Montag den 19. Aezemöer 1904. w -g , ■ Aas TeliamenL des Bankiers. Kriminalroman von A. M. Barbour. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Ueb err aschungen. Am nächsten Morgen waren die Herren in Schöneiche schon ungewöhnlich früh auf und hielten gleich nach dem Frühstück eine kurze Beratung. Es wurde beschlossen, für Pie Ergreifung des Mörders eine hohe Belohnung auszusetzen und ebenso eine geringere sür jede Mitteilung, die zur Entdeckung und Habhastwerdung des Täters führen würde. Nach beendeter Besprechung befahl Ralph die Equipage, um mit Herrn Whitney und dem Sekretär nach dem Bahnhof zu fahren. „Wenn Sie erlauben, fahre ich mit", sagte Herr Merrick. „Gewiß, Sie haben noch Platz. Wollen Sie in die Stadt?" „Ja, aber nicht in Gesellschaft der Herren. Auf dem Bahnhof trenne ich mich von Ihnen." „Wie steht es denn eigentlich mit Ihren Nachforschungen — haben Sie Fortschritte gemachte fragte Herr Thornton. „Vielleicht, vielleicht auch nicht- Unter den gegebenen Umständen läßt sich das schwer beurteilen." „Ich fürchte", bemerkte Ralph kopfschüttelnd, „die. Sache wird sich noch sehr verwickeln und lange, hinziehen." ? „Na, nur immer kaltes Blut", scherzte Vetter Thornton; „ich kenne drüben bei uns ein paar verdammt gewitzte, feine Jungens von der Kriminalpolizei. Wenn Sie, Herr Merrick, etwa Hilfe wünschen, will ich nach einem kabeln." „Tanke verbindlichst", erwiderte der Detektiv mit ruhiger Würde. „Ich glaube nicht, daß mir ein Beistand nötig sein wird; sollte der Fall aber eintreten, dann finde ich auch hier Unterstützung und brauche mich nicht erst nach England zu wenden." „Na, na! Es kommt doch am Ende viel darauf an, wissen Sie, wes Landes Kind der Mörder ist. Sollte der Schurke zufällig englisches Blut in den Adern haben, so werden Sie mit einer Spürnase von drüben gewiß mehr ausrichten ,a ls mit einem Ihrer hiesigen Kollegen." „Vermutlich nach dem Grundsatz", entgegnete Merrick lächelnd: „Fange einen Spitzbuben durch einen andern Spitzbuben." Tie Fortsetzung des Gesprächs wurde durch den Eintritt des Kammerdieners Hardy unterbrochen, der aufgeregt meldete: „Ter Kutscher ist nirgends zu finden, wir haben überall vergeblich naed), ihm gesucht — er muß fort sein!" „Was denn — fort? Wohin denn?" fragte Herr Whitney betroffen. „Ja, das weiß niemand. Der Stalljunge sagt, Browlt hätte sich den ganzen Morgen noch nicht blicken lassen." , „Na, das ist aber doch sonderbar!" stieß Ralph hervor^ „Bringen Sie den Jungen her!" „Und dieses Verschwinden ist um so auffälliger"? stimmte Herr Whitney bei, „wenn man damit die Unverschämtheit des Kerls bet dem Verhör sowie seine offenbare Verwirrung und falsche Aussage zusammenhält." Während hierüber noch gesprochen wurde, kehrte Hardy mit dem Stalljungen zurück, einem Burschen von etwa vierzehn Jahren mit struppigem Haar und einem schlauen, weit über seine Jahre alten Gesicht. „Nun also, was iveißt Tu von dem Kutscher?" frug ihn Herr Mainwaring. „Er hat sich in letzter Zeit herumgetrieben." „Tu meinst, daß er liederlich war?" „Wird vermutlich stimmen." „Wann sahst Tu ihn zuletzt?" „Gestern abend, und dla war er grimmig und sprach nicht viel. Heute früh, als ich kam, war er nicht da; ist überhaupt, schätz' ich, die ganze Nacht nicht dagewesen." „Weshalb denkst Du, daß er liederlich geworden ifi:?"- „Nu, ich hab' nur gehört, daß er sich mit ’rter schlimmen Bande eingelassen hat, und hab' auch häßliche Kerle um die Stallung herumlungern sehen. Auch am Mittwoch abend, wo der Herr umgebracht wurde, waren wieder welche da, die ihn erwarteten." „Mittwoch abend?" rief Herr Whitney. „Um welche. Zeit war das? Kennst Tu den einen oder den andern?" „Gekannt hab' ich keinen, aber so um achte 'rum haben! sie gelauert, daß er mitkommen sollte. Letzhin hat er! auch viel Geld gehabt." „Woher weißt Du das?" „Ich hab's gesehn. Tas kam so: vorgesteru abend geh' ich, um ihm zu sagen, daß ich im Stall fertig wär', unt wie ich da in die Nähe seiner Tür komm', hör' ich mit Geld klimpern. Ich schleiche mich sachte 'ran, horche noch 'ne Weile und mach' dann die Tür schnell auf. Ta sitzt er am Tisch und zählt Goldstücke. Er warf gleich die