(Nachdruck verboten.) IrMingsstürme. Ronran von Paul Oskar Hocker. 1. Kapitel. „Und jetzt Feierabend, Bär!" sagte Frau Franze zu ihrem Mann, indem sie die Mappe mit den Geschäftsbriefen zuklappte, über deren Beantwortungsentwürfen es einen temperamentvollen, schließlich fast lustigen Streit zwischen ihnen gegeben hatte. Lotz sah ihr von dem Rollstuhl aus, an den ihn seine Lähmung fesselte, mit einem Lächeln nach. Manchmal war es bloß dem Schalk möglich, über ihre stürmische Art Herr zu werden. Nüchternes und logisches Priifen war nicht ihre Sache, und sie besaß im Grunde nur wenig kaufmännisches Talent. Das schloß freilich nicht aus, daß sie mit ihrem hellen Blick und ihrem unermüdlichen Tätigkeitsdrang ihn draußen auf dem Werk bei der praktischen Arbeit völlig ersetzte, seitdem das unselige Leiden ihn im Haus gefangen hielt. „Nu gib's schon reumütig und zerknirscht zu, Fränze", neckte er behaglich, „heute hättest Du da wieder ei-neu kapitalen Bock geschossen!" Sie schob die schwarze Ledermappe unter den Arm. „Feierabend, Feierabend! Ich bin in Geschäftsangelegenheiten nicht mehr zu sprechen!" „Denn das ist doch bombensicher: Hepke hat das Holz, das er uns da andrehen will, überhaupt noch nicht gekauft. Kann er ja gar nicht. Wovon denn? Kredit hat er hier an der ganzen Wasserkante schon längst nicht mehr, geschweige denn bei den Herren Russen am Njemen droben." Nun lachte sie gleichfalls. „Na, ein Glück, daß Deinem unheimlichen Staatsanwaltsblick so leicht nichts entgeht!" „Ja, Mädel, Mädel, was würdest Du bloß ohne mich altes Scheusal anfangen? Tatsache: ich muß schon aus elenden Geschäftsrücksichten am Leben bleiben. Du hättest sonst in zwei, drei Lustren das ganze Dampfsägewerk hier Verjuxt." Uebermiitig vor sich hinsummend, verschwand sie mit der Mappe im änstoßenden Kontor, wo der Buchhalter, schon halb zum Aufbrechen gerüstet, sie mit der bestürzten Frage empfing: „Also das Geschäft wird nicht gemacht?" Sie schüttelte den Kopf. „Glatt abgelehnt in oberster Instanz. Na, aber darüber reden wir am Montag. Jetzt legen Sie endlich die Feder weg, Stojentin, es ist sieben Uhr durch, und gehen Sie heim, sonst krieg' ich, es mit Ihrem Frauchen, zu schaffen. Und morgen nachmittag, das sagen Sie ihr, erwart' ich sie bestimmt zum Vesper mit ihren beiden Mädels." „Wenn die Kinder nicht stören, Frau Lotz." „Ach stören! Nein, mir wär's ja sonst so hundeelend einsam morgen — wo doch weine Pflegebuben fort müssen, 1904. Hf FWj Klein-Sascha und der Theo." Sie fuhr sich, leicht über die Stirn. „Ach ja, das verflixte Auseinandergehen." Lotz konnte hören, was man im Nebenzimmer sprach, denn das Haris war ganz von Holz, wie fast alle Gebäude hier am Kurischerr Haff in der Tilsiter Niederung. „Wo stecken denn eigentlich unsere beiden Stangen?" fragte er seine Frau, als sie zurückkehrte. „Ich hab' sie ja den ganzen Nachmittag über nicht zu sehen gekriegt." „I, Bär, wahrscheinlich haben sie gehört, wie Du mich so barbarisch wegen Hepke ausgescholten hast, und da dachten sie wohl, jetzt kämen sie an die Reihe." Ihr Ton war noch immer droMg und scheinbar fehdelustig, aber es klang jetzt doch etwas anderes mit, das ihm, feinfühlig wie er war, nicht entging. „Hör mal, Fränze", sagte er nach einer kurzen Pause, „wenn Du den kleinen Alex noch ein Weilchen hierbehalten! willst — ich denke nicht, daß Onkel Pratje, als grimmer. Gegenvormund, etwas dagegen einwenden würde." „Die Schule, die Schule!" wehrte sie ab. „Na, bei so'nem Abeceschützen." „W wäre doch bloß der bare Egoismus. Und ihn eigens deshalb von seinem großen Bruder trennen? Theo hängt auch selbst so sehr an dem kleinen Knirps. Nein, nein, die beiden müssen wir beisammen lassen. Stehen ja schrw einsam genug in der Welt da, ohne Vater und Mutter." Lotz seufzte. „Gott ja, ihr armer Vater. Mann wie ein Baum, und eine elende Influenza kriegt ihn unter. Alles muß heran, alles muß heran. Sogar den wetterfesten» alten Doktor hat der Deibel geholt. Den zähen Punsch- fanatiker." Sie war zu ihm an den Tisch getreten, setzte sich auf die Lehne seines Amerikaners un pätdschelte seine