Areitag den 18. 1904 ASM s; 9 (ft $ 111 KaschLanka. Won Anton Tschech off. (Nachdruck verboten.) Schlechte Aufführung. Ein junger rotbrauner 5zund — eine Kreuzung von Dachs und Dorfköter —, dessen Schnauze der eines Fuchses sehr ähnelte, lief auf dem Trottoir hin und her und schaute sich unruhig nach allen Seiten um. Zuweilen blieb er stehen, hob winselnd bald die eine, bald die andere seiner frierenden Pfoten und suchte sich darüber Rechenschaft zu geben, wie es doch passieren konnte, daß er sich verirrt hatte? ’ Er entsann sich sehr wohl, wie er den Tag verbracht hatte und wie er dann endlich «auf dieses Unbekannte Trottoir geraten war. Ter Tag hatte damit begonnen, daß sein Herr, der Tischler Luka Alexandritsch, sich seine Mütze aufgesetzt, irgend ein hölzernes, in rotes Tuch gehülltes "Ding untern Arm genommen uno dann gerufen hatte: — Kaschtanka, komm! Als die Kreuzung von Dachs und Dorfköter diesen Ruf vernommen, war er unter der Hobelbank, wo er .uf den Spänen geschlafen hatte, hervorgekommen, hatte süß seine Glieder gereckt und war dann seinem Herrn nachgelaufen. Die Kunden von Luka Alexandritsch wohnten furchtbar weit, sodaß dieesr, ehe er zu ihnen gelangte, unterwegs mehrere Mal in den Wirtschaften einkehren und sich stärken mußte. Kaschtanka erinnerte sich, daß er sich unterwegs sehr un- ans :dig aufgesührt hatte. Kor Freude, daß man ihm mit spazieren genommen hatte, sprang er umher, stürmte bellend den Pferdebahnwagen nach, lief in die Höfe hinein und tollte mit Hunden umher. Der Tischler verlor ihn immerwährend aus den Augen, blieb stehen und schrie ihn wütend an. Einmal packte er sogar Kaschtanka mit gierigem Gesichtsausdruck am Fuchsohr, zauste ihn und sprach langsam und abgerissen: „Daß Dich . . . der . . . Teufel. . ." Nachdem er feine Geschäfte erledigt, hatte Luka Alexandritsch auf einen Augenblick seine Schwester besucht und dort einen kleinen Frühschoppen gemacht. Kon der Schwester ging er zu einem bekannten Buchbinder, von dort in ein Wirtshaus, aus dem Wirtshaus zum Gevatter u. s. w. Mit einem Wort — als Kaschtanka auf das fremde Trottoir geraten war, fing es schon an zu dunkeln, und der Tischler war bezecht wie ein Schuster. Er fuchtelte mit den Armen, seufzte tief und murmelte: „In Sünden hat mich meine Mutter geboren! Sünden, Vichts als Sünden! Jetzt spazieren wir, Kaschtanka, mit Dir so einher und sehen uns die Laternen an, und sind wir tot — braten wir in der Hölle. . ." Oder aber er verfiel in eine gutmütige Stimmung, xief Kaschtanka zu sich heran und sagte ihm; „Du, Kaschtanka, bist ein Insekt und sonst nichts. Im Vergleich zu uns Menschen bist Du so... so wie eirt Zimmermann im Vergleich zum Tischler. . ." . Während er sich so mit dem Hunde unterhielt, ertönte plötzlich Musik. Kaschtanka sah sich um und erblickte ein ganzes Regiment Soldaten, das gerade auf ihn zukam. Da er seiner Nerven wegen Musik nicht vertragen konnte, so begann er sich zu drehen und zu heulen. Zu seiner größten Verwunderung aber war der Tischler gar nicht erschrocken und bellte und krümmte sich nicht, sondern stand „stramm" und salutierte, seine fünf Finger an die Mütze legend und übers ganze Gesicht grinsend. Da Kaschtanka sah, daß fein Herr an einen Protest gar nicht dachte, so begann er noch lauter zu heulen und stürzte fassungslos über die Straße auf das andere Trottoir. Als er wieder zur Besinnung gekommen war, spielte die Musik nicht mehr und das Regiment war vorüber. Er lief über die Straße zurück an die Stelle, wo er seinen Herrn verlassen hatte, aber siehe da, der Tischler ivar schon weg. Kaschtanka stürmte vorwärts, aber der Tischler war wie in die Erde versunken. . . Kaschtanka begann das Trottoir zu beschnuppern in der Hoffnung, die Spuren seines Herrn zu erkennen, aber kurz vordem war irgend ein Schuft in Gummischuhen über das Trottoir gegangen, und jetzt vermischten sich alle feinen Gerüche mit dem Gummigestank. Da etwas herauszuriechen war ganz unmöglich. Kaschtanka lief hin und her, ohne seinen Herrn zu finden, und unterdessen wurde es dunkel. Zu beiden Seitew der Straße wurden die Laternen angezündet, und in den Fenstern der Häuser wurde es hell. Große lockere Schneeflocken