Arme drüber und schnauzte mich an, ich sollt' mich 'nausscheren; er würd' mich durchivalken, wenn ich noch mal so 'reinplatzte." „Hast Tu ihn an dem Abend noch einmal gesehen?" „Ja. Weil er mir so wunderlich vorkam, versteckte ich mich in der Nähe, um aufzupassen. Als auf dein Hofe alles still war, kam er aus dem Hause und gingchem Wäldchen zu. Ich heimlich hinter ihm her. Am L>ee blieb er stehn und schaute sich um. Dann zog er schnell — ich weiß nicht was — unter denk Rock 'vor und — schwupp — warf er's ins Wasser und rannte schnell nach der Stadt zu." „Fiel der Gegenstand leicht oder schwer aufs Wasser?" „Nu, leicht war er nich, es gab 'nen Schlag, daß das. Wasser aufspritzte." „Hast Tu noch mehr gesehen oder gehört?" 754 — >,Nein." „Halt, noch eine Frage" tief Herr Merrick, als der Jtonge sich der Tür zuwandte. „Wie sahen denn die Leute aus, die aiu Mittwoch abend auf Brown warteten?" „Es waren drei. Einer war ein großer Mensch mit Schielaugen; einen hielt ich für 'nen Ausländer, weil er so dunkel aussah, «und einer hatte Haare gelb wie Stroh." „Wie lange trieben sie sich in der Nähe der Stallung umher?" „9ht, 'ne halbe Stunde kann's schon gewesen sein. Als es neune schlug, waren bereits alle fort." „Hast Du gehört, wovon sie sprachen?" „Viel nicht, bloß daß sie vom Herrn red'ten." „Von dem verstorbenen Herrn Mainwaring?" „Ja. Der Kutscher war nämlich noch fuchswild, weil der Herr ihn am Nachmittag ausgeschimpft hatte, und als die drei Kerle sich dann, nachdem er mit ihnen gesprochen hatte, fortmachten, hörte ich den einen so was sagen wie: Teufel, das kann 'n gutes Geschäft für uns geben." „Wie ist das, Hardy?" fragte Herr Whitney. „Wissen Sie rttoaS von einem Aergernis zwischen Herrn Mainwaring „Jawohl. Der Junge hat ganz recht. Mir war der Vorfall nur entschwunden, sonst hätte ich ihn im Verhör erwähnt. Jetzt erinnere iä). mich aber genau. Bei der Rückkehr von der Ausfahrt am Mittwoch schalt der Herr den Kutscher und dieser gab so unverschämte Antworten, daß der Herr ihm mit Entlassung drohte. Mehr weiß ich von der Sache nicht." Hiermit endete die Vernehmung, und Hardy und der Stalljunge wurden weggeschickt. „Meiner Seel'!" rief Thornton, „die Sache ist wichtig Und müßte gleich weiter verfolgt werden!" „Ja, es ist ein wahres .Verhängnis, daß gerade der Junge bei dem Verhör fehlen mußte", siel Herr Whitney ärgerlich ein. „Schade, schade — wie hätte man Brown mit ihm in die Enge treiben können. Wer weiß, was da herausgekommen wäre!" Es wurde noch darüber gesprochen, als Hardy wieder erschien und die Ankunft des inzwischen telephonisch bestellten Wagens des Hotels Arlington meldete. „Nun denn, so wollen !vir fahren", sagte Ralph. „Wir können unterwegs die Sache weiter besprechen." „Ich habe mich jetzt anders entschlossen", bemerkte Herr .Merrick. „Ich werde hier bleiben." „Also Plötzlich auf em neue Spur gekommen — he?" fragte Ralph mit einem gespannten Blick, während er sich eine Zigarre ansteckte. Ter Detektiv schüttelte lächelnd den Kopf. „Durchaus nicht, nein, ich will nur einer alten Spur noch einmal nachgehen." Während der Fahrt bildete das Verschwinden des Kutschers im Zusammenhang mit der Aussage des Zeugen das ausschließliche Gespräch der Herren. Skött beteiligte sich nur wenig daran, hörte aber um so aufmerksamer zu. Nach Beendigung der Geschäfte im Bankhause Mainwaring & Co. begab sich Skott zu Herrn Sutherland, mit dem er eine längere Unterredung hatte, die sie beide sehr zuversichtlich stimmte. Ehe sie sich trennten, erzählte noch Skott von seiner,Begegnung mit Hobson und dessen dringender Einladung, ihn in seinem Bureau aufzusuchen. Herr Sutherland lachte. „Ziemlich das, was ich erwartete", sagte er. „Einzelne Bemerkungen des Kerls bei dem Verhör ließen es mich gleich vermuten, daß er von irgend jemandem — wahrscheinlich von Frau La Grange — über Sie unterrichtet worden war. Nun hat er Augst, daß Sie sein Geheimnis können." „Ja, td), habe mich auch schon gefragt, ob es das ist oder ob es möglich ist, daß er mein Geheimnis kennt." .,-Ganz gewiß nicht", entgegnete der Anwalt nach kurzem Nachdenken. „Wenn er auch nur eine Ahnung von Ihrem Geheimnis und dem