-Wk»M8«-MMUW Arei^rg den 21. Hktoöer^x^ cAp ^gjgg kwW <;V'- M MB Aus Lieöe. Roman von M. v. Eschstruth. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Fran von Greditz hat Millionen '—" Das bedeutete Mieder für Jutta einen wunden Punkt. „Ja, ich weiß, daß ich Dir nichts mehr bin", weinte sie aus. „Unsinn!" Er! war jetzt entschieden sehr ärgerlich: „Ich wollte sagen — Deine Mutter hat Dich leider für Millionen erzogen", lenkte et ein. In der kleinen Frau aber hatte sich eine bedenkliche Menge Zündstoff angesammelt; nicht unähnlich dem Funken in einem Pulverfaß, schlugen die Worte bei ihr ein und damit die Flammen der Erregung über ihr zusammen. „Na, für Pfennigrechnen bist Du auch gerade nicht", gab sie zurück. „Und wenn ich gewußt hätte, daß Du so wenig hättest, hätte ich Dich gar nicht genommen." „Juttas Sie duckte sich, sie war erschrocken über sich selbst. Ehe sie jedoch ein Wort sagen konnte, hatte Harro das Zimmer verlassen, wenige Sekunden später das Haus. Spät am Wend kam er heim. Die kleine Frau hatte die bösen Worte selbstverständlich nicht so böse gemeint, sie hatte sich im Grund kaum etwas dabei gedacht, sie waren ihr eben so aus dem Munde herausgeflogen. Freundlich, zärtlich wollte sie jetzt dem Gatten entgegenkommen; er aber hatte nur eine abweisende Miene für sie. Da wurde sie denn auch wieder böse. Einem instinktiven Gefühle folgend, meinte sie: „Na, dann fange Du wieder an. Du hast reichlich so viel Schuld als ich", und verhielt sich still. Mr den andern Tag war Harros Rerse nach Berlin bestimmt. „Eigentlich hättest Du mich mitnehmen sollen", begann Jütta in seine Vorbereitungen hinein, vielleicht nur) um die peinliche Stille, die intimer noch zwischen ihnen Herrschte, zu unterbrechen. „Tu vergissest, daß ich als Gast gehe", gab er, immer Uoch von seinem Groll und seinem keineswegs ^anz, einwandfreien Gewissen bedrückt, zurück, etwas heftiger, als hier nötig war. „Natürlich." Auch in Jutta regte sich die Leidenschaft wieder: „Natürlich — sie hat Dich eingeladen — Die Einladung war selbstverständlich. Sie war, wie die Bitte, für ihn zu reiten, von dem Rittmeister ausgegangen; doch Ellinor stand dahinter; Harro war zu ehrlich, um sich das zu verheimlichen. Er wollte nicht lügen und schwieg. Nun geriet Jutta erst recht außer sich. Die blonden Wellen ihres Haares mußten für1 das Zittern der kleinen Hand büßen, als sie mit dem Kamme durchfuhr. „Na, denn bte. Vergnügen mit der Petroleumtante!" brach es schließlich über die Lippen der erregten kleinen Frau. Lichte Lohe flammte über Harros stolzes, schönes Gesicht. Und tu sich selbst gehoben, gab er nun Mit gewollter Beherrschung sehr natürlich kühl zurück: ,Lch denke, haß Mir eine kleine Erholung nach den letzten Erlebnissen pur dienlich sein kann." Dann erteilte Leutnant v. Uran deut Burschen den Befehl, eine Droschke zu holen, und hatte, als: diese gemeldet war, nur ein flüchtiges „Lebewohl" für fdttjti Frau, so wie es die Anwesenheit Sophiens, die dem Herrp „Adieu" zu sagen hereinkam, und des Burschen, der, die Aände an den Hosennähten, erwartungsvoll fernerer Ae-. ehle harrend, dastand, als anständig erscheinen ließ. Jutta hatte bereits Tränen in den Augen, da Harro. Mied. Ws das letzte Rasseln der Droschke verhallte, dal Ugelten ihr die Tränen nur so über die Wangen, und sie weinte, weinte über sich, ihren Harro und die ganze Weist So hatte sie vergessen, den Leuten zu sagen, daß sie etwaigen! Besuch Nicht annehmen könne. Rittmeister von! Dörrenbach, der geglaubt hatte, Harro reise erst um Mer, statt um eins, und ihm Lebewohl sagen wollte, folgte dem) Burschen auf dem Fuße, als ihn dieser jetzt seiner Herrml melden wollte. Die vom Weinen geröteten Augen, die gmM Verfassung Juttas ließen sich ebensowenig wie sich selbst verleugnen. „Wer, meine gnädigste Frau, war denn dep Abschied so hart", trat nun Dörrenbach an. „Es sind ja doch nur ein paar Tage." Jutta zupfte an dem feinen Spitzentuch, das pur nom ein feuchtes Knäulchen schien, schluckte und schluckte, und! brach von neuem in Tränen aus. Tränen in den sammet- braunen Augen, das konnte Dörrenbach nicht ertragen. Er rückte zu Jutta auf das Sofa, schlang den Arm um ihre Gestalt, wie ein Vater seinem