Krerlag den 19. Jebruar BW jus®»® 3w u WW ÄWi * WMMW Hsh |ra ;>•:•_ ■/ •; ~== (Nachdruck verboten.) Wssa Jakconieri. Von RichardVoß. Zweiter Band. (Fortsetzung.) Tie Zweige hingen über uns herab wie eine Allee von Trauerweiden, durch das dunkle Laubwerk spielten die Sonnenstrahlen gleich Scharen goldener gaukelnder Schmetterlinge. Längs des lieblichen Gestades ragten ans der schwermütigen Flut die Trümmer der versunkenen Villa Kaiser Domitians, die ehemals Land und Gebirge, Kraterwände und Seebecken auf Meilen und Meilen bedeckt hatte. Wir schienen uns in der Tiefe eines ungeheuren Brunnens zu befinden, auf dessen Rand der Himmel ruhte. Tann öffnete sich vor uns die Wand. Felsenblöcke wie von einem Volk von Riesen dem Berge entrissen, hierher geführt und kunstvoll an- und übereinander gefügt, umschlossen eine enge Höhlung, durch die der See abfloß, dem Meere zu. Tie Wächter des Abflusses zogen eine Schleuse auf; und die Wasser schossen schäumend, brausend, tosend in die nächtliche Tiefe. „Hier geht es hinab in den Orkus! Wollen wir mit?" Sie rief es. Ich hatte sie vom Pferde gehoben, stand jetzt neben ihr, konnte mich nicht regen, war keines Wortes mächtig, keines Gedankens. Einer der Männer nahm ein Brett, befestigte darauf eine Kerze und ließ das Sckifflein schwimmen. Tie Welle faßte das Fahrzeug mit dem flammenden Mast, trieb es in den Schlund hinein, tiefer und tiefer. Weit beugten wir beide uns vor, sahen der Flamme nach, schauten zu, wie sie zum Funken wurde, zum Fünklein. Und das Licht glitt dahin. >. . Noch einmal zuckte es auf. Tann war es unfern Blicken entschwunden. „Jetzt treibt das einsame Licht durch die schwarzen Eingeweide des Berges! Es muß grausig sein." Sie zitterte am ganzen Leibe. Ich dachte: „Und Tn wolltest hinab in «den Orkus? Du bleibst in dem goldenen Lichte der Sonne: in Deinem schönen Salon, auf Deinen weichen Fellen, unter Deinen seidenen Decken, und lässest Dir von dem jungen Kriegsgott den Hof machen." Es war wiederum unsinnig; aber mit meiner Jugend war es plötzlich vorbei. Ich hatte ja gewußt, daß sie nur eine traurige Eintagsfliege sein würde. Ohne ein Wort bestiegen wir unsere Pferde, ritten wir zurück auf der nüchternen staubigen Landstraße, über Marino nach Frascati. Ich begleitete die Prinzessin bis zum Tor ihre« Villa. Ter Marchese war am Mittag angekommen und erwartete sie. Es muß alles vorbei sein. * Ter Marchese ist noch" immer in der Villa Taverna. * Ich habe schwer gekämpft und gelitten; aber ich habe überwunden und entsagt. Es heißt zwar: so lange der Mensch lebt, hofft er noch; und so lange er noch hofft, kann er nicht entsagen: es sei dies gegen die menschliche Natur! Ich habe jedoch gegen die menschliche Natur, gegen meine Natur, bereits so schwer gefrevelt, daß ich für mich einstehen kann. Mehr und mehr suche td> Maria zu meiden, während ich mich doch sonst nicht genug zu ihr hindrängen konnte. Kaum ertrage ich ihre Gegenwart noch während ich doch sonst in ihrer stillen Nähe aufatmete wie auf einer Bergeshöhe. Nichts quält mich so sehr wie diese schändlichste seelische Untreue, die ein Manu gegen eine einstmals teure Frau zu begehen vermag. Ich komme mir unaussprechlich verächtlich vor. Ein Mensch der sich selbst verachten muß, hat das Recht, sich selbst zu vernichten. Er ist unsittlich geworden! Und ein unsittlicher Mensch ist moralisch bereits tot. * Welche Nachricht! Mariano lebt nicht mehr. Er war Soldat und fiel in Afrika. Heute las ich es in der Zeitung. So hat dieser