Trumpf hätte, den Sie gegen ihn ausspielen können, würde er sich schwer hüten. Ihnen unter die Äugen zu kommen, geschweige denn. Sie auch noch zu einem Besuch aufzusordern. Nein, den Schurken haben Sie völlig (i|n Händen!" „Ich tvill es hoffen, es fragt sich aber, ob dieser aalglatte Schuft schch halten läßt. Na, jedenfalls kann es Vicht schaden, wenn ich ihn einmal besuche." „Gewiß, ganz meine Ansicht, nur müssen Sie gehörig auf der Hut sein, daß der schlaue Fuchs Sie nicht überlistet, denn natürlich will auch er Sie nur anshorchen." ,£>, mich fängt er nicht", lachte Skott. „Ich denke, ich bin ihm gewachsen und werde schon vorsichtig sein." Sich erhebend, reichte er dem Anwalt zum Abschied die Hand. '„Nun, dann gut Glück!" ries dieser heiter. „Lassen Sie mich bald hören, wie die Sache verlief." Etwa um zwei Uhr nachmittags betrat Skott ein altes/ verfallen aussehendes Häuserviertel Und bald auch das auf Hobsons Karte bezeichnete Haus. Eine schmale, schlechte Treppe führte auf einen langen, dunklen, von Schmutz starrenden Flur, der an einer Tür mit dem Schilde: „R. Hobson, Anwalt" endete. Skott trat ein und sah einen als Diener funktionierenden jungen Schwarzen von etwa siebzehn Jahren, der — mit einer Zigarette im Munde, die Füße auf dem Tisch — ein altes Buch las. Er sprang auf und starrte den Eingetretenen so unverschämt und sichtlich Verwundert an, daß auch Skott das ihn anglotzende ausKsprochene Galgengesicht erst einen Augenblick betrachtete, ehe er nach Herr?» Hobson fragte. „Er ist drin", antwortete der Schwarze, „hat aber noch mit einem Klienten tzu tun, ich will jedoch Ihre Karte hineintragen." Skott gab ihm diese, und der Junge verschwand int Nebenzimmer. Gleich darauf kehrte er mit der in unterwürfigstem Benehmen erstatteten Meldung zurück, daß Herr Hobson in wenigen Minuten zu Diensten stehen würde. Skott unterhielt sich einstweilen damit, sich in dem kleinen, schlecht möblierten Vorzimmer umzusehen, während der Neger ihn Mit großer Neugier betrachtete, da ihm dieser Klient — wenn es überhaupt ein solcher war — doch gewaltig verschieden von der Sorte vorkam, die sonst hier verkehrte. Jung und unwissend, aber schlau, hatte er doch gelernt, in den Gesichtern. zu lesen, und der Ausdruck von Hobsons Augen beim Blick auf die Karte hatte ihm gesagt, daß diesmal die Dinge umgekehrt lägen und fein' Herr — ganz iw Gegensatz zu siinem Verhalten den gewöhnlichen Besuchern gegenüber ।— vor diesem Besucher eine gewisse Furcht verspüre. Nach einigen Minuten öffnete sich geräuschlos die Tür des Nebenzimmers, und Hobson erschien in einem roten Schlafrock und lud Skött schweigend, aber mit verbindlichem Grinsen ein, näher zu treten. Das Zimmer war etwas größer als das erste, aber ebenfalls sehr spärlich und armselig möbliert; mit Ausnahme eines kleinen Büchergestells/ das einige abgegriffene Bände enthielt, war kein sichtbares Zeichen vorhanden, das auf das Bureau eines Anwalts hingedeutet hätte. - Hobson begann erst zu sprechen, nachdem er sorgfältig die Tür verschlossen hatte, dann sagte er leise: „Ta unsere Unterhaltung wahrscheinlich sehr vertraulicher Natur sein wird, dürfte Ihnen vielleicht ein abge- legenerer Raum als dieser erwünscht sein — bitte hier einzutreten." Er öffnete die Tür eines Seitenzimmers, das vost so dickem Tabaksqualm erfüllt war, daß Skott zunächst nicht das geringste deutlich zu erkennen vermochte. „Meine Höhle!" sagte Hobson lächelnd und mit einladender Handbewegung. „Zwar kein Prunkraum, aber für unseren Zweck geeignet." Skott schritt vorwärts, Er hatte — wie er später erzählte — das Gefühl, als wenn Mephistopheles ihn in fein Reich einführte. Tas erste, was seinem Blick entgegentrat, waren ein paar weiße Totenschädel, die ihn durch die rauchige Atmosphäre angrinsten. Das Zimmer war nicht größer als eine kleine Kammer, besaß nur eist Fenster, dem die kahle Giebelwand eines Hofgebäudes gegenüberstand, und zeigte außer einem mächtig großen Schreibtisch mit hohem Aufsatz keine anderen Möbel als zwei Stühle. Hobson stellte einen davon (für seinen Besucher an das Fenster, trat dann hastig vor feinen Schreibtisch und verdeckte dort etwas mit