Kinde, dem .er einen Halt bieten will. Die kleine Mau aber, tote .das gewöhnlich gehst wenn eine teilnehmende Seele nahe koMmt, weinte nur heftiger noch. Alles vergessend, fassungslos in Kummer und Zorn, legte sie das Köpfchen gegen ferne Schulter. Dem Rittmeister ward warm, da er die Wirrnis von blonden Locken so dicht vor seinen Blicken sah, ihren Dufst den Hauch von Juttas Munde so nahe seinen Lippen empfand. Ein Gefühl bemächtigte sich seiner, tote er es nie gekannt. Nur einmal hätte er sie küssen mögen, diese schun- mernden, goldigen Wellen, nur einmal! — Sie hatte es nicht bemerkt; sie würde nie darum gewußt haben, und ihm Ware es seines Lebens Seligkeit gewesen! Doch er hätte darum! gewußt, er hätte nicht ihr Mund, Harros Freund bleiben können, tote er es bleiben wollte. Mer er bog fernen Kopf zurück aus der gefährlichen Nähe; er preßte die Lippen aufeiitander itt festem, sich wehrendem Entschluß utrd verhielt sich sttll, ganz sttll in der so süß bestrickenden Nahe.. Zuletzt erst, ganz zuletzt rührte seine Hand an Jutta Arm-, ähnlich wie ein Hund den Kopf an die Kniee fernes Herrn legt, um ihn zu erinnern, daß die Treue wacht. ,Meine gnädige Mau", fragte er freundlich, „hat Sie denn sonst etwas betroffen? — Ist bei Ihnen zu Haus etwas passiert—j kann ich Ihnen mit irgend etwas dienen?" Und da endlich versiegten Juttas Tränen. Sie schnellte in die Höhe: „Mast von Greditz ist eine greuiche Kokette! Das finden Sre doch auch?" Der Ausbruch, obwohl er Dörrenbach etwas über- raschend kamJvar zu sehr seiner Seele entnomuten. „Etnies 626 Er brach ab. Die „Kanaille", die ihm schon auf der Zunge schwebte, durfte er hier nicht loslassen, wie gern er es auch getan hätte. Für Jutta schien es keiner wörtlichen Zustiinmung zu bedürfen. Sie fühlte, daß Dörrenbach auf ihrer Seite war, und sorglos ließ sie sich gehen. „Und sie, sie ganz allein hat das Reiten eingerührt. Sie hat meinen Mann eingeladen, die beiden —„Wer, meine gnädigste Frau", unterbrach Dörrenbach, von dem richtigen Takt geleitet, daß die junge Frau dergleichen nicht sagen durstet Jutta jedoch, ungeübt, ihre impulsive Natur zu beherrschen, merkte gar nicht darauf: „Und die beiden amüsieren sich",, fuhr sie fort, „während ich hier allein sitze." Dörrenbach war ganz verwirrt. Es bekümmerte ihn, daß die Dinge wohl so sein mochten — noch mehr, daß solche Worte über Juttas Lippen fallen konnten. „Doch sie sollen sich irren, ich werde mir nicht alles gefallen lassen. Ich will mich auch amüsieren. Ich werde schon jemand finden, mit dem es sich amüsieren läßt. Meinen Sie nicht auch, Herr von Dörrenbach?" Nun wurde der Rittmeister ehrlich betrübt. Und betrübt und enttäuscht schaute er auf die junge Frau nieder. Doch den sammetbraunen Augen, ob sie auch ebeu recht böse blickten, konnte er auf die Dauer nicht böse werden! Die kleine Frau hatte sich mit dem ihr eigenen Liebreiz zu sehr in sein Herz gestohlen, als daß er sich um eine Aeußerung, deren möglichen Sinn sie wahrscheinlich wieder einmal gar nicht bedacht, hätte von ihr wenden können. So erinnerte sich denn der sonst so kritische und weiberfeindlicbe Mann lieber an die Unvollkommenheit aller Dinge und daran, daß die Fehler recht ost nur die Schatten unserer Tilgenden sind, — meinte, daß er lieber denk jungen Wesen, dem mit all seiner entzückend kindlichen Natürlichkeit auch noch die ganze Trübsellgkeit des Kindes eignete, eine leitende Hand zum Schutze gegen etwaige Unbesonnenheiten bieten wolle, als zürnend ihm den Riicken zu wenden. „Jawohl, Meine gnädige Frau", erklärte er darum nach kurzem Schweigen: „Und ich schlage vor. Sie amüsieren sich mit Mir." Das klang so natiirlich, daß er selbst lächeln mußte. Auch Jutta lächelte, und lächelnd schüttelte sie das blonde Köpfchen. „Ich bin Ihnen zu uninteressant", scherzte er. „Nem, Herr von Dörrenbach", scherzte Jutta ernst. „Sie sind zu gut, ich aber bin ein böses, wildes Ding." So hatte er sich doch nicht in ihr getäuscht! Und ein echter Freund, sicher, nicht mißverstanden zu iverdell, konnte er nun erklären: „Sie sind zu gut für derlei Spiele. Eine echte Frau bedarf dessen auch nicht", fügte er langsam, vorsichtig hinzu, wie beruhigend, mahnend: „In dem Mann steckt einmal