fielen langsam vom Himmel herab und färbten bct§ Pflaster, die Rücken der Pferde und die Mützen der Droschkenkutscher schön weiß, und je dunkler es wurde, um so blendend-weißer erschienen alle Gegenstände. An Kaschtanka vorbei, ihm immerfort den Gesichtskreis verdeckend und ihn mit den Füßen tretend, gingen ohne Unterbrechung fremde Kunden. - Kaschtanka teilte nämlich die gesamte Menschheit in zwei etwas ungleiche Teile: in Meister und Kunden; zwischen diesen und jenen bestand ein wesentlicher Unterschied: die Meister hatten das Recht, ihn zu schlagen, und bei den Kunden besaß er selbst das Recht, sie in die Waden zu beißen. — Dre Kunden eilten alle irgend wohin und beachteten Kaschtanka gar nicht. Als es dunkel geworden war, übersielen Kaschtanka Wer- zweiflung und Schrecken. Er drückte sich an eine Haustür und begann bitterlich zu weinen. Der auf den ganzen Tag ausgedehnte Spaziergang mit Luka Alexandritsch hatte ihn ermüdet, seine Ohren und Pfoten froren ihm und außerdem war er auch furchtbar hungrig. Den Tag über hatte er nur zweimal etwas in den Magen bekommen: beim Buchbinder hatte er etwas Kleister gegessen und in einer Wirtschaft ein Stückchen Wurstschale gesunden — das war alles. Wenn er ein Mensch gewesen wäre, so hätte er sicher gedacht? 686 „Nein, so kann matt nicht weiterleben! Ich muß mich erschießen!" Der geheimnisvolle Fremde. Aber er dachte an gar nichts utti) weinte nur. Als der Weiche, flockige Schuee ihm Kopf und Rücken schon ganz bedeckt hatte, imb er vor Erschöpfung in einen tiefen Halbschlaf verfallen war, öffnete sich plötzlich kreischend die Haustür und stieß Kaschtanka in den Rücken. Kaschtanka sprang auf. Aus der geöffneten Haustür trat ein Mensch, der offenbar zur Kategorie der Künden gehörte. Da Kaschtanka atifschrie und dein Freunden unter die Füße geriet, so konnte dieser nicht umhin, ihn zu bemerken. Er beugte sich zu ihm hin und fragte: „Hündchen, wo kommst Du denn her? Hab' ich Dir Weh getan? O, mein Aermster, mein Aermster . . . Nun, sei nicht böse . . . Pardon . . . Kaschtanka blickte den Fremdling durch die au beit Wimpern hüngenben Schneeflocken an und sah einen kleinen, rundlichen Herrn im Zylinder und Pelzmantel, mit einem rasierten, etwas aufgedunsenen Gesicht. „Was greinst Du denn?" fuhr er, ihm mit dem Finger den Schnee vom Rücken abstreifeud, fort. „Wo ist denn Tein Herr? Tu hast Dich wohl verlaufen? 'Ach, Tu armes Hündchen! Was fangen wir denn mit Dir an?" Kaschtanka, der in der Stimme des Fremden einen freundlichen, warmen Ton erhascht hatte, leckte ihm die Hand und begann noch herzbrechender zu winseln. „Du bist übrigens ein netter, spaßiger Kerl!" sagte der Fremde. „Der reine Fuchs! Na, was ist denn da zu machen, komm also mit! Wielleicht kann man Dich zu etwas gebrauchen ... Nun, fuit!" Er schnalzte mit der Zunge und gab Kaschtanka mit der Hand ein Zeichen, welches nur eines bedeuten konnte: „Komm mit!" Kaschtanka folgte. . Eine halbe Stunde später'saß er schon auf der Diele in einem großen, hellen Zimmer und blickte, den Kopf auf die Seite geneigt, mit Wehmut und Neugierde zu dem Fremden hinauf, der am Tische saß und speiste. Der Fremde aß und warf ihm ab und zu ein Stückchen hin . . . Zuerst gab er ihm Brot und eine Käserinde, dann ein Stückchen Fleisch, dann ein halbes Pastetchcn, Hühnerknochen, und Kaschtanka hatte das alles in seinem Heißhunger so schnell aufgegessen, daß er nicht einmal den Geschmack davon unterscheiden konnte. Und je mehr er aß, um so starker wurde der Hunger. „Na, hör' mal. Deine Herrschaft scheint Dich nicht gerade übermäßig zu füttern!" sprach der Fremde, während er zusah, mit welcher Wer und Gefräßigkeit der Hund die nnzerkauten Stücke verschlang. „Und tote Du mager bist! Haut und Knochen!" Kaschtanka aß viel, wurde aber nicht satt, sondern er empfand vom Essen nur ein Gefühl der Berauschung. Nach dem Essen legte er sich mitten im Zimmer hin, streckte die Pfoten ans Mud wedelte, während seinen Körper eine süße Müdigkeit ersüllte, freundlich mit dem Schwanz. Inzwischen rauchte sein neuer Herr, im Lehnstuhl liegend, eine Zigarre. Kaschtanka wedelte immerfort und erwog im Geiste die Frage, wo es besser sei — bei dem Fremden oder bei dem Tischler? Bei dem Fremden ist die Ausstattung arm und häßlich — außer Lehnstühlen, einem Divan, Teppichen und einer Lampe gibt es bei ihm nichts, und das Zimmer erscheint leer; während beim Tischler die ganze Stube mit Sachen vollgepfropft ist: da gibt es einen Tisch, eine Hobelbank, einen Haufen Späne, Hobel, Stemmeisen, Sägen, einen Zeisig im Bauer, einen Eimer . . . Beim Fremden riecht es nach nichts, während beim Tischler ein wahrer Nebel die Wohnung erfüllt und ein wundervolles Odeur von Leim, Hobelspäneu und Lack die Nase, kitzelt. Dafür hat aber der Fremde einen sehr wesentlichen Borzug: er gibt viel zu essen, und — alles was recht ist — während Kaschtanka vor dem Tisch saß und zu ihm sehnsüchtig hinaufbltckte, hatte er ihn nicht ein einziges Mal geschlagen oder auch nur mit den Füßen gestampft und geschrieen: „Da!— aß Dich . . . der Teufel hole, verd . . .!"'. Nachdem der neue Herr seine Zigarre ausgeraucht hatte, ging er hinaus und kehrte einen Augenblick später mit einem Kissen in der Hand zurück. „Hör' Du, Hündchen, komm mal her!" sagte er, das Kissen in eine .Ecke neben dem Divan hinlegend. „Da, schlaf!" - ' Darauf Löschte er die Lampe Ms und ging hinaus. Kaschtanka streckte sich aus dem Kissen aus und schloß die Augeu. Won der Straße her ertönte Hundegebell, und Kaschtauka wollte darauf antworten, aber Plötzlich, ganz unerwartet, befiel ihn das Heimweh. Er dachte an Luka Alexandritsch, au seinen Sohn Fedjuschka, an das liebe Plätzchen unter der Hobelbank. . . Er dachte daran, tote an den langen Winterabenden, wenn der Tischler hobelte oder die Zeitung laut vorlas, Fedjuschka gewöhnlich mit ihm spielte. Er holte ihn an den Hinterpfoten unter der Hobelbank hervor und machte mit ihm solche Stückchen, daß es Kaschtauka ganz grün vor den Augen wurde und er hernach au allen Gliedern wie gelähmt war. Er ließ ihn aus den Hinterfüßen gehen, machte mit ihm „Glocke", d. h. zog ihn heftig am Schwanz, fodaß Kaschtanka anfing zu bellen und zu heulen, gab ihm Schnupftabak zu riechen usto. Besonders qualvoll war das folgende Stückchen: Fedjuschka band ein Stück Fleisch an einen Faden und gab es Kaschtanka, um es. dann, wenn er das Stück verschluckt hatte, wieder unter lautem Gelächter aus seinem Magen zu ziehen. Und je greller diese Erinnerungen wurden, um so lauter und trübseliger wimmerte Kaschtanka. Aber bald besiegten die Müdigkeit und die Wärme das Heimweh. Er fing an einzuschlafen. In seiner Phantasie begannen Hunde zu laufen; unter anderen lief auch der zottige alte Pudel vorbei mit dem kranken Auge und den großen Haarbüscheln an der Schnauze, deu er heute auf der Straße gesehen hatte. Ihm nach jagte Fedjuschka, mit dem Stemmeisen in der Hand. Dann plötzlich bedeckte sich auch Fedjuschka mit zottigen Haarbüscheln und staub auf einmal neben Kaschtanka. Er unb Kaschtanka berochen einander gutmütig die Schnauze und liefen dann auf die Straße hinaus. Eine neue, s e hr angenehme Bekannt schuf t. Als Kaschtanka aufwachte, war es schon hell nnd von der Straße her tönte Lärm, wie nur am Tage. Im Zimmer war niemand. Kaschtanka streckte sich, gähnte und ging bann mißmutig unb finster durchs Zimmer. Er beroch die Ecken und die Möbel, warf einen Blick ins Worhans unb fand nichts Interessantes. Außer der Tür, die in das Worhans führte, gab es noch eine zweite. Nach kurzer Ueberleguug kratzte Kaschtanka mit beiden Pfoten an dieser zweiten Tür und trat, als sie sich öffnete, ins nächste Zimmer. Dort schlief im Bett, eingehüllt in wollene Decken ein Kunde, in welchem Kaschtanka den Fremoen von gestern abend erkannte. „Rrrr. . ." knurrte er im ersten Augenblick. Dann aber fiel ihm die gestrige Mahlzeit ein, er wedelte mit dem Schwänze und begann zu schnuppern. Er beschnupperte die Kleider und Stiefel des Fremden und fand, daß sie stark nach Pferden rochen. Aus dem Schlafzimmer führte irgendwohin noch eine Tür, die ebenfalls geschlossen war. Kaschtanka kratzte auch an dieser Tür, stemmte sich mit der Brust dagegen, öffnete die Tür und empfand sogleich einen merkwürdigen, sehr verdächtigen Geruch. Mit der Ahnung einer unangenehmen Begegnung trat Kaschtanka, knurrend und sich