schlanke, iveiße Hand. „Collenberg fehlt Dir, der gute Alte. Was? Ja, weil er Dir immer so derbe die Leviten gelesen hat." „Weiß der Himmel. Gr war ja man bloß ein ganz gewöhnlicher Feld-, Wald- und Wieseudoktor. Aber er verstand einen doch und half einem über die trübsten Stunden iveg. So — wenn der Feierabend beginnt und man nicht feiern kann." „Du sollst doch vernünftig sein, Bär! Collenberg sagte Dir's tausendmal: es wird schon wieder besser werden! Also wird's. Und Du sollst keinen Grillen nachjagen." „Mit dem Jagen ist's vorläufig kläglich bestellt bet mir armseligen Rollstuhlwettläufer." „So. Siehst Du, ich wollte grad noch ein bißchen an' die Luft. Mer da hast Du's: nun bleib' ich. Aetsch!" Sie nahm dabei eine so strafende Miene an, daß er doch wieder lächeln mußte. „Fränze, nein, bitte, geh. Du hast Dich heute laug genug mit mir geplagt. — Weißt Du, wenn Du so am Wasser hingewandert bist oder durch die Wiesen, dann bringst Du immer ordentlich Sommerluft mit herein." Er Wßte ihr die Hand, indem er zu ihr aufblickte. „Und in Deines Augen liegt dann noch so viel Sonne, so viel Licht uni — 294 — Farbe." Seine schmale Brust Weitete sich unter einem tiefen Atemzug. „Siehst Du, und dann ist mir, als sei ich selbst draußen gewesen und hätte all das miterlebt, mitgenossen." Es klang nicht einmal traurig, Wie er das sagte, vielmehr innig und schwärmerisch. Wer so oft er diesen Ton anschlug, krampfte sich ihr das Herz zusammen und chre Augen feuchteten sich. Sie nahm ihr blaues Düffeleape nrit der roten Kapuze, und verließ das Zimmer. In der Holzveranda, zu der die Tür und sämtliche drei Fenster ossenstandeu, blieb sie stehen. „Du, Bär", rief sie lebhaft zurück, in völlig verändertem Ton, „was sagst Du zu den Bengels — die klettern wieder drüben aus dem Stätteplatz auf den höchsten Holzbeigen herum. Na, diesmal müssen sie aber Keile kriegen. Was?" „In — Du und die Jungens versohlen!" neckte er sie. „Noch dazu am Borabend vom Ferienschluß." „Sascha — Sascha!" rief sie schon im Vorgarten draußen, der an die Uferstraße grenzte, die von Gill, dem nächsten Marktflecken des Memeldeltas, herführte. Helle Knabenstimmen antworteten ihr ziemliche weit her. Auch ihre Stimme entfernte sich, Dann trug nur noch der Wind zuweilen eine Schallwelle von ihnen herüber. Im Hause selbst war's ganz still geworden. Die Magd, eine bejahrte Litauerin, holte zum Abendbrot Radieschen aus dem Gemüsegarten, der an die Weite Wiese stieß. Der Kutscher besorgte die Pferde drüben auf bem Stätteplatz. Auch das Sägewerk, in dem die Wbche Wer ohne Unterbrechung Tag und Nacht in zwei Schichten gearbeitet wurde, stand jetzt für vierundzwanzig Stunden still. Dietrich Lotz zog die Plüschdecke ein wenig höher, denn es fröstelte ihn leicht. Mit seinen lebhaften, klugen grauen Augen sah er sehnsüchtig verlangend durch den schmalen Türrahmen in den sonnigen Wend hinaus — und seine Gedanken wanderten mit der lebensfrischen jungen Frau aus, seiner Fränze, die sein tapferer, gütiger Kamerad geworden war, seitdem das Schicksal ihn auf ihre Hilfe und ihren Schutz anwies. Leise klang das Wiellenspiel des Karpaßskromes an sein Ohr, von den Mesen duftete das Heu herein, man stand in voller Mahd, Grillen zirpten, im Stalle schlug ein Pferd, man hörte darauf den Kutscher brummen — in seinem breiten gutmütigen Kurisch, das hier kaum der zwangigste Eingeborene mehr verstand — dann kam die Magd vom Garten zurück und sang, indem sie den Tische deckte, in ihrer Näselnden, konsonantenreichen Muttersprache einen protestantischen Choral. Es War Feierabendstimmung. Wer der Gelähmte empfand nur die Einsamkeit dieser ersten Ruhestunde nach der Arbeit; in ihm kämpfte und stritt es heute abdnd wieder mehr denn je. Im dritten Jahre schon wartete er nun auf die Heilung, die ihm der alte Doktor so bestimmt in Aussicht gestellt hatte und die noch immer nicht kommen wollte. Manchmal War's ihm, als könnte nur noch ein Wunder helfen. Und Zeichen und Wunder geschahen doch so betrüblich selten in dieser nüchternen, aufgeklärten, hastigen Zeit. Zuweilen kam es fast wie Zorn über ihn. „Alex — Sascha!" schallte wieder Frau Fränzes fröhliche, warme Altstimme vom Wafser her. Es lag so viel Lebensüberschuß, so viel Kbaft und Temperament in ihr. * Draußen bot sich ein Bild strahlender Jugendlust. Theo Pratje, der effjährige, war ja etwas ängstlich und bedächtig. Seine Ursprünglichkeit hatte fünf Jahren Gymnasium und Alumnatentum nicht standgehalten. Aber der kleine Alex war noch keineswegs von schülerhafter Gedrücktheit angekränkelt. Drum schlug er auch, als er Tante Fränze herankommen sah, ihr zu Ehren, oder uim ihr zu imponieren, auf einem schmalen Stoß Bretter, hoch in der Lust droben, einen unvergleichlich schönen Purzelbaum. Eins, zwei, drei, war er dann auf fast unsichtbaren Stufen um eine Manneshöhe weiter oben, ivo ein zweiter Purzelbaum folgte. Mähend vor Ausgelassenheit, schon ganz atemlos, entwischte er der flink ihm nachkletternden Tante, die ihn Haschen wollte, immer wieder. So ging es über den ganzen Stätteplatz. Theo saß mit baumelnden Beinen auf einem wippenden Balken, der in halber Haushöhe aus einem Stapel herausragte, klatschte vor Vergnügen in die Hände, lachte und feuerte dadurch, ohne es recht zu wollen, den kleineren Bruder zu immer kühneren Lriftvroduktioneu an. Endlich hatte Frau Fränze ddn Meinen am Kragen. Nun legte sie den zappelnden Knirps lang aufs Brett hin, hoch oben in Dachhöhe, klopfte ihm ein paarmal aus die Hosen, und Alex — um festzustellen, daß alles nur Spaß War — kletterte auf ihren Schoß, umhalste und küßte sie in bärenhaft possierlichem Ungestüm auf Kinn und Nase, Vis sie sich nach Luft ringend seiner erwehrte. Von ihrem lustigen Sitz aus hatte Frau Fränze eine weite Aussicht. Der Karpaßstrom entsandte dicht beim Kirchdorf Gill noch mehrere breite Ausflüsse ins Haff: die Strehme, den Walludstrom, die Usseine._ Wie silberne Bänder durchzogen sie, fast in gleicher Höhe mit den Ufern, das unendliche grüne Wiesenland. Nach Norden hin sah man einen schmalen Streifen am Horizont auftaucheu, die Nehrung, die das in der Wendsonne blitzende Haff abschloß, im Süden zogen sich meilenweite Moorkulturen bis zu den jungen Laubwäldern der litauischen Niederung hin. lieber die nach Hunderttausenden zählenden Bretter, Ballen, Bohlen und Stämme, die auf dem Stätteplatz des Dampfsägewerks von Sakuthen lagerten, wanderte der Blick zu dem hölzernen Mrchturm von Gill und weiterhin bis zum Schilwer Leuchtturm, der die Mündungsstelle des Karpaß- stromes bezeichnete. Auf dem Wasser kreuzten die Segelboote der vom Fang heimkehrenden Lachsfischer, in der Nachbarschaft des Sägewerks war der Karpaßstrom über und über mit Flößen bedeckt, auf denen kleine Strohbuden die vagabundierenden Heimstätten der Dschimken, der russischen. Holzflößer, bezeichneten. Da und dort hatte das armselige Volk kleine Feuer auf den Flößen angezündet, um die Abendsuppe zu kochen. Das sah sich an wie ein schwimmendes kleines Kriegslager. Die junge Fran hatte viel Sinn sür bas Malerische solcher Silber: wie zum Beispiel eben bie Sonne, bie im roten Dunst des Westens hing, schräge Strahlen übers Wasser sandte, sodaß in den ruhigen, langgezogenen Wellen ein wunderbares- Farbenspiel entstand. Plötzlich schreckte sie aber ein Miegsmf Theos auf. „Der Lorenz kommt!" schrie er im Tone höchsten Entsetzens. Und — schwapp — lag er auch schon tief unten im weichen Sande, Beine und Arme wie eine Padde ausbreitend. Er wunderte sich hernach selbst über den Mut, der zu einem solchen Luftsprung gehörte. Der „Lorenz" war der Holzaufseher auf bem Werke und stand in Lötzschen Diensten; er kam aber nicht in feiner polizeilichen Eigenschaft, sondern meldete nur, daß drüben am Hause ein Wagen vorgefahren sei. „Ich denke, es wird wohl der neue Herr Doktor sein, Frau Lotz", fügte er hinzu. „Ist er etwa schon beim Herrn drin?" fragte sie, erschrocken hinunterkletternd. „Nee, Frau Lotz, der Ede ist ihn melden gegangen. Er wollte man bloß fragen, meint er, ob die Herrschastens ihn heute noch annehmen täten." „Gut, gut." Sie ließ sofort die Arme ihrer jungen Begleiter los. „Ihr bleibt noch hier. Jungens; ich ruf' euch bann zum Men." Und fort War