imMer noch etwas von der alten Abenteuer- lust. Doch auch den Piraten zieht es stets wieder zurück uach dem heimlichen Port." Juttas Augen perlten wieder feucht. Sie hatte verstanden, was er sagen wollte und zürnte jetzt mit sich selbst. „Sie sind der beste von allen, Herr von Dörrenbach." Beschämt neigte sie das Köpfchen. „Ich aber, ja, ich bin ein böses unb ein kleines, dummes Ding." „Ein Engel", flüsterte Dörrenbach bei sich und küßte ihr die Hand. „Denken wir nicht mehr daran", meinte Jutta. Noch einmal küßte er ihr wie gehorsam die Hand und sie sprachen von etwas Anderem. Dann empfahl er sich bald. „Wäre gut, wenn die kleine Frau eine Freundin hätte", überlegte der Rittmeister auf seinem Weg zu Tisch. „Impulsiv, Unbedacht. — Die Greditz — nun kam es heraus — Vie Greditz, eine Kanaille von Weib. — Der Urau — nun, ernstlich wird er sich Nichts zu schulden kommen lassen. Darum erst recht auch darf seine Frau keine Unbesonnenheiten machen. Sie muß rein bleiben, makellos, wie sie jung und liebreizend ist." Und des Rittmeisters Gedanken wanderten, nach einer Freundin für Jutta suchend, von einer Dame zur andern, immer noch, als er längst schon Unter den Kameraden saß und die Suppe hinter die Kravatte gelöffelt hatte. Klatschbasen, alle, so schüttelte er stets aufs neue den Kops. Zuweilen murmelte er es auch, zürn Glück nicht verständlich, sodaß sein Nebenmann verwundert fragen konnte: „Befehlen, Herr Rittmeister?" Endlich beim! Kaffee schien dann Dörrenbach eine Idee zu kommen. Er beschloß, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Die Keine Frau sollte nicht allein bleiben, keine Grillen fangen, Sie hatten stets Theaterbillets im Regiment. Man gab „Die Meistersinger" heute. ®er Rittmeister schickte also zwei Billets an Fran von Uran für sich und eine etwaige Be- Aeiterin. Diese fand sich, bald. Die Heiden Damen erschienen sehr vergnügt in der Regimentsloge. Jutta war; von Walters Preislied entzückt. Für den nächsten Tag wurde Otternberg, der auch des Regiments Stütze im Arrangieren jeglicher Unternehmungen! war, für das Arrangement einer Waldpartie gepreßt. 'Aw dem folgenden Nachmittag spielten die Husaren tm Kasinogarten. Dann gab Dörrenbach selbst, zur Feier seines Namenstages, wie er sagte, einen Herren- und Damenkaffee, der sich bis in den späten Abend hinzog. Wenn; alle gingen, mußte auch Jutta gehen, zumal ihr das Stroh- witwertum leichter wurde. Natürlich fand sich auch Dörrenbach stets ein. Niemand hatte eine Ahnung, daß die sich plötzlich so häufenden Berguügungen von ihm ausgingen. Einmal wie das andere Mal hielt er die bescheidenen Grenzen einer vertraulichem wohlwollenden Freundschaft des älteren für den jüngeren Kameraden, darum auch für dessen junge Frau, Jutta gegenüber fest. Nur diese selbst merkte wohl, wie er es gut mit ihr meinte. Wenn sie auseinandergingen, reicht« sie ihm die Hand, nickte und lächelte zu ihm auf, als ob sie ihm danken wollte. „Sie sind gut, Herr von Dörrenbach", erklärte sie am Schlüsse seines Festes, „gut, seien Sie ohne Sorge, ich bin wieder ganz vernünftig. Und morgen koncmt mein Mann." Und er küßte die zierliche Hand nicht anders, als es der gute Ton vorschrieb. Er hatte fein Ziel erreicht. — Er hätte ihr seine Hände beide unter die Füße legen, sie mit seinem Herzblut lenken und leiten, hüten und wahren mögen, — der andere aber — sie liebte den andern, der ihr Gatte war. Sie sollte ihn lieben; — er wollte sie hüten und schirmen für ihn, und wenn er selbst zu Grunde dabei ging. 12. Kapitel. Bitter verstimmt war Leutnant von Urau von Haus fortgefahren. Die Verladung des „Kommandeurs", der er selbst beiwohnen wollte, nahm seine Gedanken in Anspruch, sodaß, was ihm sonst eine Freude gewesen wäre, momentan unter den Verhältnissen eine „Schinderei" bedeutete. Dann, als diese „Schinderei" überstanden war, eilte Harro in fein Wagenabteil und warf sich in eine Ecke hier. Der Zug setzte sich in Bewegung. Anmutig geformte Hügel, grünende Auen, hier und da mit einem Bach oder Flusse, gleich silbernem Bande durchwunden, glitten pfeilgeschwind vorüber. Harro wollte nichts wissen von der Welt, er zog die Mütze über die Augen. Das Stampsen der Räder aber ließ ihn nicht schlafen, noch