vorsichtig umblickend, in eine kleine Stube mit schmutzigen Tapeten — und erschrocken suhr er zurück. Er erblickte etwas Unerwartetes und Furchtbares. Mit zu Boden gesenktem Kopf, mit weit ausgebreiteten Flügeln steuerte zischend gerade auf ihn los ein grauer Gänserich. Etwas abseits vom Gänserich lag auf einem Kissen ein weißer später. Als dieser Kaschtanka erblickte, sprang er aus, machte einen Buckel, erhob den Schweif, sträubte das Haar und begann ebenfalls zu zischen. Ter Hund erschrak ganz ordentlich, da er aber seine Furcht nicht merken lassen wollte, fing er laut an zu bellen und stürzte sich auf den Kater . . . Der Kater machte einen noch höheren Buckel und versetzte Kaschtanka auf den Kopf einen Schlag mit der Pfote. Kaschtanka sprang zurück, duckte sich nieder und brach, die Schnauze nach dem Kater gewandt, in ein schallendes, winselndes Gebell aus. Zn diesem Augenblick trat der Gänserich von hinten heran und hackte Kaschtanka recht schmerzhaft in den Rücken. Kaschtanka sprang auf und warf sich auf den Gänserich ... (Fortsetzung folgt.) Wooscvelt als Jäger. , , So wäre denn Theodore Roosevelt wieder Präsident der Ber- emigten Staaten, zum Volks-Souverän gewählt durch das souveräne Volk. Wieder wendet sich ein starkes Interesse dem eigen-- KS7 artigen, kraftvollen politischen Charakter zu. Taß der Präsident der Vereinigten Staaten auch als Schriftsteller tätig und fruchtbar ist, weiß man ja. Ta fällt uns eben zu rechter Stunde ein Buch in die Hand, in dem wir nicht den Volkserzieher, nicht den Politiker Roosevelt hören, sondern den feinen Naturschilderer, den leidenschaftlichen Jäger. „Jagdstreifzüge", so heißt in der deutschen Uebertraguug das bei Albert Langen in München erschienene, überaus fesselnde und lebensvolle Buch. Tie Ueber- jetzerin, Life Landau, entwirft in ihrem Geleitwort von dem Präsidenten Roosevelt ein Charakterbild, das hier wiedergegeben sei: „Staatsoberhäupter, die sich schriftstellerisch betätigen, sind für uns keine Ausnahmeerscheinungen, daß aber ein Schriftsteller zum Staatsoberhaupt berufen wird, ist sicherlich etwas Ungewöhnliches. Theodore Roosevelt, der jetzige Präsident der „Bereinigten Staaten", ist aus einer administrativen und schriftstellerischen Tätigkeit heraus dazu berufen worden, die Zügel der Regierung in die Hand zu nehmen; eine ähnliche Erscheinung war nur noch Louis Adolphe Thiers, der nach einer publizistischen Laufbahn zum Präsidenten der französischen Republik gewählt wurde. Roosevelt sowohl wie Thiers, die beide zur höchsten Würde in ihren Ländern gelangten, hatten den gleichen Weg zurückgelegt; beide hatten sich dem Studium der Rechte gewidmet, haben dieses aber bald aufgegeben, weil ihre Kämpfernatur danach verlangte, sich lebendiger zu betätigen. Während Thiers aber stets mehr der Mann der Feder geblieben war, der Polemiker, der Historiker, der Geschichte schrieb, ist Theodore Roosevelt der praktische Sozialpolitiker geiuorben, ein Mann der Tat, der Geschichte macht. Tatkraft, verbunden mit einem scharfen Rechtsgefühl, tritt in den verschiedensten Phasen seines Lebens stets am bemerkenswertesten hervor. Zu welchem Amt immer sein Land ihn auch berief, an jeder neuen Stelle suchte er sofort mit alten Mißbräuchen aufzuräumen und unerschrocken für das einzutreten, was er als das Notwendige und Richtige erachtete. Theodore Roosevelt ist am 27. Oktober 1858 in der Stadt Newyork geboren. Väterlicherseits entstammt er einer holländischen Emigrantenfamilie, die Mutter seines Vaters war von irischer Abkunft. Seine eigene Mutter war eine Tochter von James Tun- woodie Bullock aus dem Staate Georgia, dessen Familie im Süden eine ebenso hervorragende Stellung einnahm, wie die Familie Roosevelts in Newyork. Theodore Roosevelt war in der Jugend von zarter Gesundheit ; erst der spätere Aufenthalt in den Prärien des Westens stählte seinen Körper, gab ihm jene Widerstandsfähigkeit, mit der er jetzt alle Anstrengungen ertrügt. Er erhielt seinen Unterricht in den Privetschulen Newyorks, kam im Jahre 1876 auf die Harvard-Universität, wo er nach 'vier Jahren das abschließende Examen machte. Am liebsten wäre er jetzt ganz seinen literarischen Neigungen