sie. (Forts, folgt.) Kine gelungene Kur. Humoreske von Karl Placht. Herr Gutsbesitzer Michael Huber in Dingskirchen, den ich hiermit der geehrten Leserwelt vorstelle, hatte wieder einmal einen kritischen Tag erster Ordnung. Kein Wunder: Bei dem jüngsten Prozesse, den er mit der Gemeinde führte, hatte er abermals den kürzeren gezogen. , Seit vollen zwei Stunden wetterte und schimpfte, fluchte und sakermentierte er, daß es rein zum Davonlaufen war. Dem Kuhjungen, der ihm unversehens in die Quere lief, berschte er zwei derbe Watschen, die Magd Cenzi jagte er staute pede zum Teufel, im Pserdestalle machte er einen Krach, daß alles zitterte und in der Küche schlug er eine Unmenge von Geschirr in tausend Scherben, sodaß darob Frau und Tochter entsetzt die Hände rangen. Nachdem der Wüterich sein Mütchen gehörig abgekühlt hatte, begab er sich in sein Zimmer, ging darin einigemale auf und ab/ indem er laut mit sich sprach und lebhaft mit den Händen gestikulierte, dann kramte er ein Bündel Akten hervor, blätterte hastig darin herum und schleuderte schließlich den ganzen Krempel in einen Winkel. Hierauf rief er nach seiner Tochter: „Sag' bent Sepp, er soll sofort einspannen und dann zu mir kommen!" . „ c Frl. Huber, der noch nie Tränen in den Augen standen, entledigte sich sofort des Auftrages, und es währte nicht lange, so erschien auch der Sepp auf der Bildfläche, um die Befehle des Allgewaltigen entgegenzunehmen: 295 „Du fährst jetzt in die Stadt, fragst dort nach dem neuen Advokaten, Herrn Dr. Meyer, sagst einen schönen Gruß von mit, und ich lasse ihn ersuchen, er möge zu mir kommen. Hast Du mich verstanden?" , _ r... , ... Der Sepp nickte mit fernem dummen Schädel, schnitt, als er dem Gutsherrn den Rücken gekehrt hatte, eine alberne Grimasse, begab sich auf den Hof, stieg auf den Bock, steckte srch erne Crgarre in den Mund, schnalzte mit der Peitsche und fuhr von dannen. In der Stadt angelangt, war Sepp sein erstes, srch nach der näheren Adresse des neuen Herrn Dr. Meyer zu erkundigen, und nach kurzer Kreuz- und Querfahrt hielt der Wagen vor der Behausung des richtigen, oder, wenn man auch will, des unrichtigen Mannes. Ms der Knecht in dem hübsch eingerichteten Wartezimmer des Arztes eintrat, stand dieser, der sich erst kürzlich in der Stadt niedergelassen hatte, in seiner ganzen Glorie da und begann zu examinieren: „Sie wünschen?" , „Einen schönen Gruß von meinem Herrn und er laßt Sie bitten, Sie möchten sofort zu ihm kommen." „Wer ist Ihr Herr?" . „Der Gutsbesitzer Michael Huber in Dingskirchen. Hebet das Antlitz des jungen Arztes glitt ein befriedigendes Lächeln; dann forschte er weiter nach: „Und was fehlt Ihrem Herrn?" , Der Sepp sah den Sprecher fragend an, schmtt eine Grimasse, kratzte sich hinter seinen langen Ohren und Hub an: „O, mei! Was wird ihm fehlen. Er hat halt wieder einmal seinen Rappel." Und zur Bekräftigung des Gesagten fuhr er einigemale mit feiner Hand über die Stirne, gleichsam andeutend: In seinem Oberstübel geht es nicht mit rechten Dnigen zu: Der Arzt zog die Stirne in Falten und versetzte: „Also, kurz gesagt: Ihr Herr ist verrückt." „Verrückt?" wiederholte der Knecht, der ist schon rasend. Getobt und gewetetrt hat er heute, wie wenn der jüngste Tag herangebrochen wäre und in der Küche hat er alles kurz und klein geschlagen. Mich dauert nur die arme Frau. . . Dr. Meyer öffnete einen Schrank, entnahm ihm eine Zwangsjacke, wickelte dieselbe sorgfältig ein und wendete sich zu dem Knechte: „Hören Sie, es ist gar nicht ausgeschlossen, daß ich heute Ihrer Mithilfe benötige. Wenn wir bei Ihnen angelangt sind, halten Sie sich in der Nähe des Zimmers Ihres Herrn auf, und sollte ich Sie rufen, dann eilen Sie herbei, fassen Ihren Herrn von rückwärts an den Armen und werfen ihn zu Boden. Das klebrige wird sich schon dann finden." Der Sepp glotzte ob dieser Eröffnung den jungen Doktor an wie ein abgestochener Stier, schüttelte verwundert den Kopf, räusperte sich einigemale, wagte jedoch nicht, gegen die Anordnungen des Arztes Widerspruch zu erheben. In wenigen Minuten rollte die Dorfequipage wieder ihrem Ausgangspunkte