seine erregtem Nerven zur Ruhe kommen. Immer aufs neue stellten sich quälende Gedanken ein. Das war nun die Liebe. — Aus Liebe hatte er geheiratet, und — sich das Leben verdorben. Was war geblieben von dem Glück? — Häusliche Oede, Pfermigrechneu, für das er nicht paßte, — Schulden, die er nicht machen durfte. Wieder stand des Bakers stattliche Gestalt, die Brust mit Orden bedeckt, neben ihm. Er hatte es ihm gesagt, daß es schwer sein würde, aber er hatte ebenso gesagt, daß es ging, daß es nur festbleiben hieß in Ehre und Pflicht. Als Bestes dazu hatte er ihm gewünscht, daß feine Frau fein möge wie seine Mutter war. — Harro stöhnte. — Wieder einmal dachte er gar nicht daran, ob denn die Schuld, wenigstens ein Teil der Schuld, an all den Kalamitäten feiner jungen Ehe nicht auf seinem Konto stehen könne? — Die letzte Szene hallt« zu bitter in ihm nach. — Und doch, wie hatte er sie geliebt, feine süße, kleine Frau! — Er liebte sie noch; ja noch, trotz alledem. — Und er Mußte feststehen in Ehre und Pflicht. — Es mußte alles gehen — und alles andere dahinter bleiben. Der junge Offizier richtete sich in die Höhe. Ernst, ein! wenig nüchtern, traurig fast, tote die sich jetzt zu sandigen Strecken und dürrem Kiesernbestand verödende Landschaft, sah er in die vorüberfliegende Welt. — Zuletzt empfand eü es als Erleichterung, daß ihn einer der mittlerweile ein- gestiegeuen Reisenden in die Unterhaltung zog. Endlich dann fuhr man ein auf dem Potsdamer Bahnhof. Rittmeister von Greditz und sein Diener waren zur Sielte. Harro gab diesem den Gepäckschein, um seine Sachen in das Hotel Bristol zu befördern, darin Greditzens Wohnung genommen hatten, und fuhr bann noch mit dem Rittmeister und bem „Kommandeur" nach Hoppegarten, wo letzterer Quartier bekommen sollte. Erst als die Herren das Pferd gut aufgehoben wußten, kehrten sie nach Berlin zurück und trafen so gegen 8 Uhr im Hotel ein. 627 EMnor befand sich bereits int Theater. Sie gaben ^Tristan und Isolde" an jenem Tag. Die Oper ist so selten KU hören, daß man sie sich nicht entgehen 'lassen durste. Frau v. Greditz war also bereits gegangen und erwartete die Herren, so berichtete der Portier, in der Oper. Harro dankte für das Theater, er war etwas müde und wollte sich schonen für den groAn Tag. Der Rittmeister bedauerte höflich, stimmte aber doch bei, da er es vernünftig fand. Er beorderte schnell ein kleines Wendessen, Forellen und ein junges Huhn, wobei er liebenswürdig seinem Gaste Ges- sellschaft leistete. Dann ging er nach der Oper, um sein« Fran wenigstens abzuholen. Harro legte sich nieder. Er wollte schlafen. Es war unmöglich. Bei den erregten Nerven schien es ihm, als ging all das Trab-Trab der unermüdlich mit irgend einem Gefährt vorübereilenden Gäule direkt durch seinen Kopf. Er stand wieder auf, um das Fenster zu schließen. Den Griff in der Hand, blieb er plötzlich, wie in den Boden gewurzelt, halten. Dicht, ganz dicht in seiner Nähe, deutlich, ob auch leise gedämpft, fang eine nur zu bekannte Stimme: „L’anima mia sei tu E mi veder’ morire Se lo comandi tu.“ Dann klang es wie das Schließen eines Fensters nebenan. Es konnte nur Ellinor sein! Ob sie sich etwas bei den Wersen gedacht, — ob sie ihr nur die noch von der Musik des Tristan berauschte Stimmung just so eingegeben, vermochte niemand zu wissen, ebensowenig, wie man je auf den Grund ihres Innern zu blicken vermochte. (Fortsetzung folgt.) Plaudereien aus der Kaiferstadt. (Nachdruck verboten.) Bon den Berliner Gänsen. — Ein Fünfpfennigbillet für die Straßenbahn. — Japaner als Vortragskünstler. — Der Briefmarken-Onkel. Von den wirklichen Berliner Gänsen will ich plaudern; nicht von jenen ohne Flügel, die mit Musikmappen in den Stadtbahn- kupees oder Straßenbahnwagen fitzen und über Misdroy nnd Heringsdorf, Bassermann und die Sorma, Heinz, Tovote und Marie Madeleine schnattern, mrd die man im Magen hat, ohne sie gegessen zu haben. Nein, ich meine die braven kapitolinischen Vögel, die jetzt zu Tausenden in unsere Markthallen Einzug halten und mit dem Aroma ihres sich bräunenden Busens Sonntags die Treppenhäuser der Berliner Mietskasernen erfüllen. Wohin sie wandern, wissen wir. T'er Riesenmagen der Weltstadt wird ihnen zum letzten