Papieren. Als er sich Skott wieder zuwandte, bemerkte er, tote dessen Blick neugierig auf den auf dem Schreibtischaufsatz stehenden Schädeln ruhte. „Sie wundern sich wohl über den etwas seltsamen Zimmerschmuck", sagte er, „aber ich interessiere mich sehr für Phrenologie und widme ihrem Studium einen großen Teil meiner Mußestunden. Ich finde darin nicht nur eine ansprechende Unterhaltung, sondern auch eine große Hilfe — 755 — zur schnellen Beurteilung der Menschen). mit denen mich mein Geschäft zusammen führt- Die kleine Liebhaberei setzt mich sozusagen in den Stand, mich meinen Klienten von Vornherein anznpassen." (Fortsetzung folgt.) Kinderspiele. Mn französischer Kindererzreher, F. Quehrat, hat zum Gebrauch für die Bildner der Jugend und für Eltern, die sich über Kindererziehung unetrrichten lassen wollen, die Arbeiten der berühmtesten Pädagogen kurz zusammengefaßt, und sein Buch kommt zu dem Endurteil, daß die Spiele der Kinder notwendig sind, aber daß man unter ihnen wählen muß. Ein Kind soll spielen. Tas Kind, das ein Spielzeug nicht anlieht und keine Lust zeigt, es anzu- fafsen, ist krank! ifyin tut ärztliche Behandlung not. Durch das Spiel beteiligt sich das Kind -an dem Treiben der Welt, durch das Spiel gibt es feine Gefühle kund. Seine Spiele sind seine ersten Zeichen von Liebe und von Interesse. Tie Spiele haben also einen großen Einfluß auf die Kindheit; man muß sie daher auch mit großer Aufmerksamkeit behandeln und recht vorsichtig auswählen. Tie Bewegungsspiele sind, wie alle Erzieher behaupten, die wirksamsten; sie kräftigen alle Glieder des Körpers und entsprechen einem tiefen Bedürfnis nach physischer Betätigung. Das Laufen, das Springen, das Versteckenspiel sind natürliche Spiele, die die kindliche Phantasie mit der Poesie der Gefahr verbrämen kann, was ihnen nur noch größere Anziehungskraft verleiht. „Eine der ersten Vergnügungen, die ich empfand", erzählt Chateaubriand, „war, gegen die ©türme zu kämpfen und mit den Wellen zu spielen, die, wenn ich näher kam, sich schnell zurückzogen oder mir nachliefen bis zum Strande". Die Bewegungsspiele verschaffen dem Kinde eine wirkliche Freude und sind nützlicher, als das Turnen, das, so wie man es gewöhnlich in den Schulen betreibt, in einer Reihe ebenso ermüdender, wie langweiliger Bewegungen besteht. Tas Fußballspiel sollte, obwohl es sehr verbreitet ist, nicht empfohlen werden, weil es die jungen Menschenkinder an rohe Gesten und an brutale Bewegungen gewöhnt, die später in der Gesellschaft ein ungeniertes und grobes Benehmen zur Folge haben. Allzu brutale Uebungen sollten rücksichtslos unterdrückt werden; sie stiften durch die großen Anstrengungen, die sie erfordern, mehr böses als gutes. Tie Mädchen sollten, nach Tr. .Maurice de Fleury, zu den Tänzen unter freiem Himmel zurückkehren, zu den „Pas", die zugleich gesungen und getanzt wurden und einst dazu beitrugen, „die Mädchen von Hellas, die jungen Griechinnen, die nicht an Neurasthenie litten, schön zu machen und ihnen ein eit edlen, vornehmen Gang zu verleihen." Wenn die Bewegungsspiele die körperliche Kraft des Kindes zur Entwicklung bringen, so dienen wieder andere zur Erziehung der Sinne und sind besonders von diesem Gesichtspunkte aus von Interesse. Tie Ballspiele geben dem Kinde Geschicklichkeit und seinen Händen eine wirkliche Gewandtheit, indem sie es gewöhnen, die Entfernungen zu schätzen. Eine besondere Vorliebe haben die Kinder für das Blindekuhspiel; das läßt sich, nach Kant, damit erklären, daß das Kind, ohne sich dessen bewußt zu sein, den Wunsch hat, in Erfahrung zu bringen, wie es sich wohl helfen und zurechtfinden könnte, wenn es der Sehkraft beraubt wäre. Andere Spiele fördern seine Intelligenz, und jedes von ihnen bildet sozusagen eine Erfahrung. Es bereitet den Kindern ein großes Vergnügen, Gegenstände vom Boden aufzuhebFN, Schlüssel in die Schlösser zu stecken, alles, was sie berühren, zu wiegen und zu schützen, denn ihre Wißbegier ist unersättlich, sie wollen bei allen Dingen das Wie? und Warum? wissen. Das Kind ist ein scharfer Beobachter, und die Eltern sollen seine unermüdliche Neugrer nicht zu ersticken suchen. Es ahmt alles nach, was