zu. Unterwegs gab sich der Arzt ernsten Betrachtungen über den wahrscheinlichen Zustand seines Patienten hin, war jedoch nicht wenig erstaunt, daß, als der Wagen vor dem Gute in Dingskirchen hielt, Herr Huber ihm freundlich lächelnd entgegenkam und ihn höflich einlud, sich in sein Zimmer zu begeben. Dort angelangt, warf der Arzt einen flüchtigen Blick um sich. An den Wänden hingen einige alte Gemälde und mehrere —■ jedenfalls geladene! — Pistolen und Gewehre. Auf einer, langen Tafel waren allerlei Karten und Pläne, indenen mit zierlichen Fähnchen versehene Stecknadeln staken, ausgebreitet. Der Gutsherr führte seinen Gast zu einem dieser Pläne, deutete auf einen Punkt und begann dann, erst ruhig und gemessen, dann immer mehr und mehr in Ekstase geratend: . . „Sehen Sie, Herr Doktor, hier diese Linde? Diese Linde ist an meinem ganzen Unglücke schuld. Sie hat mich schon viel Geld und unzählige schlaflose Nächte gekostet. Die Bande aber, der Bürgermeister nicht ausgenommen, läßt nicht nach, und will mich mit aller Macht unterbringen. Verfolgen tun sie mich, wie einen gehetzten Hirsch ..." „Aha, der leidet entschieden an Verfolgungswahn", kalkulierte der Atzt und griff nach der Hand des „Patienten", um dessen Puls zu befühlen. Der Gutsherr geriet ob dieser sonderbaren ManiMlation ganz außer Rand und Band und äußerte erregt: „Was machen Sie da für Dummheiten? Glauben Sie etwa, ich sei krank oder gar verrückt?" „Ja, Sie sind krank, Herr Huber", beschwichtigte der Arzt, „bitte, lassen Eie sich einmal untersuchen. . Diese „beschwichtigenden" Worte wirkten wie ein rotes Tuch auf einen wildgewordenen Stier . Herr Huber tat einen Satz, fuchtelte mit den Händen, übergoß den Doktor mit einer Flut von Schimpfworten und war nahe daran, nach einer Flinte zu greifen.... Ein Ruf des Arztes, der Sepp stürmte herein, packte, wie ihm geheißen wurde, seinen Herrn von rückwärts bei den Armen und warf ihn mit Hilfe des Arztes zu Boden. Der Gutsherr mochte sich wehren, wie er wollte, er mochte zappeln oder kratzen, schimpfen oder fluchen — es half nichts: ehe er sich's versah, ward ihm die Zwangsjacke angetan. „Diebe, Räuber, Mörder!" schrie Herr Huber ans LeibeS- Auf dieses Geschrei hin erschienen Frau und Tochter auf dem Schauplätze. Die beiden Damen waren einige Augenblicke sprachlos, als sie die Situation überblickten, in der sich Papa Huber befand. , , Als Fran Huber die Sprache wiedergewonnen hatte, wendete sw sich händeringend an den Arzt: „Um Gotteswillen, Herr Doktor, was haben eie denn nut meinem Manne angesangen?" „Gnädige Frau, Ihr Herr Gemahl hat mich rufen lassen, und ich als Arzt..." , „Was, Sie als Arzt? ... Ja, sind Sie denn nicht der. neue Rechtsanwalt Herr Dr. Meyer, den mein Mann zu sich beschied? Dem Arzte fiel es wie Schuppen von den Augen. Jetzt konnte er sich erst den Zusammenhang zwischen dem Plane und der Linde erklären. Nein, dieser Mißgriff, diese Blamage! — Herr Huber war bald seiner Fesseln ledig. Als er sich erhoben hatte, schritt er auf den Arzt zu, reichte ihm. die Hand, klopfte ihm auf die Schulter und versetzte: „Herr Doktor, Sie haben Ihre Sache sehr gut gemacht; Sie erhalten von mir ein anständiges Honorar. Sie haben mich in der Tat gründlich kuriert; ich — Prozesse nie mehr! — :— Wilder aus dem .Lande der ausgehenden Sonne. Von Dr. Ludwig Rieß. VI. Das Knabenfest in Japan (am 5. Mai). In keinem Lande der Welt weiß man Kindersegen mehr zu schützen als in Japan. Bei jedem Zuwachs der Familie kommen die Gratulationen und Geschenke von nah und fern, genau an den von der Geburt an gezählten Tagen, wenn der Säugling feinen dritten, siebenten, dreiunddreißigsten, fünfzigsten und emhundert- zwanzigsten Lebenstag erreicht, immer unter Beachtung der glückbringenden Symbole und des alt-geheiligten Zeremoniells. Besonders bei der Geburt von Knaben kennt der Jubel der Verwandten und Freunde des Hauses keine Grenzen; denn aus der ungalanten Anschauung des ostasiatischen Kulturkreises, daß das männliche Geschlecht in jeder Beziehung weitaus voranstehe, machen auch die ritterlichen Japaner kein Hehl.. „Der Glanz