — der Realismus sei ein natur- I getreues Photographieren der Verhältnisse, des Ortes und der I lebenden Personen. Dennoch möchte ich sagen, daß die Frauen- I Kestalt, das Typische an der Erscheinung des Weibes, sich aus der I Literatur heraus entwickelt hat. Ms Hauptmanns „Vor Sonnen- I ««rgang" seine Aufführung erlebte, konnte man den Typus der I Mahr sehr häufig im Leben wiederkehren sehen. Tas junge Mädchen mit dem großen Wissen, der großen Intelligenz und i einem heißen sehnen, einer großen Liebe im Herzen, trafen wir | ö« der Zeck überall. In Gesellschaften, in Badeorten, im Kupee I auf Reisen, oder wir hatten wenigstens den klaren Eindruck, daß I Anna Mahr ,,gespielt" wird. I Dann, als Die schwedische und dänische Literatur bei uns I bett Eingang und das Interesse fand, trat ganz allmählich der I Typus der „unverstandenen Frau" aus dem Rahmen. Ibsens „Nora" hatte ein Heer von Noras im Gefolge. Man begegnete ihnen überall, den jungen — ost auch nicht mehr I ganj jungen — Frauen, die ihren Kindern nut ein vberfläch- I I . man setzte einen großen Ehrgeiz darein, nervös zu I chM und von seiner Umgebung nicht „verstanden" zu werden. ! o« ,ctc^e iunge Mädchen, die im Schoße ihrer Familie sehr glücklich hatten werden können, spürten auf einmal die Fesseln, die I Ketten, mit denen sie gebunden waren, und begannen daran zu rütteln, allerdings meist ohne sie zu zerreißen. Führte dieses | Auflehnen gegen die Tradition zu kleinen Zwisten und häuslichen I Szenen — dann hatte man gewöhnlich das erreicht, was man zu I erreichen wünschte, und fühlte sich glücklich in dem Gedanken I „unverstanden" zu sein. Im Hause, im Ballsaal, im Theater sah man plötzlich einen I ganz neuen Mädchen- und Frauentypus, mit denen die Herren I der Schöpfung zuerst gar nichts anzufangen wußten. Tie harm- I lose Fröhlichkeit, das Genügen mit den banalen Vergnügungen I hatte aufgehört,, man verlangte eine ernsthafte Unterhaltung, I ein Eingehen auf die Individualität und bezeichnete die jungen I Mitichwestern, denen Tanz und Scherz als Unterhaltungszweck I genügte, schlankweg und mit mitleidigem Achselzucken als „Gänse", | während man auch unter der männlichen Jugend sehr scharf zu । sondieren begann. Rosige Wangen und strahlende Augen — die j beiden schönsten Eigenschaften der Jugend — wurden unmodern, I man zog das bleiche Gesicht mit den oft genannten zuckenden I Nasenflügeln vor, paßte es doch viel besser zu dem Wesen der I modernen Frau; die natürliche Grazie und Munterkeit machten I müden, lässigen, katzenartigen Bewegungen Platz, und jede dieser ! Bewegungen ^drückte etwas aus — von dem nervösen Spiel der I schmalen weißen Finger angefangen, bis zu einem müden Heben I des Kopfes,— notabene wenn man zu lesen verstand. Ein junger I Herr, der längere Zeit in den Wildnissen Australiens als Forsch- । ungsreisender gelebt hat, betrat den Salon einer „modernen Fran" | aus Berlin W., wo der Nora-Typus ganz besonders stark ver- I treten gewesen sein soll. Nur eine einzige Tarne, eine Kleinstädterin, die bis zu dem Tage von allen anderen weiblichen Güsten als vollständige Null eftimiert worden war, über deren lautes Lachen man mitleidig die Achseln zuckte, und über deren haar- I sträubende Ansichten man Lachkrämpfe bekam, erregte das Ge- gilett des Weltreisenden, und er wandte sich an sie mit den orten: „Können Sie mir vielleicht sagen, gnädiges Fräulein, | welches Stück die Tarnen spielen?" Heutzutage gelangt man immer mehr dahin, die unverstandene, die verkannte Frau zn überwinden, und das vernünftige, das intelligente Weib an ihre Stelle zu setzen. । Man hat sich aufgelehnt dagegen, die „niedliche Sklavin" des Mannes zu sein, man wollte nicht nur die bescheidene geduldete