gefolgt, aber die Stadtverivnltung von Newyork wählte ihn zu ihrem Mitgliede, und nun begann er sofort mit all dem Eifer, den er in jedem neuen Amte immer wieder bewies, mit dein alten Schlendrian aufzuräumen, die städtische Verfassung resormieren zu helfen und eine langgeduldete Korruption zu beseitigen. die unerträgliche Mißstände gezeitigt hatte. In diesem Amte hat er denn auch tatsächlich mehr gutes zuwege gebracht als irgend einer seiner Vorgänger. Nebenbei fand er noch Zeit, sich schriftstellerisch zu betätigen, indem er die Geschichte des „Naval war of 1812" schrieb, die nicht wenig dazu beitrug, das sehr gesunkene Interesse der Amerikaner für ihre Flotte neu zu beleben und zu steigern. Nachdem Roosevelt zwei Jahre in den Ebenen des Westens gelebt, wo e>r sich auch eifrig mit Viehzucht beschäftigt hatte, kehrte er in das politische Getriebe zurück; aber eine starke Vorliebe für die Prärie ist ihm erhalten geblieben, und immer, wenn er sich von seinen Geschäften für kurze Zeit freimachen. kann, sucht er Erholung in dem frischen, fröhlichen Rancho-Leben. — Nach seiner Rückkehr aus dem Westen sah sich Roosevelt vom Präsidenten Harris nach.Washington in den Zivilverwaltungs-Ausschuß berufen, zu dessen Präsidenten er bald darauf ernannt wurde. Auch hier trat er mit all seiner lebhaften Tatkraft gegen Mißbräuche auf, die sich bei Wahl der Beamten für die zahllosen niederen Posten eingeschlichen hatten; wurden doch die Stellen nicht nach Verdienst, sondern nach Gunst vergeben. Er durfte mit seinen Erfolgen zufrieden sein, als er im Jahre 1894 vom Mayor der Stadt Newyork wieder in die Verwaltung berufen wurde, und zwar diesmal als Chef der Polizeiabteilung. Zwei Jahre blieb er, wieder eifrig Verbesserungen schaffend, in diesem Amte. Durch sein energisches und zugleich gerechtes Vorgehen gewann er dabei die Sympathien seiner Untergebenen in seltenem Maße. Als dann im Jahre 1897 Mc Kinley die Präsidentschaft antrat, bot er Theodore Roosevelt ein hervorragendes Amt in der Marineverwaltung an, das dieser sofort bereitwillig annahm. Mit scharfem Blick erkannte er sehr bald, daß der Krieg zwischen Spanien und Amerika nicht nur unabwendbar, sondern auch wünschenswert geworden war, und sofort setzte er alle seine Kräfte daran, bis zum Beginne des Krieges eine kampffähige Seemacht vorzubereiten. Taß seine Bemühungen nicht wenig zu dem für die Vereinigten Staaten so glorreichen Abschluß 'des Krieges beigetragen haben, wird sowohl von den Flottenoffizieren, • wie von den Mitgliedern der Marineverwaltung lebhaft anerkannt. Als aber der Krieg herannahte, empfand Roosevelt das rege Verlangen, sich persönlich am Kampfe zu beteiligen, und beschloß, aus eigenen Kräften ein Freiwilligen-Reiterregiment zusammenzubringen. Obgleich ihm von allen Seiten dringend geraten wurde, seine Tätigkeit statt dessen in den Tienst der Marineverwaltnug in Washington zu stellen — an seine damals leidende Frau und die noch unerzogenen Kinder zu denken — ließ er doch von seinem Plane nicht ab. Auf seine lebhaften Vorstellungen gab der Präsident die Einwilligung zur Bildung eines Frciwilligen-Regimentes, an dessen Spitze ein Freund Roosevelts, Tr. Leonard Wood trat, während er selbst den Rang eines Oberstleutnants erhielt. Tiefe Freiwilligen — „Rough Riders", wie sie genannt wurden — setzten sich aus den verschiedensten Gesellschaftsklassen zusammen, von den vornehmen Mitgliedern der fashionablen Newyorker Klubs, Polizeibeamten und Studeilten bis zu den Cowboys aus dem Westen herab — alle aber waren gemeinsam beseelt von Abenteuersinu und der Lust am Kampfe. In etwa einem Monat war das ganze Regiment nicht nur beisammen, sondern auch 'eingekleidet, gedrillt und kriegsfertig nach 'Florida cingeschifft. In jedem Hause Nordamerikas weiß man von den Heldentaten zu erzählen, die das Rough-Rider-Regiment vollbracht, und Rooseelt selbst hat in seinem Buche „The Rough-Riders" den spanisch-amerikanischen Krieg und die tapfere Haltung seines Reiter-Regiments ebenso lebendig wie warmherzig geschildert. Taß so viele Männer aus dem Westen seinem Ruse gefolgt waren, hatte er der Beliebtheit zu danken, deren er sich in jenem Teil seines