des männlichen Geschlechts ist das Siebenfache des weiblichen Glanzes', sagt ein japanisches Sprichwort. Ja, soweit geht die Verblendung, daß si ch sogar in Japan die Männer einreden, daß sie eigentlich im Durchschnitt schöner seien als ihre Frauen. . Aber trotz des vielen Aufhebens, das bet der Geburt eines Kindes gemacht wird, kennt man in Japan die regelmäßige Feier der jährlichen Wiederkehr des Geburtstages nicht. Nur betm Kaiser hat man in Nachahmung europäischer Sitten eine Ausnahme gemacht und seinen Geburtstag zum nationalen Feiertag erhoben. Int Volke denkt man gar nicht daran, daß ein anderer Geburtstag als der 61., wenn sich der chinesische Zyklus der Lebenswahre erneuert, Gelegeiiheit zu einem persönlichen Gratulationsempiaug eines Weltbürgers seitens seiner befreundeten Zeitgenossen geben könne. Man rechnet sein Alter überhaupt nicht nach vollendeten Lebensjahren, sondern nach erlebten Jahreszahlen, sodaß ent im Dezember 1903 geborenes Kind bereits seit dem ersten Januar als zweijährig gilt. Alle Japaner rechnen sich also gleichzeitig an jedem ersten Januar um ein Jahr älter. . Für die Kinder in Japan fällt damit das stolze Gefühl des Geburtstagskindes, das sich nun doch einmal im Jahr als etwas besonderes und wichtiges feiern lassen kann, vollständig fort. Dafür bestehen aber für sie besondere Kinderfesttage, an dem fte Vorrechte und Freuden genießen, bloß weil sie existieren und noch klein sind Für die Mädchen ist der dritte Tag des dritten Monats, also der dritte März, dieser Wonnetag, wo sie in Entzücken vor den Puppen, Spielsachen und Süßigkeiten hocken, die man für fte aufgebaut hat. Den Knaben gilt der fünfte Mai als entsprechender Jubeltag. Da bleibt die Freude aber nicht auf das Innere des Hauses beschränkt, sondern tummelt sich im Freien auf der Straße aus. In den Lüsten über den Dächern der Häuser zeigt dann das Stadtbild die wunderlichen Trophäen/ die den zukünftigen Soldaten des Sonnenlandes gelten. „ , . Schon einige Tage vor dem eigentlichen Feste bringen Verwandte und Freunde einen aus Papier zusammengeklebten, nur ans der Haut bestehenden Karpfen in das Haus, wo in den letzten zwölf Monaten ein Stammhalter einpassiert ist. An langen, feilt» rechten Bambusstangen lose gebunden, sodaß der feste Holzreisen, der das offene Maul darstellt, ein paar Zoll von der Stange entfernt sich nach allen Richtungen frei bewegen kann, prangen sie dann hoch über dem First, meist zu zweien oder dreien an einer Stange; die großen fchwarzbetupften zu oberst, die kleinen mehr den Goldfischen angeähnelten darunter. Wenn dann der Wind in das weit geöffnete Maul dieser in höhere Regionen beförderten Tiesenbewohner weht und die Bäuche bläht und wagerecht streckt, so fesselt das bewegte Bild die Augen auch der Erwachsenen nut phantastischem Zauber, besonders wenn in der Abendsonne der Flitter auf den gemalten Schuppen glitzert und glänzt. Die langen bunten Papierfetzen, die an benachbarten Bambusstangen ent- — 296 — sprechend tnt Winde flattern, geben eine dazu passende Andeutung elastischer Wellenbewegung. An manchen Häusern, wo der Geschenksegen besonders reich ansfiel, oder wo mehrere Knaben in jugendlichem Älter ihre Karpfen sehen lassen wollen, prangen eine ganze Zahl dieser hohlen Fischbilder in der weichen Frühlings- Iu$t Ein stehender Witz, den sich die Führer der dann gerade im Lande herumreisenden Weltenbummlcr erlauben, ist die harmlose Lüge, daß jedes Haus so viele Karpfen aufstecke, als es Knaben beherberge. „Beim Zeus, die Japaner können eine große Armee aufbringen", schloß ein statistisch interessierter australischer Professor daraus, der diese Angabe ernst nahm. Warum gerade der Karpfen dazu dient, das Vorhandensein männlicher Jugend zu symbolisieren, erklärt sich ans den mcnin- haften Charaktereigenschaften, die diesem Fisch von den Japanern zugcschrieben voerden. Der schmackhafte Schlammbewohner soll nach dem Volksglauben besonders geschickt sein, eine kleine Strom- schnelle durch muskelkräftigen Sprung stromaufwärts zu überwin- dcn Tas kann nun freilich eine Forelle ebenso gut oder noch bm