Hausgenossin vorstellen, deren einziger Lebenszweck darin besteht, dem Manne ein angenehmer Zeitvertreib zu sein. Man begann zu empfinden, daß man dem Manne gar nicht das bieten kann, was er von seiner Lebensgefährtin beanspruchen kann, wenn man nicht selbst eine Persönlichkeit, mit eigener Meinung, eigener Intelligenz und eigenem Wissen ist. Daß bei diesem Ringen und Streben ein Geschöpf entstand, das auf den ersten Blick allzu viele Lächerlichkeiten aufwies, ist ja ganz natürlich. Aber aus diesem Geschöpf entwickelt sich langsam und stetig.die Frau der Zukunft, die den Mann absolut nicht aus seiner Stellung drängen will, wie so viele heftige Gegner der Emanzipation behaupten, sondern die mit ihm arbeiten, mit ihm schaffen und aufsteigen will, die ihm eine lachende Gehilfin ist in den Tagen des Glückes, ein treuer, zuverlässiger Freund in den Tagen des Unglücks, der die Hände nicht schlaff herabsinken, wenn der Ernährer einmal von seiner Arbeit ermüdet, und die der Welt gesunde und kluge Kinder schenken kann. Und diese Frau der Zukunft können wir auch hie und bi schon jetzt in der Gegenwart sehen, wenn wir nur den gute Willen haben. Ruth Goetz. Vermiete». * Ferdinand Lassalle und Eosima von Bü- I o iv. Ans dem vor kurzem im Verlage von Friedrich Rothbarth in Leipzig erschienenen, in Form eines spannenden Romans von A. O. v. Pozsonh geschriebenen Buche „Franz Liszt und Hans von Bülow" (5.—> Mark), das sich hauptsächlich mit Herzensgeschichten der beiden Tonkünstler und ihres Familienkreises in hoch^- interessanter Weise beschäftigt, entnehmen wir folgende Anekdote: „Bülow verkehrte mit seiner Frau in Berlist im Hause des Präsidenteu Bonseri. Alles, was damals nur einen Namen in der Kunstwelt hatte oder in der Politik, in Wissenschaft, im Leben sich hervorgetan, fand im Bonserischen Hause gastliche Aufnahme. In jenem Haus« verkehrte auch Ferdinand Lassalle, nmd dort war es ge- 784 SS kegeutlich eines Balles, wo er durch Meyerbeers Schwiegersohn, Baron Korfs, seinen „Goldfuchs", Helene v. Tönniges, zu seinem Unglück kennen lernte Zwischen Ferdinand Lassalle und Hans v. Bülow entstand ein intimes Freundschaftsverhältnis, und Lassalle erzählte, daß seine Liebe zur Musik und deren Verständnis hauptsächlich durch seinen Freund Bülow entdeckt imb entwickelt worden seien. Bülow habe ihm die heiligen Hallen der Musik erschlossen. In Bülows Hause wurde dann auch fleißig musiziert und geplaudert. Eines Tages, nachdem Cosima das Zimmer verlassen hatte, sprang Lassalle plötzlich auf und sagte zu Bülow: „Lieber Freund, nimm es mir nicht übel, wenn ich V situ Besuche in Deinem Hause einstelle." — „Aber warum denn?" frug Bülow erstaunt. — „Weißt Du, Deine Frau, sie ist ja lieb, sie ist gut, sie ist hübsch, aber ich habe weiß Gott nicht immer Lust, mit ihr gelehrte Disputationen über Philosophie, Theologie, Politik und das Wesen der Demokratie zu führen. Weißt Tu, bet welchem Thema mich Deine Frau heute anderthalb Stunden festhielt? lieber die Philosophie des Herakleitos und den Glauben der Unsterblichkeit der Seele bei den Römern und Assyrern. Es war ein Glück, daß Du endlich kamst, sie wäre sonst imstande gewesen, mich noch über den Ursprung des Mondes zu interpellieren. Und dabei hat sie es immer auf mich abgesehen; so oft sie mich erhaschen kann, kommt sie auf die schwierigsten Themata der Philosophie, Theologie und Politik zurück, für die sie offenbar nicht das geringste Verständnis hast Ihre Sucht, mit einem Bildungsniveau in der Höhe französischer Mädchen- pensionate mir gegenüber die Geistreiche zu spielen, ist mir einfach unangenehm; deshalb nimm es mir nicht übel, wenn ich Dich künftig nicht mehr besuche; komm Tu lieber zu mir, denn meine