Mensch docp »och ein ehrenvolles Ende genommen. Jetzt ist die letzte Fessel, die uns an die Vergangenheit kettete, zerrissen; jetzt wird Maria auch dem Namen nach mein Weib. Alles wird jetzt besser werden. Eine Felsenlast ist von mir genommen. Noch in dieser Minute werde ich zu ihr eilen und es ihr sagen. * Ich habe es Maria niwt gesagt — noch nicht! Ich muß mir zuerst Gewißheit verschaffen, ob es kein Irrtum ist. Wie häufig geschieht das! Zwar ändert Marianos Tod nur äußerlich etwas; aber es ist immerhin eine Aenderung. Ich habe indessen sofort die nötigen Schritte getan, damit nichts versäumt werde. Vielleicht lege ich auf die Erfüllung dieser Form ein viel zu großes Gewicht: ist Maria doch über jede Form erhaben. * So weit ist es bereits mit mir gekommen! Ich war abends in dem Garten der Villa Daverna und habe gelauscht: der Marchese machte der Prinzeß eine Liebeserklärung. Ich war sicher, sie würde ihn erhören; 106 bemt er ist wirklich ein prächtiger Jüngling. Ich wunderte mich nur, daß er erst jetzt sich erklärt. Ich hielt es nicht für möglich, daß sie ihn abweisen könnte: unglücklich und einsam, wie sie ist. Dennoch ist es geschehen. Ich befinde mich tote in einem Traum. In meiner Betäubung schäme ich mich nicht einmal, daß ich gelauscht habe. Ich fühle und weiß vom ganzen Leben nur eines: sie wies ihn ab! Und notch eins: ich muh Maria den Tod Marianos mitteilen. Sofort! * Ich sprach mit Maria. Alles war wie immer. Wir saßen abends in der Halle. Maria kam schön angekleidet, tote ich es liebe, brachte einen Körb voll frischer Rosen, die sie über den Tisch schüttete, und setzte sich an ihren Platz zwischen den Säulen des Mittelbogens. Ich saß ihr gegenüber und sah an ihrem stillen Gesichte vorbei, über die Terrassenbrüstung hinweg, auf das Meer und das Land der Aeneide, daraus der Abend des heißen Sommertages lag. Ich hatte das alles zu Hundertmalen gesehen und feierlich schön gefunden. Es schien mir ein Menschenalter her zu sein. . . Als es endlich dunkler ward, ließ ich die Kerzen nicht anzünden, schickte die Leute fort und schaute zu, wie Meer und Campagna in Schatten sanken, über Erde und Himmel die Nacht sich hinwälzte. Sobald ich Marias Züge nicht mehr erkennen konnte, sagte ich: „Tu hast mir vieles zu verzeihen; mehr, als selbst Tu verzeihen kannst. Ich riß Dein Leben gewaltsam an mich; und da es zu meinem Leben geworden war, tat ich nichts, als daß ich es als mein ausschließliches Eigentum behielt. Wie ich mein eigenes Leben in Schönheit und Einsamkeit begrub, so scharrte ich neben mir auch das Teine ein. Ich gab Dir nichts — ich ließ alles Dich geben." Sie schwieg. Als ich sie bei Namen anrief, erwiderte sie nur: „Ich gab Dir nichts als Unglück. Aber ich verstand xs eben nicht besser." „Tu sollst Dich nicht anklagen; Du sollst mir verzeihen — so sehr Tir das möglich ist." Nach einer langen Stille sagte sie leise: „Ich weiß auch, weshalb ich Tir nur Unglück gab, nur Unglück geben konnte." „Weshalb, Maria?" Sie blieb stumm. Ich bat sie, zu sprechen, es ihrem besten Freunde zu sagen. Aber sie blieb stumm. Jetzt teilte ich ihr meine große Neuigkeit mit. „Mariano ist tot. . . Ich weiß, daß unsere Heirat nur die Erfüllung einer Form ist; und zwar einer Form, die mit dein Wesen nichts gemein hat. Aber mir zuliebe erfüllst Tu sie gewiß. Ich wünsche doch so sehr, daß Tu meinen Namen trägst." „Wozu auch noch Deinen Namen?" „Liebe Maria!" „Tu hast mw genug gegeben, genug geopfert." „Kann man Opfer bringen, wenn man