r. Aber an Zähigkeit im stummen Ertragen von Schmerzen ist der Karpfen allerdings allen anderen Fischen noch überlegen. Bi an kann ihn, wenn man die Haut nur am Rücken durchschneidet und dann mit dem Messer darunter führt, ohne die Verbindung von Kopf und Schwanz völlig zu unterbrechen, in viele Stücke zerteilen, ohne daß er das Leben verliert. Zu meinem Entsetzen habe ich mich bei vielen japanische,r Diners, bei denen roher Karpfen serviert wurde, davoil überzeugen müssen, wenn der zerschnittene Fisch aus meiner Platte zappelte und atmete, bis ich die Haut durchschiiitt. An dieser Widerstandskraft im Ertragen von Schmerzen soll der junge Japaner sich ein Beispiel nehmen: das ist die ;ybee, die der Karpfenvcrwendnng am 5. Mai zu Grunde liegt. Denn auf den Krieg und seine Erfordernisse sind alle Fest- gebranche an diesem Ehrentage der Knaben gestimmt. Von den Blumen, die das Frühjahr in Japan so reichlich spendet, wird die Schwertlilie bevorzugt, bereu japaischer Name „Schobu", wenn Die beiben S ilben als getrennte Wörter aufgefaßt werden, Sieg und Krieg bedeuten kann. Auf der Straße tun sich die Knaben zil dreien oder vieren zusammen und schlagen mit ellenlangen Seilen, die ans beit Blättern der Artemisia japonica geflochten sind, auf den Erdboden, daß es knallt und Staub answirbelt. Ein hölzernes Schwert an der Seite gilt de,t Kleinen als schönster Festesschmuck, und auf dem Laude begegnet man lärmenden Freu- denprozeisionen voll Knaben, die ein Rieseitschwert aus Holz znm Tempel geleite», das die Inschrift trägt: „Oyama Sekizo", um anzudeuten, daß es ein Votivbild sei, das sie dem Gott auf dem heiligen Berge westlich von Tokio weihen möchten: voran schreitet ein Führer, der auf einer großen Muschel kriegerische Töne in die Luft schmettert. Im Innern des Hauses sind Gestelle mit Miniaturrüstungen hergerichtet ober, in vornehmen Häusern, Modelle von alten Bitrgen in schönem Lack ausgestellt. Auch kleine Nachbildungen- der Embleme der Feuerwehr gibt es zu diesem Feste überall zu kaufen: denn Rettnngsarbeiten bei Feuersbrünsten galten auch im alten Japan als Ehrendienst des kriegstüchtigen Mannes. Holzfiguren von Rettern stehen vor den verkleinert dargestellteii Gerätschaften Besonders b.e sagenumwobene Kaiserin Jingo, die vor 1700 Jahren Korea eroberte, der grimmige Kriegsheld Kato Kihomasa, der auf feinem Schimmel schnurstracks geradeaus blickt, ohne auf die Pfeile zu achten, die Feinde ans dem Hinterhalt in seinen Schild schießen, sind beliebte historische Reminiscenzeu zur Feier dieses Tages. Ans der alten Sage sind es Figuren des Kintoki, der schon als Heines Kind mit Riesenkräften ausgestattet war und vor Blut- fulle kupferrot glänzte, meist auf dem Bären reitend, den er in leinen Treust zwang, oder die Axt schwingend, mit der er feine Taten vollführte. Ferner Standbilder des chinesischen Helden Kwangu, der sich mit der Linken in seinen mächtigen Bart faßt und 'Mt der Rechten die Hellebarde vorstreckt. Abbilder vonLanzen Bogen, Pfeilen, Kriegsfahnen, sowie Feldherrnstäbe und Offiziersfacher en mintature umrahmen die Ausstellung am Ehrenplatz des Staatszimmers, während an der Wand Hängebilder den Riesen Schokt darstellen, wie er die Teufelchen bändigt oder straft oder nach seiner Flöte tanzen läßt. In seinen hohen Schaftstiefeln, mit ftm wrlden Bart- und Haupthaar und seiner schirmlosen hohen Mutze sieht dieser grobe Heilige eigentlich recht russisch ans: das werden ihm aber die wohlerzogenen japanischen Knaben dieses Jahr Nicht übel neunten. Da schon in Friedenszeiten der kriegerische Beruf des Mannes an diesem rapamlchen Knabenfeste so ausschließlich glorifiziert wird, so erhalt die Maifeier tn diesem Jahre noch eine ganz besonders einleuchtende Beziehung zu den Ereignissen, die man bespricht und erwartet, wer Kampf gegen die Russen wird auch in den Knabeu- spie.en große Begeisterung erzeugen; das Jnfanteriegewehr und die Kanone werden als moderne Zutat auf den Gestellen des Festauf- baus glänzen; die Blechtrompete wird ihre Mißtöne in die Lüfte Idjmettern, tote vor zehn Jahren während des japanisch-chinesischen