Vaterlandes besonders erfreut. Und er wiederum hegt eine Vorliebe für den Westen, wohl weil er mit richtigem Verständnis empfindet, wieviel ungenützte Jugendkraft und Lebensfrische in jenem Boden noch aufgespeichert ist, wieviel Quellen einer neuen, reichen Kultur da noch ünerschlossen liegen, die dem ganzen, großen Lande zu gute kommen sollen. Unteroffizier' Auguste Krüger. Ter Unteroffizier Auguste Krüger ist eine interessante Persönlichkeit aus deu Freiheitskriegen, ein leuchtender Beweis, wie hoch die Wogen der Begeisterung in jener großen Zeit der Erhebung Preußens gingen. Ein tapferes Mädchen kämpft in den Reihen der Krieger gegen den Erbfeind, hochgeachtet von den Kameraden, geehrt von König und Vaterland. In den neuesten Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins gibt Major v. Noela auf Grund der Lebenserinnerungen des Generalleutnants v. Wentzel eine Charakteristik des heldenmütigen Mädchens. Ueber den „Freiwilligen Auguste Krüger" leseu wir bereits in der Geschichte des 9. Infanterie-Regiments (Kolberg) von v. Ba- genskh, die 1842 erschien: „Vorzugsweise machte sich bei dem Unternehmen auf Herzogenbusch, wie bei jeder anderen Gelegenheit, durch Unerschrockenheit ein Mädchen (Auguste Krüger) bemerk bar, das, 18 Jahre alt, ans Friedland im Mecklenburgischen gebürtig, beim Ausbruch des Krieges unter dem Namen Lübeck bei der 4. Kompagnie des 3. Bataillons des Majors v. Schmidt freiwillig eingetreten war. Ihr Geschlecht wurde gleich bekannt, weshalb sie bei ihrer untadelhaften Führung stets mit großer Rücksicht behandelt wurde. Unter ihrem wirtlichen Namen ernannte sie der Oberst v. Zastrow zum Unteroffizier bei der Leibkom- pagnie; sie erhielt das Eiserne Kreuz und erfreute sich stets bet besonderen Berücksichtigung des Obersten. Bei Tennewitz war sie durch ein Stück Granate verwundet worden, und in Gent, wo sie bei der Durchreise des Kaisers Alexander deu Ordonnanz- dieust bei Allerhöchstdemselben versah, würdigte sie jener Monarch einer gnädigen Anr.ed- und versprach, für sie sorgen zu wollen. Bei ihrer späteren Verheiratung mit dem Unteroffizier Köhler des früheren Garde-Ulauen-Regiments wurde sie reichlich ausgestattet und lebt jetzt in Lychen, wo ihr Gatte als Ober-Steuer- kontrolleur angestcllt ist." Generalleutnant v. Wentzel, der 1813 als Leutnant im Kolbergschen Regiment stand, schildert den weib- lichen Soldaten in seinen Erinnerungen wie folgt: „Ich habe bereits des Freiwilligen Auguste Krüger Erwähnung getan, die ich vor Tamm bei Stettin kennen lernte. Ich war nun sehr begierig, zu sehen, wie sie sich beim ersten Artilleriefeuer benehmen würde, da das Kanonenfieber doch wohl bei jedem Neuling einzutreten pflegt. Als >vir nun hier in Kolonnen standen und die Stückkugeln über unsere Köpse fortsausten, beobachtete ich die Krüger unbemerkt ganz grumt und gewahrte, wie sie sich jedesmal beklommen abwandte und die Augen schloß, wenn eine Kugel kant. Ich sagte daher zu ihr: „Nicht wahr, Krüger, das ist ein ekliger Ton?" — „Ja, Herr Leutnant, erwiderte sie, „das ist ja ein schrecklicher Ton." Allein trotz des ntehrfachen Untwendens blieb sie doch in Reih und Glied und Überstand das ihr ganz neue, sehr peinvolle Zerreißen der Luft durch die Kugeln mit einer Standhaftigkeit, wie sie sich von einem weiblichen Wesen kaum ahnen ließ." Ueber die Schlacht bei Tennewitz am 6. September 1813 schreibt General v. Wentzel: „Ich trug infolge meiner Blessur den linken Arm noch immer in der Binde; als ich nun hier int stärksten Kanonenfeuer vor meinem Zuge auf uttd ab ging, um die Ordnung zn überwachen, die durch das Einschlagen der Geschosse ost gestört wurde, rief mir Auguste Krüger, die im Handgemenge von Groß-Beeren tapfer ihren Mann gestanden hatte, lachend zu: „Nun, Herr Leutnant, wie soll cs aber heute mit Ihnen werden? Sie können ja Jhreit Arm nicht gebrattchen." „O", erwiderte ich, '„glücklicherweise habe ich noch den rechtest, 688 Krüger, mit dem werde ich inir schott durchhelfen." —, „Nein", sagte Auguste darauf, „den sollen Sie diesmal nicht nötig haben, denn wir alle verlassen Sie nicht, wenn Sie in Gefahr kommen." Welch kraftvoll männlicher Sinn wohnte doch in ber Brust