liebt?" „Wenn man liebt —" Ick log wieder! Und sie? Ob sie mir wohl wieder glaubte? Sie sagte nicht, daß sie mir nicht glaubte. Aber sie wollte sich nicht zur Erfüllung der Form — zu der Heirat verstehen. Ich bat und flehte, ich- bedrängte sie, bedrängte sie ungestüm. Sie blieb jedoch dabei, daß sie nicht wollte. Ich fühle mich jetzt mit zehnfachen ehernen Banden an sie gefesselt. * Maria ist fort! Ich verstehe es nicht! Ich bin, wie betäubt! Wie kann Maria von mir fort sein?! Mas dachtet Ihr nur, als Ihr meine Tepesche erhieltet: „Maria kommt zu Euch?" Ihr werdet es sicher ebensowenig verstehen wie ich selbst; denn — Maria verläßt mich und kommt zu Euch-! Ich wollte ihr diese Auszeichnungen für Euch mitgeben; es ist jedoch besser, ich schicke sie Euch gelegentlich einmal... Cs ist das erste Mal, daß Maria fort rst, daß sie mich allein läßt. Sie ging so leise fort, als schliche sie sich aus dem Hause, welches doch ihr Haus ist; als wollte sie nie wieder zurtickkommen. Maria nie wieder zurückkommen — Bevor sie ging, besuchte sie das Grab ihres Kindes, wo sie seit Jahren nicht war. Es ist fast, als hätte sie von dem G- abe ihres Kindes Abschied nehmen wollen, um nie mehr wiederzukehren. * Noch heute will ich ihr schreiben. Ich will sie bitten, zurückzukommen: bald, gleieq! Ich bin zu einsam. Ich bin ohne sie tote verloren und verlassen. Wenn sie nicht bald zurückkommt, werde ich ihr folgen. Bittet bei ihr für mich. * Sie kommt nicht zurück und — ich bleibe hier. Tie Prinzessin sah ich- seit Wochen nicht. Tie Villa Ialconieri bleibt ohne Maria. * Scirocco! Seit einer Woche wahnsinniger Wüstenwind. Es glüht in meinem Gehirn, in jedem Blutstropfen, in jedem Gedanken. Aber ich habe gar keine Gedanken! Mein Wahnsinn brach aus bei dem Sirocco. Am hellen Tage ging ich heute hinunter in die Villa Taverna. Ich ließ mich bei der Prinzessin melden. Sie erwartete zu Tisch römische Gäste, war bei der Toilette, wollte mich jedoch empfangen. Ich antichambrierte also. Sie trat in das Zimnter, wo ich mich- befand, wollte mir entgegengehen, sah mich an und blieb stehen. Ich ging langsam auf sie zu und sagte: „Tu kannst mich erlösen oder vernichten." Ich sagte es sehr ruhig... Sie jagte mich nicht hinaus; aber sie war totenhaft bleich — dem Verrückten gegenüber. Und sie war hilflos! Sie, die große Tame, mit ihrer raffinierten Ronttne war hilflos tote ein Kind. Ihre Hilflosigkeit brachte mich zur Besinnung. Ich ging. Was nun? Die Prinzessin von Sora an die Herzogin Vere de Vere. Daly-Castle, Tuside-Highlands, England. Villa Taverna-Borghese im Juli. Scirocco! Eine goldbraune, blendende Landschaft, darüber bronee- farbencs blendendes Gewölk; Himmel und Erde von goldigen Dünsten uinbraut; die Sonne mit gewaltigen Straylengarben die Nebelwogen durchbrechend — eine Stimmung wie bei einem biblischen Welteretgnis. Scirocco! Ueber dem göttlichen Leib von Mutter Natur wälzt sich ein Alp. Sie kattn sich nicht regen; sie wird im Sommerschlafe erwürgt. Scirocco! Seit Wochen Scirocco! Ich bin toie gelähmt, fühle mich halb entgeistet . . . In Frascati, in allen albanischen Weinstädten, allen sabinifchen Felsennestern werden jetzt unaufhörlich Feste gefeiert. Unaufhörlich Musik, Prozessionen, Glockengeläute, Böllerschüsse, Raketen, Feuerwerk, Gesang, Geschrei und Gejohle: als ob alle Welt durch den wütenden Wüstenwind toll geworden wäre. In Rom war Girandola und der Berg Soracte war neulich abends ein einziger Flammenkegel. Dazu gaukeln die Johanniswürmer durch die