r»ftegCre nrtxer “1$ lwgt eben in bewegten Zeiten des Lebens tiefer Ernst dem kindischen Spiel. Oesundyettspffege. m ~ Es ist für den Laien oft recht schwierig, ans der großest Anzahl ihm angebotener, mehr ober minder guter Gesnndheits- bucher das rechte herauszngreifen — vielfach läßt er sich durch eine geschickte Ailpreisung zum Kauf eines Werkes verleiten, das durchaus nicht zu den hervorragenden seiner Art gehört :— ja vielleicht nicht einmal den Namen eines wissenschaftlich befähigten Herausgebers auftoeifen kann. Da aber gerade in bezug auf die Gesundheit durch minderwertige Bücher viel Schaden an- geiwchtet werden kann, versäumen wir nicht, unsere Leser auf ein zuverlässiges und bewährtes Werk aufmerksam zu machen, das sich in tausenden von Familien als treuer und nützlicher Ratgeber ein geführt hat und jetzt in neuer, vollständig neu bearbeiteter Auflage erscheint: Dr. Bocks Buch vorn gesnndech und kranken Menschen. Siebzehnte, gänzlich umgenrbeitete,: neu ausgestattete Auflage. Herausgegeben von Medizinalrat Dr.> Sämerei'. (Union Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart, Berlin, Leipzig.) „Bocks Buch" gehört zu dem besten, was auf diesem Gebiete dem deutschen Hause geboten werden kann, der beispiellos billige Preis von 6 Mark für 20 Lieferungen ermöglicht die Anschaffung den allerweitesten Kreisen. Möge das schöne Werk noch in recht vielen Familien Eingang finden und Äufklärung und Nutzen in gesundheitlicher Beziehung bringen. Literarisches. — Die Fraue n des Orients in der Geschichte, in bet Dichtung unb int Leben. Bon A. Frhr. v. Schweiger-Lerchenfeld. Mit 338 Textabbildungen, 11 farbigen unb 15 schwarzen Vollbildern. In 25 Lieferungen (50 Bogen Quart ä 16 Seiten) ä 1 Mk.> Soeben vollständig geworden. In eleg. Leinenbande 30 Mark. A. Hartlebens Verlag, Wien und Leipzig. — Die uns zuletzt zugegangenen fünf Lieferungen (21 bis 25; dieses, von uns wiederholt als eine außergewöhnliche Leistung auf ethnographisch-kulturgeschichtlichem Gebiete hervorgehobenen Werkes, bilden dessen Schluß. _ Ein reichhaltiges Kapitel über „Frauenleben und Liebe in der indischen Dichtung" — durch Inhalt und Form eine gleich anziehende Darbietung — sowie eine vortreffliche Schilderung der Türkin (Osmanin), ihre Rolle im Staatsleben früherer Zeit, ihre Emanzipationsbestrebungen in der Gegenwart und bezüglich der Stellung, die sie in der nationalen Dichtung entnimmt, bilden den Abschluß. Das Register weist annähernd 500 weibliche Eigennamen auf, die im Werke vorkommen: weibliche Gestalten der Sage, der Geschichte und der Dichtung. Der Fülle des Inhaltes, dessen textliche Fassung hohes Lob verdient, tritt eine äußerst splendide Illustrierung ebenbürtig zur Seite; schwarze und farbige Bilder, darunter reichlich hundert nach orientalischen Miniaturen. Das rühmenswerte Werk wird für lange Zeit als standard Work auf dem Gebiete, dem es gewidmet ist, Geltung behalten. Lösung. Das ist der große Lebensbaunt. Du brichst die Früchte unb weißt es kaum = Dich zwingt ein alt' Gebot. Die Sonne steigt unb sinkt zu Tal. Der Baum wird welk, der Baum wird kahl — Die Menschen heißen's Tod. * Wanderung. Ich ging zu früher Morgenstnnd Den Bach entlang im Wiesengrund, Ein kleines, blondes.Mädchen sprang, Im Gras herum und spielt und sang: Die Sonne, die Sonne ist mein! Ich stand und lauscht' und nahm das Wort Auf meine Wanderung mit fort. Und lacht in mich hinein und schwang Den Hut und jubelte und sang: Die Sonne, die Sonne ist mein! Alexander v. Bernus. (Aus der Sammlung „Aus Rauch und Raum".jf Gleichung. Nachdruck verboten. a — (b — c) + 7« d + e — (f — g) + (h — i) = r a Kleidungsstück: b Gebäude; e Verhältniswort; d geographische Bezeichnung; e eitler Mensch; f Behälter; g Rückstand; h Tischgerät ; i altbiblischer Name. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Zifferblatträtsels in vor. Nr.: i ii in iv v vi vii viii ix x xi xn BENZ INK A BEL A Benzin, Enz, Zink, Inka, Kabel, Abel, Bel, Bela, Labe. Nedaktiou: Anoiist Götz. — RotalionSdruck und Verlag der Trühl'schen Universttäls-Vnch- und Cteindrnäeiei. R. Lange. Gießen.