dieses Mädchens, das übrigens bei ihren Vorgesetzten wie auch bei allen Soldaten in höchster Achtung stand." Nur 4. November 1813 marschierte Leutnant v. Wentzel mit einem Rekonvaleszententrans- port von Berlin zum Regiment nach .Holland. Unter den Mannschaften befand sich auch Auguste Krüger. Am 9. Dezember wurde das Regiment in Bühren erreicht. Ter Oberst v. Zastrow war über das Wiedersehen des Leutnants v. Wentzel und der Auguste Krüger hocherfreut: er lobte das Verhalten der letzteren in den Schlachten bei Groß-Beern: und Tennetvitz und ernannte sie zum Unteroffizier, indem er sie zur Leibkompagnie versetzte und sie dem Schutze des Leutnants v. Wentzel empfahl. Als Auguste Krüger sich verheiratete, erliest der Generalleutnant v. Borstell in Königsberg einen öffentlichen Ausruf zu einer Geldsammlung. In der „Haude- und spenerschen Zeitung" vom 1. Oktober 1816 lesen wir folgendes: „In Verfolg meiner Anzeige im 43. Stück des laufenden Jahrgangs dieser Blätter, von den für den vormaligen Unteroffizier im Kolbergschen Infanterie-Regiment, Auguste Krüger, jetzt verehelichte Köhler, cingelaufencn Beisteuern gereicht es mir zur Freude, hierdurch die ferneren Beiträge bekannt zu machen, welche zu dem gleichen, wohltätigen Zweck an den .Herrn Oberkonsistorialrat und Probst D. Haustein und mich ein- gcgangen sind." — ES folgen die Namen und dann heißt es weiter: „Turch diese bedeutenden Beiträge hat sich der Betrag der ganzen Sammlung noch auf 559 Taler 12 Groschen Gold und 886 Taler 17 Groschen Kurant vermehrt. Tie Besitzerin hat somit ein Kapital von 1100 Tälern und das bleibende Einkommen von 44 Talern jährlicher Zinsen — außer den von landesväterlicher Hand ihr verliehenen jährlichen Zahlungen von 72 Talern und 50 Talern — gesichert. Möge den Gebern das Bewußtsein lohnen, auf solche Weise das häusliche Glück des kräftigen dcut- schen Mädchens begründet zu haben, welches jetzt als Hausfrau die Pflichten ihres Standes ebenso wacker und treu erfüllt, als es in der Zeit der Gefahr mutig und kühn die Waffen gegen den Feind des Vaterlandes geführt hat! Königsberg, den 17. Sept. 1816. v. Borstell, Generalleutnant und kommandierender General in Preußen und Litauen." Am 31. Mai 1848 starb die Frau Ober-Stcuerkontrolleur Auguste Köhler, geb. Krüger, zu Templin bei Zehdenick in der Mark, im 58. Jahre ihres vielbewegten, ruhmreichen Lebens. Vermochte*. — Als alkoholfreie Geiränke werden gegenwärtig viele Erzeugnisse einer mit der wachsenden Enthaltsamkeitsbewegung rechnenden Industrie bezeichnet, bei denen man nach näherer Untersuchung nicht unbeträchtliche Prozentsätze Alkohol fand. Ter „Allgemeine Teutsche Zentralverband zur Bekämpfung des Alko- holismus" V.rsitz nder Schriftsteller Franzi ks Hähnel-Brem m, Geschäftsführer Tr. R. Kraut-Hamburg 19) hat deshalb die Kontrolle der sog. Ersatzgetränke energisch In die Hand genommen und eine Einrichtung unter der Leitung eines hervorragenden Nahrungsmittelchemikers geschaffen, die von allen reellen Firmen aufs wärmste begrüßt wird Ter Zentralverband will einmal dadurch das Publikum schützen und zum andern zur Hebung der alkoholfreien Industrie beitragen. Tie ihm angeschlossenen 11 Zeitschriften z. B. werden in Zukunft keine Anzeige einer Firma aufnehmen, auf deren Erzeugnisse die Bezeichnung „alkoholfrei" nicht anwendbar ist. *TerentführteBrnutiga m. Eine tragikomische Hochzeitsgeschichte. bei der ein Mitglied einer großen Londoner Rhederfirma eine lächerliche Rolle gespielt hat, trug sich dieser Tage in dem Seebad St. Margaret bei Dover zu. Dort hatte sich eine romantische Liebschaft zwischen einem vornehmen Herrn aus der Hauptstadt, der einige Tage Seeluft geniesten wollte, und dem — Zimmermädchen des Hotels, in dem er abgestiegen war, an» gesponnen. Tie kleine Mart; bezauberte den feinen Londoner so vollständig, daß er sie auf der Stelle zu heiraten beschloß. Er holte sich dazu die spezielle erzbischöfliche Sanktion aus dem nahen Canterbury, die Trauung wurde in der Torfkirche von St. Margaret bestellt und ein opulentes Hochzeitsmahl befohlen. Das Pärchen schwamm in Wonne, vor allem die liebreizende Mary, vor deren trunkenen Augen schon Paläste und