Quartiere. Aber woher sie kommen, die Hunderttausende? lieber den Verkaufsständen steht immer dirssetbe zu lesen: „Oderbrucher Fettgänse" nämlich! Aber wer nachforscht, kommt bald dahinter, daß es ihnen geht, wie den Grüneberger Trauben, die uns vom Rhein her als Hochheimer, Schiersteiner oder Erbacher ihre Visite machen. Tie Gänsemästerei im Oderbruch ist nämlich seit Jahren immer mehr zurückgegangen und der Rummelsburger Gänsemarkt muß aus viel entfernteren Teilen unseres Vaterlandes versorgt werden; sogar das Ausland wird stark in Anspruch genommen, um die riesige Nachfrage in diesen Wochen befriedigen zu können. Bei diesen Transporten geht naturgemäß viel verloren, zumal, wenn die Temperatur unterwegs steigt. Und cs kommt vor, daß viele Hunderte von Gänsen bei der Ankunft in RummelÄburg gleich der Mdeckerei überwiesen werden müssen. Interessant sind auch die Schliche, mit denen seitens der Händler selbst kundige Berliner Hausfrauen hinters Licht geführt werden. Ter Farbe des Schnabels und der Füße wird hübsch nachgeholfen und die Schwimmhäute werden irgendtvie präpariert, so daß sie sich recht leicht einreißen lassen, um einer schon Ehrwürdigen zu recht jugendlicher Erscheinung zu verhelfen. Am Sonntag aber ist natürlich trotz aller Bratofenhitze keine saftige Weichheit zu erzielen. Tas wirkt dann beinah wie ein Naturwunder, aber ein schreckenerregendes. Bon einem jener Wunder, die mit Heller Freude begrüßt werden, hört man. dieser Tage in allen Kaffeekränzchen reden. Man soll nämlich jetzt auf den Berliner Straßenbahnen für die Hälfte des bisherigen Preises, also für 5 Pfennig fahren können, wenn man sich nur die noch etwas' geheimnisvollen Billets zu verschaffen weiß. Eine Reklame-Gesellschaft, die über ein großes Kapital verfügen muß, hat mit der „Großen Berliner" ein Abkommen getroffen, lvonach ihm die Ausgabe für alle Strecken gütiger Fahrscheine zum Preise von 5 Pfennig gewährt ist. Taese 5 Pfennig-Scheine, für die das Unternehnten der Straßen- bahil den vollen Preis von 10 Pfennig zahlen muß, an jedem Billett also ß Pfennig zusetzt, stecken in einem Heftchen, das alle möglichen Annoncen enthält, die der glückliche Käufer als Trauf- gabe erhält, und wenn er dankbar ist, tiatürlich eifrig studieren wird. Tai die Herstellung dieser Heftchen mich noch etwa 1 Pfg. Kosten verursacht, so erscheint diese Art der Reklame ziemlich kostspielig. Uebrigens sind trotz großer Litfaßanschläge nirgends 5 Pfennig-Fahrscheine zu haben. Alle Welt fragt danach nnd nirgends kann man sie erhalten! Bei dem sparsamen Sinn unserer Hausfrauen, die seinerzeit die 5 Pfennigstrecken der Omnibuffe mit wahrem Enthusiasmus begrüßt haben, bin ich nicht im Zweifel, daß dieser billige Straßenbahnschein reißenden Absatz findet, sofern man nur endlich erfährt, wo dieses profitable Geschifft seine Schalter öffnet. Einen interessanten Abend verspricht n. a. für den Winter der Giordano Bruno-Bund, der einen Vortrag über Japanische Tenker nnd Dichter ankündigt, den in Berlin weilende Söhne des Chrysanthenmmlandes durch Rezitationen beleben sollen. Tie Teilnahme für die Geschicke Japans auf dem Kriegsschauplätze ist bet -den Berlinern nicht geringer geworden, so viel man auch von anderer Seite bemüht gewesen ist, Stimmung für Rußland zu machen. Tiefer Abend wird daher vielleicht eines leisen politischen Beigeschmacks' nicht entbehren. Amüsant ist übrigens' ein kleines' Geschichtchen, das Herrn Jwaya, ehemals Lektor des Japanischen am Orientalischen Seminar zu Berlin, seinerzeit mit etlichen Berliner Göhren passiert ist. Er plaudert von Berlin nicht gerade überenthnsiaflisch und ist vor allen Tingen sehr verstimmt darüber, daß man ihn an der Spree oft für einen Chinesen angesehen. Als Chinamann zu gelten, scheint das rote Tuch -der kleinen, behenden Kerle mit den klugen Schlitzaugen zu fein. „Onkel, hasten ferne japanischen Marken?" haben ihn eines Tages in einer abgelegenen Straße ein paar echte Berliner Jungens attakiert, und als er verneinte, ihn einfach nm „Feld" gebeten. Ter gute Japaner hat sich nun eingebildet, daß Jnng- Berlin dieses Geld sammelwütig zum Ankauf von Marken benutzen wollte und ist entsetzt gewesen, als sie ihm ans seine Nachfrage, was sie mit 'dem Gelde machen wollten, kaltblütig „Bonbons koofen!" erklärt haben. Für den erfreulichen Mangel an Verschlagenheit, der ans dieser unverfrorenen Berliner Antwort heransschaut, hat Herr Jwaya offenbar keine allzu hohe Schätzung gehabt. Sonst hätte 'er gelacht und sich nicht darübep geärgert. A. R. Kind und Kunst. Eine neue Familien-Zeitschrift.