es sieht: ote Bewegungen des säenden und dreschenden Bauern, das Geräusch eines dahinrollenden Eisenbahnzuges; von dieser Nachahmungssucht ausgehend, kann man durch Belehrungen und Vergleiche das Kind in jeder Minute und für die Dauer unterrichten. Man kann sagen, daß die Spiele der Kinder unaufhörliche Entdeckungen sind; sie entwickeln nicht nur ihr Gefühl, sondern auch ihren sozialen Instinkt, und ein deutscher Philosoph konnte mit Recht sagen, daß dieses erste Ge- sellschafts- und Geselligkeitsband mit Blumenketten geflochten ist. Bei, den Mädchen erweckt das Spiel mit der Puppe die erhabensten Gefühle. Man sindet es in allen Ländern und hei allen Völkern, und wenn die Puppe fast überall das Kind des Kindes ist, so bildet sie bei den wilden Völkerschaften eine Art Fetich, dem man göttliche Verehrung entgegenbringt. Merkwürdig ist es, daß das kleine Mädchen sich eine Puppe aus irgend einem Gegenstand herstellt, und wenn er stoch so unförmlich und ungestalt ist; ein Stein,, eilt Spielball, eine Eßgabel genügen ihm als „Rohstoff" jüt ..^le Das beweist nur, daß das kleine Mädchen das Bedürfnis hat, zu lieben „Wie die Vögel sich aus allem ein Nest , machen", sagte Victor Hugo „so machen sich die Kinder Mrs irgend etwas eine Puppe." Man macht sich kaum eine Vorstellung davon, wie tief die Liebe eines kleinen Mädchens für seine Puppe gehen kann. Frau Necker de Saussure erzählt, daß em Mädchen, dem ein Bein abgenommen werden mußte, die schreckliche Operation ertrug, ohne einen einzigen Klagelaut auszustoßen, Während der ganzen Operation hielt es seine Puppe in den Armen, und als der Chirurg, nachdem die Amputation geschehen war, scherzend bemerkte: „Jetzt will ich auch Deiner Puppe das Bein abnehmen" begann das Kind, das die eigenen Schmerzen wie eine Heldin ertragen hatte, bei dem bloßen Gedanken ast die bevorstehenden Leiden der Puppe bitterlich zu weinen. Das Spielzeug der Kinder soll so einfach als möglich sein; deshalb sollte man darauf sehen, daß die Kinder sich ihr Spielzeug selbst fabrizieren. Eine Revue veranstaltete jüngst unter ihren jungen Lesern einen Spielzeug-Wettbewerb; zugelassen waren nur aus Kork angefertigte Spielsachen, und es befanden sich unter den Sendungen sehr originelle Sachen. Tas Spielzeug ist also bei der Erziehung der Kinder von unbestreitbarem Nutzen, und man hat konstatiert, daß die geistige Inferiorität der Torfkinder zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß sie nicht so lehrreiches Spielzeug haben, wie die Stadtkinder. Wie Fürst Esterhazy Havana-Zigarren „rauchte". „Alfreditos" war der Name der Havana-Zigarre, die für . den jüngst in Wien verstorbenen als „Lebenskünstler" tätig gewesenen Millionär Baron Alfred Springer eigens auf Kuba hergestellt wurde. Ein Mitarbeiter des „Wiener Fremdenblatts" schildert. den Riesenumfang dieser Spezialmarke und knüpft daran die Erzählung folgender anekdotischen Begebenheit: „Wenn man die Zollschwierigkeiten bedenkt, die der Havanaliebhaber in Oesterreich, dem Lande des Tabakmonopols, bei direktem Bezug seines Rauchmaterials aus Kuba durchzumachen und einzuhalten hat, so wird man begreifen, daß selbst der erlesenste Havanagenuß nicht immer ein Vergnügen ist. Trakon persönlich scheint die strengen Gesetze geschaffen zu haben, die für den Havanaverschleißer wie für den Privatkonsumenten in Oesterreich gelten. Ter Verschleißer wird, um von anderen ihm angedrohten Maßregelungen nicht zu sprechen, gleich im ersten Fall der Befugnis' zum Verschleiße dieser Zigarren für verlustig erstärt, wenn er sich der Außerachtlassung auch nur einer der vielen Punktierungen schuldig macht. Sowohl der Havanaverschleißer wie die Privatperson, die sich Havanas zulegt, müssen auf finanzbehördliche Hausvisiten gefaßt sein, die der Revision des jeweiligen Ranchvorrats gelten. Tie Privatperson, nachdem sie die umständliche Zollauslösung absolviert und das kräftige Zollgeld geleistet, muß einen rubrikenreichen Revers unterzeichnen, in dem sie sich durch Unterschrift und Siegel verpflichtet, die importierten Zigarren beileibe nicht zu verschenken oder zu verkaufen und bis zu einem bestimmten Zeitpunkte persönlich