blühenden Granat- und Oleanderbäume, als stöben Funkenschauer durch die Lüfte; dazu duften die Magnolien betäubend; dazu Miedet es in meinem Blute, hämmert es in meinem Gehrrn, fiebern, meine Pulse. „ Die Prinzessin Lancellotti läßt Straßen anlegen, Kanäle ziehen, antike Villen ausgraben, Wildnisse ausroden und Wüsteneien in Kulturen verwandeln. Sie ist tätig, nützt und hilft. Sie hat einen geliebten Gatten, eine blühende Familie und weiß, wozu sie auf der Welt ish. Und ich — Dina, Tina! Und ich? jeder Ziehung abwechselnden Haupttreffern in Mark mit in 300000, 240000, 180000, 120000, SS 800 EBEK3ÖE$K Nachdem die nächste Ziehung gedienung streng reell, pünktlich und U schon am 1. März Gefl. hier abtrennen! Den Betrag dafür von Pfg. Mark. Name:. Strasse u. No.: Beruf:. Datum: Nichtgewünschtes ist zu durchstreichen. empfangen Sie einliegend — durch Postanweisung — ist durch Nachnahme zu entnehmen .................Wohnort: stattfindet, wird um umgehende Bestellung gebeten. Monatlielwr Beitrag pro Anteil an einem Original-Loos eine Lotterie bietet so viele Chancen, so viele und grosse Treffer zu machen, als unsere Loos - Gesellschaften; dieselben sind für 24 Ziehungen kombiniert, und gelangen darin insgesamt zur Verloosung: Anmeldebrief an Max Egert, Berlin 8. W. 19, Jerusalemerstr. 68. Subskribiere hiermit auf: ....................Anteil L s Wk. an den kombinierten monatlich stattfindenden Ziehungen der liberal! genehmigten und staatlich garantierten Staafs-SerienEoose. Äste eh Irak! * Keine Mieten! d. h. solche Loose die mit „Nichts“ gezogen werden, gibt es hierbei nicht. etc. etc. etc. Die Zustellung der Gewinnlisten erfolgt regelmässig nach jeder Ziehung! Anmeldungen befördert: Eax Egert, Berlin S.W. 19, Jerasalemerstr. 66. TXie Auszahlung der Gewinne kann an jedem beliebige n Orte Deutsch- lands erfolgen, in Baar ohne jeden Abzug. 163088, 102000, [Ein Augenblick bringt Glück! I IGGGG 9000) und nennen u. A. als in Deutschland sich sm L Sara erW stattfindet, Nachdem die nächste /* “ Subskribenten Anteile an V folgenden Haupttreffern aus- L zahlen zu können: ! Herrn Josef Monzel, Fabrikarbeiter in Styrum bei Mühlheim a. Ruhr, Dümptenerstr. 64; Herrn Eugen Charlier, Apotheker, Oberhausen i. Rhld., Kurzestr. 33; Herrn Albert Wiericke, Grünw.-Gesch., Berlin, Siemensstr. 5, pt.; Herrn Carl Sichtermann, Steiger in Langendreer, Ummingerstr. 24; Herrn Förster Nenke in Breitenborn, •> Bez. Kassel; Herrn C. Bartsch in Berlin, Waldenserstr. 41,11.; Herrn K. Dennefeld, Maurermeister in Bamberg, VI Urbanstr. 16; Herrn C. Th. Fischer in Lübeck, Dornestr. 38; Herrn Franz Pusch in Senteinen bei Tilsit in Ostpr.; IL Herrn Paul Baumann, Fabrikdirektor in Sangershausen, Mogkstrasse 30, etc. etc. ist sofortige Bestellung zu empfehlen und ist Zasseneäung asei sEckersiesa per* // Postanweisung oder ^ashnahme. p [CgT Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen. AGGGG, LZ8GG, 4ZGGO, LUGGES, befindliche Gewinner: Hi Sie bieten abwechselnde Haupttreffer: ' LGO GOO 240000 j180000 120000 | 105000 102000 k Während bei Klassen-, Wohltätigkeits- u. anderen Lotterien VI in den meisten Fällen der ganze Einsatz verloren geht, haben die R Teilnehmer an unseren Gesellschaften die Gewißheit, daß es bei uns g Keine Nieten gibt, H daß jedes Loos gewinnen muß /I und selbst im unglücklichsten Falle (wenn alle 24 Loose mit dem kleinsten Treffer gezogen werden) L ca. 20 % der eingezahlten Beträge zurückgezahlt werden. f/i ’i Der monatliche K Beitrag ist nur