*) Wir haben bereits auf das Erscheinen dieser mit großer Spannung erwarteten Zeitschrift vorbereitet. Nunmehr liegt uns das erste Heft vor. Tie Ausstattung ist gediegen, vollendet, wie wir das' von den PublikationenI des Kochschen Verlages gewöhnt sind. Aeußerst glücklich gewählt ist das packende Titelbild des Hestumschlages von F. Nigg- Äagdcburg: ein Kind, die Umgebung vergessend, in ein Bauspiel versunken. Es grübelt nach über die Schiebung der kleinen Gebäude als gelte es eine moderne Stadt zu schaffen. Ter einleitende Bogen, programmatischen Inhalts, mit schöner Titeb- leiste von Bürck, bietet die auszugsweise gegebenen Zustimmungen erster Pädagogen, Schriftsteller und Künstler zu dem Arbeitsprogramm des Herausgebers fiir diese Zeitschrift. Tie innere, sehr charakteristisch gestaltete Titellciste von H. Bek-gran bringt die Tendenz von „Kind und Kunst" vielversprechend zum Ausdruck. An der Spitze der textlichen Beiträge steht Pros. Tr. Konrad Langes geistvoller Aufsatz „Kunst und Spiel in ihrer erzieherischen Bedeutung". Tann folgt ein beherzigenswerter Aufsatz von Seminar-Tirektor Dr. Pabst-Leipzig, der die Bedeutung des K'naben-Handfertigkeit-Unterrichtes in der Schule behandelt. Tr. M. Spanier-Münster i. W., der sich besonders um die Eiic- führung künstlerischen Anschauungsmaterials in den Sckmlen verdient gemacht hat, bietet An vortreffliches Referat über „Tie praktischen Ergebnisse der kunstpädagogischen Bewegung". Tie in Hessen wohlbekannte Tarmstädter Schriftstellerin Life Ram- speck, als Märchenerzählerin beliebt, ■gibt in ihrer schlichten Weise beherzigenswerte Winke an junge Mütter für die Hebung der Kunst, Märchen zu erzählen. Des weiteren finden wir nützliche Winke und knappe sachliche Mitteilungen, so über neue Wege des Z ei chen-U nterrichts, über Kinder-Schlafzimmer, das Schneiden von Silhouetten u. a. Hinweise zu vielen der prächtigen Illustrationen, sowie Bücher-Besprechungen, Kongreß-Berichte, Gedichte und eine besonders köstliche Spende in dem Märchen „von der Prinzessin, die nicht heiraten wollte", von Theodor Volbehr, mit Illustrationen von Paul Bürck. Ten: ebenso lehrreich tote unterhaltend gestalteten Text ist ein ebenbürtiges künstlerisches Illustrations-Material beigegeben. Hervorheben möchten wir das idyllische Blatt „Erster Sommer" von Heinrich Bogeler -Worpswede, das religiöse Bild „Maria" von Clara Walther -München, die Wiedergabe der Künstler- Steinzeichnung „Rübezahl" von Wilhelm Stumpf, das Modell W einem freistehenden Brunnen mit Kinderfiguren von G. A. Bredow. Ferner sind zn nennen reizvolle Einzel- und Gruppen- Anfnahmen von Kindern beim Spiel, dann Schlafzimmer für Kinder, eine Spielecke von -Otto H. Engel, Märchen-Silhonettest *) Monatsschrift für die Pflege der Kunst rm Leben des Kindes'. Herausgeber Hoftat Alexander Koch. Verlags-Anstalt Alexander Koch-Tarmstatst. Iahres-Abonnement 12 Mb, Luxus- Ausgabe 20 Mk„ einzeme Hefte 1,25 Mk. 628 von Jos. Goller, Spielzeuge der „Dresdener Werkstätten für HmrdwerMuust**, Schülerzeichnungen, Kreuzstich-Mustervorlagen für Kinder von F. Nigg und einen Teil des redenden Bilder- A-B-C von H. Bek-gran, von dem auch der sonstige Leisten- und Vignetten-Schmuck des Heftes stammt. Besonders hervor- gehoben zu werden verdienen die prächtigen Beilagen, fo „Sonn- tags-Kind** von Prof. Franz Hein-Karlsruhe, (dem Zeichner des künstlerischen Wmidkalenders des „Gieß. Anz." für 1905, den unsere Abonnenten, wie alljährlich, zum diesjährigen Weihnachtsfeste erhalten werden), „Aschenputtel" von Adolf Münzer- München und „Der Rattenfänger Von Hameln** von Jos. Goller- Dresden, die den ohnehin reichen Inhalt des Heftes gediegen abrunden. — Eine Reihe „Wettbewerbe" mit recht zeitgemäßen und interessanten Aufgaben soll allen Freunden dieser Bestrebungen, Müttern und Kindern Gelegenheit zu direkter Mitarbeit