äufzurauchen. Eine wunderbare Geschichte ist da dem im Jahre 1894 verstorbenen Fürsten Nikolaus Esterhazy in seinem Palais in der Wallnerstraße passiert. Der Importeur, den sein Beruf unter die allerobersten Zehnhundert führt, legte dem Fürsten ■ eine neue Havana-Marke vor, die diesem so zusagte, daß er sofort den ganzen beim Hamburger Makler des kubanischen Hauses vorhandenen Vorrat von 15 000 Stück telegraphisch bestellen ließ. Tie Havanas hatten die Gefahren der gefällsamtlichen Scilla und Charybdis glücklich überstanden und waren dem Fürsten ordnungsgemäß zu- gestellt worden. Nach einigen Wochen erschien eine finanzbehördliche Kommission im Palais und bat, dem Fürsten gemeldet zu werden. Fürst Nikolaus empfing die Beamten mit ausgesuchter Artigkeit und fragte nach ihrem Begehren. Mit einigem Zagen berichteten die Herren, daß sie beauftragt seien, den Hatmnavorrat des Fürsten nach der letzten großen Bestellung der vorgeschriebenen Durchsicht zu unterziehen. Ter Fürst lehnte jede Entschuldigung verbindlich ab. Tie Herren täten nur ihre Pflicht und er sei der letzte, sie daran zu stören. Er klingelte nach dem Kammerdiener, und befahl ihm, die Kommission ins Zigarrenzimmer zu führen. Tie Herren suchten und zählten und notierten und sahen nach eingehendem Lokalaugenschein erschrecklich viele Zigarren, die nicht da waren. Sie nahmen ein Protokoll auf und baten den Kammerdiener, sie wieder dem Fürsten zu melden. Zögernd referierte nun Her Sprecher über den höchst auffälligen Befund: „Durchlaucht mögen verzeihen, aber es sei doch nicht gut möglich, daß Durchlaucht in den paar Wochen 10 000 Havanas höchst persönlich äufgeraucht hätten. Durchlaucht hätten sich vielleicht über die bestehenden Vorschriften, die das Weitergeben der Zigarren selbst an Freunde verbieten, hinweggesetzt. Durchlaucht wollen doch die Gewogenheit haben, sich gefälligst zu äußern, den Beamten bleibe ja nichts übrig, als zu rapportieren." Fürst Nikolaus zum Kammerdiener: „Gib so ein Kistchen her!" Ter Fürst entnahnt ihm ein Bündel von fünfzig Stück der feinsten Havanas, trat auf den Kamin zu, in dem das Feuer flackerte les war mitten im Winter) und warf das wertvolle Kraut mit souveräner Ruhe in die Flammen. Starr verfolgte die löbliche Kommission das Schauspiel Der Fürst mit gleicher Ruhe: . „Sehen Sie, das ist meine Privatpassion. Ich kenne nichts Deliziöseres, als das Aroma der im Ofen verbrennenden Havanazigarren in meinen Appartements zu haben. Sie haben gesehen, wie ich es mache, wer kann es mir wehren?" Man hat von diesem Bescheid des Fürsten Nikolaus Esterhazy an dse exekutiven Organe der Obrigkeit vor Jahren in 756 Wien viel gesprochen nnb die Sache nicht recht glauben wollen. „Mir ist sie von einem Tat- und Augenzeugen verbürgt." Wkihnachtsküchcr. — EinB u ch f ü r K i n d e r. Gespräche.über Entstehung von Pflanzen, Tieren und Menschen. Bon Tr. med. Friedrich Siebert. 176 S. München, Seih u. Schauer. — Obgleich man meinen sollte, jeder hätte eilt sozusagen vitales Interesse daran, die Vorgänge, die mit seiner Entstehung zusammenhängeu, möglichst genau kennen zu lernen, ist es doch eine betrübende Erfahrung, dass sonst sehr gebildete Menschen hierin die allergrößte Ignoranz zeigen. Jeder Versuch, hier Wandel zu schaffen, ist daher von vornherein zu begrüßen. Aut rationellsten wird ohne Zweifel eine Besserung herbeigeführt werden, wenn in jüngeren Jahren mit der Belehrung begonnen werden kann. Aus solchen Erwägungen heraus ist das vorliegende Buch entstanden. Sein Verfasser ist so radikal, zu meinen, schon Kinder von 10 bis 12 Jahren sollten im staube sein, zu verstehen, was er ihnen vorträgt. Er behandelt in sieben Kapiteln die Zelltheorie, die Lehre von der Konjugation und von der Befruchtung, gibt eine Darstellung der Begattung, der Embryonaleutwicklung und des Geburtsaktes; dazu fügt er einige kleinere Exkurse aus der Deszendenz- und Selek- tionstheorie und streut, über das Ganze verteilt, allerhand ethische Betrachtungen ein. Ein Kind wird das gut gemeinte Buch wohl kaum mit Ruhen lesen; es wird nicht im stände feilt, den Stoff zu bewältigen und sich ein auch nur einigermaßen klares Bild