Wohnung wird Deine Frau gewiß niemals betreten, denn im Grunde ihrer Seele las ich längst, daß sie eine geheime Antipathie gegen meine Person hat." — „Ja, das ist wahr", lachte Bülow, „obwohl Du meiner Frau Unrecht tust, wenn Du glaubst, daß sie keine Ahnung von Philosophie, Theologie und Politik hat. Da komm mal her!" Bülow führte Lassalle in das nächste Zimmer und deutete auf einen hohen Wandschrank, der in einer Ecke stand. „Diese Bibliothek von oben bis unten und von unten bis oben, kreuz und guer hat Cosima durchgekostet, hier findest Du die tollsten philosophischen und theologischen Werke, sozialpolitische Abhandlungen und sogar Deine Schriften." — „Gräßlich", und damit beschwert Deine Frau ihr armes Köpfchen?" Von nun an war Bülow, zum Aerger seiner Frau, bei Lassalle als Gast. — Von der Kunst des Schenkens. Dagobert von A m y n t o r, der bekannte feinsinnige Schriftsteller, veröffentlicht int „B. L.-A." eine vorweihnachtliche Betrachtung, in der es u. a. heißt: Wie rücksichtsvoll weiß oft die wohlhabende und innerlich vornehme Frau einer ärmeren Freundin oder Familie durch ein taktvoll dargebrachtes Geschenk Freude zu bereiten. Sie spielt dabei die Rolle der Empfangenden, und ihre Augen strahlen vor Glück, daß man ihr die Freude und Ehre erweist, ihre Spende freundlich anzmtehmen. Zur Ausübung solcher Schenkkunst gehört aber keine vornehme Geburt, sondern nur die Vornehmheit des Herzens, keine hohe gesellschaftliche Stellung, sondern nur selbstlose und opferfreudige Liebe und jene Anmut, die besonders ein Schmuck der weiblichen Natur ist. Wenn die Grazien bei einem Schenkungsakte nicht zugegen sind, dann wird er entadelt und zu einem Akte der Demütigung für den Empfangenden. Im zweiten Teil des „gauft" geben die Grazien in dieser Hinsicht beherzigenswerte Lehren. Tort sagt Aglaia: Anmut bringen wir ins Leben. Leget Anmut in das Geben. Hegemone lehrt den Empfänger: Leget Anmut in's Empfangen! Lieblich ist's, den Wunsch erlangen. Und Euphrosine krönt den Schenkungsakt mit der ?,.<: Und in stiller Tage Schranken Höchst anmutig sei das Danken. Weiynachlsöücher. — Goethes kleinere Aufsätze. Mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Äoldemar von Seidlitz. Ein starker Band in Klein-Oktav. 2.50 Mk. — Unter den halb ver- gessenen kleinen Aufsätzen Goethes befinden sich manche so vortreffliche, und fast möchte man sagen „aktuelle" Sachen, daß sie eigentlich jedem Deutschen vertraut sein sollten. Ihre Verzettelung über verschiedene Teile der gesammelten Werke, sowie ihre Untermiichung mit vielen recht glerchgiltigen Anzeigen erklären indessen ihre geringe Verbreitung. Es erschien nun dem Herausgeber eine dankenswerte Ausgabe, die bedeutendsten der kleineren Aufsätze Goethes, solche, die auch heute noch ein lebendiges Interesse beanspruchen, auszuwählen, zu ordnen und mit Einleitung und Anmerkungen versehen in einer handlichen Auswahl zu vereinigen. Für Goethe-Freunde wird das vornehm ausgestattete, 371 Seiten starke Büchlein eine angenehme Ueber- raschung sein. — Ter Verlag von Schafstein u. Cie. in Köln a. Rh. gibt Cervantes' Meisterwerk Leben und Taten des scharf- sinnigenEdlenTonQuijotevonLaMancha nach der Tieck'fchen Uebersetzung. bearbeitet von Guido Höller, heraus. Es ist sichtlich nach dem Grundsatz hergestellt, daß das Buch nicht nur der Träger des Gedankens sein und achtlos aus der Hand gelegt werden soll, nachdem es gelesen ist, sondern daß es an sich cirt Kunstwerk darstellen soll, in dem sich Buchschmuck, Papier und Einband zu einem künstlerischen Ganzen harmonisch vereinigen. In diesem Sinne ist das Buch musterhaft, wenn es auch der Illustration entbehrt. — Seiner Vollendung nahe (von 16 Lieferungen sind 14 erschienen) steht die dritte Auflage des schönen Werkes Herm. Wagners über die deutsche Flora. (Stuttgart, Verlag für Naturkunde, brosch. 