bieten. Mes in allem ein Inhalt von geradezu überraschender Vielseitigkeit und tiefem Gehalt, in der Tat eine Erfüllung des gestellten Programmes, dessen weiterer Durchführung in diesem Sinne man nicht nur mit lebhaftestem Interesse sondern auch mit vollstem Vertrauen entgegensehen kann. Das vorliegende Heft zeigt uns neue Wege für eine harmonische Erziehung unserer Kinder, um sie zu glücklichen, lebensfreudigen Menschen iverden zu lassen. Tie mittleren Altersklassen der jetzigen Generationen glauben fest an ein solches Aufwärts, ihm strömen Gläubige zu aus allen Lagern, aus allen Religionen, aus allen Volkern. Tas was dadurch geweckt wird, ist neues, frisches Leben; es umspannt den ganzen Erdball. Und inmitten der Kreisung ist ein Altar errichtet, und auf ihm steht das Reinste, das Göttlichste aller Zeiten — das Kind. Ihm gilt das, was da vor sich geht. Ja, »vir kommen nicht davon ab, wir können nicht mehr anders handeln, wenn der gesuchte und zum Teil bereits vorgesteckte Weg begangen tverden soll, um das Ziel zu erreichen, an deni unser Ideal menschlicher Vollkommenheit und Größe und zugleich menschlichen Glückes seine Stätte haben soll. Alle können wir diesen Weg nicht mehr beschreiten, denn er muß von Anfang an begangen werden. Aber das was uns als Heiligstes und Größtes geworden ist, oder noch werden wird: unsere Kinder, die können es, denn ihr Leben liegt jetzt am Anfang des Weges. Und überall bereiten Hände diesen Weg, leiten Hände diese ersten Schritte und liebende Herren und klarblickende Augen die Reinen Seelen. Und der Weg ist geschmückt und an seinen Grenzen wacht die Schönheit in ihrer ganzen Reine. Tie Kunst hat in ixtS Leben des Kindes eingegrifsen! pernrrschtes. * Dam en hüte im Theater. Ein lustiges Kapitel widmet Ernst Blum in seinem „Journal d'un Bandewilliste** der viel erörterten Hntfrage. Eines Abends saß, so erzählt er u. a., Gil Perez, der amüsante Komiker i>eS' Palais-Royal, in den Varistss hinter einem Hut mit mehreren Etagen, die ihm nicht nur die Bühne, sondern auch noch die Hälfte des Kronleuchters versperrten. (Äl Perez wurde wütend und setzte, um zu protestieren, gleichfalls den Hut ans. Tie hinter ihm sitzenden Zuschauer schimpften natürlich „Hut! Hut!" schrie man. — „Recht haben Sie", sagte Gll Perez, indem er aus den turmhohen Hut der Dame zeigte, und schrie gleichfalls: „Hut! Hut!" ■— „Nein! Ihr Hut! nicht der!" — „Meiner ist ja kaum halb fo groß, wie der Kopfdeckel der Tarne!** — „Macht nichts, sie darf. Sie nicht! Hut! Hut!" — „Schön!" Gil Perez nahm nun zwar den Hut ab, aber er hatte seine Idee. In der Pause ging er zu einer Kollegin, die er in einer Loge bemerkt hatte. „Borgen Sie mir doch für einen Augenblick Ihren Hut", sagte er zu ihr, „es handelt sich um eine soziale Temvnstration!" Die Kollegin, die hübsches und reich quellendes Haar hatte, borgte dem Komiker gern ihren Hut. Als der Vorhang wieder in die Höhe ging, erschien Gil Perez mit dem Damen Hut auf dem Kopfe im Parkett. Ungeheures Gelächter, aber Gll Perez verzog keine Miene und schritt mit dem köstlichen Ernst, den er annehmen konnte, ruhig seinem Platze zu. Der Hut war enorm; er konnte sogar siegreich den Höhenkampf mit dem Hute der vor dem Komiker plazierten Dame aufnehmen und versperrte nun seinerseits allen dahinter sitzenden Zuschauern so sehr die Aussicht, daß sie wie in einer Bastille saßen. Mer keiner! protestierte; Gil Perez drehte sich um und sagte: „Tas darf ich also? Schön, ich werde von jetzt an nur noch mit solchem Hut ins Theater kommen; wenn ich gar nichts auf dem Kopfe habe, erkälte ich mich." Unglücklicherweise befand sich aber auch der diensttuende Polizeileutnant unter den göschMgten Zuschauern; er ließ Gil Perez, der, wie alle Komiker, den größten Respekt vor der Polizei hatte, hinausrufen und sagte zu ihm: „Herr Gil Perez, ich muß Sie zur Anzeige bringen, well Sie sich, obwohl jetzt nicht Karneval ist, verkleidet haben". — „Ich wollte ja nur eine bildliche Kundgebung veranstalten und gegen eine schreiende Ungerechtigkeit protestieren!" — „Tut nichts! ich muß die Zuwiderhandlung feststellen!" —i „Auch wenn ich ein Glas Mer zum Besten gebe, Gustav?" sagte Gll Perez zu dem Leutnant der! sein Freurch