von den Vorgängen zu machen. Der Verfasser hat es auch gefühlt, daß sein „Buch für Kinder" nicht für Kinder ist. Er schiebt deshalb die Eltern als Interpreten ein, und er tut sehr recht daran. Tos Buch scheint so gemeint zu sein, daß die Eltern es ihrent Kinde vorlesen und erläutern. Dazu gehört freilich ein Anschauungsmaterial, das für Laien schwer erhältlich ist. Tie Illustrationen des Buches reichen dazu nicht aus. Immerhin verdient das Buch, von verständigen Eltern mit Vorsicht benützt zu werden zum Besten des wichtigsten Wissens ihrer Kinder. — Frau en. Novellen von H elene Christaller. Jugenheim a. d. Bergstraße, Sueviaverlag. 1904. br. 1.50 Mk. — Tie sec^ Novellen dieses Bändchens beschäftigen sich alle mit Frauenschicksalen und geben Blicke in das Seelenleben und die Hingebungsfähigkeit der Frau. Frauenlieben und -leiden zwingt uns hier zum Miterleben; man liest die Erzählungen nicht ohne Bewegung und gleichzeitig werden Gedanken in uns angeregt, die uns verlocken, ihnen weiter nachzudenken. Es steckt ein tiefer Ernst in dem Buch, eine sittliche Persönlichkeit. Um so überraschender berührt es, daß die Verfasserin in einer schalkhaften Kinderskizze „Etwas Lebendiges" auch eilten reizenden Humor verrät. Das Buch ist ein passendes Geschenk für gebildete Frauen und gereifte« junge Mädchen. Die Verfasserin ist eine geborene Hessin. — Werden und Vergehen. Eine Entwicklungsgeschichte des Naturganzen in gemeinverständlicher Fassung von Carus Sterne. Sechste neubearbeitete Auflage herausgegeben von W i l- 6 e 1 in Bölsche. Mit zahlreichen Abbildungen im Text, vielen Tafeln usw. Vollständig in 40 Lieferungen ä 50 Pfg. oder in zwei Bänden ä 12.50 Mk. Verlag von Gebrüder Bornträger in Berlin SW. 11, Dessauerstraße 29. — Wenige Bücher haben die Weltanschauung der Gebildeten und Bildungsbeflisseuen so stark revolutioniert, so mächtig beeinflußt, wie Carus Sternes geistvolles Buch „Werden und Vergehen". Immer wieder wendet sich das Interesse aller Denkenden diesem Buche zu. Es ist uns eine aufrichtige Freude, mitteilen zu können, daß von der neuen Auflage, der sechsten, der erste Band dieses in seiner Art klassischen Werkes abgeschlossen vorliegt und ein Urteil über die Bearbeitung durch Wilhelm Bölsche erlaubt. Zweifellos hat die Verlagsbuchhandlung eine glückliche Wahl in der Person gerade dieses Bearbeiters getroffen. Bölsche hat sich mit seltenem Takt und feinem Verständnis seiner Aufgabe entledigt. So steht das Werk wieder auf der Höhe und bietet wie kein anderes in geradezu glänzender Darstellung ein umfassendes einheitliches Gesamtgemälde der Weltentwickelung. Fügen wir noch hinzu, daß sich dem inneren Werte auch eine vortreffliche äußere Ausstattung anschließt, so erscheint „Werden und Vergehen" als ein Werk, das sich «auch in Zukunft als die sichere Basis einer inodernen Weltanschauung erweisen wird." In allen deutschen Familien, in denen man nach Licht und geistiger Freiheit ringt, verdient das schöne Werk eine der ersten Stellen in der Hausbibliothek. — Kleine Bibliothek Band 76: Lieber Simpli- cissimus. Dritte Folge. Hundert Anekdoten. Umschlagzeich- nuug von F. von Reznieek. Ladenpreis geh. 1 Mk. Verlag von Albert Langen in München. — Auekdotensammlungen gibt es ja sicher genug, aber sie machen meistens einen trübfeligen Eindruck, einerseits wegen der Witzlosigkeit des größten Teils ihres Inhalts, andererseits der literarisch unmöglichen Einkleidung ihrer Witze und ihrer mangelhaften Truckausstattung wegen. Hier bekommen wir ein elegant ausgestattetes Bändchen in die Hand, das viel geistreiche, treffende Pointen enthält, und dabei sind diese kleinen Geschichtchen geschickt abgefaßt und in einem Deutsch geschrieben, das jeder Kritik standhalten kann. Hier kann man wirklich eine Weile lang von Herzen lachen, ohne sich nachher dessen schämen zu müssen, daß man gelacht hat, oder sich verwundert zu fragen, . warum man gelacht habe. Fedor von Zobeltitz: Dem Wahren, Edlen, Schöne n. Ein Großstadtroman. Verlag von Fleischel & Co. Preis 5 Mk. Ter Roman eines Berliner Theater bans. Zobeltitz führt uns in das bunte Milieu der Künstlerwelt und der Steife, die sich um diese gruppieren, in denen man sich feiten zu langweilen pflegt und die durch ihre eigentümliche Mischung von Gesellschaft und Zigeunertum interessant werden. Ter Hauptreiz der Lektüre liegt in der Darstellung, in der Schilderung großstädtischen Lebens und Treibens, der Fülle der Figuren, in der Ausgestaltung der Charaktere. — Ralph Waldo Emerson. Von (seinem Sohne) E. W. Emerson. Autorisierte Uebersetzuug von Sophie v. Hartou. Brosch. 