12 Mk.) Das Buch bietet eine übersichtliche Beschreibung sämtlicher in Deutschland und der Schweiz einheimischen Blutenpflanzen und Gefäßkryptogamen; es will nicht nur dem Anfänger und Liebhaber beim Aufsuchen und Bestimmen der Pflanzen ein zuverlässiger Ratgeber sein, sonderw auch ein Nachschlagebuch für Gärtner und Gartenfreunde. Tie neue Auflage umfaßt etwa 1550 Holzschnittabbildungen. — Ludwig Thoma, Lausbubengeschichten. Aus meiner Jugendzeit. Ilmschlagzeichnung von Th. Th. Heine. Geh- 3 Mk. Vwlag von Albert Langen in München. — Tiefe Geschichten sind zum Teil int Simplizissimus erschienen. Ludwig Thoma schildert in derselben scheinbar streng sachlichen Weise, in der er den bayerischen Bauern beschrieben hat, hier den typischen „Lausbuben", len Schuljungen in der Blüte der Flegeljahre. Und wie bei der Schilderung der Bauern verwendet er dies Kunstmittel der scheinbaren Trockenheit meisterhaft. Und wie ist der Schuljungenton in diesen Geschichten getroffen und gewahrt! Er beschreibt alles vom Standpunkt des Knaben und zeigt die Tinge dabei doch, wie sie sich dem Erwachsenen darstellen und wirklich sind. — Backe backe Kuchen, Eine Sammlung von 50 der meistbekannten und beliebtesten Kinderreime und Rätsel. Mit 85 Silhouetten und bunten Bildern von Nelly Bodenheim. Kart. 2.50 Mk. (Verlag von S. L. van Looy, Leipzig). — Was dem Büchlein seinen eigenartigen intimen Reiz verleiht, sind nicht allein die alten trauten Kinderreime, die schon unsere Großmütter uns lehrten, als viel mehr die entzückend naiven Bilder, mit denen Nelly Bodenheim es geschmückt hat. Tie schlichte Natürlichkeit und Gemütlichkeit, die aus diesen Bildern spricht und uns manche selbst beobachtete drollige Kinderszene wiedergibt, kann ihre Wirkung weder auf die Kinder noch auf die Erwachsenen verfehlen. Wer seinem 4—6 jährigen Kinde etrt reizendes und seinem Verständnis entsprechendes Bilder- und Bersbuch schenken will, dem kann die Sammlung „Backe backe Kuchen" empfohlen werden. — Für die Kinder Welt. Von Anna Ausfeld. Band 1 zweite Aufl. Band 2. Gedichte und dramatisierte Märchen zum Deklamieren und Aufführen. Jeder Band: brosch. 1.80 Mk. Bd. 1: 71 Gedichte. Schneewittchen. Aschenbrödel. Dornröschen. Weichhnachtsmärchen. — Bd. 2: 29 Gedichte. Rumpelstilzchen. König Lenz. Freiheit in der Kinderstube. Rotkäppchen. Weihnachtssreude. König Drosselbart. Hänschen und Gretchen. Tiefe für, verschiedene Altersstufen passende Gedichte nebst dramatisierten Märchen sind aus der Tiefe kindlichen Empfindes geschöpft ; sie gehen den Kleinen in ihr eigenes Leben und ihre eigene holde Fantasie nach, verleiden ihnen umnerklich schlechte Laune, Trägheit und andere Fehler und machen ihnen Genügsamkeit, Barmherzigkeit, Selbstlosigkeit lieb. Tr. O. D. — Paul Heyse Novellen. Verlag der I. G. Cotta- schen Buchhandlung Nachfolger in Stuttgart. Von der neuen wohlfeilen Ausgabe von Paul Heyses Novellen, die im Cottaschen Verlage erscheint, ist uns ein neuer Band zugegangen. Sie enthalten den zweiten der „Italieni schen N o v ell en" (Auferstanden, Tie Stickerin von Treviso, Beppe der Sternseher, Romulusenkel, Tie Hexe vom Korso, die Kaiserin von Spinetta, Tie Frau Marcheja, Die Mädchen von Treppi). Die Vorzüge Heysescher Erzählungskunst treten auch in diesem Bande, in dem der Tichter Bilder aus dem italienischen Leben bietet, sein und fesselnd zutage. Scherzrätsel. (Nachdruck verboten.) ist besser Sehn Sehn als Auflösung in nächster Nummer. Redaktion: Au au st Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brüh l'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.