war. == „Ttrnir ist es etwas anderes^ ich nehme an, und will nichts' gesehen haben! Nur mach* nicht wieder solche Geschichten !" Schon damals war die Behörde streng, aber bestechlich; seftdem. . . aber vermengen wir nicht die Politik nrtt fo ernsten Erörterungen! * In der Diebsschule. In London gibt es, tote schon Charles Tickens erzählte, richtige Ttebsfchulen, in denen erfahrene Diebe und Einbrecher Kinder mit der größten Sorgfalt für ihre „Arbeit** dressieren; in diesen werden die geschicktesten Methoden angewendet, um die gelehrigen Schüler in die Kunst des Einbruchdiebstahls einzuweihen. Da es sehr wichtig ist, daß die Einbrüche geräuschlos gemacht werden, so bringt man den Burschen jetzt bei, roie sie in Häusern mit dem Gesicht nach unten das Geländer hinabzugleiten haben. Zur Uebung werden, wie ein Londoner Blatt erzählt, besondere, spiralförmige Geländer gebaut; wenn die Ausbildung des Schülers vollendet muß er verschiedene solcher Geländer „wie ein geölter Blitz" hinab- gleiten können. Sehr beliebt bei der „Einbrecherzunst" ist auch der Trick, sich von verschiedenen Häuseragenten den Auftrag zu verschaffen, Häuser zu besichtigen. So werden viele Einbrüö^ ausgesührt. Als Landedelmann gekleidet, besucht der „Meister** viele Häuseragenten und wird von ihnen angewiesen, bestimmte Häuser zu besichtigen. Am liebsten sucht er Häuserreihen auf, bei denen er, wenn er den Plan des Innern eines Hauses hat/ einen „Schlüssel** zu der ganzen Reihe besitzt. Er besichtigt also daS Haus, bekommt einen Plan des Innern und geht. Nach einigen Tagen betreten seine Schüler das ausgewählte Haus; der Weg geht über die Tücher. Jnztoischen bewacht der „Landedelmann**, der wie die verWrperte Achtbarkeit aussieht, das Haus von außen; trenn die „Luft rein** ist, gibt er durch Anstecken von Zündhölzern das Zeichen. Ein Zündholz bedeutet, daß sie sicher mit der Beute herauskommen können, zwei Zündhölzer bedeuten Gefahr. Ein Beamter von Scotland Tard machte auf diese Weise kürzlich einen guten Fang. Er bemerlle, wsie ein Mann! mit der Pfeife im Munde eine Straße im Westen Londons auf- und abging und ständig Streichhölzer anzündete. Ta aber kein Rauch aus der Pfeife kam, wurde er aufmerksam und verbarg sich, um die weitere Entwicklung abznwarten. Bald wurde wieder ein Streichholz angesteckt, und im Nu kam ein zwölfjähriger Knabe aus dem Hause, der einen Sack Holz auf dem Rücken trug. Der Detektiv hielt den Burschen an und fand unter dem Holz Juwelen im Werte von über 80 000 Mark. Der „Landedelmann" wollte flüchten, und der Knabe behauptete, ihn nie gesehen zu haben; nachher entdeckte man aber, daß er ein entlassener Sträfling war. In der Regel sind alte Zuchthäusler die Begründer solcher Tiebesfchulen. Ta sie wissen, daß sie der Polizei gut bekannt sind .und nur wenig Aussicht haben, mit Erfolg ihre Laufbahn fortzusetzen, müssen sie sich Vertreter suchen. Es hält nicht schwer, Knaben mit bösen Anlagen zu finden; ihre Unterweisung dauert wochenlang, und der Anfang wird gewöhnlich mit der Kunst des Tafchendiebstahls gemacht. Werre Wücher. Dickmann, Tr. Jos., Gicht und Rheumatismus. Entstehung, Verhütung und Heilung, gemeinverständlich dargestellt. (48 S.) Berlin SW. 11, Teutscher Verlag. 75 Pfg. Goetz, Adolf, Sträfling 788. Ein Kapitel Berufsleiden/ 9. Ausl. (200 S.) ' Berlin SW. 11, Magazin-Verlag. Regener, Tr. Edgar Alfrch, Wilhelm v. Scholz. 2. Ausl. (60 S.) Ebda. Schott, Sigmund, Kapitalanlage. Anleitung zu zweckmäßiger und vorteilhafter Bermögensberwaltung für alle Stände. 2. durchg. und ergänzte Aufl. 4.-7. Tausend. (100 S.) Freiburg i. B., Paul Wätzel. 1 Mk. 8eips Taschenaüas in 36 Haupt- und 70 Nebenkarten. , und 36 Karten.) Stuttgart, Tatsche Verlagsanstalt. geb« Magisches Quadrat. (Nachdruck verboten.) 1. Weideplatz. 2. biblischer Name. 8. Teil des Jahres. In die Felder vorstehenden Quadrats sind die Buchstaben AAA, E, I, LL, UM derart einzutragen, daß rvagerecht und send» recht gleichlautend drei Wörter von der beigesügten Bedeutung entstehen. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zifferblatträtsels in vor. Nr.r i n ni iv v vi vn vm ix x xi xn TALEBINASENA Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R.Lcurge, Gießen.