3.50 Mk. I. C. C. Bruns' Verlag, Minden i. W. — Zwanzig Jahre nach feinem Tode ist Emerson heute eine Biacht in unserem geistigen Leben geworden und eine stetig wachsende Gemeinde schart sich um das Evangelium der Harmonie, das durch ihn in leuchtenden Worten verkündet worden ist. Emerson ist eine überragende Erscheinung unserer Zeit. So wird denn diese der Feder seines Sohnes entstaminende Biographie von seinen Freunden mit Freude begrüßt werden. Diese Lebensbeschreibung darf den Anspruch erheben, die innerlichste und intimste zu sein und wie keine andere tiefe Blicke in das Leben und die Gedankenwelt Emersous zu eröffnen. In lebensvoller Klarheit tritt Emerson dem Leser aus diesem Buche seines Sohnes entgegen, leuchtend im sonnigen Glanze geistigen Höhen- tums, groß im ruhigen Tahinschreiten durch ’bie Tinge des Alltags. Das Bild eines Mannes, der im Reiche des Geistes tiefe Spuren gegraben hat, mit einem Herzen voll Güte ist es, was diese Blätter in milder Schönheit enthüllen. — Die illustrierte allgemeine Geschichte der Literatur von Gustav Karpel es, die in neuer! Auslage im historischen Verlag 53 a um gärte» erschienen ist, hat große Vorzüge. Das Werk ist fesselnd, auch für den Laien, geschrieben und enthält alle nennenswerten literarhistorischen Ergebnisse mit Berücksichtigung aller neuesten wissenschaftlichen Forschungen. Dabei ist die Darstellung trotz des vielseitigen Inhalts knapp und klar, und das Buch kann dem Fachmann sowohl wie allen, die mit Literatur zu tun haben, die besten Dienste leisten. Tie Literaturen aller Länder, auch der Antike, sind mit gleicher Sorgfalt und Liebe behandelt. Besonders interessant wird das Werk, durch die zahlreichen authentischen Illustrationen, die es enthält Sämtliche Literaturgrößen werden in guten Bildnissen dem Leser vorgeführt, auch viele Handschriften, zum Teil Reproduktionen berühmter Originale, wieder- gegeben. Ter Verfasser hat sich mit diesem wertvollen Werk große Verdienste um die Vermittlung des großen Gedankens der Weltliteratur erworben, der noch nicht allzu lange im Volk Wurzel gefaßt hat. Tie treue Darstellung der orientalischen Literatur ist besonders eine hochinteressante Lektüre. Bei der recht eingehenden und erschöpfenden Behandlung der neueren Literatur hat der Verfasser einen feinen Geschmack und ein treffendes Urteil bewiesen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ist diese Literaturgeschichte fortgesührt, die in drei Bänden ein Werk darstellt, dem bei seinem ersten Erscheinen sogleich große Auerkeun- ung gezollt wurde. Die äußere Ausstattung ist vorzüglich. Kunst. Die Aquarellfarben drucke aus dem Verlag von Troivi 151 ch n. Sohn, Frankfurt a.O. erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Sammlung der mit großer. Treue und Feinheit reproduzierten Meisterbilder hat neuerdings einen sehr wertvollen Zuwachs erfahren in Schenkers „Win ter tag". Dem kunstgeübten Auge wird auf diesem großen Kunstblatte auch nicht der leiseste Fehlgriff in der Farbenharmonie begegnen. Die fein abgetönten Farben, das Weiß des Schnees, das Rotgelb der durch das bewölkte Firmament durchbrechenden Abendröte sind tadellos reproduziert; die Stille des Flusses, seiner steinernen Brücke und des malerischen Häuschens daneben geben dem Bilde großen Stimmungswert. Fehl-Rätsel. Nachdruck verboten. Unter Hinzufügung der Silbe ri als zweite sollen aus nach« neheuden 33 Silben 14 Worte gebildet werden. Wie lauten diese? a as ba bar da de de e e e ent fa fu ki ka ka ku la ma me no o o o pe ri sa spi ton tur tur tus u us Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Bier-Reise in vor. Nr. Erlangen. Redaktion: August Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R.Lange, Gießen,