Seidentoiletten tanzten. Tas ganze Dorf war in Aufregung geraten und nach der Kirche geströmt. Aber o weh! Man hatte ohne die Sippe des Herrn Bräutigams gerechnet. Sein Bruder und Sozius hatte Wind von dem romantischen Liebesbund erhalten. Er wollte keine Schwägerin mit dem Staubbesen. Während die Orgel des Kirchleins schon süße Hochzeitsmelodien präludierte und der Herr Bicar in der Sakristei eben in sein Ornat schlüpfte, während Mary im Brautkleid vor dem Spiegel den Myrtenkranz aufprobierte, das Volk die Kirchentür belagerte, kam das Fatum in Gestalt einer vierspännigen Postkutsche in St. Margaret angerollt. Darin saß Schön Marys grimmiger Schwager in jpe mit noch zwei Herren, der eine ein verschmitzter Advokat, der andere ein handfester Privatdetektiv. Sie lauerten an der Dorfstraße dem seligen Bräutigam auf, der eben zu seinem Bräutchen auf dem Wege war. Tie drei sprangen aus dem Wagen und packten den ahnungslosen Freier. Ehe er recht wußte, was vorging, hatten sie ihn zu sich in den Wagen gerissen. Ter Kutscher hieb auf die Pferde, und heidi ging's fort, in die „Tvwns", nach London zu. Erst raste der also entführte Bräutigam, dann nach und nach, unter dem Kreuzfeuer der Vernunftpredigten der drei „Räuber" fing er an, in* sich zu gehen. Ehe Londons Kirchtürme auftauchten, war er reuig und getröstet. Ten Kummer der rasenden, blamierten Braut aber vermag nur die Aussicht auf einen fetten Prozeß gegen t>«$ treulosen Londoner Schiffsrheder zu lindern. Für die Frauen. — Tas neueste Heft der „illustrierten Monatszeitschrift für Tilettanten" „Kunstg ewerb e fürs Haus" (herausgegeben von C. v. Sivers; Verlag Berlin W. 50) ist reich an kunstgewerblichen Entwürfen und Motiven, die jeder Technik und Geschmacksrichtung Rechnung zu tragen sitchen. Aus dem Inhalt der mit farbiger Ausstattung bedachten Nummer seien hervor- - I gehoben: zwei Muster für Reformbekleidung, eine Standuhr für Intarsia (eine der geübtesten Liebhabertechniken) ein Kaminschirm „Lilien", zwei graziöse Fächer, eine geklöppelte Decke, zweibuchgewerbliche Entwürfe, eine Schreibmappe, ein Bücherhort in Schrankform für Holzschnitzerei und eine ganz herzige Weihnachtsgabe: „Wandbehang über einem Kinderbett", die jetzt schon publiziert wird, um rechtzeitige Herstellung zum Fest zu ermöglichen. Zwei Musterbogen, die auch dem :Ü. indergeübten das Nacharbeiten ausnahmslos aller mitgeteilten Entwürfe ermöglichen, ergänzen die Nummer im Verein mit literarischen Beiträgen aus ersten Feder::. ________ Aeu? Kircher. Adelung, Sofie v„ Jugendbühne. Ernste und heitere Theaterstücke. 6. Bdchen.: Tie Hopfenblüten; Und das ist gewiß. (52 S.) Raversburg, Otto Maier, geb. 80 Pfg. Bode u h e i m, Nelly, Backe backe Kuchen. Kinderreime. (40 S. zahlr. bunten Bildern.) Leipzig, S. L. v. Looy. geb. Brunn, Giordans, Tie Vertreibung der triumphierenden Bestie. (XII, 280 S.) Berlin SW., Magazin-Verlag. 3 Mk. Damen -Almanach. Notiz- und Schreibkalender f. 1905, 39. Jahrg. (260 S. m. 1 Jllustr. in Farbendr.) Berlin, Haude & Spener. geb. 2 Mk. Goethes kleinere Aufsätze. In Auswahl von W. v. Seid- litz. (371 S.) München, F. Brückmann. 2.50 Mk. Der Kaufmann. Kalender 1905. (70 S. m. zahlr. Jllustr.) Leipzig, Karl Ernst Pöschel. 50 Pfg. Erinnerung. O, himmlisch schöner Tag, nun tauchst vor meiner Seel' du wieder auf Mit alter Macht, wie ost in der verflossene:: Zeiten Lauß Weckst die Erinnerung auf mit selig zarter Hand Und führst mich glückverheißend in ihr paradiesisch Land. Denkst du rote ich mit Sehnsucht dieser Stunden, Wo Eins des Andern Glück mit Seligkeit empfunden? Wo uns, die wir glaubten Eins zu sein für immer Die Zukunft lag im goldnen Sonnenschimmer? Ob heut' getrennt wir sind durch viele, viele Meilen, Wir in Gedanken doch wohl bei einander weiten, Die, eingedenk der schönet: Zeiten, sich verbinden, Und grüßend von Einem fick zum Andern finden. Nieder-Weisel, im November. L. B. Bilderrätsel. (Nachdruck verboten). (Auflösung in nächster Nummer.) By9. Auflösung des Versteckrätsels in vor. Nr. i Mit fremdem Kalb ist roohlfeil pflügen. Redaktion: Auaukt Goetn — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buck- und Stemdruckerei. R.Lanae. Gieße«»